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Jas0Ns Blog
vor 4 Jahren - 13.01.2019
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Die Probleme eines Parfumos Teil 2: Die Auswahl

Nachdem ich den ersten Teil dieser fünfteiligen Serie fertiggestellt und auch hochgeladen habe, arbeitete ich parallel schon am zweiten Teil. Man hat ja doch mehr Zeit im Urlaub als einem sonst so in den stressigen Arbeitswochen zur Verfügung steht...

Nun möchte ich über ein recht triviales, eigentlich sogar offensichtliches Thema berichten. Während meiner "Reise durch die wunderbare Welt des Parfums" hatte ich zu Anfang eine recht beschränkte Sicht der Dinge. Ich habe nur geradeaus geschaut und alles zur meiner linken und rechten Seite vernachlässigt. Bin in eine Boutique gegangen habe mich durch die plaktive Werbung und die Meinungen der anderen Leute "blenden" lassen. Nun darf ich ruhigen Gewissens behaupten, dass diese Phase nicht alzu lange andauerte und ich schnell merkte, dass ich nur einen minimalen Bruchteil der Parfumwelt entdeckt habe und auch noch heute viele neue Marken und Labels kennenlernen darf. Man lernt nie aus, sagte schon mein Großvater.

In der meiner heutigen Reise beschreibe ich die Auswahl an Marken und Parfums und warum dies einen so großen Stellenwert hat.

Die Auswahl war schon damals zu meinen Anfangszeiten immens. Aber heute, so muss ich gestehen, habe ich oft das Gefühl den Überblick zu verlieren. Täglich werden neue Parfums hinzugefügt oder man liest Namen von Labels, die man so noch nie zuvor gehört hat. Dieser Umstand und vor allem die dazugehörigen Bewertungen auf dieser Seite erzeugen in mir einen innerlichen Drang alles testen zu wollen um ja nichts zu verpassen. Vor allem das was mir lt . Pyramide zusagt. Und sind wir einmal ehrlich, testen die meisten zuerst und kaufen dann. Ich habe das Gefühl, die Auswahl ist so groß, dass das Testen zu keinen Ende führt. Erinnert mich an eine Szene in Matrix Revolution. Neo ist gefangen in der Welt des Trainman und rennt immer wieder im Kreis über die Gleise des Bahnhofs. Eine nie endene Situation. Und das führt für mich zu zwei Problemen:

Problem Nr. 1: In jeder Preiskategorie und in jeder Duftkategorie (Nische oder Mainstream) gibt es mittlerweile zig tausend Düfte. Schaut man über den Tellerand, versinkt man ganz tief in der Materie. Ein sehr kostenspielliges Unterfangen wie mir klar geworden ist. Bin ich abermals bereit für 100 Euro Proben zu kaufen oder kaufe ich doch lieber ein Parfum, dass schon seit Wochen, gar Monaten auf meiner Wunschliste steht? Natürlich kaufe ich die Proben. Der Hintergedanke ist der, dass ich meine Sucht stillen kann und das ich mir Einrede, dass ich ja bald alles gestetet habe, was ich testen wollte. Aber weit gefehlt. Natürlich habe ich mehrere Wochen später wieder Düfte im Blick, die erst getestet werden müssen. Der Kaufkanditat muss aufs neue warten. Klar ist eine große Auswahl schön. Aber sie ist zeitintensiv, kostenspielig und "a never ending Story". Folglich muss eine gute Balance zwischen testen und kaufen her. Und man sollte acht auf seinen Geldbeutel geben. Gewisse Düfte erfordern eine gewisse Liquidität.

Problem Nr. 2: Versinken wir mal in dem Szenario, dass wir für einen Augenblick alles an vorhandener Auswahl gestetet haben und unsere Neugierde erschöft ist. Jetzt haben wir allerdings das Problem, dass uns zu viele der Düfte gefallen und wir uns natürlich schwer tun mit einem "NEIN". :) Ich bin ein verfechter von Flakons, weil das einfach etwas mit Flair zu tun hat, aber hier taucht wieder das Problem im oben beschriebenen Abschnitt auf. Man muss natürlich auch das nötige Kleingeld besitzen. Und manchmal ist man einfach auch nicht bereit, den Kaufpreis zu bezahlen. Bleibt nur noch die Möglichkeit einer Abfüllung. Für mich ein echtes Dilemma.

Abschließend betrachtet ist eine große Auswahl immer etwas wirklich tolles. Man ist ein großes stückweit unabhänig, da dass Angebot vielfältig und nahezu unbegrenzt ist. Aber, und das ist die Krux an der Geschichte, will man natürlich, wenn man ein solches Hobby lebt, so viel kennenlernen wie nur eben möglich. Und so verdient die Parfumindustrie ihr Geld. Zumindest bei mir. Was bleibt, ist in eine gesunde Balance zu finden und seine Neugierde hintenanzustellen. Oder auch einfach mal ganz zu unterdrücken, wenn man gerade mal einen Engpass hat.

Ich freue mich auf eure Einschätzungen und verleibe mit besten Grüßen.

Euer Jas0N

Fortsetzung folgt...


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