EndorphinEndorphins Parfumkommentare

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18.03.2015 18:32 Uhr
2 Auszeichnungen
VE±Velvet ist nunmehr der einzige Duft von UèrMì, der mir wirklich ein Bild von Kleidungsstoff vermitteln kann.
Das Bild von einem grünen Samtsakko, wie Männer es gern in den 70ern trugen.

Velvet überzeugt als klassischer Herrenduft dieser Zeit.

Grün, frisch, würzig aus solidem Holz. Alltagstauglich, unaufdringlich, Eleganz statt Flowerpower. Er ist herb, etwas bitter, aber warm und anschmiegsam.

Die Sillage ist anfangs zurückhaltend, steigert sich aber im doch recht suptilen Duftverlauf.

Nach 4 Stunden erinnern nur noch Patchouli und Zedernholz an diesen für mich rein maskulinen Duft.


15.03.2015 19:33 Uhr
2 Auszeichnungen
UR±Silk war vorab als mein Favorit auserkoren.

Ich erwartete anhand der Noten einen schönen fruchtig-frischen Duft mit cremig-pudrigem Untergrund und leichten Blümelein.

Aber nö!
Nix mit frisch, dafür muffige Früchte... ürgs.

Deutlich sticht die Feige hervor. Die Grapefruit hat hier allenfalls ihr Schale gelassen. Den Dill muss ich glücklicherweise auch nicht riechen, dafür süße gärige Früchte.

Silk ist ein sehr körpernaher Hautduft mit zurückhaltender Sillage.
Feminin, fruchtig und pudrig. Leider wirkt die ganze Kreation sehr synthetisch, nicht durchdacht und unvollkommen.
Von Flieder und Iris rieche ich bis zum Schluß leider rein gar nichts.
Nach gut 4 Stunden verbleibt auf meiner Haut nur noch ein Geruch von Ponds Intensive Cacaobutter.


14.03.2015 19:53 Uhr
5 Auszeichnungen
Hysterie! Der Name ist tatsächlich Programm.

Als ich mich für die Düfte von Gabriella Chieffo zu interessieren begann, kam dieser hier, aufgrund der mir sehr sympathischen Noten, sofort auf die Probeneinkaufsliste.

In Erwartung eines feinen Irisduft, mit frischem Auftakt und cremiger Basis sprühte ich Hysteria sofort auf die Haut.

Namen sind meist nur Schall & Rauch. Oder: Was soll mich bei Iris schon Schlimmes erwarten?

Alles! Schlimmer geht immer! Nix wird hier gut!

Aufgebracht und laut prescht dieser Duft los. Einen Geltungsdrang wie selten, als würde er unter tausend anderen gleichzeitig bestehen müssen.

Würzige Blümchen stürmen neurotisch nach vorn, präsentieren das Gewehr und grünen unorganisiert und nervös vor sich hin.

Es wird nicht ruhiger, nicht ausgeglichener, nicht runder.

Harz und Holz poltern gestört ins Bild, die feingeistige Vanille kommt gar nicht zum Zug.
Auch in der Basis kommt keine vernünftige Konversation zustande.

Nur in der Haltbarkeit zeigt sich der kleinste gemeinsame Nenner zu anderen Irisdüften. Das hysterische Gekeife läßt nach 4 bis 5 Stunden deutlich nach.

Nix für mich... Ein Psychologe sollte sich seiner annehmen.


14.03.2015 18:21 Uhr
9 Auszeichnungen
voll mit Medizin, Kräutern, Salben, Tinkturen und natürlich dem Geruch des alten Leders.

Medizinisch, herb-süß, krautig-grün und balsamisch startet dieser Duft gleich mit ordentlicher Sillage durch. Die Gewürze im Herzen lassen die Kopfnoten nur stille Teilhaber sein.

Nichts frisches, liebliches oder blumiges lockert diese holzig-harzig bittere Medizin auf.
Nichts leichtes, cremiges oder freundliches macht mir Ragù angenehmer. Im recht schnell abgehandelten Verlauf meine ich Kamille - fast schon verblüht und vertrocknet - zu erkennen. Doch die fast schon orientalische Würze und grüne Herbe dominieren weiterhin und letztlich diesen Duft.

Wohl nicht zuletzt dem kräftigen Schuss Patchouli geschuldet, hält Ragù länger als 8 Stunden an mir.


07.03.2015 17:20 Uhr
5 Auszeichnungen
Der jährliche Festumzug Bataille de Fleurs in Nizza soll dieser Kreation aus dem Cloon Keen Atelier Seele eingehaucht haben...

Wirklich?

Ich war noch nie auf dieser Blumenparade, aber ausgehend von diesem Eau de Parfum *beton*, ist die Flower Party dort wohl auch schon nach 2 Stunden vorbei.

Bezeichnend für diese Art des Karnevals sollen Mimosenblüten sein.
Hm... gemeint ist sicher die Kassie mit ihren gelben bommeligen Blüten. Diesen blumigen, buttrig-süßen Duft kann ich nach einem frisch-fruchtigen Start durchaus kurz wahrnehmen. Schamhaft und mimosenhaft ist allenfalls die Haltbarkeit.

Leider ist diese Blumenschlacht viel zu schnell geschlagen, als das ich ausreichend Gelegenheit hätte, mir eine wirkliche Vorstellung von dieser jahrhundertealten Tradion machen zu können und diesen femininen Duft ansich von Kopf bis Basis ausgiebig erleben und beschreiben zu können.

Bedauerlich, denn die Idee und auch der olfaktorische Ansatz, den ich erahnen kann, gefallen mir. Der schlichte, distanziert wirkende Flakon reizt mich, aber 95 Euro für nicht mal 2 Stunden sind ein verdammt teures Eintrittsgeld für dieses Blumen Festival.


22.02.2015 11:34 Uhr
8 Auszeichnungen
Gleich vorweg: ich will hier nicht die Beziehung und oder das Privatleben meines Vaters, meiner Familie und mir prostituieren, um eure Aufmerksamkeit für diese Rarität zu gewinnen. So etwas liegt mir ganz und gar nicht! Ich weiß einige haben das nötig und ich meine jetzt nicht die Düfte...

Aber um zu beschreiben wie ich Nature empfinde, ist es hilfreich weiter auszuholen.
Schon seit vielen Jahren ist Nature in meinem Besitz... er gehörte meinem Vater.
Diese türkisfarbene Flüssigkeit im einfachen, aber eleganten Flakon mit dem goldenen Deckel, erregte eines Tages beim Blick in den Duftschrank meiner Eltern, meine ungeteilte Aufmerksamkeit und musste sofort beschnuppert werden.
Schüttflakons gefallen mir persönlich überhaupt nicht und wahrscheinlich aus mangelnder Rutine im Umgang mit diesen Butteln, schüttete ich mir mehr als beabsichtigt davon über den Hals.
Doch bevor ich in Panik verfallen und überlegen konnte wie ich diese Überdosis los werden konnte, war es schon passiert. Nature gefiel... überaus gut! Frisch, aquatisch, mild würzig, ein wenig grün-blumig, mit balsamischem Holz. Perfekt abgestimmt und fein komponiert.
Ich will ihn haben!
Ich beguckte mir noch mal den Flakon... leicht staubig war er schon...
wird wohl nicht oft benutzt... es wird leicht ihn (Wortspiel) abzustauben.
Mit diesem Blick (ihr kennt ihn bestimmt), den kleine Mädchen schon lernen und drauf haben, noch bevor sie sich verbal ausdrücken und ihre Wünsche wörtlich formulieren können, sah ich meinen Papa an. Auch wenn wir, die Mädchen, im Laufe der Zeit das kindliche in unserem Gesicht verlieren, haben wir doch diesen Blick perfektioniert. Ich erklärte nun meinem Vater mit dem niedlichsten Augenaufschlag und der süßesten Gusche, warum ich ihn hier und jetzt um diesen Duft bringen müsse und warum es keinen Aufschub bis zum Antritt seines Erbes geben kann. In gewohnt entspannt, geduldiger Art lehnte er sich zurück und ließ mich zappeln. Genau wie wir Töchter wissen, dass dieser Blick immer zieht, wissen Väter natürlich damit umzugehen. Verdammt!
Ich fuhr mit meinem Plädoyer fort. Ohne zu wissen, dass es sich bei Nature um einen wirklich seltenen Duft aus dem Hause Henry M. Betrix handelte, verwies ich darauf noch nie etwas so Schönes, Stimmiges und Wertvolles gerochen zu haben. Viele Herrendüfte sind kratzig, scharf und zu hart, als das auch eine Frau sie gut tragen kann. Mir steht dieser hier ausgezeichnet!
Papa ließ mich warten...
Kurz bevor mir mein Gesichtsfasching in Richtung böse-ungeduldig abrutschen wollte, erbarmte er sich und nickte lächelnd.

Nature ist mein größter Schatz.
Nicht nur weil er ein wunderschöner aquatisch-balsamischer Herrenduft für jede Lebenslage, Jahreszeit und Stimmung ist, sondern auch weil er für mich diese einmalige, tiefgründige, verlässliche und liebevoll berechnende Beziehung zwischen Vater und Tochter in seinen unbekannten Noten hat.


21.02.2015 15:07 Uhr
9 Auszeichnungen
Kloppe im Blumenbeet... frühmorgens im Garten. Schneeglöckchen bimmeln die erste Runde ein.


Die Freesie betritt den frühlingshaft dekorierten Ring und macht das Nummerngirl.
Rhabarbera als Ringrichterin will die Kontrahentinnen bekannt geben, kommt aber gar nicht zu Wort.
La Tulipe, die Herausforderin von und zu Byredo, stellt sich selbstverständlich selbst vor. Da taucht Viola auf... ganz frisch, leicht süß und grün, tritt sie souverän präsent ins Licht. Keinen Schlag braucht es und jedem Beobachter ist klar: diese Runde und vermutlich auch alle weiteren gehen an Viola.
Sie ist die Heldin in diesem Duft, ähm Ring. Die Tulpe - bekannt für ihren Ehrgeiz immer die größte, auffallendste und farbenprächtigste aller Frühblüher im Blumenbeet sein zu wollen, erlebt hier wohl ihre bitterste Niederlage. Nach nur wenigen (St)Runden ist der Spaß auch schon vorbei.


La Tulipe ist ein monofloraler Duft in dem Veilchen, vielleicht auch Iriswurzel die Hauptrolle spielt. Er vermittelt einen Hauch von Frühling. Bringt blumige Frische, Süße und einen angenehm grünen Spritzer Vetiver mit.
Leider ist dieser Byredo zu vergänglich, als das ich ihn lange genug genießen und ganztägig tragen könnte.
Ich mag Veilchendüfte, auch der puristische Flakon spricht mich an, aber für Frühjahr / Sommer, wenn Gelegenheit wäre ihn zu tragen, bevorzuge ich haltbare und authentische Düfte. Schade!


14.02.2015 18:35 Uhr
9 Auszeichnungen
Nein, dies wird kein Kommentar, in dem ich mich klischeehafter Metaphern der Bond Filmreihe bedienen will.
Aber dieser Bond ist wirklich ein Wolf im Schafspelz... ein Wummser in der Puderdose... eine Waffe im Flakon.

Aldehyde - so schreibt Wiki neben einigem chemischen Blabla - ist "Alkohol, dem Wasserstoff entzogen wurde“.
Im Madison Soirée sind Aldehyde - schreibt Endo - "ein Duftstoff, der dem Träger augenblicklich Sauerstoff entzieht".

Die Kopfnote ist so scharf und heftig, dass es mir den Atem raubt.
Ich liebe feine, weiße, cremige, seifige, aldehydlastige Düfte, aber der hier haut mich um... zunächst.

In Erwartung eines spritzig-frisch oder grün-blumigen Starts - wie bei Sauberdüften üblich - schickt mich Madison Soirée direkt auf die Bretter. Aber kurz vor dem K.O. (und dem Freiflug der Probe in den Müll), zieht mich eine sanfte, gepflegte Hand in eine Umarmung mit weißen Blumen und seidigem Puder als Friedensangebot.
Dank der grünen Puder Basis erdet sich Madison Soirée zu einem unsüßen, creme-seifigen Sauberduft, den ich so noch nie gerochen habe. Edel, einzigartig, dekandent und souverän entlässt dieser Duft seine Trägerin in einen erfolgreichen Tag... im Kampf gegen den Rest der Welt!




Liebste Frau H
*: Das es dir so ernst damit war "Wenn Dich da nicht mindestens EIN Duft umhaut, will ich nicht mehr H
* heißen!" hatte ich unterschätzt.
Treffender kann man Madison Soirée aber wahrlich nicht ankündigen.
Vielen Dank Schätzelein!


10.01.2015 21:54 Uhr
6 Auszeichnungen
Als großer Fan von Puder-Creme-Sauber-Düften fällt Albis voll in mein Beuteschema!

Klementine kommt mir beim Test zwar überhaupt gar nicht in den Sinn, aber eine Assoziation mit frischer, sauberer Wäsche ist unumgänglich, wenn man diesen Duft trägt.

Albis ist für mich die Intense Version von "Fleur de Coton / Cotton Flower" von Durance en Provence.
Zart cremig, leicht blumig und gepfelgt pudrig hüllt mich der Duft in ein frisches, weiches Leinentuch.

Die Haltbarkeit ist wirklich sehr gut, dennoch wird es Albis vermutlich nicht in meine Sammlung schaffen.
Der Preis von derzeit 115€ für 75ml ist mir für eine intensivere Version des Durance en Provence Klassikers "Fleur de Coton / Cotton Flower" zu hoch.

In die Parfumo-Saubärliste gehört er aber unbedingt.


10.01.2015 19:02 Uhr
6 Auszeichnungen
Man nehme:

280 Gramm ranzige Butter
140 Gramm braunen Zucker
130 Gramm Zitronat
280 Gramm Mehl
140 Gramm Orangeat
4 Eier
sowie mindestens 1 Kilo Backobst klein gehackt und alles süß-fruchtige, das sonst noch weg muss

zum Verfeinern verwenden Sie billiges Bittermandel- und Buttervanillearoma.
Und bitte keinen Rum, wir wollen dem Werk nicht den Hauch von Klasse verleihen!

90 Minuten bei 180° backen
nach dem Abkühlen vorzugsweise in veilchenlila Pergamentpapier für die Ewigkeit oder eine Todfeindin verpacken.


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