AnnikatzAnnikatz’ Parfumrezensionen

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Annikatz vor 4 Monaten 12 5
10
Duft
10
Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon
Sonnig-fröhliche Eleganz
Es wurde schon so viel zu dem Duft gesagt. Warum schreib ich die zig-ste Rezension? Weiss ich auch nicht. Hab einfach grosse Lust drauf.
Ich liebe diesen Duft. So klar, so fröhlich, und jedoch so elegant. Sonnig. Das trifft es sehr gut. Heisst ja auch so. Sunflowers ist irgendwie optimistisch und aufbauend. Das fehlt uns allen zur Zeit.
Ich rieche sämtliche Blumen. Jasmin, Rose, Orangenblüte. Maiglöckchen, auch wenn es nirgends erwähnt wird. Ich rieche Pfirsisch. Und Zitrus, und etwas Bergamotte. Zeder und Amber hab ich nicht abbekommen.
Allgemein hat der Duft an mir keinen Verlauf. Er kommt blumig-fruchtig und geht blumig-fruchtig. Was ihn überhaupt nicht schlechter macht.
Die Haltbarkeit ist für ein EdT sehr gut- meinen Bürotag hält er durch.
Ich finde, da ist dem Hr. Apel schon ein kleines Meisterwerk gelungen.
Ein Duft mit Wiedererkennungswert, der täglich viele Menschen glücklich macht.
Obwohl ich eigentlich zu den opulenten und würzigen Düften neige, manchmal werden mir meine Lieblinge zu viel.
Es gibt Tage, da will man einfach nur gut riechen. Ohne komplizierten Verlauf, ohne grossartige Entwicklung.
Schlicht, einfach, fröhlich, zeitlos.
Zeitlos wie Sommer, Sonne, Jugend, Sandalen und Strohhut.
Einfach mal sich des Lebens freuen und die Seele baumeln lassen.
Schön, dass es diesen Duft gibt.
Er passt wunderbar in meine Sammlung und in mein Leben.
5 Antworten
Annikatz vor 4 Monaten 13 2
7.5
Duft
10
Haltbarkeit
10
Sillage
7
Flakon
Der Hammer-Duft von früher
Cobra! Oh, du Verführerin, für kleines Geld am Wochenmarkt erworben. Durch mich, zartes Wesen von 16 Jahren. Hab nämlich von der Oma etwas Geld gekriegt zum Geburtstag. Es war Mitte der 90ziger, UDSSR gab es nicht mehr, das Geld war plötzlich nichts mehr wert. Ein Hotdog 2000 Rubel. Mensch, ausgerechnet den Preis hab ich im Kopf. Arbeit gab es für viele keine. Aber die Jugend gab es. Wie zu jeder Zeit. Und Jugend machte sich wenig Gedanken ums Geld.
Jugend wollte tanzen, feiern, flirten, lieben! Oh Gott, war ich damals froh und stolz, mit meinen erbettelten schwarzen Leggings und Minirock!
Und Cobra roch so erwachsen, so sexy, so küss mich, Baby!
Sämtliche Blüten spüre ich. Vor allem Tuberose. Und Mandarine ist präsent, dieses Kribbeln in der Nase, wenn man die Schale aufreist.
Ja, dieses Flüstern in der Disco, so bei dem ersten "erwachsenen" Tanz, zu dem sich der Junge endlich durchgerungen hat- "du riechst zum Anbeissen, Kleines."
Und ja, er durfte mich dann nach Hause bringen. Und ewig noch am Haus gestanden, gelacht, geknutscht.
Und schnell und leise auf Zehenspitzen am Schlafzimmer der Eltern vorbei. Dass sie kein einziges Mal geschlafen haben, kapierte man viel später. Als die eigenen Kinder 16 waren.
Und ins Bett fallen! Und noch ewig nicht schlafen. Man hatte noch seinen Duft in der Nase, und ein Hauch von Cobra im Haar. Wobei ein Hauch- nee, ist es nicht. Cobra war erstaunlich lange haltbar. In der Hinsicht konnte man echt nicht meckern.
Irgendwann bei Mama einer Freundin am Flacon mit "Poison" geschnuppert. Und tatsächlich Ähnlichkeit zu "Cobra" festgestellt. Natürlich ist es jetzt kein Duftzwilling, aber eindeutig die gleiche Richtung.
Irgendwann wurde Cobra zu schwer. Zu damenhaft? Es kamen leichtere Düfte. Und dann war man in Deutschland, und alles neu.
Bei einem Heimatbesuch in der Drogerieabteilung eines Supermarktes die seit Jahren bekannte Schlange wieder getroffen.
Ein Sprüher aufs Handgelenk- alles wieder da. Disco, Leggings, Geburtstag. Wie- 20 Jahre her? Was- ich fast 40? Hier doch- Armband, und es riecht so herrlich nach Blumen und Mandarinen.
Ja, hab ich gekauft. Natürlich. Trage ich gerne. So für mich. Wenn mir mal wieder so ist- in alten Bildern zu stöbern.
Sentimental, nostalgisch- ach, nenne es wie du willst. Ich will nicht mehr in alte Leggings passen. Und mit dem Jungen von damals knutschen. Aber es ist schön, dass es so war. Und nicht anders.
Meine Jugend, meine wilden 90ziger.
Mein Cobra.
2 Antworten
Annikatz vor 2 Jahren 16 5
10
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon
Ein Duft der Unschuld
Genauso empfinde ich Noa. Unheimlich zart, jung und unschuldig. Wahrscheinlich weil ich es war, wo wir uns das erste Mal begegnet sind.
Den Duft kenne ich seit seiner Entstehung. Da war ich 18. Und war hin und weg. Blütenmeer. Ich spüre ganz deutlich die Maiglöckchen, Rose und Lilie. Aber auch was grasiges kam durch. Und ein sanfter Hauch Pfirsisch. Von Vanille und Tonkabohne ist an mir keine Spur. Nur weisse unschuldige Blumen.
Und der Flakon! Der ist ja wunderschön. Rund mit einer Perle drin. Da entstand bei mir eine bestimmte Assoziation.
Eine junge Braut, ganz in Weiss, mit einer Perlenkette. Und ja, auch schon in freudiger Erwartung, das Kind wächst in ihr wie eine Perle. Und trotzdem ganz unschuldig, da noch jung, unerfahren, noch nicht wissend, was das Leben bringt, vertraut einfach ihrem Allerliebsten, er verlässt sie doch nie.
Nein, ich spreche nicht von mir. Aber trotzdem hatte ich damals oft dieses Bild im Kopf. Gekauft hab ich mir Noa viel später. Und sein Charakter ist immer noch der Gleiche.
Die Haltbarkeit ist sehr gut für ein EdT. Leicht ist er, jedoch nehme ich ihn locker 6 Stunden wahr. Auf der Haut wird er ganz zart cremig.
Ich finde es ist inzwischen ein echter Klassiker. Trage ich gerne im Sommer, er bringt mir Ruhe, Ausgeglichenheit. Wenn ich ihn auftrage, glaube ich einfach, dass das Leben schön ist. Oder zumindest der heutige Tag.
5 Antworten
Annikatz vor 3 Jahren 9 2
Ein unbeschwerter Sommer
In Bloom habe ich im Sommer 2010 kennengelernt. Ich war 30, ziemlich müde, genauer gesagt kurz vorm Burnout.
Ich vermute jeder kennt das- alle paar Jahre zieht man Fazit. Geht man in sich. Denkt man über das Geplante und Erreichte. Bei mir war es mit 30 der Fall. Und mich packte Müdigkeit und Heimweh.
Ich habe viel gearbeitet. Lange Schichten, viele Gäste. Und das zerrte immer mehr an meinem Nervenkostüm. Und es kamen immer mehr die Rückkehrgedanken.
Ich wollte nach Russland zurück. Oder eher in die Jugend? Und um das festzustellen, stieg ich für einen Sommer aus. Und in den Flugzeug.
Ein Sommer lang durchs Land gefahren. Moskau, St.Petersburg, Kaukasus, Zentralrussland. Großstädte, Kleinstädte, Dörfer. Alte Freunde besucht. Neue Freunde gefunden.
Aus dem Schlafwagen an halb vergessenen Stationen ausgestiegen um Luft zu schnappen. Den Babuschkas ihre selbstgestrickten Schals und Socken abgekauft. Zugbekanntschaften geschlossen.
In Bloom war eine Zugbekanntschaft. In Russland ist Marke Avon stark verbreitet. Eine Vertreterin fuhr mit mir mit, hatte einiges zum Schnuppern mit.
Und der Duft war so klar, so leicht. Pfirsich und Gardenie. Er ist zwar frisch, jedoch nicht jugendhaft. Und er hielt gute 5 Stunden, trotz der Leichtigkeit. Bei dem Preis einfach nur super. Ich mochte ihn sehr. Das war der Duft, der perfekt in diesen unbeschwerten Sommer passte. Er war einfach zum Luft holen.
Er passte zu Sandalen und Strandkleidern. Zu Cargohosen und Wanderschuhen. Zu Jeans und T-Shirts. Und sogar zum Minirock und Pumps. Überall war er absolut harmonisch.
Und nun war er leer, Sommer vorbei, ich um tausende Erfahrungen reicher. Es ging nach Deutschland zurück. Fazit gezogen, Gedanken gesammelt, Kraft getankt.
Zu dem Zeitpunkt war mir klar- ich will nicht zurück. Ist das in 10 Jahren immer noch so? Das wird sich zeigen. Der Ausstieg war nötig. Hat mir viel gebracht.
Ich will nicht sagen, dass In Bloom besonders ist. Nein. Aber es ist ein gut gemachter blumiger Duft in einem schönen Flakon. Gut geeignet für junge Frauen. Damals günstig. Jetzt nun zu Rarität geworden. Hab ihn im Souk gefunden und einfach gekauft.
Trage ihn sehr gerne. Nur für mich. Da spüre ich wieder frischen Wind im Haar, hab tausende Bilder im Kopf. Die Bilder eines unbeschwerten Sommers.
2 Antworten
Annikatz vor 3 Jahren 19 2
10
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon
Weiblichkeit pur
Zu dem Duft wurde schon viel gesagt. Ist inzwischen auch ein Klassiker. Irgendwie. Allgemein finde ich die "alten" Sachen von Yves Rocher sehr gut gemacht.
Im Gegensatz zu vielem habe ich keine Kindheitserinnerung zu "Orchidee". Meine Mutter hat ihn nicht getragen. Nach Russland kam Yves Rocher viel später, in den 90igern.
Aber 97 kam ich bereits nach Deutschland. Ich war 17, und in Sachen Duft recht unerfahren und doch ziemlich altmodisch.
Ein Parfum sollte einen hübschen Flakon haben, am liebsten zum antupfen sein und blumig riechen. Ja, das ist "Orchidee".
Und nun dazu, wie ich ihn kennengelernt habe. Meine Nachbarin trug ihn. Eine junge Frau von gerade mal 22 Jahren, aber bereits verheiratet mit ihrer Jugendliebe. Und so total bodenständig! Und so richtig ordentlich! Mit großen Plänen was Kinder, Haus und Garten angeht. Glücklich, treu und völlig zufrieden mit ihrem Leben.
Und ja, "Orchidee " ist so. Toller Flakon, leicht altmodisch angehaucht. Wenn man den Stöpsel zieht, hat man sofort Blumen in der Nase. Hyazinthen vor allem. Und Nelken. Der Duft umhüllt dich, lächelt dir leise zu.
Und trotzdem kann "Orchidee " sich behaupten. Auf eine sehr weibliche und sanfte Weise. Dieser Duft ist dann einfach da. Wie die Hände der Mutter, die dich sanft umarmt. Wie der sanfte Kuss deiner Frau, wenn du morgen geweckt wirst. Er ist einfach ein leiser Duft von zuhause, er zieht dich in seinen Bahn.
Mir war er damals zu bieder. Ich war ja auch überhaupt nicht so wie meine Nachbarin. Trotzdem musste ich immer an ihm schnuppern wenn ich mal bei ihr zum Kaffee war.
Die beiden sind übrigens immer noch zusammen, haben inzwischen zwei Kinder, ein Haus und einen Hund. Und dufttechnisch trägt sie immer noch etwas hautnahes, leises, biederes? Vielleicht. Sie muss halt niemandem was beweisen. Sie ist in sich und mit sich absolut glücklich.
Genau wie "Orchidee ". Klarer, hautnaher, jedoch präsenter und sehr ausgewogener Duft. Hab ich neulich hier ersoukt und bin sehr glücklich drüber.
Trage ich auch öfter als ich dachte. Immer schrill sein macht müde. Da braucht man einfach diesen Zauberduft. Meine Auszeit zum Träumen. Meine "Orchidee "
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