CappellusmanCappellusmans Parfumkommentare

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06.12.2018 22:19 Uhr
14 Auszeichnungen
Ja, sein Erscheinungsjahr kann er nicht verleugnen, dieser feine Duft. In der Schnittmenge zwischen früheren Lederkrachern und dem, was dann in den 80ern folgen sollte, fügt Monsieur Couturier eine schweißige Note hinzu, die man mögen kann, indes nicht muß.

Ich kenne das EdT und besitze stolze 240 ml des After Shave, das ich hiermit kommentiere, Das "Schweißige" ist hier allerdings nicht "schweinisch-fäkal", sondern durchaus das, was man zuweilen unter seiner Achselhöhle schnuppert, wenn das Deo versagt oder man schlicht einen Tag nicht geduscht hat.

Klingt eklig? Ist es aber nicht. Tabak? Meinetwegen. Aber ich fresse einen Besen und meinen Hut, wenn hier nicht auch ordentlich Moschus enthalten ist.

Diese Melange mag wohl eher Vintage-Junkies wie mich entzücken. Ja, nicht unbedingt öffentlichkeitstauglich, und selbst ich trage diesen Duft dann doch eher im stillen Kämmerlein. Ein Statement, das heutzutage wohl kaum einer mehr versteht, aber doch ein Paradebeispiel dafür, was ehemals unter "männlich" verstanden wurde. Allein ob dieser Konsequenz mag ich ihn.


02.03.2018 19:20 Uhr
9 Auszeichnungen
Nun, normalerweise recherchiere ich vor einem Kommi eher selten. Ich bevorzuge es, schlicht nur meine Eindrücke zu einem Duft niederzuschreiben, zuweilen (indes selten) nebst einer kleinen persönlichen Anekdote. Als ich heute – eigentlich zufällig – diesen Duft einmal wieder aus seinem Mini auf mein Handgelenk tupfte, verspürte ich das Verlangen, dies zu ändern…

Luciano Pavarotti. War er nun der größte Tenor aller Zeiten? Der erfolgreichste, bekannteste und bei weitem wohlhabendste dürfte er auf jeden Fall gewesen sein, war er es doch, der gemeinsam mit Domingo und Carreras anläßlich der Fußball-WM 1990 in Rom mit dem ersten Auftritt der „Drei Tenöre“ weltweiten Erfolg auch außerhalb des Opern-Publikums hatte, zahlreiche Klassiker der Oper und der italienischen Volksmusik zu weltweiter Bekanntheit verhalf und (zu Recht) „Nessun dorma“ zu DER Opernarie werden ließ.

So war dann heute YT angesagt, mit einem Vergleich verschiedener Sängergrößen und was sie denn nun emotional mit mir anstellen würden. Ich bin selbst (semi-)professioneller Musiker und Sänger und lege großen Wert auf Musik, die (bzw. Gesang der) mich berührt. Also, „Nessun dorma“ und „E lucevan le stelle“ von den vermeintlich größten Tenören aller Zeit durchgehört…

Domingo mochte ich schon immer. Sehr strahlend, vielleicht sogar zu sehr. Carreras war mir schon immer zu angestrengt. Bocelli? Oh nein, der geht gar nicht. Ein zweitklassiger Pop-Tenor. Aber es gab ja auch noch andere: Leider gibt es, seinem frühen Versterben verschuldet, wenig brauchbare Audioaufnahmen von Caruso. Ja, der konnte was. Soll übrigens Kettenraucher gewesen sein. Nun, dann kann ich ja weiterhin rauchen… Danach kam Gigli. Der ist mir dann doch ein wenig zu unsauber und mit zu wenig Gefühl. Cometh Mario Lanza. Ja, nun wird es interessant. Strahlen, Gefühl, gepaart mit tadelloser Technik und auch Wärme. Mario del Monaco? Aber sicher doch. Ein relativ Unbekannter, aber man höre sich einmal seine Interpretation z.B. von „Un amore cosí grande“ an, da weiß man (oder ich), wo bzw. wie hoch der Hammer hängt.

Cometh Pavarotti. Ja, ein Mythos, eine ins Mythische gezogene Sagengestalt – und ja, fürwahr für mich die Quintessenz des klassischen Tenors, auch aufgrund seines Charismas. Auch wenn er altersbedingt natürlich irgendwann nachließ, so ist doch so ziemlich alles von ihm zwischen den frühen 60ern bis Mitte der 90er wohl der Maßstab für das, was in diesem Genre geht.
Wozu nun diese lange Einleitung? Nun, ich hatte Lust darauf.

Zum Duft:
Opulent, oh ja. Dies war zu erwarten. Anfangs äußerst blumig und weich, driftet er dann doch recht zügig (durch reichlich Patchouli) in die Richtung des Givenchy Gentleman ab, ohne jedoch dessen Tiefe und Würze zu erreichen. Insofern trotz seiner zahlreichen Ingredienzien irgendwie ziemlich linear für meine Nase. Dabei niemals unangenehm oder allzu offensiv, aber dann doch reichlich altmodisch. Dies mag ich ja im Allgemeinen, hier ist es mir aber dann doch etwas zu „berechnend“ und mit zu wenig Eigenständigkeit, auch wenn im Drydown dann mit Vanille und Tonkabohne doch noch unerwartete Akzente hinzukommen.

Anzumerken ist, daß ich die (mittlerweile reichlich teure) Vintage-Version getestet habe. Mittlerweile gibt es ihn ja immer noch für ca. EUR 30/125 ml. Oh je, ob diese Reformulierung gelungen sein mag? Ich bezweifle es.
Wer soll ihn tragen? Ich sage es ungern, aber dann doch eher Ältere.

Wie bekannt sein dürfte, habe ich (der ich dieses Jahr 52 werde) überhaupt kein Problem mit Düften, die eher älteren Semestern zugeschrieben/zugeordnet werden, aber hier fehlt mir das „Kantige“, das Ungewöhnliche. Reichlich erstaunt bin ich übrigens darüber, ihn hier unter den Top 40 zu finden. Da mag es doch bei parfumo.de noch mehr Oldschooler geben, als ich dachte…


04.01.2018 16:54 Uhr
4 Auszeichnungen
… denn die ist nun wahrlich nichts für Mainstreamanhänger oder Pullunderträger. Dies war indes angesichts des Erscheinungsjahrs auch nicht unbedingt zu erwarten…

Zum Haus: „Nicky Chini“ mußte ich erst einmal ausführlich recherchieren: Nun, da fand ich zunächst einen Hersteller von Haarpflegeprodukten und wurde durch den beiliegenden Produktzettel auch bestätigt, auf dem neben EdC, AS und Deo auch Sachen wie „Hair Cream“ und sogar „Hair Spray“ aufgeführt sind. Wie wunderbar ist das denn? Daneben war/ist Nicky Chini wohl auch ein Krawattenhersteller aus Mailand, nach dem auch der Nicky-Knoten benannt ist.

Ausweislich unserer Datenbank war Barrage der einzige Herrenduft dieses Hauses. 1955? Italien? Mein Jagdinstinkt war unmittelbar geweckt, und besorgen diesen Duft mir ich mußte…

Ein wenig Geduld und Erfahrung benötigt er auf jeden Fall. Wer die schon extrem Barbershop-artige Kopfnote unbeschadet überstanden hat, entdeckt dann im Verlauf fruchtige, herb-blumige Facetten, ein wenig Holz und Würze noch dazu. Dies alles selbstredend vollkommen natürlich und wunderbar altmodisch, jedoch nicht wirklich „altbacken“. Dies vor allem, weil damals so ubiquitäre Ingredienzien wie Eukalyptus und Menthol fehlen bzw. kaum in meine Nase dringen.

Ergo, ein Duft, der m.E. gerade so die Grenze zu „heute noch tragbar“ überschreitet, aber doch primär für Parfumhistoriker interessant sein dürfte.


15.12.2017 18:51 Uhr
21 Auszeichnungen
Nun, da habe ich hier bereits mehr als 350 Kommis verfaßt und dieses Monument ausgelassen? Geht nicht, geht gar nicht, unverzeihbar, und wird nun nachgeholt...

Nach nunmehr gut 2.000 Herrendüften, die ich bislang kennengelernt habe, ist dies einer, den ich unter "den DURFTE ich kennenlernen" einstufen muß. Ja, er wurde sicherlich mehrmals reformuliert, dies jedoch einigermaßen behutsam, so daß er auch heute noch ein rechter Singulär ist, aber wer die Vintage-Version/Versionen kennt, weiß, wo der Hammer hängt...

Dies wird nachfolgend nun eine rechte Eloge, der nicht jeder zustimmen wird, aber es muß raus:

EINER DER BESTEN HERRENDÜFTE ALLER ZEITEN!

Ja, man kann ihn "altmodisch" schelten, aber er ist absolut ZEITLOS.

Wann jemals wurde Zitriges mit Würzigem so stimmig umgesetzt?

Was ist das für ein Duft, den ich bereits vor 30 Jahren als junger Kerl trug (und tragen konnte) und der mir heute, je älter und dufterfahrener ich werde, immer besser gefällt? (Dies sage ich jetzt indes, da ich ihn gerade aus einem Mini trage, der sicherlich bereits 30 Jahre oder mehr auf dem Buckel hat.)

Ich weiß nicht, ob Aramis der Signaturduft von David Niven war, könnte mir es aber durchaus vorstellen. Allen Vintage-Interessierten hier hiermit angeraten, sich eine Version zu besorgen, die so alt wie möglich ist. Auch wenn sämtliche anderen Aramis-Herrendüfte bis Mitte der 90er durchweg gut bis sehr gut waren, so ist dieser hier dann doch DAS Monument, an dem sich eigentlich jeder andere Herrenduft messen lassen muß...

Huch, so überschwänglich wollte ich eigentlich gar nicht werden, da ist wohl der Musketier mit mir durchgegangen...




19.11.2017 19:01 Uhr
6 Auszeichnungen
Nun also, nach meinem Statement, ein ausführlicher Bericht zu dieser Rarität...

Von der Marke Archange hatte selbst ich bis vor kurzem noch nie etwas gehört. Ein Herrenduft (nebst After Shave) und ein Damenduft war alles, was sie hervorbrachte. Ansonsten ist über den Hersteller wieder einmal rein gar nichts herauszufinden. Immerhin steht hier ein Erscheinungsjahr, und da wird es interessant, denn eine Ähnlichkeit zum ersten Herrenduft von Boss (der zwei Jahre später erschien) kann hier kaum geleugnet werden.

Der Reihe nach: Honig ja, gepaart mit Würze. Nicht ganz so heftig wie der Boss, aber doch klar vorhanden. Enorm vielschichtig ist er auch, dieser Duft. Beim ersten Testdurchgang war ich geneigt, ihn kurz und knapp mit "ähnlich Azzaro PH, mit weniger Anis und mehr Holz" zu charakterisieren. Mittlerweile fällt es auch mir schwer, Vergleiche zu ziehen, da er mir jedes Mal andere Facetten zu zeigen scheint. Einfach erstaunlich, ja geradezu unglaublich, was ein derart seltener und unbekannter Duft für eine Qualität zeigt.

Eine Duftpyramide fehlt hier leider (aber vielleicht sogar "zum Glück", da die Angaben dann eben auch nicht das Urteil beeinflussen oder gar verfälschen), aber ich will geteert und gefedert sein, wenn in diesem Duft nicht gar viele Ingredienzien enthalten sein sollten.

Sehr maskulin und mit einer Aus- und Ansage. Daran ändert auch die durchaus vorhandene Süße nichts. Erhältlich ist der Gute momentan noch in der Bucht, zumindest das AS kann dort zu einem sehr fairen Preis gezogen werden.


08.11.2017 17:18 Uhr
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Meine Güte, es wird immer obskurer mit meinen Funden. Daß ich hier der einzige Besitzer eines Duftes bin, kommt schon häufiger mal vor; daß ich allerdings über den Hersteller rein gar nicht herausfinden kann, schon seltener. Wer oder was ist Franco Guarnera? Italiener? (Wahrscheinlich) Spanier? (Auch möglich). Google kennt einen Schriftsteller dieses Namens, aber dies wäre wohl doch zu weit hergeholt...

Wie auch immer - zum Duft: Wieder einmal ein archetypischer zitrisch-würziger. Von der Anmutung her wohl in den 70ern zu verorten (dies legt auch der Flakon nahe, mehr dazu später). Der Würzanteil überwiegt ab dem Herz, so daß allfällige Vergleiche mit anderen Vertretern dieser Duftrichtung nicht so recht zünden wollen. Da fehlt z.B. das Basilikum (wie im Eau pour Homme von Armani oder dem 1967er Capucci) weitestgehend, dafür mehr Lavendel und auch ein wenig Fruchtigkeit, und so langsam macht sich würzige Krautigkeit breit. Ein ähnlicher Duft wäre für mich daher am ehesten der Helio's for Men von Berhanyer.

Auch der Flakon legt die 70er als Erscheinungsjahr nahe. Normalerweise die Verpackung nicht als allzu wichtig erachtend, so jauchze ich hier fast vor Freude. Ein Knick im Glas, der den Flakon zudem auch noch überaus handlich macht hinsichtlich des Auftragens. Ja, ich habe diesen Blindkauf letztlich nur wegen der Flakonform getätigt, die mich schwer ansprach und mich sicher werden ließ, daß der Duft auch was kann.

Nun, ich schwanke im Ergebnis zwischen "äußerst zufrieden" und "begeistert". Als "Acqua Profumata" bezeichnet, ist der Duft dennoch alles andere als schwach auf der Brust. Solide Haltbarkeit. Absoluter Vintage- und Raritätenalarm!!!


09.08.2017 15:56 Uhr
9 Auszeichnungen
Ja, das ist er, mein „Brusthaar-Duft“ par excellence. Brachial männlich, kompromißlos und ein gutes Stück unnahbar. Distanz will er, und einen gewissen Abstand gilt es hier auch einzuhalten, will man von seiner Sillage nicht erschlagen werden. Vier Sprühstöße reichen aus, um einen Lokschuppen vollzunebeln.

Im Vergleich zu anderen Macho-Düften stellen sich für mich indes merkliche Unterschiede, ja fast ein Unikatsfaktor dar: Uomo Agnona (der übrigens niemals aus dem Jahr 2002 stammen kann; ich habe im Netz das für mich sehr viel wahrscheinlicher scheinende Erscheinungsjahr 1982 gefunden) verbreitet seine Kraft und Aura nahezu komplett ohne Süße (dies unterscheidet ihn z.B. vom Giorgio for Men) und ohne einen Gewürz-Overkill (wie ihn z.B. Denim Original aufweist). Was ihn auszeichnet, ist eine Kombination aus Leder und Holz, in der anfangs auch noch eine Benzinnote wahrzunehmen ist. So ein wenig wie Fahrenheit ohne Veilchen. „Nahezu komplett ohne Süße“? Nun, da muß ich mich ein klein wenig selbst korrigieren, denn Honig à la Boss Number One ist auch wahrnehmbar. Später kommt dann noch eine leicht schweißige animalische Note hinzu, auf die man irgendwie die ganze Zeit gewartet hat, und die zeigt, daß sein Träger jetzt nicht so der Deo-Typ ist. „Schweißig“ bedeutet hier allerdings nicht „stinkig“, sondern - erneut - Testosteron.

Dies alles wird selbstredend vollkommen natürlich und ohne jegliche Synthetik dargeboten. Ein Duft dieses Kalibers ist heutzutage nicht mehr vermittelbar, denn eine derart klare Aussage, ein so eindeutiges Bekenntnis zur Männlichkeit ist nun einmal nicht mehr en vogue.

Insgesamt ein sehr fein austarierter Mix aus ausschließlich maskulinen Elementen, den ich im stillen Kämmerlein großzügig und in der Öffentlichkeit eher dezent auftrage. Erhältlich ist der Gute wohl nur noch in italienischen Vintage-Parfümerien, und genau da gehört er auch hin…




01.03.2017 17:11 Uhr
8 Auszeichnungen
... nun, viel obskurer wird es hier nicht mehr. Angkor hat laut unserer Datenbank nur diesen einen Duft lanciert, und auch ansonsten ist weder über den Hersteller noch den Duft auch bei intensivster Recherche einfach NICHTS herauszufinden. "Mariguana" lief mir bei einer meiner Internetsuchen nach raren und alten Italienern/Spaniern über den Weg. Name und Flakon suggerierten einen Duft, der mir gefallen könnte, der Preis stimmte, also wurde bestellt...

VOLLTREFFER! Gleich zu Beginn gibt es Vintage-mäßig auf die Nase, und zwar hemmungslos. Da hätte ich bei der EInordnung bis auf "synthetisch" und "zitrisch" so ziemlich alles anticken können. Habe mich auf sieben oder acht beschränkt, hätten aber auch mehr sein können.

Was kann der Duft? Nun, mich begeistern. Ledrig-holzig-würzig-animalisch, aber auch fruchtig und ein wenig süß, und meinetwegen auch Gourmand. Er geht in Richtung von ähnlich gelagerten Krachern wie z.B. Agnoni Uomo, ohne indes dessen abartige Wucht in sich zu tragen. Dies heißt nicht, daß Mariguana dezent wäre, aber öfter nachsprühen muß man schon, so er denn beim Ausgehen (wozu er vorzüglich taugt) lange genug durchhalten soll.

Wahrhaft klassisch, und "jüngeren" Nasen wohl nicht mehr vermittelbar, Liebhabern natürlicher und komplexer Düfte sei dieser Exot jedoch hiermit wärmstens ans Herz gelegt.


16.02.2017 17:35 Uhr
2 Auszeichnungen
Nun - ja. Das letzte Mal benutzt hatte ich diesen Schatz Ende der 80er. Irgendwie vergessen geraten war er, dieser fantastische Duft. Ein einziger Mini war alles in meinem Besitz. Getrieben von dem Gedanken, von sämtlichen meiner 10.0-Düfte auch einen OF besitzen zu wollen, ging es dann neulich auf die Suche...

Verflucht, als EdT - wenn überhaupt - dann nur zu Preisen jenseits von EUR 200/100 ml erhältlich. Aber - was ist das? Vom After Shave scheint es auch noch (vermutlich eher wenige) Flaschen zu geben, und dies zu Preisen, die einen nicht schlucken lassen (na ja, zumindest nur ganz kurz...). Und ja, das hatte ich doch auch damals schon, und durch herausragende Pflegeeigenschaften aufgefallen mir es war...

Also, ordern. Und fürwahr, der Heiland erschien. Dieses AS kann über Wasser laufen, Die grandiosen Duftnoten des EdT (viel Leder trifft reichlich Minze) sind im AS 1:1 wiedergegeben, und die kühlend-pflegende Wirkung nach der Rasur ist schlicht sensationell. Muß wohl an diesem geheimnisumwobenen Karitol liegen, Wieso ist dieser Wirkstoff eigentlich nie Standard bei Rasierwässern geworden?

Ledrig kann für mich nicht besser interpretiert werden. Amen. Ein weiterer Flakon des AS ist bereits auf dem Weg zu mir...


29.12.2016 17:48 Uhr
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So, nun warst du wieder dran. Habe mir kürzlich vorgenommen, alle Düfte aus meiner Sammlung nach und nach aufzutragen (meistens indes muß dafür der Handrücken herhalten), um Wertungen und Vorlieben dem "Test of Time" zu unterziehen. Heute er. Ja, ich weiß, ist sozusagen Gemeingut, aber gesagt werden muß es immer wieder: DAS (und das AS) ist das wahre Tabac Original., Das EdT ist ein komplett anderer Duft, der diesem hier keineswegs das Wasser reichen kann...

DU ARMER! Was wurdest du gescholten, lächerlich gemacht, als billiger Drogerieduft geziehen. Macht dir nix. Stoisch erträgst du die Beleidigungen (auch wenn du mittlerweile doch mehrmals arg reformuliert und kastriert wurdest. Meine Hymne hier bezieht sich auf einen hervorragend erhaltenen OF, dessen Produktionsjahr ich auf die 70er taxieren würde),

Du bist...

... nicht altmodisch, sondern ZEITLOS.
... keine Billig-/Drogeriebückware, sondern im wahrsten Sinne PREISWERT.
... beileibe kein "Opa-Duft", sondern eigentlich von jedem zu jedem Anlaß TRAGBAR.
... komplexer als die meisten anderen Düfte, und UNVERKENNBAR.
... seit über 60 Jahren auf dem Markt, und immer noch ein UNIKAT.
... Teil einer Produktpalette, die selbst für damalige Verhältnisse sehr umfangreich war (AS, Pre Shave, Deo, Duschgel, Shampoo, EdC, usw.). Habe so ziemlich alles davon, und alles ist sensationell gut.

Einfach ein in sich selbst ruhender Klassiker, mit einer Selbstverständlichkeit, von der so gut wie alle kontemporären Düfte nur träumen können. Auch wenn dieser Kommi geprägt sein sollte von Melancholie und Jugenderinnerungen, das mußte jetzt einfach raus...


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