FirstFirsts Parfumkommentare

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First vor 30 Tagen 29
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Es war einmal...


...ein Mädchen, das nannte sich Belle Absolu. Belle Absolu stammte aus der königlichen Familie des großen Reiches von Lancôme. Doch obwohl sie königlicher Abstammung war, hatte Belle Absolu es nicht leicht, denn ihr Vater war verschollen und ihre Mutter, Lavieé Belle, war eine äußerst imposante und gleichermaßen verehrte wie auch gehasste Prinzessin, deren weithin strahlendes und prächtiges Banner überall in den Straßen des weitläufigen Reiches die Blicke des Volkes auf sich zog.
Belle Absolu hatte noch mehrere Schwestern, die ebenfalls im Schatten ihrer mächtigen Mutter ein unterwürfiges Dasein fristeten, aber Belle Absolu blieb nicht nur im Schatten, sondern die meisten Menschen des Königreiches, wussten noch nicht einmal von ihrer Existenz.

Belle Absolu, die eigentlich nach ihrer Mutter Lavieé Belle L'Absolu hieß, hatte im Laufe der Zeit gemerkt, dass es für sie eher von Nachteil war, Fremden ihren vollen Namen zu nennen. Entweder brachen die Menschen in Lobgesänge über ihre wundervolle Prinzessin Mutter aus und versuchten die kleine Belle zu benutzen, um sich bei Hofe beliebt zu machen, oder sie betrachteten das Mädchen mit Geringschätzung - sie konnte ja wohl kaum weniger rücksichtlos und selbstgefällig sein als ihre allgegenwärtige, aufdringliche Mutter und einige ihrer sich eilfertig in die erste Reihe drängenden Schwestern.
So kam es, dass das Mädchen keine wirklichen Freundinnen hatte.

Dabei war die kleine Belle vom Charakter her ganz anders als ihre Mutter. Nur im ersten Moment erschien sie ihr ähnlich, angefangen damit, dass auch sie die königlichen Roben ihres Hauses trug mit dem feinen, transparent-grauen Halstuch und ihrer edlen Figur. Auch ihre Augenfarbe von dunklem Bernstein war fast gleich und ihre Tendenz zu Obst und Süßem. Aber schon nach wenigen Minuten des Kennenlernens wurde den wenigen, die den Blick nicht gleich von ihr abwandten, deutlich, dass Belle Absolu durch ihre Zurückhaltung viel vornehmer war als ihre Mutter. Auch war sie vom Wesen milder und sanfter. Während die Mutter mit ihrer Vorliebe für gezuckerte und scharf gebrannte, säuerliche Früchte mit Jasmin vielen doch eher laut und bissig anmutete, liebte Belle Absolu reife und saftige Früchte zusammen mit einem großen Strauß puderblauer Iris. Süßes mochte sie genau wie ihre Mutter, aber sie hatte, wie es sich für eine gute Süßspeise gehört, auch die Prise Salz nie vergessen. Genau genommen, war es nicht nur eine Prise, sondern schon so viel, dass es an gesalzenes Karamell erinnerte. Nicht zuletzt konnte man, wenn man die Geduld aufbrachte, die kleine Belle wirklich kennenzulernen, nach einer Zeit noch ihre Vorliebe für erlesenes, zartes und gleichzeitig kraftvolles Leder entdecken, in das sie sich im stillen Kämmerlein gen Abend für die langen Nachtstunden zu hüllen pflegte.

So stand die kleine Belle Absolu also nicht nur im Schatten ihrer Mutter, wurde nicht nur ausgenutzt, um Zugang zum Hof zu bekommen, wurde nicht nur von Hassern der Lavieé Belle Familie in Bausch und Bogen abgelehnt, sondern wurde zudem noch wegen der ihr innewohnenden Zurückhaltung übersehen. Kein Wunder, dass sie sich ungeliebt fühlte und einsam war.

Eines Tages begegnete das Mädchen einem Blinden. Dieser behandelte sie vollkommen anders als sie es kannte, so unvoreingenommen und offen, dass sie eine ganze Nacht lang vor Rührung darüber weinte. Schon am nächsten Tag ersann sie etwas, das sie fortan ihren "Blindentest" nannte: Sie kleidete sich in die sehr einfachen Kutten des gemeinen Volkes und sprach von sich nun nur noch als Belle Absolu. Was war sie verwundert, wie freundlich und wertschätzend ihr die Menschen unter diesen Umständen begegneten. Menschen interessierten sich plötzlich für sie, für sie ganz allein, für sie als ureigenste Person! Manche spürten, dass sie eine königliche Erziehung genossen hatte und fragten sie, ob sie aus dem für Iris so bekannten Haus Guerlain stammte oder verwandt sei mit den Salt Caramels aus dem Königreich von Shay & Blue. Andere meinten in ihr die genetische Linie der für feinstes Leder bekannten Fürsten von Bottega Veneta zu erkennen.

Irgendwann in ferner Zukunft wird die Prinzessin Lavieé Belle, wie so viele Berühmtheiten vor ihr, sich vermutlich einer Unmenge Schönheitsoperationen unterzogen haben. Sobald sie dann auch von ihren Bewunderern nicht mehr wiedererkannt wird, wird das Königshaus sie, so wie es das Schicksal von einstmals strahlenden Prinzessinnen zu sein scheint, wohl in den Ruhestand schicken. Vielleicht schlägt dann die Stunde, in der Belle Absolu ins Rampenlicht treten kann.
Das ist allerdings sehr unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass erneut eine dominantere und raumgreifendere Person ihre Banner durch die Straßen tragen wird.

Letztlich wäre das jedoch auch egal, denn inzwischen hat Belle Absolu durch ihre "Blindentests" eine Reihe echte, treue Freundinnen gefunden und ist auf ihre Art glücklich geworden.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.
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First vor 44 Tagen 20
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Live long and prosper
Was wundere ich mich eigentlich. Es ist schließlich ein Mugler. Und Muglers haben doch eines alle gemeinsam, ob man sie nun mag oder nicht: Sie muten außerirdisch an.
So auch dieser. Er hat etwas von den faszinierenden Sümpfen der Gestaltwandler, die einen verschmelzen lassen mit etwas, das kaum nennbar erscheint, entgrenzend wirkt. Bin ich nun eins mit einem Erdbeersee, der nicht aus Erdbeeren ist, sondern nur ein wässriges, fernes Erdbeerabbild, quasi aus seltsamen Sumpferdbeeren, verschwommen, nicht fassbar, vielleicht gar verschlingend?

Mit der Nase am Handgelenk stellt sich etwas extrem intensiv Fremd-Fruchtiges ein, so fremd, dass ich mich frage, wie ich es in Worte fassen soll und verstehe, wieso einige hier diesen Duft als abscheulich beschreiben. Nehme ich meine Nase nur ein Stückchen weiter weg, hat sich die Gestalt gewandelt: Von olivgrünen Sumpferdbeeren zu himmlisch leichten, gold- und rosafarbenen Erdbeeren eines paradiesischen Exoplaneten, wo alles immer freundlich, immer ausgeglichen und immer von Leichtigkeit geprägt ist. Ein Ort, wo es nichts Böses gibt, frisch, beschwingt, fröhlich, beglückend, überirdisch.

Dann passiert das Gleiche wie mit den Erdbeeren auch noch einmal mit Feigen, nur zeitlich verschoben und deshalb von den Exoplanetenerdbeeren überlagert. Die Feigen wachsen zunächst auch im Sumpf und gleichzeitig läuten sie im Himmel mit anhaltender Frische zur Glückseligkeit.

Über viele Stunden befinde ich mich nun in dieser, meiner persönlichen StarTrek-Folge. Bei Odo mit anderen Gestaltwanderern, und mit Captain Picard und Beverly Crusher auf dem Planeten der seligen Fruchtfrische gleichzeitig.

Um bei Verstand zu bleiben, muss ich zweierlei tun:
Erstens brauche ich jemand rationales, der mich auf das Terrain der Sternenflotte zurückholt. So habe ich Spock gerufen.
Zweitens brauche ich einen Flakon Womanity Eau Pour Elles. Dafür habe ich mich an Ninchen gewendet.

Ich verabschiede mich mit Dank an Odo, Mugler, Captain Picard, Beverly Crusher, Spock und Ninchen
und sage:

Live long and prosper!
14 Antworten

First vor 62 Tagen 18
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Ohne Pfefferminz bist du meine Prinzessin!
Liebe Polly,

zunächst einmal muss ich mich bei Dir entschuldigen. In meinem letzten Brief habe ich geschrieben, dass Du immer etwas nach Minze riechst, aber das war ein Irrtum und es tut mir Leid. Inzwischen nehme ich an, dass nur Dein Mantel, den Du bei mir in den letzten Jahren immer getragen hast, irgendwie mit Minze in Berührung gekommen sein muss. Inzwischen warst Du ja in anderer Kleidung da und von Minze konnte keine Rede sein. Wie man sich doch durch sowas täuschen lassen kann!

Ich weiß, dass ich in meinem letzten Brief auch schrieb, Du seist beeindruckend, aber ich könne mir nicht vorstellen, unsere Freundschaft würde dauerhaft tragen. Das war erst recht falsch. Bitte vergiss das!
Wir haben uns ja inzwischen intensiv und vor Allem ohne den Minz-Mantel erneut kennengelernt.
Vielleicht war ich auch einfach nach unserem Familientreffen mit unserer anderen Cousine (Stichwort: Do not Disturb - Du erinnerst Dich) etwas überdreht, zumal sie ja nun wirklich das Zeug hat, immer der strahlende Star des Abends zu sein.
Ich muss mich wirklich entschuldigen und ich möchte Dir versichern, nur Du bedeutest mir aus der ganzen Familie genauso viel wie sie!

Unser Familientreffen hat mich übrigens noch länger beschäftigt und auch wenn es für mich nun wirklich nicht das 125ste Stockwerk mit den Blumen hätte sein müssen und der Room Service zwar seinem Namen Ehre machte, aber doch recht artifiziell anmutete, war es doch mal wieder sehr spannend, unsere alten, depressiven Tanten Fleur B. und Moon C. zu treffen. Sie haben sich ja nicht verändert und man muss aufpassen, dass sie einen nicht mit runterziehen. Immerhin wäre es eine Depression mit Stil, aber ich muss das nicht haben. Unser Darling Nikki hingegen, kann einen ja, obwohl im gleichen Alter, geradezu aufbauen. Was haben wir bloß für eine verrückte Familie!
Schade, dass die berliner Poeten diesmal nicht dabei waren, es ist Jahre her, dass ich sie zuletzt getroffen habe, und ich weiß überhaupt nicht, ob ich mich noch richtig an sie erinnere.

Aber nochmal zu Dir. Ich muss jetzt jeden Tag an Dich denken und lege immer wieder Deinen Duft auf. Mir ist zu Ohren gekommen, dass Dein Mann ihn Dir zu Ehren kreiert hat, da Du morgens immernoch so gern Schwarzen Tee zum Frühstück trinkst. Er sagte, er habe mit Apfel und Bergamotte zudem versucht, Deinen Optimismus darzustellen. Ich finde, das ist ihm sehr gut gelungen! Auch die Balance zu halten zwischen Frische und Tiefe hat er toll gemacht. Das ist wirklich auch eine Hommage an Deinen Charakter! Ich rieche zwar die Äpfel kaum, aber die Fröhlichkeit kommt schon rüber und ich muss an die ganzen Kannen Earl Grey Tee denken, die wir gemeinsam in unserer Pubertät geleert haben. Weißt Du noch Deinen Versuch, eine eigene Mischung aus Earl Grey und Lapsang Souchong zu kreieren? Waren es nicht drei Teile Earl Grey, auf einen Lapsang Souchong? Wir schütteten die Tüten aus dem Teeladen einfach zusammen. Jedenfalls tranken wir seitdem immer nur noch "Polly's Early Smoky", natürlich ohne Zucker, aber Du hast manchmal etwas Sahne dazu genommen, wenn ich mich recht entsinne. Das war schon eine tolle Zeit!
Übrigens hat Dein Gatte in seiner Hommage auch die Bodylotion, die gelbe, die Du seit Jahren trägst, gut umgesetzt. Dieses leicht Cremige, Außergewöhnliche und nach einer Zeit ein Hauch Deines Körpergeruchs - das bist Du, wie Du leibst und lebst.

Bitte nimm' mir meinen unbedachten Satz nach dem Familientreffen nicht übel.
Aber den Minz-Mantel bring' doch bitte mal in die Reinigung!

Deine Cousine und Freundin
First
12 Antworten

First vor 79 Tagen 22
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Du bist eine wundervolle Frau, eine von uns, wir glauben an dich!
Wir alle brauchen von Zeit zu Zeit tröstliche Vorstellungen. Welche Inhalte eine solche Vorstellung hat, die uns zu trösten vermag, ist sehr individuell. Es kann ein Lied sein, der Gedanke an einen bestimmten Menschen, eine Utopie - die Liste der Möglichkeiten ist lang.
Und natürlich habe ich solche typischen Gedanken, die mir persönlich zu mehr Harmonie verhelfen, auch.

"Do not Disturb" hat auf eine für mich unerwartete und bezaubernde Weise meinem Fundus an tröstlichen Gedankenwelten etwas ganz Neues hinzugefügt:
Die heilsame Vorstellung einer langen Reihe von wundervollen Frauen. Frauen, die ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen gelebt und gemeistert haben, auf ihre jeweilige Art nicht aufgegeben haben, das Beste daraus gemacht haben, sich nicht haben unterkriegen lassen und dabei weder ihr Seelenheil noch ihre Lebensfreude verloren haben.
Es handelt sich nicht um perfekte Frauen, das gibt es ja auch gar nicht. Niemand macht alles richtig, ist fehlerlos oder makellos. Aber es handelt sich um Frauen, die freundlich auf sich selbst und die Welt blicken konnten und allen Widrigkeiten zum Trotz sie selbst geblieben sind, sich selbst treu geblieben sind. Vielleicht sind sie auch erst sie selbst geworden, sich selbst treu geworden.
Eine ganze Reihe solcher Frauen erscheint vor meinem inneren Auge, wenn ich "Do not Disturb" trage. Und sie scheinen mir zuzulächeln und zu sagen: "Schau, du stehst in unserer Tradition, bist eine von uns. Wir sind deine Vorfahren im Geiste und wir glauben an dich."

"Do not Disturb" scheint all die Duftnoten dieser Frauen in sich zu vereinen:
Gewürznelke für die Stärke, Widrigkeiten zu überwinden.
Etwas Herbes, leicht harzig, für die Kenntnis der Untiefen des Lebens und den Schmerz, aber auch für die Fähigkeit, sich Problemen zu stellen und einen Wandel einzuleiten. Es ist die schwarze Johannisbeere, die den Hauptfaktor dieser herben Note bildet. Ich würde ohne Kenntnis der Pyramide hier zusätzlich ein wenig Eichenmoos vermuten, das auch seinen Teil beiträgt.
Meine geliebte Gartennelke, auch hier wieder intensiv strahlend und brilliant, verkörpert Glücklichsein und ein Einssein mit der Natur, unserer eigenen und der, die uns umgibt.
Was ich im Hintergrund und sehr gut abgestimmt ebenfalls wahrnehme, ist eine üppige, eher ölig-dickflüssige Note, die an ein Extrait erinnert, und die ich keiner Angabe in der Pyramide zuzuordnen vermag. Ich hätte am ehesten auf einen Hauch Tuberose mit minimal süßlichem Pfirsich getippt, eine Kombination, die kraft- und lustvoll irdische Lebensfreude bringt.
Papyrus und Vetiver. Ich hätte sie nicht explizit erkannt, dazu ist die Komposition zu kunstvoll verwoben. Aber nun, da ich von ihnen weiß, kann ich auch Papyrus als die kultivierte, zarte Wärme, die für Milde und Freundlichkeit mit sich selbst steht, erkennen. Vetiver zeigt die Stabilität, die die Frauen erlangt haben und gleichzeitig die frische Beweglichkeit und den Optimismus, den sie sich bis ins hohe Alter, analog bis in die Basis des Duftes, bewahren konnten.

"Do not Disturb" hält auf der Haut den ganzen Tag und auf Kleidung mehrere Tage. Es ist ein Duft, der durch Anklänge an klassische Damendüfte des letzten Jahrhunderts die Vergangenheit wieder belebt, ohne dass er altmodisch erscheint. Dazu ist die Kombination und auch die Komposition, in der die Duftnoten eng miteinander verwachsen, zu außergewöhnlich. Der Verlauf ist für Überraschungen gut: Immer wieder blitzt mal die eine, mal die andere Note stärker hervor und bis auf die Johannisbeere bleiben sie alle über den gesamten Tag erhalten.

Ein riesiges Dankeschön geht an Nurmalso. Sie hat mir "nur mal so" einfach eine ganze Abfüllung "Do not Disturb" geschickt und mir damit nicht nur die Abfüllung, sondern auch die Unterstützung einer ganzen Reihe wundervoller Frauen geschenkt!
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First vor 87 Tagen 35
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Banana!
Hallo Kevin, hallo Bob,
heute muss ich Euch was Verrücktes erzählen: Ich bin gerade mit meiner Ukulele in Europa unterwegs, in einem Land, das Deutschland heißt. Leider darf man da wegen etwas, das sie Corona nennen, nicht mehr in den Clubs auftreten. Gestern lief ich also frustriert und hungrig durch die Straßen als mir plötzlich der köstliche Geruch von Bananen in die Nase stieg. Diese süßen Bananen musste unser Miniongott oder vielleicht Grus, geschickt haben! Also schnell mein Auge geworfen und gecheckt, wo der betörende Duft herkam. Die Quelle war so ein weiblicher Mensch. Dieser Mensch musste wohl irgendwie Bananen versteckt haben. Ich konnte aber nicht sehen wo. Also nahm ich geschickt die Verfolgung auf.

Der Mensch ging in ein Haus, in dem er offenbar wohnte, aber komischerweise packte er auch da keine Bananen aus. Ich habe mich natürlich heimlich mit hineingeschlichen. Die Bananen, die erst große, gelbe, süße Bananen waren, wie wir sie lieben, änderten sich nun. Irgendwie muss ich mich getäuscht haben, es roch nun nach diesen kleinen, grünen Bananen, also die, die wir nur dann nehmen, wenn es keine anderen gibt. Und dann war das so als zerfielen die Bananen zu Gras! Eigentlich roch das ja auch ganz gut, aber ich hatte doch so Hunger!

Ich drückte mich dann so ein bisschen im Haus herum und versuchte, irgendwas anderes Essbares zu finden, aber da war nichts. Und wenn ich mich dem weiblichen Menschen näherte, roch der irgendwie nun so als lägen die Bananen im trockenen Gras und seien gar nicht mehr süß und sogar verschimmelt! Könnt Ihr Euch das vorstellen? Eigentlich schimmeln Bananen doch nie, sondern werden schwarz und süßer und dann glasig und glipschig - oh, was würde ich selbst für eine glipschige Banane geben!

Ich bekam Angst mit diesem weiblichen Menschen in dem fremden Land allein in diesem Haus. Was, wenn sie nun extra um Minions wie uns zu fangen, Bananenzauber angewendet hatte? Ich versteckte mich noch ein bisschen besser und überlegte, wie ich bloß ungesehen wieder rauskommen sollte aus diesem Gefängnis, ohne dass die Hexenfrau mich bemerkte. Inzwischen roch das ganze Gefängnis nach Gras und Holz und so als hätte die Hexe sich mit diesem trockenen Moschus-Zeug eingecremt, das Grus auch manchmal benutzt.

Mir wurde das immer unheimlicher und ich habe mir so gewünscht, dass Ihr da sein würdet, um mir raus zu helfen. Ich habe dann Essen in einer Schale auf dem Boden in der Küche gefunden, das war so Knusperzeug, schmeckte scheußlich, aber der Hunger trieb es rein, und dann - Ihr könnt Euch das nicht vorstellen - kam dieses Vieh, dieses Tier, das Hexen immer halten. Ich glaube, das war sein Futter gewesen! Ich rannte weg, dabei bin ich über meine Ukulele gestolpert. Panik! Das Monstertier von der Hexe rannte hinter mir her, aber ich hatte Glück im Unglück, ich fand eine kleine Klappe, die direkt nach draußen führte, das Tier kam mir hinterher, aber als ich dann nochmal mit meiner Ukulele hinfiel und dabei die Saiten anschlugen, hat es die Flucht ergriffen.

Und dann - Ihr glaubt das nicht - habe ich durchs Fenster zufällig gesehen, wie die Hexe ein Fläschchen rausholte, mehrfach sprühte und wieder der wahnsinnig köstliche Bananenduft da war. Das ist bis durch diese Klappe gedrungen und ich bin weggerannt so schnell ich konnte!
Selten habe ich Euch so vermisst! Ich werde sobald wie möglich abreisen.

Euer Stuart
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