Can777Can777s Parfumrezensionen

1 - 5 von 212
Can777 vor 1 Monat 62
10
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Holī
Was ich in Trayee sehe oder auf welchen Trip es mich mitnimmt? Trayee ist für mich das indische Holī-Fest in all seiner unendlichen Pracht und Freude. Das Fest der Farben oder auch bekannt als hinduistisches Frühlingsfest. In dieser Zeit werden die Grenze der Kasten mit all ihren Beschränkungen,Reglementierungen Geschlechterordnungen und gesellschaftliche Status aufgehoben. Man segnet sich mit Gulal. Dem geweihten,bunten Staub. Gemacht aus Blüten,Kräuter und Wurzeln. Dieses Fest ist ein bildlicher,farbenprächtiger Rausch aus Farbe,Musik und Gerüchen. So schön das man meint man würde träumen. Träumen wir mal ein bisschen?!

Trayee
Wie im Rausch gehst Du durch die lachenden,tanzenden und fröhlichen Massen von Menschen. Bunte Saris tanzen in schillernden Farben um dich herum zum Takt der Musik. Die Luft ist fruchtig und zitrisch-scharf und es duftet nach harzigen Cannabis. Dann plötzlich bewirft man sich mit dem Gulal und salbst sich gegenseitig liebevoll die Haut damit. Dem heiligen und gesegneten Staub. Ein Meer aus Farben explodiert um Dich herum und Du denkst es würde getrocknete,würzige Blüten regnen. Alle Menschen sehen aus wie ein lebendiger und schillernder Regenbogen der sich tanzend fortbewegt in glücklicher Ekstase. Dann teilen sich die Massen und aus dem irisierenden,schillernden und farbenprächtigen Staub der in der Luft schwebt wie ein Nebel tritt sanftmütig-lächelnd und tanzend Ganesha hervor und salbt Deine Stirn mit lindgrünen,würzig-süßen Säften. Gefolgt von einer Herde weißen und prächtig geschmückter Elefanten. Kali steht hinter Dir und nimmt Dich sanft in ihre vielen Arme und bestäubt Dich zärtlich mit safrangelben Gulal und gemahlenen Gewürzen. Sie zeigt Dir mit einen ihrer vielen himmelblauen Arme den Weg zu Vishnus perlmutt-schillernde Weltenschlange die in den Himmel führt. Und so reitest Du auf Durgas Tiger die Schlange empor bis Du vor Brahma zum halten kommst der in einer Lotusblüte sitzt. Er nimmt Dich zärtlich auf seinen Schoß und alle seiner drei Köpfe lächeln Dich friedlich an dabei. Es duftet nach süßen Harzen und Weihrauch steigt um Dich herum auf. Du fühlst Dich warm und geborgen und glaubst Dein Herz würde vor Glück zerspringen und Du wärst im göttlichen Nirvana angekommen. Aber dem ist nicht so! Und so hält Dich Brahma mit seinen Armen wie ein kleines Kind was sehen und erkennen soll. Und so siehst Du nach unten auf die Erde herab. Und was Du siehst macht Dich traurig und schwermütig. Um den tanzenden,bunten,schillernden und farbenfrohen Fleck unten auf Erden ist es staubig-grau,dumpf und aschig. Wie matter,staubig-rauchiger Vetiver. Und Du weißt,.....wenn der bunte Staub sich gesetzt hat,wird es bald wieder überall so sein!

Fazit
Mit Trayee könnte man Indien wohl nicht besser olfaktorisch beschreiben. Trayee duftet nach den Farben und Eindrücken Indiens. Nach fruchtig-milchigen Säften. Nach zerriebenem Gewürzen,Kräuter und süßlichen Harzen und erdig-grünen Blättern und Wurzeln. Alles unterlegt von trocken,rauchig-süßen Weihrauch und milchigen Sandelholz.Trayee ist positiv,hoffnungsvoll,bunt-schillernd wie das farbenprächtige Gulal-Pulver des Holī-Fest. Trayee ist herzzerreißend-schön wie ein schillernder Sari oder ein indisches Gebet. Aber dem ist nicht nur so! Man muss diesen Parfum bis zum Schluss folgen um zu erkennen,dass es viel Traurigkeit,Melancholie und Schwermut enthält. Zum Ende hin zerfällt Trayee nämlich zu Staub und Asche in Form von rauchig-schmutzigen und staubig-matten Vetiver. Ein Schlussakkord der vor Augen führt,dass nicht alles so bunt-schillernd und prächtig ist wie es scheint.

Wer sensibel genug ist wird es erkennen,...gewiss sogar!

https://www.youtube.com/watch?v=q-5W5Kc6HiM
52 Antworten

Can777 vor 2 Monaten 60
10
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Khagan
Dschingis Khan war wohl mit einer der größten und gefürchtetsten Eroberer der Geschichte. Er war Begründer des mongolischen Reichs und eroberte weite Teile Zentralasiens und Nordchinas. Er wurde zum Khagan erhoben und war somit Herrscher über alle Mongolen-Stämme und Völker. Er war ein Krieger durch und durch und nahm sich skrupellos was immer ihn gefiel. Seine Krieger und Armeen wurden gefürchtet und sein Name voller Ehrfurcht,Angst und Bewunderung ausgesprochen. Er war ein Imperator wie er im Buche stand. Royal Crown hat mit Khan dieser Ära ein Denkmal gesetzt. Khan nimmt einen mit in sein prächtig,verziertes Zelt,auf seine Raubzüge und in sein Schlafgemach. Dorthin wo gewiss auch Eroberungen stattfanden!

Khan
Wäre Khan ein Musikinstrument,dann wäre es eine tief-dunkle Trommel. Einem gelassenen,warmen Herzschlag und Timbre ähnlich. Wäre Khan Metall,dann schillerndes Gold und matte Bronze. Seine Elemente wären Feuer und Erde. Und wäre Khan Farbe,dann wäre es Ochsenblutrot,Dunkelbraun und tiefstes,lackiges Schwarz. Khan ist wie eine schwere Rüstung oder Panzerung. Schwer zu durchdringen und zu durchschauen. Man hat das Gefühl niemals an seinen Kern und an sein Innerstes zu kommen.Tiefste,geheimnisvolle und verlockend-süße Dunkelheit umgibt ihn wie die mongolische Tundra bei Nacht. Er eröffnet seine Eroberung mit Noten aus bitteren Safran und würzig-säuerlichen Kardamom. Eine feine Süße schleicht sich wie eine Heerschar ein. Getrocknete Früchte im einzelnen nicht zu erkennen schützen die Flanken und touchieren nach und nach ins Gourmadige. Bögen aus bitter-süßen Guajakholz werden gespannt und bestück mit Pfeilen aus cremig,milchig-warmen Sandelholz. Fahnen werden geschwenkt und verteilen den Duft von erdig-warmen und schockoladigen Patchouli um das Schlachtfeld. Peitschen aus feinsten,geflochtenen Kalbsleder werden geschwungen und cremig-weiche Säbel und Lanzen aus edelsten,golden Borneo-Oud gezückt. Die warmen und schützenden Felle sind mit kostbaren Harzen verschmiert und über der gewonnene Schlacht schwebt der Sieg aus mystischen Rauch und Kriegsgesang.
Aufgabe und Hingabe sind die Folge!

Fazit
Auch Serge Lutens hat sich mit Muscs Koublaï Khän vor Jahren dem Thema der Mongolen schon angenommen. Ich liebe diese Variation übrigens sehr! Aber wo Muscs Koublaï Khän mit animalischen Moschus aufwartet,ist Khan ganz anders. Khan ist ein gourmadiger Orientale. Er ist mächtig,dicht und sehr kostbar beladen und bestückt. Das was der prächtige Flakon verspricht wird auch gnadenlos gehalten. Khan hat bei der Eroberung meiner Sinne viele mir sehr vertraute Parfums in den Sinn gerufen. Khan hat das Timbre und die Aura eines Amber-Star von Xerjoff. Die würzig-rauchige Süße eines Interlude von Amouage. Und die animalisch-harzige Erotik aller drei Parfum de la Nuit von Roja Dove. Er beinhaltet kostbarstes,milchiges Sandelholz,zart-cremiges und geschmeidiges Borneo-Oud und erdig-warmes fast schon schockoladiges Patchouli. Er beherbergt aber auch noch weitere Noten und Akkorde unter seiner schweren Rüstung die überhaupt nicht gelistet sind wie mir scheint. Wie filigranen Weihrauch und zart,geschmeidig-weiches Leder sowie wachsige Harze aus Benzoe,Zistrose und Tolubalsam. Und selbst Spuren von Kakao und eventuell Rum. Khan ist ein sehr seduktives,sinnlich-warmes und fast schon hypnotisches Parfum. Seiner erotischen Aura kann man sich nur sehr schwer entziehen. Aber vielleicht will oder kann man es auch gar nicht? Der Preis den man zu bezahlen hat ist hoch für Khan. Aber die Qualität spricht hier für sich. Man muss es einfach sagen! Ich habe selbst sehr,sehr lange gekämpft mit mir und dem Parfum. Aber ich habe den Kampf letztendlich verloren und kapituliert. Man sollte sich eben niemals mit einen Khagan anlegen.

Man kann nur verlieren,....auf allen Ebenen und Positionen!

Des Menschen Auge sieht weit,des Menschen Verstanden sieht weiter!
– Dschingis Khan –
49 Antworten

Can777 vor 2 Monaten 210
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Too Far!
Ich wollte sie lächeln sehen. Sie war so fern. Zu fern! Sie weinte viel die letzten Tage. Ich auch,aber selten vor ihr. Wir hatten beide große Angst. So wussten wir doch um das „Ding“ in ihrer rechten Brust was nicht hätte sein dürfen. Am Tag ihres Geburtstags war die Untersuchung. Am Abend als alles vorüber war bekam sie ihr Geschenk von mir. Ich überreichte es ihr mit den Worten es solle ihr Glücksstern sein. Ich schenkte ihr einen Stern mit dem Namen Telea. Einen Stern für einen Stern,...meinen einzigsten und hellsten Stern! Ich löschte die Lichter im Raum,weil ich wusste,dass in der goldenen Box ein Licht zu brennen begann wenn man sie öffnete. Als sie die goldene Box öffnete und ihr Gesicht im Dunkel erhellte,fing sie an zu weinen. Aber nicht aus Angst mich,sich oder uns zu verlieren und somit auch das Leben und die Liebe. Nein,sie weinte vor Glück und Schönheit. Und so sagte sie leise zu mir: Ich wusste gar nicht das so etwas Schönes überhaupt existiert!? Und ich sah nach langer Zeit wieder ein Lächeln in ihren Gesicht. Wir benetzten beide unsere Haut mit Telea an diesen Abend und begannen zu träumen. Und augenblicklich trug uns Telea fort. Weit,weit fort! Telea nahm uns mit auf ihren türkis-goldenen Flügen an einen exotischen Ort,der dem Paradies gleichkommt. Auf unsere Hochzeitsreise die schon sehr lange her war. Ins Raa-Atoll.
Zu den Malediven!

Telea
Telea duftet wie ein unwirklich-schönes Atoll im indischen Ozean. Eine einsame,grüne Insel im türkis-blauen Wasser. Es duftet nach Frische,Reinheit und Leichtigkeit. Die Luft ist sauber und leicht und der warme Wind trägt den Duft von zitrischen Früchten und exotischen Blüten mit sich. Spritzige Noten von Orangen,saftigen Birnen und zitrisch-herber Bergamotte bringen eine unglaubliche Frische. Akkorde aus exotischen Blüten mischen sich nach und nach zu und Telea wird leicht süßer und blumiger. Wie ein warmer Wind der sich floral und zart-grün über die Haut legt duftet es nach hellen Jasmin und Nektar gleichen,mandeligen Heliotrop. So als würde er aus den floralen Tiefen der Insel kommen. Leicht unterlegt von herb-würzigen und leicht rauen Vetiver. Telea ist so hell wie weißer Muschelkalksand in dem das gebleichte,fast weiße Treibholz in der Sonne irisiert. Holzige Noten aus hellsten und fast schon kristallinen Patchouli und Oud veredeln es auf bezaubernde Weise so als würden die Noten fast schon klirren und singen in ihrer hellen Reinheit. Nichts ist überladen oder schwer in diesem Parfum. Telea wird zum Ende hin immer holziger in seiner Darbietung und verabschiedet sich mit dem Gefühl von gebräunter Haut aus warm-cremigen Mahagoni-Hölzern und einem Sonnenuntergang aus fein,harzig-goldenen Ambra. So könnte ein Stück vom Paradies duften. Oder besser gesagt. So duftet es für mich!

Fazit
Telea ist schwer zu ergründen und zu erforschen. Das Parfüm ist hoch-komplex und sehr fein und filigran verwoben in seiner Zusammensetzung. Es verteilt seinen hypnotisch-exotischen Duft über viele Stunden. Wenn nicht sogar Tage.Telea ist so leicht wie Sonnenstrahlen die die Haut umspielen. Aber auch so reichhaltig wie ein exotisch-floraler Blumengarten nach einem Monsunregen. Es ist ein ständiges Wechselspiel zwischen fruchtigen,floralen und warm-holzigen Noten und Akkorden. Telea ist blendend wie weißer Sand in der Sonne,grün-floral,fruchtig wie exotische Vegetation und holzig-kristallin wie klare,frische Luft vom Ozean. Das Oud was hier verwoben wurde ist so fein und rein in seiner Qualität,dass es fast wie ein holzig-glasiger Schleier aus Kristallen wirkt. Eines der reinsten und klarsten Patchoulis tut sein Übriges um die transparente Reinheit noch zu untermauern. Ob er seinen Preis wert ist. Meiner Meinung ist es das! Und er gehört für mich definitiv zu den traumhaftesten Sommerdüften 2021.
So oder so!

Parfums können heilen. Sie gehen tiefer als mancher körperlicher Stich,Schnitt oder Schmerz. Sie gehen tief in die Seele. Dorthin wo man selbst nie hinkommt. Sie heilen Wunden die teilweise nicht sichtbar sind für andere. Parfums begleiten uns auf schönen und auch schweren Wegen. Sie bringen uns an ferne,sehr,sehr ferne Orte. Telea hat meine Frau und mich begleitet beim tagelangen warten auf Befunde und Ergebnisse. Telea war jeden Tag bei uns und hat ihr und mir das Lächeln zurückgebracht. Telea hat uns umspielt,getröstet und gehalten in dunklen Stunden. Ich schenkte einen Stern einen Stern,...einen Glücksstern mit dem Namen Telea. Und dieser Glücksstern hatte ihr und mir letztendlich auch Glück gebracht.

Und ja,...er hat auch geheilt. Den Körper und die Seele!

https://www.youtube.com/watch?v=38E3u49BlOI
100 Antworten

Can777 vor 3 Monaten 63
9
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Der Schrei der Möwen
Es dämmerte und die Luft war kühl und feucht als sie sich gedankenschwer auf machte zum Küste. Vergilbt waren ihre Gedanken. So vergilbt und diesig wie auch das Licht der Dämmerung was sich in den dunklen Wolken brach. Sanft kräuselte sich der kühl-dunstigere Nebel vom Meer wie geisterhaft gesponnene Aldehyde um ihre blanken Füße als sie die Dünen überquerte. Der Nebel kam und mit ihm die Gedanken die nie ruhten. Das Meer war so still wie ihr tiefstes Innerstes als sie den Strand entlang ging und das Salzwasser ihre Spuren wegspülte hinter ihr im feuchten Sand,wie ebenso viele Erinnerungen. Sie fand ein kleines Stück Ambra. Angespült aus den tiefsten Tiefen der Meere. Behutsam nahm sie es auf und setzte sich in eine der krautig bewachsenen Dünen. Es duftet nach wilden Kräutern um sie herum aus Estragon,Majoran,scharfen Salbei und würzig-bitteren Oregano. Alles mischte sich sanft mit dem algigen Duft des kleinen Stückchens Ambra was sie in ihren Händen rieb und den getrockneten Seetang zu ihren Füßen.

Sie schaute über das Meer über dem der filigrane Nebel schwebte wie geisterhafte Erinnerungen aus bitter-harzigstem Galbanum. Die Gedanken kamen und blühten auf wie ein düsterer Strauß Blumen aus herben Nelken und honighaften Akazien,bevor sie verwelkten und verstarben. Melancholisch säuselte der Wind in ihren Ohren und umspielte minzig-zart ihr ergrautes Haar. Sie erhob sich aus den kühlen Sand der Dünen und durchschritt den filigranen Nebel bis der sanfte Wellengang des Ozeans ihre Füße umspielte. Sie schaute in den Himmel,der die Farbe von verblühten Lavendel hatte. Fast schwarz-violett und graublau waren die Wolken. Sie atmete tief die würzig und Ambra geschwängerte Luft ein die vom Ozean kam,so als wäre es ein letztes Mal. Und während sie noch über das kühle Meer zum Horizont blickte,konnte sie es hören. Den Schrei der Möwen. Und sie erinnerte sich schmerzlich wie sie einst schrie,....als das Meer ihn ihr einst so jung nahm!

Brumes
Brumes von Paul Vacher ist wohl eines der bemerkenswertesten Parfums die 1938 für Le Galion erschaffen wurden. Wenn nicht sogar das innovativste Parfum von Le Galion in seiner Ära. Brumes interpretiert einen Spaziergang an der südfranzösischen Küste bei zarten,dunstigen Nebel. Brumes ist wohl das erste Parfum in dem versucht wurde die Atmosphäre des Meeres einzufangen mit Algen,Seetang und echten Ambra. Krautige und würzige Noten aus diversen Kräutern und Gewürzen durchziehen es. Unterbrochen von floralen Nuancen aus grün-krautigen Nelken,Flieder und zart-unsüßen honighaften Magnolien und Heliotrop. Verwässerte Akkorde von überreifen und welkenden Lavendel umspülen es mit herb-aquatischen Noten aus echten,rauchig-fossilen Ambra wie ein zarter Nebel über dem Meer. Brumes ist melancholisch-verträumt und tiefsinnige-ernst wie ein L'Heure Bleue. Und gleichzeitig würzig und zart-wild wie ein Jicky. Alles durchzogen vom Rauschen des Meeres. Ohne Zweifel kann man wohl behaupten das Brumes wohl ein Meilenstein gesetzt hatte mit seiner Erschaffung auf dem langen Weg der aquatisch-würzigen Düfte. Le Galion hatte erst vor kurzem Brumes in einer überarbeiteten Version wieder aufleben lassen. Nur steht diese in keinster Form dem Original nur halbwegs nahe. Dieser Tiefsinn und Melancholie ist unmöglich wieder herzustellen! Normalerweise hege ich eine Abneigung gegen würzige Aquaten. Hier allerdings nicht. In Brumes hörte man nämlich wirklich den Ozean rauschen und die Möwen weinen!

Ich liebe den Nebel denn er macht die Welt so klein,dass ich sie verstehen kann.
-Tiefsinn-


53 Antworten

Can777 vor 3 Monaten 73
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Criminal
Was Habanita ist? Habanita ist für mich ein ein olfaktorische Tanz. Ein Machtkampf der Geschlechter. Ein Kräftemessen zwischen Mann und Frau. Leidenschaft,Dominanz,ein Anziehen und ein Abstoßen. Ein Begehren und ein Verachten. Jagen und erlegen so dicht beieinander. Temperament und Unschuld getanzt auf einer scharfen Klinge aus Verführung und Drama. Oder ein Verbrechen aus Leidenschaft vielleicht? Habanita ist ein Tanz. Habanita ist ein Tango! Doch anders wie sonst so üblich führt hier nicht der Herr. Nein,hier führt die Dame. Es ist der Tango mit einer Femme Fatale. Erotisch,verführend und höchst manipulativ. Habanita ist eine Umarmung. Eine Umarmung zu den süße-dunklen Klängen eines leidenschaftlichen,rhythmischen,Akkordeons aus Begierde und lockender femininer Kriminalität!

Habanita
Habanita ist nicht nur ein Duft oder Parfum. Habanita ist vielmehr eine Aura in der man sich verfängt und versinkt. Eine grün,bitter-herbe Rosengeranie eröffnet das Drama. Bitter und fast schon spröde und abweisend. Fäden werden gesponnen einem klebrigen Netz gleich aus zähen,harzigen Mastixharz. Ebenso bitter-süß und doch so warm dabei. Fein,filigran und so perfekt,dass jede Seele sich darin verfängt bei jeder Drehung und jedem winden und wehren. Bei jeden Schritt,bei jeder Drehung wird man mehr geblendet durch Habanita. Staub vernebelt einen die Sinne und die Luft wird schwül-trocken und stickig. Pudrige und trockene Blüten aus mandeligen Heliotrop zeichnen das Licht immer weicher. Ylang-Ylang und animalisch-fleischiger Jasmin wechseln die Posen und es regnet fruchtig-bittere Mimosen auf das sinnliche Parkett des Verderbens aus erdig-dunklem und holzig-alten Patchouli. Die Kapelle spielt den letzten tief-würzigen Akt aus Aufgabe oder Hingabe. Die Luft wird süßer und betörender. Zum leidenschaftlichen Rhythmus des Tangos klingen die Akkorde aus trockener und staubig-würziger Vanille wie verlockend-betäubende Noten in den Ohren und der Körper wird zum weich-cremigen Klangkörper aus geschmeidig-milchigen Sandelholz. Eine letzte Umarmung und ein letzter Kuss besiedelt diesen Tango aus herb-rauchigen und dunklen Eichenmoos. Der Vorhang fällt und mit ihm auch jegliche Hemmungen und Bedenken!

Fazit
Habanita ist ein Paradoxum und ein Mysterium. Es vereint die Gegensätze der Gefühle,Sehnsüchte und Emotionen. Habanita ist weich,zärtlich,unschuldig und verspielt wie eine Lolita. Einerseits! Andererseits ist Habanita dekadent,stolz,leidenschaftlich,dominant und höchst selbstbewusst einer Femme Fatale gleich. Ein Parfum was es schafft die Unschuld einer Lolita und die beherrschende Macht einer Femme Fatale zu vereinen. Habanita ist weich-pudrig,zart floral. Aber auch würzig-süß und erdig-rauchig. Habanita verbreitet eine suspekte Aura aus dubioser Unschuld und dunkler Verführung. Nicht zu fassen und schwer zu (be)greifen. Ein Parfum was vieles seien kann. Facettenreich wie ein dunkel-schillerndes Prisma aus undurchschaubarer Weiblichkeit. Wenn ich Habanita mit zwei Wort beschreiben sollte???
Verführerisch-kriminell,...wäre wohl sehr passend!

https://www.youtube.com/watch?v=qWOb1m7Jha8



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