LekoLekos Parfumrezensionen

1 - 5 von 19
Leko vor 1 Jahr 12
7.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Subtiler als die Kirche erlaubt
Wenn die katholische Kirche und ihre Würdenträger so wären wie dieser Duft, müsste man sich um diese Institution keine Sorgen machen. Für mich ein subtiler Duft, mit viel Feingefühl, mit großer Sorgfalt, Genauigkeit vorgehend oder ausgeführt; in die Feinheiten gehend; differenziert.
Der Kirche jedoch in einem nahestehend... fein strukturiert, daher schwer zu durchschauen und zu verstehen. Auch das meint subtil.

Jede persönliche Bewertung ist immer subjektiv, verdient Respekt und Akzeptanz. Auch wenn sich einem das Empfinden und Bewerten mitunter entzieht, der Andere sieht und riecht es so und basta.

Hier nun mein subjektives Empfinden...
Vielleicht ist dieser Cardinal so fein strukturiert und so schwer zu durchschauen, dass man sich einbilden möchte, dass dort, wo viel Weihrauch drauf steht, auch viel Weichrauch drin sein muss.
Weil andere Bestandteile nicht dominieren und alles so fein verwoben ist, sucht man nach Bestandteilen? Mir ging es so und beim Heiligen Geist, ich habe schon Düfte wahrgenommen, die waren eindeutig rauchiger (Tyrannus, Norne, Precious Woods, N°. XXII - Black Afghan, selbst Oud Muataq, um nur einige zu nennen). Vielleicht mit einer Ähnlichkeit zu Sancti - Eau Delà, aber deutlich sanfter.

Das dieses feine Düftchen Cardinal so rauchig sein soll erkläre ich mir nur damit, dass die anderen Bestandteile schwer zu erkennen sind und Weihrauch wenigstens fein wahrnehmbar ist, sehr fein. Leinen, leicht zitrisch, frisch, cremig, mild würzig und süß nehme ich noch wahr, alles eher subtil. Ansonsten fällt es mir wirklich schwer, diesen Duft zu zerlegen. Dabei möchte ich es auch, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, belassen.

Cardinal ist eine ganz sanfte, feine, leichte Komposition, die ich gern als Ganzes sehen und auf mich wirken lassen möchte.
Ein berührendes Werk für die ruhigen, sensiblen und einfühlsamen Zeiten des Lebens.
6 Antworten

Leko vor 1 Jahr 1
8.5
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage
7
Flakon

Interessanter Exot dank Lakritz
Der erste Impuls "interessant" bleibt bei mir auch der Finale. Das vorab zu schreiben ist natürlich nicht so schlau, spiegelt aber meinen Gesamteindruck gut wieder. Wenn ich schon beim Fazit bin, sei ebenso gesagt, dass für mich die Sillage und auch die Haltbarkeit leider eher etwas unterdurchschnittlich sind. Bei anderen Rauchkandidaten ist das deutlich besser.

Apropos Rauch... der ist geradezu harmlos und begleitet daher eher angenehm. Die verrauchten Tyrannos und im Abgang Norne z.B. empfinde ich als deutlich dominant-rauchiger. Mag daran liegen, dass Black diese Komponente nur in der Kopfnote hat und andere im Herzen oder der Basis. Pfeffer und eine grüne Note empfinde ich ebenso als harmlosen Begleiter und bringt der Würze eine leichte, ebenso notwendige Frische. Allerdings nur zum Auftakt.

Lakritz ist sofort und kräftig wahrnehmbar. Das offenbart sich nicht erst später, sondern setzt sofort seine Marke. Daher wohl auch der interessante Gesamteindruck, denn der Exot Lakritz bleibt bis zum Ende dabei, allerdings nach kurzer Zeit auch gut unterstützt durch Birkenteer. Final rückt dann warmes Zedernholz in den Vordergrund, was ebenso wunderbar mit dem Birkenteer harmoniert. Mit Geräuchertem, Würzigem und Lakritz ergibt das eine ganz besondere, finale Mischung.

Eher als Nischenduft bezeichnend ist Black nicht zwingend der "Reißer" auf jeder Party, aber wenn man diese Richtung mag, ein entspannter und exotischer Begleiter, mit eindeutiger Schwere. Nicht zu aufdringlich, aber äußerst interessant durch den außergewöhnlichen Mix.
Klar unisex wirkt der Duft nur bedingt auf mich, aber ausgerechnet Lakritz, mit ganz leichter Süße verbunden und das warme Holz machen es gut möglich. Fazit ist ja bereits schon durch und so erfreue ich mich nun an einem neuen Exoten in meiner kleinen Sammlung.
1 Antwort

Leko vor 2 Jahren 4
6
Duft
7
Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon

Hau mal schön auf die Tonne mein Freund
Zu den Weichspülern oder gar blassen Düften gehört Guilty Absolute pour Homme nun wahrlich nicht. Leder ist wirklich speziell und satt vorhanden, allerdings sehr gut eingebettet in angenehm frecher Würze, Holz, Rauch und leichter orientalische Süße. In diesem Fall macht der süße Touch nichts kaputt (ich bin kein Zuckerfan), sondern rundet eher ab und verstärkt die Sillage. Diese Kombination wirkt dadurch animalisch-verführerisch und besitzt eine gewisse Dominanz. Wäre GA nicht etwas süßlich, wäre er wohl ziemlich heftig und grenzwertig. Vergleichbar in der Wirkung eines N°. XXII - Black Afghan.

Wäre ich ein Tier, hätte ich wohl damit meine Marke gesetzt und das Revier abgesteckt. Die Sillage ist kraftvoll und signalisiert anderen Männchen, ein Alpha-Rüde ist im Anmarsch. Im Reich der Menschen eckt diese Kreation sicher auch mal an oder man verliebt sich halt in diese. Mit einem Schmunzeln lehne ich mich mal aus dem Fenster und behaupte, man ordnet sich ihm unter. Naja, das sind eben nur meine Empfindungen und Assoziationen.

An einem Alpha-Weibchen könnte ich mir diesen Duft übrigens auch vereinzelt vorstellen, das Prädikat "unisex" stelle ich ihm aber keineswegs aus. Aussagen wie "Omas alte Ledertasche", "50er Jahre Tasche" oder "Pflasterleder" passen schon und schwingen auch deutlich mit. Alleinstellungsmerkmal im Lederrevier und eine animalische Dominanz wäre meine Zusammenfassung eines exotischen Herrendufts.
2 Antworten

Leko vor 2 Jahren 5
8
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
9
Flakon

Mal lecker hypnotisiert werden?
Jo, da musste für Yatagan doch noch ein Kommentar her. Ein kleines Statement ging ja schon vorweg.
Dieser wunderschöne Duft huschte erst so an mir vorbei und je öfter ich mich mit ihm beschäftigt habe, desto mehr hat er mich gefesselt.

Eigentlich stehe ich überhaupt nicht auf süßliche Düfte, aber einige Pafümeure schaffen es die einzelnen Komponenten so zu kombinieren, dass dabei etwas ganz Besonderes entsteht. Mit Yatagan ist das sowas von gelungen. Hier hat die Süße, kombiniert mit dem orientalischen und animalischen Touch etwas hypnotisches... zumindest für mich.

Leider hält der Duft bei mir nur mittelmäßig und die Sillage ist auch nicht der Brenner. Bei dieser vollen, warmen und leckeren Nasenfreude aber fast nebensächlich. Da der Duft 1976 kreiert wurde, darf man ihn wohl oldschool nennen, aber ich finde er passt wunderbar in die heutige Zeit, wenn man kein Bock auf Mainstream hat.

Was für mich Yatgan so lecker macht, ist wohl die außergewöhnliche und weiche Würze. Meine Nase sagt mir Nelke, eigentlich eher Gewürznelke. Es riecht auch so ein bisschen nach Spekulatius. Der braune Saft sieht übrigens auch danach aus. Damit dürfte auch klar sein, so richtig leicht und sommerlich ist unser Freund nicht...
für einen kuscheligen Abend am Kamin aber eine gute Wahl. Einfach wunderbar lecker.

Empfehlen würde ich dieses Leckerli auch jungen selbstbewußten, vielleicht feinsinnigen Männern und natürlich auch Frauen. So ganz unisex unterschreibe ich nicht, aber das liebliche Wesen dürfte auch Frauen ansprechen.

Für mich war es Liebe auf den ersten Schnöf und ein klarer Kauf.
2 Antworten

Leko vor 2 Jahren 5
7.5
Duft
6
Haltbarkeit
5
Sillage
5
Flakon

1810... eine zeitlose Erfrischung für den Sommer
Lange habe ich mir überlegt, ob ein Kommentar über dieses Wässerchen überhaupt den Aufwand lohnt. Das Alter rang mir aber den nötigen Respekt ab und so schlecht kann doch ein Duft nicht sein, der heute noch weltweit verkauft wird. Spitzenklasse habe ich bei einem Niedrigpreis für 350ml nun wahrlich nicht erwartet, es konnte bei diesem aber auch wirklich nichts verkehrt gemacht werden. Wenn der Duft nicht passen würde, bekäme er einen Platz als Duftspender im Bad.

Die traditionsreiche Geschichte von Clubman Pinaud beginnt 1810 mit Ed Pinaud, der seine Niederlassung in Paris eröffnete. Der vornehme Herr fand dort professionelle Pflegeprodukte, sowie das klassische Barbershop-Sortiment. Noch heute tragen die traditionellen Produkte stolz das alte Logo und vielleicht ist es für Männer auch deshalb hip, diesen Vintage-Duft zu tragen. Der wachsende Erfolg machte seit ca. 1900 Clubman Pinaud dann auch international populär. Später wurde die Marke von den Amerikanern aufgekauft und bis heute fortgeführt.

Ob das der Grund für den seifigen Geruch ist, der Citrus Musk stark begleitet, kann ich nicht beantworten. Bekannt ist allerdings, dass die Amis frisch, sauber und seifig mögen.

Mit Citrus Musk erhoffte ich mir etwas erfrischendes für den Sommer zulegen zu können. Es sollte eine kühlende Wirkung haben und gerade nach dem Sport frisch und clean wirken. Wer das ebenso wünscht, ist mit diesem Duft gut bedient. Zitrus, blumige Beilage und vor allem der stark seifige Touch erzeugen genau das, was gewünscht war. Ein bisschen erinnert das Erlebnis schon an frische Wäsche, empfinde das aber als angenehm. Die zitrische Kopfnote ist recht schnell verflogen, seifig-blumig und leicht zitrisch bleibt noch einen längeren Moment und dann ist der erfischende Part auch schon vorbei. Moschus und Seife beenden dann den ohnehin recht kurzen Spaß nach maximal 4-5 Stunden, sei denn, man legt mit beiden Händen ordentlich auf. Das Ziel wurde trotz mittelmäßiger Haltbarkeit erreicht und war somit ein gelungener Kauf.

Mega hochwertig und komplex ist das Wässerchen nicht, aber klassisch, wirklich nett gemacht, gutriechend und 1810 war es wohl eine hohe Kunst, so einen Duft zu kreieren. Das dieser vintage Kandidat in einer Plastikflasche daher kommt, finde ich eher peinlich, fast schon respektlos. Naja, irgendwoher muss der Preis ja kommen.
An dieser Stelle sei der kurze Vergleich mit Capucci pour Homme erlaubt, welcher mit seiner zitrischen Note deutlich krachender reinkommt. Vielleicht wäre das für den Sommer eine gute Kombination. Direkt nach dem Sport oder auch während der Golfrunde Citrus Musk genießen und nachmittags Capucci oder Sergio Soldano for Men zelebrieren. Das wird dann wohl der Tag der Klassiker...
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