Manogi

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86 - 89 von 89
Manogi vor 4 Jahren 11 1
Ein Duft, der Zeit braucht
Kemi gefällt mir umso besser, je öfter ich ihn trage. Beim ersten Mal habe ich nur die von anderen beschriebene rote Grütze gerochen. Obwohl ich allzu süße Düfte normalerweise nicht sonderlich mag, hat mir dieses unheimlich intensive Aroma sehr gut gefallen.

Dann trug ich ihn noch einmal und war überrascht, wie anders ich ihn auf einmal empfand. Die rote Grütze war verschwunden. Stattdessen roch ich etwas rauchiges, das ich auf das laotische Oud zurückführe. Laotisches Oud gehört in Reinform zu meinen Lieblings-Ouddüften, und hier ist die Integration und das Zusammenspiel mit den anderen Noten sehr gelungen. Sogar eine leichte Ledernote rieche ich heraus. Die animalischen Anteile dagegen empfinde ich allenfalls als ganz leicht angedeutet.

Das Karamell, die Vanille und die holzigen Noten entwickeln sich im weiteren Verlauf, wobei der rauchige Touch nie ganz verloren geht.

Insgesamt ist Kemi ein sehr schöner und gleichzeitig sehr ungewöhnlicher Duft, der einerseits eine außergewöhnliche Süße hat, aber gleichzeitig holzig-rauchig auftritt.
1 Antwort
Manogi vor 4 Jahren 5 2
6
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
9
Duft
Der alte Mann und das Meer
Ok, so alt, wie im Titel angedeutet, bin ich noch nicht. Aber bei "Ocean" von Demeter fühle ich mich ans Meer versetzt. Bei dem Duft rieche ich eigentlich über die ganze Zeit nur eins heraus, salzige Seeluft. Keine allzu steife Brise, aber doch kräftig.

Ich weiß aus vielen Reviews, dass die Community bei diesem Parfum gespalten ist. Entweder lieben es die Leute oder sie hassen es. Dazwischen gibt es offenbar nichts. Ich gehöre zur ersten Gruppe. Ich mag "Ocean" sehr. Es war ein Blindkauf aufgrund eines Reviews. Ich muss zugeben, dass ich mir anfangs nicht sicher war, was ich davon halten sollte. Der Duft ist gewöhnungsbedürftig. Natürliche Noten sucht man darin vergeblich. Wie ich oben bereits angedeutet habe, riecht er für mich ausschließlich nach salziger Seeluft. Sand oder "Solar-Noten", die in der Beschreibung genannt werden, kann ich absolut nicht erkennen. Aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, lernte ich "Ocean" zu schätzen. Wie ich schon in anderen Kommentaren andeutete, ist ein Parfum für mich dann gut, wenn es in mir Gefühle auslöst. Und der Duft schafft genau das. Ich fühle mich an das Meer versetzt und spüre den Wind um meine Nase wehen. Die Sonne scheint. Möwen schreien. Die See ist ein bisschen rau. Und ich mag die raue See. Ich mag diesen Ozean.

Eine kleine Warnung zum Schluss. Nach dem Sprühen wird Ocean schnell außergewöhnlich ölig auf der Haut. Daher ist es vielleicht keine so gute Idee, es auf Kleidung zu sprühen. Was das genau ist, kann ich nicht sagen, aber es ist auf der Haut nicht unangenehm.
2 Antworten
Manogi vor 4 Jahren 17 5
10
Flakon
7
Sillage
8
Haltbarkeit
10
Duft
Love at first sniff!
Als ich auf YouTube auf der Suche nach Reviews animalischer Parfums war und von diesem Parfum zum ersten Mal hörte, wurde es von einem Reviewer als "unwearable" bezeichnet. Ein anderer bekam beim Testen gar Brechreiz. Das hat mich aber keineswegs abgeschreckt, sondern vielmehr neugierig gemacht, und ich musste ein Sample haben. Und dann ist etwas passiert, was man am ehesten als "Love at first sniff" bezeichnen könnte. Der Duft hat mich umgehauen. Aber nicht etwa mit Gestank, sondern mit seiner Magie.

Ja, Ambilux ist unheimlich animalisch. Die meisten anderen Parfums, die ich kenne und die sich "animalisch" nennen, können dagegen im wahrsten Sinne des Wortes nicht anstinken. Eine Ausnahme ist "Hyrax" von Zoologist Perfumes, das ich auch sehr schätze. Ambilux ist aber gänzlich anders als Hyrax. Der rosa Pfeffer und der Kreuzkümmel schlagen von Anfang an voll durch und tragen zu einer gewissen Schärfe und "Schmutzigkeit" bei . Aber auch das Castoreum ist gleich deutlich präsent und weicht eher später etwas den lieblicheren Noten, hält sich aber im Hintergrund über den gesamten Verlauf. Ist es deswegen aber zu schmutzig?

Nein, auf gar keinen Fall. Für mich ist ein Duft schön, wenn er bei mir ein schönes Gefühl auslöst. Und das tut Ambilux. Ich verspüre beim Riechen tiefe Geborgenheit. Er ist wie intensives Kuscheln mit einer geliebten Person mit ihrem ganz eigenen vertrauten Geruch.

Ich empfinde den Duft auch keineswegs als "unwearable". Ohne Frage muss man animalische Düfte mögen, um Ambilux tragen zu können. Es ist also definitiv nichts für jeden. Aber man läuft damit auch nicht wie ein Stinktier durch die Gegend. Die Mischung aus animalischen und lieblicheren Noten ist für meinen Geschmack sehr ausgeglichen und angenehm. Man hinterlässt keine unangenehme Sillage. Der Duft ist zugegebenermaßen nichts für einen festlicheren Anlass. Dafür ist er zu animalisch. Aber im Alltag ist er in meinen Augen sehr gut tragbar.

Der einzige Wermutstropfen ist die Haltbarkeit. Sie ist ok, könnte aber besser sein. Insbesondere auf der Haut schwächt sich der Duft mit der Zeit doch sehr ab. Auf der Kleidung hält er länger.
5 Antworten
Manogi vor 4 Jahren
Viel Oud im Namen, nichts im Duft
"Oud Oud Oud!" war mein erstes - nennen wir es mal relativ mainstreamig-kommerzielles - Oud-Parfum - und eine herbe Enttäuschung. Ich kann bei dem Duft Oud beim besten Willen nicht mal ansatzweise herausriechen. Auch von Moschus ist da für mich nichts spürbar. Leder ist ansatzweise vorhanden. Am dominantesten ist für mich noch die Vanille. Es mag sein, dass ich durch meine vielen reinen Oud-Öle andere und höhere Erwartungen habe. Da hat es jedes mainstreamig-kommerzielle Oud-Parfum schwer. Aber Floris mit Leather Oud, Dusita mit Oud Infini und Manceras Aoud Café schaffen es wesentlich besser, mich zu überzeugen, um mal drei Beispiele zu nennen, auch wenn die Oud-Noten darin teilweise synthetisch sein mögen.
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