DerDefconDerDefcons Parfumrezensionen

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DerDefcon vor 2 Monaten 7 5
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Duft
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Haltbarkeit
8
Sillage
Un 'terrible' anniversaire
Zu Beginn möchte ich allen Leserinnen und Lesern - und natürlich der gesamten Community - einen angenehmen Karfreitag wünschen. Ich dachte mir nach etwas längerer parfumo-Abstinenz, mal einen weiteren, auf den "Reflection Man 45"-Kommentar folgenden Rezensionskommentar zu verfassen. Jetzt sind Ferien, ich habe etwas mehr Zeit und kann endlich auch hier im Forum mal Nägel mit Köpfen machen ... am Karfreitag.

Ok ... der war schlecht. Naja ...

Heute hat mein lieber Herr Vater Geburtstag und da es jedes Jahr aufs Neue eine Kunst ist, ein passendes Geschenk zu finden, unter anderem auch aufgrund seiner dahingehend mangelnden Wünschekommunikationsbereitschaft (was für ein Wort), wagte ich es doch nochmal, hier im Forum einen "Le Male"-Flanker zu kaufen. Mein Vater ist "Le Male"-Träger seit der ersten Stunde, hat sich auf diesen Duft entsprechend versteift und ist somit nicht unbedingt offen für Neues. Die schwarze "Le Male"-Version, also das kürzlich erschienene Parfum, traf auch nicht wirklich seinen Geschmack. Ein gewisses Risiko war entsprechend vorhanden, doch kaufte ich hier im Souk - blind wohlgemerkt - einen kleinen 40ml-Flakon "Le Male Terrible". Vorweg: ich sollte nicht enttäuscht werden.

"Le Male Terrible" ist dem Original sehr ähnlich. Die DNA wurde, anders als zum Beispiel beim "Le Male Parfum", kaum verändert. Der Lavendel ist auch hier omnipräsent, wodurch eine ätherische Süße, für Lavendel typisch, stets vorhanden ist. Während der Lavendel im originale "Le Male" noch von einer frischen und dezent scharfen Minze untermalt wird, ist es in "Le Male Terrible" die Kombination aus spritzig-herber Grapefruit und leicht scharfem Pfeffer, die jenen Lavendel gekonnt ergänzt. Mit der Zeit gesellt sich die Vanille hinzu, die der Komposition ein wenig mehr Süße und Cremigkeit verleiht, wobei jene Süße weniger ausgeprägt ist als im Original, in welchem man neben der Vanille schließlich noch die Tonkabohne findet.
Irgendwie aber habe ich nun plötzlich doch den Eindruck, einen Minzduft unter der Nase zu haben, zieht sich der für Grapefruit so charakteristisch herb-saure Geruch nach einiger Zeit zurück und hinterlässt so eine frische und ätherische Schärfe, die mit Sicherheit durch den Lavendel und den Pfeffer zustande kommt und einfach an Minze erinnert. Oder ist eine solche hier tatsächlich enthalten? Wer weiß ...

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass "Le Male Terrible" ein rundum gelungener "Le Male"-Flanker ist. Dass er eingestellt wurde, ist bedauerlich. Umso mehr möchte ich mich bei dem lieben Parfumo Ralph99 bedanken, der mir den kleinen Flakon zu einem sehr fairen Preis zukommen ließ und mich so vor einer Geburtstagsmisere rettete. Kurzzeitig überlegte ich sogar, diesen Duft selbst zu behalten, ist die "Le Male"-DNA immerhin etwas, was mich olfaktorisch in meiner Kindheit prägte. Ich mag diese Art von Duft und das wohl auch, da der Herr Vater diesen stets vorsichtig dosierte. Mit dem "Le Male Terrible" hat er nun etwas, was er auch an den wärmeren Tagen einsetzen kann, da hier noch ein kleines bisschen mehr Frische mitspielt. Dennoch sollte auch bei "Le Male"-Terrible mit Vorsicht gesprüht werden. Ich selbst konnte den Duft von morgens bis abends problemlos an mir wahrnehmen und auch wenn ich von einer frischeren "Le Male"-Variante sprach, sollte man keineswegs auf den Gedanken kommen, es hier mit einem spritzig-leichten Cologne zu tun zu haben. Hier ist durchaus Wumms dahinter.
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DerDefcon vor 3 Monaten 16 6
10
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
Besser als das Original? Besser als das Original!
Bewertet wurde der Duft bereits durch mich, ein Statement wurde ebenfalls hinterlassen, allerdings noch kein Kommentar. Allgemein ist es schon einige Monate her, dass ich mich etwas ausführlicher zu Düften äußerte. Tja ... dieses Referendariat macht einem, was zeitliche Ressourcen betrifft, immer und immer wieder einen Strich durch die Rechnung und dann gibt es da noch ein neues Hobby, das in den letzten Monaten viiiiiieeeeel Zeit (und auch Geld) einforderte. Aber nun sind jedoch Osterferien und bevor ich mich an den Korrekturberg setze, will ich Arbeit auch mal Arbeit sein lassen und endlich meine ausführlichere Meinung zu dieser "Reflection Man"-Variante loswerden, die mich in den letzten Tagen und Wochen stets zu begeistern wusste.

"Reflection Man 45" ist ein Duft, der wahrlich sündhaft teuer ist und über dessen Mehrwert gestritten werden darf - gerade auch dann, sollte man das 'Original' bereits besitzen, was bei mir jedoch nicht der Fall ist. Das 'Original' ist ein schöner Duft für all jene, die blumige Oppulenz und eine beträchtliche Portion Süße mögen. Ich gehöre zu 'denjenigen', freue ich mich schließlich schon auf die wärmeren Tage, an denen ich mich wieder an meinem 'APOM Homme' erfreuen kann, der wohl das Sinnbild für den floralen Overkill darstellt. Erstaunlicherweise komme ich aber mit dem nicht gerade unsüßen 'APOM Homme' besser zurecht als mit dem 'originalen' "Reflection Man", dessen Süße mir nach einer gewissen Zeit ziemlich auf die Nerven ging. Weshalb dem so war, kann ich nicht genau erklären ... ist halt so.

Und die 45er-Version?

Diese macht gegenüber dem 'Original' alles besser. In einem der vielen Statements war sinngemäß die Rede vom "Reflection Man" im Baumarkt, eine wahrlich perfekte Beschreibung. So wurde die Süße deutlich gedimmt, ebenso das Florale. Zum Vorschein kommen dafür eine ordentliche Portion an trocken-holzigem Lavendel, der leichte Fougère-Anklänge hat. Iris unterstreicht das Holzige zusätzlich und weiß für ein wenig Pudrigkeit zu sorgen, ohne es dabei aber zu übertreiben. An den Geruch von Bleistiften erinnerndes Zedernholz rundet die Baumarktassoziation wunderbar ab und lässt den 'neuen' "Reflection Man" um Längen reifer, erwachsener und irgendwie auch herbstlicher auftreten als das 'Original', das ich persönlich eher im Frühjahr verorten würde. Selbstredend wird der 45er auch im Frühling eine gute Figur machen. Ach ja, bevor ich es vergesse: ein wenig Süße spielt am Ende natürlich auch hier noch mit. Es ist schließlich nun nicht so, dass die DNA des herkömmlichen "Reflection Man" gänzlich über den Haufen geworfen wurde.

Zum Abschluss:

Ich weiß jetzt schon, dass meine Sharing-Abfüllung bald vollständig geleert sein wird. Zum Glück reicht eine sparsame Dosierung, strahlt der "Reflection Man 45" immerhin recht stark ab. Die Person, welche den Duft trägt, bekommt davon allerdings gar nicht so viel mit, anders als beim 'Original', das mir, ich betonte es bereits, nach einer gewissen Tragezeit selbst ordentlich auf die Nasenschleimhaut ging.

Und nun die entscheidende Frage:

Wird der Duft bei mir einziehen?

Kurz: Nein ... einfach zu teuer. Bei einem gebrauchten Flakon mit meinetwegen 50 Prozent Restinhalt oder noch weniger könnte ich ins Grübeln kommen. Allerdings ist selbst in diesem Fall der Preis pro ml wahnwitzig. Auch das sollte neben all dem Lob nicht vergessen werden!
6 Antworten
DerDefcon vor 7 Monaten 22 8
9.5
Duft
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Haltbarkeit
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Sillage
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Flakon
Ein Wagnis im Designer-Bereich!
Hier im Forum geistert derzeit ein gar nicht mal so minder erfolgreicher Blog herum, in welchem es um die Frage "Designer versus Nische" geht. Der Schreiber, dem ich mit all dem, was er digital zu Papier brachte, uneingeschränkt recht geben möchte, sprach davon, dass Nischendüfte nicht automatisch besser sein müssen und dass es auch im Designerbereich so einige Duftkompositionen gibt, mit denen etwas gewagt werde. Gerade aufgrund dieser Äußerung, die ich jetzt lediglich allgemein und indirekt wiedergegeben habe, musste ich an das kürzlich von mir getesteten "Dior Homme Parfum" denken.
Ich war sehr erstaunt, dass ich ausgerechnet diesen Duft im Douglas-Regal vorfand, nicht aber das ansonsten überall anzutreffene "Dior Homme Intense" oder den neuesten Flanker, der - so lese ich es zumindest immer wieder - nicht mehr viel mit der "Homme"-Reihe von Dior zu tun haben soll.
Drei Sprühstöße landeten von dem Parfum auf meinem Hals und damit habe ich diesen brachial-potenten Iris-Leder-Verbund an und für sich auch schon übersprüht. Da ich wenig später alleine im Auto saß, war das halbwegs verkraftbar, wobei es selbst meiner Nase schon etwas zu anstrengend wurde. Haltbarkeit, Projektion und Sillage sind, nur um das an dieser Stelle bereits abgehakt zu haben, äußerst stark. Der gerne bediente Mythos des stets reformulierten und immerzu schwach auf der Brust seienden 'Designer-Duftes' wird an dieser Stelle also keinesfalls bestätigt. Stattdessen umweht mich eine Duftwolke, die anfangs durch eine ziemlich kratzige Iris zu bestechen weiß. "Dior Homme Parfum" gehört damit nicht zu den allen gefallen wollenden Kopfnotenblendern, von denen es übrigens auch im Nischenbereich so einige gibt. Es verwundert daher kaum, dass der Tester noch relativ gut gefüllt war, obwohl er hier schon mehrere Wochen für alle Hände greifbar, so erzählte es mir eine Verkäuferin, zum Ausprobieren im Regal stand.

Kurz zum Duftcharakter:

Im Auftakt duftet das Parfum nach der gerne mal Kopfschmerzen verursachenden Make Up-Abteilung entsprechender Läden und Boutiquen. Dabei blitzt das Leder im Hintergrund immer wieder durch, weiß sich gegen die dominante Iris jedoch noch nicht durchzusetzen. Erst im Zusammenspiel mit dem Sandelholz gelingt ihm dies. Ab diesem Zeitpunkt dann weiß die von François Demachy geschaffene Duftkomposition durch eine angenehme cremige Süße (typisch für Sandelholz) aufzufallen, die dezent ledrig unterlegt und vom Irispuder ummantelt wird. Der gewaltige Lederdampfhammer, wie man ihn mit Blick auf die Duftpyramide eventuell vermuten würde, bleibt (zum Glück?) aus. Damit ist "Dior Homme Parfum" ein wenig dunkler als die Intense-Version, jedoch keinesfalls gänzlich anders. Schminkkasten-Assoziationen rufen letztlich beide hervor, nur dass das Parfum sich hiervon noch etwas stärker als die Intense-Version zu befreien weiß und am Ende um einiges mehr auf die Zwölf haut, was Projektion und Sillage betrifft. Überlege ich beispielsweise bei meinem geliebten "Prada L'Homme Intense", ob im Alltagsgebrauch nicht ein Sprüßstoß schon zu viel sein könnte, muss ich bei dem leider nicht allzu leicht erhältlichen Dior-Flanker diese Frage gar nicht erst stellen. Daher lautet auch meine Devise, ähnlich wie das Statement von Jcp82, "Achtung bei der Dosierung".
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DerDefcon vor 10 Monaten 16 5
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon
Duftzwilling vom APOM? Auf zum Vergleich!
Wie gut, dass es hier auf parfumo.de ein Update gab und in der entsprechenden Menu-Leiste nun nicht mehr von "Duftzwilling", sondern von "Ähnlich" gesprochen wird. Soweit ich mich nämlich recht entsinne, war "Kobe" aus dem Hause Xerjof schon damals, als diese Änderung noch nicht vorgenommen wurde, als ein angeblicher Zwilling vom "APOM" angegeben - beziehungsweise umgekehrt. Schon damals runzelte ich die Stirn, schmunzelte ein wenig und wollte das nicht so ganz glauben, handelt es sich bei APOM - leider wurde er eingestellt - um ein Glanzstück minimalistischer Duftkunst. Orangenblüte, Amber und Zedernholz ... das war es auch schon. Und "Kobe"? Nun ja: Bergamotte, Labdanum, Orange, Neroli, Orangenblüte, Petitgrain, Oud, Benzoe und so weiter und so weiter. Kurz: Ein Duftzwilling ist das auf gar keinen Fall. Ähnlichkeiten sind aber durchaus vorhanden. Vergleichen wir doch einfach mal.

Beginnt der "Kobe" mit einer äußerst scharfen, für viele Nasen mit Sicherheit sogar unangenehmen Zitrik, die in ihrem bitter-herben Charakter kurzzeitig mit so manchem Chypre konkurrieren könnte, besticht der Auftakt des kurkdjianischen Meisterwerks mit einer schwülstigen Orangenblüte. Nix mit scharfer Bergamotte oder spritziger Orange. Aber schnell wieder zurück zu "Kobe".
Schon nach wenigen Minuten wird der sehr harsche Auftakt durch eine Orangenblüte abgemildert, die zwar süß und präsent, jedoch keineswegs so erdrückend wie in "APOM" in Erscheinung tritt. Das teilweise unangenehm Herbe vermischt sich mit der Süße, sodass eine perfekte Balance zwischen fruchtiger Würze und floraler Süße hergestellt wird.
Während "Kobe" die soeben beschriebene Entwicklung durchmacht, wird auch beim "APOM" eine Veränderung nach dem ersten Aufsprühen riechbar. Es setzt der Amber ein, welcher der Orangenblüte die anfänglich überwältigende Süße nimmt, ihr zusätzlich eine interessante Staubigkeit verleiht und dadurch auch das Schülstige ein wenig zähmt, das es so im "Kobe" zu keinem Zeitpunkt gibt. In diesem ist schließlich - ich sagte es bereits - die recht spezielle Zitrik die Herausforderung und weniger das Florale.

Nachdem Phase 1 und 2 bei beiden Düften überstanden sind, trennt sich in der dritten Phase die Spreu vom Weizen. "APOM" besticht in dieser durch eine sehr deutliche Zedernholznote, die der staubig-ambrierten Orangenblüte ein holziges Fundament beschert, welches olfaktorisch ein wenig an einen Bleistift erinnert. "APOM" ist damit ein sehr trockener, irgendwie schmutzig-staubiger Orangenblütenduft und grenzt sich von "Kobe" mehr als nur ab.
Der Xerjoff mag zwar auch holzige Noten in der Basisnote gelistet haben, doch vernehme ich von diesen wahrlich nichts. Stattdessen kommt Benzoe zum Vorschein, das der Komposition einen sehr cremigen und sehr warmen Charakter verleiht. Die milde Süße der Orangenblüte und die leichten Anklänge der zu Beginn noch harsch-herben Zitrik sind weiterhin parallel wahrzunehmen, wobei hier nichts mehr in der Nase sticht oder piekst. "Kobe" schafft es so, eine Menge gleichzeitig zu sein - nämlich einerseits frisch, andererseits floral und dabei gleichzeitig cremig-warm. Alles gleicht sich aus, nimmt dem Duft so aber auch seine Ecken und Kanten.
Der "APOM" hingegen ist schon allein wegen seiner staubigen Orangenblüte bereits Ecke und Kante genug und damit der in meinen Augen deutlich gewagtere Duft, bei dem unser Francis nicht auf entschärfende und auf Alltagstauglichkeit zurechtstutzende Zitrik setzt wie es übrigens bei Xerjoff generell sehr häufig der Fall zu sein scheint. Ich erinnere nur, ohne das jetzt negativ zu meinen, an "Uden" oder auch denn allseits beliebten "Naxos".

Am Ende kann ich für mich sagen, dass ich beide Düfte sehr gerne trage. Auch musste ich mich an beide erst gewöhnen. "APOM" war damals keine Liebe auf den ersten Riecher, ähnlich wie auch der "Kobe". Beide Düfte haben eine zentrale Stärke und ebenso auch eine zentrale Schwäche. So glänzt der "APOM" durch seine Ecken und Kanten und seine Einfachheit, kann jedoch zugleich von mir nicht regelmäßig getragen werden, denn erstens benötigt dieser Duft höhere Temperaturen, um in all seiner Pracht zur Geltung zu kommen, und zweitens wird er bei kontinuierlichem Tragen auch für Liebhaberinnen und Liebhaber schnell mal zu anstrengend. "Kobe" kann da schon deutlich unkomplizierter aufgelegt werden, gilt es hier immerhin lediglich, den doch etwas speziellen Auftakt zu überwinden. Im Alltag eckt dieser Xerjoff - trotz seiner Komplexität - damit weniger an. Wird dieser Duft vielleicht irgendwann etwas langweilig? Eine Frage, die man sich durchaus stellen kann und gemessen am Preis vielleicht auch sollte!

PS: Müsste ich mich innerhalb der Shooting Stars - Kollektion für einen Duft entscheiden, würde es wahrscheinlich der "Uden" werden ... nur so am Rande.
5 Antworten
DerDefcon vor 10 Monaten 17 10
8
Duft
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Haltbarkeit
8
Sillage
Hier fehlt etwas.
"Amber Star" von Xerjoff ist so ein Duft, den ich unbedingt unter die Nase bekommen wollte und das ganz unabhängig davon, ob ich ihn mir nun anschaffe oder nicht. Letzteres ist wahrscheinlicher, wird dieser Duft immerhin nur im Doppelpack mit "Star Musk" verkauft und befindet sich damit unweigerlich in einer finanziellen Sphäre, in welche ich mich keinesfalls begeben werde. Irgendwann ist auch mal Schluss. Daher ist es gar nicht mal so schlecht, dass ich diesen Xerjoff-Kandidaten gut finde, er mich zugleich aber nicht gänzlich aus den Socken haut. Er startet meiner Nase nach zimtig und sehr prickelnd. Hinter diesem anfänglichen Dufteindruck vermute ich das Ambra, das auch in "Ambre Nuit" oder "40 Knots" für ein ähnliches Prickelgefühl sorgt. Was darauf folgt, dürfte dann wohl das Sinnbild des alltagstauglichen Ambers schlechthin sein, geht dieser schließlich nicht ins Harzige oder gar Klebrige über, sondern ist eher trocken-holziger Natur - wohl dem dezent rauchigen Guajakholz und der Myrrhe geschuldet. Abgerundet wird das Ganze von der Vanille, die ebenso zu keinem Zeitpunkt für ein Abdriften in Gourmand- oder Diabetisgefilde sorgt.
"Amber Star" ist damit, um es zusammenzufassen, ein wunderbar luftiger Amberduft, der beinahe jahreszeitenübergreifend getragen werden kann. Die Haltbarkeit ist zwar enorm und die Sillage ist auch nicht von schlechten Eltern, doch ist sie gerade durch eben jenes Luftige nicht erschlagend, solange man es mit dem Sprühen nicht übertreibt. Allerdings empfinde ich diesen Xerjoff als seeeehr glatt ... zu glatt. Es wurde darauf verzichtet, ihm Ecken und Kanten zu verpassen wie man sie in anderen Amberdüften häufig vorfindet. So kommt es, dass mir dieser Xerjoff - so gut und tragbar ich ihn auch finde - mit längerer Tragedauer etwas langweilig wurde. Letztlich sind es daher andere Amberdüfte, die für mich interessanter duften - so zum Beispiel "Grand Soir" aus dem Hause Kurkdjian oder auch der "Casamorati - 1888".
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