Flakon-Workshop für heiße Tage
Das bisher heißeste Wochenende im Jahr steht bevor. Ob der Workshop wohl stattfinden kann? Ob überhaupt jemand kommen wird?
Märchenlilie blieb bei ihrer Zusage. Zum Glück!
Märchenlilie:
“Ich hab mich sehr gefreut als ich laß, dass es endlich wieder einen Flakon Workshop gibt, an einem Wochenende, wo ich Zeit hab. Daher konnten mich weder die Hitze noch die Tatsache abhalten, dass ich auch diesmal wieder die einzige Teilnehmerin war. Dafür würde ich wieder eine Eins-zu-eins-Betreuung haben. Ich kam zum zweiten Mal, wusste also schon, dass ich ein sehr kreatives Wochenende mit einer tollen Gastgeberin zu erwarten habe. Ich wollte wieder einen selbst gemachten Duft mit einem kreativen Flakon versehen, einen schönen neuen Flakon aufwerten/verschönern und evtl für eine besondere Abfüllung einen kleinen Flakon machen.

Der selbstgemachte war schon angefangen. Er heißt "Cloudy pillow" und steckte schon in einer von mir gefilzten weißen Kugel. Um es noch fluffiger zu machen, sollte der Deckel mit einer Wolke aus unbehandelter Rohwolle versehen werden. Ein hübsches Armband hielt das provisorisch fest, aber wie ich das am besten befestige, wollte ich Barbara fragen. Und tatsächlich hatte sie, als ich ankam, lauter Rohwolle auf dem Tisch und wollte mir eine neue Technik zeigen, wie man ungefilzte Wolle (ist wie natürliche Watte) nähen kann. Das war genau die Lösung für meine Wolke. Mit Goldfaden nähen, ankleben, und das Armband bekommt der Flakon wie eine Kette umgeklebt. So stand schnell der Plan und so haben wir es dann auch gemacht.“
Diese Technik möchte ich noch etwas genauer beschreiben, da sie einfach umzusetzen ist und das Ergebnis sowohl olfaktorisch als auch optisch und haptisch ein Genuss ist.

Hierzu wird die Rohwolle vorsichtig!! mit Shampoo gewaschen, damit sie nicht zu stark verfilzt und ihren typischen Geruch behält. Danach wird sie in ein Stück wasserlösliche Folie eingeschlagen (gibt es im Nähzubehör zu kaufen) und mit der Maschine vernäht. Das heißt, mit einem goldfarbigen Metallnähgarn wird ein paarmal am unteren Rand hin und her genäht. So erhält das Stück etwas mehr Stabilität. Die Folie wird danach in warmem Wasser aufgelöst. Nach dem Trocknen kann die Wolle um den Flakon gelegt und von Hand festgenäht werden. Bei dem Deckel ist es sinnvoll die Wolle mit etwas Kleber zu fixieren, damit sie auch beim Öffnen nicht verrutscht.
Märchenlilie weiter:
“Zweites Projekt war ein Palmenzapfen. Ich wollte ihn aufsägen und wir fanden beide, er passt farblich toll zum Osmanthe von Porcelain. Und von der Größe passt vielleicht der Originaldeckel darein, dann bekommt er den als Hut auf. Wir waren beide gespannt auf dieses unbekannte Material, aber es klappte und er konnte mit Beton ausgegossen werden.“

Auch hier möchte ich einen Tipp einschieben, da ich weiß, dass einige Leser diese Blogs als handwerkliche Inspirationsquelle nutzen: Zum Einspannen von unregelmäßigen Gegenständen eignet sich ein Bandspanner mit herausnehmbaren Kunsstoffbacken hervorragend.

„Ich wollte nicht den ganzen Flakon in Beton gießen, da ich ihn eigentlich schon sehr hübsch finde. Eher teilweise "einkleiden" und teilweise das Glas und die goldfarbene Flüssigkeit sichtbar lassen. "Wie riecht er denn?" - "Oh, da ist Leder drin, das können wir doch nehmen!" Ich wickelte und drehte etwas zurecht, das wir beide schön fanden und wir brauchten dann vier Hände und ein Video um es wieder so hinzubekommen und zu kleben wie beim ersten Mal. Eine dänische Münze wurde noch integriert, da sie erstens hübsch ist und zweitens der Duft aus Dänemark kommt. Fertig.

Für das dritte Projekt hatte ich zunächst nur Farben im Kopf. Meine Abfüllung vom Tears sollte lila und weiß und etwas grün für ihren Flakon bekommen (er hat Flieder, ist sehr zart und hell und grüner Cognac ist auch drin). Als ich die tollen Glasmosaik-Flakons sah, hab ich entschieden, dass es ein solcher werden soll. Mit einem kleinen lila Edelstein drin und drauf. Glas schneiden, kleben, verfugen, die Kappe sägen und mit dem Fräser verzieren und den Amethyst eingießen. Dieser kleine Flakon hat die meiste Arbeit gemacht, aber ich finde ihn auch sehr schön gelungen.

Natürlich wurde in diesen zwei Tagen auch wieder sehr gut gegessen (Dank an Barbaras Mann!), gequatscht, geschnuppert... Und all das in einer sehr angenehm kühlen Werkstatt, während draußen brütende Hitze war.
Ich war wieder sehr glücklich und es ist einfach wundervoll sich so eine kreative Auszeit mit so liebevoller und kompetenter Unterstützung nehmen zu können. Ganz ganz lieben Dank!“
Für mich war es ebenfalls eine willkommene, kreative Auszeit, bei der ich die hohen Temperaturen (40 Grad) fast vergessen habe. Die drei sehr unterschiedlichen Ergebnisse zeigen die Vielschichtigkeit mit der Märchenlilie sich befasst hat. Ich bin immer wieder beeindruckt, von der intensiven Kreativität, und dem Mut sich auf fremde Prozesse einzulassen. Es ist für mich eine große Bereicherung die einzelnen Teilnehmenden dabei begleiten zu dürfen.
Herzliche Grüße aus der Kreativ-Werkstatt!
Barbara
… nächste Gelegenheit ist der 22./23. August.


BeJot

Ich trage wohl so ein großes Repertoire an Möglichkeiten in mir, dass die Chance relativ hoch ist, dass passende Ideen rauskommen.
Danke dir!
Danke dir!
Danke dir!
Einen Banksiazapfen müsste man tatsächlich ausbohren, aber würde ich auch gerne mal machen. Berichte gerne mal und viel Erfolg dabei!
Bin ganz begeistert...der Zapfen ist einfach großartig. Vielen Dank wieder fürs teilhaben lassen 💝
Ja irgendwann muß ich mich mit Dir @BeJot unbedingt mal austauschen....