AladinAladins Parfumkommentare

10.03.2014 20:29 Uhr
7 Auszeichnungen
Als Rosen- und SL-Fan, war die Erwartung natürlich hoch. Den Duft gibt´s schon länger, nur kam ich irgendwie nicht dazu, ihn zu testen. Durch einen Tausch legte der Parfumo 2 Proben ins Paket (danke an dieser Stelle). Die Minitester von Lutens sind sofort zu erkennen. Als "La fille de Berlin" draufstand, kam Freude auf. Ich wusste schon, dass ich nach dem ersten Test die Bestellung machen würde. Rose und Pfeffer? Was kann da schon schiefgehen? Naja, ne Menge...

Oh man, was hat Herr Lutens da nur veranstaltet? Etwas mehr Würze/Pfeffer, und meine Meinung würde sich ändern. Dann wäre er vielleicht bei 70%. Aber so kann ich mit dem Duft nicht viel anfangen. Die Rose macht den Anschein was ganz Besonderes zu sein. Es fehlt aber etwas, um sie auf diese Ebene zu tragen und sie zum Erblühen zu bringen. Selbst wenn zwischendurch der Duft nur ein wenig nach einem Lufterfrischer riecht, ist er durchgefallen. Und leider tut er das. Aber nicht nur das...

Wenn ich meine Bewunderung für Lutens-Düfte und die Vorfreude einbeziehe, wären 10% nicht unangemessen. Was ich dem Duft jedoch lasse ist, dass er Potenzial hätte. Würze hat er bei mir nicht viel/genug. Eher etwas wie ein Hauch von Pfefferminze. Erinnert leicht an die Wick-Erkältungssalbe, die ich einmal als Kind auftrug und nicht ausstehen kann.

Die Rose hat eigentlich einen Duft, der umschmeichelt und beruhigt. Dieser hier beunruhigt mich und ist auf der Haut wie eine nervige Klette. Die minzige Note passt überhaupt nicht, sie verunstaltet nur. Mir fällt auch kein Anlass ein, zu dem der Duft passen könnte. Vielleicht beim Besuch in ein Hamam, wo die Haut mit einem Peelingtuch aufgerissen wird, um den Duft aus den tiefsten Poren zu reinigen?

Die Basis ist OK, weil die minzige Note etwas nachlässt, daher die 40%. Ansonsten hat SL mit diesem Duft seine eigene Unterschrift gefälscht. Haltbarkeit und Sillage glücklicherweise schwach. Minzige Rose, geht gar nicht.

Fazit: Herr Lutens hat enttäuscht (oder eben der Parfümeur von Lutens).


09.03.2014 12:50 Uhr
15 Auszeichnungen
Interessant, was man für kleines Geld an Überraschungen erlebt. Eau Des Baux ist einer dieser Düfte, die zurecht viele aus der Nischenwelt in Frage und gleichzeitig in den Schatten stellen. Und das tut er mit selbstbewusstem Lächeln. Er hat schon "Ähnlichkeit" mit Tom Ford´s TV (nicht viel), erschien aber früher. Warum immer alle TV als Aushängeschild dieser Duftrichtung und damit zum Vergleichen nehmen, kann ich nicht nachvollziehen. TV erschien 2007, ist also nicht lange dabei. Wenn dann würde ich Eau des Baux als Vergleich heranziehen (bei diesen beiden). Im Hinterkopf der Preis, die Wertigkeit und schließlich das Ergebnis.

Mir gefällt Eau Des Baux deshalb sehr, weil ich eigentlich nicht der große Weihrauch-Fan bin und lange damit zu kämpfen hatte, Weihrauch an meine Haut zu lassen. Ebenso mag ich keine extrem würzigen Düfte, die beim Riechen ein Niesen auslösen. Was Eau des Baux und Tabac Rouge bei mir geschafft haben, ist für ein Duftliebhaber ein Traum. Denn beide luden mich in eine Duftwelt ein, die ich lange nicht betreten wollte. Vanille, Weihrauch, starkes Gewürz... alles Sachen, die ich ignorierte.

Zum Duft

Die Pyramide ist nach meiner Nase nicht ganz vollständig. Ich rieche etwas Muskat. Ebenso am Anfang für kurze Zeit eine zitrische Note. Im Sprühmoment ist der Duft etwas alkoholisch bzw. stechend, dann kommt Muskat daher und mildert sich bei Verbindung mit Kardamom nach wenigen Minuten etwas ab. Pfeffer mischt sich ein. Weihrauch ist bereits in der Kopfnote präsent und bleibt es später auch bis zum Schluss, allerdings in sehr abgeschwächter Form.

Auch nicht in den Duftnoten angegeben: Tabak. Dieser kommt in der Herznote zum Vorschein, bleibt aber nicht bis zum Schluss. Im Drydown ein leichter Weihrauch, gepaart mit noch leichterer Würze, getragen von der Vanille. Und diese Vanille ist schon irgendwo etwas männlich.

Die untere Einordnung passt. Es ist ein würziger, rauchiger, (am Ende leicht) süßer, orientalischer Duft. Anfangs hat man den Eindruck, dass sich der Duft oder besser gesagt die Duftnoten, nicht finden werden. Letztendlich aber gelingt eine Harmonie, die süchtig machen kann. Eau Des Baux hat mehr zu bieten als gedacht. Er hat Tiefe, es gibt immer mehr zu entdecken.

Wenn man am nächsten Tag an der Kleidung riecht, erkennt man die zirtrische Note wieder. Daher tagsüber im Sommer noch vorstellbar. Vielleicht nicht bei über 25°, jedenfalls noch tragbar. Ich finde ihn mehr als gelungen und er bleibt einem in Erinnerung.


09.03.2014 11:33 Uhr
7 Auszeichnungen
Nein, da kann (für mich) Tobacco Vanille nicht ganz mithalten. Eigentlich hatte ich einen Kommentar für "Eau Des Baux" fertig geschrieben. Diese 3 ähneln sich schon, sind dennoch individuell. Tom´s hatte anfänglich 100% (jetzt 80%). Diese Duftrichtung war mir neu und überzeugen konnte mich die Vanillenote. Ich war schon immer gegen alle Düfte mit Vanille für Männer. Das schien einfach nicht zu passen. Die Hoffnung einen angemessenen Vanilleduft für Männer zu finden, war fast verloren. "Eau Duelle" konnte mich aber dann wieder auf den Vanillepfad führen. Tobacco Vanille begleitete und Eau Des Baux schließlich führte mich zum Ziel. Doch Tabac Rouge katapultierte mich in eine neue Dimension, unerreichbar für die anderen.

Der erste Sprüher schoss mich in eine andere Welt und ließ mich träumen. Es gibt durchaus viele wunderbare Düfte, die zum Träumen einladen. TR trifft meinen Geschmack zu 1000%. Casran von Chopard war bis jetzt meine Nr.1. Casran war das erste Parfum, dass ich bewusst trug. Das Interesse wurde dadurch geweckt. Es sind also viele Erinnerungen damit verbunden. Man sagt sich, es wird für immer die Nr.1 bleiben. Nun ja, das Kapitel wird für TR geschlossen und mit TR neu eröffnet. Und weil ich bisher keinen wirklichen Singnaturduft hatte, wird es TR.

Warum aber wird keine Vanille bei den Duftnoten angegeben? Die tritt erst bei der Herznote leicht hervor, gestaltet eben die Vanille den Duft mit. Ingwer rieche beim ersten Sprüher, gepaart mit einer leicht rauchigen Note, während Tabak sich noch im Hintergrund aufhält. Zimt tritt nach ca. 2min vor, verdrängt aber nichts. Während Moschus erst in der Herznote auftaucht, kommt Honig dazu. TR wird schon nach wenigen Min. durch den Honig abgemildert.

Die Basis bleibt mit Tabak, einer (leicht) rauchigen Note, Honig, einer pudrigen Note und sanfter Vanille. Es ist ein warmer Orientale, mit leichter Würze, keiner übertriebenen Süße. Die Harmonie ist perfekt. Zudem ist die Basis keineswegs einseitig. Jedes Mal die Nase drangehalten, rieche ich entweder Honig zuerst, Tabak oder Vanille. Die rauchige Note umfasst alles.

TR kann man noch an kühleren Frühlingstagen tragen. Im Sommer eventuell nur abends, wenn es etwas frischer ist. Unisex ist er allemal.


01.03.2014 10:43 Uhr
9 Auszeichnungen
Auf der einen Seite ist der Duft einfach dargestellt: blumig-frisch-grün-zitrisch-holzig. Auf der anderen wiederum die Schwierigkeit, Bilder zu finden, die die Beschreibung deutlicher machen. Bei diesem Verlauf der Zusammensetzung ist die Rose die Trägernote. Allerdings ist sie derart mit Leichtigkeit gefüllt, wie frisches, kühles Rosenwasser. Als würde man an einer Wasserquelle stehen, bei Frühlingswetter, und es fließt glasklares Wasser die Felsen hinunter, mit einem Hauch an Rosenduft.

Neben dieser Wasserquelle eine hellgrüne Wiese, auf der Zitrusbäume stehen. Und ein Wind weht sich durch dieses Bild, trägt die Düfte von Rosenwasser, hellgrüner Wiese, dem Holz des Zitrusbaums und seine Früchte, vereint sie und präsentiert einen Frühling, der vollkommen ist.

An sich haben frische Düfte nichts Besonderes. Rose als Duftnote ist auch so eine Sache. Mit holzigen, zB Oud, oder grünen Noten vermischt, bekommt (fast) jeder einen Rosenduft hin. Von Zitrusnoten ganz zu schweigen. Man hat bei vielen dieser Art dann das Gefühl, dass die Parfümeure sich nebenbei die Zeit vertreiben. Sie wollen uns keine Geschichte erzählen, besitzen keine Tiefe, faszinieren uns nicht.

Anders bei Rosissimo, der für mich zum bisher besten Fühlings- und Sommerduft gehört. Ich kann mir die Vision der Macher vorstellen: Ein Garten in dem keine Uhr tickt, keine Eile, kein Stress. Und es geht mehr als nur um zu entspannen. Es geht um die Verbundenheit mit alldem, was uns in jenem Augenblick umgibt und darum, die Dinge an und in uns zu lassen, ohne sie ständig zu vergleichen und zu bewerten, sondern einfach nur bei "sind" zu belassen.

Es ist eine abgerundete Kreation, ohne Ecken und Kanten. Ein zarter Duft, in dem die Rose eine barmherzige Königin ist. Rosissimo bleibt von der Kopf- über die Herznote blumig-frisch-grün-zitrisch, wird dann in der Basis holzig. Die anderen Noten geraten in den Hintergrund, sind aber noch wahrnehmbar.

Für mich Unisex. Haltbarkeit und Sillage sind leider nicht besonders stark. Davon müsste es ein Extrait geben.

Nachtrag: Was die Haltbarkeit betrifft, muss ich mich schnell korrigieren. Die ist auf meiner Haut tatsächlich sehr gut. Morgens um 8 Uhr ein Sprüher auf´s Handgelenk, kann ich den Duft trotz mehrfaches Händewaschen um 22 Uhr noch gut wahrnehmen. 1+


26.02.2014 19:42 Uhr
11 Auszeichnungen
Wer Oud-Düfte allgemein nicht mag, dürfte bei "Oud" eventuell umgestimmt werden. Denn die Oudnote in diesem Duft ist bisher einzigartig weich. Als Trägernote, die alle anderen sanft auf einer harmonischen Welle in den Vordergrund schiebt. "Oud" ist so weich, so sanft, ein Jüngling und doch erwachsen. In der Kopfnote sind alle angegebenen Noten klar heraus zu riechen. Leichte Bergamotte, die nicht lange anhält, Kardamom auf einer Linie mit Pfeffer. Eine sehr leichte, angenehme, "Wohlfühl-Würze". Kein Bisschen Aufdringlichkeit. Dieser Duft will sich niemanden aufdrängen, im Gegenteil, er ist eine klare Einladung, sehr ehrlich, herzlich und freundlich. Kein Weichei, sondern eine Freundlichkeit, die jeder Mensch gerne erlebt.

Schon nach wenigen Minuten kommt Safran. Rose verdrängt dann Safran. Jasmin ist für mich auch nur zu erahnen. Die Herznote hält etwas an, mit der Rose, dem immer schwächer werdenden Safran, zusammen mit der beschriebenen Würze. Hier sticht jetzt keine Note besonders heraus oder verdrängt eine andere. Alle sind in Harmonie. Und dann kommen auch schon die Hölzer zum Vorschein. Der Duft bleibt weich. Haltbarkeit und Sillage sind zum Glück stark. Zum Ende hin lässt die Würze nach, es bleibt holzig-orientalisch.

Endlich ein Duft, der sich selbst repräsentiert und keinen Anschein macht, jemanden folgen zu wollen. Endlich ein Duft, der später, wenn überhaupt, als Vorlage für ähnliche Kreationen dient. Dieser Duft muss niemanden was beweisen. Wer keine Allergie gegen Oud & Begleiter hat, und sich wohlfühlen will, sollte mal einen Test wagen. Für mich einer der besten dieser Kategorie. Réminiscence hat die richtige Nase engagiert.


29.02.2012 23:44 Uhr
4 Auszeichnungen
Mein erster Kommentar und gleich zu einem Duft, der bereits perfekt beschrieben wurde. Keine leichte Aufgabe für jemanden, der weit entfernt ist ein "Apicius" zu sein…

Beim ersten Sprüher dachte ich nur: irgendwie ist mir die fruchtige Note bekannt. Nur wollte mir der Duft nicht gleich einfallen. Kurze Zeit später: auch die würzige Note ist von einem anderen her bekannt. V beginnt fruchtig, während das Würzige später freundschaftlich eingeladen wird. Hört sich unspektakulär an, doch ist der Mix ein Traum! Woher kenne ich die fruchtige bzw. würzige Note?

Mir fiel die Duftpyramide von Cerruti Image ein, und siehe da, es sind vor allem in der Basisnote einige Verwandtschaften zu erkennen. Zwar zeigt die Pyramide beim V keine Banane, aber dennoch meine ich diese herauszureichen. Nur anfangs und ganz kurz. Auch wenn nur wenige Noten gleich sind, so stechen diese eben raus. Wenig später vermischt sich das Würzige sanft mit dem Fruchtigen. Die Würze bleibt brav dahinter. Beide ergänzen sich perfekt. Jacomo de Jacomo, kam mir als nächstes in den Sinn. Auch wenn Kopf-, Herz- und Basisnote keine Gemeinsamkeiten aufweisen. Jedoch ist das Würzige beim V angenehmer und nicht so aufdringlich wie bei Jacomo. V pour Homme entwickelt sich dann aber zum eigentlichen Valentino. Einer unvergleichlichen fruchtig-würzig-weich-süßen Art.

Ein besonderer Duft!