AnikaAnikas Parfumkommentare

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Anika vor 10 Monaten 11
10
Duft
9
Haltbarkeit
9
Sillage
7
Flakon

Das scheue Reh im Lichtkegel deines Temperaments - mehr Mann, als Parfum
Er ist Feuer. Feuer mit Rauch und Flammen, die meine ganze Welt niederbrennen. Laut erschallten die rhythmischen Klänge der Trommeln in meiner verstummten Seele.

Was tue ich hier? Bin ich, ich? Wer kennt mich noch, so bin ich doch nun eine Neue.
Ich riskiere zur Zeit alles: lebe das Leben einer Anderen. Ohne Verluste zu fürchten, ohne groß nachzudenken. Ich fühle mit jeder Faser, die Zeit ist reif für neue Wege, für Mut, Leidenschaft und Risiko.
Ich bin mir nicht im Klaren, ob ich tatsächlich ersehne, was ich denke.
Aber in Anbetracht meiner Verfassung scheisse ich auf Konventionen und fühle, schmecke und rieche, wonach mein Herz aufbegehrt.
Du warst zur rechten Zeit am rechten Ort und hast meine Seele gerettet. Du hast mich in Brand gesteckt.
Dein Feuer hat meine Lebensgeister aus dem tiefsten Staub auferstehen lassen, bunt coloriert und mir eine Welt offenbart, von der ich nicht zu träumen vermochte.

Du bist so schön, wie der Mond. Strahlst Wärme, Geborgenheit und eine diabolische Energie aus. Ich befinde mich in einem Rausch, aus dem ich nicht mehr zu entfliehen vermag.
Alarmglocken zerspringen wie feines Glas und böse Gedanken verdampfen bei jeder Berührung von dir. Belächelt meinen Leichtsinn nur, ich schmilze wie Kerzenwachs oder verbrenne wie ein Seidenschal…
Ich drehe mich barfuß im kalten Novemberregen, bis ich benommen zu Boden sinke und dich doch nicht aus dem Sinn bekomme.

Leben, was hälst du noch für mich bereit?

Ich schwitze, ich friere. Wo bist du? Bist du real? Du warst mein Wunder, hast mir gegeben, wonach ich nicht fragte…
Schnell und kraftvoll schießt die Mohnblume auf dem Kornfeld der Sonne entgegen. Du hast mich weder gekauft, noch beeindruckt, so hast du doch reich gegeben ohne zu verlangen. Alles Geld dieser Welt kann nicht aufwiegen, was du selbstlos gabst. Deine Hand hast du mir gereicht und Spuren in mir hinterlassen.
Ein Schauer überkommt mich, wenn ich an die Nacht im Nebel denke. So ähnlich wir uns sind, so fremd sind wir. Vor Kälte zitternd warte ich auf dich. Alles um uns erscheint dir weit weg und du schließt behutsam meinen Mantel, achtest mit einer klaren Schlichtheit und leisen Zuneigung auf mich.
Zärtlich nahmst du mein Kinn in deine Hand, zwangst mir den Kuss deiner Sehnsucht auf. Eine leichtfüßige Wärme durchschoss die undurchdringliche Sicht.
Niemand sah meinen Freischlag, niemand.
Eingehüllt in deine mächtige Erscheinung standen wir da, einsam und glühend vor Erwartung. Es war befreiend und einnehmend zugleich deine Lippen auf meinen zu spüren, dich endlich zu berühren, dem nachzugeben, was sich so lange in meinen Gedanken abspielte.
Du bist der wahr gewordene Entwurf meiner Vorstellungen des Mannes, mit dem ich alles erreiche.
Du hast mal gesagt, ich wäre die Frau, mit der du alles im Leben meisterst.
Das hat mich erreicht und mich dir näher gebracht als jede simple Unterhaltung. Du hast stets den wunden Punkt getriggert, wonach ich mich in den verschiedenen Lebenslagen sehnte.
Spiel? Oder Schicksal? Wer bist du? Und wer bin ich für dich?

Ich, das scheue Reh, blieb im Lichtkegel deines Temperaments stehen. Dein Lächeln lässt mich zu Raureif zerfallen und leidenschaftlich und anmutig zugleich im Wind tanzen.
Geblendet und ergriffen von deinem Sein, träume ich mit offenen Augen von deinen Berührungen.

In der Nase, dein Duft..
Leder, Leder, Leder... so authentisch wie Ahornsirup-farbene Ledersitze, eine derbe Bikerjacke mit Rissen und Falten... eine heiße, minimale Süße bekräftigt den atemberaubenden Eindruck, den du wie einen unheilvollen Sturm über mich einbrechen lässt.
Ich bekomme instant weiche Knie und werde zum schwachen Freiwild, das hypnotisiert deiner Stimme lauscht, während die Lichter der Skyline an uns vorbei rauschen.
Das Leben ist irre. Du öffnest dunkle Bodenluken zu eiskalten, nassen Kellern voller strahlender Diamanten. Zieh mich in deinen Bann - aber beschütze mich.
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Anika vor 15 Monaten 26
6
Duft
6
Flakon

Der Wintergaultier für die Frau der aktuellen Duftkreationen
Vorgestern war ein warmer, sonniger Tag, den ich in der Stadt verbrachte. Die beste Freundin und ich schlenderten mit einigen Taschen in die Parfümerie meines Vertrauens. Ich war explizit auf der Suche nach Neuheiten und entdeckte einen aufmerksamkeitsheischenden jungen Mann, bekleidet mit Feigenblatt. ;)
Der gefiel schon mal olfaktorisch.

So bog ich erwartungsvoll in die Damenabteilung ab, um das feminine Pendant kennen zu lernen. Als absoluter Gaultier-Addict schlug mein Herz höher, als ich den futuristisch anmutenden Flakon vertrauensvoll direkt auf meinen linken Unterarm sprühte.
Überraschung: er hat keinerlei Ähnlichkeit mit Classique (Rose, Orangenblüte) oder Classique Essence de Parfum (sehr ähnlicher Flakon)!
La Belle startet warm, weihnachtlich süß mit synthetischer Birnennote. Es könnte auch Birne und Apfel sein. Ich bin nicht sicher, ob da noch eine würzige Note (ich lehne mich mal aus dem Fenster: zarte Nelke, Kardamom, o.ä.) drin ist, weil es mich an die Winterzeit erinnert - oder ob Birne Hélène einfach ein typisches Dessert ist, was bei uns zum Fest serviert wird. Es folgt Zucker (?) wenn das für andere Leser(innen) einen Sinn ergibt. Typisch Gaultier, zuckrig süß und vollmundig. Nach einer Weile sind noch Vanille und für mich undefinierbare Blüten vorhanden. Die Birne riecht noch immer vor. Meine Begleitung empfindet die Birne eher als Mandel. Zusammenfassend wird er schwer-blumig mit dominanter karamellisierter Birne (Zuckerschock). Vielleicht hätte er für mich funktioniert, wenn er Ende November auf den Markt gekommen wäre.

Tja, was halte ich von der "Schönen"? Das Parfum ist ein Ableger seiner Zeit. Er erinnert mich im Allgemeinen stark an "La vie est belle" von Lancome und die übrigen (zu) zuckersüßen, blumigen Düfte der letzten zwei Jahre.
Er entwickelt sich wenig, ist von Anfang an ehrlich in seinen Ingredienzen.
Über Haltbarkeit und Sillage kann ich nichts sagen, da ich es nach dem Stadtbummel eilig hatte meine Dusche wiederzusehen! ;) doch wer die vergangenen Schätzchen kennt, weiß dass Gaultier sich da nicht lumpen lässt und ordentlich Gas gibt.

Der Flakon ist (immernoch) ganz hübsch, aber die Blütenkette um den Hals wirkt ein wenig arg kitschig. Das ist leider nicht mein Fall. Die Farbe des Parfums ist spannend und erinnert mich an Joop Homme, den ich sehr mag.
Aber es hilft alles nichts. You're not my cup of tea!
Ich warte indessen mit viel Liebe auf den nächsten Gaultierduft und hoffe, er ist wieder etwas für meine Nase.
10 Antworten

Anika vor 15 Monaten 1
8.5
Duft
7
Haltbarkeit
5
Sillage
7
Flakon

Verhaltene Freude - ja. Personenkult - unbedingt!
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Vor etwas mehr als einem Jahr wurde ich gefragt, wie mir der Duft gefällt. Gut gefiel er mir, sonst hätte ich ihn nicht verschlossen, wie einen Schatz, aufbewahrt. Zwei Jahre lang mit dem Vorhaben ihn einzulagern, wie einen klasse Wein.
Doch ich war in einer sonderbaren Stimmung ihn aufzureißen (...) und zückte das glänzende Päckchen aus dem Regal. Vergangenen Samstag kam der Tag der Tage und ich öffnete die Klarsichtfolie...

Ich war immer der Meinung, ich bin recht tolerant, was Parfums betrifft. Nach wenigen Jahren der Parfumaffinität zogen die ersten Herrenwässerchen bei mir ein und ich trug sie gleichermaßen häufig, wie die übrigen.
Je länger ich reflektiere und darüber nachsinne, wird mir klar, dass ich nicht offen für maskuline Düfte war und bin - sondern eigentlich auf der Suche nach dem Mann, der das verkörpert, was diese Düfte transportieren.
(Hierbei wäre ich sehr interessiert, ob sich da jemand wiederfindet.)

Ein ungewöhnlich fruchtig-blumiger Auftakt erhellt die schwere Süße. Mit Blick auf den aufgelisteten Safran, mag ich diesen erkannt haben. Leather Blend startet für mich eher blumig als, wie erwartet, ledrig. Eine Mischung aus unangenehmen Zigaretten- und gefälligem Zigarrenrauch begleitet den rotbraunen Blumenstart. Ein Müh Räucherstäbchen triggert die 16 jährige in mir an. Nach gut zehn Minuten wird die mittelstarke Wolke um meinen Unterarm körpernaher. Da ist sie! Die braune Lederjacke des dunkelhaarigen, kernigen Unbekannten. Er meistert den Spagat zwischen ansprechend gepflegt, pomadiertem Haar, sauberem Hemd und reizvollem Andersartig-Charme, Mut zur Körperbehaarung und einer Spur Gleichgültigkeit. Er ist durch und durch ein Einzelstück. Ein Alphatier. Pfeffrig erscheinen sowohl sein gelocktes Brusthaar, das selbstbewusst aus dem Hemdkragen hervorrankt (natürlich gewollt und kein Versehen), als auch die gegenwärtige Beinote zum süßen Leder.
Kleine Anekdote:
Jemals in einem Fachgeschäft für Lederwaren gewesen? Die Abgase und Öl eines Oldtimers gerochen? Das sind Eindrücke, die ein Leben lang ein positives Gefühl und eine starke Anziehungskraft in Menschen auszulösen vermögen.
Rieche ich Leather Blend, rücke ich diesem Typ Mann (zumindest olfaktorisch) näher, der dieses Gefühl in mir hervorrufen kann. Groß, stark, eigensinnig, beschützend, aufregend, vertraut, unheilvoll reizend, humorvoll, auffordernd, wild und kantig.

Nach einer Stunde bleiben folgende Eindrücke vom Duft zurück:
Warmer Amber, blumig-unisexer Safran und schwaches, süßes Leder streicheln zart meine Haut. Allerdings bloß in leichter bis mittelstarker Form. Die Sillage enttäuscht ein wenig, da Leather Blend an sich nicht übel ist.
So ist die Performance des Parfums leider nicht so intensiv, wie ich es gern habe. Da bleibt wohl doch nur die Hoffnung auf den entschlossenen Mann, mit dem sympathischen Lächeln.
2 Antworten

Anika vor 19 Monaten 25
10
Duft
7
Flakon

Welcome Sunshine!
Ich liege am Strand von Cavallino, die Sonne scheint wärmend auf den weißen Sonnenhut, stürmische Wellen berühren erfrischend meine Zehenspitzen. Ein Verkäufer stapft in Sandalen und Jeansshorts durch den brütend heißen Sand; "Coccobello" ruft er melodisch. Aus dem tragbaren Radio der italienischen Familie auf dem Handtuch neben mir trällern Albano Carisi und Romina Power. Beim Undrehen von Bauch- in Rückenlage umweht meine Nase ein Schwall Sonnencremeduft.

Ich habe mich nie gefragt, wonach sie eigentlich riecht. Ich würde nach langem Überlegen sagen: süße Mandel (aber eine erwachsene Süße) mit hellen aber kantigen Blüten. Gewisse Dinge hinterfragt man nicht... wie die einzelnen Noten deiner Sonnencreme, die du seit Jahren kaufst.

So riecht Kindheit! Urlaub. Unbeschwertheit. Glück. Geborgenheit.

C'mon, man wartet das ganze Jahr sehnsüchtig auf den Sommerurlaub an der Adria (oder wo auch immer euer persönliches Sehnsuchtsziel ist...)
Ein Parfum zu kreieren, dass genau dieses Hochgefühl hervorruft, war DIE Idee!
Es mag sicher einige Hersteller und Parfümeure geben, die bereits vor Nivea auf diesen Einfall gekommen sind, doch ich kann mir gut vorstellen, dass der Nivea Sonnencremeduft so bekannt ist bei den Verbrauchern, dass eben diese sehr angetan sind, sich ohne klebriges Hautgefühl einige Stunden "Urlaub" aufzusprühren!
So auch ich....
Nun bestellte ich euphorisch einen Flakon und wurde nicht enttäuscht!

In dem Moment des Sprühstoßes, umhüllt man sich 1 zu 1 mit einem warm-würzigen Sonnencreme Bouquet.
Meine Mutter hatte in meiner Kindheit eine Nivea Visage Anti Age Sonnenpflege in einer dunkelblauen Tube.
Diese roch intensiv und sehr "parfümiert". Fast mehr Parfüm, als Creme. Aber in Verbindung mit den Erinnerungen der positiven Tagen am Meer, ist der Duft natürlich ein wahnsinniger Glücklichmacher!
Ich bin beflügelt, die schönste Zeit meines Jahres nun aufsprühen zu können, wann immer mir danach ist.

Für mich persönlich riecht das Parfum auch kräftiger als das Duschgel zur Sonnencreme. Letzteres war schon Strandurlaub zum tief einatmen... aber das Eau de Toilette toppt alles!

Über ein Nivea Sun Intense würde ich mich in baldiger Zukunft sehr freuen!
Bravo e grazie Nivea!
4 Antworten

Anika vor 24 Monaten 10

Der tiefe Griff in Tasche und/oder Keramik
Amber bedeutet zu Deutsch "Bernstein" und ist zart orange, golden. So auch die Flüssigkeit dieses Mugler Sprösslings. Nur riecht der Duft für einen Alien-Kenner so gar nicht bernstein-farben. (Augenzwinker!)
Hier riecht man ein Amethyst-Lila, bei dem es gedanklich klingeln sollte...
Dieser Ableger im hübschen Flakon ähnelt dem Ur-Alien maßgeblich. Ich wundere mich daher sehr, dass hier lediglich drei Duftnoten angegeben werden. Da muss ja viel mehr drin stecken!

Zur Duftbeschreibung verweise ich auf den lila-farbenen Klassiker (schwer und schwülstig: Jasmin, Kaschmirholz) und ergänze um eine wahrnehmbare Amberwolke nach zehn Minuten.
Das Parfum ist ein Raumfüller und es genügt ein Sprühstoß um in der Umgebung deutlich wahrgenommen zu werden. Les Parfums de Cuir ist ein wenig schwächer in seiner Intensität, aber immernoch "stark".
Ich denke, dass man als Passant kaum zu unterscheiden vermag, ob die Trägerin "Alien Eau de Parfum" oder "Alien - Les Parfums de Cuir" trägt. Solche Feinheiten kann man ausschließlich im unmittelbaren Kontakt bemerken.

Nach weiteren zehn Minuten sind mit der Nase am Handgelenk kandierte Früchte zu erkennen, wenn man bemüht ist alle Facetten auseinander zu nehmen. Die Blumigkeit des Amethyst-Alien ist durch und durch vorhanden.
Ich, für meinen Teil, hätte mir mehr Individualität gewünscht bei diesem Parfum. Ich rechnete mit einem süßen, warmen, andersartigen Parfum und bekam eine jüngere Schwester des bekannten Aliens. Ich finde, auch wer Alien mag, hätte diesen geringfügig anderen Duft nicht gebraucht. Er trägt zwar den Namen "Alien", welcher suggeriert, dass er zur Familie gehört - dennoch habe ich mir mehr Amber und Frucht vorgestellt. Leder vermisse ich nicht gänzlich, da dieser nach einer guten halben Stunde (wieder nur hautnah) wahrnehmbar ist. Es hätte dennoch gerne mehr sein dürfen für meinen Geschmack. Leder gibt Düften immer etwas Verruchtes, Tiefes, woran ich unwahrscheinlichen Gefallen finde.
Doch so wunderbar meine Vorstellung durch die Noten hier auf Parfumo auch sein mochte, wurde ich leider enttäuscht. Schade, dass man die Suche nach dem perfekten Parfum nur leider durch solche Tiefschläge nicht aufgibt und immer wieder und wieder Käufe solcher Art tätigt... ruhe in Frieden Bankkonto.
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