DuftsuchtDuftsuchts Parfumblog

13.09.2018 18:50 Uhr
36 Auszeichnungen

Der erste Wunsch ans Christkind!

Lieber Monsieur Guerlain, Liebe Miss Dior, liebe Madame Chanel, und wie ihr alle heißen mögt,

zu Weihnachten habe ich einen klitzekleinen Wunsch. Der Wunsch ist wirklich ganz bescheiden. Er ist so klein, dass er in jede Hosentasche passt. Es ist auch ein schön duftiger Wunsch! Aber da es ein Wunsch ist, der vielleicht ein wenig Zeichnen und Basteln verlangt, verrate ich ihn euch schon ganz früh – noch bevor die ersten Schokonikoläuse im Oktober in den Geschäften auftauchen!

Immer, wenn ich meine Lieblingsdüfte trage, möchte ich doch, dass viele Leute tagsüber sich mit mir über die wunderschönen Parfumkunstwerke freuen, in denen so viel Arbeit, Hingabe, Liebe und viel eurer kostbare Lebenszeit steckt. Und daher würde ich zu gerne in der Mittagspause – oder am Nachmittag- oder am Abend, wenn ich länger arbeite oder vielleicht gleich direkt ins Theater oder Kino oder mit meinem Mann essen gehe, euren wunderbaren Duft noch einmal auflegen. Das ist nur manchmal etwas schwierig, denn viele der ganz besonders guten Düfte, die ich mir auch immer gerne zum Geburtstag und zu Weihnachten schenken lasse, überlasst ihr mir nur in großen Mengen. Manchmal ja auch in kleinen Mengen, aber dafür in ganz großen, ganz schweren und ganz eckigen Glasflaschen. Wenn ich die in meine Handtasche packe, habe ich zwar immer eine Waffe dabei und das ist ja manchmal auch nicht schlecht, aber zur Zeit wohne ich in einer Stadt, in der ich mich sehr sicher fühle, und da kommt es mir dann doch ein wenig übertrieben vor.

Am allerschlimmsten ist es ausgerechnet bei meinem größten Schatz: L’heure de Nuit“ von dir, Monsieur Guerlain. Der Flacon hat doch so ein wunderschönes Sprüh-Dingensen, das ist wirklich sehr hübsch und so richtig elegant. Aber zum Mitnehmen kann man den Flacon komplett vergessen. Ein Jammer!

Jetzt kann man natürlich etwas von dem Duft in einen Plastik-oder Glas oder Metall-Taschenzerstäuber abfüllen und diesen mit sich herumtragen. Aber ist das nicht ein Sakrileg? L’heure de Nuit“ aus seiner eleganten Luxus- Villa herauszureißen und quasi in einen alten, abgeranzten Wohnwagen zu verschleppen, nur weil der mobil ist? Und wo bleibt dann mein wunderbares Luxuserlebnis, das ich jeden Tag in der Früh genieße: Meinen Schatz in seinem funkelnden Flacon in die Hand zu nehmen und den allerfeinsten Sprühregen an Duftmolekülen auf mich niederschweben zu lassen?Stattdessen soll ich lieb- und achtlos ein Plastikding in die Hand nehmen, das mitunter mehr tropft als sprüht – und wenn es denn sprüht, nicht an Nebel erinnert, sondern an eine Gartendusche. Ihr versteht doch sicher mein Problem? Ein absolut reines Luxusproblem der besonders dekadenten Sorte, wie ich gern eingestehe. Aber wenn ich verrückt genug bin, mir diesen Duft von drei meiner Verwandten zum Geburtstag schenken zu lassen und mich damit als hoffnungslos verdreht Duft-süchtig zu outen, dann will ich diesen Wahnsinn wenigstens perfekt zelebrieren.

Und dann habe ich auf Parfumo, das ist so eine Seite, wo wir manchmal auch ein wenig über Luxusprobleme jammern dürfen, gesehen, dass es doch früher einmal gerade von dir, Monsieur Guerlain, so wunderschöne kleine Taschenzerstäuber gab. Die sahen emailliert aus und hatten schöne Muster und Farben und wirkten sehr luxuriös. Leider habe ich vergessen, wer diese schönen Bilder gepostet hat, aber an die Zerstäuber kann ich mich genau erinnern– und ich war sogar ein bisschen neidisch, wie ich zugeben muss.

Wisst ihr, was ein Traum wäre? Zu jedem eurer Düfte, die es nur in großen ml-Abfüllungen gibt wäre es so schön, einen wirklich dazu passenden, ebenso liebevoll gestalteten und designten Taschenspray zu haben. Die Schachteln, in denen eure Luxusdüfte verkauft werden, sind doch wirklich groß genug, da würde das ganz sicher völlig ohne Probleme auch noch Platz finden! Dann könnten wir unsere Lieblinge mit uns mitnehmen, wir würden ganz offen im Garderobenfoyer des Theaters stolz unseren L’heure de Nuit – Miniaturformat-Zerstäuber aus unseren Handtaschen holen – und ich bin sicher, aus diesem würde ein ebenso feingliedriger perfekter Duftnebel entweichen wie aus seinem großen Bruder zuhause. Und ein geniales Abfüllsystem, das nicht unsere großen Lieblinge gefährdet, das würde euch doch sicher auch noch einfallen, oder?

Das wäre wirklich richtig toll. Dann würden natürlich ganz viele Diskussionen, ob und wie man vermaledeite Plastikzerstäuber jemals wieder von Duft befreien kann, um einen neuen Duft einzufüllen, großer Jammer über Sprühknöpfe, die nach dem Abziehen nicht mehr ordentlich sitzen, wackeln oder sabbern, auf einmal überflüssig werden. Das würden wir aber, denke ich, alle gerne in Kauf nehmen. Ein sehr viel größerer Verlust wäre da schon der lustige Blog von Pluto, die einen ganzen Tag damit zugebracht hat, ein Dufträtsel zu lösen – aber warum das passiert ist, das könnt ihr ja selber in ihrem Blog lesen!

Ich verbleibe mit duftigsten Wünschen,

Eure Duftsucht!


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