Ausgezeichnete Kommentare der letzten 7 Tage

Yatagan vor 6 Tagen
34 Auszeichnungen
Emanzipation
Unkommentierte Duft No. 136

Ich lasse hier mal die Diskussion um die Reformulierung und den angeblich viel besseren ursprünglichen Duft außen vor, da ich das Original zwar vermutlich kenne (vor 15 Jahren getestet), aber weder eine Abfüllung in meiner Duftorgel noch eine Erinnerung in meinem Hirn gespeichert habe. Insofern beteilige ich mich ausdrücklich auch nicht an der Diskussion um die angebliche Schwäche der neuen Version, die bis hin zu Luca Turins erstem Guide Wellen schlug und der der Version von 2008 nur einen Stern gönnte. Ich will auch nicht mutmaßen, ob es Caron inzwischen gelungen ist, wieder an die alte Größe anzuknüpfen und den Duft wieder aufzupimpen. Immerhin gehört Caron zu den Häusern, die, ähnlich wie Guerlain, etwas sorgfältiger mit Reformulierungen umgehen, was angesichts der beschränkten Möglichkeiten nur heißen kann, nicht gleich aus der Hüfte zu schießen und stattdessen ein wenig Wartezeit verstreichen zu lassen, bevor man neue Formeln auf den Markt wirft.

Entgegen meiner Behauptung im Statement finde ich inzwischen auch nicht mehr, dass Tabac Blond (Parfum) in der Version von 2019 ein dominanter Lederduft (Damensattel) ist, sondern würde mich von der Assoziation leiten lassen wollen, die der Name nahe legt, nämlich durch die Idee von hellem Tabak. Zwar erinnert Tabac Blond auch stark an traditionelle Lederdüfte wie Knize Ten und Bel Ami (also nicht an diese unsäglichen Synthetik-Leder-Parfums der neuen Generation von Tom Ford & Co., die alle diese Velours-Leder-Note enthalten): süßlich, animalisch, mit Sandelholz, Ambra, Bibergeil und oder Zibet, würzigen Blütennoten etc. wie man sie früher verwendete, um den infernalisch animalischen Geruch von gegerbtem Leder zu überdecken. Tabac Blond gehört irgendwie immer noch in diese Kategorie, auch wenn mir da Knize Ten einfach lieber ist.

Noch stärker erinnert mich der Duft aber auch an aromatisierten Pfeifentabak, der einen Cognacton enthält und mit Vanille süß gewürzt wurde. Das ist nicht schlecht, aber auch nichts, was ich ständig tragen wollte. Dazu braucht es schon eine gewisse Stimmung. Ich vermute auch hier Sandelholz, Ambra, Vanille und eine animalische Komponente. Dazu etwas Florales, sicherlich Iris, aber auch Rose und Weißblüher. Die einzelnen Komponenten sind aber nicht zu trennen, sondern ergeben einen dunklen, cognacartigen, etwas rauchigen, warmen, süßlichen Gesamtton.

Die Idee dahinter passt ganz gut zum Jahr 1919, ein Jahr nach den Schrecken des Ersten Weltkrieges und wiederum ein Jahr vor Beginn der Roaring Twenties, in denen Frauen im Kontext von Emanzipation das Rauchen entdeckten, verstanden als Zeichen der Gleichberechtigung und dem erstarkenden Willen zu gesellschaftlicher Beteiligung. So gesehen hat der Duft auch heute noch was, weil er trotz mehr oder minder vielleicht weniger gut gelungener Reformulierung ein duftendes Symbol ist. Und wo gäbe es das sonst noch!

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Schoork vor 4 Tagen
33 Auszeichnungen
Hör mal wer da hämmert
Wie heißt die beste Heimwerkersendung der Welt?

-TOOL TIME-

Richtig! Binford Werkzeuge präsentiert Ihnen Tim Taylor den Heimwerkerkönig! Whohoooo!!!

"Danke Heidi und Willkommen bei Tool Time. Ich bin Tim Taylor der Heimwerkerkönig und neben mir steht mein Assistent Allo Flanello AL Borland."

Hallo! Unser heutiger Gruß geht an die.....Elektriker!

"Richtig AL. Ein Wahnsinn, dass die Crew vom Space Shuttle Columbia letzte Woche da war."
Und ob, besonders nachdem du versucht hast, auf der Endeavour Werkzeug zu klauen.
"Geklaut? Ich hab's mir ausgeliehen, falls ich mal mit meiner Familie auf den Gasgiganten will. Das ist der Jupiter, nicht deine Mutter."

Wir haben hier heute einen Trafo den wir an diese Eisenbahn anschließen werden um Ihnen zu demonstrieren wie eine elektrische Eisenbahn funktioniert.

"Ganz genau AL und damit die auch nicht so langweilig rumgondelt, habe ich den Trafo ein wenig verbessert."
Du hast den doch nicht etwa frisiert?
"Ach Quatsch, ich habe ihn lediglich mit dem Binford 6000 Spannungsfeldgenerator angeschlossen, damit er Mehr Power bekommt. Doppelte Ampere, doppelter Spaß! Hau Hau Hau Hau.Damit rocken wir jeden Bahnhof!"

Und das ist der Moment auf den wir alle gewartet haben.

"Richtig, Al wird seinen Flanellslip ablegen und mit seiner Mutter Sumoringen... Möge der beste Mann gewinnen. Hähähähä"

Das glaub ich nicht Tim.

"Sag mal AL, wonach riecht es hier eigentlich? Ist der Monat schon um, hast du geduscht?"

Nein Tim, ich trage heute ein passendes Parfum zur Sendung. Ein Duft den mir meine Mutter geschenkt hat und der sehr außergewöhnlich nach Vetiver duftet.

"AL, der männlichste Duft ist 15w40, wenn ich an meinem Hotrod in der Garage rumschraube, oder? Ein Mann braucht doch kein Parfum!"

Das glaube ich nicht,Tim. Ich finde es duftet sehr schön, es startet cremig mit einem Hauch von Vanille mit etwas würziger Myrrhe untermalt mit Vetiver, was dem ganzen einen leicht gourmandigen Hauch verleiht. Etwas Rauch und etwas Alkoholisches liegen in der Luft. Erinnert mich entfernt an Ombre Noire von Lalique. Vetiver wird dann deutlich stärker, ohne aber alleine da zustehen. Hält recht gut an mir, ohne anderen auf den Nerv zu gehen.

"Das sagst du! Toll AL, wie heißt denn dein toller Duft?"

Fat Electrician!

"Hähähähä und den hast du von deiner Mutter? Warum nicht, ihr rasiert euch ja auch zusammen! So AL, bevor du weiter blümerant wirst schalte ich jetzt mal den Trafo ein."

*FUMP*

"AL? Heidi? Wer hat das Licht ausgemacht? Hallo? Wo ist der Zug? Das war es für heute Leute, wir melden uns wieder sobald wir wieder Strom haben"

Zuhause am Gartenzaun...
"Wilson, sind sie nackt?"
Nein Tim, ich trage einen Skihelm.
"Gehen Sie Skifahren?"
Ja, ich weiß nicht, ob Sie es schon wissen, ich bin Biathlet.
"Hey, was sie hinter verschlossenen Türen machen, geht keinen was an."
Wilson: Naja, eigentlich machen wir es im Freien.
"Häää?"
Sie sehen betrübt aus mein lieber Tim.
"Müssen Männer Parfum tragen? Ich mein Riechen wir nicht von Natur aus gut?"
Mitnichten TIm, schon die alten Ägypter nutzten Duftstoffe als Inspiration, zur Balsamierung und Rituale. Ein Duft ist wie ein Kokon, aus dem jemand als Raupe schlüpft und sich wie ein Schmetterling fühlt. Im Winter wie im Sommer.
"Das heißt man kann seine Stimmung damit heben? Ich dachte immer, wenn ich nach Holz rieche, weil ich die Bohlen lackiere, würde das ausreichen. AL hatte ein Parfum drauf in der letzten Sendung, es roch gut, ein unsüßer Vetiverduft, der die Proben und die Sendung lang gehalten hat. Es hat ihm gut gestanden, war männlich, aber seine Mutter trägt das wohl auch. Es war warm und ein wenig krautig."

Parfum ist eine Komplexe Sache und ein Männer wie Frauen Ding.

"Danke Wilson. Mmmh, Sie braten wohl Spear-Rips?"
Nein, ich grille ein paar Birnen.
"60 oder 40 Watt?"

Nächste Sendung...
"AL bevor wir den Trafo verkabeln möchte ich dir sagen, dass du heute gut riechst."

Danke Tim.

"Ich weiß nicht, ob sie es wussten verehrte Zuschauer, aber schon die alten Ägypter wussten, wenn man eine Raupe nicht durch den Winter kriegt, ist der Schmetterling im Sommer hässlich! Daher kommen auch die ganzen Duftpyramiden."

Was?

"Dein Duft passt sehr gut zu dir, ich denke ich werde mir auch eins zulegen, was aber anders riechen wird. Irgendwas mit viel Holz, Benzin, oder so. Vielleicht das neue Binford 3000 Man Extreme. Ein Duft wie deiner, der sehr stark nach Kräuter und Vetiver riecht untermalt mit etwas leicht süßlichen Gesprenkelten ist schön, aber auf Dauer nix für mich. Der passt sehr gut auf Flanell AL."

Ok, wollen wir jetzt weitermachen und den Trafo anschließen?

"Genau, wir müssen uns zunächst erden und das richtige Kabel anschließen. Dazu ist es wichtig zu wissen, welches das Kabel für die Erdung ist."

Das weißt du sicher!

"Na klar, ich bin doch nicht doof. Das ist das....Gelbe! Weil die Sonne ist gelb und scheint auf die Erde. Ist doch klar! Hauhauhauhau"

*BRITZZZZZEL*

"Und jetzt tanzen wir alle...huh.,,,,,.einer raucht hier ziemlich stark!"

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Ttfortwo vor 7 Tagen
31 Auszeichnungen
Synthetische Magie
Ich bin ja nun ein bekennender ISO-Junkie. Ich habe die Lehmann-Variation „MOL intens“ , auf EdP-Stärke runterverdünntes reines ISO, und das sind meine olfaktorischen Rescue-Tropfen.

Wenn nichts geht, wenn ich absolut nicht weiß, wie ich duften soll, wenn ich unbedingt nicht duften, sondern nur gut riechen will (Besprechungen, Flugzeug), wenn ich mich immer noch nicht entscheiden kann, während einige Stockwerke tiefer die letzte U-Bahn einrollt, die mich noch rechtzeitig zu einem Termin bringen könnte, kurz gesagt, bei akuter Parfumpanik, da greife ich zu MOL – ein Sprüherl reicht und ich bin back on the track, der Duft fokussiert mich, er norded mich ein, alles wird gut.

ISO ist ein Molekül, das erst gar nicht so tut, als würde es nach etwas bestimmten duften. Es ist ein Duft ohne Vorbild in der Natur und es hat überaus wunderliche Eigenschaften. Es ist für manche offenbar nur schwer riechbar, vermag – in starker Verdünnung – Düfte schwebender und transparenter machen, verändert sich während des Tragens nicht, hat – zumindest auf Papier und Kleidung – eine überragende Haltbarkeit. Vordergründig duftet es leicht mineralisch und nach warmen trockenen Holz und hellem Weihrauch, aber das ist es nicht, sondern: Da ist etwas Unerhörtes, Unerwartetes, vollig Neuartiges dabei: ISO versilbert die Luft , vibriert zart vor sich hin, klingelt wie silberne Glöckchen, duftender Feenstaub, kurz gesagt: Synthetische Magie.

Und nun stolpere ich über die Perlen…

80 % ISO sei in den Perlen enthalten, mindestens!, jubelt jemand weiter unten, daß sich der Duft nicht festlegen könne, schreiben viele, dieses Ungewisse, Vage, Unfassbare, unverbindlich Schwebende, mithin also ISO-Typische wird vielfach besungen oder auch beweint und einer meiner Lieblingskommentatoren hymnet geradezu.

Ich MUSSTE den Duft testen…

… was sich zunächst als unerwartet schwierig herausgestellt hat, denn: Düfte von Lalique sucht man bei den üblichen Quellen vergebens. Douglas, Müller, die üblichen Kaufhausparfumerieabteilungen, niemand führt Lalique.

Leider fehlt mir hin und wieder die mentale Stärke für einen Streifzug durch die inzwischen ziemlich nischenorientierten Tempelsäulen des Hauses Oberpollinger, wo sich Frau (in dem Fall ich, deutlich älter und nennen wir es mal: Unglücklich proportioniert) einer Übermacht von hochperfektionierten Influenzer-Kloninnen (phänomenale Lippen, 2-Meter-Wimpern, perfektes MakeUp, Phänotyp Südeuropa/Kleinasien, jeder Finger so lang wie mein Unterarm – wo haben diese Mädchen nur diese Gliedmaßen her???) ausgesetzt sieht.

Aber vorletztes Wochenende war ich gut drauf und ausreichend gewappnet und suchte und fand den Lalique-Counter, wo ich mir eine ausreichende Menge „les Perles“ auf einen Papierstreifen und später auf den Arm sprühen konnte und jede meiner ISO-süchtigen Zellen schrie auf: „DAS! WILL! ICH! HABEN!!! JETZT!!!“.

Die zartholzige ISO-Note mit ihrem spezifischen Flirren ist sofort da – es ist und bleibt der sich zu keiner Zeit verändernde Generalton, dem sich alle anderen Duftfarben angleichen und einordnen. Der Pfeffer, normalerweise leicht zänkisch und widerborstig, macht sehr artig einen Diener und gibt gleich die Bühne frei für eine eher kühle dezente Rose. Diese fluffige duftige Rose und das transparente ISO sind ein schwerelos schwebendes Traumpaar, wie füreinander geschaffen. Eine Weile tanzen sie umeinander, mal rieche ich Rose, mal nur ISO, typisch auch für den weiteren Verlauf: Immer wieder rieche ich das eine nicht, das andere schon, längst verschwunden geglaubtes taucht wieder auf, das ist spannend und auch nicht jeden Tag gleich. Schien mir gestern der Patchouly, trocken und mit ausgeprägtem Indienladencharakter, die Herznote deutlich zu dominieren, so rieche ich heute wenig davon, dafür umso mehr von der trockenwarmen und zartsüßen Basisnote des Cashmerans, auch so ein synthetischer Zauberer.

Wissend, wie stark die Außenwirkung von ISO auch dann immer dann noch ist, wenn man selbst meint, es seit Stunden nicht mehr wahrgenommen zu haben, widerstehe ich der Versuchung, den Duft allzu häufig nachzusprühen.

Das ist auch gut so: Obwohl ich „les Perles“ gestern früh benutzt und dann im Laufe des Tages nicht nachgesprüht hatte und obwohl ich am Nachmittag geschworen hätte, schon seit einiger Zeit komplett unbeduftet zu sein, begrüßte mich mein Mann am Abend nicht etwa mit irgendwelchen liebenden Worten, sondern mit „Oh, ISO!“.

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Can777 vor 38 Stunden
24 Auszeichnungen
Formidable
Ich vermisse Ihn schmerzlich! Und es wird wohl auch immer so bleiben. Noch nie zuvor war ich so tieftraurig über den Verlust eines Menschen den ich nie persönlich sehen und kennenlernen durfte. Ich hatte einst die Gunst einige sehr bedeutende Designer persönlich kennenzulernen. Claude Montana,Vivienne Westwood und selbst Jean Paul Gaultier gehörten dazu. Aber leider nie Karl. Er ist für immer fortgegangen. Und es kommt mir so vor als hat er einen winzigen Teil von mir mitgenommen. Er war von frühester Jugend an an meiner Seite. Hat mich begleitet. Mich inspiriert auf meinen Weg des Schaffens. Seine Kreativität war grenzenlos und unerschöpflich. Er war wie ein alter Freund für mich. Ich habe ihn so gerne zugehört. Rasiermesserscharf war der Verstand und seine Zunge. Ein unglaubliches Ausmaß an Disziplin und Kreativität machten ihn aus. Attribute die ich an ihn sehr schätze. Karl und ich waren uns da sehr ähnlich! Er war wie ein Mentor und ein Vorbild für mich. Mein Leben lang! Etwas wundervolles zu erschaffen verband uns beide wie ein Band. Kreativität und Ästhetik kann man nicht erlernen. Man wird damit geboren. Karl wurde damit gesegnet so wie ich selbst auch. Von Künstler zu Künstler verneige ich mich tief vor seiner Kunst und seiner Gabe diese Welt eine Zeit lang etwas schöner,eleganter und schillernder gemacht zu haben. Eines seiner beeindruckendsten Werke in der Geschichte des Parfums ist wohl KL. Ein Parfum was wohl den grenzenlosen und unermesslichen Schaffensgeist eines Karl Lagerfeld mit am besten unterstreicht!

KL
KL eröffnet mit Tönen aus Aldehyden und einer sanften Note aus getrochneten Orangen. Leise schwingen schon sanfte Akkorde von Gewürzen mit. Eine sanft,würzige Frische die sich aber alsbald verändert. Blumige Noten folgen die wiederum mit immer kräftiger werdenden Gewürzen untermalt werden. Zimt und Gewürznelken sind maßgebliche Akteure dabei. KL hat unglaublich weiche und fließende Übergänge während seines ganzen Verlaufs. Einzelne Noten sind im einzelnen sehr schwer erkennbar. Teilweise kommt es einen vor als mache das Parfum was es wolle. Die einzelnen Noten kommen und gehen wie sie wollen. Was aber maßgeblich KL ausmacht ist seine unvergessliche und traumhafte Basis. Der tiefste Orient umschließt die Trägerin wie ein Kokon aus unendlicher Wärme und Tiefe. Sanfte Töne von weicher Benzoe und Amber erscheinen. Ein wachsig-cremiger Styrax durchfließt KL wie ein warmer Fluss der Gefühle. Leise Akkorde von Weihrauch und rauchiger Vanille versprühen ihre Magie. Ein Hauch animalisches Zibet entzündet den Funken des Lebens und der Leidenschaft der diesen Duft unvergesslich werden ließ. Eine Ikone wurde geboren!

Fazit
Mit KL hat Karl Lagerfeld und Roger Pellégrino der Welt der Schönheit ein Geschenk gemacht. Und die Welt ist eine Frau! Dieses Parfum wird unvergesslich bleiben. Bei Frauen und auch Männern weltweit. Es ist ein schmerzlicher Verlust,dass es KL nicht mehr gibt. So wie auch Karl selbst. Dieses Parfum war und ist eines der größten Geschenke die Karl Lagerfeld dem Universum der Düfte gemacht hatte. Eine Huldigung an die Weiblichkeit,die Eleganz und die Schönheit. Wer immer diesen Duft noch sein eigen nennen kann sollte sich sehr glücklich schätzen. KL ist zwar immer noch auf der Welt irgendwo zu bekommen,aber der Preis steigt ständig und unaufhörlich für einen halben oder auch vollen Flakon. Und er wir nach dem Ableben von Karl Lagerfeld noch weiter steigen. In einigen Jahren wird er unbezahlbar sein. Aber das ist er jetzt schon für viele in einem ganz anderen Sinne!

Du warst es. Du bist es. Und Du wirst es immer für mich bleiben Karl!

Formidable!

https://m.youtube.com/watch?v=hfOkfmPABJw

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FvSpee vor 3 Tagen
19 Auszeichnungen
It leaves you unsatisfied
Die Namen der "Le Labo"-Düfte sind alle gleich aufgebaut, zunächst die namensgebende Hauptzutat (hier also Orangenblüte), und danach eine Zahl, die angbibt, wieviele Duftnoten sonst noch für die Komposition verwendet wurden. Bei der Offenlegung dieser anderen 27 zeigt die Firma sich leider nicht sehr mitteilungsfreudig, und auch ich bin leider nicht in der Lage, hier analytisch vorzupreschen.

Was auf jeden Fall gesagt werden kann, ist dass die angegebenen zitrischen Noten Petitgrain, Zitrone und Bergamotte 100% plausibel sind. Denn Fleur d'Oranger 27 startet zwar mit einer bereits in der Kopfnote spürbaren schönen Orangenblüte (die ja stets dazu tendiert, etwas weich und fluffig zu sein), das wird aber kräftig (und doch leicht und harmonisch) flankiert von breit angelegter, frischer und ausgreifender und ein bisschen herber Zitrik. Das Resultat ist ein heller, bis zu einem gewissen Grad sogar strahlender, zwar feiner und fragiler aber doch auch fast schon colognig-harter Sommerfrischeduft; nach Yin-Yang-Maßstäben eher männlich; insoweit für einen Weißblüherduft durchaus untypisch.

Ich mag den Duft in dieser Phase sehr (und das Näschen an meiner Seite mag ihn auch); er ist eine weitere Bestätigung für meine vorläufige Einschätzung, dass Le Labo sich durch sehr wertige, präzise, sorgfältige Kompositionen auszeichnet, die eine gewisse Originalität und Modernität mit Tragbarkeit und Klassizität verbinden, was ich an Düften und Dufthäusern generell sehr schätze.

Trotz der ziemlich hohen Dosierung (zu der ich mich angesichts des sehr hohen Preises durchaus zwingen musste), ist allerdings, ähnlich wie bei "Bergamote 22" aus demselben Hause dann ziemlich schnell Schluss mit lustig. Die Spätphase, die dann, wie gemunkelt wird, weicher und wärmer sein soll und bei der man dann vielleicht schön raten kann, welche 22 anderen Noten außer Moschus da noch drin sind, findet bei mir nur noch virtuell statt, da der Duft vorher von meiner Haut aufgesaugt wird wie der erste Regen vom Boden der Kalahari. Ich kann zwar tapfer nachsprühen, das führt aber eben immer nur zu einer Erneuerung der Kopfnote.

Für Menschen mit sehr feinem Geruchssinn und der Bereitschaft, ihre Nase beständig an den Träger zu pressen (womit dieser möglichst auch einverstanden sein sollte) möglicherweise eine nie dagewesene Duft-Offenbarung, für mich leider nur eine Ouvertüre, und trotz Oscar Wildes "a cigarette is a perfect pleasure, it leaves you unsatisfied", kein vollkommenes Vergnügen.

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Helena1411 vor 45 Stunden
18 Auszeichnungen
Ein Gartenherz für den Ostwestfalen
Sommerlicher Morgen in Italien, ein überbordendes Erwachen der Natur, die Vögel zwitschern in den Zypressen, überall grünt, blüht und duftet es ganz herrlich, die Sonne steigt langsam höher und gewinnt an wärmender Kraft.

„Mutta, was is‘ das denn hier?! Da hängen ja überall so olle Zitronen und so anne Bäume?!“
„Mensch Vattern, das is‘n typpischer italiennischer Zitrusgarten, steht hier im Reiseführer drinne!“
„Was soll‘n das sein, ein italiennischer Zitronengarten?!“
„Ja, schauma, hier steht's! Mit Zitronen und Bergamotte ...“
„Was‘n das für‘n Zeug, Bergklamotte? Kennich nich‘!“
„Aber was das riecht!!! Herrlich, oder, Vatter, sach doch ma?!“
„Hier riecht es zum Falten aus‘m Gesicht glattziehen! Ich will sonnigen Urlaub, nicht sauren!“
„So‘n Humpes! Das riecht frisch, nich‘ sauer, Du Dussel! Wie‘n italiennischer Zitrusgarten riechen muss!“
„Woher willste das denn nu‘ wieder wissen, Muttern?! Kommste etwa hier wech? Nich‘, dass ich wüsste!“
„Ach Hebbert, nu‘ sei mal‘n bissken romantischer, is‘ doch schön hier!“
„Ich bin Ostwestfale, das reicht, romantisch muss ich nich‘ auch noch!“
„Nu‘ komm, schnupper mal, so richtig was frisch und herb und zitronig! Das is‘ doch lecker!“
„Ach, Du mit Deinem lecker! So‘n Pilsken, das wär‘ mal was lecker und nicht die ollen Botox-Kugeln!“
„Hä? Botox?“
„Na, Falten-Wech-Sauerteile!“
„Ach Hebbert ...! Nu‘ komm‘, lass mal weitergehen, schau, da is‘n Rosenhain!“
„Rosen-Hein?! Neenee, der Hein trinkt auch immer lieber n Pilsken, glaubma!“
„Du kannst einem aber auch alles verderben! Der Rosengarten! Da! Siehste nich‘ ?!“
„Och nee, jetzt auch das olle Gestrüpp! Mit die Dornen! Kann ich schon zu Haus‘ bei der Gartenarbeit nich‘ ausstehen! Immer diese Piekserei! Blödes Kruppzeuch!“
„Heeeebbeeert, jetzt hömma auf! Die Rosen sind sowas schön! Eine größer als wie die andere! Und die duften ...!“
„Hier muffkerts ja noch mehr, wie Ommas Rosenseife, die inner Trecke!“
„Jahaa, richtig nach Rose. Toll, nech? Und auch immer noch nach die Zitronen und so!“
„Zitronen, Rosen... Mann Mann Mann, was gäb‘ ich für‘n lecker Pilsken!“
„Jetzt lass doch ma mit Deinem Pilsken! Genieß lieber die Landschaft!“
„Genießen? Bei 35 Grad im Schatten? Mir kocht schon das Kaffeewasser im Hintern! Was interessiert mich das Grünzeuch! Und sieh ma, Muttern, die ham hier auch mit so‘n Mooskram zutun! Wie bei uns auffe Terrasse dem seine Waschbetonplatten!“
„Nee, ich glaub‘, das muss so...?!“
„Wie jetzt?! Das sieht doch schäbbich aus!“
„Neenee, hier steht‘s auf‘m Schild: Erkunden Sie unseren Garten mit allen Sinnen und Wandeln Sie barfuß über unsere Mooswege, erfahren Sie die Weichheit...“
„Was‘n das für‘n bekloppten Schwachsinn! Das zieht einem ja den Pölter aus!“
„Ach Hebbert, mit Dir kann man sich aber auch nix im Urlaub angucken!“
„Na also, dann können wir ja jetzt schau‘n, wo‘s hier n lecker Pilsken gibt!“

Und der Sommerwind weht den leicht herben zitrischen Hauch in den Rosenhain, indem die Blüten sich in der Sonne Italiens zu voller Pracht entfalten und um die Wette duften. Hier und da ist ein einzelnes Birnenbäumchen zu finden, mit saftigen leckeren Früchten. Und während das Moos leise seinen samtig-grünen Duft versprüht, ganz leicht, wohl ganz nach italienischer Art, scheint eine Ahnung von Amber und Moschus sowie Iris im Hintergrund mit allem zu einem Gesamtduftwerk zu verschmelzen...

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Stanze vor 18 Stunden
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Vielleicht doch lieber einen Feuerlöscher kaufen?
Dieser Duft wurde zur Erinnerung an die Liebe zwischen Dana El Masris Großeltern gemacht und da sollte ich keine doofen Witze machen. Bei der Hochzeit wollte die Braut das Lied "Liebe ist Feuer" hören. Die Liebe muss dann auch gut gebrannt haben, denn das Parfum riecht, als sei der Ballsaal abgebrannt. "Liebe ist Feuer" klingt so poetisch. Aber dann ist alles voller Rauch und das gute Essen wird zu Kohle. Ich kann mir mindestens einen Parfumo vorstellen, der diesen Duft mögen könnte. Ich mag Nar aber ganz und gar nicht. Es roch zu Beginn so schlimm, ich musste immer unkontrollierbar lachen, wenn ich an meinem Handgelenk geschnüffelt hab. Inzwischen rieche ich aber nur noch geräuchert und gut abgehangen und hab keinen Lachzwang mehr.

Auf der Arbeit geht das nicht, wenn man Feuerwehrmann ist. Ständiger Alarm. Aber Feuerwehrmänner können es nach der Arbeit tragen, wenn sie demonstrieren wollen, wieviel sie gelöscht haben. Es passt zu einem Grillabend, auch wenn man dann vielleicht paranoid wird, weil es riecht, als sei schon alles verbrannt. Lieber nicht in der Sommerhitze im Wald tragen, falls es einen Waldbrand gibt, wird einen jeder für schuldig halten. Aber sonst, wenn man mal lachen möchte, kann man es tragen. Deswegen geht es aber nicht auf der Arbeit, wenn man Bestatter ist.

Man kann das Parfum von Jazmin Saraϊ nur noch in Kanada und den USA bekommen.

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Helena1411 vor 4 Tagen
17 Auszeichnungen
Eine Trecke voller Erinnerungen
Es ist ein Erinnerungsduft, ich rieche die ersten Duft-Akkorde und bin wieder ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen sowie einer etwas unschönen Zahnlücke, die gebeten wurde, aus Großmutters Schlafzimmer-Trecke (eine Bezeichnung, die heutzutage kaum noch geläufig sein dürfte, bei uns zu Hause aber immer noch zum Alltagsvokabular zählt) ein Stofftaschentuch zu holen.
Der Kampf der kleinen Kinderhände mit der sperrigen Schublade, der errungene Sieg beim mühsamen Herausziehen und der erste Duft, der dieser Lade, angefüllt mit feinsten, weißen, gestärkten und gebügelten Stofftaschentüchern, entweicht...

Das sind die Assoziationen, die „Chants d‘Arômes“ bei mir zugleich hervorruft.
Ein leicht seifig-zitrischer Geruch, der sich mit dem Entfalten des altmodisch mit einem Monogramm bestickten Taschentuchs entfaltet in ein Duftmeer weißer Blüten, was aber in meiner Kinder- und damit in der Erinnerung verharrenden Erwachsenennase nach seifiger Reinheit duftete.

Denn zwischen den sorgfältig gefalteten und einsortierten Tüchern lagen Seifenstücke, noch in knisterndes Papier gewickelt, z.T. mit fremdländischen Aufschriften, die mein Kinderauge nicht zuordnen konnte und die dadurch umso geheimnisvoller erschienen. Manchmal waren die Seifen zuerst in schlicht-weißes, leicht transparentes Papier umwickelt und erst darum kam das Umverpackungspapier. Wie aufregend, wenn eine neue Seife ausgepackt werden durfte!
Und diese kleinen Kostbarkeiten verströmten ihren Duft in Großmutters Trecke, gaben den Stofftüchern diesen ganz besonderen Geruch nach Sauberkeit, seifiger Frische, ein wenig altmodischer Herbheit und großmütterlicher Fürsorge.

Es ist genau dieser Duft, den ich in Chant d‘Arômes wiedererkenne. Klassisch, elegant, warm und vor allem großmütterlich-liebevoll.
Was keineswegs bedeuten soll, dass es ausschließlich ein Duft für ältere Damen sei, vielmehr ist der Duft zeitlos, über jedem Alter und jede Generation erhaben, ein Klassiker, der niemals an Zauber verliert.
Natürlich, wer den Geruch von Eichenmoos und Holz (hier sind es helle, leichte, fast schon balsamische Hölzer) als unangenehm empfindet oder zumindest nicht duft-affin mit diesen Ingredienzen ist, mag auch nicht sonderlich glücklich mit „Chant d‘Arômes“ werden.
Aber dennoch bleibt es ein zarter, sanfter Chypre-Duft, der seinen Platz in dem Parfum-Olymp bereits verdient ergattert hat.

Und für mich speziell ist er der Duft, der mich meiner Großmutter ganz nah fühlen lässt, wie eine ihrer liebevollen Umarmungen.
Und wie ihre bestickten, gestärkten, gebügelten und nach Seife duftenden Taschentücher aus der Trecke im Schlafzimmer.

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Santalwalti vor 6 Tagen
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Die Magie des Waldes bei Vollmond...
Ich liebe Waldspaziergänge und am liebsten gehe ich alleine los, denn ich bevorzuge Wanderungen in absoluter Stille, mag dann mit niemandem reden. Nur so kann ich ungeteilt dem Wald zuhören und wahrnehmen, was er mir zu erzählen hat. Das Schöne ist, dass es jedes Mal anders ist, immer wieder sind da neue Klänge, andere Geräusche und völlig veränderte Stimmungen, die mich erreichen und bewegen. Im Sommer, wenn es lange hell ist, mag ich es besonders gern, bis in die Dämmerung hinein im Wald zu sein, auch mal neue Wege auszuprobieren oder von ihnen abzuweichen. Am allerliebsten würde ich sogar des Nachts darin spazieren, doch das traue ich mich nicht.

***
Heute erhielt ich eine Probe von ECLIX - mein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Minea. Es ist nicht mein erster Terenziduft und es ist auch nicht das erste Mal, dass ich ECLIX probiere. Ich sah es an meiner Bewertung vor einem Jahr hier auf Parfumo. Da war es eine 9 und heute hab ich noch einen halben Punkt dazu gegeben.

ECLIX bringt mir die von mir so sehr geliebte Waldstimmung nahe und zwar die Waldstimmung zwischen Dämmerstunde und hereinbrechender Nacht. Der Wald mit seiner besonderen Akustik und seinen speziellen Gerüchen wird für mich mit diesem Parfum sehr lebendig. Ich lausche seinen Vogelstimmen, dem raschelnden Laub, murmelnden Bachläufen und dem plötzlich knackenden Gehölz. Ich rieche die Feuchte, herbes Laub, würziges Holz, sich öffnende Erdkrumen, balsamische Kräuter, Blumen, die sich schlafend stellen....

Ein richtiger Wald hat auf ganz natürliche Weise etwas Magisches an sich, ist auf natürliche Weise übernatürlich schön. Klingt widersprüchlich und doch empfinde ich es so. Und genauso scheinbar widersprüchlich ist ECLIX. So spüre ich nach dem ersten Aufsprühen eine gewisse Verwirrung und frage mich: Wo geht es denn hin? Das weckt mein Interesse und ist irgendwie spannend. In diesem Duft melden sich gleichzeitig zitrisch-kühle, erfrischend-leichte Noten und pudrig-warme, papierne Noten sowie eine gourmandige Süße und fein ambriertes, helles Holz zu Wort. Das ist verwirrend und doch zugleich wunderschön und harmonisch und alles zusammen genommen ergibt es eine Einheit. Wenn ich im Bild vom Wald bei Nacht bleibe, würde ich sagen: alle diese Noten, alle diese verschiedenen Stimmungen, Klänge, Geräusche und Gerüche werden vereint durch das eine große Licht, das sie bescheint. Denn es ist eine Vollmondnacht und derselbe, volle runde Mond mit seinem Silberlicht bringt alles zum Leuchten und vereint die sehr unterschiedlichen Duftnoten zu einem einzigen, wohlklingenden Akkordspiel. Es entsteht im Laufe des Stückes (oder vielmehr des Duftverlaufs) eine sehr fein abgestimmte Melodie, deren Akkorde gleichzeitig und vielstimmig ertönen und doch perfekt aufeinander aufbauen und einer wohl bedachten Stimmführung folgen.

Zuerst perlt da etwas Zitrisches und meine Nase beginnt zu kribbeln von diesen kleinen Perlen, die immer stärker sprudeln und etwas Quirliges haben. Sie riechen intensiv nach Sommer, genauer gesagt nach Früchten des Spätsommers... Mandarine, Zitrone und Mandeln (Mandeln zählen zu den Steinfrüchten). Diese vollreifen Früchte öffnen ihre Schale und duften umso intensiver. Dann ziehen starke Aromen von pudrigem Veilchen und eleganter Iris an meiner Nase vorüber und gebannt folge ich ihrer Spur. Am Wegesrand liegt etwas Süßes und für süße Überraschungen bin ich immer zu haben... Als ließe ich mir Konfekt von Mandelpraliné und Vanillacreme auf der Zunge zergehen, so schmeckt es meinem Gaumen und bezogen auf ECLIX: ich kann an dieser Stelle wirklich von Geschmack und nicht mehr von Geruch reden. Richtig lecker!

Das Mondlicht hat von jeher eine magische Wirkung und es wandelt meine Umgebung in einen Zauberwald. Die Baumstämme glänzen silbern und haben ein seltenes Leuchten, denn sie reflektieren den hellen Mond, der mit mir wandert, über die Baumstämme hinweg huscht und Lichtstreifen auf ihnen hinterlässt. Und so spiegeln die Bäume von ihrem ureigenen, warm duftenden Holz etwas wider, geben es her und die Melodie aus perlender Frische, eleganter Pudrigkeit und gourmandiger Süße bekommt nun noch eine starke, haltbare Basis aus dem lebendigen Holz des Waldes und herbwürziger Iriswurzel.

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Die nächtliche Waldstimmung bei Vollmond ist das belebende und das vereinigende Element in diesem Duft, der für Frauen und Männer gemacht ist und in seiner Üppigkeit 6 bis 8 Stunden hält. Danach geht es nochmals 4 bis 5 Stunden weiter mit einer von dunkler Süße dominierten balsamisch-würzigen Holzigkeit. Dieses ambrierte Holz hat eine außergewöhnliche Tiefe, eine verführerische Macht und birgt in sich eine gewisse Dunkelheit. Doch hat es glücklicherweise dieses überirdische Luna-Leuchten, das es auch braucht, denn sonst würde man ECLIX vielleicht als düster und schwer empfinden. Der durch seine tiefschwarze Farbe undurchdringliche Flakon ist ebenfalls ein Schwergewicht! Greift man nach dem goldfarbenen Deckel um den Flakon aus seiner Verpackung zu nehmen, muss man achtgeben, dass das schwere Glas mit seinem kostbaren Inhalt nicht zu Boden fällt.
ECLIX ergänzt die von Terenzi kreierte Luna-Kollektion um einen weiteren bedeutsamen Schatz.

Danke nochmals an dich, liebe Minea, denn du hast mir ganz überraschend angeboten, mir Proben zu senden. Das war eine super Idee!

16 Antworten

Stanze vor 3 Tagen
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Indiana Goutal auf der Suche nach dem Amberfetisch
Indiana Goutal zog sich den Hut tiefer ins Gesicht und betrat einen kleinen Laden im Souk eines marokkanischen Kaffs. Im Laden war die Luft weihrauchgeschwängert, der Verkäufer wieselte herbei und bat Indiana, doch Platz zu nehmen, damit er ihr die erlesensten Spezereien und Kunsthandwerkstücke zeigen konnte. Die Worte drangen sehr langsam, kratzig und laut unter seinem monumentalen grauen Schnurrbart hervor. Indiana wunderte sich, dass der Mann jemals etwas verkaufte. Sie setzte sich in einen großen alten Ledersessel. Die Weihrauchschwaden wurden dicker, da der Verkäufer (nennen wir ihn Horst Schlemmer) Weihrauch auf ein kleines Kohlebecken warf. "Diesen Weihrauch habe ich aus der Wüste Thar, aus der goldenen Stadt Jaisalmer. Unweit dieser Stadt gibt es zerklüftete Berge und in diesen Bergen gibt es einen Tempel. In diesem Tempel verehren Mitglieder einer seltsamen Sekte einen Fetisch aus Amber (Bernstein). Die Sektenmitglieder stellen kleine Miniaturfetische her und diesen Weihrauch. Sie verkaufen das alles in Jaisalmer und wir bekommen das dann hier mit der Karawane geliefert." Horst zeigte Indiana nun einige der kleinen Amberfetische. Kleine Schmuckstücke in Tierform mit Augen aus Gold, Diamanten oder Smaragden. Indiana begann sich für das Thema zu erwärmen. Sie war an dem großen Amberfetisch interessiert. Dieser Fund würde ihr endlich Ruhm und Anerkennung bringen. Sie kaufte Horst Weihrauch ab, um sich an den Geruch zu gewöhnen, außerdem einen der kleinen Fetische sowie eine Schatzkarte und los ging die Reise nach Rajasthan in Indien.

Indiana Goutal buchte einen Platz in der nächsten Karawane. - Ich spul die Geschichte mal ein bisschen vor: Bösewichter hörten mit und folgten ihr, aber Indiana Goutal haute sie alle um, umging zahlreiche Fallen, verzichtete auf eine Heirat mit einem jugendlichen Prinzen und kam als erste am Tempel an. - Der marmorne Tempel war über und verziert mit Gestalten aus der amberiotischen Mythologie. Indiana folgte den Weihrauchschwaden und fand so den inneren Raum. Das Geruchstraining hatte sich gelohnt. Hinter dem Altar stand eine riesige Statue aus Amber. Sie war verziert mit Diamanten, Gold und Smaragden. Horst Schlemmer hatte nicht gelogen. In dem Innenraum saßen aber auch einige amberiotische Nonnen. Sie sprangen kreischend auf, als Indiana den Raum betrat. Erst wollten sie sich auf sie stürzen und zückten schon gefährlich aussehende Dolche, aber dann stutzten sie, tuschelten, starrten das Götzenbild an und dann Indiana. Da war eine verblüffende Ähnlichkeit. Indiana hatte auf der Reise genug Zeit gehabt Hindi zu lernen und fragte die Nonnen, weshalb sie so komisch glotzten. Die Nonnen erklärten Indiana, sie müsse die prophezeite Parfümeurin sein, die dafür sorgen würde, dass ihr Weihrauch und ihr Amber in der ganzen Welt bekannt würde. Indiana fackelte nicht lange sondern nahm den Posten an und wenn sie nicht gestorben sind, beziehungsweise sogar dann, produzieren sie noch heute Ambre Fétiche.

Der Duft ist von Weihrauch dominiert aber auch sehr harzig ambriert. Die Projektion ist zu Begin sehr stark. Der ganze Raum hat etwas davon. Daher eignet sich Ambre Fétiche auf der Arbeit höchstens für Priester und Priesterinnen. Mir und familiärem Tester M gefällt Ambre Fétiche sehr gut und ich bin sofort Ambriotin geworden.

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