FloramaliaFloramalias Parfumkommentare

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Floramalia vor 12 Monaten 12
8.5
Duft
8
Haltbarkeit
6
Sillage
8
Flakon

Abschied vom Sommer
Wie gewonnen, so zerronnen...
Im Frühling habe ich über einen sehr fairen Deal hier im Souk zuerst eine Abfüllung und wenig später den dreiviertelvollen Flakon dieses Duftes erstehen können, ich sag der lieben Parfuma hier nochmal Danke. Der Duft sollte mir diesen und womöglich auch im nächsten Sommer immer wieder ein lieber Begleiter sein.
Nix war's (und jetzt muss ich mal ein bisschen jammern...) - mir ist widerfahren, was der Schrecken aller hier ist, und der liebe Flakon zerschellte auf dem Parkettboden. Alles blöd, normalerweise halten die doch außer Fließenboden fast alles aus und wie dumm, dass der Boden der Umverpackung, in die ich den Duft sorgfältig zurückverstauen wollte, sich unbemerkt aufgetan hat und der Flakon einfach durchgerutscht ist. Egal, genug gejammert (und "again what learned").

Es hätte schlimmer ausgehen können, denn seit Tagen durchzieht unser Schlafzimmer nun ein zarter und überaus angenehmer Duft. Die Teenote in Thé pour un Eté ist bei aller Herbheit von einer so klaren und frischen Zartheit, dass sie niemals aufdringlich wird. Sie wird aber auch nicht langweilig, denn der Duft ist ganz weit von den üblichen, oft auch sehr angenehmen Tee-Erfrischern entfernt. Die Mate-Note sorgt für eine luftige und transparente Rauchigkeit und die zarten Jasminblüten (nicht fett, nicht wuchtig, nicht süß) steuern eine vergnügte Blumennote bei, sodass das Ganze am Ende nicht allzu ernst rüberkommt.
Trotz seiner Luftigkeit bietet der Duft eine gute Haltbarkeit bei absolut ausreichender Sillage.
Über den Rest des Sommers wird mir nun bei Gelüsten nach herb-blumigem Teeduft "Valentino Donna Rosa Verde" gute Dienste leisten. Ich werde aber in jedem Fall Ausschau nach einem neuen Flakon von Thé pour un Eté halten und mir in jedem Fall weitere Düfte von Olivia Giacobetti ansehen, denn diese scheint mir in eine Richtung zu zaubern, die mir sehr entgegenkommt.
Und der Sommer? Mitte August naht doch der Zeitpunkt, zu dem zwar noch einige schöne und auch heiße Tage kommen, der Sommer aber ganz spürbar seinem Ende naht... die Luft, das Licht, der Duft ändern sich dann merklich.
10 Antworten

Floramalia vor 14 Monaten 6
5.5
Duft
8
Haltbarkeit
6
Sillage
5
Flakon

Gourmand-Vanille-Keks-Duft
Ich mag keine Gourmanddüfte und mit Vanille habe ich meine Schwierigkeiten. Ich mag sie nur, wenn sie auf eine bestimmte, sehr gut eingebundene Weise die Basis von Düften abrundet und ihnen Weichheit und Tiefe gibt. Ich habe mir vorgenommen, keine Kommentare zu Düften zu schreiben, zu deren Hauptkomponenten ich keinen Zugang habe, weil ich das einfach nicht fair fände.

Daher würde ich auch nie einen Kommentar zu einem Oud-Duft schreiben. Ich lese sehr häufig mit leichtem Unbehagen Kommentare zu Düften mit Neroli oder Orangenblüte, in denen man sich über die so stechende Note und die Assoziation zu 4711 beklagt. Aber dies nur in Klammern.

Warum ich trotzdem über Cicuta schreibe? Weil ich ihn mir aufgrund der Duftpyramide komplett anders vorgestellt und ihn mir in froher Erwartung blind als Sharing-Abfüllung bestellt habe. Nochmals ganz lieben Dank an die Organisatorin!

Cicuta ist mit Sicherheit ein absolut hochwertiger Duft, aber er entwickelt sich auf meiner Haut gar nicht komplex oder vielschichtig und macht auch nur eine minimale Entwicklung durch.
Der erhoffte zitrische Auftakt wird leider bei mir komplett übersprungen und auch die würzigen, kräuterigen Noten von Koriander und Borretsch, auf die ich so gespannt war, kann ich nicht entdecken. Über eine minimale Rosigkeit lande ich direkt beim Gourmand, zur Vanille gesellt sich eine leicht bittere Karamellnote, die mich an ein etwas zu dunkel geratenes Vanilleplätzchen denken lässt. Dazu kommt noch ein leicht staubig-trockener Papiergeruch (den ich so ähnlich auch in der Basis von "Mirabilis" bemerke, der mir insgesamt wesentlich besser gefällt).
Das war's. Ein eleganter Kuschler - ja. Aber meine Erwartung/Hoffnung war eine andere. Nicht schlimm, so kann's eben gehen, das macht ja das Parfumo-Leben so spannend.
3 Antworten

Floramalia vor 15 Monaten 7
7.5
Duft
4
Haltbarkeit
4
Sillage
8
Flakon

Not a perfume at all
Bereits in meinem Statement hatte ich mich ja bereits über die - sagen wir mal: sehr zarte -Struktur des Duftes beklagt. Und diesen Umstand zugleich extrem bedauert, weil mir das Wenige, was ich riechen konnte, ausgesprochen gut gefallen hat.

Aus diesem Grund habe ich mich dann kürzlich doch gerne am Sharing beteiligt. Dank an Strangelove, dass sie dieses tolle Angebot ausfindig gemacht und das Sharing organisiert hat!

Nachdem ich den Duft nun ausgiebiger testen konnte, ist mein Eindruck, dass genau diese Zurückhaltung das Konzept des Duftes ist. Auch ich würde, wie Supi, vermuten, dass Iso E Super der eigentliche Hauptakteur des Duftes ist. Ein Stoff, dem ich, meiner bisherigen noch begrenzten Erfahrung nach, durchaus etwas abgewinnen kann. In Laliques "Perles" fasziniert mich diese Komponente sehr. Solar Bloom hat nun eine Eigenschaft, die auch Perles hat: der Duft taucht, gerade hatte man ihn gänzlich verflogen geglaubt, unvermittelt wieder von neuem auf.

Solar Bloom evoziert mit dem ersten Dufteindruck holzige Frische mit leichter Süße des Kokoswassers. Orangenblüte geht bei mir beinahe völlig unter und auch Bergamotte oder sonstige Zirtusfrische kann ich nicht wahrnehmen.

Für mich trotzdem ein wunderschöner Sommerduft, kein Urlaubsduft, kein Südsee- oder Mittelmeerfeeling, dafür: Kindheit an der Isar. Der Duft von Sonne auf Isarkieseln (ja, die haben einen Geruch!), vermischt mit getrocknetem Treibholz, ab und zu findet sich ein Stück verkohltes Holz von einer der zahlreichen Grillfeuerstellen, die das letzte Hochwasser über die Kiesbank verteilt hat. Und vorallem: Sonne auf der Haut!

Ein zauberhafter Duft, zart und flirrend, viel zu schnell wieder verschwunden und sich den Rest des Tages unverhofft hin und wieder in Erinnerung bringend.

Ich bin nun gespannt auf "Nue au Soleil" und hoffe, dass das Sharing zustande kommt. Vielleicht auch ein Isarduft?
4 Antworten

Floramalia vor 16 Monaten 4
7.5
Duft
6
Haltbarkeit
4
Sillage

Cremerosa - giftgrüne Einsprengsel - weißes Schleifchen
Während der Originalflakon offenbar ein warmgetöntes Zartrosa hat, war die Abfüllung, die ich über eine großzügige Verlosung bekommen habe, in einem süßen gummibärchengrünen Glaszerstäuber, den ich sehr hübsch finde, der mich aber durch seine Farbe eventuell erstmal auch in meinem Duftempfinden beeinflusst hat.

Ich habe den Duft mehrfach getestet und versucht, diese leicht künstlich grüne Anmutung auszublenden. Das hat wenig geholfen, denn Foliage macht auf meiner Haut in den ersten 15 Minuten eine rasante Duftentwicklung durch (solche Düfte finde ich sehr spannend und manchmal auch etwas anstrengend bis nervig) und startet unglaublich synthetisch, bitter, mit einem wirklich chemischen Eindruck von Nagellackentferner. Ich mag grüne und krautige Düfte, aber dieser hat mich zunächst erschreckt, um sich dann schnell in genau die Art von grünen Düften zu verwandeln, die ich so mag. Zerriebenes Blattgrün, als wären nicht die in der Pyramide genannten Früchte, sondern nur deren Blätter und Grün verwendet worden. Diese Phase finde ich sehr schön und spannend, und nach dem synthetischen Einstieg freue ich mich über das authentische, natürliche Grün! Sehr schnell, zu schnell für mich, geht der Duft über in eine zartblumige, cremige und moschusweiche Phase, die dann aber auch schon so sanft ist, dass ich zwischen Rose und Pfingstrose nicht mehr unterscheiden kann und den Jasmin gar nicht herausrieche. Hier erinnert der Duft mich etwas an Florabotanica, ist aber hautnäher. Nach drei bis vier Stunden kann ich nur noch eine Spur erschnuppern, hier, im Drydown, nehme ich dann eine Spur warm-bitterer Erdigkeit wahr, fast wie eine Patchouli-Note(?), wie nach einem Tag Gartenarbeit in der Sonne.
Eine spannende Dufterfahrung, ich werde die Abfüllung gerne zuende benutzen, Kaufkandidat wäre Foluage für mich aber keiner.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Frlsmilla für die Testmöglichkeit!
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Floramalia vor 17 Monaten 11
9.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage

Für einen Moment den Atem anhalten
Lange habe ich gebraucht, um den Mut zu fassen und diesem Ausnahmeduft einen Kommentar zu widmen, sind doch Annette Neuffers Düfte eine Klasse für sich und mir fehlt die Erfahrung, diese in einen Gesamtkontext einzuordnen, geschweige denn, zu beurteilen.

Zu Beginn empfinde ich A Sanctified Rose als etwas ungestümen und puren Weihrauchduft, der aber schnell eine ganz leichte, angenehme pudrig-trockene Süße entwickelt, die kühl und wie ein leichter Nebel über der Haut schwebt. Diese schwebende Duft ist für mich von solcher Schönheit, dass ich für einen Moment den Atem anhalten möchte und die Zeit still zu stehen scheint.

Mit der Zeit nehme ich auch einen feinen und zarten Rosenduft wahr, der aber vollkommen unsüß und von einer ätherischen Leichtigkeit ist, die möglicherweise dafür verantwortlich ist, dass in einigen bisherigen Kommentaren überlegt worden ist, ob sie überhaupt wahrnehmbar sei.

Nach 4 bis 5 Stunden ist der Duft auf meiner Haut am schönsten entwickelt, zu Weihrauch, Rose und manch anderem Zauber, den ich nicht zu identifizieren vermag, gesellt sich eine wunderschöne und unschwülstige Vanille. Der Duft ist nie ruppig oder kantig, hat aber eine leichte Sprödigkeit oder Mürbheit, die ich ganz wundervoll finde.

Leicht und sanft klingt A Sanctified Rose aus und noch am nächsten Morgen möchte ich die allerletzten Spuren dieses Wunders auf meiner Haut festhalten.

Die Probe dieses Duftes ist auf die denkbar netteste Weise zu mir gekommen und dafür bedanke ich mich ganz, ganz herzlich!
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