Can777Can777s Parfumkommentare

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17.08.2019 08:07 Uhr
33 Auszeichnungen
Der schwarze Schwan. So wird immer noch das Parfüm von Donna Karan genannt unter Kennern. Ein Flakon der wohl schon alleine durch seine Formensprache ins Auge fällt. Für das Design war damals ihr zweiter Ehemann und ihre größte Liebe Stephen Weiss verantwortlich,der ein begnadeter Bildhauer war. Ebenso auch für den legendären DK Men und alle dazugehörigen Sammelflakons und noch einige mehr. Viele ihrer Flakons sind aus Kunststoff und für einige vielleicht nicht luxuriös genug,weil sie nicht aus schweren Glas bestehen und massiven und verzierten Zierkappen. Aber in dem Fall gewinnt hier Design über Material. Von dem Inhalt mal ganz zu schweigen! Donna Karan ist wohl eine der am meisten ausgezeichneten Designerinnen Amerikas. Sie machte den Bodysuit für Frauen abendtauglich und erfand die „Seven Easy Pieces“ Kollektion. Sieben lässige Teile die ein Business-Outfit schnell in ein Abend-Outfit verwandelten. Sehr hochwertige Materialien wie Kaschmir,Mohair und feinste Stoffe zeichneten sie aus. Aber auch viel Elastan und Spandex,so das ihre Mode immer sehr weiblich und körperbetont,aber nie zu eng saß. Ihre Primär-Farbe war meistens schwarz und sie schneiderte in Größen einer normal-durchschnittlichen Frau,was sie sehr schnell erfolgreichen werden ließ. 1992 lancierte sie ihren ersten Duft der ihren Namen trug. Donna Karan-New York.

Der Duft
Donna Karan ist ein sehr sensitiver und warm-würziger Duft,der durch seine subtile Tiefe und Sinnlichkeit zu bestechen weiß. Feine Noten von Osmanthus und Pfirsich mischen sich mit zitrisch-sanften Akkorden von Orangenblüten und Aprikosen in der Kopfnote. Das Parfüm strahlt keine direkte frische aus zu Beginn. Es wirkt eher wie ein warmer Frucht-Kompott die ersten Minuten. Schnell macht sich eines subtile Wärme auf der Haut bemerkbar. Würzige Zimtrinde und sanfte Schwingungen von Marzipan oder besser gesagt Heliotrop mischen sich mit bei und geben Süße ohne direkte süß zu sein. So einige andere florale Noten schweben auch noch mit,sind aber auf Grund ihrer Komplexität nicht zu erkennen. Zu dicht ist das Konzept verwoben miteinander,als das man sie im einzelnen erkennen würde. Alle Übergänge zu den einzelnen Noten sind sehr fließend und weich gezeichnet. Ein helles fast kristallines Patchouli schwebt hinzu und hat eine ganze Armada an harzig-würzigen Noten und Akkorden im Schlepptau. Weihrauch und ebenso rauchige Benzoe durchwandern Donna Karan und vereinen sich mit einem warmen Vanille und Amber Akkord zum finalen Ende,dass in einer harmonisch und weich-pulsierenden fruchtigen Wildledernote endet. Ein Parfüm was Ruhe,Harmonie und Herzenswärme verkörpert.

Fazit
Meiner Meinung nach hat sich Donna Karan sehr gut selber getroffen in ihren ersten Werk. Es gibt Menschen die man nur kurz sehen muss um zu wissen das sie gut sind. Das sie warmherzig sind und weich in ihrer Seele. Menschen die vielleicht nicht die blendende Schönheit verkörpert,sondern eher die herbe Schönheit. Die präsent sind aber trotzdem bescheiden dabei. Menschen die durch ein einziges sanftes und herzerweichendes Lächeln mehr sagen als tausend Worte. Menschen die etwas sinnlich-warmes umgibt,was man berühren und streicheln möchte wie eine zärtliche Wange. So wirkte Donna Karan immer auf mich. Und so ist auch ihr erster Duft. Sie war das Parfum und ihr 2001 verstorbener Ehemann Stephen war das Gefäß was es bewachte. So war es geplant von dem beiden und so wurde es auch gemacht letztendlich. Eine schöne Geschichte dahinter und ein sehr,sehr schönes Parfum.
Immer noch!

Es geht darum die Ruhe im Chaos zu finden!
-Donna Karan-

Und mit Donna Karan-New York hatte sie es erschaffen!


11.08.2019 20:47 Uhr
40 Auszeichnungen
Wenn wir doch mal ehrlich sind! Was wäre die Welt ohne Sünde? Höchstwahrscheinlich sehr langweilig! Und wenn wir weiterhin ehrlich bleiben jeder hat seine bevorzugte Sünde. Meine persönliche war immer Zorn. Aber auch die ist durch Altersmilde sehr stark zurückgegangen. Mehr oder weniger. Über die anderen sprechen wir jetzt lieber nicht. Sprechen wir doch lieber über Eau My Sin. Dieses Parfum beinhaltet alle sieben Sünden gleichzeitig. Warum das so ist? Ich werde es zum Ende hin gerne erläutern!

Das Parfum
Eau My Sin ist eine Sünde oder besser gesagt sündenschwer. Reichhaltig,voluminös und nicht gerade keusch. Es trägt seinen Namen nicht umsonst. Da ich das reine Parfum mein Eigen nennen kann,weiß ich worüber ich spreche. Die Pforten der Sünden öffnen sich auf der Haut mit luftigen Aldehyden und zart würzig-zitrischen Noten aus Bergamotte und Neroli. Ein sehr kurzes Erscheinen der Kopfnote,da es ohne lange zu fackeln übergeht in die Herznote. Ein Meer aus Blüten und Blumen tut sich auf. Undefinierbar im einzelnen. Wild,fordernd und keineswegs zurückhaltend. Narzissen,Rosen,Jasmin sind zumindest noch für meine Nase zu erkennen. Alle voll erblüht und in voller Pracht. Ein riesiger Blumenstrauß aus floralen Noten stürmt auf einen zu wie eine Sintflut. Noch wirkt das Parfum sehr farbig und schillernd,aber auch dies ändert sich alsbald. Eau My Sin wird zusehends würziger und matter. Etwas sehr sinnliches beginnt sich einzuschleichen. Eine matt-pudrige Iris-Note legt sich auf all die Blumen nieder und lässt den Duft fast erblinden so scheint es. So als würde das Parfüm verstauben im Laufe der Zeit. Dieser Effekt wird noch maßgeblich verstärkt durch eine würzig-stumpfe und geheimnisvolle Gewürznelke. Diese leitet auch mit über in die Basis,die das Parfum so sündig erscheinen lässt. Harze aus cremigen Styrax und einer rauchig-trockener Vanille vermischen sich mit butterweichen Moschus und verschmelzen mit allen vorangegangenen zu einem großen Ganzen. In all dem meint man ständig einen Leder-Akkord wahrzunehmen der aber eigentlich nicht vorhanden sein sollte laut der überlieferten Duftnoten. Aber er ist da! Meiner Meinung nach ist es das Zibet was maßgeblich nach Leder duftet in der geschickten Kombination mit Tolubalsam was einen ähnlichen Effekt hervorrufen kann durch seine warme Süße. Dies alles ist es was Eau My Sin seinen Namen zu recht tragen lässt. Sündhaft in jeder Beziehung und Note!

Fazit
Sich mit so vielen Sünden zu beladen erfordert schon ein großes Selbstbewusstsein und den Mut damit nicht gerade leise und unauffällig parfümiert zu sein. Aber so war es auch wohl gedacht. Eau My Sin erregt Aufmerksamkeit und ist nicht gerade schüchtern. Es ist extrem verlockend,
tief,sinnlich,reichhaltig und verrucht-elegant. Es hat seinen Platz verdient in der Ahnengalerie der wohl besten Parfums dieser Welt. Es ist mehr als nur eine Sünde wert und hier lässt man sich gerne verführen. Hier werden wie am Anfang erwähnt alle sieben Sünden abgedeckt. Warum das so ist? Hier ist die Antwort!

1.Superbia/Hochmut: Zu übermütig zu werden wenn man es besitzt.
2.Avaritia/Geiz: Man möchte es nicht teilen.
3.Luxuria/Wollust: Es regt die Fantasie aufs angenehmste an.
4.Ira/Zorn: Sollte man es nicht schnellstmöglich bekommen
5.Gula/Maßlosigkeit: Weil man nicht genug davon bekommt.
6.Invidia/Neid: Wird verursacht wenn man es trägt.
7.Acedia/Trägheit: Es ist sehr deprimierend und mühsam noch einen Flakon zu bekommen.

Die Sünde funktioniert solange es Menschen geben wird. Und wenn man so wie ich ein gewisses Alter erreicht hat,hat man sie zumindest im meinem Fall auch alle mal durchlebt. Was mir auch übrigens noch liegt ist Maßlosigkeit. Zumindest was Parfum angeht. Aber da bin ich hier ja in bester Gesellschaft. Und sollte man wieder einmal gesündigt haben muss man nicht gleich einen Beichtstuhl aufsuchen. Es reicht völlig aus alles diesen entzückenden Flakon zu erzählen. Mehr Verständnis kann man wohl kaum noch erwarten als von diesem Parfum!


02.08.2019 21:52 Uhr
43 Auszeichnungen
Es kommt der Tag an dem Du Größe und Haltung zeigen musst,obwohl Du Dich zu schwach dazu im tiefsten Herzen fühlst und in diesem Augenblick. Zerbrechlich bist Du gerade jetzt und zu verletzlich. Du sehnst Dich nach etwas was Dich stützt. Etwas was Dir Haltung verleiht und Stabilität wie ein imaginäres,stabiles Korsett. Der Weg den Du heute beschreiten musst ist kein leichter für Dich. Aber Du wirst ihn gehen. Wie schon so oft in Deinem Leben. Und wer nimmt Dich dabei an die Hand?

Es kommt der Tag an dem Du Eleganz und Stil zeigen muss,weil es von Dir verlangt wird. Du schaust in Dein Spiegelbild,was Dir heute nicht wohlgesonnen ist. Also beginnst Du Dich fertig zu machen. Für den Morgen,für den Tag oder für den Abend. Du ziehst Dich an. Du machst Dich fein und weißt genau es werden viele Blicke auf Dir ruhen heute. Und wieder schaust Du in den Spiegel. Du siehst perfekt aus nach außen. Aber zufrieden bist Du noch lange nicht mit Dir. Grazie und Feingeist wären gute Gefährten. Jetzt und in diesem Augenblick des Selbstzweifels. Zweifelsfrei!

Es kommt der Tag an dem Du Dich nach Schlichtheit sehnst. Der Tag an dem Dir alles zu viel ist. Zu viel geworden ist! Du möchtest am liebsten verschwinden in Dir selbst. In Deinem eigens nur für Dich geschaffenen Understatement der Seele. Still wird es in Dir und unendliche leise. Du möchtest Dich selber wieder hören können und auch verstehen. Du brauchst Reinheit,glasklare Gedanken und Licht in Dir und auch um Dich herum. Doch wer hilft Dir dabei dies zu finden?

Es kommt der Tag an dem Du Dich verlieben wirst. In jemanden,in etwas wundervolles,in etwas besonderes. In eine Seele die Dein Herz berührt. Es ist das schönste Gefühl jetzt und in diesem Moment für Dich und eine gefühlte Ewigkeit im Uhrglas der Zeit. Ein sanftes Gefühl der Schwerelosigkeit überkommt Dich. Es ist leicht wie Luft und es lässt Dich fliegen. Und vielleicht jemanden anderen auch mit Dir? Es ist Liebe. Es ist so ist wie es ist. Weil Du so bist wie Du bist. Und weil man Dich so liebt wie Du bist!

Für all diese Tage ist N°19. Und noch für viele Tage mehr!
Erhabenes rauch-zartes Eichenmoos symbolisiert Haltung und Stil und fusioniert mit zarten Narzissen und Hyazinthen. Galbanum gefasst in Schlichtheit und Eleganz aus luftigen,grünen Blüten und feinen,gläsernen Ledernoten. Ein bemooster Kokon aus Understatement und Erhabenheit. CHANEL N°19 ist nicht nur eine Nummer,sondern eine Einstellung zum Wesentlichen!

CHANEL N°19


25.07.2019 21:29 Uhr
33 Auszeichnungen
Wie kann ein Parfum wohl duften was ein so hohes Alter hat und einen so geheimnisvollen Namen? Eines kann ich schon mal sagen. Umwerfend! Keinesfalls gekippt oder über die vielen Jahre muffig geworden. Perfekt konserviert für die Ewigkeit. So scheint es! Wenn ich ein Parfum unter der Nase habe,habe ich meist Bilder dazu vor meinem geistigen Auge. Ich will es manchmal überhaupt nicht,aber sie sind nun mal da. Da meine Fantasie grenzenlos ist werde ich Euch mal erzählen was mir Shanghai für Bilder oder Eindrücke beschert. Fangen wir an?!

Shanghai in der tiefsten Nacht. Ich bin in einem der wohl zwielichtigsten Nightclubs von ganz Shanghai. Ich habe etwas zu viel getrunken und bin auf der Suche nach den Waschräumen. In den Tiefen des Lokals gehe ich durch endlose Korridore und stoße Tür um Tür auf. Ich habe mich verlaufen,..hoffnungslos! Ich stoße wieder eine Tür auf und sehe vor mir wieder einen Korridor. Aber dieser ist so völlig ander! Die Wände sind in dunkelsten Holz vertäfelt und mit roten Seidenlampions an den Wänden gesäumt. Die Fenster auf den Korridor sind geöffnet und der Wind lässt die kostbaren Vorhänge die mit goldenen Drachen bestickt sind sanft flattern. Die Luft die herein geweht wird ist nicht wirklich frisch. Wie ein kurzer Hauch Aldehyde schlägt sie mir ins Gesicht. Sie ist angereichert mit den Duft der Orangen und des Neroli der da draußen zu wachsen scheint. Aber auch etwas gewürzartig und schwer wie von Muskatellersalbei und Koriander. Im Wechselspiel aus Schatten und Licht kommt eine sehr attraktive Chinesin am anderen Ende des Korridors auf mich zu. Sie hat ein rot-violettes Kimonokleid an und trägt ein silbernes Tablet auf der eine Kristallkaraffe und zwei Kristallgläser zu erkennen sind. Sie geht emotionslos an mir vorbei als wäre ich für sie unsichtbar. Während sie an mir vorbei schreitet kann ich den Pflaumenlikör in der Karaffe riechen der sich mit ihrem Parfum aus pudrig-schwerer Tuberose,würzigen Zimt und Gewürznelke vermischt. Dann öffne ich die letzte Tür am Ende und stehe in einer Art noblen Arbeitszimmer.

Das Arbeitszimmer ist voller sehr alter und antiker chinesischer Antiquitäten. Es ist schummrig beleuchtet und die Fenster stehen alle offen. Am Ende des Zimmers steht ein reich verzierter und sehr kostbarer Gebetsschrein. Eine Gebetstafel in der Mitte und einige Pergamentrollen mit alten Bändern umwickelt darauf. Links und rechts davon stehen zwei goldene,altertümliche,chinesische Drachenstatuen. Aus Ihren Nüster und geöffneten Mäulern raucht süßlich-harziger Weihrauch. Fast wie würzig,bitter-süßer Opiumrauch. Der Raum ist erfüllt davon. Des Weiteren stehen stark bemooste und alte Blumentöpfe auf dem Schrein. Aus ihnen wachsen prunkvolle schwarze Orchideen. Aber irgendetwas stimmte nicht damit! Sie scheinen sich zu bewegen und scheinen gar nicht schwarz zu sein,sondern eigentlich weiß. Schmetterlinge! Es sind duzende schwarzer Schmetterling die sich am Nektar nähren und durch mein näheres herantreten in die Lüfte erheben. Sie flattern im Zimmer umher wie ledrig-zarte und matt-schwarze Orchideenblätter und verteilten den Nektar gleichen vanilligen Benzoeduft der weißen Orchideen zusätzlich im Raum. Bis sie neue Plätze zum Ruhen an den Wänden und dem umliegenden Inventar finden um mit einem sanften und letzten Flügelschlag wieder zu erstarren. Im nächsten Augenblick springt ein schwarzer,großer Kater urplötzlich auf den antiken Sekretär und fauchte mich mit einer nicht sehr freundlichen Geste an. Es klingt wie eine Warnung. Ich sollte jetzt lieber gehen!

Fazit
Shanghai hieß wohl ursprünglich Coeur de Paris und erblickte schon 1911 das Licht der Welt. Es wurde Anfang der 30er Jahre umbenannt in Shanghai. Die Daten sind da etwas ungenau diesbezüglich. Hätte es wirklich das Herz von Paris interpretieren sollen,dann wäre es wahrscheinlich das Moulin Rouge gewesen. Es ist tief,mysteriös und sehr geheimnisvoll. Daher passt der Name Shanghai fast noch besser dazu. Und wer immer es entworfen hatte,hatte Ahnung von seinen Handwerk. Shanghai ist ein sehr sinnlich-warmes und facettenreiches Parfum und erinnert mich sehr an namhafte Parfums wie Opium,Shalimar oder L‘Origan. Es ist eines dieser typischen Pelz-Parfums die so üppig waren das man sie selbst durch den dichtesten Pelz noch wahrnehmen konnte. Es hat vielleicht an seiner damaligen Intensität etwas verloren über die Jahrzehnte,aber es ist noch immer sehr kräftig und hat keineswegs etwas von seiner mystisch-mysteriösen Wirkung und Aura eingebüßt. Beachtlich! Er entspricht für mich einen orientalischen Chypre. Würzig und rauchig-süß gehalten. Es ist für mich das ideale Parfum für einen alten Film-Noir der im tiefsten,dunkelsten Shanghai spielt und das Parfum oder den Duft der ominösen und geheimnisvollen „Drachen-Lady“ interpretiert. Das Parfum ist sozusagen „filmreif“! Es gibt Shanghai übrigens immer noch wenn man sucht. Es ist gar nicht mal so kostspielig wie man vielleicht denken würde. In Amerika hat man da die besten Chancen einen schönen alten Flakon zu finden. Und wer weiß,..vielleicht in Shanghai auch!...;)


20.07.2019 20:53 Uhr
28 Auszeichnungen
Sie saß im Hotelzimmer und wartete darauf das es endlich zehn Uhr wurde. Die Firma hatte ihr für die Woche einen Chauffeur geordert,der sie zum Kongress bringen und abholen sollte. Die Ort an dem der Kongress stattfinden solle die Woche lag einige Kilometer außerhalb der Stadt. Die Fahrzeit betrug pro Strecke anderthalb Stunden. Es war kurz vor Zehn. Sie ging zum Fahrstuhl um in die Lobby zu gelangen und von da aus zum Parkplatz. Dort stand eine schwarze Limousine und der Chauffeur. Er war groß gewachsene und stattlich. Er trug einen schwarzen eleganten Anzug und ein strahlen,weißes Hemd mit einem schwarzen Binder. Seine schwarzen Schuhe glänzten genau so stark wie der Schirm seiner Chauffeursmütze in der Sonne. Er begrüßte sie mit einen charmanten halben Lächen und einen freundlichen Nicken. Alles was er sagte war: Mein Name ist Yves....Madame!...und öffnete die hintere Tür der Limousine. Sie stieg ein,aber irgendetwas missfiel ihr gleich. Aber was???

Sie fuhren schon eine ganze Weile als sie wissen wollte wie lange sie noch bräuchten. Sie klopfte gegen die schwarze Trennscheibe. Sie fuhr langsam herunter. Und da war ihr bewusst was sie anfänglich gestört hatte. Es war sein Eau de Toilette oder sein Rasierwasser! Es war sehr präsent und stark und wirkte sehr stechen und sehr würzig. Fast schon krautig und etwas zu herb-jugendlich. Es war Koriander,Estragon und diverse mediterrane Kräuter mit einer sehr präsenten Geranien-Note. Alles wirkte sehr männlich und frisch-grün. Es passte irgendwie nichts so richtig zusammen,so schien es. Aber es harmonierte irgendwie doch. Es harmonierte vor allen Dingen an ihm. Er war der Typ der so etwas tragen konnte. Sehr gepflegt,sauber,jugendlich und irgendwie frisch rasiert. Ein Mann,..durch und durch!

Die erste Sitzung auf dem Kongress dauerte geschlagene acht Stunden. Sie war erschöpft und wollte nur noch ins Hotel und ein Bad nehmen und entspannen. Yves stand am Wagen und wartete auf sie. Er öffnete die Wagentür und sie stieg ein. Das Autoradio spielte Jazzmusik. Aber nicht die schnelle und nervöse Variante. Nein,...es war dieser softe,warme und sehr gefühlvolle Jazz. Er startete die Limousine und fragte: Soll ich die Musik ausstellen oder die Trennscheibe hochfahren,...Madame? Sie antwortet nur: Nein,nein...lassen Sie alles wie es ist! Aber alles war nicht so wie es ist! Yves duftete irgendwie anders. Zwar immer noch irgendwie krautig-frisch und es war immer noch sein Eau de Toilette,aber es war viel,viel tiefer und wärmer um ihn herum geworden. Es schien so als sei er in der vergangenen Zeit um mehrere Jahre gealtert. Aber im positiven Sinn. Ein rauchig-herb mineralisches Eichenmoos erfüllte den Wagen und ein zarter Tabakduft lag in der Luft und vermischte sich mit dem Geruch des Leders. Oder war es auch in seinem Parfum? Eine würzig-warme und sehr männlich-reife Aura ging von ihm jetzt aus. Sie fühlte sich in diesen Augenblick unglaublich gut aufgehoben im Wagen und in seiner Gegenwart. Diese Lässigkeit und Souveränität die Yves von diesen Augenblick ausstrahlte war sehr beeindruckend und schutzgebend. Sie hatte sich schwer getäuscht was seinen Duft betraf!

Am Hotel angekommen parkte er die Limousine auf dem Hotelparkplatz und stieg aus. Er öffnete die hinter Wagentür und half ihr aus dem Auto mit dem Worten: Morgen um zehn Uhr? Diesmal lächelte er sie an während er mit ihr sprach. Er hatte ein sehr jugendliches und äußerst smartes Lächeln. Sehr charmant dachte sie und antwortete: Zehn Uhr,...Yves! Vielen Dank! Sie sog noch einmal unbemerkt seinen Duft auf und ging in Richtung Hoteleingang. Nach zwanzig Metern drehte sie sich noch einmal um zu ihm und dem Wagen.

Yves stand am Kofferraum. Er öffnete ihn gerade. Er zog sich sein Jackett aus und die Handschuhe und legte es fein säuberlich in den Kofferraum. Dann nahm er seine Chauffeursmütze ab und legte sie ebenfalls dazu. Er raufte sich mit beiden Händen sein schwarz-welliges Haar und strich es nach hinten. Dann löste er den Knoten seines Binders und ließ beide Enden der Krawatte locker um seinen Hals und auf der Brust baumeln. Er öffnete die obersten zwei Knöpfe seines weißen Hemdes und krempelte sich die Ärmel hoch. Alle Etikette und Uniform war von jetzt auf gleich mit einem Mal weg. Er war ein anderer geworden. Eine unbeschreibliche Freiheit ging von ihm jetzt aus. Er wirkte sehr glücklich,leicht und unbekümmert. So wie ein sehr glücklicher großer Junge,...Mann??? Noch einmal griff er in den Kofferraum und holte einen Koffer hervor. Es war ein Instrumentenkoffer. Der Form nach zu urteilen ein Saxophon. Er nahm den Koffer in beide Arme und drehte sich einmal tanzend um sich selbst,bevor er den Kofferraum zuschmiss und abschloss. Er lief zu einer kleinen Gruppe von Männern die ihm zuwinkten und auf ihn zu warten schienen. Sie hatten auch alle Instrumentenkoffer dabei. Musiker! Er lief lachend auf sie zu. Er wirkte so unendlich beschwingt!

Und sie,....sie war es von diesen Augenblick an auch!

Jazz
Ich kenne bis heute keinen Duft der es geschafft hat die Jugend und die Reife so gekonnt zu verbinden wie Jazz von Yves Saint Laurent. Alle Facetten eines Mannes in nur einen Duft. Spritzig,rau,smart,ungehobelt und etwas ungezügelte wandelt er sich nach und nach zu lockerer Eleganz,
Reife,Souveränität,männlicher Wärme und unbändiger Lässigkeit. Was Yves Saint Laurent geschaffen hat ist ein glitzerndes Prisma der Männlichkeit. Leuchtend kühl und doch so unendlich tief-warm. Eine raue Schale und ein weicher Kern. Kein einfaches Parfum. Jazz ist eine Herausforderung für jeden Mann. Aber so sind wir Männer nun mal. Nicht immer einfach und leicht zu durchschauen. Und wir nehmen Herausforderungen gerne an! Oder?

Mode verblasst,Stil ist ewig!
— Yves Saint Laurent —

https://m.youtube.com/watch?v=MCF2nMrQde8


15.07.2019 22:04 Uhr
32 Auszeichnungen
Was hatte Jil Sander sich wohl gedacht dabei,als sie Jil Sander Woman Two erschuf? Sie hatte sich zu diesen Zeitpunkt schon sehr weit nach oben gekämpft mit ihrer puristischen Mode. Allen Neid und Missgunst zum Trotz. Man musste sich als Frau durchsetzen. Und sie tat es! Vorbei an allen Kritikern,vorbei an allen männlichen Kollegen der Modewelt,vorbei an allem was ihr im Wege stand. Jil Sanders Mode war so maskulin und gleichzeitig aber auch so feminin, dass die Grenzen der Geschlechter verschwammen in einheitlicher,purer Ästhetik. Mit Jil Sander Woman Two hat sie dieser bemerkenswerten Ära ein Parfum geschenkt,was an androgynen Charme schwer zu überbieten ist.

Der Duft
Eines sei schon mal gesagt. Dieser Duft ist nichts für Liebhaberinnen sehr blumiger,süßer oder sehr femininer Parfums. Oder für sehr junge Frauen die etwas verspieltes suchen. Er ist aus den 80er Jahren und daher auch schon mal anfänglich sehr laut und schonungslos was seine Erscheinung und Zusammensetzung betrifft. Bis auf das die Aldehyde hier als erstes erscheinen,sagt Frau Sander das letzte zuerst mit Jil Sander Woman Two. In der luftig-leichten,wenn auch mächtigen Aldehyde-Wolke kommen augenblicklich sehr animalische Noten zum tragen. Abgesehen von einen mineralisch-rauen Eichenmoos was den Duft auf seiner Laufbahn mit leichter Abschwächung zum Ende hin begleitet,sind sehr hohe Dosen Castoreum und Zibet enthalten. Ich habe selten so hohe Dosen in einen weiblichen Parfum erlebt. Castoreum ist ein äußerst männlicher Duftstoff und wird in der Sprache der Parfümeure auch als solcher gehandelt. Er steht für Dominanz und territorialen Besitz. Zibet wiederum ist ein weiblicher Duftstoff. Er gilt als Warnung und deutet eine Gefahr an. Beide zusammen sind eine eindeutige Kampfansage! Dieser sehr fast schon dramatisch Einstieg geht aber sehr schnell vorüber. Es breitet sich ein floraler Schleier aus,der die animalischen Noten zu verschlucken scheint. Eine pudrige Tuberose ist maßgeblich dafür verantwortlich. Eine krautige-würzige Nelke mildert deren Süße ab dabei. Alle anderen floralen Töne sind im einzelnen nicht zu erkennen. Alles ist sehr sauber und fein miteinander verwoben und vernäht. In der Endphase oder der Basis wird Jil Sander Woman Two immer holziger und leicht cremig-harzig. Was bleibt ist ein Hauch Benzoe,Moos und sanfter Weihrauch der sehr körpernah ausklingt.

Fazit
Ich werde nie eines der schönsten Bilder von ihr vergessen. Es ist eine schwarz-weiß Aufnahme von Jil Sander. Sie trägt einen weißen Hosenanzug in grafisch-perfekter Schnittführung. Der Hintergrund ist dabei schwarz gehalten. Sie ist barfuß und ihr Dekolleté und die Haut schimmert leicht glänzend-verschwitzt. Ihr Blick ist sehr lauernd und sie sitzt in einer sehr männlich-lasziven Pose da als würde sie gleich zur Jagd aufbrechen. Dieses Foto interpretiert für mich eine moderne Amazone. Alle Attribute der Männlichkeit und doch so brachial weiblich dabei. Wenn ein Duft zu diesen Bild passt,dann tut es dieser! Eine der stilvollste Fusionen der Geschlechter in einen Duft die ich kenne. Ein gnadenlos,schönes Parfum. Zumindest für mich! Übrigens als Reverenzduft oder Duftzwilling kommt Maai von Bogue den Sander sehr nahe. Obwohl Jil Sander Woman Two mehr wie ein zartes Hologramm dagegen wirkt und wahrscheinlich daher wohl tragbaren für viele sein wird.

Ein Kleid ist perfekt, wenn man nichts mehr weglassen kann - eine Rede auch!
— Jil Sander —

Ich hoffe ich habe mich daran gehalten,...Frau Sander?!


11.07.2019 21:00 Uhr
36 Auszeichnungen
Wie duftet Città di Kyoto? Komm her zu mir und setz Dich. Ich werde es Dir beschreiben!

Stell Dir vor Du bist in einem wunderschönen Garten oder Park irgendwo in Japan. Du hast gerade einen Seidendrachen gekauft und willst ihn im Park fliegen lassen. Der Wind ist sanft,aber stark genug. Er trägt so einiges mit sich. Die Luft ist angereichert mit zarten Tönen aus Zitrusfrüchten. Leicht bitter-grün ist ihr Geruch. Du läufst den endlosen Weg entlang durch den Park und lässt dabei immer mehr Drachenschnur frei,während du immer schneller läufst und läufst. Gerüche streifen dabei Deine Nase. Du nimmst den Duft von zarten Blüten wahr. Sie sind nicht einzuordnen aber wunderschön. Fein und zart ist ihr Duft. Der Seidendrachen ist nun schon sehr hoch im strahlend-blauen Himmel und zieht dort in ruhigen und sanften Bewegungen seine Bahnen. Er hat die Form eines Koi und ist auch so bemalt worden. Die Bemalung ist wie eine kostbare japanische Tuschzeichnung in den wässrig-pastellensten Farben. Sanft flattern die Seidenbänder an den stilisierten Flossen des Drachens im luftiger Höhe als würde er dort oben schwimmen.

Dann legst Du Dich an einen großen Teich auf den Rücken ins feuchte Gras und schaust in den Himmel wo der Seidendrachen fast wie meditierend am Himmel steht. Der Lotus ist erblüht und mischt sich mit dem zarten Duft von feuchten Hölzern und Wurzeln. Ein sanfter Hauch Süßwasser liegt in der Luft. Du hörst leises Gekicher hinter Dir und schaust Dich leicht um. Drei Geishas gehen gerade den Weg hinter Dir entlang am Teich. Sie verstummen als sie Dich bemerken und nicken Dir freundlich und synchron zu. Ihre Gesichter sind makellos und mit iris-gleichen Reispuder geschminkt. Sie scheinen über dem Boden zu schweben während sie über die hölzerne Brücke schreiten an der die Schwertlilien wachsen. Während Du weiter auf dem Rücken liegend und den Seidendrachen beobachtest der immer noch meditativ im kristall-blauen Himmel steht wirst Du langsam immer müder. Die Drachenschur hälst Du noch immer stramm gespannt in Deiner Hand dabei. Und dann kannst Du es hören! Es hört sich an als würde eine Geisha ein Streichinstrument in weiter Ferne spielen. Aber das ist es nicht! Es ist der Wind den Du hören kannst durch die Drachenschnur in Deiner Hand. Es ist der Gesang des Windes in endloser Höhe. Du merkst noch wie sich langsam Deine Hand öffnet,während Du sanft abgleitest und einschläfst und dabei den Drachen frei gibst. Und dann fliegt er sanft davon. Wie all Deine Sorgen und Kummer im Wind in diesen einen Moment

Genau so duftet Città di Kyoto. Wie ein Seidendrachen im Wind. Sorgenfrei,meditativ,leicht und unendlich frei!

https://m.youtube.com/watch?v=BTZl9KMjbrU


09.07.2019 19:59 Uhr
36 Auszeichnungen
Der perfekte Schnitt. Silhouetten. Scharf und weich zugleich. Die Kunst des Minimalismus. Die Perfektion der Schlichtheit im Vollendung. Keiner beherrschte es so wie Jil Sander. Sie machte aus wenig sehr viel. Die Mode die sie erschuf war für Frauen und Männer mit Selbstbewusstsein und Charakterstärke die ihre Kreationen ausfüllten mit ihren eigenen Ich. Clean,pur und schlicht. Wenn auch ihre Mode dem Minimalismus sehr gleich kam,so waren es ihre Parfums nicht immer. Ihre Parfums waren nicht dazu gedacht ihre Mode zu unterstreichen,sondern die Trägerin oder den Träger selbst. Im Kosmos der Sander waren schon immer Frauen und Männer gleichermaßen in
Selbstbewusstsein,Charakterstärke und Stil gleichgestellt. Was sie für die Frauen tat,tat sie auch gleichermaßen für die Männer. So erschuf sie 1981 Jil Sander Man Pure. Also nahm sie Maß am Mann und kreierte ihn eine Aura aus perfekten Molekülen. Die Moleküle der puren Männlichkeit,Souveränität und Eleganz. Jil Sander Man Pure

Der Duft
So augenscheinlich kühl und distanziert wie Jil Sanders Mode beginnt auch der Duft. Kühle und fast schon etwas statisch wirkende mediterrane Kräuter eröffnen die Kopfnote. Leicht zitrisch unterlegt und metallisch-herb. Vergleichbar mit einem präzisen,scharfen Scherenschnitt durch Stoff. Floralen und würzige Noten fügen sich hinzu. Maßgeblich Nelke und Rosengeranie. Die für mich wohl männlichsten Blumen überhaupt. Sie durchziehen die Herznote wie eine feine und stilsichere Naht. Die Würze und der herb-krautige Verlauf wird nach und nach immer tiefer und wärmer durch Muskatnuss und feinen Akkorden von Zimt. Alle Übergänge zu den einzelnen Noten sind perfekt aufeinander abgestimmt und so fließend wie die Nadelstreifen auf einen perfekten Maßanzug. Was die Basis betrifft ist Jil Sander Man Pure pure Perfektion. Sie vernäht sozusagen die einzelnen Noten oder fast schon Schnittteile miteinander. Ein tief-warmes und ledriges Castoreum gibt tiefste animalische Wärme frei und fusioniert mit einem rauchig-weichen und beschützenden Eichenmoos.

Fazit
Jil Sander hat mit Jil Sander Man Pure dem Mann eine Silhouette gegeben aus scharfen und gleichzeitig weichen Konturen. Man könnte mit diesen Duft nackt sein und wäre immer noch perfekt angezogen als Mann. Dieses Parfum wirkt beim ersten Kontakt auf der Haut vielleicht erst kühl,frisch und steril,aber das täusch gewaltig. Nach kürzester Zeit verbreitet Jil Sander Man Pure eine tiefe,sinnliche und souveräne Aura aus Wärme und unendlicher Gelassenheit. Und dies über sehr viele Stunden. Dieses Parfum ist Minimalismus in seiner maßlosesten Form. Die geruchliche Formensprache der männlichen Ästhetik.

Der moderne Mann muss nicht viel von Mode wissen, aber die Sensibilität haben, einen guten Schnitt zu fühlen.
-Jil Sander-

Gilt meiner Meinung nach in einer anderen Form auch für Parfum!


15.06.2019 21:09 Uhr
39 Auszeichnungen
Ich denke jeder von uns hat Rituale! Dinge immer wieder zu tun. Etwas zu wiederholen was uns Freude bereitet,was uns glücklich macht. Eine Sache oder eine alte Gewohnheit noch schöner zu machen oder sie zu zelebrieren. Rituale geben den Dingen Beständigkeit und eine Art von Zauber. Sie verzieren eine schöne Gewohnheit und unterstreichen sie. Ein Ritual kam etwas schönes noch schöner machen. Mit einen Ritual kann eine Sache begonnen werden oder beendet. Zu einen ganz wichtigen Ritual in meinem Leben werde ich Euch heute mal mitnehmen!

Wir fahren jedes Jahr für zwei Wochen auf die Kanaren. Immer in das selbe Hotel. Jeden Morgen stehe ich auch im Urlaub um sechs Uhr auf um schwimmen zu gehen. Ich ziehe meine Badehose an und gehe ins Bad um meinen Bademantel überzuziehen. Doch bevor ich das Zimmer verlasse besprühe ich meinen Bademantel mit einem Parfum was das Ritual was folgt aufs angenehmste unterstreicht. Ein Duft der mich begleitet auf meinem Weg zum Salzwasserpool. Der Mond scheint noch,aber der Himmel ist schon leicht orange-violett weil die Sonne schon zu erahnen ist,aber noch lange nicht zu sehen. Ich steige langsam ins Wasser und schwimme eine gute Stunde. Ohne Hetze und ohne Eile. Die Vögel beginnen in der Zeit sanft mit ihren Gesang. Wundervoll! Dann gehe ich rüber in den Solepool um mich im fast heißen Wasser aufzuwärmen. Das Wasser ist so salzhaltig,dass man darin schwebt. Danach gehe ich nach meist fünfzehn Minuten rüber in den äußeren Spa-Bereich und dusche heiß. Anschließend frottiere ich mich ab und ziehe mir meinen weißen und parfümierten Bademantel über. Dann geht es rüber auf meine Liege die in der Zwischenzeit schon fertig gemacht worden ist von einen der Poolboys. Dort sitze ich dann meist im Lotussitz und beobachte wie das Licht der aufgehenden Sonne sich langsam in den Kronen der Palmen bricht und über den Pool scheint und die Luft um mich herum sich mischt mit meinem Wohlfühlduft der meinem Bademantel entweicht. Ich hatte bislang immer nur zwei Parfums für dieses fast schon meditative Ritual. Laguna von Dali oder Royal Bain de Caron von Caron. Dieses Jahr wird es einen dritten Duft geben der dieses Ritual mit mir zelebrieren wird. Lancaster von Lancaster. Warum Lancaster? Ich werde es Euch gerne sagen!

Lancaster ist wie ein Kokon aus Reinheit,Schutz und Sinnlichkeit. Orangenblüte und diverse Kräuter wie Thymian,Koriander und Basilikum geben einen Hauch von Frische und Sauberkeit. Würzige und herb-florale Noten fügen sich hinzu aus krautiger Rosengeranie und einer pudrigen-weicher Tuberose. Lancaster hat was von einen Chypre der sich nach und nach verändert und sich zu einem Orientalen transformiert. Langsam und stetig kommen auch warme Töne aus weichen Amber hinzu der mit kuschligen Noten von Vanille verziert ist. Ein unglaublich weiches Sandelholz macht Lancaster immer cremiger und noch anschmiegsamer,bevor es versinkt in einer rauchigen Basis aus Schutz gebenden Eichenmoos und Weihrauch.

Fazit
Lancaster verkörpert für mich vieles. Er verkörpert für mich glänzend-braune Körper und Sonnenbäder in warm-würzigen Sand an einem heißen Tag am Meer. Aber auch einen Spa-Tempel in den Männer und Frauen in weißen Bademänteln sich entspannen in nebligen Dampfsaunen und schwül-warmen Bädern. Oder sich in einem Hamam den Stress weg massieren lassen mit würzig-warmen Ölen und feinen Seifen. Lancaster ist ein Duft der die Geschlechter verbindet. Er ist weder männlich noch weiblich für mich. Lancaster ist wie ein sehr gepflegter,
zarter und schmeichelnder Schleier auf der Haut. Er strahlt eine tiefe Geborgenheit und Ruhe aus,aber auch eine tiefe Sinnlichkeit. Er hat was luxuriöses und sehr gepflegtes in seiner Machart. Er kann im tiefsten Winter getragen werden,aber auch im wärmsten Sommer. Lancaster kann vieles,aber was er immer kann,ist etwas schönes noch schöner zu machen. Damals schon und heute immer noch.

Zumindest für mich!

Ich danke SchatzSucher für die Probe und das neue entfachen einer in Vergessenheit geratenen alten Liebe!


03.06.2019 20:36 Uhr
33 Auszeichnungen
Es wird uns Männer ja sehr gerne nachgesagt, dass wir Jäger und Sammler wären. Ich würde sagen, dass das wohl stimmt! Die Leidenschaft des jagen und sammeln kann da viele Formen annehmen. Es liegt uns wohl auch im Blut. Es können Uhren,Antiquitäten,Autos,Weine,Kunst oder Bilder sein. Bei uns Männern hier bei Parfumo sind es unter anderem Parfums. Parfums sind auch Kunst. Sie sind auch wie ein Gemälde oder eine Antiquität. Nur das wir diese Gemälde nicht an die Wand hängen wie es bei einem Bild üblich ist. Wir tragen das Gemälde auf der Haut und unter dem Hemd. KL Homme von Karl Lagerfeld ist solch ein Duft-Gemälde nicht zuletzt,weil sein Wert seit kurzem ständig und weiterhin steigt!

KL Homme
KL Homme Ist wohl eines der bedeutendsten Kunstwerke für den Mann die Karl Lagerfeld geschaffen hatte. Ein zitrischer Auftakt aus getrockneter Orangenschale und etwas spritziger Bergamotte eröffnet die Kopfnote. Noch ist nicht zu erahnen wohin die Reise gehen wird. Aber relativ schnell geht es in die würzige Richtung. Zimt ist als erstes zu erkennen und wird von würzig- floralen Tönen der Gartennelke und einer leichten krautigen Note der Geranie in der Herznote unterstützt. Ein leichter Akkord Rose blitzt hin und wieder auf. Nie wirklich da,aber auch nicht wirklich weg. Alle Duftnoten werden an einem bestimmten Zeitpunkt immer cremiger,was höchstwahrscheinlich am Sandelholz liegen mag was sich nach und nach mit einem erdig-weichen Patchouli verbindet. Das Parfum hat eine relativ schnelle Entwicklung in der Kopf und Herznote. Sie folgen sehr schnell hintereinander. Bis dahin ist der Duft noch als würzig-floral einzustufen. Was sich aber in der Basis schnell wendet. KL Homme entwickelt sich zu einem äußerst sinnlichen und warmherzigen Orientalen. Pudrige Töne aus harzigen Amber und trocken-staubiger Vanille legen sich über die Komposition und werden wiederum von einer wachsig-weichen und cremig-delikaten Benzoe veredelt. Den Hauch sanfter Animalik bekommt KL Homme durch die Zugabe von ledrig-säuerlichen Zibet. Diese Note haucht dem Parfum die letzte Nuance Leidenschaft ein die es so unverkennbar machte und macht.

Fazit
KL Homme Ist ein Kunstwerk und mittlerweile schon fast eine Antiquität und unter Kennern hat er Kultstatus. Sehr kostbar und sehr schwer noch zu bekommen. Ein Parfum was bei vielen Männern auf der ganzen Welt immer noch heiß begehrt ist und daher auch sehr rar. Ich persönlich habe noch relativ günstig einen Flakon bekommen,wenn man 125ml für 250€ günstig nennen kann! Ich habe aber auch die selbe Größe für 3.400€ im Universum des Internet gesehen. Es mag utopisch klingen,aber selbst dieser wird eines Tages verkauft sein. Da bin ich mir sicher! Mit KL Homme hat Karl Lagerfeld einen wohl der größten Würfe mit KL für die Frau und Lagerfeld Cologne in seiner Laufbahn gemacht. Unverkennbar und einzigartig! Wie auch Karl Lagerfeld und der Flakon selbst der für mich einer der schönsten seiner Zeit ist und mit seiner Machart stark an das Art Deco angelehnt ist. Wundervoll!

So meine Herren,...die Jagd ist eröffnet!
Dann machen sie mal unseren Ruf alle Ehre und begeben sie sich auf die Jagd wenn sie das Bedürfnis verspüren diesen Duft zu besitzen und in ihrer Sammlung zu haben. Die Preise steigen kontinuierlich seit dem Ableben von Herrn Lagerfeld. Das trifft übrigens auch auf alle anderen Düfte der ersten Generation zu. Und sollten sie tatsächlich dieses Duft-Gemälde noch bekommen,dann tragen sie es auf der Haut. Obwohl an der Wand macht er sich auch sehr gut!

Man(n) wird sie beneiden,....ganz gewiss!



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