Abbrechen

Antoine's Kommentare zu Parfüms (140)

Kommentare 1 - 10 von 140

3 Kommentar-Auszeichnungen

Noa Dream von Cacharel

Samstag, 31. Juli 2010 um 00:49 Uhr

Sommertauglich

Zunächst duftet Noa Dream ziemlich ähnlich wie Noa. Dann entwickelt er sich aber in eine deutlich andere Richtung: grüner, würziger, und zugleich frischer als Noa. Noa Perle ist aber keineswegs ein grün-frischer Sportduft, sondern geht wie ich finde in die würzig-schwere Richtung (kein Wunder, Patchouli und Amber), nur eben mit ein paar fruchtig-grünen Noten dabei, die ihm Leichtigkeit geben und ihn doch wieder sommertauglich machen - einer der eher seltenen schwereren Düfte, die auch im Sommer bei über 30 Grad gehen. Der Amber ist deutlich rauszuriechen und verleiht Süße, und der Patchouli gibt ihm Tiefe, ohne zu rauchig zu werden.

Ein bisschen erinnert mich dieses Wechselspiel an CK’s Contraditction, Noa Dream ist aber erheblich süßer als Contradiction. Mir gefällt Noa Dream weit besser als der Original-Noa, weil Noa Dream nicht so betont blumig ist. Allerdings frage ich mich auch hier, wie die Designerin auf den Suppenterrinen-Flakon verfallen konnte.
2 Kommentar-Auszeichnungen

Incanto Bloom von Salvatore Ferragamo

Samstag, 31. Juli 2010 um 00:32 Uhr

Blumig

Incanto Bloom duftet, wie der Name vermuten lässt, vorwiegend blumig. Nach ziemlich süßen Blumen. Einzelne Noten konnte ich nicht herausriechen, dafür aber eine deutliche Fruchtnote, auch wenn oben bei den Duftnoten kein Obst aufgeführt ist (Champaka ist eine südostasiatische Magnolienart, wie mir Google erschlossen hat). Das Holz hält sich dezent zurück, und der Moschus wird erst zur Basis hin deutlich wahrnehmbar. Insgesamt ist das ein gefälliger, tragbarer Blumenduft, solider Mainstream Anno 2010, aber kein Duft, den ich dringend haben müsste.
2 Kommentar-Auszeichnungen

Incanto Heaven von Salvatore Ferragamo

Samstag, 31. Juli 2010 um 00:21 Uhr

Nur am Anfang interessant

Incanto Heaven hat eine interessante, leicht herb-bittere Kopfnote - die Grapefruit! Nicht dass ich die Grapefruit identifiziert hätte, aber die Beschreibung der Kopfnote macht den leicht bitteren Ersteindruck plausibel. Die würzig-fruchtig-herbe Eröffnung mit dem bitteren Unterton weckt Hoffnung auf einen schönen, interessanten und nicht zu süßen Duft. Nach circa einer Stunde entwickelt sich aber eine unangenehm synthetische Note, und dann kippt das Ganze ins Meer der blumig-süßen Fruchtigkeit. Ich hätte gewettet, dass da auch Vanille drin ist.
2 Kommentar-Auszeichnungen

Love of Pink von Lacoste

Samstag, 31. Juli 2010 um 00:11 Uhr

Künstlich

Ich kann es nicht ändern, ich mag die im Mainstream-Segment nach wie vor so beliebte Duftrichtung blumig-fruchtig-süß nicht besonders. Sicher, es gibt auch hier ab und zu schöne Düfte. Aber das meiste ist langweilig, weil schon tausendmal so oder ganz ähnlich gerochen - süßer Fruchtsirup mit ordentlich Vanille. Und Love of Pink finde ich ein besonders gräßliches Exemplar. Er ist zwar noch nicht mal allzu süß (da gibt es schlimmere), aber die blumig-fruchtigen Noten kommen bei mir extrem künstlich und aufdringlich raus. Das Ganze erinnert mich an Kindershampoo, Duftnote Exotic Fruit oder so. Und bei mir hält er auch noch. Nein, ich mag ihn nicht.
4 Kommentar-Auszeichnungen

Mugler Cologne von Thierry Mugler

Donnerstag, 29. Juli 2010 um 23:07 Uhr

Eau de Toilette mit Cologne-Duft

MC ist kein klassisches Eau de Cologne wie etwa Acqua di Parma, oder Guerlains Eau Imperiale. Das will es aber auch gar nicht sein denke ich, denn es wird trotz des Namens "Mugler Cologne" von der Konzentration her als Eau de Toilette verkauft. Im Grunde ist MC ein Eau de Toilette, das ein bisschen wie Eau de Cologne duftet: Leicht, frisch, sauber, aber mit einer süß-gourmandigen Basis und ziemlich guter Haltbarkeit.

Die frische Flüchtigkeit, die für Eau de Cologne typisch ist, fehlt jedenfalls, und wer ein ganz klassisches Eau de Cologne erwartet, wird von MC enttäuscht sein. MC ist zwar auch zitronig, aber viel schwerer und haltbarer. Auch die gourmandig-süße Note von MC, die vermutlich von Neroli und Moschus hervorgerufen wird, ist nicht gerade typisch für Eau de Cologne. Wenn man aber kein klassische Eau de Cologne erwartet, sondern einfach einen leichten, unaufdringlichen und trotzdem präsenten Duft sucht, ist MC einen Test wert.
3 Kommentar-Auszeichnungen

Marc O'Polo Women (2010) von Marc O'Polo

Montag, 26. Juli 2010 um 22:51 Uhr

fruchtig-süß

MOP Women eröffnet mit frisch-süßen Früchten, in der Herznote herrschen reif-süße Früchte vor, und im Drydown wird die süße Fruchtigkeit mit reichlich Vanille ausgeschlichen.

Ich kann diesem Duft nicht mehr als 50 Prozent geben. Er ist nicht mal schlecht gemacht, aber mir hängt das ganze Sprühobst-mit-Vanille aus dem Mainstream-Regal zum Halse raus. MOP Women hätte mit weniger Frucht und Vanille ein richtig schöner Duft werden können. Die Herznote enthält einen schönen, hellen, freundlichen Blumenakkord, der aber vom Pfirsich regelrecht zerdrückt wird. Und die Vanille in der Basis ist auch nicht gerade innovativ.

Das müsste doch auch den Parfümeuren irgendwann langweilig werden?!

Und zur Mode von MOP (schlicht, lässig, Naturmaterialien) passt die süße Fruchtpampe überhaupt nicht, finde ich.
3 Kommentar-Auszeichnungen

Escale aux Marquise von Christian Dior

Freitag, 23. Juli 2010 um 23:42 Uhr

Schön!

Escale aux Marquises ist ein sehr komplexer Duft mit fruchtigen, grünen, würzigen, süßen, zitrischen und (wenigen) blumigen Noten. Wie bei einem Kettenkarussell rauschen all die unterschiedlichen Noten immer wieder abwechselnd vorbei. Schön gemacht. Eine leicht medizinisch anmutende Note (vll. das Elemi-Harz?) ist auch noch dabei.

Insgesamt wirkt EaM relativ süß (aber dezent!) und leicht gourmandig. Von den mittlerweile drei Escale-Düften, die ja vom Konzept her alle in die Eau-de-Cologne-Richtung gehen, ist er am wenigsten cologne-artig und kommt, was Intensität und Duftaura betrifft, relativ nahe an übliche EdT oder EdP heran. Trotzdem ist es kein schwerer Duft, sondern eher ein schweres EdC. Und er bleibt insgesamt nahe am Körper. Auch bei über 30 Grad ist das ein angenehmer Begleiter, der durchaus auch für Männer tragbar ist.
4 Kommentar-Auszeichnungen

Acqua di Gioia von Giorgio Armani

Freitag, 23. Juli 2010 um 23:24 Uhr

Mojito-Explosion mit klebrig-süßem Abgang

Auf der Suche nach einem Duft, der auch bei Temperaturen über 30 Grad gut rüberkommt (und zugleich für meine Nase angenehm ist), habe ich auch den Acqua di Gioia getestet. Um es vorweg zu nehmen: der geht für mich gar nicht, weder über noch unter 30 Grad.

Die Kopfnote ist der Knaller: eine Art Mojito-Explosion für die Nase. Das hat was. Aber danach wird es (an mit zumindest) nur noch klebrig-süß. Nix aquatisch, nix leicht, keine Blumen, auch kein Pfeffer, weder rosa noch schwarz. Die Zuckernote klebt und haftet, durchdringend und süß, Labdanum und Zeder haben keine Chance. Und ich wünsche mir statt Acqua di Gioia ein paar Liter Acqua naturale zum Abwaschen.

Schade, der Flakon ist hübsch.

Eau de Fleur De Prunier Plum von Kenzo

Freitag, 23. Juli 2010 um 23:06 Uhr

Altmodisch?

Die oben angegebenen Duftnoten Mandel und Pflaumenblüte sind sicher nicht die ganze Rezeptur, denn Fleur De Prunier duftet sehr komplex und macht eine interessante Entwicklung durch.

Die Kopfnote kommt zunächst ganz harmlos grünlich-blumig-frisch daher. Daraus entwickelt sich aber nach einigen Minuten ein recht schwerer, blumiger Duft, der intensiv und betont blumig ist - Früchte, Ingwer, rosa Pfeffer und was sonst noch als Beimischung beliebt ist, all das fehlt (nein, es fehlt nicht, es ist nur nicht da). Der Duft ist und bleibt auf eine schwere und komplexe Art blumig. Ich weiß nicht, wie Pflaumenblüte riecht; ich hätte auf eine Mischung kräftiger Blumennoten getippt - Flieder, Ylang-Ylang, Jasmin, vielleicht auch Tuberose; das ganze mit Aldehyden aufgebrezelt. Ein kleines bisschen nicht näher greifbare Fruchtigkeit und Süße sind auch vorhanden, aber äußerst sparsam dosiert. Vom blumig-fruchtig-süßen Einheitsbrei, den die meisten Mainstream-Düfte derzeit bieten, hebt sich das deutlich ab.

Fleur de Prunier duftet altmodisch, er erinnert mich in seiner schweren, aldehydigen Blumigkeit an die alten Guerlain-Blumendüfte Nahema und Chamade. Chamade ist in den 60er-Jahren erschienen, Nahema in den 70ern. Vielleicht geht die Blumig-Fruchtig-Süß-Ära ja zuende, und Fleur de Prunier ist nicht altmodisch, sondern innovativ.
1 Kommentar-Auszeichnung

Flower by Kenzo von Kenzo

Freitag, 23. Juli 2010 um 22:40 Uhr

Winterlich

Flower by Kenzo habe ich getestet in der Hoffnung, dass es sich um einen leichten, blumigen Sommerduft handelt. Wenn ich erst mal die Kommentare hier gelesen hätte, wäre ich nicht auf den Leichtigkeit und Sommer suggerierenden Flakon reingefallen. Naja, selber schuld.

Flower by Kenzo beginnt zwar fruchtig-leicht und nicht zu süß. Er entwickelt dann aber (nach so 10, 20 Minuten) für geraume Zeit eine sehr intensive, mir unangenehme Blumennote (das dürfte das Veilchen sein). Das Veilchen steht dann ziemlich lang im Mittelpunkt; von Rose oder sonstigen Blumennoten merke ich nichts. Zur Basis hin driftet der Duft in eine schwere, orientalisch-süße Blumigkeit mit viel Vanille und Patchouli ab.

Für mein Empfinden ist das eindeutig ein Winterduft, aber keiner den ich haben müsste.

Kommentare 1 - 10 von 140