ErhanSacerosErhanSaceros’ Parfumkommentare

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ErhanSaceros vor 25 Tagen 7
5
Duft
5
Haltbarkeit
5
Sillage
8
Flakon

Hahahaha
Kann man sarkastisch lachen? Ja? Nein? Auf jeden Fall fiel mir zu diesem Duft kein besserer Titel ein.
Es musste wieder ein Kommentar werden, vor allem nachdem ich die vorherigen kurz überflogen habe. Da wird man dreist von Dior verarscht und das wird trotzdem abgekauft.

1. Diesen Duft könnte man als Zusammenfassung von 2020 interpretieren. Es ist einfach so frustrierend, dass Dior seine eigene Homme-Reihe mit so einem beliebigen Duft in den Dreck zieht.

2. Natürlich wird dieser frischer Duft sofort von den üblichen "maskulin-frisch-Duft-Liebhaber" hochgepreist, obwohl sie schon mindestens 3 ähnliche Düfte, vielleicht sogar identische in der Sammlung haben. Aber egal. Hauptsache frisch, maskulin und man fühlt sich geil. Und es steht ja Dior drauf.

3. Dank rosa Pfeffer und synthetisch-aquatisch-ambrierte Hölzer, hätte dieser Duft eher "Sauvage 2020 EdT" heißen sollen. Außerdem sind gewisse Aspekte von Bleu de Chanel und Versace pour Homme nicht zu verleugnen. Hier sind zudem noch stechend-säuerliche Noten von Patch und Vetiver dabei.

4. Ein Duft der wahrlich einem Parfümliebhaber nicht den Horizont erweitern lässt. Er ist maximal ein solider Duft. Handwerklich und Dufttechnisch ist der Duft leider nur gewöhnlich und qualitativ eher auf einem niedrigem Niveau.

5. Setzt ein Zeichen und kauft diesen Duft nur, wenn ihn auch wirklich liebt. Oder kauft die anderen, sogar besseren Alternativen. Wir als Verbraucher müssen so langsam zeigen, dass es mit diesem 0815-Kram nicht weitergeht. Vor allem nicht von einer eher hochwertigen Reihe. Sonst kommt dann Dior Homme 2024 raus und der wird dann nach Invictus riechen.

6. Dior will euch damit auch sagen: "Folgt jedem Trend! Wir nehmen die Iris weg und passen den Duft für die Masse an, damit möglichst viele gleich riechen. Was ist schon Individualismus? Aber diesmal müssen wir uns nicht mal annähernd so viel Mühe geben, wie damals bei Sauvage. Da hatten wir damals etwas innovatives in die Welt gesetzt und wir wurden mehrfach von anderen Marken kopiert. Jetzt hauen wir den Duft eben in leicht veränderter Form raus, weil wir auch das Bedürfnis für eine etwas veränderte Kopie hatten. Muhaha."

7. Sorry, I'm not sorry. Good fricking job Dior.
8 Antworten

ErhanSaceros vor 2 Monaten 6
6.5
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage
7
Flakon

Eine Alternative, aber kein Ersatz
Es sollte kein Kommentar werden, aber ich muss wieder ein bisschen Frust rauslassen.
Die, leider eingestellte, Cologne-Variante hatte mich damals mit der Zeit immer mehr überzeugt. Nicht weil es dufttechnisch ein komplexes Meisterwerk oder einer der kreativsten Düften war. Sondern eher wegen seiner aufmunternden, frohen, lebendigen und sommerlichen Art und Weise. Das hatte man der Grapefruit- und der Mandel-Note zu verdanken. Während diese Noten sich gegenseitig ergänzt und mehr Gewicht verleiht haben, kam auch noch die helle Moschus-Note dazu (wohl hauptsächlich als Fixativ), um insgesamt nochmal mehr Gewicht, Inklusion und Langlebigkeit hinzuzufügen. Dadurch haben sich auch bis zum Schluss die Grapefruitaromen wahrnehmen lassen.

Ich liebe meistens Düfte die eine stabile, gehaltvolle, hochdosierte Basis haben. Doch es ist nicht immer einfach als Parfümeur dafür zu sorgen, eine intensive Basis zu kreieren, ohne dass die Kopf- und Herznoten untergehen oder dass man den gewünschten Effekt dank einer präsenten Basis vernachlässigt. Natürlich kommt es ja immer darauf an, ob und welchen Teil der Duftpyramide die Parfümeure als Schwerpunkt festlegen (müssen).

Nun ist Cologne weg und Cool ist da. Ich weiß nicht wer bei dem Duft die zitrischen Noten wahrnehmen kann. Aber mal Respekt dafür. Ich rieche nur die Minze, die für mich teilweise authentisch und grün wirkt und zum Glück nicht an Zahnpasta erinnert. Gleichzeitig lässt sich schon Ambroxan im Hintergrund erahnen, bis die Mandel-Note nach ca. 15 Minuten zum Vorschein kommt und schön mit der Minze harmoniert. Bin mir nicht so sicher, aber ich glaube beim Cologne ist mehr Mandel drin. Aber egal. :)
Die Mandel kommt nicht alleine, sondern in Begleitung mit den "aquatischen Noten". Kein Sorge, denn diese Noten sind dezent und wecken bei mir zumindest kein Duschgelfeeling auf.
Leider nimmt nach einer Stunde schon die Minze schrittweise, aber stark ab, während die Mandel in der Sillage intensiver wird. Auf der Haut jedoch, kommen nach drei Stunden die in der Basis aufgeführten Noten zum Vorschein: rau, säuerlich, teilweise holzig-würzig wirkend, grün und eine erträgliche Synthetik. Ambroxan ist hier zum Glück gering dosiert, aber dafür scheint eben dieser säuerlicher Geruch von Vetiver zu dominieren. Nach fast fünf Stunden, ist die Mandel dann auch in der Sillage nicht mehr wahrnehmbar. Und mit der Basis allein endet der Duft auch. Herrlich oder? Alle drei Phasen sind wahrnehmbar. Passiert ja nicht immer. :)

Das Problem ist, dass beim Cool die Basis eher schwach und transparent ist. Kein Teil der Basisnote verleiht der Minze/Mandel Gewicht. Ich frage mich, warum man auch hier nicht Moschus eingesetzt hat, um die Mandel und die Minze zu betonen und länger am Leben halten zu können. Das ist schon fast wie wenn ein Autor kein gutes/logisches Ende sich ausgedacht hat.

Schade, denn ich hätte mir gewünscht, dass der Cool ein guter Ersatz für das Cologne wird. Ich habe ihn quasi Blind bestellt und davor nur auf einem Teststreifen getestet, da ich wirklich nicht erwartet habe, dass die Hauptkomponenten "schnell" verfliegen. Mit dieser Basis kann ich mir das aber abschminken. So wurde ich selbst wieder einmal Zeuge, wie wichtig die Basisnote ist, auch wenn der Fokus auf Kopf oder Herz liegt. Das Finale kann nun mal eine komplettes Stück versauen.

Übrigens habe ich den Verdacht, dass der Duft eingestellt wurde. Den gibt es auf immer weniger Seiten zu kaufen und Flaconi bietet zum Beispiel seit Monaten den Flakon in nur 50ml Größe an. Das würde mich nicht wundern. So akzeptabel, benutzbar, erfrischend und teilweise "handwerklich" gut gemacht der Duft ist, umso mehr ist er dann doch austausch- und vermeidbar.

ErhanSaceros vor 3 Monaten 9
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

le unnormâle normâle
Viele Worte braucht es nicht um diesen Duft zu beschreiben und ich bin gerade nicht in so einer Schreibphase: man riecht hauptsächlich Vanille raus.
Die Vanille ist aber nicht cremig, dick oder sogar (zu) gourmandig. Ziemlich transparent und irgendwie ist da auch etwas "dunkles" dabei. Ich kann hier nur spekulieren: die angegebenen "orientalische Hölzer" in der Basisnote rieche ich nicht wirklich raus. Aber ich glaube, dass diese Hölzer der Vanille eben die leicht dunkle, maskuline Note hinzugeben.
Lavendel hält die äußerst präsente Vanille vielleicht nur die ersten zwei Stunden im Zaun, ehe sie rasch verfliegt. Kardamom ist mit seinen nussig-würzigen Duft selbstverständlich nur am Anfang sehr präsent. Dennoch verleiht sie dem Duft in der Herznote noch eine dezente, glatte "Nussigkeit".

Es gibt wohl so einige Düfte die mehr oder weniger so riechen. Aber dieser Duft ist ganz konkret, kommt also schnell auf den Punkt und beschäftigt den Träger nicht mit drei vollen Phasen eines Duftes. Es ist fast so, als ob man einen "Basisnotenduft" gleich aufsprüht, der gut konstruiert wurde und ziemlich einfach gestrickt ist.

Was mich aber mehr überzeugt hat, ist, dass der Duft nicht intensiv/dick/schwülstig ist, aber dennoch eine weitreichende, transparente Sillage hat. Somit wird man zwar wahrgenommen, aber nicht auf einer sehr penetranten Art und Weise. Auf eine sehr voluminöse, erstickende Süße, wurde hier zum Glück verzichtet. Dass die Parfümeure das hingekriegt haben, finde ich lobens- und erwähnenswert.

Dieser Male eliminiert somit ein paar duzend süße Düfte im gewöhnlichen Designerregal, da er von allen das zum Vorschein bringt, was in einem Mainstreamsüßduft nötig ist. Seine Einzigartigkeit verdankt er seiner Einfachheit. Aber nicht alles was einfach ist, erkennt man auch wieder.

ErhanSaceros vor 3 Monaten 9
4.5
Duft
5
Haltbarkeit
4
Sillage
8
Flakon

Frustration auf allen Ebenen...
...und auf allen Ebenen die es nicht mal gibt. Ich würde mich auch über diesen Duft ärgern, wenn es ihn nicht gibt. Ja, quasi schon bevor man die Idee hatte solch ein kreatives Zeug in Massen herstellen zu wollen und zu vermarkten. Oh ja, ihr Business People da oben macht mich so geil mit euren Entscheidungen. Ja, die Konsumenten kaufen euch ja eh alles ab. Mwhahar!

Anfangs riecht man ein typisch maskulines, frisches Deo mit Apfel und ein wenig nussiges heraus. Und wenn ich schon von Deos rede, dann darf die Synthetik natürlich nicht fehlen. :)

Eine kurze Zeit später scheint sich etwas wunderbares zu offenbaren. Eine leichte "Waldigkeit" im Flakon. Dezente, kirchlich-harzige Noten, paaren sich mit dezenten Nadelwaldnoten.

Doch diese Phase bleibt nicht lange bestehen und schon fällt auch dieser Duft in sich zusammen: es wird etwas herb-süß, duschgelartig mit einem synthetischen Schleier, gepaart mit Muskatellersalbei- oder Tannenbalsammuff. Das alles ist aber immerhin ordentlich abgerundet.

Alles was ich bis jetzt hier wahrgenommen habe, fiel relativ schwach aus. Nichts wollte so wirklich in der Vordergrund treten. Es fühlt sich so an, als ob alle Noten jeweils nacheinander kurz meine Nase begrüßten und wieder verschwanden. Insgesamt fehlte es an Struktur und vor allem an einem Ziel.
Dieser Night Vision hat so viel Wiedererkennungswert wie... Ach nein, dieser Duft ist Beispiellos in diesem Belang. Aber was rede ich da schon. Nein, kauft euch das Zeug. Es gibt ja so gut wie keine kreativen Düfte im Designerregal die als Alternative zu Verfügung stehen würden.

Ich werde es mir auch kaufen, da es nach all meiner Kritik nun doch ein sehr ernstzunehmender Duft ist. Ich mach jetzt sogar Überstunden, damit ich mir möglichst viel davon kaufen kann. Was für ein spicebombastischer Duft!
3 Antworten

ErhanSaceros vor 4 Monaten 12
8
Duft
8
Haltbarkeit
6
Sillage
10
Flakon

Kurzer Vergleich mit dem EdT - Senkt die Erwartungen!
Ein Flanker den ich nach "Eros Flame" nicht kommen sehen habe. Deswegen war ich sehr gespannt auf den neuen Eros. Vor allem wegen der Leder-Note, die in der Pyramide aufgelistet ist.

Doch das Jahr 2020 (auch wenn wir nur Luxusprobleme hier schildern), schafft es einfach nicht mir entgegen zu kommen: Meine Lieblingsband aus meiner Jugend, hat nach 10 Jahren wieder angefangen Musik zu produzieren. Leider kamen dabei bis jetzt nicht besonders kreative Songs raus.
Und jetzt bringt Versace auch noch ein EdP von einem meiner Lieblingsdüfte raus. Das EdT ist der Grund warum ich mich für Düfte entschieden habe. Somit hatte ich für das EdP hohe Erwartungen.

Ich will keine Vergleiche über Haltbarkeit und Sillage zwischen EdT und EdP machen. Dafür bin ich mir selbst zu schade. Ein paar Stunden mehr oder weniger, ein paar Zentimeter mehr oder weniger... ist mir langsam völlig egal.

Im Grunde sind die beiden Düfte sehr identisch. Es bestehen geringe Unterschiede, die für die breite Masse unwichtig sind, aber für uns Feinnäschens doch ausschlaggebend.

So wirken die Minzblätter beim EdP noch authentischer und greifbarer als beim EdT. "Kandierter Apfel" sollte hier niemand abschrecken. Die Note ist eher dezent und zieht sich nicht bis in die Herznote.
Beim EdT fängt es schon nach 10 Minuten an süßer zu werden, während beim EdP die Minze noch dominiert. Bei beidem machen sich aber ab diesem Zeitpunkt schon die holzigen Noten bemerkbar.

Über die Herznote zu sprechen ist genauso so schwer wie beim EdT. Es ist bei beiden eher so, also ob sie nur aus Kopf und Basis bestehen. Das einzige was von der Herznote beim EdP eventuell auffällt, aber erst in der Basis zum Vorschein kommt, ist der Muskatellersalbei (vielleicht auch Vetiver?).
Ich kann hier nur spekulieren, aber meiner Erfahrung nach, hat diese Note etwas säuerlich-muffiges. Gleiches fiel mir auch beim Valentino - Uomo Intense auf. Diese Note erinnert mich auch an Tannenbalsam, was ich ebenfalls immer wieder gerne als säuerlich-muffig bezeichne.

Beim EdT hat die Vanille in der Basis die Oberhand. Hier, beim EdP, dominieren eher transparente, holzige Noten, aber eben mit dieser im letzten Abschnitt beschriebenen Note. Die Süße ist diesmal eher Nebensache.

Leider konnte ich nicht mal ein wenig Leder hineinfantasieren. Das hat mich am meisten enttäuscht. Ich war schon immer an einer reiferen Version von Eros interessiert. Ich dachte, das würde man mit einer ordentlichen Portion Leder hinkriegen können. Schade! Dann mach ich es selbst.

Ich weiß wirklich nicht wie das EdT heutzutage riecht. Aber mein Flakon aus 2017 gefällt mir besser als das EdP. Somit ist das EdP für viele, die das EdT besitzen, überflüssig. Es sei denn, euch gefallen die oben genannten, kleinen Unterschiede, die ich mit meiner mangelhaften Wahrnehmung feststellen konnte.

Tja und das war es auch schon. Versace Eros, wie gewohnt frisch-süß-synthetisch, einzigartig, polarisierend. Ein Verführer und Eroberer der Herzen. In diesem Fall aber auch ein Enttäuscher (Mein Motto dieses Jahr: "Ich bin nicht überrascht, aber enttäuscht"). Und wird noch leider als "CluBdUfT" abgestempelt. Ich benutze ihn gerne in allen Räumlichkeiten, die nicht als Club bezeichnet werden. Die Riakschonz sind immer und überall jut!
5 Antworten

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