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Von Parfumo empfohlener Artikel
vor 5 Tagen - 11.05.2022
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Das Auge riecht mit

Flakons, es gibt sie in allen Farben, Formen und Materialien. Massenproduktion oder speziell für Marken gefertigte Körper aus Glas, die alle versuchen uns zu beglücken und uns neugierig zu machen.

„Das Auge schnüffelt auch mit“ ist für uns viele Parfumos zu einer festen Ansicht geworden, denn wie bei Köstlichkeiten, die auf unserem Teller landen ist die Optik ein nicht zu unterschätzender Faktor für unsere Aufnahmebereitschaft und das Interesse an einen Duft. Sicherlich nicht für alle unter uns, doch ein hübscher Flakon macht gleich viel mehr Freude beim Erproben von neuen Dingen.

Zuerst ist ein Flakon aber in erster Linie der Beginn des Marketings einer Marke. Je ansprechender die Formen oder Farben, desto eher wünscht sich ein Kunde eben diesen Flakon. Beim ersten Blick zählt nun mal die Optik, auch wenn im Endeffekt vorurteilsbehaftet ist und selten etwas über die Qualität aussagt. Dennoch erfreut sich der gemeine Parfümkunde an ansehnlichen Flakons und greift eher zu, als wenn der beste Duft in eine Colaflasche gereicht wird. So ganz kann man die urzeitlichen Instinkte dann doch nicht ausschalten.

Ganz nach dem Motto: „ Hmm Flakon schön, kaufen wollen“. Ich verzichte mal darauf näher zu beschreiben, dass sich während dieses Gedankens die Hand in kratzförmigen Bewegungen am Gesäß zu schaffen macht.

Parfüminteressierte und wir hier auf Parfumo stellen dann schon höhere Anforderungen an den Flakon und den Duft im Allgemeinen. Die Qualität und Kreation der Flüssigkeit ist der wichtigste Teil des Duftes, da wir in vielen Fällen erst den Duft durch eine Probe kennenlernen und erst dann die Überlegung eines Kaufes anstellen. Dazu überlegen wir sorgsam, ob das Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen Kreation, Flakon, Aufmachung und aufgerufenen Preis stimmig ist. In den letzten Jahren hat die Parfum-Industrie aufmerksam ihre Zielgruppen analysiert und neue Gegebenheiten schamlos ausgenutzt. Immer mehr Menschen ist das Thema wichtig geworden und die Preise, die bereitwillig von den Konsumenten geblecht werden steigen. Durch die ganzen Hypes, die aktiv gepusht werden, irritiert es niemanden mehr, wenn der geneigte Kunde bereit ist mal 200+ Euro für einen Flakon des begehrten Saftes auf den Tisch zu legen. Ob es nun Aventus (Eau de Parfum)Aventus Eau de Parfum war oder der in den letztes 24 Monaten vermehrte Run auf die Xerjoff-Düfte, der Kunde zahlt es gerne. Daher sollte es niemanden verwundern, wie zahlreich gerade die hochpreisigen Veröffentlichungen gesteigert wurden. Ob Louis Vuitton, Givenchy oder andere Marken des „Luxus-Segments“, alle wittern ihre Chance.

Für jemanden wie mich, der jetzt schon so viele Dinge getestet und in der Hand hatte ist die Optik trotzdem nicht ganz unwichtig. Denn ich stehe einfach gerne mal vor meiner Sammlung, erfreue mich des Anblicks und nehme jeden Sprühkopf unter die Nase. Glück.

Interessanterweise wird bei vielen Düften aber nicht irgendetwas liebloses bezüglich der Aufmachung dahingeklatscht. Oftmals werden sehr stilbewusst die Formen und Farben ausgewählt und lassen den geneigten Käufer immerhin wissen, dass es sich um ein Luxusprodukt handelt. Dabei meine ich nicht mal die speziell für Xerjoff produzierten Flakons oder die ansprechende Aufmachung von Kilian und Nishane. Tatsächlich von den Marken, die das Parfümsegment als weiteres Standbein aufgebaut haben. Für mich selbst ist Louis Vuitton dafür ein vorbildliches Beispiel. Die Flakons, die optisch an alte Apothekerfläschchen angelehnt sind, strahlen nicht nur Eleganz aus, sondern wirken einfach sehr hochwertig in der Hand. Ob es nun die Magnetkappe ist, oder der in Glas eingearbeitete Schriftzug von Louis Vuitton, es wirkt in der Optik einfach rund und kann nur eine 10/10 bedeuten. Auch, weil die Sprühköpfe im LV-Fall sorgsam ausgewählt wurden. Etwas schlichter, aber trotzdem hervorragend verarbeitet sind die Flakons von Dior.

Selbst Marken, die erst am Anfang stehen, haben begriffen, dass die Leute einfach auch etwas Hübsches und Hochwertiges im Regal haben wollen. Mein aktuelles Beispiel ist Hologram Collection - Musk ComplexityHologram Collection - Musk Complexity . New Notes schafft es hier direkt zu Start einen richtig stabilen und hochwertig wirkenden Flakon anzubieten.

Wo es positive Beispiele gibt, da gibt’s auf den ml-Preis gerechnet auch die Fälle, denen einfach nicht bewusst ist, dass man bei solchen Preisen auch eine vernünftige Verarbeitung erwartet. Denn mit einem 08/15-Sprühkopf, der nur spuckt und nicht sprüht ist auch eine schöne Kreation zum scheitern verdammt. Es kann die ganze Balance zerstören, wenn nicht der gewünschte Nebel auf der Haut landet, sondern eine gespritzte Pfütze voll Chemikalien. Im viel-gewollt-wenig-gekonnt-Segement befindet sich zum Beispiel Fragrance One von JF, dazu will ich aber keine weiteren Worte verlieren.

Schlimmer sind dann Beispiele wie Tom Ford.

Warum zum Teufel lassen die seit Jahren solch eine Qualität bei solchen Preisen durchgehen ?

Die Kappe ist immer noch aus billigstem Kunststoff, welcher weder die Qualität der Düfte unterstreicht, noch angemessen ist. Dazu ein Sprühkopf der nur zum weglaufen ist und teilweise spuckt. So definitiv nicht. Die Flakons von Kilian (Privee Line), die auch von Estee Lauder vermarktet werden zeigen doch wie es besser geht. Die Konkurrenz schläft nicht und mit der Zeit werden auch mehr Leute merken, wie groß die qualitativen Unterschiede beim Flakon sein können. Entsprechend brauchen sich die Marken über davonlaufende Kundschaft wundern.

Wie ist eure Meinung zum Thema ?

Sind euch die Aufmachung und Flakons wichtig ?

Von welchen Marken seid ihr überzeugt, welche qualitativ passend zum Preis abliefern ?

Aktualisiert am 11.05.2022 - 15:42 Uhr

37 Antworten

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