LilienfeldLilienfelds Parfumkommentare

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04.02.2017 00:31 Uhr
40 Auszeichnungen
Celadon Keramik, eine europäische Bezeichnung für chinesisches Porzellan-Steingut, gefertig ab dem 3. Jh. bis ins Spätmittelalter, dessen grünlich oder bläulichgraue Glasur meist von feinen Rissen durchzogen war. Frühere Werke eher transluzid gehalten, neuere opak und der Farbton auch an Jade erinnernd. Hergeleitet, namensgebend für den Begriff *grüne Seladon Farbe war: *Céladon, der stets grüngewandete, schüchterne Jüngling und Held aus Honoré d'Urfès pastoralem Roman Astrée, in dessen Hauptteil von der Liebe des Schäfers Céladon zur Schäferin Astrée erzählt wird.
Seladon, graugrün- graublau, auch ein wenig kühl anmutend schimmert ätherisch bittrer Blütenduft von Schwertlilien durchs Aldehyd der Kopfnote, welche sich gleichsam zart seifig, wie wächsern, milchig darstellt, meintewegen auch ein bisschen luftig. Eine schnell verblassende Schrift zeichnet sie aus, und grad so wie die Glasur einer Keramik das Gefäß durchscheinen lässt, bekommt man sie schemenhaft dargestellt, ehe sie sich entzieht. Eine Jasmin wächserne Schicht, eine Schicht unsüßer Eleganz umschließt und dominiert die fragile Bitterkeit der Schwertlilienblüte. In dieser Phase des Übergangs kann ich mich nicht entscheiden, ob ich mehr Wachs, oder Leder, weiches Waschleder in der Nase habe. Ein ledrig, wächsern blumig, agrumenfruchtiger Eindruck ist es insgesamt, wie poliert & Cashmeran überzogen. Es stellt sich beinah abrupt, recht breitbeinig, scharf- minziger Patchouli mittn in die beginnende Herznote. Harz, es wird harzig wie von Myrrhe & Elemi, mit einem Hauch Kamille (Heftpflaster). Und irgend jemand streut Kardamomkapseln in den Duft.Würzigkeit schält sich quasi aus der Bitterkeit der Irisblüte, so dass der Duft einen orientalischen Dreh erhält, warm- würzig, wie Kruste von gebacknem Brot, welches in einer kühlen Kammer liegt. Die ingwerartig zitrische Schärfe des Kardamoms steht erkennbar neben der Minzschärfe des Patchoulis, das sich heuig warm entwickelt, den Duft begleitet bis zum Schluß. Mit dem Abschied der Irisblüte verliert sich ihre blumig hantige Bitterkeit, die von Ingwer, Kardamom bleibt bestehn. In die wächserne Schicht drängt sich, gräbt sich gleichsam wie Krakeele nun von allen Seiten, breitet sich mit und in ihr aus: der unsüße, matt trockne Duft der Iriswurzel. Eine zarte- synthetische ( ich kann mich schon geraume Zeit des Eindrucks einer guten Portion Iso E Super nicht erwehren ) und eine raue- orientalsiche Seite verschmelzen scheinbar. Nun beginnen sich Harze, Gewürze, die agrumenfruchtige Jasminnote und eine viele Facetten zeigende Iriswurzel zu mischen. Es wird zunehmend weicher, molliger im Duft. Heliotropin Pudersüße breitet sich aus, ab und an winken blasse Duftveilchen aus dem Rhizom, dann wieder zeigt sich die Wurzel satt in weiße Kakaobutter getunkt. Zart nehm ich Zimt & Nelke war, es dürfte sich auch eine Spur Anisaldehyd zu Iris (Jonone, Irone ? ) gestellt haben. In die Basis gehend verstärkt sich die mollige Schlagobers Note, der Duft wird hautiger, sinnlicher, Moschus- Ambrettolide mollig, auch sehr glatt, mit holzig, nussigem Dreh. Cashmeran und gezähmter Patschouli erden den Duft. Es bleibt nach fünf Stunden ein weich glatter, würziger Hauch, das war es dann.
Wie der Duft an Männerhaut zu Geltung kommt, hm, das müsste man versuchen. Ich finde den Duft trotz beachtlich, erdiger Würzigkeit eher weiblich. Ich habe zwei Düfte in der Nase an die er mich denken lässt. Zum einen ist es ( im Herz ) -> Cuir de R'Eve zum andern, ab Herz und dann auch wirklich für mich ein Zwilling-> 1826- Eugénie de Montijo.
Iris Celadon zeigt sich subtiler, vielleicht auch einfach anders synthetisch;) (kein Ambroxan, da tät mein nasal trigeminales Riechsystem mit Migräne antworten) und mit einer weniger stark ausgeprägten Armani- Note;D bzw, zeigt sie sich + zieht sich GsD grade noch so, rechtzeitig zurück, dass sie mich nicht wirklich sonderlich stört.
Der Duft ist in jedem Fall, beinah ein bisschen anders.
Die Farbgebung in Armanis Frühjahr-Sommer-Kollektion;)
http://tinyurl.com/hsjcbr5
http://tinyurl.com/j8tj6y5


09.09.2016 17:27 Uhr
34 Auszeichnungen
Die meisten Grausamkeiten spielen sich ab, wenn man mehr oder weniger
nackt, entblöst steht...

Ich möchte dich ausführen, damit du weißt, dass du mir etwas bedeutest, 
aber es ist so kalt und ich weiß nicht wohin. 

...Neroli Water Absolue, ätherisch- kühl anghauchte, fruchtige Rose.
Ein lauwarmes Bad, Griff nach einem Seifenstück, allein, schutzlos, ohnmächtig...

Ich brachte dir Blumen, mit einer hübschen Schleife,
aber sie werden nicht so schön blühen, wie letztes Frühjahr.

...blasslila Schaum, wolkige Moschusbläschen zerplatzen auf kühler,
sich langsam wieder erwärmen wollender Haut...

Ich möchte dich küssen, damit du dich gut fühlst. 
Ich bin nur zu müde, um meine Nächte mit dir zu teilen. 

...Ylang Ylang- zart süßlich, Blüte unsanft geöffnet, weiße Knospen
sich wieder verschließen wollend, scheu...

Ich möchte weinen und ich möchte lieben,
aber all meine Tränen sind aufgebraucht.

...aldehydig anmutender Auftritt, versteckte Verletzlichkeit, ein Hauch
seidiger Unterwäsche durch noch feuchte Hände gleitend...bitter...

aber all meine Tränen sind aufgebraucht.
Für eine andere Liebe,
eine andere Liebe.

http://tinyurl.com/bxtjex2

Ein chaneliger, chamoise- rosa Guerlain, mit einem Quentchen selbstverliebter,
bestimmender Leidensbereitschaft.

;)
Die perfekte ( Chanel ;) Frau zum Duft, -> http://tinyurl.com/h2jq88r

Songtext: Tom Odell, umgmodlt:D


26.04.2016 22:18 Uhr
48 Auszeichnungen
( eine wunderschön blasslila Pfingstrose. )
Lilac Loves Kopfnote is ein bissl gewöhnungsbedürftig. Sie dreht nach ein paar Sekunden ziemlich auf. Nicht
gleich beim Sprühen, erst scheints gemütlich loszugehn, also Obacht, nicht voller Freud
die Nase aufn Handrücken drücken. Der Start leicht ungefällig, er spreizt sich ein bissl, der Frühling. Eine unerwartet heftige Alkoholnote begrüßt, sie trägt viel Kakaopuder mit sich,
riecht kurz wie ein Mix aus Kakao- Likör & Baileys, hat dazu eine getreideartige ( ich sag gern Sauerteig ), an Weizen erinnernde Note, wie ich sie zb. aus Guerlains GC kenn. Gleichzeitig hält mir jemand an riesn Buschn eben abgschnittner Tulpen untert Nasn, richtig schön frisch & kühl, wässrig - grünlich & milchig. Auf ein Seidentuch gsprüht hat der Duft die alkoholische Note gar nicht. Da kommt gleichs Kakaopuder mit einer leicht pfirsichartigen Note.
Flieder ist ja eh a Illusion, aber Fliederaldehyd, nebst Anisaldehyd wird schon drinnen sein, irgendwie muss ja Flieder, also die lilane ( oder weiße ) Idee in die Flasche. Obwohl ich einiges vorgegaukelt bekomm an Noten, Flieder erwisch ich keinen, kann ich mir keinen einbilden. Heliotropin mit seiner grünpudrigen Note ( gern auch an Plastik Mandel denken lassend, hier nur Plastik, ohne grüne Mandel ) hüpft mich gleich an. Lindenblüteartige Süße, nebst Lilien glaub ich zu verorten, Gardenie wie Jasmin sowieso. Allem voran aber Pfingstrosn, ganze Stäucher davon wollen mich betäuben. Draus bindet sich für eine kurze Duftspanne ein sehr indolscher Strauß, der ordentlich Liebe zu Bumendüften verlangt, weil etwas heftig. Aber das währt nicht sonderlich lang, zähmt sich gut. Grün, es bleibt wässrig. Blassgrün wär auch eine Idee gwesn fürn Flakon.
Ich riech Iris ( Schwertlilienwurzel ) leicht buttrig, sprich, da wohnt schon auch ein Veilchen im Duft, sehr echt, beinah unsüß, wie die kleinen Berg Hundsveilchen am Wegesrand.
Lilac Love riecht nach viel, auch nach Frühling, aber sicher nicht nach Flieder:)
Stimmt was Scheeheratze unter mir schreibt: ''Lilac Path'' gaukelt Flieder viel besser vor, auch ''Sweet Morphine'' der für mich fast wie Yves Roches ''Pur Désir de Lilas'' riecht. -> Pyramide sagt: Mandel & Flieder, sprich Heliotropin nebst Anisaldehyd. Das riecht halt dann fliedrig, mimosig und nach Plastik Mandel:) und ist mir aber einfach alles zu gleich.
''Sweet Morphine'' empfind ich persönlich wesentlich süßer als ''Lilac Love''. ''La Tulipe'' riecht auch fein nach Flieder, auf der sehr wässrig- grünen Seite zu Hause, mit viel Maiglöckchen ( Lilial ) dabei, hat aber auch diesen synthetischen
Mix aus Helional Wässrigkeit, Anisaldehyd und Heliotropin, um was immer man da riechen mag, soll, dann auch meint zu riechen, oder eben auch riecht. “En Passant'' hat nämliche Noten, auch sehr wässrig und im ''L'Eau d' Hiver'' riechts auch nach Flieder, im ernst!
Begleitet von einer zart- seifigen ( bissl altfadrischen) Note,
wie ich sie aus ''Dia'', kenne, gibt der Duft seine Amouage DNA preis.
Blumig, grünlich- wässrig, kakaobuttrig, Richtung Basis gehend
holt Tonka auf, rauft sich ein bissl mim Chashmeran- Mouschbett und *SO süß find ich ihn jetzt nicht. Honigartige Pfingstrosen Süße, nussig, cremig & milchiges Sandelholz, mit grünen Sprenkeln. Wenn ich überhaupt an Flieder denken würd bei dem Duft, dann wärs eine Idee weißer Flieder, den man sich verblühend vorstelln muss, aber auch nur beim raschn Wegziehn des Handrückens von der Nase, für mich nachriechbar, das auch erst irwo in der Herznote.
Aber ich glaub, das wird auf Dauer zu anstrengend, also ich bleib bei
Pfingstrose, Gardenie, Kakaobutter und dem Rest, den ich mir einbilde;) Am Seidenstücherl bleibt er zart, pudrig – grün und lässt die Tonka völlig draußen.
Am End ein doch sehr ausdauernder, an Frühling denken lassender ( san Mauerblümchen eigentlich blasslila, weil das könnt hinkommen;) sogar ein wenig fröhlicher, eher unaufgeregter, eleganter, cashmeraniger Cremetopf.
Dass den Duft ein Mann tragen wird, glaub ich nun nicht, können schön, wollen eher ned.
An jungen Mädls kann ich ihn mir nun auch nicht vorstellen, dazu ist die Basis zu gsetzt.
Das ist der unsexieste Amouage, aber er hat schon was.
Ich würd ihn am ehesten an an Miss Marple sehn:) glaub aber, sie trägt keine Düfte.
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Ich muss einen kleinen Nachtrag, die Rutherfordsche MM betreffend einfügen..
also: sie konnt sich ja durchwegs ihrer Verehrer kaum erwehren..
es muss nicht immer ...eh schon wissen..
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Noch ein Nachtrag:) ..
4 Tage Dauertragen..
Es gibt in dem Duft eine Phase, so nach einer dreiviertel Stunde, da strengt er ( mich ) sehr an, dauert aber nicht lang.
Ich habs Patschouli gfunden ( eingebettet in die seifige Note und nicht zu knapp..)
gibt der schokigen Note bissl an Kick RIchtung After Eight.
Die hautige Note ( Cashmeran- Moschus Mix, e klar ) bekommt beim Dauertragen keinen unerheblichen Stellenwert.
Das Umfeld, vor allem das Männliche, lässt sich gern ins Moschusbett fallen..
also, ganz so unsexy isa wohl dann doch nicht;)..


21.08.2015 18:56 Uhr
35 Auszeichnungen
Zurückversetzt
es zieht mich förmlich nach hinten;
die Klosterschul in Aussee ruft mich zum Klavierunterricht.
Mitte Juli, da ist's sogar im Salzkammergut sommerlich heiß, ab und an, halt. Die Flügelfenster des Arbeitszimmers stehen weit offen, weiße Batistvorhänge zu beiden Seiten, mit Kordeln an die Wand gezurrt.
Sie blähen sich auf im Wind und ich sitz wieder einmal mitten im Zug.
Schwester Paula, der Schrecken meiner Kindheit, ich riech sie schon, obwohl sie eben erst, akuraten Schritttes, über die Schwelle rauscht. Schaumbad, Marke Fichtennadel. *ui; und
einmal mim Rohrstaberl links, dann rechts auf die Knöchel.
Bled, die Notenleserei, wenn man als umgstellter Linkshänder, an antrainierter Legasthenie leidet.
Es riecht sauber, karg - streng und fühlt sich auch so an.
Sehr aufgräumt, sehr kontrolliert der Duft, von oben bis unten im Korsett, so nach Blatt gespielt.
Der Duft ist starr, irgendwie, so viel Sommerbrise kann da gar nicht wehen, ist wie durch ein Fenster zu schaun,
als hätt ich eine Glaskügel in Händen, als würd mich da drinnen beobachten.
Hab vom ersten Sprüh an das Gfühl, wenn ich jetzt nicht folg,
gibt es zu Mittag sicher Fenchel zur Belohnung. Gwürztes Salzwasser ist schon aufgstellt in der Klosterkuchl, ich kann es riechen, aber Essen gibt’s auch erst, nach dem bohnern der Parketten, versteht sich.
Sehr seltsame Rückführung und immer diese künstliche Fichtennadel- Schaumbadnote.
In der Schüssel am Beistelltischerl, gleich neben dem Klavier, liegen ein paar weiß anghauchte Zitronen und ausm Schwenker dirket daneben, Weihrauch und Myrrhe ( Räuchermanderl ) -s'wabert mir während der ganzen Stund Quälerei
unter der Nasen...
unfassbar. Neben mir Schwester Paula, mim Bambusstaberl, die Haar mit goldnen Schiebespangerl akkurat unter'd Haube gnadelt.
Das Parfum dürft's vor 40 Jahr' schon ghabt haben...
Ich empfinde Copal Azur trocken, heiß, salzig, mit einer Würzigkeit die geschmacksverstärkt rüberkommt, leicht muffig.
Kopf ins Salzfassl.
Kiefernharzig, holzig, nach hinten süß,ohhh,
Kardamom und Tonka, riecht für mich nach Banane hinten raus.
Da ich mir kein Iso vorstellen kann, riech, muss es dann wohl Calone sein,
welches diese maritime, für mich trocken- salzig, fruchtige Note erzeugt..
durch diese harzig- waldige Anmuting, die mich auch ein bissl an Moose denken lässt,
erklärt sich mir die vertraute Tiefe des Duftes- chyprig kommt das rüber.

Die Basis, wo sich das Salz leider so ganz verliert, ist mir zu tonkerlastig..
fast buttrig, da muss ich den Duft nimmer haben..
Wenn die Basis nicht stimmt, kann ich so und so kaum..

http://tinyurl.com/puugztt
http://tinyurl.com/odmazs3

Also ein eindeutiges Jein, oder, besser nid;) bei 60%, oder so...
..
Bissl viel, bissl üppig, bissl schwülstig, aufgsetzt, verkappt sexy, auf eine seltsame Art bieder, streng. Schwester Paula.


02.01.2015 23:41 Uhr
35 Auszeichnungen
der goldene Amethyst

Parure..

20 Jahre, solang ist's jetzt her, stolper wie benommen neben Ihm, dem Einzigen den Tuchlauben entlang, die weihnachtlichen Auslagen bemerk ich nicht.
Parure oder Jardins de Bagatelle, es war mir zu dem Zeitpunkt wirklich einerlei, womit er mir das Ende erträglicher gestalten wollt. So aufgezwungen waren diese Aktionen, dass ich dankend ablehnte und um diesen wundervollen Duft bis vorgestern, einen großen Bogen machte.
Obschon ich die Diskussion mit der Dame bei Hubers um das Wesen der Parure Trägerin weidlich genoss, riss sie mich für doch für ein paar Minuten aus meiner Trance. 10 Jahr sind schon lang.
Von der Mutter des *Einzigen lernte ich Guerlain.
Sie teilte mit mir den Hang zu Schönheit, zu Düften, diese waren ihr Liebe und Broterwerb und ich fühlte mich in ihrer Schatzkammer
wie im Paradies. Die Liebe zur Malerei teilte ich mit dem Einzigen.
Auch diese ließ ich hinter mir.

Ich war von der bestimmend besänftigenden Wirkung die Parure in sich trägt schon damals fasziniert.
Vilolett- golden, ein Tupfer Citrin wie ein Herz, eingschloßen in einem Amethysten...
und ich fand den Duft wesentlich leichter zu tragen als eben ein JdB.
Shalimar war mir damals viel zu lieb, Jicky zu gewollt.

Kurz vor dem heurigen Jahreswechsel holte ich mir Parure zuück.
Ich wartete nicht lang und sprühte einfach los, wie früher, ich wusst ja was kommt.

Eine bittersüße leicht morbide, eine dunkel- staubige und doch schillernd hell-goldne, fast salzig schmeckende
ins grün kippende ( Salbei ) Agrumeneröffung, die Erinnerung an Rose Nahema, schwimmend
in einer Ahnung unsüßen Pfirsichkompotts und sag jetzt keiner nein, da ist kein Pfirsich, das wär doch Mitsouko;) ich rieche balsamisches Pfirsichwasser, ist so.
Mitsouko ist viel sperriger und bleibt bitter, Nahema (Vintage) hat das Aschige, das ich auch an Parure so liebe. Flieder, ja man riecht Flieder und Grün, viel weiches Moos unter den Füßen, mit viel Fantasie Maiglöckchen und eben
dunkle Rose in Pfirsichwasser, diese wunderbareMischung wird eingefangen, aufgangen in einem Gefäß voll mit feinstem Pflaumenwein, rumiges Zeug;) in dieser Phase des Duftes, so nach einer Stunde präsentiert Parure sich mir sehr gourmandig. Es wirklich unfassbar schwer Übergänge auszumachen, in diesem, mit so gegensätzlichen Reizen spielendem Duft.
Eichenmoos ist schon in der Kopfnote deutlich vorhanden, eben auch der Salbei, welchem, so glaub ich das Salzige zuzuschreiben ( ich hab mir nich nur einmal den Handrücken abgeleckt ums zu erschmecken;) ist und welchen man leicht mit dem Patchouli, dem Perubalsam in der Basis
verwechseln möcht, ist nach ein paar Minuten schon zu bemerken.
Das einzige das ich mir auffällt, ist so ein hinunterplumpsen :D der Duft fließt sehr lange
um dann abrupt anzukommen, so scheint es mir. Das Fließen geht dann in ein ausbreiten über. Gewürze, wie Kardamom und Zimt eindeutig und ich darf jedem der Angst vor Leder hat
beruhigen, so sanft, so glatt, so weich, wie die Haut einer Schlange und tief eingebettet in der Basis.
Das faszinierende an Parure ist diese wasserklare, sehr kühle, immer wieder grün schillernde und doch aschig-harzig- ledrige Basis, welche zugleich cremig minizig und fruchtig bleibt.
Einfach süchtig machend, für mich, da nicht nur mit einem meiner liebsten Harze, dem Perubalsam,
sondern auch mit eine sehr präsenten Pflaume ausgestattet.;)

Die Farben Lila und Gold, saftig grüner Wald, fruchtig- orientalisch, Veränderung,
ankommen, aufgehoben sein, Stärke, Selbstversdändnis...rein ins Leben es lebt sich von allein:D
Trotz dem Spiel zwischen bitter und süß, klingt Parure sehr geschmeidig aus
und ist am Ende ein sanfter, ein seelenvoller ein sehr unaufgeregter Duft.
Parure steht für für Klasse, ist keine Diva, nein, man kann nackt, nur mit Parure, in Gummistiefeln
und einem Herrenhemd bekleidet, eine Runde Holzhacken gehen;)
Parure ist ganz klar ein Duft für beide Geschlechter:)
ich finde die Haltbarkeit fein, aber nicht überragend, nach 4 Stunden würd ich nachsprühen wollen:)
die Basis hält zwar noch eine Zeit, aber...

Hasu-no–Hana steht für mich auf einer Stufe mit Parure, obwohl er eher Diva lebt, sich leidender präsentiert,
anders schillert, eleganter und weiß der Teufel was schöner sein will...
Parure kommt mir mit seinem 70ger Jahre Charme einfach viel jünger, kämpferischer rüber;D
aber das sind Insider unter Chypristen:D:D

Ich hab ( bedank mich ganz herzlich bei unserer Sue ) ein 30ml Türmchen
Jahrgang 1995 bekommen, vor der lezten Reformulierung, vor der Biene:))
und bin sehr glücklich.

Irgendwie, auf eine besondre Art, finden die Dinge die man liebt, doch immer wieder zu einem
zurück; und sei es mit dem einatmen eines Duftes, einer Erinnerung, die plötzlich nicht mehr bitter schmeckt.

https://www.youtube.com/watch?v=yaN8jDtgCyg

http://tinyurl.com/o87bg22


30.09.2014 17:36 Uhr
31 Auszeichnungen
Oder

Wer nie sein Brot mit Tränen aß...

J.W. von Goethe



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Mit dem Druck auf den Sprühknopf begrüßt mich umhüllend eine dunkelbunte Wolke Traurigkeit,
lässt aus der Mitte meiner Brust, schwarz- weiße Bilder steigen.

Die Eröffnung ist eine klare Ansage, ein mit Aldehyd aufgepumpter lavendeliger leicht seifiger Weihrauchwirbel, gepaart mit einer Spur Wacholder und einer dezenten süß-fruchtigen Note Bergamott.

Dicht, kühl, glasklar, irgendwie sehr metallisch, etwas abweisend, bestimmend. In der Tat kann man das was einem als Leitfaden des Duftes in die die Nase steigt, als *Rasierwassernote bezeichnen. Diese Note soll nach meinem Dafürhalten den nicht vorhandenen Vater repräsentieren.
Ablehnung, das Unaussprechliche, nicht zu Verstehende, den *Fehler, - Schuld.

Mich erinnerte der Duft sofort an die Kirchgänge in meiner Kindheit, seh mich
im winterlichen Frühdunkel
die verschneite, schmale Promenade entlangstapfen, kann das Knarren der Holztür beim Öffnen hören, spüre die Wärme der alten Fußheizung unter der Sitzbank und rieche die aufsteigende
Luft, die sich langsam mit Weihrauch mischt...hat schon etwas Sakrales.

Serge Lutens hat Fougere Noten in den Duft gebaut;) und ich bin beruhigt, dass diese für mich doch sehr prominente Lavendelnote kein nasale Einbildung ist. Klassisch, ein wenig altmodisch im Herzen, Kopf und Basis sind aber sehr heutig.

--
-> Fougere Moos - Holz (Patchouli, Vetiver, Sandelholzöl), viel krautig frische Bestandteile, aber auch Lavendel, Geranium, Ylangöl und Rose. Ebenso gehört Cumarin stets dazu. Der Fougere Akkord kann weiterhin noch Neroli- und Bergamotteöl, Vanillenoten, Anisaldehyd, Harze und Moschus, enthalten.
--
Ich rieche eine sehr deutliche Aldehyd- Eröffnung, Weihrauch, Lavendel, Seifiges von Kopf bis Mitte Herznote, Fruchtiges, Cumarin, Gewürznelke, Holziges, nicht wenig Patchouli, wässrig- Kühles ( Moos ?) Moschus, von mir aus auch der keksige;) ->Cashmeran- eine Idee Vanille und etwas süchtig machendes, dezent glattledriges in der cremig-leicht pudrig werdenden Basis ...oder so...

Melancholie und Schwermut mit den Mitteln der Parfumkunst nach außen projeziert, nachfühl und riechbar gemacht. Dem beklemmenden Gefühle das der Duft auslöst, der Unsicherheit, der Angst davor in die Untiefen der eigenen Seele zu stürzen, verloren zu gehen, wirkt zaghaft eine unschuldige Kraft entgegen, man bangt mit.

Schwarzweiß --> ein bedrohlich- beklemmend-angstmachender Balanceakt über dem Nichts.

http://tinyurl.com/kuaxjte

Kinderseelen spüren kunterbunt, oder eben schwarz- weiß, irgendwann.

Der Duft trägt beide Geschlechter in sich, hat eine hart- männliche Seite ( Rasierwassernote;)
und eine zart- zerbrechlich, leicht süß, weibliche Gesamtheit ( für mich ) .
Die stete Spannung zwischen den beiden Polen stellt sich mir als Prozess einer Aufarbeitung, nicht als Hervorhebung des Gegensatzes dar. Ich empfinde L'Orphelines Parfumcharakter als zärtlich- weiblich, mit einer nicht geringen charmant- erotischen Ausstrahlung. In der Basis bekomm ich die Nase fast nimmer vom Handrücken. Die Kopfnote ist ein tolles Feuerwerk, ich hab die Probe ratz- fatz weggesprüht, da mir die Öffnung so einen wunderbar kribbeligen Nasenflash beschert. Ab der Herznote wird's hautnah. Die Haltbarkeit finde ich mit fünf Stunden okay, für einen Lutens ist das gnädig.
Tragen kann man den Duft ob seines kühl- warm changierendem Charakters rund ums Jahr. Es ist ein sehr gemäßgter, im Prinzip ein leicht zu tragender Oriental-Fougere den man nicht verstehen muss, er ist eh mit sich selbst beschäftigt;)
So dargestellt ist er für Nasen die sich mit Lutens Düften nicht leicht tun, ein perfekter
Einsteiger. Er hat auch etwas Schickes;) das schieb ich einmal der metallischen Note zu ) Ich bin mir sicher, L'Oprheline wird ein Renner. Und nein, ich glaube, nicht das Iso-E drinnen ist.
Wenn, dann Ambroxan.


22.09.2014 22:07 Uhr
21 Auszeichnungen
Es riecht nach Abenteuer

http://www.africanivoryroute.co.za/map

http://tinyurl.com/mos6qfy

Orangenfruchtig- minzige Bergrüßung, ein Hauch frischen Basilikums und Du stehst ganz allein auf der Piste. Allein bei 48° unterm letzten Kaktus, ausgerüstet mit einem Packerl *Capri Sonne
wartend auf gnädiges Weiterkommen.
Hitze brennt aufs Haupt, der schorfige Boden riecht nach getrockentem Lehm und ab und an
fädelt der Wind ein. Er säuselt *Freiheit in Dein Ohr, lockt Dich weiter, trägt würziges,
rotpfeffriges und andere feine Gerüche wie Myrrhe, Amber, Weihrauch und feinst - süßen Tabak vor sich her. Ivory Route duftet streckenweiße einfach nur lecker und obwohl weit weg ein
Gourmand verführt die Macis- Cumarin- Orangenteenote zum Reinbeißen.
Sommerweihrauch, Sommeramber, Labdanum bei Hitze, das klappt hier sehr gut.
Gleiche Idee wie Tauers Wüste ( ich riech Tauernade ) aber anders umgesetzt, auch ist die Route länger, der Weg führt von Marokko bis zum Cap der guten Hoffnung.
Ich nehm sehr deutlich meine liebste balsamische Suchtnote war, -Perubalsam, damit könnt man auch gut die Straßen teeren.
Holterdipolter durch die sandige Steppe, Savannen ziehen vorbei, der Duft von trockenem Gras- Heuwärme füllt die Luft. Die großen Tiere riecht man nicht, man sieht sie nur, die einen trotten gemächlich des Weges, andere fliegen förmlich an Dir vorbei und so manch majestätisches Haupt ruht faul im Schutz eines Baumes. Was die Blumigkeit angeht, liegt man mit Rose und Jasmin sicher richtig.
Sandelholz, eine Spur Iriswurzel,Vanille, kühles Patchouli, feuchtes Moss und es zieht Dich weiter auf der Ivory Route.
Durch den Windpark, der Weg ist das Ziel, eine Offroat- Tour und keine unanstrengende dazu.
Der Duft ist ein Wunder an Silage und Haltbarkeit, er lässt nicht nach, alles was er zu bieten hat bleibt locker 10 Stunden abrufbar. Die Basis ist bestimmt von Vanille und Sandelholz, trocken- süß, etwas gemächlicher aber auch nicht zum Ausruhen.
Die Idee mit dem Adrenalin wurde schön rausgearbeitet, der Duft fordert ordentlich, willst Du Dich abends am Lagerfeuer austrecken, will er noch immer weiter.
Die Nachtkälte der Wüste, Tageshitze, gleißendes Sonnenlicht, die Farbe Rot in allen Schattierungen, verschiedene Klimazonen, das Versprechen einer
ordentlichen Abkühlung am Ende der Reise, Kraft, Lust, Freiheit und vor allem die Bewegung der Winde findet man in dem Duft.

http://www.youtube.com/watch?v=TNSKrd04uQo

Es steckt eine Hauch Bouquet Ideale in Ivory Route, aber auch an Spiritueuse Double Vanille werd ich erinnert und Myrrhe Ardente lässt sanft grüßen;)
Man muss Weihrauch, Myrrhe, vanilligen Tabak und Patch schon mögen, um
die Ivory Route zu genießen:)
ich erlebe den Duft eher weiblich, nicht einmal unisex... er strahlt Stärke, fordernde Unachgiebigkeit und eine wunderbare Zerbrechlichkeit aus.

Dieser elitäre Clubschmarrn geht ja wohl gar nicht. Kommt irgendwie so überlebt- so 80ger rüber, dass ich es fast schon wieder witzig find, völlig krotesk :D:D
ich versuch einfach die Schönheit Afrikas zu sehen.


06.07.2014 13:37 Uhr
27 Auszeichnungen
Nikita
ja, viel bleibt mir nicht zu sagen:D

Das Proberl erfreut gesprüht, welches da so fein, so edel verpackt aus dem Postkasten schaute.
Wer bist Du nur......
hm............
und weil ich es nicht recht wusste, außer ja, Sentifique ganz klar,
irgenwie bodenständige, althergebrachte vermeintlich ''altmodische'' Ingredienzien/
Duftfamilien prallen auf Iso, Ambro, Oud und CO.
Schon ein bissal verwegen. Verwegen, weil es sich zb. bei dieser Rose, um keine moderne,
sondern um eine klassisch, lieblich anmutende Rose handelt, eine sehr weiche, helle, eben ein
Hundsroserl, welches fast zu unschuldig und unerfahren daherkommt, als dass
es schon ein Absolue, oder wehrhaft und dreckig sein darf.
Und weil ich so gar nix wusste, gleich einmal Parfumo bemüht;)
so, was jetzt, da ich da unter mir lese -> mein männlicher Vorkommentator
ist nicht ganz unbeteiligt am entstehen des Duftes,*amkopfkratz*.
Ich kann seine Assoziation nachvollziehen, aber was nun,
Nikita.....
da dacht ich kurz:) na gut, Nikita (Anne Parillaud) von Luc Besson passt für mich auch.
Verwegen, ein junge Rose, sehr sexy, auf Befehl getrimmt zeigt ihre Dornen und blutet....
ist aber ein bissal zu gewaltätig, für Parfumo;)....
ein bissal zu -> alles auf einmal.
Daim Rouge
Da hast Du auf den ersten Sprüher überbordenden Charakter, Grapefruit, fruchtig/ säuerliche
Noten, welche irgendwie oudlastig daherkommen (“Erba Pura” kommt mir spontan in den Sinn),
weiches, samtiges, volles Rauhleder (könnte tatsächlich rot sein) badend in rosafarbenem Absolue.
Für mich steht der Duft am Kopf.
Linear der Duftverlauf, man hat das Gefühl innerhalb kürzester Zeit den fertigen
Duft in der Nase zu haben, alles zu wissenn, aber es ist nur eine Ahnung, eine Ahnung des gsamten
Characters. Der Duftverlauf ist sehr wohl deutlich wahrzunehmen, engmaschig (wie bei einem
Extrait) fließend, vermeintlich schnell am Punkt, doch irgendwie wandert der Duft in sich selbst
zwischen seinen Polen unruhig hin un her, eine unfreiwillig multiple Perönlichkeit:))
Nikita beginnt laut, getrieben, hastig, wird am Weg immer ruhiger,
süßer, getragener, gezähmt nicht wirklich.
Eine wunderschöne Cassienote bestimmt eine lange Strecke den Duft,
es riecht nach Tinte, nach Eisen,
ein wenig nach Blutrose von Lutens, auch Indigo von Magnetique Scent fällt mir ein,
Black Violet, Cuir Améthyste, Roses & chocolate von Mancera, Brulure de Rose, welcher auch von
Cremigkeit/ Honig sehr ähnlich daher kommt, da fehlt nur mehr das Leder.
Himbeeren, ja, könnten ein paar vorkommen;) auch das Veilchen lässt sich nicht verleugnen.
Rund, sehr rund wird es, sehr marmeladig auch...
und ich riech eindeutig Kakao, nicht Schokolade, eher so Richtung
Johannisbeer - Sahnetorte mit Kakaopuder obenauf.
Üppig, beerig – gourmandig, mit einem Touch schokoladigem Patchouli.

Sooo, jetzt will ich es aber wissen,
kluges Kind schaut bei AlzD..
http://www.ausliebezumduft.de/sentifique-daim-rouge.html
aha..............
Merde, jetzt hab ich nachgschaut , mich um die Spannung gebracht:D:D

Ui, da les ich auch Nikita:)) gut..
muss ich mir was anders einfallen lassen.
 Uma Thurman in Kill Bill , nein passt nicht...
nicht französisch genug, nicht edel, die Rose, nein das geht nicht.
Isabelle Adjani ( mit ihr hat Luc Besson ein Musikvideo gedreht :D
http://tinyurl.com/lgqfjqn
 Mathilda (Natalie Portman) in Luc Bessons Léon- der Profi:) sie passt für mich
perfekt! http://tinyurl.com/netkrdk
Überhaupt sollte man den Duft Luc Bessons Frauen widmen!
Jenen in seinen Filmen, wie im Leben.

Weiter im Text:D
Der Honig ,
ich riech Honig erst nach einer Stunde, weich/ süß/ hell, wie von Akazien, aber die Rose lebt.
Nach 2 Stunden weht mir ein wenig Kokos um die Nase, der Himmel weiß woher.
Leder, Tonka, holziges, wärmendes und immer wieder diese säuerlich/ fruchtige Tintennote
und natürlich Iso, nicht zu knapp. Da Gujakholz auch rosig rüberkommt,
ist die Basis auch schön rosig / holzig..
So, und was ist jetzt bitte mit Chypre:) soviel Chypre, wie ''Chypre Fatal''

Daim Rouge, eine ledrig/ fruchtige Schokorose....
ein moderner, junger, edler, gourmandiger Florientale mit einen Touch exentrischer Dramatik.
Das weibliche Pendant zu Testostérone, nur Frauen müssen kämpfen;)
Für mich der gelungenste , am leichtesten zu tragende Sentifique.
Kein Wunder, ich liebe Rosen/ Cassie/ Himbeeren/ Schokolade/ Patch.
Rein weiblich mag sein, ich kann mir den Duft aber durchaus an einem Mann vorstelllen.
Die Haltbarkeit der zwei Sprühe r auf meinem Handrücken, ist mit einer wirklich guten
Wahrnehmbarkeit von über 8 Stunden mehr als ordentlich.
Der Duftumfang ist stark.


Und noch etwas über die Nase hinter dem Duft.
http://www.parfumeur.ch/html_de/aktuell.html
https://www.jobtourist.net/de/profiles/parfumeur/10094/wilhelm-perfume-gmbh-zuerich


08.06.2014 22:00 Uhr
32 Auszeichnungen
Fangen wir mit der fein gebundenen Satinschleife im Form einer (für mich) Rose an, welche wie zufällig in schwarz gehalten ist. Sie gaukelt uns frech, akkurat am zarten
Hals des Flakons sitzend, beiläufige Unschuld, gar ein wenig Lolita vor. Doch schauen
wir der Wahrheit ins Gesicht. Was uns hier glauben gemacht wird, uns schon begierig
erwartet, empfängt, ist nur vordergründig unbefleckt. Der Duftauftakt jung, bergamottig fruchtsüß, saftig, kurz auf den ersten Sprüh ein wenig schnapsig, likörig.
Die leichte Bitterkeit der Gewürznelke von Bergamotte und einer den ganzen Duftverlauf präsenten Süße eingerahmt. Hat was von einer mit Nelken gespickten Mandarine, ist auch
leicht kuchig und einfach zum Reinbeißen, saftig und lecker. Diese fruchtige Mischung
bleibt gut eine Stunde bestehen, doch der Hauptdarsteller der Duftgschichte und es ist nicht Leder, wartet ungeduldig. Unsre Eva ist ein waschechter Patschduft. Patch sehr gekonnt in viel weich, zart und pudrig-süßes eingebunden. Ein bisschen Epic;) Jovoys Psychedelique, ein wenig Coromandel, aber viel mehr SEX hat die Herznote zu bieten, dort wo diese Eve hinkommt, trifft man die andern sicher nicht.
Eves Herz schreit laut und inbrünstig, verlangend, verzehrt sich, ist glühend und fordend. Dieser Patsch ist wunderbar, von heuig – warm, über Schoko, bis zu kühler
Tiefe, Dreck, Gruft alles da. Eve ist eine alte Seele, anders kann ich es nicht beschreiben. Eine Herznote die mich fasziniert und packt, dramatisch, feurig, Leiden, Kampf, Romantik.
Ich kann keine Irisbutter, nur etwas geschlagene Sahne, ( Cashmeran?? wie ein Klecks
Schlagobers auf Blüten betörenden Heliotrops ausmachen. Iris nimmt als stiller, aber
starker Gegenpart, mit trockener Holzigkeit dem Patch die Feuchte, trimmt ihn auf edel, zähmt das Rohe, beruhigt. Die einzigen Beeren dich ich rieche und das nicht unbedingt in der Herznote, sondern immer wieder in der Basis auftauchend, sind Preiselbeeren und vielleicht und Cassie.
So unschuldig verspielt der Auftakt, mitreißend, erbarmungslos/ heftig das Herz, so
gesetzt erwachsen und beruhigt empfind ich den Duft in der Basis. Genau dort vermag ich dann einen Hauch Leder, glattes, weiches, vanilliges Leder, in heller, warmer, fast goldener Farbe der aufgehenden Sonne zu erahnen.

Was Stunden später noch zu riechen ist. Patch, trocken, holzig, leicht beerig- vanillige Süße, etwas vom Beginn der Reise.

Die ersten Bilder die ich beim Testen vor Augen hatte, waren welche von Wynona Ryder in
Brams Stockers Dracula http://tinyurl.com/mxpt8ge
und genau diese Mina verkörpert der Duft für mich, erzählt ihre Geschichte.
http://tinyurl.com/pp49u5g

Unschuld die Böses ahnt, Verführung, Sehnsucht, Lust, Verderben, Aufopferung, Kampf, Erlösung durch die Liebe. Ich empfinde den Duft streckenweise als sehr morbid.
DRAMA:)

Die Haltbarkeit ist großartig, der Duftumfang erschlägt nicht. Für Patchfreunde beider Geschlechter ein Muss.
Ein nicht zu schwerer, klassisch anmutender Patsch – Würzorientale,
mit gorumandigem Hauch, welcher mich von der Machart an die Baldi Düfte erinnert.

Über die faszinierende (wunderschöne) Frau hinter dem Duft..
http://www.cecilezarokian.com/en/customized_fragances


26.02.2014 13:16 Uhr
32 Auszeichnungen
Sorrisos Kopfnote flasht mich heftigst und zaubert mir erstmal eher Fragezeichen, als
Lächeln ins Gsicht. Tatsächlich, es riecht pervers nach Würzelfüllung, nach Chlorphenol-
Kampfer-Menthol. Ich nehm zwar auch die bsoffenen Auer Baumstämme
http://tinyurl.com/lazpk95 war, welche sich genüßlich in einem Liter Eskimo Schokoeis
baden, aber eher wie ein leises Versprechen, dass auf Schmerz Belohnung folgt.
Schrille Vanille, begleitet von einer blausäureartigen Persipannote, als würd man die Nase
in einen aufgebrochenen Pfrisich/Aprikosenkern stecken. Kein leiser Auftritt und in der
Phase ist die Silage beachtlich, doch so überbordent der Duft einen anfangs niederzu =
strecken droht, so schnell zieht er sich auch auf hautnah zurück. Die rasante Entwicklung
von Kopfnote zur Herznote ist Adrenalin, so sehr ich genau selbige nicht mochte,
mir sicher war, mit uns wird das nix, nach 5ml Sorriso bin ich soweit und muss ich immer
wieder in die Hochschaubahn! Und toll, es funktioniert mit jedem Sprüh aufs Neue:D
Nach einer halben Stunde ist Sorriso zahm und ab da kann ich auch lächeln, wissend
lächeln. Die Herznote bringt eine leichte karbolig/mandelige Chamignonnote mit,
aber nicht wie ich sie aus Oxiana kenne, also wirklich sehr zart, nicht bestimmend, aber
doch eindeutig und für sicher 2 Stunden wahrnehmbar.
Sorriso steht nicht still, scheint linear ist aber vileschichtig, ist gleich süß, wie bitter,
gleichermaßen holzig, wie cremig, als würd er sich nicht entscheiden wollen:)
der Duft gleitet aus dieser Phase langsam in eine cremig/ mollige Basis aus Cashemeran
und Sandelholz. Die unbestimmte Bitternote nehm ich erst hier angekommen als Orangen =
zeste war, es duftet jetzt akkurat nach Rehab Bodybutter von Rodial.
Sorriso ist ein interessanter, erwachsener, eher ernster, herbsüßer,
hellkakaoiger Gourmand, den man erst anlächelt, wenn man ihn besser kennt;)
Ein Profumum Roma Duft der gut neben Vanitas/ Dulcis/ Dolce Acqua steht,
welche für mich die Essbaren;) der PR Düfte sind und ein Kakaoduft war ja fällig.
Für mich klar unisex und auch gern an einem Sommerabend zu tragen. Die
Haltbarkeit ist gut, nicht sehr gut wie jene von Vanitas oder Dolce Acqua, die
Silage nach einer halben Stunde im Mittel, Richtung hauntnah.

Und ja liebe Frau T->error, Lotti -----> schrecklich war gestern, heut steh ich drauf;D
herzlich Dank für die Spende:*


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