LilienfeldLilienfelds Parfumkommentare

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Lilienfeld vor 3 Jahren 41
7.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Krakelee in Grün
Celadon Keramik, eine europäische Bezeichnung für chinesisches Porzellan-Steingut, gefertig ab dem 3. Jh. bis ins Spätmittelalter, dessen grünlich oder bläulichgraue Glasur meist von feinen Rissen durchzogen war. Frühere Werke eher transluzid gehalten, neuere opak und der Farbton auch an Jade erinnernd. Hergeleitet, namensgebend für den Begriff *grüne Seladon Farbe war: *Céladon, der stets grüngewandete, schüchterne Jüngling und Held aus Honoré d'Urfès pastoralem Roman Astrée, in dessen Hauptteil von der Liebe des Schäfers Céladon zur Schäferin Astrée erzählt wird.
Seladon, graugrün- graublau, auch ein wenig kühl anmutend schimmert ätherisch bittrer Blütenduft von Schwertlilien durchs Aldehyd der Kopfnote, welche sich gleichsam zart seifig, wie wächsern, milchig darstellt, meintewegen auch ein bisschen luftig. Eine schnell verblassende Schrift zeichnet sie aus, und grad so wie die Glasur einer Keramik das Gefäß durchscheinen lässt, bekommt man sie schemenhaft dargestellt, ehe sie sich entzieht. Eine Jasmin wächserne Schicht, eine Schicht unsüßer Eleganz umschließt und dominiert die fragile Bitterkeit der Schwertlilienblüte. In dieser Phase des Übergangs kann ich mich nicht entscheiden, ob ich mehr Wachs, oder Leder, weiches Waschleder in der Nase habe. Ein ledrig, wächsern blumig, agrumenfruchtiger Eindruck ist es insgesamt, wie poliert & Cashmeran überzogen. Es stellt sich beinah abrupt, recht breitbeinig, scharf- minziger Patchouli mittn in die beginnende Herznote. Harz, es wird harzig wie von Myrrhe & Elemi, mit einem Hauch Kamille (Heftpflaster). Und irgend jemand streut Kardamomkapseln in den Duft.Würzigkeit schält sich quasi aus der Bitterkeit der Irisblüte, so dass der Duft einen orientalischen Dreh erhält, warm- würzig, wie Kruste von gebacknem Brot, welches in einer kühlen Kammer liegt. Die ingwerartig zitrische Schärfe des Kardamoms steht erkennbar neben der Minzschärfe des Patchoulis, das sich heuig warm entwickelt, den Duft begleitet bis zum Schluß. Mit dem Abschied der Irisblüte verliert sich ihre blumig hantige Bitterkeit, die von Ingwer, Kardamom bleibt bestehn. In die wächserne Schicht drängt sich, gräbt sich gleichsam wie Krakeele nun von allen Seiten, breitet sich mit und in ihr aus: der unsüße, matt trockne Duft der Iriswurzel. Eine zarte- synthetische ( ich kann mich schon geraume Zeit des Eindrucks einer guten Portion Iso E Super nicht erwehren ) und eine raue- orientalsiche Seite verschmelzen scheinbar. Nun beginnen sich Harze, Gewürze, die agrumenfruchtige Jasminnote und eine viele Facetten zeigende Iriswurzel zu mischen. Es wird zunehmend weicher, molliger im Duft. Heliotropin Pudersüße breitet sich aus, ab und an winken blasse Duftveilchen aus dem Rhizom, dann wieder zeigt sich die Wurzel satt in weiße Kakaobutter getunkt. Zart nehm ich Zimt & Nelke war, es dürfte sich auch eine Spur Anisaldehyd zu Iris (Jonone, Irone ? ) gestellt haben. In die Basis gehend verstärkt sich die mollige Schlagobers Note, der Duft wird hautiger, sinnlicher, Moschus- Ambrettolide mollig, auch sehr glatt, mit holzig, nussigem Dreh. Cashmeran und gezähmter Patschouli erden den Duft. Es bleibt nach fünf Stunden ein weich glatter, würziger Hauch, das war es dann.
Wie der Duft an Männerhaut zu Geltung kommt, hm, das müsste man versuchen. Ich finde den Duft trotz beachtlich, erdiger Würzigkeit eher weiblich. Ich habe zwei Düfte in der Nase an die er mich denken lässt. Zum einen ist es ( im Herz ) -> Cuir de R'Eve zum andern, ab Herz und dann auch wirklich für mich ein Zwilling-> 1826- Eugénie de Montijo.
Iris Celadon zeigt sich subtiler, vielleicht auch einfach anders synthetisch;) (kein Ambroxan, da tät mein nasal trigeminales Riechsystem mit Migräne antworten) und mit einer weniger stark ausgeprägten Armani- Note;D bzw, zeigt sie sich + zieht sich GsD grade noch so, rechtzeitig zurück, dass sie mich nicht wirklich sonderlich stört.
Der Duft ist in jedem Fall, beinah ein bisschen anders.
Die Farbgebung in Armanis Frühjahr-Sommer-Kollektion;)
http://tinyurl.com/hsjcbr5
http://tinyurl.com/j8tj6y5
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Lilienfeld vor 4 Jahren 34
9
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
7.5
Flakon

Cruel Moments
Die meisten Grausamkeiten spielen sich ab, wenn man mehr oder weniger
nackt, entblöst steht...

Ich möchte dich ausführen, damit du weißt, dass du mir etwas bedeutest, 
aber es ist so kalt und ich weiß nicht wohin. 

...Neroli Water Absolue, ätherisch- kühl anghauchte, fruchtige Rose.
Ein lauwarmes Bad, Griff nach einem Seifenstück, allein, schutzlos, ohnmächtig...

Ich brachte dir Blumen, mit einer hübschen Schleife,
aber sie werden nicht so schön blühen, wie letztes Frühjahr.

...blasslila Schaum, wolkige Moschusbläschen zerplatzen auf kühler,
sich langsam wieder erwärmen wollender Haut...

Ich möchte dich küssen, damit du dich gut fühlst. 
Ich bin nur zu müde, um meine Nächte mit dir zu teilen. 

...Ylang Ylang- zart süßlich, Blüte unsanft geöffnet, weiße Knospen
sich wieder verschließen wollend, scheu...

Ich möchte weinen und ich möchte lieben,
aber all meine Tränen sind aufgebraucht.

...aldehydig anmutender Auftritt, versteckte Verletzlichkeit, ein Hauch
seidiger Unterwäsche durch noch feuchte Hände gleitend...bitter...

aber all meine Tränen sind aufgebraucht.
Für eine andere Liebe,
eine andere Liebe.

http://tinyurl.com/bxtjex2

Ein chaneliger, chamoise- rosa Guerlain, mit einem Quentchen selbstverliebter,
bestimmender Leidensbereitschaft.

;)
Die perfekte ( Chanel ;) Frau zum Duft, -> http://tinyurl.com/h2jq88r

Songtext: Tom Odell, umgmodlt:D
16 Antworten

Lilienfeld vor 4 Jahren 48
8
Duft
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7
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8
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"Peony May Lilac
( eine wunderschön blasslila Pfingstrose. )
Lilac Loves Kopfnote is ein bissl gewöhnungsbedürftig. Sie dreht nach ein paar Sekunden ziemlich auf. Nicht
gleich beim Sprühen, erst scheints gemütlich loszugehn, also Obacht, nicht voller Freud
die Nase aufn Handrücken drücken. Der Start leicht ungefällig, er spreizt sich ein bissl, der Frühling. Eine unerwartet heftige Alkoholnote begrüßt, sie trägt viel Kakaopuder mit sich,
riecht kurz wie ein Mix aus Kakao- Likör & Baileys, hat dazu eine getreideartige ( ich sag gern Sauerteig ), an Weizen erinnernde Note, wie ich sie zb. aus Guerlains GC kenn. Gleichzeitig hält mir jemand an riesn Buschn eben abgschnittner Tulpen untert Nasn, richtig schön frisch & kühl, wässrig - grünlich & milchig. Auf ein Seidentuch gsprüht hat der Duft die alkoholische Note gar nicht. Da kommt gleichs Kakaopuder mit einer leicht pfirsichartigen Note.
Flieder ist ja eh a Illusion, aber Fliederaldehyd, nebst Anisaldehyd wird schon drinnen sein, irgendwie muss ja Flieder, also die lilane ( oder weiße ) Idee in die Flasche. Obwohl ich einiges vorgegaukelt bekomm an Noten, Flieder erwisch ich keinen, kann ich mir keinen einbilden. Heliotropin mit seiner grünpudrigen Note ( gern auch an Plastik Mandel denken lassend, hier nur Plastik, ohne grüne Mandel ) hüpft mich gleich an. Lindenblüteartige Süße, nebst Lilien glaub ich zu verorten, Gardenie wie Jasmin sowieso. Allem voran aber Pfingstrosn, ganze Stäucher davon wollen mich betäuben. Draus bindet sich für eine kurze Duftspanne ein sehr indolscher Strauß, der ordentlich Liebe zu Bumendüften verlangt, weil etwas heftig. Aber das währt nicht sonderlich lang, zähmt sich gut. Grün, es bleibt wässrig. Blassgrün wär auch eine Idee gwesn fürn Flakon.
Ich riech Iris ( Schwertlilienwurzel ) leicht buttrig, sprich, da wohnt schon auch ein Veilchen im Duft, sehr echt, beinah unsüß, wie die kleinen Berg Hundsveilchen am Wegesrand.
Lilac Love riecht nach viel, auch nach Frühling, aber sicher nicht nach Flieder:)
Stimmt was Scheeheratze unter mir schreibt: ''Lilac Path'' gaukelt Flieder viel besser vor, auch ''Sweet Morphine'' der für mich fast wie Yves Roches ''Pur Désir de Lilas'' riecht. -> Pyramide sagt: Mandel & Flieder, sprich Heliotropin nebst Anisaldehyd. Das riecht halt dann fliedrig, mimosig und nach Plastik Mandel:) und ist mir aber einfach alles zu gleich.
''Sweet Morphine'' empfind ich persönlich wesentlich süßer als ''Lilac Love''. ''La Tulipe'' riecht auch fein nach Flieder, auf der sehr wässrig- grünen Seite zu Hause, mit viel Maiglöckchen ( Lilial ) dabei, hat aber auch diesen synthetischen
Mix aus Helional Wässrigkeit, Anisaldehyd und Heliotropin, um was immer man da riechen mag, soll, dann auch meint zu riechen, oder eben auch riecht. “En Passant'' hat nämliche Noten, auch sehr wässrig und im ''L'Eau d' Hiver'' riechts auch nach Flieder, im ernst!
Begleitet von einer zart- seifigen ( bissl altfadrischen) Note,
wie ich sie aus ''Dia'', kenne, gibt der Duft seine Amouage DNA preis.
Blumig, grünlich- wässrig, kakaobuttrig, Richtung Basis gehend
holt Tonka auf, rauft sich ein bissl mim Chashmeran- Mouschbett und *SO süß find ich ihn jetzt nicht. Honigartige Pfingstrosen Süße, nussig, cremig & milchiges Sandelholz, mit grünen Sprenkeln. Wenn ich überhaupt an Flieder denken würd bei dem Duft, dann wärs eine Idee weißer Flieder, den man sich verblühend vorstelln muss, aber auch nur beim raschn Wegziehn des Handrückens von der Nase, für mich nachriechbar, das auch erst irwo in der Herznote.
Aber ich glaub, das wird auf Dauer zu anstrengend, also ich bleib bei
Pfingstrose, Gardenie, Kakaobutter und dem Rest, den ich mir einbilde;) Am Seidenstücherl bleibt er zart, pudrig – grün und lässt die Tonka völlig draußen.
Am End ein doch sehr ausdauernder, an Frühling denken lassender ( san Mauerblümchen eigentlich blasslila, weil das könnt hinkommen;) sogar ein wenig fröhlicher, eher unaufgeregter, eleganter, cashmeraniger Cremetopf.
Dass den Duft ein Mann tragen wird, glaub ich nun nicht, können schön, wollen eher ned.
An jungen Mädls kann ich ihn mir nun auch nicht vorstellen, dazu ist die Basis zu gsetzt.
Das ist der unsexieste Amouage, aber er hat schon was.
Ich würd ihn am ehesten an an Miss Marple sehn:) glaub aber, sie trägt keine Düfte.
---
Ich muss einen kleinen Nachtrag, die Rutherfordsche MM betreffend einfügen..
also: sie konnt sich ja durchwegs ihrer Verehrer kaum erwehren..
es muss nicht immer ...eh schon wissen..
---

Noch ein Nachtrag:) ..
4 Tage Dauertragen..
Es gibt in dem Duft eine Phase, so nach einer dreiviertel Stunde, da strengt er ( mich ) sehr an, dauert aber nicht lang.
Ich habs Patschouli gfunden ( eingebettet in die seifige Note und nicht zu knapp..)
gibt der schokigen Note bissl an Kick RIchtung After Eight.
Die hautige Note ( Cashmeran- Moschus Mix, e klar ) bekommt beim Dauertragen keinen unerheblichen Stellenwert.
Das Umfeld, vor allem das Männliche, lässt sich gern ins Moschusbett fallen..
also, ganz so unsexy isa wohl dann doch nicht;)..
25 Antworten

Lilienfeld vor 5 Jahren 35
7.5
Duft
8
Haltbarkeit
7.5
Sillage
8
Flakon

Viel Rauch um...
Zurückversetzt
es zieht mich förmlich nach hinten;
die Klosterschul in Aussee ruft mich zum Klavierunterricht.
Mitte Juli, da ist's sogar im Salzkammergut sommerlich heiß, ab und an, halt. Die Flügelfenster des Arbeitszimmers stehen weit offen, weiße Batistvorhänge zu beiden Seiten, mit Kordeln an die Wand gezurrt.
Sie blähen sich auf im Wind und ich sitz wieder einmal mitten im Zug.
Schwester Paula, der Schrecken meiner Kindheit, ich riech sie schon, obwohl sie eben erst, akuraten Schritttes, über die Schwelle rauscht. Schaumbad, Marke Fichtennadel. *ui; und
einmal mim Rohrstaberl links, dann rechts auf die Knöchel.
Bled, die Notenleserei, wenn man als umgstellter Linkshänder, an antrainierter Legasthenie leidet.
Es riecht sauber, karg - streng und fühlt sich auch so an.
Sehr aufgräumt, sehr kontrolliert der Duft, von oben bis unten im Korsett, so nach Blatt gespielt.
Der Duft ist starr, irgendwie, so viel Sommerbrise kann da gar nicht wehen, ist wie durch ein Fenster zu schaun,
als hätt ich eine Glaskügel in Händen, als würd mich da drinnen beobachten.
Hab vom ersten Sprüh an das Gfühl, wenn ich jetzt nicht folg,
gibt es zu Mittag sicher Fenchel zur Belohnung. Gwürztes Salzwasser ist schon aufgstellt in der Klosterkuchl, ich kann es riechen, aber Essen gibt’s auch erst, nach dem bohnern der Parketten, versteht sich.
Sehr seltsame Rückführung und immer diese künstliche Fichtennadel- Schaumbadnote.
In der Schüssel am Beistelltischerl, gleich neben dem Klavier, liegen ein paar weiß anghauchte Zitronen und ausm Schwenker dirket daneben, Weihrauch und Myrrhe ( Räuchermanderl ) -s'wabert mir während der ganzen Stund Quälerei
unter der Nasen...
unfassbar. Neben mir Schwester Paula, mim Bambusstaberl, die Haar mit goldnen Schiebespangerl akkurat unter'd Haube gnadelt.
Das Parfum dürft's vor 40 Jahr' schon ghabt haben...
Ich empfinde Copal Azur trocken, heiß, salzig, mit einer Würzigkeit die geschmacksverstärkt rüberkommt, leicht muffig.
Kopf ins Salzfassl.
Kiefernharzig, holzig, nach hinten süß,ohhh,
Kardamom und Tonka, riecht für mich nach Banane hinten raus.
Da ich mir kein Iso vorstellen kann, riech, muss es dann wohl Calone sein,
welches diese maritime, für mich trocken- salzig, fruchtige Note erzeugt..
durch diese harzig- waldige Anmuting, die mich auch ein bissl an Moose denken lässt,
erklärt sich mir die vertraute Tiefe des Duftes- chyprig kommt das rüber.

Die Basis, wo sich das Salz leider so ganz verliert, ist mir zu tonkerlastig..
fast buttrig, da muss ich den Duft nimmer haben..
Wenn die Basis nicht stimmt, kann ich so und so kaum..

http://tinyurl.com/puugztt
http://tinyurl.com/odmazs3

Also ein eindeutiges Jein, oder, besser nid;) bei 60%, oder so...
..
Bissl viel, bissl üppig, bissl schwülstig, aufgsetzt, verkappt sexy, auf eine seltsame Art bieder, streng. Schwester Paula.
24 Antworten

Lilienfeld vor 5 Jahren 35
10
Duft
7.5
Haltbarkeit
7.5
Sillage

Um den Finger gewickelt
der goldene Amethyst

Parure..

20 Jahre, solang ist's jetzt her, stolper wie benommen neben Ihm, dem Einzigen den Tuchlauben entlang, die weihnachtlichen Auslagen bemerk ich nicht.
Parure oder Jardins de Bagatelle, es war mir zu dem Zeitpunkt wirklich einerlei, womit er mir das Ende erträglicher gestalten wollt. So aufgezwungen waren diese Aktionen, dass ich dankend ablehnte und um diesen wundervollen Duft bis vorgestern, einen großen Bogen machte.
Obschon ich die Diskussion mit der Dame bei Hubers um das Wesen der Parure Trägerin weidlich genoss, riss sie mich für doch für ein paar Minuten aus meiner Trance. 10 Jahr sind schon lang.
Von der Mutter des *Einzigen lernte ich Guerlain.
Sie teilte mit mir den Hang zu Schönheit, zu Düften, diese waren ihr Liebe und Broterwerb und ich fühlte mich in ihrer Schatzkammer
wie im Paradies. Die Liebe zur Malerei teilte ich mit dem Einzigen.
Auch diese ließ ich hinter mir.

Ich war von der bestimmend besänftigenden Wirkung die Parure in sich trägt schon damals fasziniert.
Vilolett- golden, ein Tupfer Citrin wie ein Herz, eingschloßen in einem Amethysten...
und ich fand den Duft wesentlich leichter zu tragen als eben ein JdB.
Shalimar war mir damals viel zu lieb, Jicky zu gewollt.

Kurz vor dem heurigen Jahreswechsel holte ich mir Parure zuück.
Ich wartete nicht lang und sprühte einfach los, wie früher, ich wusst ja was kommt.

Eine bittersüße leicht morbide, eine dunkel- staubige und doch schillernd hell-goldne, fast salzig schmeckende
ins grün kippende ( Salbei ) Agrumeneröffung, die Erinnerung an Rose Nahema, schwimmend
in einer Ahnung unsüßen Pfirsichkompotts und sag jetzt keiner nein, da ist kein Pfirsich, das wär doch Mitsouko;) ich rieche balsamisches Pfirsichwasser, ist so.
Mitsouko ist viel sperriger und bleibt bitter, Nahema (Vintage) hat das Aschige, das ich auch an Parure so liebe. Flieder, ja man riecht Flieder und Grün, viel weiches Moos unter den Füßen, mit viel Fantasie Maiglöckchen und eben
dunkle Rose in Pfirsichwasser, diese wunderbareMischung wird eingefangen, aufgangen in einem Gefäß voll mit feinstem Pflaumenwein, rumiges Zeug;) in dieser Phase des Duftes, so nach einer Stunde präsentiert Parure sich mir sehr gourmandig. Es wirklich unfassbar schwer Übergänge auszumachen, in diesem, mit so gegensätzlichen Reizen spielendem Duft.
Eichenmoos ist schon in der Kopfnote deutlich vorhanden, eben auch der Salbei, welchem, so glaub ich das Salzige zuzuschreiben ( ich hab mir nich nur einmal den Handrücken abgeleckt ums zu erschmecken;) ist und welchen man leicht mit dem Patchouli, dem Perubalsam in der Basis
verwechseln möcht, ist nach ein paar Minuten schon zu bemerken.
Das einzige das ich mir auffällt, ist so ein hinunterplumpsen :D der Duft fließt sehr lange
um dann abrupt anzukommen, so scheint es mir. Das Fließen geht dann in ein ausbreiten über. Gewürze, wie Kardamom und Zimt eindeutig und ich darf jedem der Angst vor Leder hat
beruhigen, so sanft, so glatt, so weich, wie die Haut einer Schlange und tief eingebettet in der Basis.
Das faszinierende an Parure ist diese wasserklare, sehr kühle, immer wieder grün schillernde und doch aschig-harzig- ledrige Basis, welche zugleich cremig minizig und fruchtig bleibt.
Einfach süchtig machend, für mich, da nicht nur mit einem meiner liebsten Harze, dem Perubalsam,
sondern auch mit eine sehr präsenten Pflaume ausgestattet.;)

Die Farben Lila und Gold, saftig grüner Wald, fruchtig- orientalisch, Veränderung,
ankommen, aufgehoben sein, Stärke, Selbstversdändnis...rein ins Leben es lebt sich von allein:D
Trotz dem Spiel zwischen bitter und süß, klingt Parure sehr geschmeidig aus
und ist am Ende ein sanfter, ein seelenvoller ein sehr unaufgeregter Duft.
Parure steht für für Klasse, ist keine Diva, nein, man kann nackt, nur mit Parure, in Gummistiefeln
und einem Herrenhemd bekleidet, eine Runde Holzhacken gehen;)
Parure ist ganz klar ein Duft für beide Geschlechter:)
ich finde die Haltbarkeit fein, aber nicht überragend, nach 4 Stunden würd ich nachsprühen wollen:)
die Basis hält zwar noch eine Zeit, aber...

Hasu-no–Hana steht für mich auf einer Stufe mit Parure, obwohl er eher Diva lebt, sich leidender präsentiert,
anders schillert, eleganter und weiß der Teufel was schöner sein will...
Parure kommt mir mit seinem 70ger Jahre Charme einfach viel jünger, kämpferischer rüber;D
aber das sind Insider unter Chypristen:D:D

Ich hab ( bedank mich ganz herzlich bei unserer Sue ) ein 30ml Türmchen
Jahrgang 1995 bekommen, vor der lezten Reformulierung, vor der Biene:))
und bin sehr glücklich.

Irgendwie, auf eine besondre Art, finden die Dinge die man liebt, doch immer wieder zu einem
zurück; und sei es mit dem einatmen eines Duftes, einer Erinnerung, die plötzlich nicht mehr bitter schmeckt.

https://www.youtube.com/watch?v=yaN8jDtgCyg

http://tinyurl.com/o87bg22
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