AugustoAugustos Parfumkommentare

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19.09.2019 23:59 Uhr
8 Auszeichnungen
Zitrone-Mandarine-Orange-Bergamotte und dann sogar noch Verbene. Provenzalisch-frisch. So bleibt's aber nicht, denn es gesellen sich noch vorwitzige Seifenblumen mit niedlichen kleinen Schaumkrönchen hinzu und am Ende überstäubt es noch jemand mit leichter Hand mit hellem Puder. Unkompliziert, geht immer.


09.09.2019 01:13 Uhr
13 Auszeichnungen
Schlank, grün, durchscheinend wie das Licht im Winter, mit einer besonderen Note, die AugustA gut gefällt, ich kann sie aber nicht genauer ausmachen. So etwas wie Grüne Gaslaterne vielleicht.
Ein etwas anderer Vetiver, in dem die Betonung nicht auf dem Süßgras liegt, aber trotzdem kühles und zugleich etwas exotisches Grün leuchten lässt, wenn auch eher zart.
Sicher ein bisschen eher zum Anzug passend als zum Kleid.


24.08.2019 00:10 Uhr
11 Auszeichnungen
Die warme und die kühle Seite der Iris ist hier so zusammengebracht, dass es für AugustA einen sehr erdigen Effekt gibt.

Möhre, frisch-saftig ist darumherum riechbar und ein wenig Frucht, zentral und voll aber erstmal Erde, zwar nicht grün-braun wie bei Patchouli, sondern eher grau, transparent, dunstig, als wäre es nicht die Erde selbst, sondern ihre Ausdünstung, die Schicht darüber, mit ein wenig Dampf oder Nebel, der emporsteigt. Vergangene Erde. Asche.

Das könnte der Wirkung des Veilchens zuzuschreiben sein, das mit Iris ganz natürlich harmoniert, den beide haben einen sehr verwandten Vibe. Dadurch wirkt der Duft fein und ernsthaft und zugleich sehr vertraut. Er schafft eine ganz besondere Umgebung für die Haut, der man sich anheimgeben kann. Das zu erfühlen ist noch schöner, als direkt an der Haut herum zu riechen, was man aber auch nicht ganz lassen kann. Die Schicht darüber ist so anziehend!

Auch die Tabaknote am Ende spiegelt das wider. Sie wirkt eher warm-vertraut als dass sie nach Rauchwaren riecht. Zistrose gibt etwas Feuer und Helligkeit dazu. Der Amber macht warm im Abgang.

Cendré - aschfarben erinnert nicht nur farblich an helles Grau, sondern auch daran, dass es ein Feuer gegeben haben muss. Die Erde nach dem Feuer.

Und am Ende läuft dieses Duft-Gesamt dann noch auf ein zartes, weiches Leder hinaus.

Iris in einem Kontext, wie man sie zwar kennt, aber auch irgendwie nur selten riecht, sehr gut vorstellbar an Männern wie auch für Frauen, die eine trocken-grün-ledrige Auslegung der Iriswurzel zu schätzen wissen. Iriswurzel, deren Bezug zur Erde hier geradezu greifbar wird beim Riechen. Denn jeder Regenbogen der Göttin Iris beginnt und endet auf der Erde.

Ein wunderschöner Duft, der vertraut und fremd zugleich wirkt.


22.08.2019 22:20 Uhr
5 Auszeichnungen
Steinmauern, Erde und Beeren. Zu Beginn riecht AugstA Klebstoff, Alkohol. Dann wird der Duft zunehmend ambriert und mineralisch. Herb-säuerliche Beere, eine gedämpfte Fruchtcreme. Dunkel.
Sicher schön für den Herbst, im Klang ist Caru etwas dumpf. Wie Laub auf dem Boden, das die Geräusche schluckt. Wieder Steinmauern und Erde.
Ein durchaus charaktervoller Duft, irgendwo zwischen orientalischen Klängen und Naturbeobachtung.


04.08.2019 23:27 Uhr
8 Auszeichnungen
Dieser Duft ist für mich schwer zu beschreiben.

Schon nach zehn Minuten wirklich fette Abstrahlung. Wuchernd.
Eine dicke Wolke legt sich und eine Art Nachtstimmung entsteht.
Es gibt streng-herbe Engelwurz und Tuberose ohne Süße. Auflösung Richtung Erde - Patchouli?
Durch die Tuberose wird der Duft blumig, aber im Vordergrund steht eine sagen wir mal surreale Comic-Szenerie mit Sepia-Hintergrund. Eine Kunststofffabrik auf nasser Erde. Sehnsuchtsstimmung.
Oder: Ein fleischiger Kräuterkaugummi mit einer guten Portion Exzentrik.
Am Ende eine unbeschreiblich holzig-spritzige Basisnote.

Sehr eigenständig, sehr besonders.


25.07.2019 18:24 Uhr
4 Auszeichnungen
Orientalisch, süßlich oudish, diese Iris. AugustA riecht Trockenobst, vielleicht Cumin, Süßes Veilchen, Vanille, gewürz Nelken. Die Iris ist hier in scharf-holziger und weich-würziger Gesellschaft. Die an sich eher kühle Iris hier in sagen wir mal pikantem Rahmen. Das erinnert ein wenig an Orris Noir, ist aber klassischer, italienischer und sehr haltbar. Die Basis ist ein Traum. Bisher AugustAs liebster Provenzano.


25.07.2019 18:12 Uhr
10 Auszeichnungen
Pulsierende Jasmin, mit Rauch bzw. Asche abgekühlt. Hat was Verwegenes. Die Zigaretten stören auch ehemalige Raucher nicht unbedingt, dazu braucht es mehr Fantasie und mehr Zigarette. Aber insgesamt ergibt sich eine Lounge- oder Partynote, die mir gefällt. Alles andere als glatt, die Jasminblüte pulst und bewegt sich stroboskopartig. Sicher ein fantastischer Clubduft. Auch wenn oder gerade weil da heute ja keiner mehr raucht.
Androgyn? Jedenfalls anziehend.


15.07.2019 22:38 Uhr
8 Auszeichnungen
AugustA staunt: Ein ausladendes 20er Jahre Blumenbouquet. Erst leicht zitrisch mit Weißblühern, viel funkelnde Aldehyde. Ein Hauch Puder, nicht zu viel. Sehr hell, strahlend. Das ganze zwar üppig, aber nicht schwer, die Blüten entfalten sich nach und nach wie im Zeitraffer.
In die Nase steigt mir besonders Jasmin und eine sehr weiche Rose.
Sminta gleitet schließlich geschickt hinüber in eine butterweiche Iris mit Übergang ins Holzige. Zum Dahinschmelzen, will sagen: Angenehm weich und rund. Der Abend klingt dementsprechend voller Hingabe aus, auf dem grünen Samt-Kanapee.


13.07.2019 20:48 Uhr
9 Auszeichnungen
Goldgrün schimmerndes Teeblatt, eine Ahnung von Seife und Zitrus. Schwebende Duftaura, aber durchaus präsent, mit Körper. Die Jade als Stein steht ja allgemein für Zufriedenheit, Sebstvertrauen und Ausgeglichenheit. Er hat ein schimmerndes, zuweilen milchiges warmes Grün. Das alles passt zum Duft, der mehr ist als ein Erfrischer mit Teenote.
AugustA empfindet ihn durchscheinend, zugleich körperlich. Der Duft verbreitet zunächst Wohlklang und ist durch den Einsatz von Harzen und Weihrauch auch gut dafür, als Alltagsunterbrechung Interesse zu wecken und ein wenig Eleganz zu bringen.

Er entwickelt sich dann eher herb, eine Enziankonnotation kann ich nachvollziehen. Das mag der Mateakkord sein. Dazwischen ein Puderanklang, der aber zart hintergründig bleibt. Auf lange Sicht erscheint Jade Leaf Tea mir aber etwas zu sauber, um mich zu begeistern. Die Haltbarkeit des Duftes ist allerdings überraschend, er bleibt viele Stunden und mit einer für einen Teeduft guten Sillage.
Alles in allem: Ein angenehmer Duft, aber nicht allzu fesselnd. Für Teeduft-Freunde aber sicher eine Testempfehlung.


10.06.2019 21:54 Uhr
10 Auszeichnungen
New York ist für AugustA ein Irisduft. Offwhite, also cremefarben. Die Verbindung von silbern-kühler Iris mit gelblicher Vanille und etwas, das mich an Mimose erinnert, das könnte die Pfingstrose-Ambrette-Kombination sein, zart blütig und zart süß. Darüber legt sich Asphaltstaub, es ist die Großstadt, schillernd und verhangen zugleich. Das Armani Privéetypische zeigt sich hier mineralisch, das ergibt etwas Regen auf trockener Erde, vielleicht im Park, vielleicht in den Straßen.

Der Duft ist hell, einnehmend, lebendig und von einer ganz selbstverständlichen Eleganz.
Er hat nach der ersten oben beschriebenen Grundstimmung noch eine mehr pudrige Phase, die wird dann später abgelöst von einer deutlich vanilligeren Note, keksig, Vanillezucker auf irgendeinem Gebäck im Straßencafé. Von Gourmand aber weit entfernt. Mehr der Duft der Bäckerei, an der man vorbei kommt.
Bevor es zu lieblich wird, fängt oder besser gesagt rauht eine tolle Rauchnote und helles Holz den Duft wieder auf.

Inspiration und Emotionalität sind hier perfekt in Waage gebracht. Ein Duft, den es zu testen unbedingt lohnt, für AugustA allerdings mit Tendenz zum Winterduft, aber wer leichte Süße immer mag, der kann den locker ganzjährig tragen. Ich denke, er ist leuchtend-mondän und schlicht-anschmiegsam zugleich. Das ist eine ausnehmend einnehmend und spannend gemachte Sache. Großes Kino und Straßenfeger. Gefällt mir.


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