AsaselloAsasellos Parfumkommentare

20.09.2019 00:09 Uhr
9 Auszeichnungen
Ein spannender Duft, der mich ratlos macht. Es handelt sich hier wohl um echte Niche. Ein Duft, der die Meisterschaft seines Schöpfers erkennen lässt, der gleichwohl sehr eigenwillig ist. Doch vielleicht beginne ich mit ein wenig Hintergrund.

Ma Nishtana ist einer von drei Düften der neuen Serie Gods & Monsters des Parfumkünstlers, ja so will ich ihn nennen, denn ein Künstler ist er wahrlich, also des Parfumkünstlers Prin Lomros unter dem Label Parfum Prissana, das - soweit ich richtig informiert bin - nach seiner Schwester benannt sein soll. Neben Ma Nishtana gehören zu dieser Serie NESNÁS QAREEN und MANDARAVA, die hier bereits sehr eindrucksvoll und gleichsam poetisch wie kenntnisreich von Can777 vorgestellt worden sind. Seine hypnotisierende Beschreibung von Nesnás Qareen hat mich dazu veranlasst, nach diesen Düften zu suchen, zumal Parfum Prissana wohl nur über das Internet zu erwerben ist. Es ging mir eigentlich nur darum, vielleicht die eine oder andere Probe zu erstehen. Bei der Suche nach den Düften habe ich mich allerdings im Internet verloren und letztlich zu fortgeschrittener Stunde, es muss zwischen 3 und 4 Uhr morgens gewesen sein - nun, ich bin wohl ein wenig verrückt - diverse Düfte bestellt, darunter Proben und auch einen Flakon von MA NISHTANA.

Ma Nishtana, so heißt es auf der Internetseite von Parfum Prissana, seien die ersten zwei Worte einer Phrase, die laute: "Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten?"

Mit der poetischen Kraft und Kreativität eines Can777 könnte man gewiss um diese Worte eine Verbindung zu diesem Duft herstellen. Allein mir fehlen all diese Fähigkeiten, weshalb ich es bei einer nüchternen Betrachtung belassen will und die Kunst jenen überlassen möchte, die sie beherrschen, denn Kunst kommt meines Erachtens nach wie vor von Können, auch wenn so manches "Kunstwerk" der Neuzeit mich an dieser Überzeugung zweifeln lässt.

Doch bevor ich in kunsttheoretische Betrachtungen abgleite, vielleicht noch ein Letztes zum Hintergrund der Worte "Ma nishtana": Wikipedia lehrt mich, dass es sich wohl um eine jüdische Tradition handele. Am Vorabend des jüdischen Pessachfestes, während des festlichen Abendessens, werde eines der berühmten Lieder aus der Haggada gesungen. Das jüngste Mitglied am Tisch stelle "die vier Fragen", die mit den Worten begännen "Ma nishtana..." ("Was unterscheidet..."). Der Text sei ein Teil des Maggid, der Erzählung vom Exodus, dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Die Fragen sollen dabei vor allem die Kinder zum Nachdenken anregen über den Unterschied von Sklaverei und Freiheit. Ein - wie ich finde - nach wie vor brandaktuelles Thema in Zeiten, da selbst hier in Deutschland es vermehrt Menschen gibt, die sich offenbar die Sklaverei ersehnen oder sich schlicht nicht darüber im Klaren sind, dass vermeintlicher "Protest" bei einer Wahl auch ein Weg in die Sklaverei sein kann.

Doch halt! Wie immer schweife ich ab, noch dazu ins Politische... Ich bitte um Nachsicht und darum, wieder ansetzen zu dürfen:

Es geht also darum, den Übergang von der Sklaverei zur Freiheit zu feiern und zu verstehen, dass das Fragen, das In-Frage-Stellen bereits ein essentieller Teil der Freiheit ist, denn Sklaven dürften keine Fragen stellen. Ein Sinn des Passahfestes bestehe wohl darin, von seinen inneren Zwängen befreit zu werden. Dabei handele sich wohl auch um eine spirituelle Suche.

Was hat das nun alles mit dem Duft zu tun? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht, aber es ist eine schöne Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Wenn ein Parfum - oder besser: dessen Bezeichnung - das schafft, dann ist sein Name schon einmal gut gewählt.

Doch nun endlich zum Duft. Doch erneut stoße ich an meine Grenzen. Aber einmal begonnen, soll dieser Versuch einer Beschreibung zu Ende geführt werden.

Im Auftakt rieche ich Rauch, Rauchschwaden, ich fühle mich in eine Köhlerhütte versetzt. Meine Frau meint, es rieche wie geräucherter Speck, und zugegebenermaßen kann ich diesen Eindruck nicht ganz von der Hand weisen. Im Hintergrund sind aber schon Anklänge der weiteren Entwicklung dieses Duftes zu erahnen. Safran, meine ich zu vernehmen, und eine Antizipation all jener Ingredienzien, die auch hier auf Parfumo aufgeführt sind. Doch ist der Räucheraspekt zunächst so dominant, dass sich es bis dahin nur um eine vage, ja, Hoffnung, will ich es nennen, handelt.

Tatsächlich, nach 2, womöglich auch 3, Stunden legt sich der Rauch und verwandelt sich in etwas Floral-Würziges, das ich nicht zu beschreiben vermag. Es ist, wie Jakobolino es formuliert hat, ein Korb voller Düfte, die harmonisch miteinander verwoben sind. Solch ein Duft ist mir bisher nicht untergekommen. Der Rauch indes, der Rauch verschwindet nie ganz, er bleibt immer da. Aber das ist auch authentisch, denn wer einmal in einer Räucherstube war, weiß, dass er diesen Geruch nicht so schnell aus der Nase und schon gar nicht aus der Kleidung bekommt.

Ich muss diesen Duft als Parfumkunstwerk anerkennen. Es scheint mir, eine meisterhafte Komposition zu sein. Doch kann man solch einen Duft tragen?! Gewiss, mit einem Faible für Niche und einem gesunden Maß an Selbstvertrauen! An Ersterem fehlt es mir nicht, am Zweiten...hmm. Diese Entscheidung wurde mir abgenommen. Meine Frau zeigt mir die dunkelrote Karte. Sie mag keinen "Speck am Brett" und da sie schon einige Düfte von mir duldet, die ihr nicht zusagen, so darf dieser Flakon weiterziehen, auch wenn sein Inhalt meines Erachtens schon etwas Besonderes, will sagen: nicht Alltägliches, ist, für ein Parfüm jedenfalls.


07.09.2019 20:55 Uhr
12 Auszeichnungen
will ich ein paar Worte zu diesem bereits viel beschriebenen Duft - ja, wahrscheinlich ist er sogar bereits "ausgeschrieben", denn es ist alles Essenzielle gesagt - verlieren, sei es auch nur, um mir selbst darüber klar zu werden, warum mich dieser Duft einnimmt. Doch halt! "Einnehmen" mag nicht der treffende Begriff sein, denn er verheißt zuviel, vielleicht sollte ich es bei dem Wort "gefallen" belassen, denn das scheint mir meinem Verhältnis zu Santal Royal näher zu kommen.

Was ist das nur?! Rosendüfte hatte ich bereits abgeschrieben, weil mir die Rose oft zu dominant und nach einer Weile meist auch zu nervig wird; auch einige edle Rosen-Oud-Kombinationen konnten mich nicht wirklich überzeugen, dabei mag ich Oud (sehr zum Leidwesen meiner Frau). Doch nach dem Kommentar eines von mir sehr geschätzten Parfumistos wollte ich diesem Duft eine Chance geben und ich muss sagen, dass ich Santal Royal etwas abgewinnen kann, mit zunehmender Zeit zudem immer mehr.

In der Tat handelt es sich hier um ein Parfum, dem ich gerne die Zeit gebe, die es auch braucht, um sich in seiner ganzen Schönheit zu entfalten. Es ist wie ein junger Wein, den man noch gar nicht trinken sollte, wollte man in Weinkennerkreisen nicht als "Kindermörder" gelten. Lässt man ihn aber lange genug offen, so macht er in ein paar Stunden, zuweilen auch erst in Tagen, eine Entwicklung durch, die er sonst nur in der geschlossenen Flasche im Laufe von ein bis zwei, gelegentlich auch drei oder gar mehr Jahren durchmachen würde. Doch ich schweife ab...

Tage braucht Santal Royal naturgemäß nicht, um sich zu entfalten, seine wahre Qualität offenbart er aber schon (oder muss es heißen: erst?) nach Stunden, denn dann ist gezähmtes Oud und auch Sandelholz deutlich wahrnehmar. Deutlich meint hier aber in einer sehr angenehmen Art und Weise. Von Sandelholz bemerkte ich zunächst lange nichts. Eine Ahnung von Oud war demgegenüber bereits nach kurzer Zeit da, bis sie mit zunehmender Zeit zur Gewissheit wurde. Mithin, der Duft verändert sich, ohne freilich sein Herz, die Rose, zu verlieren. Genau das aber ist es, was mich, der ich Rose gar nicht so sehr mag, Staunen macht. Die Rose ist nach meinem Dafürhalten von Anfang bis Ende präsent, und zwar sehr deutlich, zugleich aber auch zurückhaltend genug, um nie aufdringlich zu wirken. Sie gibt der Duftkomposition eine Struktur, beim Wein würde man wohl von dem Tanningerüst sprechen. Zwar bin ich noch lange nicht bekehrt, was die Rose anbelangt, doch dieser Duft hat so einiges mehr zu bieten, denn die Rose wird begleitet von so einigen anderen Trabanten, von denen ich die beiden bereits Erwähnten ganz deutlich ausmachen kann, aber auch andere, ohne sie indes genau identifzieren zu können. Zum Ende hin meine ich, Anklänge an andere mir bekannte Düfte zu erkennen. Oud Royal von Creed fällt mir ein, während Santal Royal aber komplexer erscheint. Auch TFs Oud Wood klopft an die Tür. Es dürfte dieses warme gezähmte Oud sein, was an diese beiden Cousins von Santal Royal erinnert.

Was will ich mit alle diesen Worten sagen?! Ich fürchte, es gelingt mir nicht so recht... Um es auf den Punkt zu bringen: Santal Royal, so entäuscht auch einige von diesem Duft sein mögen, wenn sie ihn an älteren Guerlaingrößen messen, so sehr will ich doch aus Sicht der Neuzeit eine Lanze für ihn brechen. Es ist für mich zwar kein Duft, der laut seine Anwesenheit bekundet, auch kein solcher, der mich sofort für sich einnimmt, der sich aber mit zunehmender Zeit als eine Komposition im ureigensten Sinne entpuppt und zeigt, dass sein Schöpfer sein Kunsthandwerk beherrscht.

Vielleicht noch ein zusammenfassender Satz: Ich bin in einem gewissen Maße fasziniert, ohne zugleich enthusiastisch zu sein, fühle mich aber darin bestätigt, dass mein neues Hobby, meine entdeckte Duftleidenschaft, eine ganz vorzügliche Angelegenheit ist. In diesem Sinne soll auch dieser Kommentar lediglich ein Plädoyer für die Duftkunst und das Gewähren von Zeit sein.


26.08.2019 23:07 Uhr
3 Auszeichnungen
Ich habe eine Weile überlegt, ob ich einen Kommentar zu L'Aventure Knight schreibe, weil ich vielleicht meinem eigenen Geruchssinn nicht so ganz über den Weg traue und bisher in den Kommentaren und Statements die von mir wahrgenommene Note anscheinend noch keinen Widerhall gefunden hat. Andererseits dürfte Parfumo auch nicht den Sinn haben, dass sich seine Nutzer lediglich in ihren Wahrnehmungen gegenseitig bestätigen. Wenngleich auch dies seine Berechtigung hat, lebt eine solche Seite doch womöglich mehr von der Kontroverse?!

Nun, daher doch zum Duft:

Vorangestellt sei, dass ich ihn nicht schlecht finde, er hat gewiss seine Ähnlichkeiten zu GIT oder CW. Ich selbst würde ihn aber nicht als Alternative zu GIT sehen, vielmehr als eigenständigen Duft. Nicht, weil ich etwa keine Götter neben GIT duldete, sondern weil ich die Ähnlichkeit für gar nicht so groß erachte.

Ich lese diese Zeilen und ertappe mich dabei, dass ich genau in dem Kreislauf gefangen bin, dem ich eigentlich entfliehen wollte: dem Vergleich mit GIT oder anderen Düften. Doch einmal begonnen, soll es denn dabei auch bleiben. Da der Duft von L'Aventure Knight ohnehin regelmäßig mit GIT und CW verglichen wird, komme auch ich nicht umhin, in die Beschreibung meines Eindrucks eine vergleichende Betrachtung einfließen zu lassen. Denn ist erst einmal die Behauptung, es handele sich um einen Duftzwilling, in der Welt, so kreisen fast zwangsläufig alle Bewertungen um diesen Gedanken und beeinflussen selbstverständlich auch die eigene Haltung. Es scheint mir ein Wesen der menschlichen Psyche zu sein, dass wenn in unserem Geist erst einmal eine gedankliche Verbindung zwischen zwei Dingen besteht, alle weiteren Überlegungen dazu stets um diese Verbindung kreisen, wie die Monde um einen Planeten, diese um einen Stern etc...

Sich aus diesem "Kreislauf" zu befreien, ist nicht schwer, andererseits aber auch nicht leicht. Zuweilen gelingt es mir, aber nicht immer. Mitunter aber führt ein solcher Befreiungsversuch auch zu Wahrnehmungen oder Erkenntnissen, denen man mit einigem Befremden gegenübersteht und die Zweifel an dem eigenen Empfinden wecken. So verhält es sich auch hier.

Bereits der Start des "Knight" erinnert mich an den Geruch, der des Nachts von den benachbarten Wiesen ausgeht und der sich durch die geöffneten Fenster heimlich wie ein Dieb in unser Zuhause schleicht...Es sind die Pferde unseres Nachbarn, vielmehr deren Ausdünstungen, die sich hier ausbreiten. Kurzum: Stallgeruch, von ganz Weitem, aber ja, immer und immer wieder, diese leicht animalische Note, zwar nur hautnah, aber dennoch deutlich wahrnehmbar. Was ist das? Schwitzende Pferde? Rieche nur ich das? Vielleicht habe ich einen merkwürdigen Geruchssinn (siehe schon meinen Kommentar zum M7 oud absolu) aber mich erinnert der Start vom Ritter an den Geruch von schwitzenden Pferden. Aber auch dies mag eine "Freudsche Geruchsverfehlung" sein, denn als Schachspieler muss ich bei Knight naturgemäß an die entsprechende Schachfigur denken, den Springer... Ja, auch vom Ritter ist das Pferd schließlich nicht allzu weit entfernt...

Einmal in das Geruchsgedächtnis eingebrannt, kann ich diese Wahrnehmung auch bei wiederholtem Testen nicht mehr abstreifen. Es bleibt die für mein Empfinden leicht animalische Note und zwar nicht nur am Start, sondern über längere Zeit. Sie ist aber nicht aufdringlich oder unangenehm. Florale und ozonische Duftkomponenten nehmen dem Pferd seine Wildheit.

Mit zunehmender Zeit wird der Duft frischer...ja, in der Tat, frischer, mit zunehmender Zeit...
Das geht, weil der animalische Hauch zunehmend verfliegt und eine Erinnerung an CW ihren schon lange zuvor angekündigten Auftritt hat. Und CW hat natürlich stets ein Empfehlungsschreiben von GIT in der Tasche. Und dennoch...der "Knight" erinnert nur ganz, ganz weit entfernt an GIT, wie ich finde. Wenn man versucht, den Duft zu nehmen, wie er ist, d.h. ohne vergleichende Betrachtung, ist es ein eigenständiger Geruch und zwar - wie schon geschrieben - kein schlechter.

All jene, die eine nähere Duftbeschreibung erwarten, muss ich aber enttäuschen. Dazu sehe ich mich nicht in der Lage. Viel zu wenig geschult ist meine Nase im Herausfiltern einzelner Duftkomponenten. Ich kann lediglich versuchen, meine Eindrücke zu vermitteln. Hier hat es etwas von sommerlicher Wiese mit grasenden, schwitzenden Pferden, Kräutern und ein wenig Ozon. Kein unschöner und - wie schon gesagt - ein eigenständiger Duft mit guter Haltbarkeit (jdf. hautnah), aber m.E. zurückhaltender Silage. Für das Büro würde ich ihn aber nicht nehmen, dann doch lieber GIT oder anderes. Hier hätte ich die Sorge, dass auch andere vielleicht das Pferd riechen, auch wenn die bisherigen Kommentare, diese Befürchtung wohl als übertrieben erscheinen lassen.

So, das war's. Viel Geschreibe um praktisch Nichts...


14.07.2019 20:52 Uhr
4 Auszeichnungen
Also, ich weiß nicht, woran das liegen mag. Ist mein Duftsinn entschwunden, bin ich duftblind geworden?! Aber ich muss schon meine Nase ganz dicht an die Haut halten und extrem tief einatmen, um nur eine Ahnung von dem Duft dieses Parfums zu erlangen. Das, was ich erriechen kann, ist durchaus angenehm, ein warmer weicher, geradezu einlullender Duft mit nur zurückhaltender Süße, die durch holzige Würze, begleitet von einem winzigen Spritzer Säure - so scheint es mir - in Schach gehalten wird. Was habe ich hier gelesen: „balsamisch“, „wattig“, ja, das scheint es zu treffen. Nichts ist aufdringlich, aber es drängt sich auch nichts auf. Wer Letzteres will, sollte zu etwas Anderem greifen.

Gut, ich will zugeben, dass ich zu jenen Verrückten gehöre, die sich normalerweise ordentlich „eindieseln“, ich will meine Mitmenschen gerne teilhaben lassen an dem Duft, den ich trage. Daher habe ich kein Problem damit, wenn man mich gelegentlich fragt, ob ich im Parfum gebadet hätte. Andererseits will ich natürlich auch niemandes Nase belästigen, weshalb ich bei gewissen Silagebomben Vorsicht walten lasse. Bei M7 Oud Absolu kann man allerdings ordentlich Gas geben, ohne befürchten zu müssen, dass - beispielsweise - die netten Kollegen wegen des Ouds oder anderer Duftkomponenten nach frischer Luft hecheln. Das macht ihn alltagstauglich.

Das Oud ist hier in fruchtige Noten „eingebunden“. Ich weiß nicht, ob es jene sind, die in der Duftpyramide als Kopfnoten angegeben sind, ich vermute oder erahne es nur. „Eingebunden“... ein schöner Begriff aus der Weinbeschreibung. Wenn der Alkohol oder die Tannine (das sind die Gerbstoffe) gut „eingebunden“ sind, bedeutet dies in der Regel, dass man den Alkohol, oder besser: seine stechende Note, nicht herausschmeckt, und der Wein nicht so „pelzig“ ist (eingebundene Tannine). Mit anderen Worten: ein geschmeidiger Wein. Und so ist M7 Oud Absolu, geschmeidig, elegant, aber dennoch nicht ohne Ecken und Kanten, die aber leicht rundgefeilt sind. Das gibt ihm eine gewisse Noblesse. Ich würde mir den Duft indes etwas intensiver wünschen. Das Zusammenspiel - Oder ist es mehr ein Wettkampf? - der fruchtigen Noten mit dem Oud - als Schiedsrichter die Myrrhe - ist eine durchaus spannende und wohlduftende Angelegenheit. Mit gefällt es sehr, aber es hat etwas von einem Freundschaftsspiel...gefällig, jedoch es fehlt der Funke.

Ein kleiner Nachtrag noch: Ich bin neu in der Parfumwelt, habe keine große Erfahrung, wenngleich schon einiges Probe gerochen, bin dennoch weit davon entfernt, einzelne Duftnoten mit treffsicherer Genauigkeit identifizieren zu können. Andererseits habe ich bisher noch nicht feststellen können, bestimmte Düfte gar nicht oder nur schlecht wahrzunehmen. Daher habe ich noch einen zweiten Testversuch unternommen und mir das Handgelenk mit einer duftneutralen Creme „vorbehandelt“. Ich habe gelesen, dass dies die Silage, jedenfalls aber die Haltbarkeit, verbessern helfen solle... Bei mir: nichts dergleichen! Naja, es hält ein klein wenig länger, an der m.E. schwachen Silage ändert sich nichts.

Und ein dritter Versuch: 4 Sprühstöße!!! Auch meine Liebste riecht kaum etwas...

Ich stelle M 7 Oud Absolu daher "in die Ecke" und komme später - vielleicht in einem halben Jahr - noch einmal darauf zurück. Vielleicht rieche ich da mehr oder anderes...Schade, da an sich ein schöner Duft.