ErgreifendErgreifends Parfumrezensionen

1 - 5 von 357
Ergreifend vor 5 Tagen 16
10
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
7
Flakon

Lektüre für Schamlippenküsser
Wenn mich jemand fragen würde, wer denn der perfekte Duftpartner für Jade von Sooud , für eine innige, sehr intime Nacht wäre, dann würde ich definitiv Naram's Elixir sagen! Umschlungen vom Dampf des Jacuzzis im Zimmer, umhüllt von rauschenden Gefühlen, die sich zwei Liebende zuwerfen und dabei völlig die Kontrolle verlieren. Pulsierende Wörter, die durch die Nacht dringen, bis sie sich gegenseitig einander vollkommen übergeben.. Das ist Mal das Erste, was mir in den Kopf schießt, wenn ich den Duft, tief in mich hineinziehe.

Denn der ist genauso eindringende, wie die weibliche Göttin Jade, die sich schimmernd warm und harzig im Bett wälzt. Vermischt mit all den guten und schlechten Emotionen, die so eine verschwitzte und heiße Nacht mit sich bringt.

Naram's Elixir ummantelt einem erdig, harzig und dezent animalisch. Es lüstert förmlich auf der Haut. Er wirkt zuerst laut, dann doch wieder zahm und dann erneut aufbrausend. Wie ein Akt, der sich in die Länge zieht und keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Mit der Zeit wirkt der Duft vertraut, leicht rauchig und geziert mit einer schönen, sanften Umrandung von Zimt, welcher mir schon gedanklich die Innenseite der Oberschenkel liebkost.

Ein kleiner Dreckskerl ist er, denk ich mir und zwinker innerlich der bösen Seite zu. Ja, so was mag ich. Erst auf die sanfte Tour mich erobern, dann aufbrausend und wild werden. Für eine Zeit lang macht der Duft ein Katz und Maus Spiel aus meinen Gefühlen. Gedanken und Taten. Denn an viel außer Lust, kann ich nicht denken, wenn der Duft im Raum, in mir und über mir ist.

Dichter Nebel von Tonkabohne und Vanille machen sich breit, verschmelzen mit dem Dampf.. wirken gar jähzornig. Es kommt mir eine halbe Ewigkeit so vor, als würde er mich verschlingen wollen. Doch dann wieder dieser sanfte Ton, der aus dem Duft dringt, der mich wieder besänftigen will.

Holzige Facetten umklammern mich zum Schluss sanft, getrübt von einer harzigen Note, die sich stockend zeigt. Lange bleibt er hier und da.
Im Hier und Jetzt. In der Vergangenheit und Zukunft. Ein Duft für alle Zeiten gemacht. um Frauen und Männer zu beglücken. Wunderbare Sillage und hervorragende Haltbarkeit!

Ich falle in schwarze Laken, hülle mich in den heißen Dampf und lasse mich von der Nacht verschlingen.

Eine kleine, kurze Lektüre für Schamlippenküsser.

Ich werde der dunkle Gott sein,
der dir die Schattenwelt offenbart.
Ich werde all das sein,
was niemand vor mir sein konnte.
Ich lasse die Dunkelheit tief in dein Herz dringen,
so dass du eins bist, mit ihr.

Schwarz ist meine Begierde.
Schwarz ist die Macht.
Trägt Trauer und Lust in einem,
so das ihr keiner entfliehen kann.
10 Antworten

Ergreifend vor 3 Jahren 16
7
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon

Coromandel Overkill

Tiger by her side mag zwar ein sehr spannender Name sein, doch der Inhalt ist eigentlich dass, was man schon lange kennt. Man muss da auch nicht lange überlegen, um drauf zu kommen, dass hier Coromandel in der Flasche sitzt, wenn auch ziemlich süß und deutlich dichter, als das Produkt aus dem Hause Chanel.

Der Duft an sich startet schon deutlich harzig, dicht und hat eine leichte Aura, die mit Zimt geschwängert ist.
Viel Süße kommt hinzu, welche sich kreuz und quer durch den Duft schiebt.
Patchouli kracht ein wie eine Bombe und lässt lange nicht locker.
Schöner Duft, ja da gibt es nichts, doch ist mir die Süße, die sich mit der Zeit immer mehr und mehr ausbreitet und mir die Luft weg schnürt, doch deutlich zu viel.
Ein bisschen weniger, hätte viel mehr gepasst und hätte den Tiger neben mir, doch deutlich zum Schnurren gebracht. Auch wäre dieser viel zahmer, als er jetzt ist.

Eigentlich ist Tiger by her side viel zu frech und zu hyperaktiv. Etwas unrundes ebbt im Duft mit.
Es ist nicht nur die Süße - etwas fehlt mir hier, um gnadenlos in eine Euphorie zu versinken.

Auch der angenehme Geruch von seichten Weihrauch macht dieses Gefühl nicht satter.
Im Gegenteil. Der Rauch kehrt ziemlich schwach in den Duft ein und versetzt ihm einen Hauch,
von feuchten, dunklen Keller. So als würde der Tiger im schummrigen Licht des Kellers auf seinen Henker warten.
Ein richtiger Overkill in meinen Augen ist dann auch noch, die Tatsache, dass Patchouli dermaßen im Harz einsackt, als würde es für immer dort bleiben und es pickt wirklich extrem an meinem Empfinden, so dass ich den Duft auch nicht lange aushalten kann, ohne dass er mich nicht nervt.

Die Haltbarkeit und die Sillage sind wirklich beachtlich und stehen Chanel, um nichts nach.
Doch weniger, ist manchmal mehr lautet hier die Devise.

Kaufkandidat ist es keiner, denn Chanel besitze ich schon eine Weile und finde ihn deutlich runder als wie den Tiger, der neben mir eigentlich sanft dahin tapsen sollte.
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Ergreifend vor 3 Jahren 17
10
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Ich kam nur, um deinen Herzschlag zu spüren ..

Voller Sehnsucht geweckt, schweißgebadet lieg ich im Bett.
Denke nach, an die heißen Nächte, welche unser Blut zum Rauschen brachte.
Denke an deine sanften Hände, welche sich gekonnt auf meinem Körper, entlang der erogenen Zonen, hinunter zogen. Denke an all die satten und durchtriebenen Gefühle, welche schwül in der Luft herumlagen, als hätten sie jetzt nichts besseres zu tun, als lässig über heiß gelaufenen Körpern zu hängen.
Denke an deine Stimme, die so leise war, dass sie vom Wind fast verschluckt wurde.
Denke an jeden deinen Atemzug, welcher nur noch mehr Wärme durch meine Lungen trieb.
Denke an deine Augen, welche im Mondlicht mir sanfte zu blinzeln, ehe sie sich schlossen, um in einen tiefen und langen Schlaf zu fallen.

Und dann war noch dieses weiße Laken, welches unsere braun gebrannten Körper umschlang.
Allein schon der Gedanke, lässt mir die Schweißperlen die Stirn hinunterlaufen.
Der Puls liegt dabei bei satten 100.

Draußen stand die heiße Luft - der Verkehr der kleinen Stadt war nur noch wage wahrzunehmen.
Das Fenster stand weit offen, ich blickte gebannt in die tiefe Nacht.
Tausende von Sternen lachten auf mich hinunter.
Ich spürte dabei ein unheimliches Gefühl von Wohlbehagen und dabei zog ich mich zu dir hinzu, nahm dich ganz fest in die Arme um deinen Herzschlag zu spüren.

Den Duft den wir beide getragen haben, war derselbe.
Er verfloss sanfte in seinen tiefsten, intimsten Kern.

Ich nehme ihn auch heute noch klar wahr. Dabei muss ich nur an dich denken.
Sternenzauber, gepfeffert mit einer Schicht von mehreren Pfeffersorten.
Dabei immer ein behaglicher Unterton von Ingwer, welcher sich gekonnt einbringt.
Frische, welche permanent umherwirbelt - keineswegs übertrieben oder künstlich.
Es ist so, als würde ich mir Thermalwasser auf den Körper klatschen.
Viel Harz, viel Dichte. Der Duft schmiert sich sprichwörtlich an der Seele entlang.
Goldig zierend umfasst er - hält lange fest.
Ein sandiger Ton wird wach, umhüllt von der Nacht.
Lavendel zart und frisch in den Händen gerieben erklingt.
Etwas Jasmin, ein zarter Stoß von Animalismus.
Es knistert von allen Seiten - es kommt ein leicht aschiger Ton daher.
Wieder dieses dichte Harz, welches alles in sich aufnimmt.
Leicht holzig am Rande, wirkt gekonnt edel und erwachsen.
Moosig wirds zum Schluss hinaus.
Jedoch ist das Thema Harz, mit viel Sand und heißer Wüstenluft, in dem Falle wars die trockene Luft, einer montenegrinischen Stadt.

Erwacht von meinen Gelüsten, ergriff ich alles, um zu dir zu kommen. Um dir nahe zu sein. Um dich neben mir, an mich zu ziehen.
Um, einfach deinen Herzschlag zu spüren.

Danke Sahara Blue für dieses intime Empfinden, für deine Ausgewogenheit, welche sich durch den ganzen Tag zieht und diesen mit einer Schönheit umrandet, als wäre die ganze Welt unter meinen Füßen.

Noch heute vibriert mein Körper, wenn ich an die erste Begegnung mit dem Duft denke - Mein Mann und ich waren gleich begeistert und klatschten uns tagelang mit dem gleichen Duft zu. Ihr habt sicherlich gemerkt, dass ich sehr inaktiv war. Ich habe meinen Urlaub in vollsten Zügen genossen, die Gedanken einfach mit den Wellen gleiten gelassen und Sahara Blue durch die Gegend getragen. Nachts war es am Schönsten. Da spürte man den Puls des Duftes, welcher mich und meinen Mann einnahm. Ein tolles Gefühl - ein unheimlich spannender und tiefer Duft, welcher mystisch in unsere Gedanken und Herzen dringt. Ich bin ergriffen und verliebt.

Danke, danke, danke Sahara Blue!
5 Antworten

Ergreifend vor 3 Jahren 9
6.5
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
7
Flakon

Nicht kleckern, sondern klotzen!

Wenn schon, den schon! Und dass auch noch mit ziemlich heftigem Zeug, wo es einem spürbar die Nasenwand durchbricht. Man zittert, wie verrückt. Ja, dieses Teufelszeug wirbelt umher, als hätte es Tollwut.

Die die schmutzige Blumenfabrik von Kerosene hat es faustdick hinter den Ohren. Schwer und schrill legt er sich gleich mal um die Schulter. Drückt heftig zu, stampft einen in den feucht,dreckigen Boden. Schwüle sinkt tief nieder. Man spürt so richtig den Druck in den Knochen. Der Schmerz sitzt tief. Es zerrt und reisst an allen Seiten. Nebel reisst sich um das Haupt, lässt keinen Sonnenstrahl durch. Alles bedeckt mit schwarzen Wolken. Taubheit. Stumme. Da ist nicht viel mehr.

Doch dann fallen langsam, viele schwarze Tropfen vom Himmel. Regen, vermischt mit Benzin. Benzin, vermischt mit Verwesungsgeruch. Darüber hinaus eine schrille Blumenparty, die wie wild durch die Gegend gezerrt wird.

Anhalten. Augen zu, damit man ja durch diesen Gestank kommt. Vielleicht wird es dann ja besser! Die Nase will sich irgendwie aus diesem Gemetzel retten, irgendwie raus aus dieser Grausamkeit - doch der Kopf hängt sich noch ziemlich rein. Will dem Duft noch eine Chance geben, nach der fiesen Keule.

Animalische Züge nimmt er dann auch noch an. Setzt sich ziemlich fest, im feuchten Boden. Insekten, die über die Füße krabbeln, verursachen einen Schauer, der sich über den Rücken zieht. Und dann immer wieder dieser Verwesungsgeruch und diese grausamen Blumen, die halb verwelkt sind.

Doch hat man dies alles überstanden, wirkt er ruhiger, distanizierter. Gibt mir endlich Luft zum Atmen. Leicht pfeffrig wird es im Hintergrund - der Moschus wird reiner, erträglicher. Es ist nicht mehr all zu animalisch und es "menschelt" auch nicht mehr so. Scharf wird es aber dennoch - es zischt so richtig durch die Gegend, dann auch noch bitter unterlegt mit Orangenblüten und verwelkter Rose. Mit der Zeit wird er schon erträglicher, irgendwie auch angenehmer. Auch das schwül-feuchte ist verschwunden und auch ein bisschen Sonne lässt er zu. Gehört aber definitiv zu den "Schwarmalern" Schwieriger Duft, auf jeden Fall! Aber das ist man ja von Kerosene gewöhnt.

Genauso wie Yatagan habe ich Schwierigkeiten, einen Anlass für ihn zu finden. Vor allem schreckt mich der Anfang ab und ich kann nicht so richtig Fuß fassen. Irgendwie zieht er mich an, doch dann auch wieder weg. Vor allem wenn ich an die Keule denke, die eine heftige Beule hinterlassen hat.

Die Haltbarkeit und die Sillage sind derb und krallen sich schon ziemlich in die Haut. Der Flakon lässt schon Düsteres vermuten, doch find ich ihn ganz chic. Alles in einem ganz Solide - mit viel Kopfkino. Abneigung ist jedoch viel im Spiel, genauso wie zum Schluss hin, die Anziehung. Ein Wechselbad der Gefühle, eben!
7 Antworten

Ergreifend vor 3 Jahren 22
9
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Wenn die Seele durch die Wüste gleitet ..

.. begleitet von singenden Engelchen, die ihre Gewänder ausgezogen haben - ja, dann meine Lieben, dann ist es so weit! - Stillstand vom Herzen, von den Gedanken - Ich verliere Raum und Zeit. Vor lauter Schönheit!

Ich war mehr als gespannt, als ich gelesen habe, dass einige neue Parfüms aus dem Hause AdO erscheinen. Als ich dann Teststoff in die Hände bekommen habe, musste dies natürlich sofort auf die Haut.
Bei diesem Exemplar war ich nach wenigen Sekunden gleich mal breit - es pumpte so viel Glückseeligkeit durch meinen Körper, so dass es mich regelrecht durchschüttelte. Eine knarzige Harznote legt sich dabei behutsam auf die Haut. Feiner Wüstenstaub umgibt fortan den Körper. Weihrauch kommt, wie ein herannahender Nebel daher und macht sich richtig dominant an die Sache, meine Lungen zu schließen. So ein dichter Umhang voller Harz und Weihrauch. Da kann ich nicht mehr, als mein Herz huntertausend Sprünge machen zu lassen. Dabei ist diese wunderbare Weihrauchnote, keineswegs überdosiert - nein sie ist vielmehr exakt abgestimmt und es ist genau die richtige Dosis um mich in Euphorie zu versetzen. Alles leicht balsamisch und cremig angehaucht. Kein Kirchenkellerweihrauch - nein es ist ein lieblicher Duft, von kiffenden Engeln, die den Rauch zu mir rüber blasen und sich dabei noch ergötzen, wie ich mir das bis zum Atemstillstand reinziehe und dabei fast am Umkippen bin.

Blinzelnde Sonnenstrahlen, begleitet von einem, rauen Wind kommen mit der Zeit dazu und werden immer kräftiger. Heiß wird es aber in keinem Moment. Der Duft an sich wirkt sehr für sich, intim würd ich sagen. Er steckt sich in meine Poren rein, haut tief die Krallen in die Haut. Alle anderen interessieren ihn gar nicht. Er will nur den Träger umzingelnd und ihn unter einer goldenen Kupel festhalten.

Im Hintergrund nimmt man deutlich Kardamom wahr. Es wirkt exakt platziert. Cremige Nuance von Harz breiten sich auch noch unter die Füße aus und sickern in den sandigen Boden. Leicht liebliche Töne von Piment und ein klitze kleines Bisschen von Zimt, weht mir durch die Nase. Der Zimt wird aber schon bald vom Rauch geschluckt und es bleibt eine goldig schimmernde, harzige Nuance über, die balsamische Töne in sich trägt. Richtiger Knaller für all die, die es gern "Wüstenfuchsmäßig" mögen und sich dabei sehr wohl fühlen, wenn sie sich die Sahara vor Augen holen. Leicht Patchouli ist noch drinnen, wirkt aber sehr schwach, vor allem wenn man die harzigen und rauchigen Töne mit dem vergleicht.

Der Duft hält sich lange - wirkt sehr hautnah und cremig. Sanft begleitet er einen in den Schlaf und man fühlt sich sehr edel umschlossen mit ihm. Ein wirklich fantastischer Duft, der sicherlich seinen Weg in meine Sammlung finden wird. Ich hab jetzt schon mein Herz an diesem Parfüm verloren. Persönlich freue ich mich richtig auf den Sommer und habe ihn mir schon eingeteilt - denn er wird sich sicherlich sehr gut machen, wenn ich meine nächtlichen Spaziergänge am Strand mache. Dabei frisch geduscht, in frisch gewaschenen Klamotten. Ach, ich könnt heulen vor lauter Freude!

Und nach den ganzen Eindrücken, ist die Sonne längst hinter dem Horizont verschwunden. Die Gefühle in mir rauschen - der Name ist passend gewählt. Dämmerung der Seelen. Da ist eine feurige Leidenschaft dahinter. Ich sehe, wenn ich in mich gehe, gerade nur noch rot-orange Nuancen, die die Wüste bedecken. Der Duft dazu ist herrlich - es ist Crépuscule des Âmes.
8 Antworten

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