EinfachichEinfachichs Parfumkommentare

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Einfachich vor 49 Tagen 6
7.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage

Anregend anders
Der Timur Pfeffer, hier als nepalesischer Szechuanpfeffer angegeben, ist eine Unterart des Szechuanpfeffers, der meistens in China kultiviert wird. Der Timur Pfeffer ist dabei nicht mit dem Pfeffer verwand, sondern mit den Zitrusgewächsen. Die Beeren werden in Nepal in 2000 Meter Höhe an den bis zu 10 Meter hohen, dornigen, wild wachsenden Gewächsen von Hand geerntet. Seine Schärfe ist milder als die des üblichen Szechuanpfeffers, dafür sind seine Aromen zitrisch, holzig, leicht säuerlich ,grapefruitartig und etwas krautig. Daher wird der Timur Pfeffer auch oft als Zitronen- oder Grapefruitpfeffer bezeichnet. Seine Wirkung wird als Anregend beschrieben.

Damit könnte ich die Beschreibung des Parfums beenden, denn der Hauptbestandteil des Timur ist der gleichnamige Pfeffer. Ich schreibe aber dennoch weiter, da die weiteren Noten durchaus noch eine Rolle spielen ;-)

Timur startet zitrisch-frisch mit der leichten Säure einer Grapefruit und einer dezenten Schärfe. Nach einiger Zeit setzt sich die Grapefruit durch und das Zitrische zieht sich etwas zurück. Diese Phase dauert sogar überraschend lange für diese Art von Duft. Später gesellt sich Lavendel zur Grapefruit und die ersten holzigen Noten machen sich bemerkbar.
Die Basis gestaltet sich aus Vetiver mit einem Hauch Patchouli und etwas Amber, was dem Duft noch einmal etwas mehr Tiefe verleiht, dabei etwas krautiger wird aber seine Frische nie verliert.

Die Haltbarkeit ist für einen Duft dieser Art sehr gut, die Sillage moderat.

Fazit: Timur ist anders ;-) Ich würde es wagen hier von einem Dufterlebnis zu sprechen. Die Aromen des Timurpfeffers harmonieren auf eine ganz eigene Art und Weise die man so nicht oft findet. Das Zusammenspiel von zitrischen, holzigen und säuerlichen Noten macht Spaß, hebt die Laune und ist tatsächlich anregend.
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Einfachich vor 67 Tagen 6
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage

Mariechen ist ein Luder ;-)
Mariechen sagt zu Mariechen, lass mich ma riechen Mariechen, da ließ Mariechen Mariechen ma riechen.
Das ist das erste was mit zu dem Duftnamen eingefallen ist. Den Spruch kennt wahrscheinlich jeder, ganz im Gegensatz zu dem Duft.
Wer ist aber nun Mariechen" ?
Und warum macht Mariechen sich schön? Hat sie ein Date, ein Vorstellungsgespräch, einen wichtigen Temin?
In einer Philosophischen Betrachtung ist Mariechen das Mariechen in uns allen und macht sich schön, weil sie sich gerne schön macht und schön fühlt.
Dabei macht sich unser Mariechen nicht auf die klassische Art schön, die der Name vermuten lässt, nein, das Mariechen (wie oft kann ich eigentlich Mariechen schreiben ohne dass Euch der Name Mariechen anfängt zu nerven?) ist etwas anders als andere Mariechen. Auch mit einem Funkenmariechen hat sie weniger als gar nichts zu tun. (Obwohl sie aus Köln kommt)
Mariechen trägt Leder, anfangs eine frisch-fruchtige Lederjacke mit einer feinen Heidelbeernote und einem Hauch Kokos.Klingt komisch? Ist aber klasse in der Kombination. Ungewöhnlich? Jepp, definitiv.
Unter der Lederjacke trägt Mariechen ein enges Lederkleid, das mit Kräutern und Holz eingerieben ist und die fruchtigen Nuancen ablöst wenn sie die Jacke auszieht. Außerdem hat mAriechen eine Fluppe in der Hand obwohl sie gar nicht raucht. Sie liebt einfach den würzigen Geruch des feinen Tabaks.
Mariechen ist ein selbstbewusstes Mariechen und lebt ihren eigenen Stil und reiht sich nicht in den Mainstream ein, den sie wahrscheinlich eher nicht so schön findet. Unser Mariechen passt sich nicht gerne an die Masse an.
Wenn Mariechen (na, nervt es noch nicht?) unterwegs ist, ist sie lange unterwegs, mindestens 8 Stunden dauern ihre Ausflüge. Und sie wird wahrgenommen.

Kurze Anmerkung:
Lieber Herr Manasse, falls Sie hier mitlesen sollten: So geht das nicht. Wirklich nicht. In diesem Duft sind einige Noten, die ich in der Regel gar nicht mag (Leder, Tabak). Aber Sie schaffen es, wie in anderen Düften schon mit der Rose, dass mir diese Noten hier wirklich gut gefallen. Das harmonische Zusammenspiel, die Ausgewogenheit und die Individualität des Duftes. Mariechen macht sich nicht nur schön, Mariechen ist schön.
Das wirft mein ganzes bisheriges "Duftnotenvorliebenverständnis", das ich bisher von mir hatte, komplett über den Haufen.
Und wenn wir jetzt noch kurz feststellen, dass Mariechen eine "Verniedlichung" von Maria ist, dann ist dieser Duft sogar Unisex, denn Maria ist auch ein Männername.
Und dieses Mariechen hier wird definitiv über kurz oder lang bei mir einziehen ;-)
5 Antworten

Einfachich vor 68 Tagen 5
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage

Das Wesen der Dinge oder die rauchige Rose
Devachan setzt sich aus dem Sanskrit (Deva -> Lichtwesen, Gott) und Tibetischen( Chan -> habend, wohnend, Platz, Ort) zusammen. Es kann also mit "Ort der Götter " und "Der Ort, wo das Wesen der DInge wohnt" übersetzen.
Den Begriff Devachan finden wir sowohl in der Theosophie als auch in der Anthrosophie. In beiden Lehren sind die Definitionen leicht anders, können aber zusammengefasst werden als ein Ort oberhalb der Astralwelten.
Was das jetzt mit dem Duft zu tun hat? Alles und Nichts.
Devachan hat durchaus einen leicht mystischen Touch, wenn man sich darauf einlassen will. Auf jeden Fall ist es ein Duft, der Dich berührt, umhüllt und erdet.
Nach dem Aufsprühen blitzt ganz kurz eine Kakaonote durch, die aber sofort von der Rose überlagert wird. Wer mich kennt weis um meine Abneigung zu Rosen in Düften. Uwe Manasse schafft es hier aber die Rose mit einer leicht grün-grasigen Basis zu unterlegen und mit einem hellen Weihrauch zu umhüllen, so dass die Rose hier sogar mir gefällt. (Und alleine das ist schon eine Kunst ;-) )
Die einzelnen Noten sind hier perfekt ausbalanciert und ausgewogen, unterstützen sich gegenseitig ohne dominant zu werden.
Der Weihrauch wird hier nicht zu rauchig und die Rose nicht zu schwülstig, Statt dessen entsteht ein fast sphärischer Duft, womit wir oberhalb der Astralwelten wären ;-)
Devachan ist ein Duft der zu vielen Gelegenheiten passen sollte, da er leicht und hell ist und -für mich- etwas sehr anziehendes hat.
Die Kombination von Rose, Süßgras und Weihrauch ist in dieser Form ehr ungewöhnlich, aber wirklich sehr gut umgesetzt.
Die Sillage empfinde ich als angenehm und nicht zu stark. Die Haltbarkeit liegt jetzt beim Test bei 7 Stunden und der Duft ist noch gut wahrnehmbar.
Für mich eine weitere Testempfehlung aus dem Duftwerk.

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Einfachich vor 69 Tagen 5
7.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage

Palo Santo - Das heilige Holz
Der Palo Santo gehört, wie der Weihrauchbaum, zur Familie der Balsambaumgewächse. Sein Holz wird seit Jahrhunderten vielfältig genutzt als Räucherwerk, Heilmittel, zur Schmuckherstellung usw. Vor allem wird Palo Santo aber in der Aromatherapie eingesetzt, da ihm nachgesagt wird es wirke entspannend, stimmungsaufhellend und Konzentrationssteigernd.

Die Parfumeurin XA hat das heilige Holz hier in das Zentrum des Duftes gesetzt, umgeben von einem Blütenmeer und mit der Süße von Tonka und Amber. Patchouli steuert einen zart erdigen Ton bei und selbst der Weihrauch scheint hier erdig zu sein.
Was diesen Duft besonders macht und aus der Masse abhebt ist die Lebendigkeit die er zu besitzen scheint. Oft zieht es die Nase zum Handgelenk und jedesmal ist der Duft anders und doch auch nicht. Ständig eröffnen sich neue Facetten aus dem Spiel des zart-cremigen Palo Santo mit den Blüten und den erdigen Nuancen. Die Süße wird dabei niemals zu viel oder zu aufdringlich, sondern fügt sich nahtlos in das harmonische Gesamtbild ein. XA hat es sogar geschafft die Rose so einzubinden, dass ich nichts negatives darüber sagen kann. Und ich mag Rose in Düften in der Regel gar nicht. Sie ist sogar meist das KO-Kriterium wenn ein Duft auf meine Geht gar nicht Liste wandert.

Einen wirklichen Verlauf hat Xa Palo S nicht. Durch die Lebendigkeit des DUftes ist das aber nicht weiter tragisch.

Dieser Duft ist komplex und hat Tiefe. Trotzdem ist er einfach zu tragen und sollte zu jeder Gelegenheit und jedem Geschlecht passen.
Trotz der hohen Temperaturen heute beim Test kann ich ihn nach 7 Stunden noch gut wahrnehmen. Die Sillage ist auf den Punkt. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

Xa Palo S ist auf jeden Fall einen Test wert und ist, meiner Meinung nach, ein weiteres Schmuckstück aus dem Duftwerk, das hier viel zu wenig Beachtung bekommt.
4 Antworten

Einfachich vor 75 Tagen 2
8.5
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage

Kölner Freude
Uwe Manasse, einer der Köpfe vom Duftwerk in Köln und Schöpfer des Cologne Delight bezeichnet Parfum gerne als unsichtbaren Schmuck. Diese Bezeichnung ist zutreffend, denn hier hat er ein echtes Schmuckstück geschaffen
Selten genug, aber Cologne Delight beginnt direkt mit einem "WOW-Effekt". Der Duft startet nicht wie üblich mit einer schnell verfliegenden Kopfnote sondern gibt vom ersten Sprüher an alle Duftnoten Preis. Und die haben es in sich. Rote Blüten, gebettet auf zarten, holzigen Noten umgeben von einer dezenten Amber-Tonka-Süße, die nie aufdringlich oder zuviel wird. Eine pudrige Cremigkeit (oder ist es ein cremiger Puder?) verfeinern die Komposition, die durchaus leicht Orientalische Züge trägt und auch eine gewisse Tiefe aufweist, dabei aber nicht zu komplex wird. Was mich persönlich ganz besonders freut und auch überrascht: Die Tuberose hält sich hier stark zurück und ist damit eine der ganz wenigen die für mich (er-)tragbar sind. Alle Noten der Pyramide sind tatsächlich wahrnehmbar, ohne zu dominieren.
Die Sillage ist nicht Raumfüllend, eher etwas mehr als Körpernah. Die Haltbarkeit liegt in einem guten Bereich, nach 5 Stunden kann ich Cologne Delight noch gut wahrnehmen.
Ich würde den Duft als Unisex-Allrounder einstufen, der zu jeder Gelegenheit passen sollte.
Mit Cologne Delight oder übersetzt Kölner Freude hat Uwe Manasse nicht nur ein Schmuckstück, sondern ein Kunstwerk geschaffen. Und das zu einem Preis, der sehr Erschwinglich ist.

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