MaddinMaddins Parfumkommentare

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Maddin vor 9 Jahren
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Ambivalentes Kakao Feuerwerk
Chocolate Greedy macht es mir etwas schwierig ihn zu bewerten. Einerseits riecht der Duft unwahrscheinlich köstlich, andererseits habe ich aber eine Abneigung gegen zu stark gourmand-orientierte Düfte. Nicht zuletzt deswegen, weil ich keinerlei Süßigkeiten vertrage.

Das gute ist, so vermute ich zumindest, dass dieser Duft gar nicht irgendwie damit protzt besonders weiblich oder männlich sein zu wollen, sicher auch weil Montale gar nicht vor hat, den potentiellen Käufern ausserordentliche geschlechtliche Potenz zu suggerieren, wie das in der Werbung ja meist der Fall ist.

Statt zwanghaft irgendwelche Trends setzen zu wollen, hat Montale wohl einfach versucht eine bestimmte Duftidee zu perfektionieren. Mit Chocolate-Greedy ist es ihm gelungen.

Von den Gourmand Düften die ich kenne, ist Chocolate Greedy mit Abstand der direkteste und natürlichste Duft, den ich kenne. Sogar mein Hund ist verrückt danach.

So zum anbeißen der Duft auch riecht, wer will das überhaupt tragen ?
Ich auf keinen Fall. Ich möchte auch niemandem begegnen der diesen Duft aufgelegt hat. Obwohl, je näher man der besprühten Fläche mit der Nase kommt, desto angenehmer riecht er. Mit ein paar Metern Abstand riecht er einfach nur wie eine (oder 100 ?) explodierte Kakaodose. Direkt an der Quelle aber ist da noch irgendwas Herberes, was mich ein wenig an alte Buchseiten erinnert, ganz wie bei Dior Homme.

Nun ja, als Experiment oder als Idee die nicht versucht als zu ernst zu sein, ist der Duft wirklich toll und gut gemacht.


Maddin vor 9 Jahren
5
Spanische Metamorphose
Letzte Woche bei Pieper fielen mir recht schnell die Packungen der beiden Düfte der mir bis dahin unbekannten Marke auf. Zum einen war das Cuero und Adios Pampamia, wo aber bei letzterem der Tester gar nicht mit im Regal stand.
So sprühte ich zuerst Cuero auf, und fand ihn gar nicht so schlecht, verlor ihn aber aus den Augen. Ich probierte dann noch ein bisschen weiter so rum, und kam dann mit einer Verkäuferin in ein angenehmes Gespräch, und irgendwann fragte sie mich, ob ich die beiden Spanier schon kenne. Ich sagte ja, den einen, aber von dem anderen is ja kein Tester da. Sie deutete dann auf den kleinen Tisch neben uns, wo die Neuheiten auf einem extra Tablet standen. Das hab ich bis dahin völlig ignoriert. Sie griff nach dem hellblau gefärbten unscheinbar geformten Flakon welcher mich an eine Flasche Mundwasser, Badezusatz und ein wenig auch an Oldspice erinnerte. Naja, dazu noch die hellblaue Farbe...,
Sie meinte dies wäre mal ein etwas frischerer Vertreter, weil ich ja eigentlich was dunkles würziges suchte. Sie sprühte mir was auf den Handrücken und tatsächlich, der Duft ist zunächst sehr sehr frisch und schon fast medizinisch. Aber kein Menthol, sondern irgendwie grün im Geschmack wie Kräuter. Das fand ich zwar nicht so schlecht, aber wie gesagt überhaupt nicht was ich suchte.
Wir quatschten noch eine Weile weiter, so an die 10 Minuten. Hin und wieder reichte sie mir einen besprühten Teststreifen von diesem und jenem, und in der Zeit musste ich immer wieder an meinem mit Adios Pampamia besprühten Handrücken schnuppern, weil mich doch so langsam wunderte, dass ich 1. überhaupt noch was roch und 2. welche Wandlung der Duft vollzog.
Also das ist wirklich phänomenal und kenne ich in der Form bis jetzt nur von Givenchys Very Irrésistible for Men. Also auf die Wandelbarkeit bezogen, nicht auf den Geruch selbst.
Adios Pampamia entwickelt sich also von medizinisch krautiger Frische nach holzig süß mit leichtem Gourmand Einschlag. Das tolle dabei ist, dass diese Metamorphose völlig harmonisch und fast unmerklich ist. Es macht wirklich Spaß den Duft dabei zu beobachten. Das einzige was von der Kopfnote nach einigen Stunden noch überbleibt ist die gewisse kratzige Schärfe des Pfeffers, der dafür sorgt, dass der Duft nicht zu süß wird. Bis auf den Pfeffer und die Vanille kann ich die anderen angegeben Noten nicht so wirklich identifizieren. Den Pfeffer empfinde ich auch gar nicht in der Kopfnote, dafür aber eindeutig zusammen mit der sehr dezent dosierten Vanille. Ich könnte schwören, dass da auch noch etwas Holz und Patchouli mit im Spiel ist.

Noch ein Wörtchen zur Haltbarkeit : Es müsste so gegen 14 Uhr gewesen sein, als mir der Duft aufgesprüht wurde, und ich hatte drauf geachtet, dass ich den Duft nicht ausvesehen mit abwasche, weil ich noch abwarten wollte, wie er sich entwickelt bzw. wie haltbar er ist. Ich weiss nur noch, als es dämmerte war der Duft immer noch sehr deutlich wahrnehmbar.

Adios Pampamia ist ein äusserst interessanter Duft, und könnte vielleicht ein Kaufkandidat werden. Ich bin nur noch nicht so ganz sicher, ob ich ihn auch wirklich tragen möchte oder ob ich einfach nur fasziniert von ihm bin.
Ich müsste auf jeden Fall noch mal direkt mit Fahrenheit Absolute gegentesten, weil ich an diesem Tag eigentlich diesen Duft kaufen wollte, er aber nicht mehr vorrätig war. Ich meine da gab es eine gewisse Ähnlichkeit zwischen beiden. Falls sich das noch mal bestätigen wird, werde ich nur einen von beiden kaufen.

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Maddin vor 9 Jahren
10
Sympathischer Muffel
Die Whiskey-Note wurde ja schon erwähnt, und diesen Eindruck kann ich ganz und gar nachvollziehen. Auch wenn ich kein Experte im Bereich dieser herben alkoholischen Getränke bin, so würd ich aber dennoch eher auf Weinbrand oder Cognac tippen.
Während sich mir beim oralen Konsum eher alles zusammenzieht, ist der olfaktorische doch ein höchster Genuss, was man ja nicht vermuten würde.
Sobald nach wenigen Minuten die saftige Kopfnote verflogen ist, macht sich die pudrige Iris breit (die Reihenfolge der Duftnoten ignorieren wir mal), untermalt von irgendetwas Muffigem. Das ist nicht holzig, und auch nicht blumig (höchstens vielleicht Kamillentee, den ich übrigens sehr gerne trinke, Prost!). Aber es ist vertraut. Eine höchst angenehme Muffigkeit, was ich mir nur insofern erklären kann, dass der Duft mir eben so vertraut ist. Leider kann ich nicht mit Sicherheit sagen wieso. Ich habe nur eine Vermtung, und die schildere ich mal.
Dieser Duft erinnert mich an irgend etwas aus meiner Kindheit. Vielleicht eine alte Wohnung, meine Oma, oder eine Lehrerin die ich mochte (obwohl mir da auf Anhieb keine einfällt). Also ich verbinde den Duft mit einer Wohnung und mit einer älteren Frau. Irgendwas Vertrautes aus einer Zeit in der für mich alles noch in Ordnung und einfach war. Das beeinflusst wohl die ohnehin bei diesem Thema schon schwierige Objektivität noch zusätzlich.
Aber was soll ich machen ? Naja, den Duft auf keinen Fall selber tragen, das ist sicher. Für mich ist es eindeutig ein Duft für Damen. Und auch kein Mädchenduft. Für Damen im fortgeschrittenen Alter. Und das soll jetzt in keinster Weise irgendwie abwertend gemeint sein, sondern in dem Sinne, dass Alter nicht einfach nur krank und zerbrechlich ist, sondern auch Würde, Erfahrenheit und Respekt bedeuten sollte.
Die perfekte Trägerin wäre meine Oma (ich hab leider keine mehr, aber ohne die würde man ja eben so wenig auf der Welt sein, wie ohne seine Mum), oder eine Lehrerin kurz vor der Pension die neben ihrem netten Wesen auch noch ein interessantes Fach unterrichtet.
Ich hoffe die jüngeren Träger/innen fühlen sich jetzt nicht auf den Schlipps getreten. Ich sprach ja nur von der für mich perfekten Trägerin, womit ich nicht meinte, dass ihn sonst niemand tragen dürfte, ausser ich selbst vielleicht :-)

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Maddin vor 9 Jahren
6
Ein ganz spezieller Duft
Am Anfang bin ich immer unsicher. Ich rieche was eindeutig fruchtiges, es ist aber auf keinen Fall zitrisch, wie man ja annehmen sollte bei der Bergamotte in der Kopfnotte. Für mich ist es irgendwas zwischen Wassermelone und Erdbeeren (ich meine echte Erdbeeren, nicht das pappsüße Aroma was meistens benutzt, und ungerechtfertigterweise mit Erdbeere tituliert wird).
Die Kopfnote verzieht sich in wenigen Minuten, und zurück bleibt ein leicht holzig schmieriger Duft, den ich ähnlich erst vor wenigen Tagen, wie der Zufall es will, woanders gerochen habe.
Und zwar hatte ich ein paar Teelichte angezündet (was ich fast nie tu), und beim umstellen, ist etwas Wachs auf den Tisch getropft. Dieser noch flüssige Wachs, duftete genau so wie die Basisnote von Invigorating. Normalerweise, wenn man nicht grade S/M-lastige Neigungen hat, riecht man diesen Duft wohl nur selten in Reinform, da er beim Auspusten der Kerzen von der verbrannte Note übertüncht wird. Diese fehlt eindeutig bei Invigorating.
Meine Bewertung nehme ich im Gegensatz zu letztem Jahr doch deutlich zurück von 90 auf 60%. Manchmal lasse ich mich, wenn ein Duft neu für mich ist, blenden von einer starken Intensität. Und die hat Invigorating.

Tja was soll ich noch sagen ? Ein zwar bemerkenswerter Duft, aber riechen möchte ich so auf keinen Fall. Wer den Geruch von heissem Wachs auf der Haut liebt, darf aber bedenkenlos zugreifen.

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Maddin vor 9 Jahren
4
Der Verführer aus der Minibar
Noch vor Jahren, war ich von Düften in Gourmandrichtung immer sehr beeindruckt. Das hatte sich dann mit der Zeit gelegt, so dass der Gedanke daran mich schon langweilte bis anekelte. So ist auch V pour Homme für einige Zeit in der hinteren Ecke meines Regals verschwunden, auch wenn ich ihn nicht wirklich so schlimm fand. Es müsste schon tatsächlich an die 2 Jahre her sein, wo ich ihn das letzte Mal aufsprühte. Aus der Erinnerung heraus, hatte ich ihn vor ca. einem Jahr hier mit 80% bewertet, zum Teil aber auch mit dem Bonus des Besitzens.
Heute habe ich ihn dann noch mal aufgetragen, und der Duft weckte sofort Erinnerung an die Zeit vor 4 Jahren. Damals war die Welt ja noch in Ordnung.
Inzwischen empfinde ich V pour Homme als eine Mischung aus Rum, Vodka und Southern Comfort. Die Kakaonote, die ich damals als führend empfand, rieche ich heute nicht mehr direkt, sondern sie gibt dem ansonsten eigentlich saftig sein müssenden Duft diese trockene pudrige Note die über dem spirituosem Fruchtcocktail liegt. Deswegen fällt er für mich nicht mehr wirklich unter Gourmand.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr freunde ich mich mit dem Gedanken an, dass dieser Duft sogar von Frauen tragbar sein könnte. Wobei ich es aber nicht begrüßen würde, so einer zu begegnen, da wär ich dann doch etwas zu eifersüchtig glaube ich :-)

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