FLUidENTITYFLUidENTITYs Parfumkommentare

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FLUidENTITY vor 4 Jahren 8
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Duft
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Haltbarkeit
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Sillage
7
Flakon

Künstlicher Orient
Auf einer schwarzen Vinyl Platte sind die 4 Flakons von Jusbox aufgebaut. Die Reihe ist sehr stylish angehaucht und lässt an die hippste und angesagteste Szene denken. Oldschool war gestern, hier ist definitiv Newschool.

Der Orient wurde bei 14Hour Dream neu erfunden. Diese JusboxKreation ist diejenige mit dem größten Volumen. Da kommt kein Use Abuse ran, der hat andere Eigenschaften, und schon gar kein Micro Love. Wir haben hier eine Kombination von Dries Van Noten von Frédéric Malle und Chocolate Greedy von Montale. Wenn diese beiden Düfte als Andockstellen genannt werden, dann ist schon klar, dass 14Hour Dream sehr breitbrüstig ist. Der Gourmandanteil darf nicht unterschlagen werden.

Das Vanille-Safran-artige ist ganz klar bei Dries Van Noten anzusiedeln, der kakaoische Unterton rührt von Chocolate Greedy her.

14Hour Dream spricht kakaoisch, obwohl das nicht explizit in der Pyramide steht. Gut, vielleicht ist es auch nicht reiner Kakao, aber zumindest eine Note, die ganz stark in diese Richtung geht. Ist das die Kombination von Patchouli mit Irisbutter und Vanille? Vielleicht. Irgendwie wird der Flui auch ein wenig an Gaultiers Kokorico erinnert, auch dort ist Kakao ganz prominent im Spiel.

Bei aller Schwere ist der Duft luftig und locker, kein anstrengendes süßes Geklebe. Der Orient ist modern und transparent, nicht verhangen oder mit schwüstigen Noten zugekleistert. Smart und stylish bedient sich Jusbox bei den Ingredienzen Safran, Vanille, Patchouli und Irisbutter.

Auf jeden Fall macht 14Hour Dream Spaß und die Haltbarkeit spielt entsprechend mit. Die 150 Euro sind in diesem hier wesentlich besser angelegt, als bei Micro Love. Ganz stylish ist noch, dass Jusbox 78 ml Flacons herstellt.
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FLUidENTITY vor 4 Jahren 5
6
Duft
6
Haltbarkeit
4
Sillage
7
Flakon

Kleines künstliches Wasser
Auf einer schwarzen Vinyl Platte sind die 4 Flakons von Jusbox aufgebaut. Die Reihe ist sehr stylish angehaucht und lässt an die hippste und angesagteste Szene denken. Oldschool war gestern, hier ist definitiv Newschool.

Micro Love ist der dünnste der Reihe. Wenig kräftig und aussagekräftig, mehr ein Halbaquat auf halb 8. Etwas Frische und das war es leider im Endeffekt. Er hat nicht das ganz individuelle Auftreten wie Use Abuse. Eigentlich könnte man auch in einen Drogeriemarkt gehen, da bekommt man ähnliche Duftwässerchen. Und da ich eh nicht so der Fan von ganz frischen Düften bin, schafft es Micro Love nicht sehr weit bei mir, geschweige denn auf die Wunschliste. Knapp 150 Euro sind bei Micro Love fällig, die sind meines Riechers Erachtens definitiv woanders besser angelegt.

Wenn ich schon die Note „ozonischer Akkord“ lese, da schrillen bei mir schon die Langeweile-Glocken. Wildleder und Zimt sind nicht auszumachen, da holpert`s aber im Getriebe. Die Haltbarkeit und Projektion gehen ganz konform mit dem Duft an sich, sehr mickrig. Ein bisschen mehr Pepp hätte dem Duft absolut gut getan.

Frische Zitrone geht in frische Zitrone über, nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht werde ich auch noch eines Besseren belehrt wie bei Orto Parisis Bergamask, doch hier glaube ich leider nicht. Bergamask ist auch eine frische Angelegenheit aber dort merkt man, wie interessant man einen frischen Duft noch gestalten kann.

Der artifizielle Faktor wie bei Use Abuse ist leider sehr schwach, auch wenn man ihn mit etwas Wohlwollen hinter dem frischen Zitrönchen vermuten möchte und dabei ist Monsieur Ropion doch ein solch gestandener Parfumeur.
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FLUidENTITY vor 4 Jahren 6
6.5
Duft
6
Haltbarkeit
5
Sillage
7
Flakon

Künstlicher schallender Schrei
Auf einer schwarzen Vinyl Platte sind die 4 Flakons von Jusbox aufgebaut. Die Reihe ist sehr stylish angehaucht und lässt an die hippste und angesagteste Szene denken. Oldschool war gestern, hier ist definitiv Newschool.

Nichts ist natürlich. Dies beginnt schon mit der Plastik Vinyl Platte. Die Farbe des Duftes ist ein solch unnatürliches Rot, wie es wohl nur in Chemielaboren kredenzt werden kann. Hochartifiziell geht es weiter, wenn man den Duft auf seiner Haut hat. SynthetikBlumen + SynthetikFrische bis hin zu synthetischer Synthetik. Gibt es das? Egal, es riecht sich zumindest an. Bei Jusbox scheint mir alles Natürliche aber ganz kritisch beäugt zu werden.

Die frischen SynthetikBlumen werden in ein gleißendes Licht gerückt, der Duft ist so spitz wie ein gellender spitzer Schrei. Genauso wenig wie ein solcher Schrei überhört werden kann, kann Use Abuse nicht überrochen werden. Der Duft geht ins Mark und noch weiter, wenn sich die zickigsten Noten, die man sich vorstellen kann, die Hände reichen. Spitze Rose mit heftiger Tuberose und Jasmin zusammen im Team ist einfach eine heikle Angelegenheit, die aber definitiv ihren Reiz hat, weil Use Abuse, so banal und abgedroschen es klingt, einfach anders ist, im Gesamten fast schon aggressiv komponiert die erste halbe Stunde. Gut, wir sind jetzt nicht in Mink-Regionen von Byredo oder so, aber stark in diese Richtung unterwegs, zwar nicht von der Duftrichtung her, aber vom Innovationslevel.

Immerhin wird Use Abuse mit der Zeit etwas sanfter, wenn den Blumen die Spitze genommen ist, und etwas von der Basis beginnt durchzuschimmern. Dies sind gewohntere Noten, die nicht so derart massiv auf die Spitze getrieben wurden. Wenn Use Abuse etwas zahmer geworden ist, möchte man fast aufatmen.

Definitv nischig und hochartifiziell, progressiv und auffällig.
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FLUidENTITY vor 4 Jahren 2
7
Duft
5
Haltbarkeit
4
Sillage
7
Flakon

Flui mit dem Rasierpinsel
Mit Mr. Burberry traut man sich absolut nichts. Doch muss man das auch immer? Naja, ich muss gestehen, Mr. Burberry gefällt mir, da er mich an meine erste Nassrasur erinnert.

Der Flui war vielleicht 16, da zeigte mir Papa Flui wie das mit dem Nassrasieren so funktioniert. „Klappt, is ja voll easy“, dachte sich der Flui, war unter der Anleitung und Aufsicht des Vatertieres frisch rasiert, schüttelte sich und stapfte anschließend wieder seines Weges. Dann der nächste Samstag. Da der Flui früher passionierter Standard-Latein-Tänzer war, stand jeden Samstag-Abend Practice-Night an. In den letzten Tagen war der Bart wieder brutal nachgewachsen und stand dem von Chuck Norris in nur wenig nach. „Nicht so gut“ dachte sich der Flui und war wenig amused ob seiner Barttracht.

Aber klar, ich hatte ja selbstverständlich das Handling mit Rasierschaum und den gekonnten Schwung mit der Rasierklinge kennen gelernt. So suchte sich der Flui den Weg ins Bad und kramte sich die Zutaten parat, zückte den Rasierpinsel und seifte sich nach allen Regeln der Kunst ein.

In diesem Moment wurde ich des Duftes eines Gilette Rasierschaums gewahr. Dieser war so toll, dass ich hoffte und hoffte, dass dieser tolle Duft auch an mir halten würde...hm...tat er aber herzlich wenig. Um so mehr hoffte der Flui, einmal genau diesen tollen, wenn auch einfachen Duft zu erhaschen. Er war so weich und hell, fast zitrisch hell aber irgendwie doch nicht, aber strahlend frisch, ein Saubermann Duft einfach. Tiefe Frische und weich helle Noten aus dem Chemielabor versetzten mich anno 2004 ins Staunen und dies hat immer noch nicht seinen Abbruch getan....

….irgendwie war Gilettes Rasierschaum von damals nicht mehr auf des Fluis Radar und schwupps di wupps schreiben wir das Jahr 2016.: Als ich Mr. Burberry an den oberen Unterarm sprühte, merkte ich noch nichts von meinem schlummernden Gral aus der Kindheit. Er roch gefällig und wenig spektakulär, was ja auch hier der allgemeine Tenor ist. Sicher, er ist auch unspektakulär, doch nach einer guten Stunde hatte der Flui einen Duft in der Nase, der ihm irgendwie bekannt vorkam und den er schon einmal gerochen hatte. Erst dachte ich an irgendetwas aus der Apotheke oder Mama Fluis Apothekerschränkchen im Bad, doch dann war klar, dass ist nicht Mama Fluis Apothekerschränkchen sondern einen Meter weiter rechts Papa Fluis Rasierutensilienaufbewahrungsschränkchen. Fakt, dort ist eine frische Duftnote beheimatet, die klar in die Gilette Rasierschaumrichtung weist, wenn es auch nicht die original Note mehr war, aber dennoch war klar, wessen Stunde eines männlichen Pflegeprodukts geschlagen hatte.

Die Haltbarkeit und Sillage sind leider nun aber auch nicht die Offenbarung, die man sich wünschen würde, besser als Rasierschaum, aber immer noch nicht dazu geschaffen, einen ganzen lieben langen Tag durchzuhalten.

FLUidENTITY vor 4 Jahren 2
7
Duft
7.5
Haltbarkeit
5
Sillage
5
Flakon

Flui hat zur Abwechslung mal ganz alleine einen Flakon geleert
Gewiss, die Tarotkarten-Reihe damals von D&G hatte sich nicht einer derartigen Beliebtheit erfreut, wie man es vielleicht erwartet hätte. Die No. 1 ist enttäuschend, die No. 3 allerdings ein munterer fruchtiger Begleiter für die junge Frau. Meine No. 6 ist ein wohltuender Sommerbegleiter. Gewiss, er ist kein Meilenstein der Parfum-Geschichte, doch wenn er mich bei über 30 Grad von meinem Duftregal aus anschaut und mit dem Sprühknopf nickt, dann strahle ich und bin erleichtert, wieder einen Sommerfrischler in meiner Sammlung entdeckt zu haben.

Die Haltbarkeit ist nicht sonderlich, was aber nichts ausmacht bei einem solchen Sommerduft, umso mehr freut sich der Flui, wenn er nachsprühen kann, um sich neu zu erfrischen.
Die Sillage ist zum Glück nicht so ausladend wie die manch anderer extrovertierter Düfte. Allerdings ist sie doch so ausgeprägt, dass meine Nase stets auf No. 6 zählen kann. Der Alkoholanteil ist wohl vergleichsweise hoch, was dazu führt, dass die Sillage zu Beginn recht ausgeprägt ist sogar, und auch wenig körpernah bleibt. Doch wie das so ist mit Designerdüften, die SIllage fällt nach einer Stunde wie ein Kartenhaus in sich zusammen und zurück bleibt die Basis auf der Haut als Skin-Scent.

Für Hitzewellen finde ich trockene, grasige, frische Düfte am besten. Auch Rosmarin hätte der No. 6 noch gut zu Gesicht gestanden. Als Sommeralternative möchte ich Sisleys Eau de Campagne empfehlen, ein Garant dafür unerträgliche Sommerhitze erträglich zu machen. Wenn wir uns schon in diesem Segment bewegen, ein Light Blue finde ich für den Sommer sogar weniger empfehlenswert, da es nicht so betont trocken ist und grasig schon gleich gar nicht.

Die Gräser kühlen und auch der Wacholder bringt eine wohltuende Trockenheit. Auch dass am Ende lediglich seifiger Moschus bleibt, der von grünen Akzenten umspielt wird, trage ich meinem No. 6 nicht nach. Der Duft hat sich damit abgefunden, die Sommer-Erfrischung abzugeben und kein Glanzparufum zu sein, mit dem sich der Träger nur all zu gerne in den Mittelpunkt rückt. Nun ist mein Flakon leer, aber einen Kommentar wollte ich meinem 100 ml Tanker dann doch nicht vorenthalten.
2 Antworten

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