FlorblancaFlorblancas Parfumkommentare

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11.12.2016 17:15 Uhr
14 Auszeichnungen
Caron gehört definitiv zu meinen Lieblingsmarken, als ich jedoch vor ca. 5 Jahren das erste Mal hier die Pyramide einsah und die damaligen Kommentare las, war ich am Ende sehr verwirrt und eher abgeneigt.
Pfefferbombe, Gewürzbombe, Zibetbombe??? Das war so gar nichts für mich.

Doch dank eines netten Angebotes aus Italien, habe ich mich in diesem Jahr doch noch entschlossen, mir auch diesen Caron zuzulegen, und ich könnte kaum glücklicher sein, dass ich die vorherige Abneigung überwunden und diesen Duft erworben habe. Inzwischen ist es so, dass ich meinen Caron Favoriten kaum noch benennen kann - einer ist schöner als der andere.

Sicher, Parfum Sacré beginnt mit einer ordentlichen Ladung an Pfeffer. Keine grünen Pefferkörner, auch kein rosa Pfeffer (wie er heute absolut angesagt ist), sondern getrockneter und gerade erst gemahlener schwarzer Pfeffer. Begleitet wird er von vielen weiteren Gewürzen, Kardamom, Gewürznelke etc. Ein Einstieg, der durchaus gewöhnungsbedürftig ist, für GewürzliebhaberInnen jedoch eine Offenbarung.

An die 20 - 30 Minuten kann ich mich an dieser Gewürznote erfreuen, dann verändert Parfum Sacré sein komplettes Gesicht und zeigt nun eine cremig weiche Blütennote, zu schön und zu perfekt komponiert, um sie auseinander zu dröseln. Zum Glück ist die in der Pyramide genannte Zibetnote (mein Feind) nicht wirklich zu spüren, sie gibt dem Duft bestenfalls etwas Tiefe.

Amber, Vanille und Holz begleiten die Blüten schon früh und halten den Duft bis zum Schluss in diesem wunderbaren Akkord fest. Es ist durchaus möglich, dass Jean-Pierre Béthouart sich hier den hauseigenen Duft 'Poivre' zum Beispiel nahm, als er Parfum Sacré kreierte. Er hat dabei die starke und strenge Gewürznote sehr fein dosiert und mit weichen blumigen, ambrierten und vanilligen Tönen ersetzt, so dass am Ende ein neuer, sehr femininer Duft entstanden ist.

Ich bin nicht sicher, ob ich den Duft als "heiligen Duft" benennen würde, bei heiligen Düften kommt mir immer Weihrauch und Myrrhe in den Sinn, die hier jedoch gänzlich fehlen. Im Gegensatz zu Poivre oder Farnesiana würde ich Parfum Sacré auch im Sommer tragen, denn seine Sillage erlaubt eine nur sehr dezente Projektion und keine unangenehme "Stinkefahne". Trotz seiner weichen, cremigen Akkorde würde ich Parfum Sacré keinesfalls als Gourmand einsortieren, denn das wäre in diesem Fall eine Abwertung.

Die Haltbarkeit ist für meinen Geschmack etwas reduziert, hier hat das Haus Caron im Verhältnis zum Kaufpreis ein wenig untertrieben, aber vier Stunden sind in etwa drin. Auf der Kleidung hält er sich natürlich besser, ebenso auf den Haaren, weshalb ich meine Düfte auch stets auf die Haare sprühe.

Mein Fazit: ich bin sehr froh, meine Abneigung überwunden und diesen Duft in meiner Kollektion zu haben. Ein weiteres Highlight meiner Caron Sammlung.
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Nachtrag: Bei weiteren Internet-Recherchen habe ich eine Information gefunden, die besagt, dass "Parfum Sacré" der Nachfolger des Caron Parfums "Or et Noir" sei. Ob das korrekt ist, konnte ich nirgendwo verifizieren. Auch empfinde ich beide Düfte als extrem unterschiedlich - ich besitze beide.


04.12.2016 00:09 Uhr
7 Auszeichnungen
Ob Manuela Pfannes-Völkel bei der Kreation dieses wunderbaren Parfums an den Roman von Nathaniel Hawthorne - Der scharlachrote Buchstabe - dachte, entzieht sich meiner Kenntnis, jedoch lässt das Parfum es ebenso wenig an Dramatik fehlen, wie das Buch.

Schon der Auftakt ist ausgesprochen gewaltig, doch hier noch eher frisch-grün, weniger zitrisch, und die üppige Rosen-Safran-Hölzer-Vanille Mischung bahnt sich hier schon an. Zunächst erblühen dunkelrote Rosen, die durch die übrigen Duftbausteine beinahe den Akkord von Goldlack und Levkojen annehmen. Süß und mächtig sind diese Blüten, im Hintergrund von eher grünen Noten von Zitrusblättern begleitet.

Gewürze - und ich könnte hier nicht behaupten, es sei nur Safran - unterpolstern die Blüten nach und nach immer mehr. Der Duft wird dadurch wärmer, raumgreifender und unglaublich sinnlich. Später erst gesellt sich ein feiner, fast cremiger Holzton dazu und die Vanille sorgt ebenso wie der Safran für den würzigen Unterbau.

Aufgrund der genannten Duftbausteine könnte man meinen, der Duftverlauf sei linear. Doch das ist er mitnichten und auch Manuela Pfannes-Völkel nennt eine Pyramide:

Kopf = Hesperiden-Akkord
Herz = rote Rosen, Safran, Rosenlikör
Base = Iris, Hölzer, orientalischer Vanille-Akkord

Diese Pyramide stimmt beinahe mit meiner Duftempfindung überein, allerdings finde ich, dass die alkoholische Note im Rosenlikör sich erst nach den Hölzern und der Vanille einstellt. Es ist auch weniger ein Likör, als vielmehr so etwas wie ein wunderbar weicher, süßer Scotch, z.B. ein Singleton, der die dunkelroten Rosen und Gewürze aufsaugt und ihnen dadurch neues Leben einhaucht.

Eine ganz liebe Duftfreundin hat mir die Probe zu diesem Duft zukommen lassen, und sie hätte mir kaum etwas schöneres an Duft bescheren können. Schon beim ersten Sprühversuch habe ich mich in diesen Duft verliebt und auch wenn er sicher kein Sommerduft ist, ich werde ihn bestimmt auch ab und an im Frühling noch aufsprühen, einfach so für mich.

Letter in Red ist eines der Extraits von Manuela Pfannes-Völkel. Die Extraits mit 35 % bis 40 % Duftstoff-Anteil in einer innovativen Öl-Alkohol-Base kommen in einem puristischen Flakon mit goldener Verschlusskappe. Mit diesem Duft ist der Parfumeurin ein absolutes Kunstwerk gelungen, das breite Beachtung verdient.

Die Etiketten werden von Manuela Pfannes-Völkels Schwester gestaltet und sind sehr ansprechend und phantasievoll. Es ist schön, das eine Parfumeurin es wagt, wieder Farbe in die Etiketten zu bringen.
Ganz zu Beginn der kommerziellen Parfümerie vor der Jahrhundertwende des vergangenen Jahrhunderts waren die wundervoll gestalteten Etiketten oft das einzige Merkmal, das Parfums in einem Regal voneinander zu unterscheiden half. Sie kamen damals fast alle in Apothekerflaschen auf den Markt, und die Kundin goss sie dann zuhause in ihren eigenen Flakon, bis die Parfumeure sich mit Kristallerien zusammentaten und die individuelle Flakongestaltung auf die Bühne trat.

Letter in Red ist mein erster Arts&Scents Duft, den ich kennen lernen darf und er ist sofort auf meiner Wunschliste gelandet. Er verkörpert für mich das, was Ramón Monegal seinerzeit als "Autorenparfum" bezeichnete.


25.11.2016 01:06 Uhr
10 Auszeichnungen
Als wir noch in Tschechien lebten (bis zu meinem 14. Lebensjahr) haben wir sehr viel selbst eingelegt und eingekocht für den Winter. Das ging von selbstgemachtem Sauerkraut über eingelegte Gurgen, Rumzwetschgen. Birnen, selbst hergestellten Himbeersirup und aus Zuckerrüben hergestellten Ersatzhonig bis zu - natürlich - Apfelmus.

Genau daran muss ich bei den Monodie-Tests denken. Zwar ist in diesem Apfelmus noch irgendetwas künstliches, das - wäre es stärker - sehr penetrant durchkäme. Glücklicherweise ist es nicht sehr stark und so auch zu ertragen. Dieser süße Fruchtmus-Geruch bleibt, es verändert sich auch im Laufe des Drydown absolut nichts.

Ich weiss zwar nicht, was diese Düfte kosten, aber in diesem Fall hier wäre mir ein Glas Apfelmus für 99 Cent lieber.


23.11.2016 20:38 Uhr
8 Auszeichnungen
Die Mirabellen, diese kleinen, gelben, zuckersüßen Biester aus der Pflaumenfamilie, sind reif, überreif, und fallen zu Hunderten von den Bäumen. Sie bedecken inzwischen fast die ganze Wiese und sind ein Labsal für den Moschusochsen, der hier frei Leben darf und sich in dieser Zeit einen fetten Früchtebauch anfrisst.

Mirabellen mögen wir schließlich auch und so kann ich gut nachvollziehen, wenn der Ochse sich daran gütlich tut.

Sein Moschus-"Duft" vermischt sich mit dem der süßen Mirabellen, das ein oder andere Blümelein mag auch dabei sein, spielt aber kaum eine Rolle, ebenso wie die anderen Duftbausteine, die sich in der Pyramide tummeln.

Mit vollem Bauch zieht er sich zwischen den Sandelholzbäumen langsam in das Vanilleorchideen-Dickicht zurück, zum Ausruhen. Satt, die Schnauze noch immer nach Mirabellen duftend, und - soweit man das von einem Ochsen sagen kann - rundum zufrieden.

Die Sandelholz-Vanille-Wölckchen umwehen seine Nase und er träumt von vielen vielen Mirabellen, die er noch vertilgen kann, mit einem Gesichtsausdruck, der fast wie ein Grinsen aussieht...

Diese Iles d'Or Version 2007 hat mit dem ursprünglichen Iles d'Or aber auch gar nichts zu tun. Der Duft ist eine fruchtige Moschus-Vanille Komposition, die am Ende in einer sanften Sandelholz-Vanille Note endet, sonst aber keinerlei "Goldinsel" Eigenschaften zeigt. Er ist schön, aber wer wie ich, die "alte" Version von Iles d'Or kennt, der wird mit diesem Duft eine Enttäuschung erleben. Vielleicht habe ich daher so lange gewartet ihn auszuprobieren, weil ich genau davor Angst hatte...

Bitte liebe Molinards, bringt mir das Original Iles D'Or zurück, einen der schönsten Düfte meiner Sammlung.


22.11.2016 12:57 Uhr
9 Auszeichnungen
Neben den 14 Düften, die inzwischen zum Glück in diversen deutschen Parfümerien erhältlich sind, hat Ramón Monegal einige Special Editions kreiert, die u.a. in der hauseigenen Parfümerie in Barcelona zu kaufen sind. Hand in Hand Rose & Oudh ist einer dieser Düfte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan der 14 von Ramón Monegal bin. In diesem Zusammenhang war ich natürlich sehr neugierig auf die Special Editions und kann sie, dank Pröbchen, auch testen. Doch Hand in Hand hat leider genauso viel orientalisches, wie deutsches Bier.

Der Auftakt ist zunächst wirklich traumhaft schön. Süßlich duftende Rosen präsentieren großzügig und sehr überzeugend ihr Parfum. Dieser herrliche Akkord hält jedoch nur kurz an, dann kommt eine holzige Note hinzu, die ich nur mit beide Augen zudrücken als Oud identifizieren kann.

Diesem Oud fehlt die warme, orientalische, rauchige Note, die es im Normalfall ausmacht. Es ist zu schwach und deshalb für mich eher europäisch als orientalisch. Die zarte Süße der Rose geht dadurch jedoch vollständig verloren.

Dann nimmt diese schwache Oud-Note zusammen mit der Rose auch noch einen sehr seifigen Akkord an, der dann auch bis zum Ende anhält und mir leider den Spaß an diesem Duft verleidet.

Die Haltbarkeit dieser Note ist enorm, mehrfaches Waschen - einschließlich Shampoo-Kontakt beim Haarewaschen - konnte Hand in Hand nicht von meinem Handgelenk entfernen. Die Sillage ist körpernah, so dass der Duft in der Projektion kaum vernehmbar ist.

Ich liebe die 14 von Ramón Monegal, und auch einen der Special Editions, den ich schon kenne - Mediterranean Memories - doch Hand in Hand Rose & Oudh spricht mich überhaupt nicht an. Zu schwach das Adlerholz, zu wenig orientalisch und im Zusammenhang mit der Rose nur eine scharfe Rosenseife.

Lieber Ramón, es tut mir von Herzen leid, dass ich diesen Duft nicht besser bewerten kann, so gern ich es auch tun würde.


21.11.2016 20:13 Uhr
14 Auszeichnungen
Es ist jeden Morgen das gleiche Ritual, das er zelebriert, bevor er in seinen Anzug schlüpft. Nach dem Duschen, Rasieren, Zähneputzen etc. kommt sein Duft, sein ganz persönlicher Anarchist.

Zunächst erinnert er ihn an seine Zahnpasta, mit der leicht süßlichen Minznote. Das erinnert ihn daran, die Kaugummis einzustecken. Beim Frühstück begleitet ihn eine leicht metallische Note, die er an sich nicht so mag, aber das ist eben die Natur dieses Duftes, solange er sich entwickelt. Sie begleitet ihn auch noch während seiner ganzen Fahrt zur Arbeit.

Sein anthrazitfarbener Anzug - er bevorzugt diese Farbe gegenüber schwarz oder dunkelblau bzw. hellgrau - trägt den Duft immer. In ihm bleibt er auch recht lange erhalten, daher sprüht er, bevor er das Haus verlässt, noch einmal in die Luft und läuft unter der Sprühwolke durch. So sind auch seine Haare und die Kleidung beduftet.

Als er im Büro ankommt, hat sein Duft sich bereits gesetzt und entwickelt diese wunderschöne, sanft holzige, grüne Note, die er so sehr liebt. Hell und strahlend, dabei von einer Sanftheit, die einem echten Anarchisten wohl kaum zugemutet werden kann. Dieser grün-holzige Akkord hält den ganzen Tag über an und er fühlt sich darin so richtig wohl. Auch sein Team mag seinen Duft, er passt zu ihm und seiner Arbeitsweise, die recht unkonventionell und dennoch sehr durchdacht und intelligent ist. Sein Team zählt er zu seinen besten Ressourcen und so behandelt er sie auch.

Er achtet darauf, dass die Arbeit innerhalb der Arbeitszeit erledigt wird, die Mitglieder seines Teams fair behandelt werden und alle zusammen relativ pünktlich Feierabend haben. Oft geht er dann noch mit ihnen auf einen Drink, bevor er nachhause fährt.

Zuhause angekommen, entledigt er sich seiner offiziellen Klamotten und schlüpft in bequeme. Auch sie duften, denn er benutzt L'Anarchist für fast alle Gelegenheiten. Er ruht sich auf seinem Sofa aus und geniesst die jetzt seiner Haut entströmende, warm-vanillige, leicht zimtige Duftnote. Diese Duftnote läßt ihm die Freiheit, am Abend, wenn er mit seiner Frau oder seinem Team ausgeht, einen anderen Duft, der auf diesen warmen Akkorden aufbaut, zu benutzen.

Seine Frau liebt seinen Duft ebenfalls. Seinen eigenen und den "seines" Anarchisten, der zu ihm passt, wie zu sonst keinem. Vor allem am Abend, wenn aus dem wilden Anarchisten ein richtiger Schmeichler und Kuschler wird.


17.11.2016 00:45 Uhr
13 Auszeichnungen
Bei der Suche nach einem ganz bestimmten Duft bin ich über die Les beaux arts Düfte gestolpert. Ich habe sie mir alle angesehen und auch die Preise kennengelernt. Es sind durch die Bank Eaus de Parfum und die Düfte MIT Skulpturenkappe kosten zwischen 150 und 200 Euro, manchmal mehr. Sie werden allem Anschein nach nicht mehr produziert, so dass es nur noch Restbestände gibt, die über das Internet vertrieben werden. Es gibt sie jedoch auch als Nachfüllflakons und irgendwo zwischen all den Düften fand ich einen Nachfüllflakon, den ihn für einige wenige Euronen erstanden habe - die Neugierde nach dem "was ist das für ein Zeug" hat hier gesiegt!

Mit Skulptur-Kappe gibt es 22 Flakons, wobei diverse Flakons den gleichen Duft enthalten. So ist mein Nachfüllflakon z.B. nicht nur für die schöne "Aphrodite", sondern auch für Rizzis "Four Seasons" bestimmt.
Das dürfte auch der Grund dafür sein, warum die Flakons zum einen mit einer "design edition no. xx" versehen sind. Der Name der Skulptur-Kappe steht nur auf der Umverpackung, nicht aber auf dem Flakon selbst. Es gibt noch zwei Ausgaben mehr, als hier gelistet sind: DANAIDE nach August Rodin und LA DANSE von Marco Piono.

Zum Duft: der Duft ist - sehr - süß, mutet sehr künstlich an, fruchtig mehr als blumig, und nicht wirklich interessant. Es erscheint mir, als spielte der Duft im Grunde gar keine Rolle bei Les beaux arts. Leider hält dieses süße Obstwasser recht lange auf der Haut, dafür ist die Sillage zumindest etwas zurückhaltender - es gibt ganz andere "Stinker" in dieser Kategorie.

Hier ist es wohl eher so, dass jemand die Idee hatte, wie man einigermaßen gefällige Duftwässerchen teuer und originell vertreiben kann.
Doch genau hier liegt für mich die Crux vergraben. Entweder ich möchte einen hochwertigen Duft, dessen Flakon auch gleichzeitig etwas hermacht, oder ich möchte Skulpturen nach bekannten und/oder berühmten Vorlagen als Wertobjekte.

Diese Skulpturen - so nett sie sein mögen - sind aber weder etwas halbes, noch etwas ganzes. Der Flakon dient eigentlich nur als Unterbau und ist dementsprechend schwer, denn viele der Skulpturen sind aus Bronze. Bei mir würde der Flakon wohl nie leer, dazu gefällt mir der Duft nicht gut genug. Und so wird es dann wohl auch dem kleinen Bruder Nachfüllflakon gehen, den ich erstanden habe. Er ist eher eine skurile Kuriosität in meiner Sammlung.

So leid es mir tut, aber ich würde für einen solchen Duft - auch mit Skulptur-Kappe - nicht mehr bezahlen, als ich für den Nachfüllflakon bezahlt habe, 1 €.


14.11.2016 16:04 Uhr
14 Auszeichnungen
Wenn der Winter vorbei ist, und die warmen Tage länger und heller werden, krabbeln sie aus ihrem Nest und fliegen auf Futtersuche. Ich liebe diese kleinen Tierchen und biete ihnen schon im Frühling mit blühendem Rosmarin, dann Lavendel, Thymian, Oregano und Salbeiblüten etwas zum sammeln. Sie zu beobachten ist einfach herrlich. Fleißig von Blüte zu Blüte sammeln sie Nektar, ihre Beinchen gelb, voll von Pollen. Ich versuche sie zu streicheln und manchmal gelingt es, wenn sie länger bei einer Blüte bleiben. Sie sind so vertieft in ihre Futtersuche, dass sie das gar nicht bemerken. Sie fühlen sich weich und flauschig an.

Nachdem ich En Avion mindestens 8mal getestet habe, muss ich jedes Mal und noch immer an eine kleine Hummel denken, die sich auf Futtersuche begeben hat.

Zunächst geht der Flug über flache Berghänge, mit vielen Wildkräutern, die noch nicht blühen, deren Blattwerk aber einen würzigen, herben, grünen Duft abgibt. Danach geht es über Pinienwälder, deren mit Harz bedeckte Stämme von der Sonne erwärmt ihren harzig-holzigen Duft bis in große Höhen steigen lassen.

Hummelchens Ziel liegt hinter diesen Pinienwäldern, das hat sie bereits ausgekundschaftet und fliegt zielstrebig dahin: große, in bunten Farben blühende Nelkenfelder duften in der Sonne.

Sie werden von einigen Bauern bewirtschaftet, deren wenige Häuser ein kleines Dorf bilden. An jedem Haus wächst ein Jasminstrauch in die Höhe, über und über bedeckt mit kleinen, weißen, duftenden Blüten. Ihr Duft nimmt den Nelken die penetrante, schwülstige Note und ergänzt den Duft der Nelken zu einem cremig weichen Akkord. Auch hier stehen Pinien und geben den Häusern Schatten, ebenso wie die Orangenbäume, die mehrmals im Jahr blühen und herrliche, saftige Früchte tragen. Der harzig-holzige Duft der Bäume mischt sich unter den weichen Blüten-Akkord und rundet den Duft ab.

En Avion ist ein wunderbares Parfum, wofür ich Ernest Daltroff noch heute dankbar bin. Einen Duft mit soviel Feingefühl für Details, so vielen, überraschenden Facetten und Akkorden, ein Duft wie für mich gemacht. Ich habe ihm lange Zeit gegeben, im dunklen Schrank in seiner schönen, weißen Box. Doch jetzt darf das Extrait mich öfter begleiten. Ich liebe es!

Die Sillage ist körpernah und sehr angenehm, die Haltbarkeit gut. Erst nach Stuuunden muss ich wieder ein wenig nachtupfen und die Handgelenke sind immer mit dabei, so kann ich selbst auch öfter daran schnuppern.

Für mich zählt Caron auf jeden Fall zu den besten Parfumhäusern aller Zeiten. En Avion ist wieder einmal ein Caron, das mein Herz aufgehen lässt. Würde es in Flugzeugen tatsächlich so duften, wäre ich wohl nur noch da oben anzutreffen.


13.11.2016 17:21 Uhr
13 Auszeichnungen
Rosenduft, origineller Flakon, fernöstlicher Name und dann noch Seide - das muss ich natürlich auch testen! Doch einen Test für knapp 140 Euro erschien mir dann doch etwas übertrieben. Also habe ich für kleines Geld einen Mini dieser Seidenrose erworben.
Der Flakon ist ähnlich dem großen, ohne den 'Ball' im inneren, und richtig schön stabil verpackt. Auch ist es kein 3ml Flakönchen, dem der echte Duft kaum zu entlocken ist, sondern eine, für einen Mini, recht ordentliche 9ml Abfüllung.

Ich also großzügig über beide Handgelenke verteilt und geschnuppert. Der Auftakt hat etwas grünlich frisch, alkoholisch, aber auch irgendwie künstlich. Irgendetwas stört mich hier, die zugegeben leichte Süße, hat eine irgendwie penetrante Beinote.

Doch es vergeht und die Rose dreht auf. Jetzt ist der Duft schön rosig und mit meiner Rosa Moceniga nahezu identisch. Die Rose ist sanft, mit grünen Anklängen, weich unterlegt. Außer, dass es zur Basis hin noch heller rosig wird, findet keine großartige Veränderung mehr statt.

Die Sillage ist gut, in meiner näheren Umgebung haben auch andere etwas von dem Duft. Die Haltbar-keit ist ebenfalls gut, Die Seidenrose hält mehr als 8 Stunden.

Letztendlich bin ich froh, dass ich nur den Miniflakon gekauft habe und nicht den großen, denn der Preis ist fast doppelt so hoch, wie der von Rosa Moceniga, die mir ausnehmend gut gefällt. Auch der Murano-Flakon ist mir angenehmer, als der der Shanghai Tang Seidenrose.

Hier hat mich meine weibliche Intuition wieder einmal auf die richtige Bahn gelenkt und mich von einem Fehlkauf abgehalten!


10.11.2016 20:44 Uhr
13 Auszeichnungen
Selten hat ein Duft mich so mit einer Situation zusammengebracht, wie dieser. Es war 1986 in Granada. Dieser Duft der beharzten Bäume - meist Pinien - die Kräuter, wie Rosmarin, Lavendel, Anis etc. etc., die fast überall wild wachsen, die Zitronen, die nicht sauer, sondern süß-fruchtig dufteten, die Blüten, die überall die Luft schwängerten und auf jeden Duft Einfluss nahmen, und dann dieses Lied: Hijo de la luna von Mecano - das Mondkind. So traurig, schaurig, schön.

Deshalb habe ich schon beim ersten Sprühstoss den Duft mit diesem Lied zusammengebracht und er hat mir wiederum mein damaliges Granada zurückgebracht.

Bitteres Petit Grain am Anfang löst sich in saftig frischer Zitrone auf, nimmt Blüten mit dazu, weiß und zart, doch alles wird von harzigen Noten dominiert und darf diese Noten mit sanften Klängen begleiten. Ein Duft in grün, mit viel Gefühl. Ein Duft wie ein Ereignis und man traut es ihm zunächst gar nicht zu. Es ist ein samtiges. weiches, aber nicht dunkles grün. Es ist aber auch kein Maigrün oder Grasgrün. Es ist eher das helle, silbrig glitzernde grün der Olivenbäume, das ich mit Come la Luna verbinde. Es vermittelt Stille, Ruhe, angenehme Einsamkeit in einer sanft grünen Landschaft.

Parfums empfindet glücklicherweise jeder Mensch anders und Come la Luna weckt bei mir die schönsten Erinnerungen...

Mondkind (meine Übersetzung):

Dem Narren, der nicht versteht,
erzähle ich eine Legende,
Eine Zigeunerin
beschwor den Mond bis zum Morgengrauen
Weinend, bat sie
Wenn der Tag anbricht
sie mit einem Zigeuner zu vermählen.

Du wirst einen Mann haben mit dunkler Haut
sprach der Vollmond vom Himmel
Doch im Gegenzug möchte ich
Deinen ersten Sohn
den Du von ihm empfängst.
Wer sein Kind opfert,
um nicht allein zu sein
kann es nur wenig lieben.

Der Mond will Mutter sein
Und Du findest keine Liebe
die Dich zur Frau macht.
Sag mir, silberner Mond
was willst Du tun
mit einem Kind von Fleisch und Blut?
Kind des Mondes.

Vom zimtfarbenen Vater wurde ein Kind geboren
Weiß wie die Rückseite eines Hermelin.
Mit grauen Augen
statt olivfarbenen
ein Albino Mondkind.

Verdammt sei seine Geburt!
Dieser Sohn ist kein Zigeuner
und ich werde nicht den Mund halten!

Der Mond will Mutter sein
Und Du findest keine Liebe
die Dich zur Frau macht.
Sag mir, silberner Mond
was willst Du tun
mit einem Kind von Fleisch und Blut?
Kind des Mondes.

Im Glauben, entehrt zu sein,
ging der Zigeuner zu seiner Frau, Messer in der Hand.
Wessen Sohn ist er?
Du hast mich betrogen.
Und er stach sie mit dem Messer tot.
Dann ging er auf den Berg
Mit dem Kind in den Armen
und dort verließ er das Kind.

Der Mond will Mutter sein
Und Du findest keine Liebe
die Dich zur Frau macht.
Sag mir, silberner Mond
was willst Du tun
mit einem Kind von Fleisch und Blut?
Kind des Mondes.

Und in Nächten wenn der Vollmond erscheint,
ist es, weil es dem Kind gut geht,
doch wenn das Kind weint,
nimmt der Mond ab und bildet eine Sichel,
um dem Kind eine Wiege zu schaffen.
Und wenn das Kind weint
nimmt der Mond ab und bildet eine Sichel,
um dem Kind eine Wiege zu schaffen.


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