CubaMikeCubaMikes Parfumkommentare

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07.10.2018 14:14 Uhr
8 Auszeichnungen
Kaum war eine arbeitsreiche Pariser Fashion Week erledigt, musste ich meiner olfaktorischen Muse huldigen und entsprechend stand wieder ein Besuch bei Jovoy auf dem Programm.
Ein höchst riskantes Unterfangen, verliert man sich doch stets hoffnungslos als Parfumonista in diesem Sündentempel verlockender olfaktorischer Früchte.

Stand ursprünglich nur die Etüde von „Fragrance du Bois“ Parfums auf der Liste, kann man einfach nicht der Versuchung widerstehen, sich auch nach anderen, noch unbekannten Düften umzuschauen.
Von Valérie ins hintere Séparée eingeladen - wie könnte ich solch eine Einladung widersprechen - erblickten meine erstaunten Augen eine prachtvoll goldstrahlende Auslage von Franck Muller Geneve!
Völlig überrascht, dass es von diesem Maître Horlogère nun auch Parfums gibt, müssten diese selbstverständlich sofort getestet werden.

Das prächtige Flakon, mit referendierender Lithografie der Uhren Manufaktur F M G zur Hand nehmend, wurde zuerst die edel goldene Test Cartonage eingesprüht und sogleich betörte eine Wolke vollmundigen Cognacs, in welchen vermeintlich wochenlang Beeren eingelegt wurden, die Sinne.
Sofort ein weiterer Sprühstoss auf das Handgelenk um den Kick auf der Haut zu testen. Was für eine Breitseite, von der man sich erstmal wieder erholen muss...
Um diesen Eindruck erstmal zu verarbeiten, galt die Aufmerksamkeit zunächst den edel geprägten Test Cartonagen, welche in einem länglichen 5er Display zur Verfügung standen. Jeder der fünf verschiedenen Düfte hatte seine eigene Testkarte, auf der der Name des Dufts eingeprägt war.
Absolut vorbildlich, um nach mehreren getesteten Düften, diese noch zuordnen zu können!
Nachdem man sich vom ersten Flash erholt hatte, ging es nun in die Feinanalyse.
Immer noch dominant, bleibt die fruchtig beerige Kompenente über die gesamte Tragedauer stets präsent und wird fein floral eingebunden.
Langsam machen nun die warmen, balsamischen Bestandteile ihre Aufwartung und verwandeln das Parfum zu einem extrem animalischen Duft, welcher diesem auch wohl zu seinem Namen verhilft. Auf Leder gebettet, treiben dort die verschiedenen Basisnoten ihr lüsternes Spiel, welches stundenlang andauert und einfach kein Ende finden will.
Am frühen Abend vor dem Ausgehen nochmals aufgetragen, war der Duft noch nächsten Morgen deutlich wahrnehmbar.

So war der Test und Kauf von Conquistador eine echte Überraschung und geben der Existenz von F M G als Parfum-Marke seine Berechtigung.

So war der Besuch von Jovoy mal wieder ein olfaktorischer Trip auf höchstem Niveau, welcher sich wieder mal als kostspielig herausstellte, verließ ich doch diesen Sündentempel mit fünf neuen Flakons und vielen Proben, welche einen wieder auf den nächsten Trip anfixen sollen...



04.05.2017 23:05 Uhr
10 Auszeichnungen
Wie bereits im Kommentar zu Mandarino di Amalfi Acqua ausführlich erwähnt, kann man auch bei Sole di Positano geteilter Meinung über die Neuheiten-Politik von Tom Ford sein. Auch hier wird nichts Revolutionäres neu kreiert, sondern vorhandene Duft Familien neu interpretiert und weiterentwickelt, aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen!
Beim Auftragen war das regnerisch kühle Wetter in New York sofort vergessen und Erinnerungen an zahllose Aufenthalte an der Amalfi Küste wurden wieder wach.
Zitrische Essenzen mit äußerst dezenter Sandelholz Note bilden den Kern des Blumenbouqets, welches SdP dominiert.
Man glaubt sich in einem Garten quelque part in Südeuropa, bzw. - um in der TF Histologie zu bleiben - in den Hängen von Positano und verspürt instinktiv Lust einen schön gekühlten Weißwein aus der Campania zu genießen.
Die gesamte Création bildet mit seinen gewählten Ingredienzien aus verschiedenen Blüten und zitrischen Früchten ein perfekt ausgewogenes Gesamtbild sommerlicher Frische, welche zur Basis hin nach 5/6 Stunden mit Moschus und krautigem Moos einen schönen Abgang findet.
Auch für Herren gut tragbar, tendiert SdP meines Erachtens nach durch seine deutlichen floralen Akzente eher zur Dame, welche beim anstehenden Sommerurlaub in Italien, oder dem Süden Europas ihre wahre Freude an diesem neuen Duft haben wird.
Sole di Positano ist eine gelungene "Kollektionspflege" bereits vorhandener Sommerdüfte ohne als profaner Abklatsch zu wirken.
Auch Parfums sollte man die Chance einer konstanten Weiterentwicklung geben, sowie es auch in anderen Branchen üblich ist.


04.05.2017 21:47 Uhr
15 Auszeichnungen
Wie letztes Jahr mit den TF "verts", wurde wieder ein Aufenthalt in NY genutzt um neue Kreationen vorab zu entdecken.
Bei Bergdorf-Goodman mit seiner hervorragenden Parfum Abteilung, wird man zu Lasten der Kreditkarte immer fündig...
Mit Mandarino di Amalfi Acqua hat TF das Rad nicht neu erfunden - genauso wenig wie mit Sole di Positano - sondern seine bereits vorhandenen Sommer-Düfte mit neuen Variationen ergänzt.
Man kann TF nun vorhalten, dass ihm nichts mehr Neues einfällt und er auf Mainstream setzt, aber wieso sollte man ihm nicht zugestehen, Vorhandenes zu verbessern und weiterzuentwickeln. Alle Automarken handeln so und vertreiben auf einer existierenden Plattform-Basis neue Nischenmodelle oder Weiterentwicklungen innerhalb einer Firmengruppe.
Und so ist TF mit Mandarino di Amalfi wieder eine perfekt abgestimmte Sommer Variante des "la Dolce Vita" Feelings gelungen.
Beim Aufsprühen schalten die olfaktorischen Rezeptoren sofort in den Hochsommer Modus, da zitrische Düfte, schön begleitet mit frischer Minze und vollreifen Früchten das Herz höher schlagen lassen und man sich mitten auf einem italienischen Wochenmarkt wähnt. Genial ist, dass man nicht mit einer erschlagenden Zitrus-/Fruchtbombe erschlagen wird, sondern subtil diverse Kräuter dem ganzen ein balanciertes Équilibre geben. Mit Genugtuung nimmt man leichte Vetiver Noten zur Kenntnis und erfreut sich, dass zur Basis hin der Duft balsamisch changiert.
Persönlich der bisher beste TF Sommerduft mit der Erkenntnis, dass Vorhandenes mit Muße reifen darf um neu zu begeistern.


24.01.2017 17:03 Uhr
7 Auszeichnungen
Musk Aoud komplettiert meine Roja Aoud Sammlung als milderer Vertreter dieser Reihe. Ist besonders United Arab Emirates ein ausdrucksstarker Vertreter mit deutlich orientalischen Charakter, ist Musk eher die sozialverträglichere Version für europäische Nasen.

Die Ouvertüre macht RD-typisch eine leicht zitrische Note der Bergamotte und Zitrone, welche aber in kürzester Zeit nicht mehr wahrnehmbar ist.
Als Entracte verwandelt sich Musk Aoud durch sinnlich weichen Moschus mit einem Hauch von Vanille und der Tonkabohne, fein abgestimmt mit betörend tiefroter Rose, in ein eher femininen Duft.
Nach ein paar Minuten - im Hauptakt – konterkarieren aber feines Holz und weiches Leder, dezent würzig mit Safran und Moos eingebunden diesen Eindruck und geben dem Duft das Prädikat einer perfekten Unisex Création.
Erkundet man den Duft auf seinem Handrücken eine halbe Stunde später, kann man eine leichte Veränderung in der Wahrnehmung des Ouds feststellen, da dieses nun dunkler wirkt und wohl die ursprünglich wahrgenommenen helleren Hölzer in den Hintergrund treten.
Im Drydown behält Musk Aoud über Stunden seine dunkle florale Note mit schönem Oud und dezenter Würze.

Amber Aoud und Aoud von RD haben natürlich einen ganz anderen Charakter und insbesondere Aoud trägt man nicht zu den gleichen Gelegenheiten wie Musk, da dieser - dezent aufgetragen - auch durchaus „office-tauglich“ ist.
Insgesamt eine stimmige Création mit typischer RD Raffinesse und ein echter Unisex Duft


18.01.2017 17:44 Uhr
13 Auszeichnungen
Roja Dove hat ja bekanntermaßen eine gewisse Affinität zu der arabischen Welt, wie es sich auch in seinen Kollektionen ausdrückt.
Dieses ist wenig erstaunlich, verbindet doch das ehemalige Empire mit den arabischen Staaten eine enge Historie, welche in beiden Kulturen noch heute omnipräsent sind.
Oman ist seit Jahrhunderten - wie jeder informierte Parfumorista weiß - als Lieferant für erstklassigen Weihrauch aus der omanischen Provinz Dhofar bekannt und der dort gewonnene Harz gilt als Feinster der Welt.

Der Sultan Qabus ibn Said, welcher als Herrscher seit 1970 das kleine Land Zug um Zug in die Moderne geführt hat und allgemein geschätzt wird, ist bekannt als großer Freund der Muse mit seiner Liebe zu Opern, einem schillernden und stilvollen Lebensstil umgeben von jungen, attraktiven Männern.
Auch hat er seine Liebe zu opulenten Düften mit dem Engagement des bekannten Parfümeurs Guy Robert - schuf seinerzeit für den Sultan das teuerste Parfum der Welt: Amouage Gold - und der Gründung von Amouage umgesetzt und Staatsgäste werden seit dessen mit edlen "Duft-Geschenken" beglückt.
Konsequenterweise hat nun Roja Dove mit "Sultanate of Oman" eine Hommage an diesen außergewöhnlichen Sultan erschaffen und hat seine Mission wieder mal mit Bravour erfüllt.

Beim Auftragen des Roja-üblichen feinen Sprühnebels, erfreuen sofort edle florale Noten umrahmt von leicht fruchtigen Akzenten die Sinne. Weiches, helles Oud mit pudrigem Touch, warme balsamische Essenzen aus Gurjunbalsam, Moschus, Amyris und edel dezentem Weihrauch steigern die olfaktorisch aphrodisierenden Lüste zur einer prachtvollen Symphonie.
Mit geschlossenen Augen kann man sich den Sultan in seinem Palast lustwandelnd in Begleitung seiner Musen vorstellen, bei einer prachtvollen Operette, Feigen und Datteln naschend sich des Lebens erfreuend.

Dies alles ist Sultanate of Oman...!

Wie zu erwarten, ist der Duft über 8 Stunden wahrnehmbar.
Über das Packaging der Roja Parfums muss man sich nicht näher auslassen, da bekannt.
Im Vergleich der anderen Aoud Düften meiner Roja Sammlung, der weichste und pudrigste Oud, perfekt floral umrahmt. Kein Dufthammer wie United Arab Emirates, Musk oder Aoud.

Ein Parfum für die Freunde der schönen Musen! Kein "Must Have" aber eine schöne Ergänzung der Sammlung.


26.10.2016 17:46 Uhr
17 Auszeichnungen
Nachdem die olfaktorischen Begierden mit den neuen Düften fürs Erste gestillt waren, ging es nun mit voller Aufmerksamkeit an die Beratung bei der Auswahl des Parfums für meine Partnerin.

Galop d'Hermès hatte es ihr besonders angetan, da sie dieser Duft an vergangene Reitsport-Zeiten erinnerte und ihr Pferd auch noch mit einem Hermès Sattel ausgerüstet war.
Zunächst erschloss sich mir die Assoziation mit Sattel/Pferd nicht ganz, kam mir doch primär eine intensiv fruchtige Wolke entgegen, welche ich nicht mit Pferd/Leder assozierte und hielt ihr Empfinden eher als eine unterbewusste Seelenverwandtschaft zwischen der Marke Hermès als solches, der Präsentation des Flakons in Steigbügelform und dessen Umverpackung.

Nach einer kurzen Espresso-Pause von der liebenswürdigen Isabelle wohlwollend angeboten, ging es dann zur erneuten Duftprobe und siehe da, neben der immer sehr präsenten Quitte, nahm man nun eine diskrete Ledernote wahr, dezent unterstrichen mit einer feinen gelben Rose und Safran.

Die vollreife Quitte schmeckte man förmlich als saftiges Stück am Gaumen, war im Geiste in feinstem Hermès-Leder gekleidet, zu welchen Rosen und Safran auch noch milde die olfaktorischen Sinne erregten.
Das ganze Ensemble strahlt eine erhabene Edle aus und reflektiert das Image de la maison Hermès parfaitement.
Galop ist ähnlich wie die anderen Hermès Düfte keine komplexe Komposition, welche durch eine Vielzahl von Ingredienzien den Benutzer auf eine olfaktorische Weltreise zu bringen vermag, aber eine solide Création von "Routinier" Christine Nagel.

Als Extrait de Parfum war der Duft auch Abends mit diskreter Sillage noch gut wahrnehmbar, so wie man es auch bei einem Produkt in dieser Preisklasse erwarten kann.
Deswegen ist auch der VK-Preis (glaube es war irgendwas um die 200 Euro)) auch nicht überzogen, zumal dabei auch noch kostenlos ein Hermès Band in der Farbe seiner Wahl dazukam!

Ich konnte meiner Partnerin als Geschenk damit eine große Freude machen. Sie verzieh mir auch diese ständig unbändigen Parfumo Exzesse und der Tag in Wiesbaden fand mit einem Tête-à-Tête Dinner bei Alessandro's Little Italy einen krönenden Abschluss.

Galop d'Hermès - Mission accomplished...;))


24.10.2016 16:55 Uhr
13 Auszeichnungen
Mit denen zum Bezahlen vorgesehenen Fars von XerJoff und Galop von Hermès stand ich nun an der Kasse, als die nette Isabella von CB mich fragte, ob ich den noch Duftproben haben möchte.
Da sagt man als echter Parfumorista nicht nein und so bat ich sie um eine Probe von 1888-Casamorati, welchen ich noch vage als interessanter Duft in Erinnerung hatte.
Als nun die liebe Isabella am Werke war und über einen Trichter 1888 ins Behältnis sprühte, kam eine die Sinne erregende Duftwolke entgegen und so bat ich sie sogleich etwas auf den freien Handrücken zu sprühen.

Und dann...,
eine volle Breitseite komplexer Düfte betört die olfaktorischen Sinne, zaubert abermals ein breites Lächeln ins Gesicht und hinterlässt ein wohliges Gefühl an diesem regnerischen Samstag in Wiesbaden.

Nochmals kurz die Nase in das bereitgestellte Kaffeebohnen Flakon gehalten um für einen weiteren Testlauf gewappnet zu sein.
Wieder stellt sich ein wohliges Befinden ein und es fällt anfänglich schwer zu analysieren, welche Ingredienzien nun hier die Sinne derart verzaubern, denn hier handelt es sich um eine wahre "Duftbombe" großen Kalibers!

Tief durchatmen, eine Minute warten und dann ein erneuter Anlauf...
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Langsam zeichnet sich nun ein Bild ab und man erkennt den würzig frischen Charakter des Pfeffers, Safrans und Koriander in der Kopfnote, zu der sich alsbald die üppig duftenden Blüten der Nelke, des Ylang-Ylang und - ein wenig dezenter - der Rose gesellen, gefolgt von balsamisch fruchtigen Noten des Ambers und Neroli. Das Sandelholz gibt der ganzen Geschichte noch einen männlichen Touch.

1888 versucht nicht mit Finesse und einem linearen Verlauf zu punkten, sondern den Tester mit einem Jab umzuhauen!!
Trotzdem so unbeschreiblich faszinierend, dass ich neben dem bereits abgefüllten Testsprüher auch gleich noch das Flakon mit einpacken ließ.
Als registrierter Neukunde bei CB gab es ja immerhin auch einen Rabatt von 15%, so dass man den samstaglichen Einkauf in Wiesbaden im Geiste (fürs Gewissen) als Schnäppchen verbuchen konnte...;)
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Das Packaging entspricht dem opulenten Duft-Erscheinungsbild und ist mit dem Schubfach beim Benutzen des Parfums auch sehr praktisch.

PS:
Im Laufe des Nachmittags schwand die würzige Frische zusehend und balsamisch warme Töne dominierten nun das Bild. Die Sillage wurde nun erheblich schwächer, hautnah war der Duft noch deutlich nach über 10 Stunden wahrnehmbar, so wie es auch Leimbacher beschrieben hat.
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Ähnlich wie Fars auch ein "all year around" Unisex Duft, wie man es auch deutlich anhand der Geschlechterverteilung bei den Benutzern erkennen kann.


23.10.2016 16:57 Uhr
17 Auszeichnungen
Bei dem gestrigen Samstags-Shopping-Bummels in Wiesbaden mit Partnerin, welche noch ihre Winterkollektion um einige Kleidungsstücke komplettieren wollte, ergriff mich beim Gang durch die Goldgasse wieder der gefürchtete "Parfumo-Virus" (darüber sollte ich mal einen Blog schreiben...).
Kaum kam dort die CB Parfümerie in Sichtweite, waren sämtliche Vorsätze mal ein paar Wochen nichts zu testen bzw. zu kaufen hinfällig und wie unter einem magischen Bann, zog die Hand meine Partnerin schnurstracks in den Eckladen um sich mal einen Überblick des Sortiments zu machen.

Zwischenzeitlich taktisch erfahrener meine olfaktorische Sucht zu kaschieren, forderte ich meine Partnerin auf mal das neue Parfum von Hermès (Galop) zu testen und hatte Glück, dass die Beraterin Isabella bei CB sehr kompetent war und sie auch noch einige andere Düfte präsentierte und hervorragend beriet.

Derart abgelenkt, hatte ich nun Zeit mich diskret mit dem Angebot des Ladens zu beschäftigen...;))

Schnell rückten die verschiedenen Oud Stars von XerJoff ins Visier, also rein ins Gefecht und mit nüchterner Nase machte Fars den Anfang der Testreihe.
Nach einem ersten Pre Check am Sprühkopf, zauberten mir zwei anschließende Sprühstöße auf den Handrücken ein breites Lächeln ins Gesicht, was für ein hammermässiger Oud Duft...!!

Im ersten Moment mich leicht an Amber Oud von Roja erinnernd, setzt Fars doch ganz andere Akzente.
Bereits sehr treffend in einigen vorstehenden Kommentaren beschrieben, startet Fars mit einem edlen floralen Bouquet aus Lavendel, Jasmin und Geranie, welche durch zitrische Spritzer der Bergamotte und hellen, holzigen Noten des Zedernholz perfekt balanciert werden.
Immer wieder fährt die Nase zum Handrücken um dem Gehirn seinen olfaktorischen Flash zu geben, nach dem der Parfum Junkie so lechzst.
Dabei entdeckt man Nagarmotha - ein asiatisches Sauergrasgewächs, welches aus Zentralindien stammt und in der Parfumherstellung, als auch bei Aromatherapien in Indien Anwendung findet und zu hohen Marktpreisen gehandelt wird. Die helligen harzigen Noten assoziieren sich perfekt mit dem Amber, Patchouli und Vetiver, gehen mit dem hellen Zedernholz und dem Oud eine perfekte Symbiose ein.
Das ist ganz großes Kino und Sergio Momo hat mit Fars ein echtes Meisterwerk geschaffen und somit was es keine Frage, dass dieser Duft in die Sammlung muss!
Er ist meines Erachtens nach mit seiner Leichtigkeit und erhabener Edle sicherlich auch denjenigen Parfumos zugänglich, welche nicht zur Fraktion der Oud Liebhaber gehören.
Ein "All year around" Duft welcher unter der Prämisse, dass hochwertige und teure Ingredienzien verwendet werden, das Packaging und Flakon entsprechend gestaltet sind, auch preislich in Ordnung geht.
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PS: Auch meine Partnerin war von Galop, dem neuen Hermès Duft begeistert und so war es als echter Parfumorista eine Ehrensache, diesen Ihr zu offerieren...;))


12.08.2016 13:42 Uhr
7 Auszeichnungen
Im Bestreben die Sammlung an ausdrucksstarken Parfums - mit Vorliebe für Oud und balsamisch, holzige Düfte - auszubauen, stand zwangsläufig auch irgendwann BtV mit der Courage Collection auf der Merkliste.

Das Team von ALZD - as usual - sehr zuvorkommend auf Testwünsche reagierend, legte eine Probe Inquisitive einer Bestellung bei. Ins Büro geliefert, wurde die Lieferung gleich ausgepackt und zwei Sprüher auf den Handrücken aufgetragen.

Und dann geschah es.... Nach einem tiefen Zug über dem Handrücken, flashte das Gehirn und versetzte einen auf eine Zeitreise ins 60ste Jahr NC

Angeführt von Boadicea, fielen keltische Stämme der Icener und Trinovanten in einem Überraschungsangriff gnadenlos über römische Siedlungen her. Da wurden keine Gefangenen gemacht, sondern rücksichtslos alles überrollt und eine Siedlung nach der anderen niedergekämpft. Diesen massiven Angriffswellen hatten die Römer anfänglich nichts dagegen zusetzen und es brauchte eine Weile, bis die besser organisierten römischen Legionen die aufständischen Stämme besiegten.
Trotz dieser vernichtenden Niederlage, ging Boadicea in die Annalen der britischen Geschichte bis in unsere Zeit hinein. Hatte sie doch nach erlittenen Freveltaten als britische Königin, zehntausende von Kriegern verschiedener Stämme hinter sich vereint um furchtlos an der Spitze gegen die römischen Besetzer zu kämpfen.

Diese geschichtliche Ereignisse muss wohl Michael Boadi bei der Kreation von Inquisitive im Sinne gehabt haben.
Gnadenlos setzt anfänglich eine gewaltige Welle würzig harziger Noten sämtliche olfaktorische Rezeptoren außer Gefecht. Völlig verstört versucht das Gehirn den Überblick zu behalten, welches aber ein hoffnungsloses Unterfangen bleibt.
In Ermangelung bereitstehender Kaffeebohnen als Recover Device, musste die Nase einen intensiven Zug von der lauwarmen Kaffeetasse nehmen um sich von dieser "Angriffswelle" zu erholen.

Wow, wie krass ist dieser Duft denn...?!

Nach 2/3 Minuten ein erneuter Versuch. Da wollen wir doch mal sehen, ob wir diesem Parfum gewachsen sind...!
Intensiv strömt ein tief balsamischer Duft mit unglaublicher Wärme, welche wohl dem Zedernholz, der Zistrose und fern der Orange geschuldet sind, in die Nase und beansprucht alle Rezeptoren für sich.
Flankiert wird diese Welle von würzig harzigen Aromen des Galbanums und leicht zitrische Noten der Bergamotte.
Das Gesamtbild ist so intensiv und heftig in seiner Entfaltung, dass es nach anfänglicher Irritierung des Testers, richtig gut rüberkommt und man nicht aufhört wieder und wieder mit der Hand zur Nase zu fahren.

Das ist echter Fullsize Stoff für wahre Helden in besonderen Gelegenheiten! Geschichtsträchtig sozusagen...

Nach einer Weile mildert sich das Ganze um aber über Stunden hinweg sein intensiv balsamisch-harzig-würziges Duft-Schema zu bewahren. Wie man es sich denken kann, ist die Sillage und Haltbarkeit außerordentlich. Selbst 24 Stunden später, ist die würzig harzige Komponente noch hautnah wahrnehmbar.

Ein Klasse Duft, welcher aber nicht für alle Personen geeignet ist und in seiner Komposition kein Mainstream Produkt ist und wohl auch nicht sein will. Dafür sorgt schon der VK Preis von ca. 580 Euro, an dem sich die Geister - ähnlich wie bei Roja Dove - scheiden werden.


09.08.2016 23:08 Uhr
17 Auszeichnungen
Mit der Bestellung eines neuen Parfums beim netten Team von ALZD, orderte ich einige Proben aus meiner Merkliste, welche wie üblich gerne mitgesendet wurden. So auch No. 2 von Tauer, welcher schon lange auf der Liste stand.

Bei der heutigen Anlieferung des heißerwarteten Päckchens auf die ich mich wie ein Junkie auf Entzug stürzte (schlimm dieses Phänomen...), musste neben dem georderten Duft auch sogleich ein Sprüher von No. 2 auf den anderen Handrücken um zugleich einer der größten Überraschung in meinen bisherigen Parfumo Dasein zu erleben.

Was für ein hammermässiger Duft ist das denn....???!!

Eine intensiv aromatisch würzige, balsamische und rauchige Wolke betört sämtliche Sinne und macht es anfangs schwer klare Gedanken zu fassen, so massiv und heftig ist das olfaktorische Feuerwerk.

Da die Lieferung ja während der Arbeitszeit geschah, galt es zunächst sich wieder auf die Arbeit zu konzentrieren und e-Mails zu beantworten.
Doch nach wenigen Minuten war es mit der Konzentration schon wieder dahin und junkiemässig war ein voller Zug am Handrücken nötig, um seine olfaktorischen Gelüste wieder für eine Weile zu befriedigen.

Nun machten weitere Duftnoten ihre Aufwartung und dezent eingebundener Vetiver, schöne warm-harzige Zistrose und helles Zedernholz ergänzen sich zu einer genialen Komposition.

Immer wieder zeigt der Duft im Laufe von Stunden neue Facetten, mal dominieren orientalisch aromatische Gewürze, mal balsamische Hölzer mit einer unglaublichen Wärme, um später leicht animalisch Düften und erdigen Tönen eine Chance zu geben.
Wechselnde Winde aus dem Atlasgebirge kommend, ein kleines Dorf nicht fern, durchziehen die karge Wüste und so interpretiert der Duft sehr schön die Eindrücke dieser wilden, faszinierenden Landschaft, welche wohl zur Namensgebung des Parfums beigetragen zu haben.

Mit geschlossenen Augen den Duft genießend, vergisst man alles um sich herum und verspürt eine wohltuende Ruhe in sich. Dieses Parfum ist wahrlich ein echtes Wohlfühl-Elixier für die Sinne!

Die Sillage ist anfangs monstermäßig und 3 Sprüher auf beide Seiten des Hals und eines Handrücken reichten, um meinen berüchtigten Parfumo-Ruf bei den Kollegen wieder einmal gerecht zu werden.
Aus über 5 Meter Entfernung vor meinem Büro, stöhnten diese über die gigantische Duftwolke im Lobby Bereich und öffneten eine Durchgangstür um für Durchzug zu sorgen. Das machte das Ganze natürlich nur noch schlimmer, da nun eine Sillage entstand, welche die halbe Firma durchzog...;)))
Die Haltbarkeit ist weit über dem Durchschnitt und der Duft ist nach mittlerweise 9 Stunden noch deutlich wahrnehmbar. Tolle Leistung für ein EdT!!

Resümee:

No. 2 ist wie viele andere orientalisch angehauchten Düfte sicherlich kein Parfum für jeden Tag - und nur äußerst dezent aufgetragen - bürotauglich.
Ihn zu tragen und den Duft bewusst zu genießen, gleicht einem Tagesausflug in ein schönes Spa, in dem man es sich mal richtig gutgehen lässt.
Meisterlich komponiert, wird er seinen Ruf in der Community absolut gerecht und ist ein "Must Have" in jeder gut sortierten Sammlung.


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