Fresh21Fresh21s Parfumkommentare

1 - 5 von 72
Fresh21 vor 2 Tagen 26
7
Duft
6
Haltbarkeit
7
Sillage
7
Flakon

Jung, schön und intelligent … doch nichts für mich :)
Nur weil ich alt, hässlich und senil bin? Ja, genau;) Drum kann ich ihn auch nur mit 7 voten, werde ihn aber anyway in den höchsten Tönen loben, denn Century ist nicht nur ein Cheapy, sondern auch nice und unique.

Ups?!

Ach, chill mal :) die Anglizismen waren lediglich nötig, um das jugendliche Flair des Dufts zu betonen. Zudem ist er recht speziell, innovativ und moderner als die meisten anderen Designer, die ich kenne.

Aber leider habe ich genau damit meine Problemchen. Denn dieser Dunhill eröffnet zwar mit einer hellen Frische oberhalb des Mix aus viel Neroli und so etwas wie Icon Light. Doch schon nach einer Viertelstunde beginnt die ohnehin schwache SynZitrik ;) zunehmend auszudünnen, und der Duft klebt anschließend mit einer Neroli-Power-Sillage am Hals wie die Kletten aus meiner Jugend, Sorte "Feminina Cuscheelikus Maximus" - für mehr als eine Stunde, bevor sie sich langsam beruhigt.

Na und?

Hey, chill doch mal :) und mach einen zweiten Test … Gesagt, getan und schon am nächsten Tag wich der heftige Ersteindruck einer etwas differenzierteren Betrachtung: Der helle Opener an weichen zitrischen Noten kam nun ein wenig mehr zu Geltung, wenn auch erneut etwas künstlich und eher zurückhaltend. Doch die am Vortag so deutlich empfundene Intensität des ungewöhnlichen Duftcharakters resultiert nicht nur aus Neroli, sondern seinem Verbund mit diesem Cypriol, "dessen Geruchsnote einzigartig und besonders erdig, orientalisch, adlerholzartig, angenehm, krautig, orientalisch ist" wie ich irgendwo las. Und darin liegt wohl die Besonderheit, denn das "adlerholzartig" nennt sich beim Icon "Oud" und steuert dort eine feine, leicht animalische (aber nicht fäkale) Färbung bei, während dies bei seiner Schwester Century genauso so ist, aber heller und intensiver. Und eben das ist nicht mein Ding und wirkt für mich fast so, als ob man an einem Frequenzregler von 250 auf 500 Herz dreht, also vom entspannt reservierten Mittelton zum omnipräsenten Oberton. Mit anderen Worten:

Chill mal auf Speed :)

Dennoch wird das neue Jahrhundert-Wasser;) vielleicht so erfolgreich wie Icon, weil es genau da ansetzt, wo der Klassiker auf Grund seiner speziellen Note für manche User etwas zu muffig oder oldschool wirkt. Und dafür mache ich Dunhill ein großes Kompliment. Denn Century ist ein intelligent gemachter Duft, der endlich den Teil des Klientels bedient, der bisher mit dem markanten Icon nicht erreicht wurde, also quasi oberhalb dessen, … jenseits der alten Schule, inmitten des blühenden Lebens:)

Ich komme daher zum Schluss, dass dies wohl eine auf jüngere Nutzer zielende Essenz ist, die vor allem durch ihre helle, leicht blumige "Animalik" überzeugt - modern, besonders und durchaus attraktiv. Allerdings kann ich neben dem Moschus und vielleicht etwas Sandelholz kein Kardamom und Weihrauch ausmachen. Denn für mich besteht Century nach gut einer Stunde vorwiegend aus dem blumig süßlichen Neroli und dem hellen animalischen Cypriol, und wirkt deshalb eher feminin, ja nahezu lieblich auf mich. In Summe also ein freundlicher Saft mit oudiger Note, ungewöhnlich doch sehr harmonisch abgestimmt, und zu Recht um die 8 bewertet, bei guter Sillage und Haltbarkeit (auf Kleidung >24h).

Fazit: Century ist ein kreativer Duft mit Pfiff - innovativ, mutig, unverwechselbar. Dabei macht er keine allzu große Entwicklung - warum auch? Im Grunde wirkt Century wie die schöne Schwester von Icon, die sicher auch ein wenig polarisieren wird, doch den meisten wohl gefallen dürfte. Während ich aber zur Fanbase des Icons zähle, verhält es sich beim Century genau umgekehrt: In Vertretung der Minderheit kann ich leider nicht so gut mit ihm (oder ihr;)

Soweit meine Einschätzung und ich empfehle, diesen speziellen Duft (genau wie den Icon) niemals blind zu kaufen, aber unbedingt einmal zu testen!!! Denn auf lange Sicht kann ich mir einen ähnlichen Erfolg wie beim großen Bruder vorstellen, wobei schon jetzt beim Century ein ebenso top PLV besteht. Deshalb hat man wohl auch bei ihm auf einen sehr universellen Namen gesetzt, der durchaus passt. Dennoch hätte ich mir ebenso die Folgenden für den Century vorstellen können:

ICONine

Der Diva

oder

"Icon ohne Eier"

wie ihn Comed nannte, der mir dankenswerterweise eine Probe schickte. Insofern stimmt er mir zu: Century ist

jung, schön und intelligent … doch nichts für mich :)

25 Antworten

Fresh21 vor 30 Tagen 40
7.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
6
Flakon

Du komms hier nich rein :)
In Scent City gibt's jede Menge Clubs, Bars und andere Lokalitäten. Eine davon heißt @Fresh21 (gesprochen: Fräsch twentiwann), vor der sich folgende Szene abspielte, als der junge Dylan mal wieder abgewiesen wurde:

"Hey, was geht Mann, da bin ich wieder."

[Schweigen]

"Ganz schön viel los hier, lässt du mich heute rein?"

Nope.

"Aber wieso denn nicht? Hey, riech mich doch mal an … ich bin frisch, würzig, süßlich, aquatisch, rauchig, alles drin, tip top sauber und gepflegt bis morgen früh wenn ihr dicht macht."

[Schweigen]

"Ach, komm schon, meine Vorredner sind doch auch reingekommen, sogar dieser Henry vom Hill 667, der mit der Zeichensprache. Ist erst sechs Wochen her."

[Schweigen]

"Mann, ich kapier's nicht. Letztes Jahr konnte ich hier täglich rein und raus, war fester Bestandteil, wenn auch nur für zwei Monate. Und jetzt heißt es nur noch "kein Einlass, zu jugendlich, zu lieblich, zu fluffig" … Alter, was soll das?"

[Schweigen]

"Dabei komm ich doch so gut an, ein Crowd pleaser, ein top Allrounder, ob in Freizeit, Büro oder beim Date - überall gibt's Komplimente. Und das liegt nicht nur daran, dass ich von allem ein bisschen bin; Bleu de Chanel, Sauvage, YSL Ultime und Profumo, sondern einen ganz eigenen Charakter habe, der keinen Vergleich zu scheuen braucht. Zudem hab' ich 'ne potente Ausstrahlung und halte ziemlich lange durch."

Bist du 'n Callboy?

"Was?! … sehr witzig, aber o.k., ich hab's geschnallt. Schon letztes Mal hieß es "du bist zu designed, willst zu viel und kannst es auch, ja sogar zu fröhlich soll ich irgendwie sein. Das kapier' wer will, aber hey, … sag mir doch bitte noch eins: Was bedeutet eigentlich die 21 im Namen von eurem Laden? Ich dachte da tummelt sich junges Volk und ich hätte nochmal 'ne zweite Chance reinzukommen, doch jetzt gibt's hier wohl nur noch Greise."

Stimmt. Einen, und der ist weise.

"??? … Was meinst du denn damit?"

Du komms nich mehr rein :)

30 Antworten

Fresh21 vor 39 Tagen 19
6.5
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
7
Flakon

WANTED 2.0 … oder der lachende Dritte :)
Man nehme die freaky Ingwer-Zitrone von Wanted und die abgespacte Zimt-Mandarine von Wanted by Night, ergänze die beiden Azzaro-Synthetiker um eine aquatische Holznote und würze das Ganze ein wenig an. Und schon ist die Wanted Laube 2.0 gestrickt (Pool inklusive;)

Hier die Details:

Erste 5 Minuten tolle Zitrik, nicht so strange wie bei Wanted, … anders, besser, aber nicht weniger ungewöhnlich. Dazu gesellt sich bald ein prägnant zimtiges(?) Fruchtaroma, das der Night-Edition von Wanted entliehen sein könnte. Und von Beginn an ist auch schon etwas Aquatik an Bord, die aber nichts mit der des Originals gemein hat. Ein recht ungewöhnliches Gebräu und für mich zu synthetisch und laut. Das beruhigt sich jedoch nach ca. 30 Minuten, und nochmals eine Viertelstunde später hat sich der AdG AI endlich eingegrooved. Denn nun macht die weiche Aquatik ca. die Hälfte des Dufteindrucks aus. Zudem zeigt sich die Zitrik reduzierter und dabei etwas süßlich, während auch der Cyber-Zimt auf ein gesundes Maß geschrumpft ist.

Im Grunde wird der Duft über den gesamten Verlauf immer besser, wenn auch langsam, und insbesondere ab der zweiten Stunde. Zwar ist die Synthetik dann immer noch vorhanden, doch nicht mehr störend, oder prägt sogar den Duftcharakter im positiven Sinne. Denn die nun deutliche Aquatik geht eine stimmige Symbiose ein mit der ungewöhnlichen Würz-Zitrik der Wanted-Mixtur. Sehr außergewöhnlich, und von daher zumindest testenswert für alle, die sowohl auf reiche Aquatik stehen als auch aromatische Synthetik-Düfte wie Wanted. Denn die Kombination dieser beiden Richtungen ist wirklich ungewöhnlich, wenn auch nicht meins.

Was ich jedoch nur schwach wahrnehme ist das Holz des Dufts, das allenfalls nach knapp drei Stunden leicht säuerlich und dunkel als solches ab und zu aufblitzt. Denn ansonsten kann ich es nur im Gemenge der Aquatik ausmachen, aber keinesfalls als klar identifizierbare Holznote.

Dennoch hat der Duft zumindest für Fans ausgefallener Synthetik einiges zu bieten: eine markante Mischung aus süßlicher Zitrik, weicher Aquatik, aromatischer Würze und ein wenig Holz in recht linearem Verlauf. Ja, der hat was. So lässt sich nicht leugnen, dass der Absolu Instinct nach ca. 2,5 Stunden ganz gut riecht, und nach einer weiteren würde ich ihm sogar eine 7,5 geben, weil er immer milder, weicher und harmonischer wird. Doch während er dann schon beginnt, sich von halber Armlänge auf hautnah zurückzunehmen, verabschiedet sich dieser Armani spätestens nach 5 Stunden auch auf meinem haltbarsten Shirt ins Off (drum sind mir die derzeitig relativ hohen H+S-Werte von bis zu 7,5 schleierhaft).

Fazit: Zwar bewerte ich diesen Flanker nur mit 6,5 doch Wanted lediglich mit 5, und Wanted by Night sogar nur mit 4. Für Fans dieser beiden Azzaro-Düfte wäre daher der AdG AI vielleicht eine Empfehlung, würde man den Abstand hochrechnen ;-) Denn trotz dem ich ihn nur so lala finde, halte ich das Abmildern der Wanted EDTs zugunsten einer ausgeprägten Holz-Aquatik für das bessere Konzept. Und darum ist Armanis Absolu Instinct für mich ein

WANTED 2.0 … oder der lachende Dritte :)

16 Antworten

Fresh21 vor 59 Tagen 29
7.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
10
Flakon

Fattan vs. Terre d'Hermès ! And the winner is …
Weil Fattan große Ähnlichkeiten mit den Terre d'Hermes Düften EDT und EDP hat, drängt sich ein Vergleichstest förmlich auf. Denn dieser Araber hat einiges zu bieten. Doch zunächst meine kleine Vorgeschichte und anschließend die Fakten :)

Terre d'Hermès EDT ist bekanntlich ein sehr beliebter Duft, doch ich konnte nie richtig warm mit ihm werden. 2016 hatte ich ihn einmal, doch schon nach ca. vier Wochen folgte der Auszug: Die Frische fehlte mir, und ich empfand ihn als zu muffig. Umso mehr fiel mir zwei Jahre später das Parfum auf, was mir etwas frischer und weniger "modrig" erschien. Doch vollends überzeugen konnte es mich ebensowenig. Also vergaß ich auch das EDP zunächst …

Dann stieß ich Ende letzten Jahres zufällig auf Fattan und beschäftigte mich erneut mit dieser Duftrichtung, inklusive den beiden Hermès Kandidaten. Und weil Fattan zitrischer sein soll wagte ich schließlich den Blindkauf, denn sein Preis entspricht ja eher einer größeren Abfüllung ;-)

Gesagt, getan … und was soll ich sagen? Der kann was! Richtig gut. Drum wird euch vielleicht ein Vergleich mit den Hermès-Düften interessieren.

Hier zunächst die offiziellen Bewertungen:

--------------Duft--Sillage-Haltb-Preis-------
TdH EDT---8.2----7.6----8.2----50€ / 50ml (Basis75)
TdH EDP---8.5----8.0----8.6----48€ / 50ml
Fattan-------8.3----7.8----8.3----15€ / 50ml

Es folgen meine persönlichen Eindrücke und Bewertungen, ohne zu sehr auf die einzelnen Duftdetails einzugehen:

TdH EDT :
Los geht es mit einer etwas künstlichen Zitrik, die für mich leider schnell etwas nervig wird. Und in der nächsten Stunde setzt sich zunehmend eine Note durch, die mich im Mix mit der Kopfnote an die häufig verbaute dumpfe schwarze Johannisbeere (z.B. in Aventus-Dupes) erinnert, die mir kaum mehr zusagt, doch offensichtlich von vielen Usern geschätzt wird. Später gesellt sich noch ein erdiger holziger Ton hinzu, der ein wenig modrig und muffig wirkt, auf der die leicht vergorene überreife Orange tanzt, die jedoch nach ca. vier Stunden deutlich nachlässt. Kurz gesagt: Das Ganze erinnert mich zu sehr an hellen Torf. Weder ist die Kopfnote wirklich frisch und präsent, noch konnte mich die Tiefe des Dufts erreichen. Dennoch überzeugt dieser Hermès wenigstens mit einer Haltbarkeit von 9-10 Stunden und einer guten Sillage (bei allen drei Düften aufgetragen mit zwei satten Sprühern am Hals). Den Erfolg des TDHs konnte ich nie richtig verstehen, aber er hat neben der großen Fangemeinschaft ja auch ein nicht minder großes Widerlager ;-)

TdH EDP :
Das Parfum bringt von Beginn an eine frischere Zitrik mit, die auch nachhaltiger, transparenter und weniger "vergoren" als beim EDT ist (EDP mehr Grapefruit, EDT mehr Orange). Der Duft wirkt insgesamt etwas differenzierter, tiefer und nicht ganz so "dreckig" und torfig wie das EDT. Dennoch: Torf ist Torf, auch wenn es im EDP dunkler ist und etwas "sauberer" wirkt. Sein Verlauf: Nach ca. einer Stunde nimmt sich die Grapefruit-Orangen-Kombo ein wenig zurück und es zeigt sich eine ausgewogene Melange aus Zitrik, leichter Würze, Holz und etwas Erde, die langsam zunehmend etwas herber wird. Nach ca. 3 Stunden nimmt die Sillage merklich ab, nach 5 Stunden noch einmal (auf >60% des Starts), doch mit einer Haltbarkeit von 12+ Stunden liegt das Parfum deutlich besser als das EDT. Und auch die Sillage ist noch gut wahrnehmbar. Das sind top Werte und auch insgesamt gefällt mir das EDP viel besser als das EDT.

FATTAN :
… ist eine unverschämt gute Kopie des TdH EDP. Allerdings startet Fattan für ca. 5 Minuten mit einem heftigen Mix, als würden sich alle Noten explosionsartig auf einmal ergießen und sich erst finden müssen, was schon bald danach auch der Fall ist. Dann riecht man eine tiefe Zitrik, die zum Glück weniger an eine synthetische Orange als viel mehr kräftige Bergamotte erinnert. Gleichsam wird diese mit einem weichen, dunklen, leicht säuerlichen Holz unterlegt. Fattan hat viel Power und wirkt maskulin, sehr präsent und durchaus wertig, wenngleich sich auch bei ihm der Torf einstellt. Ab der zweiten Stunde hat sich der Araber langsam eingegrooved und er wird immer besser, indem die Zitrik wieder etwas mehr dazu gewinnt. Nach ca. 4 Stunden ähnelt er sehr dem TdH EDP und ist lediglich etwas herber unterwegs. Es dominiert seine maskuline Zitrik, untermalt von leichter Würze und einer vollen holz-erdigen Dunkelheit. Fattan bleibt über die Stunden transparent und klar, und sein Torf spielt sich auf ein harmonisches Maß ein. Auch seine Zitrik kann sich wie beim EDP im Gegensatz zum EDT über den gesamten Duftverlauf gut halten, und nach 6-7 Stunden wird der Duft noch ein wenig säuerlicher und erdiger, sodass ich auch in ihm Vetiver vermute, ggf. unterstützt von einem Hauch Eichenmoos. Ich würde Fattan allerdings nicht so einen großen Grün-Anteil beimessen wie das Diagramm ihn derzeitig mit 15% zeigt. Dafür ähnelt er dem EDP zu sehr. Mit einer Haltbarkeit von 10-12 Stunden liegt auch er im Top-Bereich, wobei seine Sillage zeitweise ca. 10% stärker ist als die des EDPs.

Fazit:

Zunächst meine persönlichen Bewertungen:

--------------Duft--Sillage-Haltb-Preis-------
TdH EDT---6,5----6.5----8.0----50€ / 50ml (Basis75)
TdH EDP---7,5----7.2----9.0----48€ / 50ml
Fattan-------7,4----7.9----8.5----15€ / 50ml

Auch wenn ich selbst alle drei Düfte etwas schwächer benote, empfinde ich die durchschnittliche Bewertung der Gemeinde als recht stimmig (s.o.). Fattan wird von immerhin 55 Usern mit 8,3 bewertet, was durchaus statistisch relevant ist. Er wirkt etwas dunkler und tiefer als das TdH EDP, aber ist diesem sehr ähnlich - mehr als dem EDT. Auch das wird derzeitig von der Community so gesehen:

Fattan-Ähnlichkeit zu den Duftzwillingen:
TdH EDP [20]
TdH EDT [14]

Wenngleich die ersten fünf Minuten des Fattan ein wenig stechend wirken und den Eindruck von etwas Synthetik vermitteln mögen, ist diese zu Recht im Diagramm nicht zu finden. Fattan ist ein wertiger Duft, sehr potent und ausdrucksstark, mit hoher Markanz und maskulinem Charakter, der sich hinter den Hermès Vertretern nicht zu verstecken braucht. Das hier schamlos kopiert wird ist ziemlich dreist, doch mein Fall ist diese Richtung (aller drei Düfte) ohnehin nicht so ganz. Wer dennoch einen solchen Duft für seine Sammlung möchte und nicht gerade ein Hermès-Hardcore-Fan ist, dem sei Fattan empfohlen. Denn bei einem Drittel des Preises, hoher Ähnlichkeit zu den Originalen und einer hervorragenden H+S ist der Araber unschlagbar. Und wem das noch nicht reicht, der könnte sich vielleicht auch in den Flakon verlieben. Denn ich finde kaum eine schönere geometrische Form als das Polygon :-) Drum heißt es zumindest für mich:

And the winner is … Fattan !

21 Antworten

Fresh21 vor 79 Tagen 19
8
Duft
4
Haltbarkeit
5
Sillage
7
Flakon

Are you kidding me?
Ach Bottega, … welch schöner Flakon, doch was stimmt bloß nicht mit dir? Denn Duftverlauf, Haltbarkeit und Sillage sind ein einziges Trio Kuriosum. Oder ist das nur Meckern auf hohem Niveau und ich hätte meinen Kommi lediglich "funzt bei mir nicht" nennen sollen?!

Hm, immerhin bin ich nicht der Einzige, der über eine zu kurze Haltbarkeit klagt …

Die Eröffnung und die erste halbe Stunde sind spitze: sehr frisch durch die fruchtige Bergamotte, die helle Kiefer und den leicht süßlich, doch würzigen Wacholder - markant, ausdrucksstark, besonders. Dann aber kommt ein Harz hinzu, das ein wenig an Plastikholz erinnert, doch zum Glück nur für ca. 20 Minuten stärker wahrnehmbar ist. Nach dieser Dreiviertelstunde projiziert nun der Duft sehr schön, denn es gesellen sich zunehmend auch die restlichen Herznoten dazu: (noch) mehr Würze durch pikantes Piment, abgefedert durch ein liebliches Labdanum und später noch ein wenig weiches Leder. Eine maskuline wie warme Melange zugleich - klasse! Fortan ändert sich diese kaum mehr, dünnt jedoch in den nächsten 2,5 Stunden etwas aus - zu Lasten der Sillage.

Und das war's dann auch schon, zumindest auf meiner Haut.

Was für ein kurzes Vergnügen! Aber eine Haltbarkeit von knapp 3,5 Stunden, das kann's doch nicht gewesen sein. Drum musste zu Vergleichszwecken ein zweiter Test her:

Kaum aufs Shirt gesprüht, zeigte sich im Grunde der gleiche Verlauf, doch zum einen deutlich intensiver (Sillage +30%), und zum anderen stark verzögert - so kam es mir vor. Drei Sprüher im Brustbereich waren nur die ersten 30 Minuten richtig angenehm, denn im Anschluss wieder das Plastikholz, doch diesmal aber zu aufdringlich. Und dieses Kunstharz hielt nun mehr als 2,5 Stunden an, bis sich der Duft endlich beruhigte, spürbar an Projektion verlor (auf ein normales Niveau), und dadurch auch besser roch. Was also auf der Haut schon nach einer Dreiviertelstunde funktioniert, tritt auf einem Shirt erst nach gut 3 Stunden ein! Echt crazy. Somit floppt leider der Duftverlauf für mich, indem dieses EDT entweder auf der Haut prima riecht doch mit max. 3,5 Stunden viel zu kurz, oder aber es ist fast die gleiche Zeit auf einem Shirt zu synthetisch, und erst danach angenehm zu tragen. Sowas habe ich noch nie erlebt, aber dieser Italiener hält noch eine weitere Überraschung bereit, und macht ihn erst richtig kurios:

Nach ca. 5 Stunden setzen sich auf dem Shirt die Basisnoten stärker durch, und die Patch-Leder-Kombi projiziert nun einen warmen, fein-rauchigen Ton, der mich stark an Armanis Profumo erinnert. Klar, denn dort heißt der Mix Patch-Weihrauch und ich würde die Ähnlichkeit der beiden ab Stunde 6 auf ca. 70% schätzen. Und? Warum nicht? Denn der Profumo ist ja ein allseits beliebter Duft. ABER: Dass dieser Vaneta nach 5-6 Stunden zum Profumo-Derivat wird passiert ja auf der Haut gar nicht, weil er dort schon lange vorher verpufft - zumindest auf meiner :-/

Das also "stimmt nicht mit ihm" weshalb auch "funzt bei mir nicht" zutrifft. Es sei denn, ich trage diesen Bottega vorwiegend auf Klamotten, die allerdings nach dem Aufsprühen erst mal einen dreistündigen Balkonausflug machen dürfen.

Einziger Vorteil: Auf einem Shirt projiziert der Duft bis zu 15 Stunden auf halber Armlänge! Ich sag's ja: echt crazy, und deshalb sei eindringlich vor einem Blindbuy gewarnt. Denn sollte sich für diesen Italo nicht irgendwo eine Gebrauchsanweisung finden, wird man sicher noch so manches schallende Echo in der Gemeinde vernehmen, dass da ruft

are you kidding me?
18 Antworten

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