AugustoAugustos Parfumkommentare

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Augusto vor 13 Stunden 11
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Duft
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Haltbarkeit
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Sillage
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Flakon

Was ist eigentlich ein leichter Chypre?
Der Duft ist anders, als AugustA ihn sich vorgestellt hatte. Aber ich bin ja auch gänzlich Tiarè-unerfahren. Ich dachte an Südsee-Feeling, Bounty, eben schlimmstenfalls an Kokosstrände zum Aufsprühen. Was für eine BanausIn. Dann sah ich diesen Duft und einen Versuch war es mir bei OJ wert. Die meisten der bisher getesteten Düfte sind sehr sehr schön gemacht, anders als gedacht und nie zu schwer.

Tiaré bestätigt das. Er beginnt geradezu trocken, frisch-blumig, sommerlich, luftig-duftig. Bar jeder Süße, fast mit Tendenz zu einem leichten Chypre - etwas, das es so meiner Duftauffassung nach gar nicht geben kann. Allein deshalb schon toll.
Sommerfeeling zum Durchatmen, und er vereint: Exotik, Klassik und Grün.

Ein Sprüher ist dabei kaum merklich, aber wundervoll auf der Haut als Grundgeruch, ein Sprüher mehr zieht den Duft ins Chyprisch-Grüne zusammen und gibt den in der Natur sicher üppig wirkenden Blüten etwas mehr Grund. Die Frische bleibt aber immer erhalten.
Auf jeden Fall: Wieder ein OJ, der meine Empfehlung hat.
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Augusto vor 11 Tagen 17
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Duft
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Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon

Die exquisite Wiese
Und nun hat AugustA doch ein Amouage erwischt...

Erste Riech-Regung: Oh, Waschmittel..., nur um zu merken, dass dem sofort nicht mehr so ist, sobald der Duft richtig auf der Haut ankommt.

Er kommt zwar durchaus mit frischem Biss, aber wir haben hier ein superfrisches Grün, gepaart mit einem Geruch, dem man draußen im Freien mit überreifen Früchten unterm Obstbaum verbinden würde. Voll, dicht. Dazu tritt ein mild-würziger Blumenduft. Wiesenblumen, und da ist sie, die Kamille. Nicht wie im Tee, der die meisten ja ans Betthüten erinnert, sondern auf der Wiese, das wirkt doch ganz anders. Atmosphäre: gelb-weiß-grünes Wohlbefinden. Natürlich und edel, aber auch beruhigend.
Damit es nicht zu wiesenblumenartig bleibt, tritt ein raffinert gesetzer Hauch helles Leder hinter den Duft, strenge Narzissen blühen auf, eine winzige Spur weiße Blüten, und alles versammelt sich unter den Obstbäumen oder auch im sommerlichen Obstgarten-Bild ohne fruchtig zu sein.

Wäre der Duft ein Rezept, stünde bei Dr. Oetker "sehr fein" dabei, aber das lenkt jetzt nur ab. Vielleicht titeln wir besser: Die exquisite Wiese.

Nach und nach empfinde ich den Duft als ein Kaleidoskop in Grüntönen: Mal leuchtend, dann dunkel, jetzt scharf, dann frisch, balsamisch, würzig, bitter, streichelsanft, wenn nicht sogar samtig, adstringierend, ich sehe sogar ein waches Grün, ein schattiges, ein sonniges, ein feuchtes und ein staubtrockenes Grün. Grün von Gemüse und Grün von Blumenstengeln, Blättern, Nadeln. Alles da, im Wechsel, in permanenter Rotation und Überlagerung. - Ein Dufterlebnis!

Bracken ist dabei irgendwie - ja, selbstbewußt. Und zwar in den Sinne wie die Damendüfte der 70er, die ja immer auch herb und vergleichsweise fordernd wirken aus heutiger Sicht. Die nach Aufbruch, einem eigenem Leben und einer eigenen Meinung, kurz: nach Selbstständigkeit riechen. Daran lehnt sich Bracken an, er zitiert ohne zu kopieren. Seine Wiese ist milder, zeitgemäß, nicht retro.
Sie ist nämlich auch gesprenkelt von Licht, Weiß und Silber, trotz der Dichte bleibt der Duft schlank, kein Goldschmuck, keine Robe. Warum ist das eigentlich modern? Vielleicht kommt doch alles einfach nur wieder, aber in veränderter Form? Grübelnd schnuppere ich an meinem Handgelenk.
Das mag also bekannt klingen, ist aber in der Webart und Struktur so speziell, dass von einem Blindkauf dringend abgeraten wird.

Augusta will jetzt auf jeden Fall als nächstes eine größere Abfüllung. Wobei, mit einem Tropfen kommt man, nebenbei bemerkt, sehr weit. Vielleicht reichen hier 2ml auch für ein Leben. Der Duft scheint mich erwischt zu haben.
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Augusto vor 25 Tagen 24
8.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Sommernacht.
Die Honigsüße von der Akazie, das Fluffige von der Mimose, die Frische von der Rose. Das fasst es für mich schon zusammen.
Rajasthan liegt märchenhaft weich-würzig auf der Haut in einer lauen Sommernacht. Und wenn sie noch nicht da ist, wird sie noch kommen. Die Sommernacht.
Beständig leichte Zitronenfrische und ein Hauch von Chai Latte wehen zu mir herüber. Über Stunden. Und wie selbstverständlich flattert ein Seidentuch im Wind, gemustert mit bunten und goldenen Blütentropfen und streift kaum merklich die Haut am Unterarm. (Gänsehaut.)
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Augusto vor 29 Tagen 8
7.5
Duft
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Haltbarkeit
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8
Flakon

Folie aus unkenntlichen Blumen an Zeder, unbrav.
Der Duft ist herb-grün und lieblich-blumig. Nicht gerade das klassische Blumenbouquet aus Rose, Jasmin usw., sondern unbekannte Blumen, oder zumindest nicht erkennbar gehaltene, abstrakt und natürlich zugleich. Das ist etwas irritierend, weshalb der Duft hier vielleicht nicht so besonders gut abschneidet. AugustA gefällt diese Folie aber. Zum Schluss noch ein wenig streng trockene Zeder, womöglich, oder etwas in der Art, und fertig ist der unbrave Blumenduft pur.
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Augusto vor 32 Tagen 10
7.5
Duft
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Haltbarkeit
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Orangenblüte jenseits des Trampelpfads
Orangenblüte - AugustA im Testrausch, die dritte in zwei Tagen.

LdE beginnt, sommerlich orangig, aber der Duft setzt der Spritzigkeit der Orangenschale gleich etwas Herb-Ernstes entgegen, das mich aufmerken lässt. Der Duft gewinnt sofort an Tiefe, was ich an einem einen O-Blütenduft so nicht kenne. Gewürze nicht direkt, keine Nelke oder dergleichen, eher Jasminseife mit Orangenblüte wie man sie aus dem Mittelmeerraum kennt gegen die stumpf-grüne Würzigkeit von Lorbeer gestellt.

Der Duft wird nach und nach auf meiner Haut immer trockener. Interessant und schön finde ich das, bis das passiert, mit dem ich nach ca. zwei Stunden nicht mehr gerechnet hatte: Gemüsesuppe.
Die Kommentare haben Recht, da ist sie. Und bleibt, leider.
Ab da ist die Freude an dieser etwas anderen Orangenblüte bei mir zumindest vorbei. Es riecht einfach seltsam. Der Duft bekommt von mir aber einen Bonuspunkt zur Güte, denn seltsam ist ja nicht notwendigerweise schlecht und Abweichen vom Trampelpfad muss belohnt werden.
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