Ausgezeichnete Kommentare der letzten 7 Tage

Can777 vor 4 Tagen
34 Auszeichnungen
Der Stalker
Jede Woche kommst Du in dieses alte,edle und zu feine Restaurant. Immer zur selben Zeit.
Alleine. Denkst Du,das stimmt nicht ganz! Ich kann Dich sehen,ich weiß alles über Dich
Schon lange beobachte ich Dich,und Du hast es noch nicht mal gemerkt. Oder doch?
Wie gut Du wieder aussiehst. Das schwarze Kleid mit den ledernen Handschuhen,zu freizügig.
Du kommst nur immer für ein ein Glas edlen Rotwein und für deinen heiß-geliebten Nachtisch.
Flambierte Brombeeren,waren es doch,oder? Einen Bissen,einen Schluck in der Reihenfolge.
Und immer diese Schreiberei am Tisch mit deinem schönen Füller,den Du mal von deinem Vater bekamst. Ich konnte die Gravur lesen als ich Dich mal besuchte bei Dir zuhause. Du solltest vorsichtiger sein.Man kann deine Tür leicht öffnen. Du warst leider nicht da. Aber immer noch die Briefe die nach Tinte gerochen haben. Und die Du immer noch diesem Mann schreibst. Ich habe sie alle gelesen,alle! Du schickst sie nie ab,das ist auch besser so,er hat Dich nicht verdient. Aber ich,und ich werde Dich bekommen. Sicherlich!

Als ich allein auf deinem Bett lag und all die Briefe um mich herum lagen,die schon würzig und holzig nach altem Papier rochen habe ich mir die Kerzen angezündet die auf deinen Nachttisch stehen.Sie hüllten dein Zimmer in ein wachsig-weiches Licht. Oh,Gott! Wie schön dein Laken roch.
Ich musste meine Maske sogar abnehmen. Du solltest sie nicht sehen,sie würde Dir nur Angst machen. Das schwarze Ding. Dieser Geruch auf deinem Kissen. So kannst nur Du riechen.
Nach Puder und würzig-herber Haut. Ach,deine wunderschönen und zarte Haut. Ich werde sie bald berühren,sehr bald! In wenigen Minuten wirst Du das Restaurant verlassen. Und Du wirst wieder weinen,so wie immer. Es hat was animalisches deine Traurigkeit,aber Du bist nicht alleine mein schöner Schatz.
Ich bin immer bei Dir,vergiss das nie meine Liebe. Ich würde Dich überall finden. Dein Geruch wird Dich immer verraten,der Geruch deiner Haut.

Fazit
Mortal Skin ist ein Film,ein düster-erotischer Film über Fantasie und Wirklichkeit.
Ein schwer zu ergründender Duft aus Drama und Erotik. Geheimnisvoll und obskur.
Ein Schatten der einen folgt und der nie ganz da,aber auch nie ganz weg ist.
Rauchig,sinnlich und mysteriös anziehend.
Haltbarkeit: 8.bis10.Stunden.
Sillage: Schleichend würde es am besten treffen.
Geschlecht: Unisex. Opfer oder Täter,das ist hier mal wieder die Frage.

Ein Duft der selbst mich etwas beunruhigt.

22 Antworten

Angelliese vor 4 Tagen
33 Auszeichnungen
Vom Gestern zum Heute.
1959. Das ist Wirtschaftswunderland, das sind die fetten Jahre, das ist Clemens Wilmenrod, der VW Käfer und Heinrich Lübke. Günter Grass veröffentlicht „Die Blechtrommel“ und Freddy singt „Unter fremden Sternen“ während andere den „Kriminaltango“ bevorzugen oder zu Ted Herolds „Hula Rock“ tanzen. Heimatfilm und Nierentisch. Da sind spießiger Muff aber auch progressive Ansätze. Wer kann macht Urlaub im Ausland und den Sonntagsbraten gibt es jetzt auch schon mal am Mittwoch. Die Geschlechterrollen sind fest verankert und Mann frönte zumeist noch der Nassrasur .... bei der ich dem besten Ehemann von allen auch heute gern zusehe.

„Tabac Original“ hat sich da als erfrischend, harmonisierende Hautbeduftung nach der Rasur generationenübergreifend bewährt.

Dieser Duft hat mich begleitet seit ich denken kann. Mein Großvater, ich seh´ ihn noch an der Waschschüssel stehen und die heruntergelassenen Hosenträger baumelten links und rechts von der Manchesterhose, schüttete sich nach der Messerrasur einen gehaltvollen Schwall in die Hände und klatschte sich dann den Duft ins Gesicht. Jedes Mal kam dann hinterher ein: Ahhhh, nu geiht all wedder - Ahhhh, jetzt geht es wieder.

Auch mein Vater hatte Tabac in seinem Fundus und beruhigduftete die Haut nach dem Entstoppeln sehr gern damit. Zu gern erinnere ich mich daran, wenn wir dann alle zusammen im Wohnzimmer saßen uns erzählten, lasen oder Musik hörten und der Duft hing in der Luft.

Und heute ist es auch nicht anders. Naja, ein bisschen schon. Nicht immer nimmt mein Mann einen seiner antiken Nassrasierer und zelebriert die Gesichtshaarentfernung. Wobei der Bart dabei ganz elegant ausgespart wird. Oftmals, wenn es denn schneller gehen muss oder soll, kommt der Elektrohobel zum Einsatz.

Aber wenn, dann wird die Rasierseife im Schälchen angeschäumt, der Schaum aufgetragen und es geht los. Hinterher dann meistens Tabac. Klatsch, klatsch, landet das After Shave im Gesicht.

Und dann kommt dieser aldehydunterlege Duft, diese leicht anlavendelt zitrischen Noten die gleichzeitig einen, wenn sich auch nicht durchgängig haltenden Frischekick dabei haben. Ein leicht seifiger Nebel entwickelt sich. Nicht exorbitant. Gerade so, dass es ein ganz klein wenig wabbert. Eine verhalten würzwarm florale Note fließt mit ein, gibt dem Duft zusammen mit sich sehr sacht bemerkbar machend balsamwürzholzigen Nuancen einen kleinen, seicht unterschwelligen Kick. Und immer noch ist da für einige Zeit dieser leicht zitrisch leise Unterton.

Dann wird es langsam etwas würziger. Aber auf weiche, ganz seicht subtile Art. Holzsanfte Akkorde entwickeln sich. Eine Spur nur von nebulös rauchig angelederter Empfindung integriert sich kurzzeitig. Und dann ist da diese soft vanillige Nuance die sich mit den balsamwarm introvertiert agierend holzigen, dabei horizontentfernt äußerst zart angemoosten Akkorden verbindet, sie ohne dominant zu wirken durchdringt.

Ein Duft mit dem ich aufgewachsen bin, den ich immer wieder sehr mag, der mir herrliche Erinnerungen bringt und dem die Zeit anscheinend nichts anhaben konnte. Vom Gestern zum Heute.

24 Antworten

Sweetsmell75 vor 2 Tagen
28 Auszeichnungen
Südseeträumereien ...
... ein Vanilleduft perfekt für den Sommer :)
Vanilla Marble ist nicht einfach nur ein Vanilleduft ... er entführt mich in die Karibik ... schneeweiße Strände ... Sonnenschein ... frische Meeresbrise ... Tagträume!

Danke an die liebe Parfuma die mir diesen Traum ermöglicht hat :) Diesmal darf er auch bleiben und rutscht mir nicht mehr aus der Sammlung ;)

Zum Duft:
Vanilla Marble startet sofort mit einer wundervollen Vanillenote. Die Vanille ist luftig-frisch! Mandel sorgt für diesen luftigen Kick und Tiarè fügt dem Ganzen eine zarte blumige Note hinzu.
Die Feige nehm ich nicht als solche wahr ... für mich riecht es nach Kokos!!! ... wie ein gekühltes Raffaello :)
Dank Tiaré und Kokos entsteht dieses Karibikfeeling auf der Haut. Der Duft ist zwar süß, aber niemals klebrig-pappig und sehr harmonisch.
Amber und dezenter Patchouli geben dem Duft im Verlauf etwas Würze und Tiefe.
Mit Benzoe, Tonka und noch mehr Vanille geht´s in die Basis. Sandelholz schenkt einen Touch Holzigkeit.
Im Ganzen wirkt die Vanille dezent holzig-balsamisch-süß ... die luftige Frische zieht sich durch den gesamten Duftverlauf was mir den Duft sommertauglich macht.
Die Haltbarkeit liegt bei guten 8 Stunden ... die Sillage ist im mittleren Bereich ... eine zarte Duftaura umweht mich die ersten Stunde. Es duftet wunderbar!
Tragbar ist Vanilla Marbel das ganze Jahr über.
Unisex? ehm ... nö ... der ist schon eher für uns Frauen gemacht. ;)
Der Flakon hat die typischen Agonistenform ... schlicht aber schön.
Die Duftnoten stehen auch hier wieder vorne auf dem Etikett ... was mir persönlich sehr gut gefällt!

Fazit:
Südseeträumereien ...ein Vanilleduft perfekt für den Sommer. Nicht zu süß, ein bisschen frisch. Karibiktouch durch Kokos. Luftig-lecker-schön!

Pssst ... wer Vanille mag ... bitte unbedingt testen :)
Wer Raffaello mag ... wird diesen Duft lieben ! ;)

24 Antworten

Meggi vor 4 Tagen
26 Auszeichnungen
Das Hilfsverb-Problem - aufgezeigt am Beispiel einer sehr speziellen Flatrate
Keine Sorge, derart banal, wie es sich andeutet, wird es nicht. Mir ist bloß vor einigen Jahren das Thema „Wollen und Können“ so schön plastisch vor Augen geführt worden, das muss jetzt mal verbraten werden.

Meine Tochter tat die ersten Schritte im Internet und wir sprachen über Suchmaschinen. Wonach sollen wir denn testweise suchen? Sie - nur Pferde und Unsinn im Kopf - schlug „Pups-Stall“ vor.

Eingetippt, geklickt… Natürlich wurde die (recht prominente) Suchmaschine nicht fündig und fragte deshalb höflich eine Alternative ab: „Meinten Sie Popp-Stall?“ Das dazu angerissene Such-Ergebnis verwies offenbar auf eine Art Flatrate-Puff, es hieß nämlich in etwa: „Der Popp-Stall - einmal bezahlen und so viel Sex haben, wie du willst…“. Während ich die Sache eilig wegklickte, dachte ich mir, dass das dort verwendete Hilfsverb wohl nicht ganz treffend gewählt worden war.

Was will nun unser heutiges „Wanted“? Na ja, zunächst will es gut verkauft werden. Bis in die Computerspiele meiner Kinder hinein zog sich die Werbung, der zufolge Benutzer elegant gekleidet ein Geländer herunterrutschen, gemeinsam mit einer weißgewandeten Dame ein Schwimmbecken durchqueren (im Anzug, versteht sich) und mit einem Rallye-Wagen eine Menge sinnlosen Staub und Krach machen.

Und sonst? Will er vielleicht stabil duften? Das zumindest fände ich (verblüffend) ordentlich gelungen. Bei allen Abstrichen, die einem einfallen mögen:

Jaaaaaaa, die pyramidale Breite kann ich nicht nachvollziehen, ich finde es riecht hauptsächlich nach Ananas(!) aus der Dose – aber immerhin fruchtig und frisch.
Jaaaaaaa, der weitgereiste Anspruch der Zutaten klingt lustig in Anbetracht der deutlichen Synthetik – aber immerhin hält sich die laborielle Frucht-Frische dann wenigstens konsequenterweise über mehrere Stunden und wird nur langsam süßer und ein bisschen cremiger. Und mir bleibt die Pressholz-Abteilung aus dem Baumarkt erspart; ein echter Pluspunkt.
Jaaaaaaa, der Bembel ist infantil, oder sagen wir boshaft: auf gewisse Weise juvenil und das Suggerierte passt nicht zum Duft – aber immerhin wurde nach Goldbarren und Pokal mal wieder was wirklich offensiv Beknacktes versucht, was fraglos auffällt.
Jaaaaaaa, die Werbung ist bescheuert – aber immerhin konnten meine Kinder damit in ihren Spielen ein paar virtuelle Talerchen verdienen.
Jaaaaaaa, hier gibt es keinerlei geruchliche Originalität – aber immerhin Verlässlichkeit.

Fazit: Toll oder gar aufegend finde ich Wanted auch nicht, doch ich habe sicherlich schon Schlechteres und vor allem Nervigeres gerochen.

18 Antworten

EdPLover vor 3 Tagen
26 Auszeichnungen
Von wegen Nutella ... Eher Nutte Ella!
Da meine Mutter schon seit eh und je „Angel“ von Thierry Mugler verwendet, bin ich mit dem Duft aufgewachsen und verbinde mit ihm unglaublich viele Erinnerungen, doch zu dem zeitlosen Klassiker von Mugler habe ich ja bereits einen ausführlichen Kommentar geschrieben.

Eine Freundin von mir verdient ihre Brötchen im Rotlichtmilieu, davon kann man halten was man möchte, doch wer einmal in einem Bordell war, wird mir mit Sicherheit beipflichten, dass die Frauen dort zum Großteil einfach unfassbar gut riechen!

Am Wochenende habe ich besagte Freundin abgeholt, um mit ihr und weiteren Freunden um die Häuser zu ziehen, doch nachdem sie in mein Auto eingestiegen ist, habe ich erstmal den Motor ausgeschaltet, ganz tief ein- und ausgeatmet und habe sie gefragt "WONACH RIECHST DU?" ... Seit ich denken kann, bin ich stockschwul, doch ich war nur einen einzigen Sprühstoß davon entfernt, dass ich mir Brusthaare wachsen lasse, mir statt Champagner ein kühles Bier bestelle und alle kommenden Autofahrer an einer roten Ampel zum Rennen herausfordere! Mein lieber Herr Gesangsverein, dieser Duft hat einen regelrechten Kurzschluss meiner Synapsen verursacht!

Sie hat ihre Tasche aufgemacht, diesen Flakon rausgeholt und gesagt "Das hier trage ich, Schatz, den tragen wir momentan alle auf der Arbeit.". Alle drei, die wir danach noch abgeholt haben, haben nach dem Duft gefragt, denn sie roch an dem Abend einfach echt zum anbeißen und wurde von einer unsichtbaren Duftaura umgeben, die an diesem Abend ganz klar seinesgleichen gesucht hat.

Natürlich wusste ich von dem Duft, doch ich hatte ihn bis dato einfach nicht gerochen, da mich der Gedanke an Nutella eher abgeschreckt hat, doch ich wurde mal wieder eines besseren belehrt, denn der Duft riecht meiner Meinung nach nicht nach Nutella.

Hier wurde ja bereits viel zu dem Duft geschrieben, doch ich rieche einen schweren, warmen, süßen, sahnigen, ganz dezent beerigen und sehr haselnussigen Duft, doch mit einer enorm tiefen Erotik, die ich dem Vetiver und Patchouli zuschreibe. Er hat definitiv die Angel-DNA, doch wirkt wesentlich moderner.

Sie hat mir eine Probe von dem Duft mitgegeben, die sie selbst noch hatte, weshalb ich den Duft vorab an mir testen und riechen konnte, doch für mich ist der Duft ein absolutes MUST HAVE! Ich weiß, dass ich bald Geburtstag habe, weshalb ich mich mit dem Duft wohl selbst beschenken werde. :D

Welche Frauen mir in den Sinn kommen, wenn ich an dem Duft rieche? Ashley Graham oder Nigella Lawson, die beide eine leicht mädchenhafte, doch gleichzeitig auch sehr sinnliche und selbstbewusste Ausstrahlung besitzen.

Von 18 - 120 Jahren kann den Duft jede Frau tragen, doch volljährig sollte man sein, denn alles andere wäre meiner Meinung nach ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz. ;)

Lasst euch auf keinen Fall von irgendwelchen Kommentaren abschrecken und testet den Duft selbst!

10 Antworten

Jumi vor 4 Tagen
23 Auszeichnungen
Wo der Farn blüht...
“Ja, heut ist die Nacht! Du kannst mitmachen, Fremder – die Spiele, die Lieder, die Rituale...” Opa Antip's weisser Bart zitterte ulkig während seiner Erzählung. “Säubere deinen Körper und deinen Kopf. Heute steigen Geister, Dämonen und das ganze Teufelspack aus dem Fluß, so können wir ungeschadet darin baden. Aber nicht den Strom abwärts, vor der alten Mühle! Dort leben Russalki (Wassernixen) – hüte dich vor ihnen! Sie ziehen dich unters Wasser und kitzeln dich zu Tode!” Richard schmunzelte. Er, Richard Parker, der Kurator von Royal Botanic Gardens, ein respektierter Mitglied der Royal Society, ein Akademiker und Wissenschaftler, glaubte nicht an solchen Humbug. Ungeduldig fragte er Opa Antip nach dem eigentlichen Ziel seiner Reise nach Osten, in dieses gottvergessene Walddörfchen... “Ach ja, die Farnblume! Nur einmal im Jahr blüht sie im Wald – in dieser Nacht, Iwan-Kupala-Nacht. Dem Finder wird sämtliches Glück widerfahren. Er wird die Tiersprache verstehen können, ihm werden sich alle verborgenen Schätze der Erde offenbaren und die Gabe gegeben unsichtbar zu werden. Du musst dich aber mit unserem Trank beschützen – der Waldschrat und seine Diener mögen keine Eindringlinge, schon gar nicht solche auf der Suche nach der Farnblume!” “Opa Antip, hat denn jemand diese Blume je gesehen?” fragte Richard. Sogar die Sprache dieses Volkes hat er vor der Reise einigermaßen gut gelernt – von Englisch im Einzelnen und von der Welt außerhalb dieses Waldes im Allgemeinen hatte hier niemand gehört. “Der Großvater meines Großvaters hörte mal von einem glücklichen Finder...” Als Botaniker war Richard keine einzige blühende Farngattung bekannt, somit würde seine Reise zweierlei Aussichten haben – entweder verewigt er seinen Botaniker-Namen indem er eine der Wissenschaft bis dato unbekannte Farnblume findet und mit nach London bringt, oder aber, nach erfolgloser Suche, er den Mythos endgültig entkräftet und mit seinem ausführlichen Bericht an die Royal Society über die heidnische, abergläubische Natur der hiesigen Völker Lorbeeren (zugegeben, etwas kleinere) erntet.

Abends sippte Richard an dem Trank und überlegte: “Zaubertrank... von wegen! Ein süßes Krätergebräu mit Johannisbeeren und -blättern. That's it. Die tun doch diese Beeren überall rein – daran sind die hiesigen Wälder reich. Jedes Haus und alles hier riecht danach. Aber lecker ist der Trank!”

Die Festlichkeiten waren in vollem Gang. Junge Frauen, barfuß und in knielangen weissen Kleidern, Köpfe geschmückt mit Kränzen aus Feld- und Waldkräutern, Blumen und (wieder!) Johannisbeerblättern, sprangen Hand in Hand mit jungen Männern über das große Feuer am Flußufer. Die offenen Haare, sonst immer zu langen Zöpfen geflochten, flogen nur so durch die aufgewirbelten Funken. Das Tannenholz knisterte im Feuer und weinte mit zischenden Harztropfen. Es war etwas wildes, archaisches in ihren Liedern und dem ganzen Geschehen. Richard's Kopf war benebelt vom Trank und pochte im Takt der uralten, den komischen Instrumenten entströmenden Musik. Es wurde Zeit.

Er nahm noch einen großen Schluck, hebte sich und stampfte etwas unsicher und wackelig in Richtung Wald. Er hatte eine Idee wo die Farnblume – so es sie denn gäbe – wachsen könnte. Dunkel war es hier. Sobald der Wald mit seinen breiten Tannenhänden den Vorhang hinter ihm schloss und die letzten Stimmen stumm schaltete, überkam ihn ein unheimliches, kaltes Gefühl. Hinter jedem bemoosten Baumstamm, hinter jedem Geräusch vermutete das benebelte Gehirn – akademische Bildung hin oder her – eine böswillige Gestalt. Jeder Schritt, jeder Zweigbruch unter den Füßen erzeugte im nächtlichen Wald ein weit schallendes Echo. Ein lautes gespenstisches Lachen ließ ihn erst zusammenzucken und sofort erleichtert ausatmen – ein in seinem Revier gestörter Nachtvogel äußerte laut seine Empörung. Richard drängte sich weiter vor durch die düstere Walddickicht, streifte die harzigen Zweige, die seine Jacke klebrig, herb duftend markierten und Nadeln in seine Taschen fallen ließen. Zwei Augen leuchteten rechts von ihm auf und er beschleunigte den Gang, zur Seite schielend. Dann noch ein Augenpaar, links von ihm. Er rannte fast. Vorne silberte der Fluß im Mondlicht. Am Ufer angekommen, schaute er sich nach den “Augen” um – Glühwürmchen! Es waren viele. Ganz ungestört spielten sie ihr Versteckspiel in den Johannisbeerbüschen. “Verdammtes Teufelsgebräu! Hicks...” - beschuldigte er den Trank, dessen Geschmack, Geruch und Wirkung er immer noch spüren konnte. Stromaufwärts sah er das Licht des Festfeuers in der Ferne. Stromabwärts, ganz nah, dunkelte die Silhouette der alten Mühle mit anliegendem Biberdamm. Ein leises Plätschern vor ihm, im dichten Schilf... Er kniete nieder, kroch auf allen vieren zum steilen Uferrand und blickte herunter. Zwei dunkle Beerenaugen unter dem großen Kranz schauten ihn an, weisse Haut schimmerte im Mondlicht, nasses Haar strömte die Schultern herunter. Ein Lächeln... Zwei Arme umfassten seinen Nacken, zwei beerig duftende Lippen näherten sich... In nächster Sekunde rannte er schreiend von dieser Nixe zurück zum Dorf. Er, Richard Parker, Kurator der Royal Botanic Gardens, Mitglied der Royal Society, respektierter Akademiker und Wissenschaftler, sprang über Beerenbüsche, die ihre überreifen Früchte fallen ließen, lavierte zwischen den Tannen, die ihn mit ihren stacheligen Händen ohrfeigten, verfolgt vom Gelächter des wahnsinnigen Vogels, und wollte nichts mehr von der Farnblume wissen...

Die “Nixe” stieg mit einem Schulterzucken aus dem Wasser, zog sich an und wandelte, leise summend, zurück zum Feuer.

------------------------------------------------------------

Entschuldigt mich, Leute – habe mich von der Fantasie und den Kindheitsmärchen total mitreissen lassen :)
Wenigstens einige Worte zum Duft wären jetzt wohl angebracht. Tatsächlich inspiriert vom uralten slawischen Fest der Sommersonnenwende - Kupala-Nacht, ist Bertrand Duchaufour ein wunderschöner, verspielter (subjektiv eher femininer) Wald-Beeren-Duft gelungen. Ich liebe Johannisbeerpflanzen mit allem drum und dran – Blätter, Blüten, Beeren – und habe seit gefühlter Ewigkeit nach einem authentischen, anhaltenden, unmissverständlich als solchen erkennbaren, nicht zu sehr in die Fruchtsüße abdriftenden Johannisbeerduft gesucht. Das alles habe ich nun in Enchanted Forest gefunden. Er startet für meinen Geschmack relativ süß und süffig, wie eben ein Johannisbeerwein oder -likör, angeherbt durch Joha-Blätter und verschiedene Kräuter. Zügig wird der Beeren-Kräuter-Trank von dunklem Tannenharz und -balsam verwandelt – er wird ernster, waldiger, weniger süß, dezent moosig (was aus ihm noch lange keinen Chypre macht), verliert aber nie die wunderschöne Joha-Beere-Fruchtigkeit. Eine Prise Patch und ein Hauch Animalik vertiefen den dunklen Eindruck und vervollständigen das Bild des Nachtwaldes. Aufregender, prickelnder, krautiger, saftig-süffig-fruchtiger, harziger und – mit Schmunzeln – mystisch-märchenhafter Duft im nicht minder schönen, nach Hohloma-Art (einer alten traditionellen Kunstart) geschmückten Flakon. Eine spezielle Empfehlung für alle Fans der Tannendüfte und insbesondere die Liebhaber der Johannisbeere. Ich habe in Enchanted Forest meine Farnblume... ähm... meinen Johannisbeerduft-Gral gefunden :) Wunschliste, was sonst...

16 Antworten

loewenherz vor 5 Tagen
22 Auszeichnungen
Wir nicht
Ich besitze einen sehr schönen, rotweiß gemusterten Norwegerpullover aus dicker, weicher Wolle, der - um sich in geschlossenen Räumen damit aufzuhalten - eigentlich immer zu warm ist. Und ich erinnere mich noch, wie ich ihn im Geschäft vor ein paar Jahren in den Händen hielt und mich in rotweiß gemusterter Wolle mit guten Freunden in einer eingeschneiten Hütte Weihnachten feiern sah - so etwa wie im Videoclip von Wham!s 'Last Christmas'. Und ich konnte den gefüllten Truthahn und den Apfelkuchen riechen und das Kaminfeuer - wir würden draußen eine wilde Schneeballschlacht veranstalten und später in riesigen Sofas vor dem Feuer in Decken eingekuschelt sitzen und stundenlang gute Gespräche führen. Ich habe den Pullover noch nie angehabt.

Wer kennt das nicht? Da steht man im Geschäft mit einem Pullover, einem Paar überteuerter Flip-Flops, einem Parfum - und da ist diese kleine Stimme im Ohr, die flüstert lockend: 'Nun schau dich doch mal an...' - und schwärmt von Weihnachten im Schnee, von Wochenendausflügen nach Saint-Tropez - und wie man entspannt mit einem Glas Sauvignon Blanc an einem Geländer lehnt, in einem gutgeschnittenen Hemd, zwanglos parlierend, geistreich, witzig, souverän. Und man ahnt zwar vage, dass alles, was die kleine Stimme uns böse zuraunt, niemals passieren wird - und trotzdem nimmt man das Parfum, den Pullover oder die Flip-Flops mit. Bei manchen Leuten klappt das auch mit Autos, Häusern oder Ehepartnern - so weit bin ich dann doch noch nicht.

Als ich Epic Man zuletzt probierte - zum wiederholten Mal - war ich ausgesprochen gut gelaunt und durchaus willens, dieser guten Laune mit einem Lustkauf Tribut zu zollen. Einer von Amouage, so fand ich - und finde ich noch immer - der würde gut in meine Sammlung passen - und Epic Man hatte ich als geeigneten Kandidaten in Erinnerung. Und ja - das ist ein schöner Duft - wuchtig, bitterrauchig, orientalisch, opulent. Er hat von allem ziemlich viel und ist von beeindruckender Präsenz - einer, der in seinem dramatischen, fast theatralisch anmutenden Selbstbewusstsein nach vorne drängt und eine Bühne sucht. Und während ich mich noch andächtig seinem beeindruckenden Wesen hingab, sagte die kleine Stimme leise: 'Nein. Das bist du nicht.'

Es gibt keine einzige Ingredienz in Epic Man, die ich ablehne. Im Gegenteil sind viele von ihnen Bestandteile von Düften, die ich habe (und verehre), darunter die ihn prägenden: Weihrauch und Myrrhe, Gewürze, Animalisches. Und doch ist da etwas in seinem Wesen, das mich sicher sein ließ, dass ich diesen Duft nie tragen würde. Das macht die Erfahrung von ein paar Jahren der (Hobby-)Beschäftigung mit Parfum - dass man die kleine Stimme im Ohr strenger zu befragen lernt, so eloquent diese zunächst auch scheinen mag. Epic Man - in seiner überprozessiert anmutenden Maskulinität und testosteronschwangeren Grimmigkeit, in seiner fast unverschämten Rauschhaftigkeit und Kompromisslosigkeit - wird jemand anderen sehr glücklich machen. Nicht mich.

Fazit: ich denke nur Gutes über ihn. Aber: nicht meiner und nicht ich. Und ich bin froh und stolz, das (dieses Mal) rechtzeitig erkannt zu haben.

10 Antworten

loewenherz vor 7 Tagen
21 Auszeichnungen
Guerlains schönstes 'Sie'
Es passiert meistens in den späten Zwanzigern - und an einem Ort, an dem sich sonst alle duzen - in einer Bar etwa oder bei H&M - plötzlich sagt jemand Gleichaltriges 'Sie' zu dir. Und Du fühlst dich zum ersten Mal ein bisschen alt.

Dabei ist das Siezen - auch und gerade unter Gleichaltrigen - ein wunderbares Detail unserer Sprache (natürlich nicht nur der - viele asiatische Sprachen kennen deutlich mehr Siezformen als unsere eine) - ein Detail, das eine weitere Kommunikationsebene hinzufügt, auf deren Klaviatur sich großartig spielen lässt - wenn man denn will. Ein 'Sie' kann entgegen seiner eigentlichen Förmlichkeits- oder Distanzfunktion vertraulich oder gar neckisch sein - wie auch ein 'Du' höchst frostig sein kann - aber es erfordert etwas Gespür und Liebe für die Sprache, um das Spiel mit und auf dieser Kommunikationsebene ausschöpfen und seine Schönheit genießen zu können.

Ein hingehauchtes 'Sie Schuft!' unter flatternden Augenlidern.

Ein anerkennendes 'Sie kleines Biest!' gleich nach dem Meeting.

Ein kokettes 'Na Sie sind mir ja einer!' über das Champagnerglas hinweg.

Dieses Spiel aus Förmlichkeit und Vertraulichkeit, das Wahren einer gewissen Distanz bei gleichzeitiger Hingabe scheinen viele rezente Parfums gar nicht mehr zu beherrschen bemüht zu sein - was zu bedauern ist. Da ist eine (mehr oder weniger) hinreißende Kopfnote - Bam! Bam! - Hose runter, Karten auf den Tisch. Das Gespür und die Liebe für die Zwischentöne scheinen nur kaum noch bedeutsam zu sein - und die Zeit, die einem Parfum gegeben ist, um verstanden und 'erkannt' zu werden, immer geringer. Zehn Sekunden auf dem Papierstreifen müssen häufig ausreichen, um eine Kaufentscheidung zu forcieren - und da geht außer Kopfnote eben nicht viel.

Liu ist aus einer anderen Zeit - und von einem noch völlig anderen 'Schlag' Parfum. Der kann das alles noch. Aldehydnoten - und solche prägen nicht nur die Kopfnote, sondern sein ganzes Wesen - haben stets etwas Formelles, Erwachsenes. Und jenseits dessen - nein, nicht 'jenseits', sondern 'im Wechselspiel damit' - enthüllt er hinschmelzende Weichheit und opulente Blumigkeit, eine fast jugendliche Süße und wieder herbe Reife. Er ist voll formeller Eleganz, wahrt die Distanz, biedert sich keinen Augenblick lang an. Und ist doch voll vibrierender Wärme und pudriger Verletzlichkeit - wen man ihn lässt und sich die Zeit nimmt, um ihn zu erkennen.

Fazit: die Leichtigkeit und die vielen Zwischentöne eines spielerischen 'Sie'. Und ein virtuos arrangierter Duft.

6 Antworten

Meggi vor 2 Tagen
20 Auszeichnungen
Parade der Überlebenshelfer
Was für ein Auftakt! Kö-hö-höstliche Zitrone. Perlend fruchtig-sauer mit einem Echo von Grün. Die Gute hat just jenen überirdischen Reife-Kairos erreicht, den die Dichter und Maler seit jeher seufzend festzuhalten suchen. Schlichtweg perfekt. Mehr geht nicht.

Doch der Zitrusnoten-Schicksalsgott räumt Herrn Gutsatz keine Sonderrolle ein. Citron Boboli bedarf - diversen Kollegen gleich - kräftiger Hilfestellung, um die Frische zumindest als Nachhall in die Tiefe der Zeit zu retten. Ein Helfer nach dem anderen packt mit an:

Binnen weniger Augenblicke stützt sich der Duft bereits auf Würz-Gekratze ab. Nelke ist überdeutlich.

Zitrusnoten-Überlebenshelfer #1 abgehakt.

In der Folge drängt gestrüppiges Petitgrain die Nelke ein bisschen zurück und ergänzt ihr eigentümliches „Orangen-Braun-Grün“.

Zitrusnoten-Überlebenshelfer #2 abgehakt.

Die sagenhafte Frucht von ganz vorne ist zur Ahnung geworden. Nach bummelig einer Stunde befinden sich direkt auf der Haut das pieksige, beinahe zimthafte Gewürz und das braune Grün in einer Art Nahkampf. Darüber weht nun ein Chiffon von Schale und Zesten herum, der sich im Fortgang zu einer cremigen Schicht wandelt.

Zitrusnoten-Überlebenshelfer #3 abgehakt.

Im Laufe des Vormittags hält sich die zestig-cremige Restfrucht in der Tat wacker, flankiert von besagtem Gestrüpp. Nächster Darsteller ist eine etwas ölige Backaroma-Süße (aus der Neroli-Ecke?), die einen Bonbon-Dreh, wahlweise einen Zitronenkuchen-Einschlag liefert.

Zitrusnoten-Überlebenshelfer #4 abgehakt.

Eine sanfte Brausepulver-Anmutung mit Chinotto-Ambitionen am (sehr) frühen Nachmittag deutet an, dass zu guter Letzt womöglich auf Citral o. Ä. zurückgegriffen wurde.

Zitrusnoten-Überlebenshelfer #5 abgehakt.

Das ist alles schön und durchaus gelungen, aber fernab der in den ersten Momenten genährten Hoffnung. Per saldo ein ordentlicher, relativ stiller Zitrus-Duft.

Ausgesprochen niedlich, ja geradezu rührend finde ich freilich die Idee, Citron Boboli als „Nécessaire“ zu verkaufen, welches einen 125ml-Vorratsbehälter (besonders löblich, der ist nämlich im wahrsten Sinne des Wortes notwendig), einen Glas-Trichter und zwei Leerflakons unterschiedlicher Größe zum Selbst-Befüllen umfasst. Allerdings sollen wir dafür stolze 140 Euronen löhnen, eieiei…

Ich bedanke mich bei Derailroaded für die Probe.

15 Antworten

M3000 vor 5 Tagen
20 Auszeichnungen
Zitrone auf unserer Haut
Etwas Frisches von Andy Tauer? Das ist neu! Aber es wäre kein Tauer-Duft, wenn da nicht diese typische Handschrift wäre, der gewisse Twist. Und richtig: l'Eau ist kein eigentliches Cologne, kein leichter, spritziger Erfrischer. Es ist schon gar nicht sportlich, auch nicht wirklich blumig. Vielmehr folgt einem herb-zitrischen Auftakt ein pudriges Herz, und dann wird l'Eau schon überraschend süss auf einer wunderbaren Basis von sehr trockenem, warmen Holz.

Die Inspiration zu diesem Duft war der Zitronenbaum auf Andy Tauers Veranda in der frischen Morgenluft. Gerochen habe ich selbst Zitronenblüte leider noch nicht bewusst, und offenbar hatte ich eine falsche Vorstellung. Denn nun habe ich mir angelesen, dass Zitronenblüten blumig lieblich bis süss riechen, Wikipedia spricht gar von 'bisweilen faulig duftenden Blüten'. Bedaure, dazu kann ich keine Stellung nehmen.
Den Start empfinde ich mit Bergamotte als frisch-herb, eine Brise Zitrone bringt noch hellere Noten ins Bild, ist aber für mich nicht einmal vordergründig. So nehme ich die Hesperidien schwankend stark war, und während ich noch suche, drängen sich die nächsten beiden Protagonisten auf: Eine Neroli-artige, orange Süsse streitet sich bereits mit den pudrigen Noten der Iris. Auf der Haut meiner Partnerin zeigt sich die Iris deutlich präsenter und langanhaltender, bei mir hingegen streicht sie bald die Segel. Ich betrachte Iris selten als ausdrücklich blumig, vielmehr empfinde ich sie, bestehend aus ganz vielen hellen Punkten, neben der Pudrigkeit als etwas rauh und kühl. Und insofern repräsentiert sie für mich in diesem Duft die besagte kühle Morgenluft, die zart über die Zitronenblüten streicht.
Die Sonne geht auf und steigt weiter, die Luft erwärmt sich, und mit ihr unsere Haut. Denn das ist für mich ein markantes Merkmal: l'Eau weist diesen ausgeprägten, warmen Hautton auf, von dem ich nicht genug bekommen kann! Hier spricht mich ein Parfum emotional an, wie es mir selten passiert. Aber dieser verführerische Hautton (Moschus?) in Kombination mit trockenen Holznoten und der süssen Orange ist ganz grossartig. Auch leichte Sonnencreme-Assoziationen hatte ich schon, im positivsten Sinne. Weiter: Mir doch egal, ob es Mysore Sandelholz oder Javanol ist, es riecht in dieser Verbindung zum Reinlegen. Zum Reinlegen oder eben - Haut! - zum Drauflegen :-) Stabilisiert und verlängert wird die Basis von Ambra, d.h. sinnvollerweise vom synthetischen Ersatz Ambroxan, zu dessen Qualitäten sich Andy Tauer im Zusammenhang mit l'Eau bekannt hat. Und nehme ich ein paar Spritzer Vetiver wahr? Mit im Spiel dürfte auch etwas aromatische Zeder sein. Das alles ist perfekt abgestimmt, fast körperlich zum Reinlegen und Anfassen.

Die Sillage des l'Eau ist recht zurückhaltend, die Haltbarkeit mittel. Mittel gemessen woran? An zitrischen Eau de Colognes etwa? Nein, die sind keine Konkurrenz. An langanhaltenden holzigen Düften, die mit generischer Basis langweilen? Keine Konkurrenz. Ich empfehle übrigens eine recht starke Dosierung, so wirkt l'Eau voller und verführerischer. Sprüht l'Eau am Nachmittag nach und tanzt in die laue Sommernacht unter den Sternen!

Noch kurz zum Formalen: Den Namen finde ich zu wenig individuell auf dem Markt, aber im Tauer-Portfolie ist diese abweichende Schlichtheit wiederum logisch. Dazu passt auch die Verpackung: Tauer hat sich für glänzenden, weissen Karton entschieden anstelle des bisherigen Dunkelblau. Der Flakon ist das übliche blaue Fünfeck, unverkennbar Tauer. Der Name steht in weissen Buchstaben auf transparentem Klebeetikett, auch aus diesen Variationen spricht die Kreativität.

Fazit: Tauer hat uns mit einem zitrischen Duft voller Wärme überrascht. Unerwartet, eigenwillig und überzeugend!

11 Antworten