Can777Can777s Parfumkommentare

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Can777 vor 3 Tagen 51
9
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Der Schatten
LUI. Sehr viele Dinge erinnern mich an einen Schatten bei LUI. Dunkle und doch transparente Konturen die sich über einen legen wenn man ihn auflegt. Eine nicht greifbare Präsenz. Zarte Dunkelheit umgeben von Licht. Ein Scherenschitt aus schwarz und weiß. Ein Schatten der schwer einzuordnen ist zu wem oder was er gehört. Die Umrisse von LUI sind androgyn,geschlechtslos und schwer zuzuordnen. Ist es ein Mann oder ist es eine Frau? Oder sind es beide die vor oder hintereinander stehen und den Schattenwurf spiegeln wie ein Schattentheater der Androgynität? Man kann sich da nicht immer sicher sein welche Konturen LUI gerade annimmt. Aber man muss es auch nicht!

LUI
Von der ersten Sekunden an duftet LUI nach delikatem Wildleder auf meiner Haut. Weich,warm und fast federleicht. Ein hauchzartes Leder was in seinen Verlauf immer mehr zu Staub zu zerfallen scheint. Töne aus pudrig-würzigen,trockenen Nelkenstaub überdecken nach und nach das zarte Wildleder,ohne es aber gänzlich verschwinden zu lassen. Filigran geräucherte Benzoe flimmert leise umher und umschließt balsamisch,wachsig-weich alles vorangegangene behutsam und leise. Aber auch andere balsamische Harze kann ich wahrnehmen. Opoponax,Perubalsam,Mastix und ein Hauch äthiopischer Weihrauch könnten es sein. Nichts ist hier laut oder aufdringlich. Alle Noten scheinen sich auszudehnen und wieder zurückzuziehen einen Schatten gleich. Sie erheben sich und ziehen sich zurück ohne aber gänzlich zu verschwinden. LUI ist ein stiller Duft,was nicht heißt das er nichts zu sagen hätte. Man fühlt sich von ihm nie belästigt oder bedrängt in seiner Gegenwart. Er ist mehr der leise Freund und der Zuhörer der im halbdunkel sitzt als der extrovertierte Redner der im Rampenlicht steht. Auch seine Haltbarkeit ist äußerst zuverlässig. Er begleitet einen wie ein Schatten den Tag bis in den Abend hindurch. Die Sillage von LUI ist wechselhaft und diffus und auch hier wie ein Schattenspiel. Er zeigt sich immer wieder kurz und ist auch schon wieder weg ohne zu große Aufmerksamkeit zu erhaschen. Aber gänzlich verschwinden tut er nie!

Fazit
LUI ist gewiss nicht konturenlos. Er ist vielmehr die Kontur die alles umzeichnet was in ihm verweilt. Er legt sich zart um und über einen ohne das man dabei verschluckt wird durch seine Präsenz. Er überschattet einen nicht gänzlich,sondern lässt Transparenz zu. LUI ist eigenständig und keine Copy von etwas. Auch wenn er auf seinen Schattenwurf manch großen Duft kurz spiegelt oder zu streifen scheint. Ein Habanita,ein Tabac Blond,ein Black Cashmere von Donna Karan oder ein Hauch verblasstes Shalimar. Einige dieser Parfums kamen mir auf meiner Reise mit LUI in den Sinn. Mich persönlich erinnert LUI sehr an Tabac Blond von Caron. Aber es ist nicht der Duft selbst oder die Noten. Vielmehr ist es seine Aura aus femininen und maskulinen Akzenten und Schwingungen die mich daran denken lassen. Für mich persönlich gesprochen hat Guerlain mit LUI seinen Schatten weit voraus geschickt. In versteckte Gefilde die für Guerlain eher untypisch sind und sich mehr in der Dunkelheit bewegen und zu finden sind als im Licht. Und auch wenn LUI auf mich wie ein Schatten wirkt,so steht er bei mir nicht in diesem!

Ich finde ihn mehr als gelungen!
49 Antworten

Can777 vor 11 Tagen 61
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon

Faunus
Wer den Flakon noch kennt von Relax,weiß das auf der Rückseite des Flakons und der Kartonage immer ein kleiner Faun,Pan oder auch Satyr zu finden war. Warum das so war oder ist,ist und bleibt wohl ein Geheimnis von Davidoff. Andererseits kann man schon diverse Vergleiche zu einen Faun ziehen wenn man den Duft kennt oder kennenlernt. Ein Faun könnte,wenn es ihn geben würde auch so duften! Der Faun oder auch Faunus ist der Beschützer der Wälder und der Natur. Schaut man sich alte Bilder oder auch Statuen an,wird dieser Waldgeist oder auch Gottheit der Antike meist sehr entspannt,gechillt oder auch relaxt dargestellt. Und relaxt ist Relax von Davidoff nun mal wirklich!

Relax
Nach einen relativ kurzen,kühlen Einstieg aus frisch zerriebener Minze und ätherischen Lavendel und Anis kommt Relax doch schnell zur Sache und zeigt was in ihm steckt. Was Relax immer schon ausmachte war zu damaligen Zeiten eine Höchstdosis an Heliotrop,der in diesen Zusammenhang auch immer gerne mit Waldmeister verglichen wurde. Zu der Zeit Ende der 80er Anfang 90er Jahre höchst ungewöhnlich für ein Herrenparfum. Sobald das Heliotrop zum tragen kommt wird Relax süßer aber nie zu süß. Dem marzipanigen Heliotrop mischen sich würzig-florale Akzente bei. Noten aus männlicher,krautiger Rosengeranie und herb-würziger Nelke durchziehen den Duft wie ein Geflecht aus würzig-wilden Grün. Ein schwül-warmer und erdiger Patchouli erdet weiterhin und lässt Relax dunkler und tiefer werden. Warme,moosige Nuancen und goldbraune,würzige Töne von Tonka und cremig-süßer Benzoe geben Relax letztendlich eine unglaublich schöne,anziehende und tief-grüne Wärme und Aura. Assoziationen von geheimnisvollen und entspannenden Wäldern,Dschungeln oder Oasen bleiben da nicht lange aus!

Fazit
Ich selber erwische mich fast jeden Sonntag dabei Relax aufzulegen wenn es kuschelig und cozy werden soll seit ich ihn wieder besitze. Er hat was unglaublich beruhigendes und hält was er verspricht. Relax verbreitet eine sehr angenehme Aura aus süßlich-grüner,würzig-erdiger und weich-warmer Wärme. Der Duft ist unglaublich chilling und dabei auch noch sehr anziehend und verführerisch. Relax ist ungemein anschmiegsam und fast schon warmherzig und fährt ein ruhiges,weich-harmonisches Tempo. Es gibt keine harten Ecken und Kanten. Alles ist geschmeidig und sehr fließend verarbeitet worden. Seine Haltbarkeit ist sehr gut und begleitet einen fast den ganzen Tag durch über sehr viele Stunden. Die Sillage ist normal bis stark je nach Dosierung und immer gut wahrnehmbar. Wer diese smaragdgrüne Oase von Davidoff noch besitzt,kann sich sehr glücklich schätzen. Es gibt ihn nämlich nicht mehr. Leider! Viele Männer (und gewiss auch Frauen) trauern ihm heute noch hinterher,was ich sehr gut verstehen kann. Ein Parfum was heute noch zeitgemäß,erfolgreich und mehr als tragbar wäre,würde es ihn noch geben. Zum Glück habe ich noch einen Flakon bekommen und tue jetzt das was ein Faun am besten kann. Mich in meiner smaragdgrüne Oase zurückziehen und,....relaxen!..;)

Wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, dann wirkt er.
-Francesco Petrarca-


50 Antworten

Can777 vor 31 Tagen 55
9
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Persephone
Willkommen zur ersten hypnotischen Sitzung zur Bewältigung von Stress und Duftabstumpfung. Liegen Sie bequem? Schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf das gleichmäßige Ticken der Uhr an der Wand. Lassen Sie sich fallen. Sie werden müde und ihr Körper immer schwerer,schwerer und schwerer. Folgen Sie den ruhigen Klang meiner Stimme. Ich führe Sie nun sanft an einen Ort der ihnen helfen wird ruhiger und gelassener zu werden und Ihr verloren gegangenes Geruchsorgan wieder in Tackt bringt. Ich werde jetzt bis drei zählen und wenn ich Schlaf! sage,werden Sie tief und fest eingeschlafen sein.
1...2...3...Schlaf!

Sie sind in einen wunderschönen und grünen Garten. Die Luft ist leicht und dufte nach luftigen Aldehyden die mit zitrisch-leichten Noten aus Grapefruit durchzogen ist. Ein sanfter Hauch Pfeffer prickelt in ihrer Nase. Sie schauen sich um. Es ist Frühling! Der Garten ist voller weißer Blüten und Knospen. Alle sind noch geschlossen. Aus der Entfernung sehen Sie eine wunderschöne Frau. Eine Lichtgestalt! Es ist die Göttin Persephone die den Frühling herbei singt. Hören Sie den zarten Gesang? Folgen Sie ihr durch den Garten. Während Sie sich durch den Garten bewegen sehen Sie wie sich alle Blüten und Knospen gleichzeitig öffnen. Lilien,Magnolien,Tuberose,feiner Jasmin und cremige Pfingstrosen. Eine Symphonie aus blumigen Noten umfängt Sie. Keine davon ist im Einzelnen zu erkennen. Zarte und fein-säuerliche Harze aus Elemi schwingen mit und Sie können den Blütenstaub im Sonnenschein glitzern und funkeln sehen. Sie fühlen sich unglaublich gut gerade und befinden sich jetzt jahreszeitlich im Sommer. Merken Sie die zarte Wärme auf Ihrer Haut? Folgen Sie nun Persephone und ihren Fruchtbarkeit bringenden,himmlischen Gesang. Sie biegt auf einen Waldweg ab in den tiefen Wald hinein. Folgen Sie ihr vorsichtig und leise. Nicht das Sie noch bemerkt werden! Um so mehr sie den sommerlichen Garten verlassen und in den Wald kommen,verändert sich die Luft und die Atmosphäre. Die Blätter der Bäume verfärben sich und werden braun und fallen zu Boden. Die Luft ist angereichert mit dem Duft von Zedern,erdig-weichen Patchouli und nussigen Vetiver. Es dufte nach Herbst! Hören Sie den süßlichen Gesang von Persephone und folgen Sie ihm weiter,während aus dem herbstlichen Wald langsam ein winterlicher Wald wird. Es liegt plötzlich Schnee überall. Sie sehen Persephone die vor einen schwarz-hölzernen Tor steht was ins Erdreich und die Unterwelt zu führen scheint. Sie muss zurück zu Hades! Können sie sehen wie Persephone langsam das Tor öffnet und sie zaghaft in der zarten Dunkelheit verschwindet? Sie folgen ihr jetzt allerdings nicht mehr,weil Sie hier auf die Erde gehören. Leider! Aber Sie bekommen noch einen Hauch der Unterwelt mit,während sich die Tore wieder schließen hinter ihr. Der Hauch von süßlich-harzigen Labdanum und warm-weichen Amber streichelt letztendlich Ihre Nase. Und letztendlich noch ein letzter,kleiner Hauch des Frühlings!

Sie fühlen sich nach all den Eindrücken und Empfindungen unglaublich gut und sehr entspannt. All die Farben und die schönen Düfte der Natur haben Ihnen sehr gut getan. Am liebsten möchten Sie überhaupt nicht wieder fort von diesem Ort der schönen Bilder und Emotionen. Aber Sie müssen zurück! Ich werde jetzt langsam von drei an rückwärts zählen. Sobald ich dann mit dem Finger schnippe,werden Sie wieder aufwachen und sich unglaublich gut fühlen. Achtung jetzt,..ich beginne zu zählen!
3...2...1...*schnipp*
Hallo???...*schnipp,schnipp,SCHNIPP*
HALLOOOOO....! *rüttelschüttel,klatschklatsch*

Fazit
Natürlich verfällt man nach dem auflegen von Hypnosis nicht in Schlaf oder Hypnose. Aber der Name passt schon gut zum Duft. Hypnosis ist ein äußerst angenehmer und einschmeichelnder Duft. Unglaublich facettenreich und schillernd. Er vereint den Frühling,den Sommer,den Herbst und letztendlich auch den Winter. Frühlingshafte Töne aus Aldehyden und leicht fruchtig-zitrischen Noten werden zu sommerlichen blumigen Noten aus zahlreichen weiß-cremigen Blüten. Herbstliche Eindrücke aus erdigen Patchouli,Vetiver und Gewürznelken lassen den Herbst erscheinen,bevor der Duft mit warmen Nuancen aus Amber und harzig-weichen Facetten von Labdanum und Perubalsam im Winter zu enden scheint. Hypnosis macht schöne Bilder im Kopf und lässt sich sehr angenehm tragen. Von Männern und Frauen gleichermaßen. Er verbreitete eine sehr ausgeglichene und chillige Aura. Und das über mehrere Stunden lang. Ich finde ihn mehr als gut gelungen!

Und wer noch etwas hypnotische und musikalische Untermalung möchte zum Kommentar und Parfum. Bitte sehr!

https://www.youtube.com/watch?v=_pu6Jpk5b1s

45 Antworten

Can777 vor 51 Tagen 49
10
Duft
9
Haltbarkeit
9
Sillage
9
Flakon

Le coeur vert/Das grüne Herz
Ohne Frage! Ich liebe beide Fassungen von Vetiver,doch tragen tue ich nur die alte Formulierung. Warum dies so ist? Sagen wir mal so! Stellen wir uns vor beide Fassungen wären Bilder die das selbe Motiv darstellt. Das eine Bild ist in Öl gemalt. Man sieht die Spuren des Pinsels auf der Leinwand. Man spürt die Furchen und Erhebungen wenn man mit den Fingerspitzen darüber gleitet. Man sieht unterschiedliche warme Lichtbrechungen und Reflexe auf der Oberfläche wenn man sie um das Ölbild bewegt. Das andere vom Motiv identische Bild ist ein digitaler Kunstdruck. Es ist auf Papier gedruckt. Die Oberfläche ist clean,glatt und makellos. Keine Furchen und Erhebungen. Es gibt keine Tiefen und Höhen. Die Reflexe die es zurück wirft sind verzerrt und blendend. Es wirkt perfekt,ist aber sehr kühl und statisch dabei! Ich persönlich würde das Ölbild bevorzugen. Ähnlich ist es auch mit Vetiver in der alten Formulierung!

Meinen ersten Vetiver trug ich mit einundzwanzig Jahren. Dies ist mittlerweile dreißig Jahre her. Ich habe lange gesucht einen möglichst alten Flakon zu bekommen der nach Möglichkeit weit zurück ging in der Zeit. Und es gibt sie noch! Ich hatte allerdings mehr als Glück einen der wirklich sehr,sehr alten Flakons zu bekommen die eine kurze Periode sogar mit Treibgas vertrieben wurden. Dieser scheint aus den 70er Anfang 80er Jahren zu stammen. Er ist perfekt erhalten äußerlich wie innerlich. Diese Fassungen und Formulierung ist so gut wie unverändert und unverfälscht. Es ist sozusagen die Quintessenz des alten Vetiver und noch die alte Handschrift von Jean-Paul Guerlain!

Vetiver-Vintage
Sprüht man sie die alte Formulierung von Vetiver auf die Haut,ist er erstmal nichts charmant,gefällig und sanft. Das Parfum ist eine Urgewalt und nichts für zarte Gemüter und Nasen zu Beginn. Es ist als würden einen alle Aromen und Duftstoffe gebündelt treffen. Mächtig,wild und ziemlich zügellos. Ein Bruchteil von Sekunden ist die Bergamotte und Zitrik zu erkennen,die schnell verschwunden ist. Sofort ist ein grün-brauner,satter und fast fleischiger Tabak sehr präsent. Reif und noch nicht geerntet. Eine schwüle,erdige und schwitzige Note mischt sich mit bei die von Öl der Gostuswurzel herrührt. Begleitet von einer leicht stechenden und unterschwelligen Zibet-Note. Diese beiden Noten sind gänzlich in der neuen Formulierung verschwunden. Sie wurden auch nie offiziell in der Duft-Pyramide erwähnt,waren aber immer in minimalen Dosierungen vorhanden. Nebenbei bemerkt! Würzig,scharfen und zerstoßenen Pfeffer und das Vetiver ist auch augenblicklich zu erkennen. Nach ungefähr fünf Minuten legt sich dieser Tornado aus Aromen und der Duft wird ruhiger. Er scheint in seine Bestandteile zu zerfallen und sich aufzulösen,was allerdings täuscht und nicht der Fall ist. Er ordnete sich nur neu und kommt erneut nach oben. Alle Noten fügen sich in höchster Perfektion und Harmonie zusammen. Erdig und würzige Muskatnuss arbeiten sich empor und der wohl einzigartige wild-grüne und rauchige Vetiver der ihn den Namen gab. Nach ungefähr einer Viertelstunde scheint der Duft nicht mehr auf der Haut zu sein,sondern über ihr zu schweben wie eine zweite transparente Haut. Zwar leicht,aber unglaublich dicht dabei. Der Duft hat was Pulsierendes in seiner Aura und Ausstrahlung was einem Herzschlag gleich kommt. Ist man ruhig und entspannt ist er es auch. Kommt man in Wallung strahlt das Parfum immens ab und prescht nach vorne. Etwas was persönlich sehr mag! Im Gegensatz zur neuen Formulierung die tendenziell frisch-würzig bleibt,bekommt die alte Formulierung einen leicht unterschwelligen,warmen angeschwitzten und menschelnden Unterton der wesentlich mehr Tiefe und Wärme hat. Die stärkere Konzentration und Dichte ist auch schon optisch zu erkennen. Stellt man beide Varianten nebeneinander sieht man das die ältere Version aussieht wie goldgelber,zu lange gezogener Kamillentee und die neuere Variante wie zart-grüner,verwässerter Weizengras-Saft. Was die Haltbarkeit betrifft,so ist das alte Vetiver dem Neueren weit überlegen. Die Haltbarkeit lieht bei zwölf bis sechzehn Stunden und noch darüber hinaus. Auf Kleidung sogar Tage. Ganz weg ist er so gut wie nie!

Fazit
Wie ich schon sagte. Beide Versionen haben ihre Vorzüge,die sich nicht nur in der Zusammensetzung sondern auch im Preis wieder spiegeln. Eine alte Version kostet auch schon mal wesentlich mehr als eine neue Version. Aber es lohnt sich wenn man den alten Geist des Jean-Paul Guerlain und seinem Vetiver um sich haben möchte. Ein Parfum was eine fast schon unverschämte und provozierend,männlich-wilde Eleganz verbreitet. Und dies seit mittlerweile einundsechzig Jahren. Man(n) sollte sich nur entscheiden welche Version man möchte. Die glatte,leichte und softe Variante oder die raue,schwerere und kantigere Variante mit wesentlich mehr Tiefgang. Jede hat ihre Liebhaber und Vorzüge. Und um noch mal auf meine Einleitung zurück zu kommen....

Ich bevorzuge das Ölbild,....immer noch!
44 Antworten

Can777 vor 74 Tagen 45
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Im Wellengang der Sehnsucht
Kann Sehnsucht duften? Oh ja,....sie kann!
Erika hat es geschafft mit Blu 1901 einen mit zu nehmen auf eine Reise und an einen stillen Ort der tief im Herzen eines jeden verborgenen ist. Was Blu 1901 ist? Blu 1901 ist der feuchte,blaue Nebel aus Tränen der einen verschwinden lässt. Oder eine wachsige Maske hinter der man sich zurückziehen und verbergen kann wenn man die Einsamkeit sucht. Blu 1901 sind die Hände im Wasser die sanft Kreise ziehen und die durch den Wellengang alles Bedrückende fortschwemmen und nicht zurückkommen lassen!

Blu 1901
Es ist spät am Abend und du gehst bedrückt mit gesenkten Haupt den Weg zum Strand durch die Dünen. Die Nacht ist sternenklar und die Sterne funkel wie Kristalle am Nachthimmel. Durch die Dünen weht ein zarter Wind und es duftet nach Patchouli und eukalyptischen Kräutern und Gräsern aus dem Wald hinter Dir. Du betrittst den Strand der bläulich-kühl im Mondlicht schimmert und kannst das kleine Ruderboot schon im Mondschein sehen. Der Sand ist noch immer warm von längst vergangen Tag. Behutsam nimmst Du ihn in beide Hände und schnupperst daran. Der Duft von warm-weicher,wachsiger Benzoe und getrockneten Hölzern die zart-rauchig nach Olibanum duften streicheln Deine Nase. Du erreichst das kleine Ruderboot was schon patiniert von Moosen ist und und schiebst es sanft ins Wasser. Im das Meer was Du so liebst! Du springst in das Boot hinein während zart der Seetang unter Deinen nackten Füßen zerplatzt. Der süßliche Duft des Seetangs vereint sich mit dem Duft von salzigstem Sandelholz auf Deiner Haut. Mit ruhigen Bewegungen beginnst Du zu rudern. Gleichmäßig und gedankenverloren. Das Meer um Dich ist samft und friedvoll und Du kannst die Stille atmen hören. Und dann plötzlich kannst Du ihn sehen. Den kleinen Felsen mit dem Leuchtturm dessen Licht nie erlischt. Und Du hältst inne mit dem rudern und mit Dir selbst. Und während sich das vanillig-warme Licht im Turm sich hypnotisch um sich selbst ruhig dreht,wird Dir warm ums Herz,während Dir langsam eine blaue Träne entgleit und über Dein Gesicht rinnt. Es duftet plötzlich sanft nach Pfingstrosen und zart-süßen Feigen. Und Du hast das Gefühl nicht mehr alleine im Boot zu sein. Etwas sitzt neben Dir und schaut auch mit Dir in die funkelnde,blaue Nacht und zum Leuchtturm. Und dieses etwas heißt Sehnsucht. Und sie hält Deine Hand und streichelt sanft Deine Träume!

Fazit
Blu 1901 ist ein Duft der die Sehnsucht erweckt und einen zum Träumen verleitet.
Er ist friedvolle und sanft,aber doch so stark dabei. Er hat was sehr Positives und Hoffnungsvolles in seine Schwingung die er aussendet wie ein Leuchtturmfeuer in der Dunkelheit. Eukalyptus in Verbindung mit warm-erdigen Patchouli und Moos gibt die Frische von Wäldern wieder. Leicht sumpfig-süßer Seetang und salzigstes Sandelholz lassen das Meer erscheinen,aber ohne wirklich aquatische dabei zu sein. Schmelzende,cremig-warme Benzoe zieht sich durch den Duft und friedvoll,harzig-säuerliches,rauchiges Olibanum. Eine warm-würzige und cremige Vanille in Verbindung mit einen Hauch Pfingstrose und Feige lassen das Parfum davon schwimmen im Wellengang der Nacht. Ich durfte alle drei Kreationen von Erika kennenlernen. Und sie sind alle auf ihre Art zauberhaft und magisch. Doch Blu ist mir der Liebste. Warum das so ist? Vielleicht habe ich noch nicht genug Sehnsüchte!

Can

https://www.youtube.com/watch?v=SlbJCpL0FZQ
40 Antworten

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