JakobolinoJakobolinos Parfumkommentare

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23.08.2019 14:25 Uhr
11 Auszeichnungen
Ein vollendetes Erlebnis, ein Hybridbereich, der den legendären Nachtclub aus den 80er Jahren wiederbelebt, aber auch ein Luxushotel, ein Restaurant und eine Cocktailbar. Soweit ein Zitat aus "Le Figaro" über Les Bains Guerbois. 1885 als Thermalbad gegründet, erfuhr das Gebaüde 1978 einen Umbau zur Location für Konzerte,Restaurant und Nachtclub.Der Nachtclub war eine Institution und auf der berühmten Schachbrett - Tanzfläche waren ständig Größen wie Grace Jones,Jack Nicholson,Sean Penn und andere zu Gast. Depeche Mode,Simple Minds, Joy Division und Prince spielten Shows für ein kleines Publikum,dass sich aus Andy Warhol,Jean-Paul Gaultier und Karl Lagerfeld zusammensetzte. 2015 dann wurde die Location in ein 5 - Sterne Hotel und Spa umgebaut und existiert in dieser Form noch heute. Es werden auch Duft und Körperpflegeprodukte angeboten,die speziell für Les Bains Guerbois von namhaften Parfumeuren kreiert worden. Und um einen von Ihnen geht es heute.


1885 Bains Sulfureux eröffnet mit einer wundervollen Kopfnote aus Bergamotte,Johannisbeere und vor allen Dingen Rosmarin. Südfrankreich ist das Erste das mir spontan zu diesem Duft einfällt. Landschaftsbilder, inspiriert durch den berühmten Film " Der Ruhm meines Vaters" von Yves Robert, schießen mir in den Kopf. Herz und Basisnote, vor allen Dingen Weihrauch,Labdanum und Patchouli verschmelzen mit einer Spur Neroli zu einem Duft,der wirklich etwas an ein Schwefelbad erinnert,bzw. dies sehr gut umsetzen kann,den bekanntlich stinkt ja Schwefel. Von Gestank ist natürlich hier keine Spur. Es ist vielmehr eine gewisse Grobheit durchaus vorhanden,die den Duft aber nur noch spannender macht.Alles in allem wurde das Thema hervorragend von Dorothée Piot umgesetzt,die wahrlich keine Unbekannte ist.

Solltet ihr auf der Suche sein (sind wir das nicht ständig?) nach einem außergewöhnlichen Duft,der sich weitab von ausgetretenen Mainstreampfaden bewegt und trotzdem kein untragbares Nischenkunstwerk darstellt, so kann ich euch 1885 Bains Sulfureux nur wärmstens empfehlen.

Euer Jakobolino


16.08.2019 15:55 Uhr
14 Auszeichnungen
Hallo,ihr Lieben. Normalerweise schreibe ich einen Kommentar, weil mich ein Duft stark berührt oder Erinnerungen und Sehnsüchte geweckt hat. Manchmal reicht auch der Statementplatz nicht aus.Oder ich habe schlicht und ergreifend keine Zeit. Heute nehme ich mir die Zeit gerne. Ich fand schon immer,dass einer der Hauptzwecke von Parfumo ist,Dufteindrücke mitzuteilen und für andere in dieser Form bereit zu stellen. So eine Art subjektiver Datenbank.Also schreibe ich nicht unbedingt Duft XY riecht nach ABC, sondern versuche vielmehr Eindrücke und Emotionen zu beschreiben.Das kann Freude,Ärger,Resignation etc. sein. Und heute widmen wir uns einer ganz speziellen Emotion: Der Wut.

Zarkoperfume sagte mir bis dato herzlich wenig.Ich kannte die Firma vom Namen,aber Düfte sind mir noch keine untergekommen. Beim hiesigen D. hatten sie einen da und so hatte ich die Möglichkeit ihn zu probieren.

Der besseren Verständlichkeit halber,werde ich die Eindrücke in chronologischer Reihenfolge wiedergeben.

Start: Riecht komisch sauer!
Nach 15 min: Riecht komisch sauer!
Nach 30 min: Riecht komisch sauer!
Nach 1 Stunde : Riecht komisch sauer!
Nach 2 Stunden: Riecht weniger komisch sauer!
Nach 3 Stunden: Riecht weniger komisch sauer!
Nach 4 Stunden: Riecht nur noch leicht komisch sauer!
Nach 5 Stunden: Riecht nur noch leicht komisch sauer!
Nach 6 Stunden: Riecht nach Pommes,hatte Hunger!

Nach dieser olfaktorischen Offenbarung, wollte ich natürlich mehr über den Parfumeur Zarko Ahlmann Pavlov wissen und fand folgendes Zitat:

„Über fünf Jahre habe ich in mein Studium zum Parfümeur investiert, um den einzigartigen nordischen Lifestyle in Form einer Duftlinie zu repräsentieren"

Aha,soso. Warst aber bestimmt nicht der Beste deiner Abschlussklasse!

Zurück zum Thema. Für so etwas,Duft wäre pure Übertreibung, um die 100 Euro zu verlangen macht mich wütend. Mit dummen Sprüchen das ganze als Kunst zu deklarieren macht mich noch wütender. Und wenn ich dann sehe, dass der tatsächlich gekauft wird,dann bin ich kurz vorm platzen. Geschmack hin oder her! Das ist ein dänisches Nichts,dass für teuer Geld verkauft wird und dass man sich,falls erworben,noch tagelang schön singen muss um sich nicht einzugestehen,dass diese 100 Euro bei irgendeiner wohltätigen Organisation einen massiv größeren Nutzen gehabt hätten.Hallelujah! Das musste raus!

Euer Jakobolino


03.08.2019 15:38 Uhr
17 Auszeichnungen
Männlichkeit. Noch erwünscht? Oder ,zwecks Erhaltung der eigenen Gene, toleriertes Merkmal?
Da wir ja unter uns sind,kann ich es ja zugeben. Ja,ich bin gerne ein männlicher Mann. Zwischenrufe aus der Pädagogenecke werden leider nicht zugelassen. Ich mache so ziemlich alles,was eventuell hier anwesende Leserinnen mit dem Begriff "Macho" in Verbindung bringen könnten. Ich selbst dagegen sehe mich eher als Mann von Welt,der mit drei Beinen im Leben steht.
Ich mag keine "Ja Schatz"-Sager,ich fahre gern schnell und schimpfe dabei, ich toleriere im Rudel nur Männchen die deutlich unter mit stehen und ich mag auch keinen Amaranthstrudel!
Warum ich das hier erzähle? Nun,dazu kommen wir jetzt.


Als ich die Probe von Chergui aufsprühte war es mir sofort klar. Wir beide werden Freunde!
Eine wilde Mischung strömte mir entgegen, die ich am Besten mit ambrierter Honig - Rose beschreiben würde. Ein Kuschelduft sondergleichen. Dies bleibt auch erstmal so, bis später dann Tabak,Weihrauch und Sandelholz dazustoßen und der Duft in sich etwas holziger,rauchiger wird.
Also nicht die klassische Reihenfolge von Irgendwas zu Amberlangeweile,sondern genau umgekehrt. Die Rose ist die ersten 2 Stunden klar erduftbar,bevor der Duft ins Holzige dreht und deutlich maskuliner wird.Aber nicht brutal,sondern ganz sanft.
Chergui ist als Unisexduft deklariert und er funktioniert auch an beiden Geschlechtern hervorragend. Die Haltbarkeit und Projektion sind deutlich überdurchschnittlich.

Doch zurück zu den männlichen Männern. Cherguis ist in seiner holzig - rauchigen Basis der männlichste Duft, den ich bis jetzt unter der Nase hatte. Er funktioniert im Anzug und in legerer Kleidung gleichermaßen gut und unterstreicht die Männlichkeit seines Trägers. Nicht grob brutal,sonder edel und souverän. Also ihr Luschen,glücklicherweise gibt es hier keine,wenn ihr das nächste Mal an einem Kollegen vorbeilauft und feststellt,dass er eine unglaubliche Männlichkeit ausstrahlt,dann könnte es an Chergui liegen.

Euer Jakobolino


28.07.2019 18:25 Uhr
16 Auszeichnungen
Beginnen wir doch einfach mal mit meinem Coming-Out! Ich liebe Schreibwarengeschäfte! So, jetzt ist es raus. Wo immer ich eins finde, zieht es mich geradezu magnetisch hinein.Ich brauche nichts.Ich kaufe auch nichts. Diese kunterbunte Welt voll mit verschiedensten Dingen fasziniert mich einfach. Und, um die Überleitung zu schaffen, es duftet herrlich in Ihnen. So viele verschiedene Düfte vom Plastikspielzeug über Knetmasse bis zu einem für mich unwiderstehlichem Duft. Holz in allen Varianten.Bleistifte!

Über Autoportrait von Olfactive Studio bin ich beim Kauf des auch unglaublich schönen Chambre Noir in Form einer Probe gestolpert. Er beginnt balsamisch grün,leicht süsslich wie ein Spaziergang in einem feuchten Wald. Innerhalb der ersten zehn Minuten wird er holziger. Und dann tritt auch schon der Gegenstand der Begierde ins Rampenlicht. Eine zart - nussig,holzige Bleistiftnote, die diesen Duft für mich so unwiderstehlich macht. Natürlich ist es eine holzige Note die meinem Gehirn einen Bleistift vorgaukelt. Aber wenn man so die anderen Berichte über Autoportrait liest,dann bin ich nicht allein. Später passiert nicht mehr viel, wofür ich natürlich dankbar bin. Es bleibt holzig angenehm. Bleistiftig!

Die Haltbarkeit ist gut und die Sillage nicht zu laut, aber auch nicht körpernah.Schön umhüllt trifft es am Besten. Die Flakons sind von schöner Schlichtheit.

Die Reihe wurde geschaffen um fotografische Eindrücke in Düfte umzusetzen. Oder andersrum.
Dies wurde sehr schön umgesetzt, da jedem Flakon ein Abzug des Bildes beiliegt und auch kleinere Details sind überlegt integriert. Beispielsweise ähnelt der Sprühkopf einer Skala, wie man sie auf Objektiven findet. Hirn statt Swarovski.

Also sollte es ähnlich gestrickte Leute unter euch geben, die an dem ominösen Schreibwarensyndrom leiden (leiden ist der falsche Ausdruck!) oder einfach nur für Liebhaber holziger Düfte. Probiert ihn aus.Mich hat er restlos überzeugt.


Euer Jakobolino


25.07.2019 17:22 Uhr
7 Auszeichnungen
Was geschieht mit mir? Seit einer ganzen Weile stehe ich hier an diesem kalten,nebligen Novemberabend am kleinen Zebrastreifen direkt am Piccadily Circus und starre ins Leere.Was geschieht mit mir? Um mich herum der tosende Lärm des großstädtischen Verkehrs.Menschen eilen mit teilnahmslosen Gesichtern an mir vorbei,mich in keinster Weise wahrnehmend,ganz so als wäre ich nicht vorhanden. Wie schmerzverzerrte Fratzen huschen sie durch mein Blickfeld. Wie Ertrinkende versuchen in einem letzten Reflex an die Oberfläche zu gelangen.Mein Blick ist leer und geradeaus gerichtet und fixiert einen nicht vorhandenen Punkt ganz so, als würde ich den kürzesten Weg zu meinem Ziel durchdenken.In Wirklichkeit habe ich mein Ziel schon lange erreicht.

Ich liege im Gras, am kleinen Flüsschen Stort. Die untergehende Sonne scheint mir ins Gesicht und wärmt meinen fröstelnden Körper.Es Ist Spätsommer. Fruchtig - würzige Düfte umströmen mich und erwecken die Lust an einem kleinen Spaziergang durch die angrenzenden Kornfelder. Wie in einem Traum umgibt mich eine wunderschöne Landschaft,die im abendlichen Licht diesen besonderen Duft des Strohs und der umliegenden Obstbäume mir nahe bringt. Ich wandere Kilometer um Kilometer über Felder,durch kleine Wälder und kein Schritt bringt mich meinem Ziel näher.
Der Genuss der verschiedenen Düfte,mal fruchtig,mal strohig,mal moosig lässt mich das Erreichen meines Endpunktes vergessen.Der Weg ist das Ziel.Oh ,würde er doch nie enden!

Der Tagtraum endet.Die Realität holt mich auf schmerzhafte Weise ein und zieht meinen umherschweifenden Geist zurück in den von Lärm und Reizüberflutung geschundenen Körper.
Es nieselt.Es ist kalt. Es hat sich nichts verändert. Nichts? Nicht ganz. Meine Lippen formen ein wissendes Lächeln,meine trüben Augen werden kristallklar und die Hand in meiner Jacke umfasst den eben erworbenen Flakon L`Homme Sage ein kleines bisschen fester.


23.07.2019 14:38 Uhr
16 Auszeichnungen
Ich war 22 als ich mich zu einem spontanen Urlaub mit meinem besten Freund entschied. Über Weihnachten und Silvester. Heute ganz normal.Ende der 80er schon etwas Ungewöhnliches.
Weihnachten ist man bei der Familie! Wir buchten 2 Wochen Gran Canaria, Playa del Ingles.
Schweineteuer,aber das war uns egal. Wir gingen sogar soweit unsere Freundinnen nicht darüber zu informieren.Im Nachhinein betrachtet,ganz schön fies. Aber so waren wir. Wir wollten unsere Freiheit, koste es was es wolle. Ich konnte es hinterher noch einigermaßen erklären, indem wir eine Notsituation bastelten.Frei nach dem Motto: Mein Freund wollte sich das Leben nehmen und das nur auf den Kanaren! Da konnte ich ihn doch nicht allein lassen! Das Leben nahm seinen Lauf. Meine Freundin hab ich schon längst nicht mehr. Mein suizidaler Freund ist heute glücklich verheiratet. Mit einer anderen.

Auf Gran Canaria kam ich dann zum ersten Mal ,mit dem für mich magischen Ausdruck Cashbah, in Kontakt.Dort mit K geschrieben.Einkaufszentrum.Touristen Nepp halt. Doch der Name hatte was.
Cashbah klang orientalisch und es dauerte noch Jahre bis ich herausfand, das damit eigentlich eine Festung gemeint ist.Also, lass ich jetzt mal die Zugbrücke zum Duft herunter.

Cashbah kommt zuerst sehr würzig daher. Pfeffer klopft deutlich an um hier gleich eine deutliche Warnung auszusprechen. Pass auf,mein Freund. Dies hält jedoch maximal 1 Minute an bevor Muskat und Weihrauch dazustoßen und einen wunderbares Duftgemisch erzeugen.
Die Warnung war umsonst. Ein einschmeichelnder Weihrauchduft ? Jawoll und zwar doppelt.
Im Mittelteil wird er etwas floral,was wahrscheinlich an der Iris liegt. Nicht stark wahrnehmbar.
Vielleicht auch nur meine subjektive Wahrnehmung. Holz in der Basis nur ganz dezent.
Eigentlich gibt es keinen großartigen Verlauf,sondern Pfeffer,Muskat und Weihrauch sind die Hauptdarsteller und die ganze Zeit auf der Bühne. Alle anderen Ingredienzien spielen nur sporadische Nebenrollen. Die Haltbarkeit ist grandios.Auf Kleidung Tage! Projektion auch sehr gut. Man nimmt sich und wird von anderen deutlich wahrgenommen. Kein Leisetreter.

Ich weiß nicht,ob es dieses Einkaufszentrum noch gibt.Ich habe keine Ahnung wie es meiner Exfreundin geht. Ich weiß nur eines. Diesen Duft werde ich immer tragen. Ich verbinde ihn stark mit dem Geruch der Freiheit,Unabhängigkeit und Stärke.Vielleicht liegt es auch nur an meinem Sternzeichen...Wer weiß das schon? Und so dreht sich das Rad des Lebens weiter und ich verbleibe mal wieder als


Euer Jakobolino


20.07.2019 14:57 Uhr
13 Auszeichnungen
Dies ist mein zweiter Duft von Serge Lutens. Nachdem der erste überragend gut war, nur leider nicht für mich, war ich doch etwas skeptisch. Ich dachte an meine armen Kolleginnen und Kollegen hier, die bestimmt auch schon die eine oder andere nicht so tolle Dufterfahrung hatten und begann mein Tagwerk. Etwas mulmig war mir schon. So ähnlich fühle ich mich auch bei Zahnarztbesuchen oder Achterbahnfahrten.Aber kneifen gilt nicht. Drauf damit und los geht die wilde Fahrt.

Gris clair empfängt uns mit offenen Armen, in Form einer ordentlichen Portion Lavendel. Konnte ich früher gar nicht haben. Vielleicht deshalb, weil zuweilen Lavendel in der Kopfnote recht aggressiv auftritt. Hier jedoch ist es ein ganz angenehmer,schmeichelnder Lavendel der mich ganz sanft umhüllt. Relativ zügig erscheint dann Tonka und geht mit dem Lavendel eine begehrenswerte Liaison ein. Es könnte auch Amber sein,da bin ich mir nicht so schlüssig.Die liebe Iris legt noch etwas Puder dazu. Und am Ende gesellen sich noch ein paar trockene Hölzer dazu, die noch etwas unschlüssig sind, ob sie dazugehören möchten.
Fertig ist der herrliche Kuschelduft. Vanillig,pudrige Süße wird von sanftem Lavendel im Zaum gehalten.Wunderbar! Mehr Verlauf gibt es nicht und braucht es auch gar nicht, da mit jedem Atemzug der Wunsch, es möge doch die Zeit stillstehen bleiben,größer wird.

Die Haltbarkeit ist sehr gut und die Projektion ist deutlich wahrnehmbar. Wir wollen ja auch etwas haben von unserem Serge.

Abschließend möchte ich mich noch bei allen Parfumos bedanken,mit deren Hilfe ich letztendlich unzweifelhaft in Erfahrung bringen konnte,das meine Probe die alte Version von 2006 ist. Einen ganz besonderen Dank gilt dem Spender der Probe, der hier Schätze sucht und schon so einige gefunden hat.

Ich wünsch euch allen weiterhin schöne Achterbahnfahrten beim Ausprobieren der Düfte und vielleicht kann ja der eine oder andere dieses spannende Kribbeln nachvollziehen. Ganz ehrlich:
Ich mag es.....außer beim Zahnarzt!

Euer Jakobolino


19.07.2019 16:48 Uhr
16 Auszeichnungen
Kleider machen Leute.Düfte auch. Wer könnte das eher unterschreiben als wir. Die Speerspitze des guten Duftes. Unser heutiger Kandidat fällt in die Kategorie moderner Chypre oder auch gerne klassischer Klassiker. Ein Widerspruch.Mitnichten. Patricia de Nicolaï hat die Kunst vollbracht die Tradition mit der Moderne aufs Schönste zu verknüpfen und eine Kreation hervorzubringen ,die gleichermaßen Liebhaber der alten Schule und Freunde eines modernen Duftes begeistert. Also begleitet mich auf eine kurze Reise in die Tiefen eines außergewöhnlichen Duftes.


Zitrisch beginnen wir die olfaktorische Reise. Es wird sofort klar,es handelt sich um einen Klassiker für Gentlemänner oder solche, die sich dafür halten. Klassisch,aber nicht altmodisch. Im Gegenteil.
Lavendel und Pfeffer melden sich auch sogleich, um klarzustellen wohin die Reise führt. Alles feinstens austariert. Hier piekst nichts in der Nase oder sticht unangenehm hervor. Gegen Ende erwartet uns,wie soll es auch anders sein, eine moosige Moschusbasis. Der Verlauf ist eigentlich linear. Die meisten Inhaltsstoffe erreichen meine Nase sofort,wie bei vielen alten Klassikern. Trotzdem besitzt er einen Verlauf. Dieser bezieht sich jedoch nicht auf die Inhaltsstoffe,sondern auf den Eindruck den er auf mich macht. Je länger ich ihn trage, desto wohler fühle ich mich dabei. Er hat ordentlich Puste und man nimmt ihn deutlich wahr.
Nicht aufdringlich oder zu laut. Absolut distinguished, obwohl nicht british. Flakon und Umverpackung sind sehr schön und eine Zierde jeder Sammlung.Es gibt eine Intense-Version, die jedoch ,in meinen Augen, deutlich schlechter abschneidet. Es fehlt einfach diese unglaubliche Brillianz die diesen Duft so außergewöhnlich macht.

Lust bekommen?

Ich hoffe doch. Sollte er euch einmal als Probe oder Abfüllung über den Weg laufen, wünsche ich euch viel Spaß mit euch selbst. Eine Warnung allerdings noch zum Schluss: Das Grinsen, beim Genießen dieses Schönlings hält ziemlich lange an. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Euer Jakobolino


17.07.2019 16:00 Uhr
23 Auszeichnungen
Sommer! Viele lieben ihn. Ich mag ihn nicht! Hitze,Schwüle,Allergien,Viehzeug. Alles nichts für mich. Freibad nein Danke. Ich hole meine Pilze im Supermarkt. Frisch gepresst am Strand rumliegen und sich Dank hohem UV-Index eine prekanzeröse Hautkrankheit holen.Nee!
Ab in den Wald.Da ist schön kühl. Aber auch nicht ungefährlich. Enweder bedrohen einen Zecken oder nicht mehr ganz so frische Rentner auf E-Mountain Bikes, die ihre siebte bis achte Jugend neu entdeckt haben und Jagd auf harmlose Spaziergänger machen. Auch eine Form von Zecken!

Da kommt doch ein erfrischender,toller Duft gerade richtig. Und genau das ist 34.

Er beginnt mit einem ordentlichen Schwung zimtiger Würze. Wie von mir geliebt,mit scharfer Klinge. Im Anschluss erreicht mich ein wundervoller Rosenduft,der von der Würze gut gestützt wird. In der Basis vermengen sich die Komponenten dann mit Hölzern und Eukalyptus. Allein der Verlauf an sich ist spannend, weil die einzelnen Abschnitte klar erduftbar sind.
Doch das Gemenge am Ende ist unglaublich harmonisch. Nicht weich,cremig oder pudrig.
Glasklar.

Die Haltbarkeit und Projektion sind gut bis sehr gut.

Durch die Beigabe von Eukalyptus, der hier nie störend wirkt, erhält dieser an sich schon schöne Duft, eine frische,belebende Note. Kein Wick Vaporub oder ähnliches. Sondern einfach noch das Tüpfelchen auf dem I.

Also wer den Sommer liebt, ich gönne ihn ihm. Ich verziehe mich allerdings mit meinem neuen Freund lieber in den Keller.

Euer Jakobolino


16.07.2019 10:51 Uhr
14 Auszeichnungen
Erstmal vielen Dank für die zahlreichen Genesungswünsche. Meine Männergrippe hat sich Dank des Einsatzes moderner Chemie und zahlreichen Naturstoffen bis auf Stadium II ( Jammern ) verbessert.

Es soll ja viele Leute geben die von Reichtum und Wohlstand träumen. Ich gehöre nicht dazu.
Früher träumte auch ich von tollen,unerschwinglichen Sachen, musste aber im Laufe meines Lebens einige Situationen meistern, in denen mir alles Geld der Welt nichts genutzt hätte.
Von daher ist es für mich Mittel zum Zweck. Eher notwendiges Übel.

Die Überschrift deutet es schon an: Heute haben wir einen nicht ganz so billigen Kandidaten.
Der Black I beginnt mit einem vertrauten,gefälligen Zimt-Aroma zu dem sich sogleich eine kleine,feine Tabaknote gesellt. Da dieser jedoch nicht gelistet ist, vermute ich eine kleine Vermengung von Kardamom und Weihrauch,der diese Tabaknote in meine Nase projiziert.
Zypresse und andere Hölzer gesellen sich dazu und runden diesen doch schönen Duft ab.
Erinnert mich teilweise an Arabesque von The Merchant of Venice.

Hört sich ja erst mal nicht schlecht an! Und das ist er auch nicht,wenn da nicht ein paar Haken wären.

Die Projektion ist flach,die Haltbarkeit durchschnittlich. Es ist einfach ein netter Duft. Und nett ist, für die hier aufgerufenen Preise, einfach nicht gut genug.Wer eine lockere Beziehung zu Geld hat oder über entsprechende Mittel verfügt, findet hier einen gefälligen Light-Gourmand.
Allen anderen,wahrscheinlich der Mehrheit, kann ich ihn zu diesem Preis nicht guten Gewissens empfehlen.

Also denkt dran, wenn euch der nächste Kontoauszug das Lächeln aus dem Gesicht treibt:

Liebe,Gesundheit,Lebensfreude....kann man alles nicht kaufen!

Euer Jakobolino


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