Fleuris Parfumblog

31.12.2019
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Der Kategorische Olfaktiv

Liebe Gemeinde, liebe Brüder und Schwestern.

Wir sind hier zusammen gekommen, um die letzten Stunden des Jahres, ja des Jahrzehntes, mit einander zu verbringen und uns gemeinsam auf das kommende zu freuen. Wie immer wollen wir um diese Zeit ein wenig innehalten um all jenen zu danken, die uns Freude beschert haben und an jene zu denken, die von uns gegangen sind.

Der große Immanuel Kant hat mit seinem Werk einen der wichtigsten Beiträge zur Aufklärung geleistet und der Philosophie eine neue Richtung gewiesen. Wir haben uns die Freiheit genommen, seinen Kategorischen Imperativ als Grundlage unseres Handelns zu bestimmen und ihn in Abwandlung zum "Olfaktorischen Imperativ" auf die Fahne unserer eingeschworenen Gemeinschaft zu schreiben. Unser Motto "Dufte stets so gut wie du die Welt beduftet wissen möchtest" wird uns auch weiterhin leiten.

Doch nun, liebe Brüder und Schwestern, müssen wir erkennen, dass die Zeiten härter werden und größere Anstrengungen von uns verlangen. Wir werden diesen Herausforderungen begegnen, indem wir den Olfaktorischen Imperativ höher konzentrieren und als neuen "Kategorischen Olfaktiv" zur Maxime unseres Handelns machen. Dies ist der neuen Dekade angemessen und weit weniger schwierig als ihr befürchten mögt, sondern in wenigen Worten erklärt. Öffnet eure Herzen und eure Geldbörsen noch viel weiter als vorher und tragt alle Düfte nach Hause, derer ihr habhaft werden könnt. Daran ist nichts Verwerfliches, denn bedenkt, dass ihr damit dafür sorgt, dass auch künftig zahllosen Menschen in der Duftindustrie Brot und Arbeit finden. Gebt großzügig und es wird euch in reicher Vielfalt zurück gegeben!

So, nun lasset uns ein wenig auf das vergangene Jahr zurück blicken und stellvertretend für alle einigen hier unseren Dank sagen, die unsere Gemeinde auf besondere Weise unterstützt und bereichert haben. Da wären unsere Konservatoren, Schwester Serafina und Bruder Yatagan, die Hüter unserer Schätze, die unermüdlich horten und testen, so dass uns kein noch so kleines Duftwerk entgehen kann. Bruder Schoork hat sich mit seinem genialen Wortwitz immer wieder selber übertroffen und uns viele heitere Stunden beschert, Bruder Can hat uns zu poetischen Höhenflügen mitgenommen und Schwester Turandot mit ihrem trockenen Humor und ihrer Sachkenntnis wieder geerdet. Unser Event-Manager, Bruder Fresh, wird sich im neuen Jahr hoffentlich genau so viele Späße einfallen lassen wie im letzten und uns zu fröhlichem Unfug anstiften. Die befreundete Bruderschaft der Aventus-Jünger möge uns auch in Zukunft wieder an ihren amüsanten rituellen Kämpfen teilhaben lassen, wenigstens solange bis sie sich die Hörner abgestoßen haben. Nicht zuletzt lasst uns Vater Don danken, der uns dieses Gemeindezentrum kostenlos und völlig uneigennützig zur Verfügung stellt, und Tag und Nacht dafür sorgt, dass wir alle hier in Frieden unserer Mission nachgehen können. Und vergessen wir nicht die zahllosen ehrenamtlichen Helfer, die rund um die Uhr im Einsatz für eine bessere olfaktorische Welt sind.

Zum Schluss wollen wir noch derer gedenken, die nicht mehr unter uns sind, der Eingestellten, Reformulierten und Gekippten. Seid nicht traurig, sondern tröstet euch mit dem Gedanken, dass es ein Privileg war, sie gekannt zu haben. Nichts ist für die Ewigkeit. Und nun lasst uns gemeinsam unsere Hymne "La vie est belle" singen!

Euch allen ein wundervolles Neues Jahr 2020!

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