LeimbacherLeimbachers Parfumkommentare

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28.06.2019 14:51 Uhr
6 Auszeichnungen
Prickelnd pink, cremig kindlich und zuckrig süß,
stößt dieses bezaubernd-naive Etwas keinem vor den Kopf oder die Füß'.

Genau an einen solchen Zuckerwattetraum denkt man bei dieser Farbe,
nie zu süß, nie zu klebrig, ein flüchtiger Hauch, der heilt manch eine seelische Narbe.

Eine hübsche, blonde, puppenhafte Studentin mit einem Lacoste-Polo genau in diesem Ton,
im Verbund mit diesem passenden Kirmesknaller wäre sie immer nur Schwarm, niemals Hohn.

Für junge Mädels, eindeutig, aber dennoch nicht komplett billig oder ohne Tiefe,
auf solch eine Prinzessin sicher nicht nur Quarterbacks hören, wenn sie riefe.

Cremig, pudrig, fruchtig, voller Unschuld und rein,
dieser Duft ist nicht nur gemessen am Lacoste-Standard außergewöhnlich fein.

Ein idealer Einstiegsduft für die kleine Nichte,
aber wehe ich dadurch einen Männerschwarm um sie herum sichte.

Eine Freizeitprinzessin, spontan und verwöhnt,
doch selbst bei 30 Grad bei diesem Kaloriengeist kaum jemand stöhnt.

Das hat man selten, das pappt nirgendwo an,
selten zog mich ein Lacoste derart in seinen Bann.

Ein kandierter roter Apfel, nur alles andere als bissig oder voll mit Gift,
bleibt diese Zirkusdomteurin cool während jede andere sifft.

Dieses Schweinelüftchen steht Miss Piggy im Teenageralter,
doch hier sagt sicher nicht nur Kermit "Alter Falter!".


25.06.2019 16:03 Uhr
6 Auszeichnungen
Richtig viele Klassiker, zähle ich von Jo Malone nicht. Die Marke definiert sich eher über Breite und Neuerscheinungen als über große Namen von einst. Doch "Lime Basil & Mandarin" ist genau das - ein Klassiker, der erste und einzig wahre Jo Malone. Ein Hotel- und Luxus- und Spa-Duft, der einfach nur gut tut.

"Lime Basil & Mandarin" liefert das, was der Name schon sagt. Wie bei den meisten Jo Malones. Doch irgendetwas hat dieser krautige Erfrischer, das ihn über den Rest des bunt-gemischten Portofolios hebt. Man spürt förmlich in der Luft, dass es sich um einen Gamechanger handelt. Einer, der wohl immer bleiben wird. Er erinnert mich an eine orange Version der Bulgari-Tee-Line - kein Zufall, dass auch die einst für Hotels und Wellnessanlagen gedacht waren. "Lime Basil & Mandarin" hält hohen Temperaturen stand, ist eine Mischung aus einer Waldlichtung, einem Beachcocktail und... einer Ziegenkäsepizza?! Wenn man böse die Zunge schnalzen will, ja. Mandarinen waren selten erwachsener und maskuliner. Aber natürlich auch von Frauen tragbar. Egal wieviel Grünzeug dadrin ist. Entspannung und Abschalten pur. Riecht nach einem Wochenende Quality Time.

Flakon: unauffällig und elegant
Sillage: unauffällig und elegant
Haltbarkeit: nur 4 Stunden - aber ich schwitze heute (wie alle) aber auch unaufhaltsam...

Fazit: ein grün-würzige Mandarine - erfrischend, herb, reif. Köstlich. Ein wenig bitter. Mit Basilkum sollte man aber befreundet sein. Kurz vorm Platzen und Kippen und Faulen, dieses edle Früchtchen.


25.06.2019 15:45 Uhr
9 Auszeichnungen
Was gibt Erfrischung an einem heißen Tag wie heute?
Ist es vielleicht diese fruchtig-waldige Beute?

"Blackberry & Bay" ist einer von Jo Malones Hits,
ein trocken-lilaner Sprühstoss und gefühlt reicht es für's Ritz.

Selten wurde die Farbe Lila von einem Parfum mehr in meinen Kopf transportiert,
von Mai bis Septmber man, wenn man ihn besitzt, immer wieder gerne nach ihm giert.

Verspielt und edel, luftig und reif,
eine verlässliche Waffe gegen Verspannungen, u.a. deswegen ich immer gerne zu ihm greif'.

Relaxed aber irgendwie auch belebend,
ist man gerne bei seinen Trägern in der Gegend.

Krautig, frisch, stachelig und ein Waldgeist von erhabener Transparenz,
da lässt es sich noch viel leichter und ohne schlechtes Gewissen machen einen Lenz.

Schwarze Beeren können einen leicht bekehren,
als hätte man sie ideal abgenommen, nur Sekunde bevor sie gähren.

Ein guter Zuhörer, ein treuer Begleiter,
ohne aufdringlich zu sein macht er mich schnellstens heiter.

Grün, trocken, es droht ein Brand im Wald,
er ist einer der einlullt und nicht besonders knallt.

Zart und transparent, ein Stückchen vom roten Wein,
hängt er einem nicht allzu lange am Bein.

Wie eine warme Brise in der Bretagne, transparent und naturgetreu,
ist dieser zahme Wallach anfangs noch ein wenig scheu.

Doch er hat das Zeug zum besten Freund und auch zum Layern,
sollte man sich ihm nur behutsam genug nähern.

Wie ein Zentaur oder eine Gestalt aus der Sage,
danach ich direkt nur noch halb so viel über die 35 Grad klage.

"Blackberry & Bay" verlegt den matschig-pieksigen Frucht-Dornen-Wald an die Küste,
ein ölig-fluffiger Traumhauch, der eigentlich noch ein ganzes Stück bekannter sein müsste.


19.06.2019 15:59 Uhr
10 Auszeichnungen
"Magnolia Sensuel" hält, was sein Name verspricht. Ein wässrig-intimer Magnolienhauch, irgendwo zwischen Venusfliegenfalle und Hängematte, zwischen Thailand und Paris, zwischen Meditation und Bettgymnastik.

Cavallier-Belletrud weiss, wie Aquaten gehen. Und dieser florale Frühlingsschnapper beweist dies einmal mehr. Grandios komponiert, zärtlich und doch willensstark. Deutlich feminin und etwas exotisch. Immer auch erotisch. Die oft aggressive Orangenblüte musst du erstmal so zähmen, die (oft genutzten) wässrigen Akkorde musst du erstmal so weit weg vom Mainstream bringen, die vanillige Süsse musst du erstmal derart zart und transparent und light über alles legen. Magnolienmagie. Einer der besten "Teich- und Wiesendüfte".

Flakon: Farbe passt, Verarbeitung auch. Alles stimmig und wie immer bei Bulgari 1A!
Sillage: an der Grenze zu schwülstig - aber dann doch irgendwie leicht und luftig. Klasse!
Haltbarkeit: ausreichende 6 Stunden - und das bei schweisstreibenden Temperaturen.

Fazit: sinnlich und sexy, entspannt und ungezwungen - "Magnolia Sensuel" ist im Designerbereich vielleicht die saftigste und feinste Magnolie, die man finden kann. Dick, aber nie aufdringlich oder zu schwer. Es sei denn man klebt am Sprühkopf. Tip top!


16.06.2019 20:00 Uhr
8 Auszeichnungen
„Fougere Platine“ ist ein cremiger Fougere, stahlgrau und nicht sehr natürlich. Bayer trifft Zypern, Wall Street trifft Ebenholz, Wald auf Beton. Aber die meiste Zeit gefällt er mir. Bis er mir dann irgendwann auf die Nerven geht. Doch das dauert. Ein grauer Panther. Ein alter Knabe, ein stummer Schrei.

Eine zart-melierte Zederncreme trifft auf grüne Moosflecken. Definitiv ein Upscaleparfum für mich. Dezent rauchig, gediegen, künstliche Dezenz. Vielleicht sogar Demenz. Wer weiß. Jedenfalls hat Tom Ford schon mehr bessere Düfte wie schlechtere als diesen hier unter seinem Portfolio. Fougere ziehen mich aber nunmal magisch an, deswegen musste ich ihn testen, gab ihm sogar den Vortritt vor solch illustren Namen wie „Lost Cherry“ oder „F*cking Fabolous“. Doch in dieser Gewichtsklasse spielt dieser Synthetik-Fougere leider nicht. Nicht mal ansatzweise.

Zart, grau, grün, klassisch, cremig. Zeder, Moos, minimaler Weihrauch. Viel mehr ist da nicht. Gut durchgerührt und vermischt. Feiner Blend. Aber eben doch recht bieder, langweilig und nach einer gewissen Periode sogar leicht bitter, stechend und lahm. Kein gutes letztes Drittel. Alles davor ist simpel und solide. „Platinum Egoiste“ trifft auf sowas wie „Lavender Palm“, nur mit Zeder und anderen hellen Hölzern. Könnte auch ein Commes des Garcon sein. Nur ohne deren Eier und Kreativität. Hier das wirkt glatter, grüner und ausgeklügelter. Berechnend und das Gegenteil von wild und leidenschaftlich. Unterkühlte Wärme. Fast ein wenig roboterhaft. Der Anzugduft einer K.I.?!

Flakon: der Inbegriff moderner, unterkühlter Eleganz. Tom Ford hätte es kaum besser machen können. Vielleicht DIE Flakons, die dieses Jahrhundert bisher prägen. Trotz deren Preis und oft gefühlter Unnahbarkeit.
Sillage: bürotauglich und, wie meist bei TF, nicht total leise. Der Mann ist keiner für den Rand. Und seine Parfums ebenso wenig. Das hier ist aber für ihn ganz klar „zurückhaltend“.
Haltbarkeit: 7-9 Stunden reichten mir aus - obwohl ich diese silberne Zederneminenz grundsätzlich sehr mag.

Fazit: ein Fougere mit grauen Haaren und viel Erfahrung. Chemielabor trifft auf Business Class, cremig auf künstlich und (schnell) bitter. Gezwungenes Cool. Selten bei Ford...


16.06.2019 19:41 Uhr
8 Auszeichnungen
Was für ein einfacher, toller Sommerduft ist das denn bitte?! Elegant, konsequent, hochwertig bis in die Haarspitze. Eintönig, bitter, aber insgesamt für mich außerordentlich vielseitig einsetzbar und einfach tragbar. Natürlich preislich etwas unverschämt, aber als Duft an sich schon eine Hausnummer.

Oldschool-Luxus, leger und locker, männlich und selbstbewusst. Eichenmoos mit zitrischen Spritzern verfeinert, Aldehyde treffen auf Brusthaaren, Jasmin goes Gym. Typisch Tom Ford. Gab's alles schon, aber eben nicht derart ausgefeilt und abgeschliffen, definiert und trainiert, laidback und kraftvoll. Das ist künstliche Natürlichkeit to the max. Das riecht förmlich nach Abenteurer und dickem Portemonnaie, nach Mittelmeer und Strandvilla, nach Coupé und salziger Brise. Ein Gedicht und grandiose Werbung für Positano. Sonnig, sinnlich, sinnierend. Perfekt zu Oliven, einem feinen Wein und einer entspannten Brotzeit. Ein geheimes Mitglied der oberen Zehntausend. Ohne zu prahlen oder zu protzen. Das Gegenteil der Geissens. Selbst wenn einige Themen und Akzente anderer blau-türkiser Tom Fords nur wiederholt.

Flakon: Tom Ford hat da schon was Ikonisches geschaffen...
Sillage: zart und sommerlich.
Haltbarkeit: super schön, aber zu flott weg - 3-5 Stunden in der Sonne. Aber dafür sollte er ja gemacht sein.

Fazit: ein nahezu perfekter Urlaubsduft. Wenn man denn Millionär ist. Oder nur den Einen sucht. Maskulin, sommerlich, leicht, grün und blau und südlich in jedem Molekül. Ein klassischer Herrenduft, sexy und frisch. Muss man mit viel Jasmin erstmal schaffen. Und eigentlich super simpel. Hier nur eben makellos und luxuriös aufbereitet und geupdatet.


10.06.2019 17:37 Uhr
15 Auszeichnungen
„Coconut Fizz“ ist mein zweiter Duft für den Urlaub dieses Jahr. Blind und schnell eingesteckt, da der Flieger wartete. Und wie macht er sich nun nach ein paar Tagen Sommer, Süden, Sonne, Strand und Sinnlichkeit?

Gut bis sehr gut. Es ist ein sehr wässriger, zarter Hauch von Kokosnussmilch gepaart mit einem fruchtig-süßen Vibe, den man auch z.B. aus „Teazzura“ kennt. Nie aufdringlich, was bei der Kokosnuss eine echte Kunst ist. Fast ein paar rosige Eindrücke gibt es, was wohl Melone+Freesien sein könnten. Spritzig ist er eher nicht, dafür zart, intim und hauchig. Manchmal zu zart, wenn man ihn kaum merkt oder er schon weg ist. Aber wenn man sich auf ihn konzentriert, kann er entzücken. Ein schöner Pärchenduft. Karibisch und chillig, sexy und natürlich. „Virgin Island Water“ in weiblich trifft „Still Life In Rio“. Kein Vergleich zu Promidüften von Taylor Swift bis Rihanna, die oft ja in ähnliches Fahrwasser schlagen. Synthetik oder Aufdringlichkeit spüre ich hier nie. Alles bleibt locker, natürlich und wie ein Luftkuss aus der Raffaellowerbung. Wie ein jungfräulicher Cocktail, wie ein türkises Strandkleid, eine natürliche Schönheit nur mit dickem rosanen Lippenstift, eine Pavillon im Wasser einer Lagune, ein Jetski mit E-Antrieb. Warm und wonnig. Grün, grasig, reif und manchmal sogar „feigig“.

Flakon: bienig und hübsch und wie immer
Sillage: ein Hauch und eine der wässrigeren, transparentesten olfaktorischen Kokosnüsse
Haltbarkeit: wird nach 3-5 Stunden schwach und hautnah, wenn überhaupt

Fazit: Kokosnuss, Wasser, Weichheit. „Coconut Fizz“ ist weder ein waschechter Hit für Guerlain noch der von manchen herbeigeredete Untergang. Mir gefällt er sogar echt gut, obwohl er auf mir etwas zu feminin wirkt. Aber ist ja auch unter Damendüften gelistet. Und an meiner Freundin ist er nochmal ein Stück schöner.


08.06.2019 18:24 Uhr
13 Auszeichnungen
Um den konnte ich am Flughafen für schlappe 30 Euronen wirklich keinen Bogen machen. Richtig schief ging es mit mir und den Sommereditionen von CK One noch nie, vor allem auf Reisen. Aber auch abends nach dem Duschen oder zum Sport greife ich immer wieder gerne zu einem der bunten Flakons. Was kann der Neue der Reihe? Bunt und poppig schaut er schonmal drein und die mitgelieferten Sticker zum selbst verteilen auf dem Flakon, wo immer man will, finde ich eine geile Idee. Jetzt habe ich ein Parfüm, wie es kein anderer genau so hat ;)

Der Duft ist da schon etwas weniger auffällig. Aber immer noch sehr solide. Salzig, spritzig, ein wenig fruchtig und sehr aktivierend. Sehr lebendig und jugendlich, pulsierend und kribbelnd. Perfekt für sommerliche Aktivitäten wie Strassenfussball, Beachparties oder Empfänge ganz in weiss. Am nächsten kommt er der 2013er Version. Wässrig und hell, etwas eher maskulin und etwas kantiger als manch einer seiner Vorgänger, von denen ich fast alle seit nunmehr schon 15 Jahren (!) kenne. Die salzige Meeresbrise wird unterstützt durch minimale Teespritzer, die eine gewisse Gelassenheit und innere Ruhe verbreiten. Eine Kombi, die Selbstbewusstsein gibt. Ein schöner, einfach zu tragender Freizeitduft, mit dem man selten was falsch macht. Etwas potenter, langlebiger und stärker hätte er für mich sein können. Obwohl er sich daheim in gemäßigterem Klima vielleicht anders verhält. Hier im Süden haben es Parfums imo immer wesentlich schwerer und gefühlt trifft man duftende Menschen hier eh deutlich seltener - zumindest meine Erfahrung. Kein Wunder, wenn die Düfte eh nur halb so lang halten oder sich ganz anders benehmen als bei 10-20 Grad.

Flakon: hip, fun, bunt. Nicht hübsch aber passend. Und auffällig. Mal was anderes. Und das mit den individuellen Stickern ist schlicht genial!
Sillage & Haltbarkeit: konnte ihn bisher nur im warmen Zypern testen - aber er ist schon recht leise und schnell weg. 4 Stunden, wenn es hoch kommt. Dafür aber natürlich wie immer sehr günstig, sodass einem das Nachsprühen nicht schwer fällt.

Fazit: vom Look bis zum meeressalzigen Sommererfrischungsduft - die 2019er Edition des CK One Summers ist ein kleiner Hit. Macht Laune, hält frisch, wirkt sexy, sauber, spontan und bereit für jeden Urlaub. Genau wie es sein soll! Könnte mir vorstellen, dass der irgendwann ein beliebtes Sammlerobjekt wird. Allein wegen seinem Flakon. Für mich jetzt schon mein zweitliebster der Reihe hinter dem „brasilianischen“ 2014er!


06.06.2019 21:13 Uhr
15 Auszeichnungen
Der neue Davidoff „Run Wild“. Noch kaum getestet, rar kommentiert, von den Erwartungen her Duftpyramidenassoziationen in Richtung der Legende „Relax“. Für 66€ strahlen mich die 100ml an. Der muss doch mit nach Zypern! Da kann doch nichts schief gehen, oder?! Selbst wenn er nur mittelmäßig sein sollte, können die wenigen Alternativen am Düsseldorfer Duty Free Bereich da doch niemals mithalten?!?!... Denkste! Denn dann kommt die Kopfnote und der Schock steht mir ins Gesicht geschrieben. Ein furchtbarer Duft, der selbst für 20€ dort stehen geblieben wären. Trotz eher schlechten Davidoffdüften in den letzten Jahren hatte ich DAS nicht erwartet... „Run Wild“ erinnert mich frappierend an eine andere Neuerscheinung aus den letzten Jahren, ich komme nur gerade nicht darauf, welches Jungenparfum es war. Der muss von mir aber ebenfalls eine miserable Kritik bekommen haben. Vielleicht irgendein „Invictus“ oder eine der Fäuste von Diesel. So oder so: „Run Wild“ duftet nicht gut. Um es mal emotionsfrei zu beschreiben. Was schwer fällt, denn die Enttäuschung sitzt tief.

„Run Wild“ ist ein chemisch-stechendes Lavendelungeheuer. Unnatürlich, aufdringlich, nervig. Einfach keine angenehme Komposition. Auch keine kreative oder interessante. Einfach nur ein fassungslos machender Mischmasch - als ob man Cola, Fanta, Sprite und Rotwein zu gleichen Teilen in ein Glas aus Plastik kippt und gut umrührt. Grauenvoll und nichts Halbes und nichts Ganzes. Da dreht sich „Relax“ im Grab um. Dazwischen liegen keine Welten sondern Universen. „Run Wild“ ist weder agil noch frisch, weder maskulin noch modern. Es ist ein zäher Cremeduft ohne Wiedererkennungswert. Mitschwimmend und kaugummiartig. Das ist momentan angesagt, hintenraus bekommt er auch mehr Grip - aber insgesamt ist das ein Armutszeugnis. Leider. Davidoff braucht eine Kehrtwende fast mehr als die SPD...

Flakon: simpel aber recht wertig... zumindest am Inhalt gemessen.
Sillage: in seiner stechenden Synthetik schon was schwer
Haltbarkeit: 7 Stunden wären solide... wenn der Duft denn passen würde.

Fazit: ein neuer Tiefpunkt für Davidoff. Zumindest was „neue“ Düfte und Namen betrifft. Doch selbst bei den etlichen miserablen Flankern wird es schwer da Schlimmeres zu finden. Weder wild, noch ein guter Lauf. „Run Wild“ ist ein GAU. Künstlich, unschön, billig und langweilig obendrauf. Wie ein ausgespuckter Bubblegum der auf der Straße klebt. Ein Lavendeldesaster, dass hoffentlich nicht auf den bald kommenden „Cool Water Intense“ schließen lässt...


06.06.2019 21:12 Uhr
8 Auszeichnungen
Ralph Laurens „Supreme Cashmere“ hält, was sein Name verspricht. Schon die „supremen“ Versionen von Leder und Oud waren cremig und sehr gefällig. Aber „Supreme Cashmere“ toppt diese Softness nochmal spielend. Voller Ruhe, Gelassenheit und Liebe.

Wie ein frisch gewaschener Pulli in himmelblau. Wie ein warmer Tee in einer eingeschneiten Hütte in den Bergen. Wie eine Milch mit Honig. Wie ein Geschenk aus dem Nichts. Cashmere, olfaktorisch nahezu perfekt umgesetzt. Ein Irisnebel, cremig und pudrig, dicht und weich, mild und hochwertig. Sowas von unisex. Wohlfühlen, loslassen, kuscheln. Entspannung pur. Simple Schönheit. Für mich der Beste aus dieser bisher sehr feinen Trilogie. Ein Freizeitwunder. Wie eine Umarmung deiner besten Freundin. Wie dein Lieblingskissen oder -Kuscheltier. Wie ein warmer Sommerregen auf noch weichem Asphalt. Wie eine nostalgische Erinnerung an Kindheit und Geborgenheit. Dieser Duft stillt dich. Schmelzend und milchig. Könnte auch ein Narciso Rodriguez sein. Extrakuschelklasse!

Flakon: die gewohnte Haptik und Optik. Farbe passt.
Sillage: sehr sanft und einlullend
Haltbarkeit: klasse 8 Stunden. Reicht für drei Netflix&Chill-Sitzungen.

Fazit: weich, weicher, „Supreme Cashmere“ - ein cremiger Traum aus Wolle und Iris. Grau und verträumt. Perfekt für einen kuscheligen, vielleicht verregneten Sonntagnachmittag mit dem Partner, der Couch und dem Schlafanzug. Kantenlos, übergangslos. Perfekter Blend. Cozy!


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