AugustoAugustos Parfumkommentare

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28.03.2020 22:54 Uhr
13 Auszeichnungen
Damenhaft, geradezu still beginnt dieser Duft, mit blumiger hintergründiger Eleganz. Gar nicht mal allzu rosig. Für AugustAs Wahrnehmung unaufdringliche Präsenz in Grau und Brombeertönen.
Die Textur ist leicht, aber fest. Vor meinem Auge erschient sofort ein Diorkostüm mit Bluse und Schal.

Zart blumig, holzig grün, ein wenig herb, aber immer sanft und vornehm. Mal ein warmer, mal ein kühler Wind. Irgendein leicht süßer Blumenton stört mich zwischendruch. Das könnte die Rose-Jasmin-Kombinaiton im Herz sein.

Aber dann: Am schönsten ist der Drydown! Und der ist dry. Und so moosig, ganz und gar anziehend. Eine herb-weiche Eichenmoosbasis wie ich sie selten auf der Haut erlebt habe. Die würde mir bei dem Duft völlig ausreichen und er wäre meiner...


28.03.2020 22:11 Uhr
6 Auszeichnungen
Blumen und Aldehyde bestimmen den großen Auftritt: Dunkelgrüner Samt, lange weiße Handschuhe, funkelnde Kronleuchter begleiten das Rascheln der Kleider. Man wirft sich Blicke zu, die Atmosphäre ist schnell dunkel und warm. Ein altmodisch abstrakt-modernes Blumenbouquet wird nach und nach in einzelnen Punkten beleuchtet und ist doch nur als Gesamtbild wahrnehmbar, begleitet unter anderem von einem nach einigen Stunden plötzlich geradezu prächtig leuchtenden Vetiverton, der mich wirklich verblüfft hat, bis mehr und mehr Holz hinzutritt und wieder Ruhe einkehrt. Eine fremde Zeit, eine ferne Zeit. Sie als Duft zu tragen gefällt AugustA.


27.03.2020 23:03 Uhr
8 Auszeichnungen
Citizen Queen kaut Kaugummi und raucht und ist ziemlich gepudert. Man bemerkt sie, bevor sie um die Ecke biegt, den Lederhut in Gesicht, mit ihrem ausgeprägt katzenhaftem Gang. Spät am Abend erst verschwindet sie wieder, über die Treppe, mit viel Ambrette.


26.03.2020 22:17 Uhr
5 Auszeichnungen
Weicher Patch mit hellem Blütenblitzlicht die Kopfnote. Softet bald deutlich ab. Frischen Patchouli, wo gibt's denn das?! Weißblüher hier druch den Weißdorn vertreten, der schön würzig und leicht rosig wirkt, das kann aber auch der helle Moschus sein, dazu ein Tropfen Honig. Der Duft ist bewegt, denn er ist soft und etwas wild zugleich. Eine vollblütige Würzfrische, die AugstA schon vom Reminiscence Amber kennt und mag. Nur mit streichelzartem Patchouli diesmal.


25.03.2020 20:27 Uhr
10 Auszeichnungen
AugustA riecht eine Tasse stark gebrühten warmen Minztee, leicht gesüßt, mehr krautig als frisch und zudem geräuchert wie Lapsang Souchong. Weit entfernt von Zahnpasta Minze oder Kaugummi.

Der Rauch mischt sich weich mit butteriger Iris, nur ein Hauch, bei mir kein Puder. Das macht den Duft zart und anschmiegsam, auch Heliotop wirkt in diese Richtung und gibt wohl die leichte Süße. Insgesamt von der Textur her kommt mir der Duft schwebend aber auch fest und umhüllend vor. Beruhigend, stärkend. Grünwürziger Patchouli mit etwas mediterraner Sonne vom Cistusharz begleitet das Fade-Out. Fazit: Ein guter Duft in unruhigen Zeiten!


07.03.2020 00:32 Uhr
17 Auszeichnungen
Schimmernd frischer Auftritt, der von spritzig golden zu goldgesprenkeltem Rauch wechselt. Der Safran kommt je näher an der Haut je wärmer. Die Würzigkeit ist zurückhaltend. Ich kann das Gold im Konzept durchaus erkennen. Metallisch, aber nicht kühl, im Gegenteil - Sonnenstrahlen auf einer Großstadt, dampfender Asphalt vor Mittag, ein ironischer Blick, ein warmes Lachen.
Und, nebenbei: Dieser Pebble ist unkompliziert zu tragen, aber wie immer bei CDG kein Mainstream.


27.02.2020 16:22 Uhr
11 Auszeichnungen
Dunkelrotes Samtoud. Na gut, von mir aus auch Satin, so streichelsanft. Glanzvoller Auftritt, schrammt gerade so an einer Gourmandnote vorbei, bleibt auf der herb-süßen Seite. Formvollendete Verbeugung, tänzerisch, schwelgerisch, ballsaalgeeignet, auch was die Sillage angeht. Hält natürlich bis zum nächsten Morgen. Wem das zu brav ist, hat Pech gehabt.


05.02.2020 22:33 Uhr
18 Auszeichnungen
Würziger, mineralischer Weihrauch mit einer Spur Salzluft. Intensiv harzig. Eine Spur zu laut, aber eine besondere Mischung von Noten aus sehr unterschiedlichen Sphären: Harze und Aquatisches wurden hier kombiniert. Es mischt sich damit auch ein ätherisch frischer Dufteindruck (Salz, Ozon, Maritimes) mit Orient-Anklängen, die aber bei würzigen Einschlägen (Kardamom, Patch, Tonka) bleiben und nicht gleich den ganzen Diwan heraufbeschwören. Eher eine Kapelle an einer Steilküste umgeben von würzigen Kräutern. Und natürlich dreimal Weihrauch, wenn man der Duftpyramide glauben will, und meine Nase tut es. Süß ist hier übrigens nichts, die Myrrhe verbindet Frische und Sakralrauchiges und steht über dem Duftgebilde. Und das deutlich und den ganzen Tag. Ein Sonderling, eine Komposition, die neu riecht und bekannt. Nicht für täglich, eher ein Kapellensonntagsduft.


01.02.2020 00:51 Uhr
14 Auszeichnungen
Dieser Rabe hat einen kräftigen Flügelschlag! Unter seinen Schwingen bewegt sich der Wind, warm, von Kräutern getragen, gleitet mit eine Vanillebrise heran und setzt sich auf meinen Unterarm. Von da an volle Aufmerksamkeit, denn er ist lebhaft - und schwer.
Übrigens ist Abraxas nur bei der kleinen Hexe ein Rabe. Sonst wären da noch: Der Gott vor allen Göttern und ein Santana-Album. Und jetzt noch ein Pferd. Also in jeder Hinsicht ein kräftiges Schwergewicht.

Mir ist er offen gesagt zu viel. Wie ein dicker Kräuterauszug angesetzt mit Vanille und Patchouli. Zugegeben: Sehr schön ist der tiefgrün-leuchtende Ton, die Harze, die ein wenig Frische bringen. Die Vanille stützt diesen grünen Grundton und gibt goldene Einsprengsel. Patch ist Mutter Erde.

Ormonde Jaynes Woman und Man und Merchant of Venices Asian Inspiration im Braukessel nachgesiedet und 100 Jahre im Eichenfass nachgereift. Dann fermentiert. Und daraus dann ein Parfum gemacht. Nix für zarte Gemüter also. Findet aber gewiß seine Liebhaber.


30.01.2020 17:41 Uhr
13 Auszeichnungen
Freie Assoziation:
Ein Schaf, ein Sturm, eine heiße Tasse Tee, eine lange Kette, eine Berührung, ein ungewohnter Gedanke, ein vertrautes Gefühl.

Das freie Rauschen des Meeres. Mineralische Lichtreflexe der Wellen. Glitter im Gestein eines Felsens im Gebirge. Ein Hauch kühlendes Vetiver, der Rauch von Holz, ganz sanft, nie verkokelt. Weisheit, Ferne und Nähe. Ein weiter Horizont, Höhe und Tiefe. Bewegung.

Konzentration auf das Duftgeschehen:
Ich rieche Koriander und Pfeffer als leichtes Prickeln, ein heller Schleier von Iris, noch mit Möhrenkomponente, die sie leicht und saftig macht. Bald schon etwas Vanille, hellbeiger warmer Lichtschimmer.

Der Duft beginnt sofort mit Lichteindrücken zu spielen. Er ist luftig, Licht, das durch einen feinen Stoff fällt, es schimmert, es wabert. Und hat eine sanft herbe Note, als ob der ganze Zaubertrank über einen alten Holzstumpf gekippt worden wäre. Mal silbrig, mal golden schwebt er in die Höhe, um sich wieder sacht auf der Haut niederzulassen. Der Eindruck ist elegant, zugleich wirkt er technisch verspielt, das heißt sehr lebendig für meine Wahrnehmung, aber eine "erwachsene Vanille" eine elegante, sehr trockene Iris, mehr Wurzel als Glam-Puder. Kein Haarspray, kein Lippenstift, keine Theaterschminke. Abstrakt wie naturnah, fern und zugleich unmittelbar verschmelzend. Dieses grau-beige irisierende Licht blebt erhalten, wenn der Duft nach einer halben Stunde blumiger wird. Jasmin läßt sich erahnen, stiehlt der schlanken hochgewachsenen Iris aber nicht die Schau mit seiner Erotik, Magnolie bringt das ganze noch weiter zum Glänzen. So bleibt es lange, ein manchmal flackernder Iris-Würzpuder.
Er verschwindet, er kommt wieder sobald man ihn vergessen hat, das ist hier ein echter Iso-E-Super Trick, aber so gekonnt eingesetzt, dass der Duft dabei weder Ruhe noch Eleganz verliert und auch mehr und mehr in die Tiefe geht. Bewirkt bei AugustA leichtes Fernweh und eine intime Faszination. Ich empfinde diesen Duft also so passend, so vertraut, trotz der abstrakten Bauart, dass die Faszination mit jeder Minute größer wird. Der Sog der Duftaura ist groß, aber es bleibt immer leicht und schwebend. Ein im ersten Augenblick der Begegnung liebgewordener schöner Fremder. So selbstverständlich außergewöhnlich. Für den Abend für die Nacht für den Tag.

Am Ende wird das Leuchten schwächer, eine Ahnung von Gewürz, Vanille und Holz und eine Facette der Iris, die nun sehr gepflegt, sehr wohltuend wirkt. Dieser Ton ist mir nach der ersten Probe in der Kleidung noch Tage später aufgefallen, und er ist perfekt, ich greife gern wieder zu diesem Pullover oder diesem Schal, um ihn wieder anzuziehen. Ein vertrauter und aufregender Geruch. Was will Mann/Frau mehr?


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