BlauemausBlauemaus’ Parfumkommentare

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15.10.2018 11:39 Uhr
8 Auszeichnungen
Momentan ist das mit dem Wetter parfumtechnisch ja so eine Sache. Bei uns hier herrscht der Goldene Okober - Indian Summer auf der Schwäb. Alb. Wunderschön ist das - der Wald leutet in div. Gold-Rot-Tönen soweit das Auge blicken kann. Dazu tagsüber angenehme 20-22 Grad. Herrlich und nicht umsonst meine liebste Jahreszeit. Nur - welcher Duft passt dazu? Warme Herbst-Winterdüfte locken mich noch nicht wirklich, dazu ist es einfach zu warm. Und Sommerdüfte habe ich nach diesem langen, heissen Sommer satt. Gut dazu passen meine amerikanischen Düfte, wie ich festgestellt habe. Kräftige Blumendüfte, nicht süß oder gewürzig. Und davon habe ich ja ein paar, also genug Auswahl.

Giorgio Sunshine habe ich schon seit 2015, aber irgendwie nur sehr selten getragen. Er kam in diesem ebenfalls sehr heissen Sommer zu mir. Damals trug ich ihn ein paarmal, hat auch gut gepasst, da er einen nicht erschlägt oder nach schweissigen Zitronen riechen lässt. Aber dann fiel er hier in ein Art Dornröschenschlaf, keine Ahnung, warum eigentlich. Mit dem bekanntesten Duft des Hauses Giorgio Beverly Hills, Yellow, hat er eigentlich ausser der Flakonform nichts gemein. Er erinnert mich etwas an 5th Avenue, aber teilweise hat er auch Ähnlichkeit zu Wings, welcher aus dem gleichen Hause kommt.

Giorgio Sunshine ist ein wunderschöner Gute-Laune-Duft, der zwar präsent, aber nicht aufdringlich ist. Mit nur 2 Sprühern nebelt man keinesfalls den ganzen Raum ein, mehr sollten es aber dennoch nicht sein, weil es sonst zu viel des Guten wird. Der Start ist recht blumig mit den Blüten des Zitronenbaumes und frisch-grüner Lilie. Einen Hauch Papaya kann ich wahrnehmen, aber keinesfalls finde ich den Duft fruchtig. Die Herznote besteht in erster Linie aus Pfingstrose und etwas Gardenie. Tiare nehme ich nur minimal zur Abrundung wahr, keinesfalls als dominante Note. Pflaume in der Basis bleibt mir glücklicherweise erspart, die esse ich lieber. Dafür ist der Duft schön holzig und sehr weich, was ich ausgesprochen angenehm finde.

Die Haltbarkeit finde ich mit 5 Std. in Ordung, der Flakon gefällt mir mit seinen rot-orange-Tönen richtig gut. Im Handel habe ich ihn noch nie finden können, so wie alles von Giorgio Beverly Hills, sogar Yellow findet man kaum noch irgendwo. Aber im Internet bekommmt man ihn vereinzelt noch. Wer also so wie ich typ. amerikanische Blumen-Düfte mag und wem 5th Avenue zu seifig ist, könnte sich den hier mal anschauen. Und bei dem Preis ist auch ein Blindkauf vertretbar. :)


27.09.2018 11:54 Uhr
12 Auszeichnungen
Was mich an unserem Hobby ganz besonders fasziniert, ist die unterschiedliche Wahrnehmung von Düften. Klar, auch wie sie riechen und ob ich mich damit wohlfühle. Viele vertreten ja die These der Hautchemie. Also dass sich Düfte je nach Träger(in) unterschiedlich entwickeln. Andere verbannen diese These in das Reich der Märchen und Mythen und sagen, es ist der Kopf. Oder die Nase. Ein Duft kann nicht unterschiedlich riechen, es liegt daran, wie er empfunden wird. Ich selbst tendiere zu ersterem. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es daran liegt, wie die Hautbeschaffenheit ist. Auf trockener Haut hält ein Duft schlechter wie auf fettiger, auch was man isst, hat einen Einfluss auf den Körpergeruch, man denke nur mal an Knoblauch. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein zartes Rosenwässerchen dann anders riecht als auf knoblauchfreier Haut. Das gleiche Spiel durch stark gewürztes Essen, z.B. vom Inder. Auch der ph-Wert der Haut hat sicher einen Einfluss darauf. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Asiaten nicht schwitzen. Diese würden vom Duft, der in unseren Sporthallen so hängt, def. abgeschreckt werden. Ich weiss nun nicht, was da dran ist, aber meine chinesische Schwägerin duftet jedenfalls neutral. Der einzige Duft, der sie allerhöchstens mal umgibt, ist der ihres wirklich hervorragenden Essens.

Jedenfalls ist es immer wieder interessant zu lesen, was so zu einem Duft in Kommentaren und Statements geschrieben wird. Schon bei "Terre d'Iris" von Miller Harris fiel mir auf, dass er für mich sehr angenehm duftet, ihn viele aber als ausgesprochen sperrig empfinden. Oder "Nuit de Tubéreuse" von L'Artisan Parfumeur. Für die einen schrecklich, für mich war es damals die Eintrittskarte in die Welte der Nischendüfte. Und hier? Hier lese ich von trostlosen Trauerzügen, div. Gruselgeschichten, von diabolischem Lächeln aus geweihter Gruft. *gg* Lauter Attribute, die, hätte ich vorher davon gelesen, mich wohl eher abgeschreckt hätten. Oder neugierig gemacht, wer weiss.... Ich jedenfalls trage Serge Noire heute an einem kühlen Herbsttag. Draussen scheint sogar die Sonne, also nicht so ganz die richtige Stimmung für Geschichten aus der Gruft. Und mal abgesehen davon - ich rieche auch nichts dergleichen. Noch nicht mal die oblgigatorische Suppe, die mir der liebe Serge sonst immer serviert (nur im L'Eau hat er bisher darauf verzichtet). Beim ersten Pröbchen vermutete ich, dass der Duft zumindest angekippt sei. Beim zweiten (diesmal ein anderer Duft) auch. Beim dritten mal kam mir dann so langsam der Verdacht, dass Serge und ich einfach nicht miteinander können. Und Suppe mag ich eh keine. Auch nicht essen. Ich hatte schon als Kind immer Verständis für den armen Suppenkasper, wurde aber daheim auch nicht dazu genötigt, welche zu essen.

Serge Noire ist an mir ein schöner würzig-warmer Orientale mit viel Nelken. Nun liebe ich auch Gewürznelken - das, was ich an Zahnarztbesuchen am meisten liebe, sind diese Behandlungen mit Nelkenöl. Womit ich wohl die einzige Patientin bin. Ich finde es jedenfalls ausgesprochen lecker. *g* Der Amber in Serge Noire gefällt mir ausgesprochen gut. Mit Amber habe ich meist so meine Probleme. In vielen, nicht in allen, Mainstreamern kommt er recht prollig-animalisch raus, in Nischendüften gehts oftmals etwas besser. Hier ist der Amber kein bisschen animalisch, sondern warm und weich und nimmt der Nelke ihre Schärfe, ohne den typ. Duft abzuschwächen. Ein wenig Weihrauch kommt hinzu, ebenso irgendwas holziges, harziges. So wie jahrhunderte alte Bänke in Kirchen oder Schlössern riechen. Insgesamt erinnert mich hier an den Geruch, der oftmals in alten Bibliotheken wahrzunehmen ist. Okay, ich war noch nicht in vielen ;) , eigentlich nur mal im Rahmen von irgendwelchen Schlossbesichtigungen, aber auch damals auf Klassenfahrt in England. Damals besuchten wir das alterehrwürdige Eaton und genau daran muss ich bei Serge Noire denken. Auch wenn es schon lange her ist. Den gleichen Geruch nahm ich damals in Magazine Street von Strange Invisible Perfumes wahr. Zimt rieche ich ebenfalls raus, Zimt mag ich gerne. Nur die Zistrose versteckt sich ein wenig, einen leicht strauchig-citrischen Geruch kann ich erhaschen, aber keinesfalls so unangenehm wie in div. Bioparfums, die gerne Zitrose verwenden. Zistrose kenne ich auch aus Halstabletten und in der Herznote kann ich kurz mal einen ähnlichen Hauch wahrnehmen, aber eher so am Rande.

Insgesamt gefällt mir Serge Noire wirklich gut. Allerdings wollte ich ihn selbst nicht tragen, denn Orientalen sind nicht ganz mein Beuteschema. Auch habe ich kaum Gelegenheit für einen so gehaltvollen, dunklen Duft. Aber ein Test lohnt sich hier wirklich


26.09.2018 08:53 Uhr
5 Auszeichnungen
So Elixir EdP hatte ich schon mal vor ein paar Jahren. Irgendwie wurden wir damals nicht so recht warm miteinander. Diese Honig-Weihrauch-Note packte ich einfach nicht. Inzwischen wurde der Duft reformuliert - dem einen "sin Uhl, is dem annern sin Nachtigall" würde meine Mutter sagen. Viele hier bejammern Reformulierungen, ich finde sie meist gar nicht schlecht. Meist sind mir die Vintage zu schwer und die neuen dann leicht genug, um sie tragen zu können.

So auch hier. Wer die Weihrauch-Honig-Note von SE EdP geliebt hat, wird hier mehr als enttäuscht sein. Der Weihrauch ist sehr gedämpft und kaum noch wahrnehmbar, was mich nicht stört. Eine ausgesprochene Honig-Note rieche ich nicht mehr, auch wenn der Duft nach wie vor relativ süß ist, hat er doch einiges an Frische verpasst bekommen. Wollte ich die alte Version max. zur Weihnachtszeit tragen und dann auch nur, wenn es wirklich kalt war, ist der Duft nun ganzjahrestauglich für mich geworden. Also auch was für verregnete kühle Frühlings- oder Sommertage. Der Jasmin ist deutlich heller und frischer. Auch das Pachouli ist nun hell und würzig-frisch. Ein wenig Tonka verleiht dem Duft eine weiche Cremigkeit. Insgesamt ist der Duft sonniger und freundlicher geworden, nicht mehr so streng und ernsthaft. Was ihm gut steht, wie ich finde.

Gross verändern tut sich der Duft nicht, er bleibt relativ linear. Nur die Bergamotte, die für einen spritzigen Auftakt sorgt, verfliegt schnell. Dann wird er nur schwächer um nach rund 4 Std. so ziemlich verduftet zu sein. In den Kleidern verbleibt er jedoch wesentlich länger.

Für mich ist die reformulierte Version eine gute Lösung. SE erinnerte mich immer an Coco Mademoiselle, welches mir gut gefällt, ich aber einfach nicht tragen kann. Vom Original wie auch von seinen Dupes dazu bekomme ich manchmal Kopfschmerzen und fühle mich olfaktorisch verkleidet. Er ist mir zu intensiv und passt einfach nicht hinten und vorne nicht zu mir. Ähnlich ging es mir im Grunde genommen auch mit dem unreformulierten SE EdP. Verständlicherweise bin ich sehr erfreut darüber, dass ich die neue Version nun gut tragen kann und er zu mir passt. So Elixir kann man immer tragen, im Alltag genauso wie zu besonderen Anlässen. Die Silage ist angenehm verhalten, man kann ihn also auch gut abends zu Konzerten oder Theaterbesuchen tragen, wenn man seinen Sitznachbarn nicht mit Parfum nerven möchte. Soweit reichen Silage und Projektion nicht, zumindest nicht mit 2-3 Sprühern.

Falls jemand mal einen Flakon in die Hände bekommt und sich fragt, welche Version er nun eigentlich vor sich hat: Der reformulierte Duft steckt in einem sonnengelben Flakon, bei der alten Version war das Glas nicht so bunt, sondern heller. Der Karton des Vintage ziert eine weisse Blume, vermutlich Jasmin, auf der neuen Version sind goldene Punkt drauf. Man kann es auch gut auf den Parfumfotos erkennen.


25.09.2018 12:11 Uhr
17 Auszeichnungen
Letzten Samstag war ich bei herbstlich kaltem Wetter in der Stadt unterwegs. Zum Schluss noch einen kleinen Abstecher in die Parfumerie auf dem Weg zum Parkhaus: Ich wollte noch einmal Mon Guerlain testen. Der Duft, der hier super wegkommt aber bei mir letzten Winter gnadenlos durchfiel. Vorab: Auch am Samstag konnte er keinen Blumentopf bei mir gewinnen.

Ich weiss ja, dass bei der Allgemeinheit da draussen Gourmanddüfte stark angesagt sind. Und auch hier finden sich viele Fans der Duftrichtung. Was mich nur etwas wundert ist, dass viele Mainstream-Gourmands als austauschbar, langweilig, schon tausendmal gerochen usw. bezeichnet werden, Mon Guerlain aber allgemein sehr gut wegkommt. Oder eine weitaus höher Bewertung erzielt, als der Text es vermuten lassen würde. Vllt. ist der Name Guerlain nicht so ganz unschuldig daran? ;) Denn genau das ist Mon Guerlain für mich: Ein austauchbarer, schon tausendmal gerochener Mainstreamer. Sehr süß und gefällig, konzipiert für den Massenmarkt.

Ich hatte mir geschworen, Mon Guerlain nur noch an der frischen Luft oder zumindest weitab meiner heiligen heimischen Hallen zu testen. Das letzte Mal musste ich nämlich recht lange Stosslüften und es war kalt draussen. Sehr kalt... Und auch am Samstag war ich froh, mich daran erinnert zu haben. Gleich zu Beginn steigt mir wieder diese säuerlich-süße Note in die Nase, die so schwer im Raum hängt. Auch den Lavendel habe ich wieder vergeblich gesucht, irgendwie vergisst man diesen augerechnet immer in dem Flakon, den ich teste. ;) Mit der Zeit vergeht diese säuerliche Note und er Duft geht vom säuerlich-süßem ins süß-süße über. Und so richtig viel mehr tut sich da nun nicht mehr. Ich finde, es gibt Düfte mit einer schöneren, interessanteren Entwicklung. Auch die Vanille enttäuscht mich. Ich liebe diese typische Guerlainvanille, es gibt keine bessere. Hier wurde sie leider gegen eine künstlich-süße 0815-Vanille ausgetauscht, zumindest für meine Nase. Vllt. wird sie für die Klassiker aufgespart, denn die Normalkundin riecht eh keinen Unterschied und kennt nur diese Vanillesorte? Liebes Hause Guerlain, das ist ein Trugschluss und für mich absolut enttäuschend und nicht nachvollziehbar.

Eines jedoch muss ich dem Duft zugutehalten: Intensität und Haltbarkeit sind aussergewöhnlich gut. Ich selbst mag es lieber dezenter und ein Duft braucht auch nicht zu halten wie Pattex. Aber für viele ist dieses wichtig.

Für das Hause Guerlain ist die Rechnung wohl aufgegangen und ich verstehe ja, dass solche Verkaufsschlager wichtig sind, um am Markt bestehen zu können. Und ich möchte den Duft auch niemandem madig machen. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden - meinen Geschmack trifft Guerlain damit nicht.


24.09.2018 11:12 Uhr
14 Auszeichnungen
Cerruti 1881 hatte ich schon mal vor 3 Jahren in meiner Sammlung. Damals fand ich ihn schön, trug ihn jedoch nur ganz selten, zumindest zum Schluss. Er kam damals kurz vor den Faschingsferien durch das Tauschspiel zu mir. In der Faschingswoche lag damals viel Schnee bei uns, mein kleiner Sohn und ich waren jeden Tag beim Skifahren oder Langlaufen. Genau an diese wunderschöne Woche erinnert mich der Duft. Danach verschwand er in der Versenkung, kam immer seltener zum Zug - und irgendwann zog er dann weiter. Dennoch ging er mir nicht aus dem Kopf. Heute entdeckte ich ihn bei unserer Müllerfiliale und mir fielen die schönen Erinnerungen ein. Teuer ist er ja nicht - und kurzentschlossen nahm ich einen kleinen 30ml Flakon mit.

Für mich ist Cerruti 1881 ein wirklich schöner Duft, der unverwechselbar ist. Mir zumindest fällt kein vergleichbarer ein. Gerade jetzt finde ich ihn eigentlich ideal als Alltagsduft, wobei er auch bei besonderen Anlässen eine gute Wahl ist. Er ist blumig und holzig, nicht sommerleicht und etwas pudrig. Kein aquatischer oder citrischer Duft, den ich eindeutig dem Sommer zuordne. Er ist weder süß, noch nicht mal minimal, und auch nicht orientalisch oder animalisch. Für mich ist es ein heller Duft. Hell durch die Freesie und leicht pudrig durch die Mimose (die ich hier eindeutig auch als Mimose erkenne, nicht wie in Eau de Lacoste L.12.12 pour Elle Elegant, wo mich die Mimose eher an schwer-duftende Magnolien erinnert). Die Orangenblüte wurde sehr zurückhaltend eingesetzt, sie verleiht dem Duft etwas Wärme, ohne diesmal an Sonnenmilch zu erinnern. Jasmin kann ich noch etwas erkennen, aber auch dieser ist eher zurückhaltend. Für meine Nase dominieren in Cerruti 1881die Kopf- und Basisnoten. Kein schwerer, aber dennoch gut wahrnehmbarer Duft, der nicht aufdringlich ist. Auch schön fürs Büro, da er edel, erwachsen und nicht verspielt rüberkommt. Ach, eigentlich geht der immer. :)


In den 90ern und nach der Jahrtausendwende war Cerruti 1881 ziemlich der Renner, allerdings trug ihn niemand in meinem Bekanntenkreis. Meine damals beste Freundin liebte Casmir - eine ganz andere Richtung. Die andere stand auf Dior und vergleichbares. Egal wie es roch, bei ihr musste Parfum, so wie alles andere auch, in erster Linie teuer sein. Und Freundin Nr. 3 liebte genau wie ich, die Düfte von Calvin Klein. Mir selbst gefiel Cerruti 1881 auch damals nicht so sonderlich, mir war er zu kühl und erwachsen. Irgendwie auch zu elegant, mir sagten die sportlichen Calvins jedenfalls mehr zu. Definitiv ist Cerrutti 1881 ein Duft aus der Zeit, als Frau noch nicht wie ein Familientafel Schokolade, Werthers Echte, Gummibärchen oder Vanilleeis duften zu hatte. ;-) Wie sich doch die Zeiten ändern...

Übrigens entwickelt er sich bei kühlerem Wetter am schönsten, wie ich finde. Auch gerade abends finde ich ihn so als Kontrast zu den ganzen süßen Zuckerwolken interessant. Ausserdem besitzt er Klasse. Langweilig, belanglos oder was auch immer finde ich ihn überhaupt nicht. Was vllt. auch noch interessant ist: Mein Flakon damals vor 3 Jahren war eine ältere Version, die mit dem marmorierten Deckel und dem Flakon aus Mattglas. Viele finden die aktuelle Version mit dem glänzenden Deckel schlechter, aber ich kann keinen Unterschied riechen. Im Grossen und Ganzen duftet er so, wie ich ihn in Erinnerung habe. Allerdings finde ich den Neuen etwas pudriger, der alte war kälter und härter. Das kann aber auch an meinem Duftempfinden oder veränderten Geschmack liegen. Nur der Flakon mit dem marmorierten Deckel wirkte wertiger auf mich, was mir letztendlich egal ist.

Der Duft hielt damals sehr lange an mir, knappe 6 Std., und ich empfinde ihn immer noch als relativ intensiv. Mehr als 2 - 3 Sprüher verteilt sollten es nicht sein, sonst wird er penetrant und unangenehm. Wie es mit der Haltbarkeit der neuen Version liegt, muss ich erst noch rausfinden, werde es aber noch nachtragen.

Edit: Die Haltbarkeit ist nach wie vor gut. 5-6 Std. hält er gut an mir, in der Kleidung vermutlich noch länger.


19.09.2018 14:34 Uhr
13 Auszeichnungen
Nachdem dieser Sommer sehr heiss war, verwöhnt uns auch jetzt das Wetter noch einmal mit sommerlichen Temperaturen. Ich selbst freue mich eher auf den Herbst und habe das warme Wetter so langsam über. Heute hänge ich ziemlich in den Seilen, keine Ahnung, ob ich den am Wochenende zu erwartende Wetterumschwung heute schon spüre, ich bin ausgesprochen wetterfühlig....

Egal, jedenfalls brauche ich einen Duft, der mich in die Gänge kommen lässt. Rosen sind heute anscheinend nicht ganz das richtige, bei der N°19 muss ich so langsam aufpassen, dass ich nicht nasenblind werde. Süßkram geht gar nicht, bei dem Wetter sowieso nicht. Und Sommerdüfte hängen mir zum Hals raus. Doch halt - warum nicht den Duft, den ich mir zur diesjährigen White Night bei Yves Rocher habe schenken lassen? Den habe ich noch nicht oft getragen und Vetiver macht schön munter. :)

Und tatsächlich, der Duft macht mich wach. Gleich zu Beginn kitzelt frischer Vetiver meine Nase, dazu warmes Sandelholz, was gut in den Herbst passt, und einen Hauch Süße - gerade soviel, dass sie mich nicht stört. Mit der Zeit kommt das Zedernholz schön zum Vorschein, Tonka mach den Duft angenehm weich. Ein wenig nach handschuhweichem Leder riecht er für mich auch, kann aber auch nur ein Eindruck oder schlicht Einbildung sein. In den Duftnoten ist jedenfalls keines aufgeführt, zumindest nicht hier. Bei Yves Rocher steht in der Duftbeschreibung allerdings etwas von "maskulinen Ledernoten".

Cuir Vetiver ist hier zwar als Herrenduft gelistet, aber ich finde ihn auch gut tragbar für Damen. Und wenn ich mir so die Liste rechts anschaue, besitzen den auch einige Damen hier. Geht so in Richtung Timbuktu von L'Artisan, ist aber schmelziger und weicher. TdH finde ich wesentlich sperriger und härter und def. den Herren vorbehalten. Die Haltbarkeit finde ich mit guten 4 Std. okay, den Flakon ausgesprochen schön.


18.09.2018 13:35 Uhr
8 Auszeichnungen
Ach ja, Anais Anais und ich... ein lange Geschichte, die 1989 ihren Anfang nahm. Damals brachten mir meine Eltern aus dem Urlaub ein Fläschchen dieses Duftes mit. Immer und immer wieder versuchte ich es mit ihm - wollte ich ihn doch so gerne mögen. Aber Anais Anais blieb eisern so wie bei unserem Kennenlernen: Kalt, unnahbar und kratzig. Von weisser, lieblich-cremiger Blumigkeit nicht die Spur. Und jetzt, rund 28 Jahre später, gefällt er mir plötzlich. Deswegen durfte auch ein kleines Fläschchen davon einziehen - allerdings ist es die neue Version.

Besonders in der Kopfnote kommt mir der Duft gezähmter vor. Nicht so kratzbürstig wie der alte Duft. Wie die erste Version aus den 70ern ist, weiss ich nicht, aber er war bereits Ende der 80er reformuliert worden. Viele finden ihn damals schon nicht vergleichbar mit dem Vintage. Auch die Basis finde ich angenehmer, insgesamt ist mir der Duft lieber, weil er nicht mehr so opulent wie der alte, aber dennoch schön blumig ist. Trotz dieser Veränderung ist es unverkennbar Anais Anais. Auch wenn er hier als blumig-chypreartig eingestuft wird - für mich ist er blumig-grün. Die alte Version ist viel chypriger.

Er ist runder und etwas lieblicher, mit einer ganz kleinen Kante. Der Duft startet mit sehr viel Geißblatt, Hyazinthe kann ich hingegen kaum herausriechen. Es ist die gleiche Geißblatt-Note, wie ich es aus dem alten Chrevrefeuille von YR kenne. Da ich diesen Duft schon immer sehr mochte, freut mich das natürlich. Nach rund 1/4 Stunde ist die starke Geißblatt-Note abgeschwächt und ab da kann ich kaum einen Unterschied zum alten Duft erkennen: Blumig-grün,unsüß, eher klassisch mit einer schönen weichen, moosigen und vetiverlastigen Basis. Und erfreulicherweise einer unsüßen Basis! Das findet man in den neuen Düften kaum noch - spätestens am nächsten Morgen riecht man leider meist eine für mich unangenehme Zuckernote in der Kleidung/dem Schal.

Ich finde die Neuauflage wesentlich schöner als die alte Version: Dieser kratzige Auftakt, der mir immer AnaisAnais verleidet hat, wurde hier durch eine wunderschön frische Geißblatt-Note ersetzt, und auch mit der Eichenmoos-Basis in der alten Version hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ich finde, die Neuauflagen hat dem Duft gutgetan. Ohnehin kommt mir die neue Version wie eine frischere, jüngere Version des Klassikers vor. Viele Komponenten, mit denen ich so meine Schwierigkeiten haben, wenn sie für mich unglücklich eingesetzt wurden, fehlen hier. Dennoch ist der Grundcharakter des Duftes erhalten geblieben. Das finde ich interessant und für mich schlicht genial (Vintagefans werden mich nun hauen, aber es ist halt so *g*). Dennoch ist das neue Anais Anais kein Duft, den junge Frauen lieben werden. Auch ist er sicherlich kein Männermagnet oder Pantydropper. Er ist von LVEB, LPRN, Mon Guerlain, Black Opium und wie sie alle heissen, Lichtjahre entfernt. Er scheint ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein, gemacht für Frauen, die Anais Anais mit ihrer Jugend assoizieren, aber nie mit dem Duft klarkamen. So wie ich. Die Haltbarkeit ist gut, 5-6 Stunden hält er locker an mir durch. Den Flakon der alten Version finde ich insgesamt etwas hübscher, aber dennoch nett gemacht.

Auch zuhause fand der Duft Zustimmung, weder mein duftempfindlicher Mann, noch unser ebenso duftempfindlicher Sohn konnten das geringste daran aussetzen. Obwohl unser Sohn erst 14 Jahre alt ist, mag er keine süßen Düfte und bekommt davon Kopfschmerzen. AnaisAnais hingegen gefällt ihm. Ich selbst vertrage den Duft sehr gut, kein Hautjucken, keine Kopfschmerzen und vor allem keine Atemwegsprobleme/Asthma.

Ich bin froh, durch Zufall das L'Original getestet zu haben - egal, wie schlecht er hier abschneidet. Allerdings kann ich auch nachvollziehen, dass diejenigen, die Anais Anais lieben, hier enttäuscht sind. Inwieweit man noch die alte Version bekommt, weiss ich nicht. Teilweise begegnet man noch Angeboten mit der Abbildung des alten Flakons im Netz. Ob man dann tatsächlich die alte Version bekommt oder doch das L'Original, da bin ich mir etwas unsicher. Soviel ich weiss, wird dieser schon länger nicht mehr hergestellt.


12.09.2018 09:15 Uhr
11 Auszeichnungen
Shiro ist das japanische Wort für Weiss. Ich finde, das passt wunderbar zu diesem Duft. Allerdings hatte ich deutliche Anlaufschwierigkeiten, ich kam absolut nicht mit ihm klar. Ich mochte ihn gerne riechen, nur leider nicht an mir. Meine ersten Flakon gab ich weiter. Das muss so vor rund 5 Jahren gewesen sein. Zu dieser Zeit entdeckte ich die Sauberdüfte für mich und als logische Konsequenz kam ich auch mit dem einen oder anderen japanischen Duft in Berührung. Wobei japanisch eigentlich nicht ganz korrekt ist. Zumindest Kenzo und Masaki Matsushima werden in Frankreich hergestellt. Dennoch riechen sie anders als französische oder sonstige europäische oder amerikanische Düfte. Als ruhig und ausgeglichen empfinde ich sie, aquatisch-transparent und manchmal auch fruchtig-bunt wie die Bilder, die man manchmal von Bars in Tokio sieht. Oder leuchtend-bunte Neonreklamen, Mangas ect. Aber selbst die quietschig-fruchtigen sind dabei aquatisch-transparent, leicht und angenehm zu tragen, keinesfalls vergleichbar mit den Fruchtlollie-Düften von Escada.

Shiro ist ein wenig anders. Er ist sehr kühl-distanziert. Viele werden ihn als kalt bezeichnen. Transparent ist er keinesfalls, auch nicht aquatisch. Er ist jedenfalls schwer zu beschreiben, ich eiere grad ein wenig herum mit der Duftbeschreibung. *g*

Okay, ich versuche es mal so. Shiro ist:
- weiss
- sehr frische-Wäsche-sauber (und zwar die weisse bei 90 Grad!)
- sehr weiss-blumig
- sehr cremig (sagen wir mal Nivea - die ist auch weiss)
- frisch-luftig mit einem zarten Nadelwaldduft

Für einen japanischen Duft ist Shiro sehr ausdauernd. Auf der Haut hält sich der Duft rund 4 Std., im T-Shirt bis zum nächsten Tag. Auch darf er nicht so grosszügig dosiert werden wie die anderen Matsushima. Denn er beginnt mit einer intensiven Blumennote - überdosiert kann der Duft dann durchaus mal Kopfschmerzen bei mir auslösen. Aber mit 3 Sprühern ist dieser Duft einfach nur wunderschön. Für mich ist er einzigartig, mir fällt kein vergleichbarer Duft ein. Er ist ruhig und entspannend. Allerdings ist Shiro kein Duft, den ich jeden Tag tragen möchte, dafür passt er zu jedem Anlass und das ganze Jahr über.


22.05.2018 17:07 Uhr
6 Auszeichnungen
Daisy Eau so Fresh ist ein hübscher Duft. Gerade für die letzten Wintertage, wenn die ersten Schneeglöckchen zögerlich die Köpfchen aus der Erde strecken und man das Ende des Winters schon spüren kann. Oder im Frühsommer, wenn es noch nicht ganz so warm ist. Bei Wärme mag er leider wie alle Daisys nicht so gut halten an mir. Aber es gibt ja auch kühlere Sommertage.

Im Grunde genommen riecht er wie der normale Daisy. Vllt. einen Hauch fruchtiger, aber wirklich nur einen Hauch. Pflaume rieche ich absolut keine, nur ein paar Himbeeren zu der daisytypisch-niedlichen Blumigkeit. Veilchen rieche ich gut raus und ein paar Apfelblüten. Grapefruit? Fehlanzeige, ich kann mir auch keine bitter-saure Grapefruit in diesen niedlichen Düftchen vorstellen. Niedlich ist hier nicht negativ gemeint, auch nicht, dass er nur zu jungen Mädchen passt. Nein, für mich ist niedlich hier postitiv gemeint. Er ist so fröhlich-unbeschwert wie ein Sommertag auf einer blühenden Blumenwiese mit blauem Himmel und Schäfchenwolken. Er riecht auch sehr sauber, ohne kalt und clean zu wirken. Und ein wenig cremig. Duftig nach frischen Rosen, hellen Teerosen.

Für mich sind die Daisys alles gute Laune Düfte, wobei dieser hier und das normale Daisy noch am "ernsthaftesten" wirken. Die Flanker finde ich bunter und verspielter, da denke ich weniger an ein Gänseblümchen, sondern eher an Donalds Freundin Daisy. *gg*

Nach und nach wird der Duft dann holziger und klingt leider bereits nach spätestens 3-4 Stunden sanft aus. Wer es gerne blumig-frisch mag und sich mit einer kürzeren Haltbarkeit arrangieren kann, kann ich sich ruhig mal anschauen. Bei mir ist Daisy Delight (oder auch das normale Daisy) durchaus ein Nachkaufkandidat, trotz der niedrigen Haltbarkeit und dem dafür recht hohen Preis. Dafür mag ich ihn einfach zu gerne.


22.05.2018 16:54 Uhr
4 Auszeichnungen
Ich mag die Daisys ja gerne. Leider halten sie nicht besonders an mir, aber in dem Fall sprüh ich gerne mal nach. Daisy Delight ist einer der vielen Düfte, die über das Tauschspiel in meine Sammlung kam. Der Flakon mit den riesigen Plastikblumen ist gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie passt er zu dem Duft. Am allerbesten kann ich Gardenie rausriechen, ein paar Früchte zu Beginn zusammen mit einer leichten Fruchtigkeit. Pfingstrose nehme ich hier leider keine wahr, was ich schade finde, ist das doch eine meiner Lieblingsblumen in Düften. Andererseits, pfingstrosig-frisch? Würde hier vllt. gar nicht so gut passen.

Denn der Duft ist bunt. Bunt wie das Leben, bunt wie eine Tüte mit Gummibärchen (aber ohne so zu riechen) und bunt wie die Comics über Entenhausen, fröhlich und voll guter Laune. Ich bilde mir auch noch ein, Vanille zu riechen, obwohl sie gar nicht aufgeführt ist. Holzig ist Daisy Delight überhaupt nicht für meine Nase. Moschus kann ich rausriechen, aber es ist ein harmloser, cremiger Moschus, der dem Duft eine gewisse Wärme verleiht. Sicher ist es kein Duft mit Tiefgang, was ich von den Marc Jacobs auch gar nicht erwarte. Gerade die Daisys wirken fröhlich und unbeschwert auf mich und an manchen Tagen ist sowas auch viel schöner!


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