Medianus76Medianus76s Parfumrezensionen

16 - 20 von 22
Medianus76 vor 11 Monaten 16
8.5
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Welch holzige Stimmung
Woody Mood bedeutet wörtlich übersetzt holzige Stimmung. Allein schon wegen der Namensgebung ist ein näheres Kennenlernen für mich von großem Interesse gewesen. Auch das Label ist seit längerem in meinem Focus. Insofern stand einem ausführlichem Test nichts mehr im Wege - und ich wurde alles andere als enttäuscht. Denn der Name ist hier tatsächlich Programm!
Die goldgelbe bernsteinfarbene Flüssigkeit verspricht schon mal einen verheißungsvollen, ätherischen Waldduft. Der Auftakt entsendet eine leicht frische, zitrische Note. Umrahmt wird diese kurz andauernde frische Waldluft von einer traumhaft mild-bitteren Kakaonuance. Nicht intensiv oder gar süß, sondern initiierend und einleitend für die weitere Duftentwicklung. Dieser Start bildet meiner Meinung nach die Basis, das Gerüst für die weiteren Komponenten. Es gesellt sich nämlich als gleich eine leichte Schärfe, vermutlich durch den Ingwer, dazu. Unterstützt wird diese Harmonie durch eine ebenfalls milde, herb-dezente Krautigkeit.
Diese Konstellation der Kopfnote bildenden Aromen ist schon klasse umgesetzt. Aber Woody Mood hat mehr zu bieten, weitaus mehr, denn wir befinden uns erst am Eingang des monumental anmutenden Mammutbaum Waldes...
Wenn sich so langsam mehr und mehr ätherisch-balsamische Klänge untermischen, befinden wir uns schon mehr auf waldigem Terrain. Duftender, leicht rauchiger Waldboden verbindet sich mit einer unglaublich schönen, smoothen und warmen Holzigkeit. Der Duft wirkt zu keinem Zeitpunkt anstrengend oder gar kantig, es brennt nirgendwo der Wald, und er erscheint immer zugänglich und hervorragend umgesetzt! Zwischendurch blitzt eine leicht bittere Facette durch, welche wahrscheinlich durch den Tee entsteht, und das ganze Duftspektrum zur Mitte hin abrundet. Zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns schon tiefer Im Wald.
Am Ende des Waldes angekommen, zum Drydown des Duftes, mischt noch eine umschmeichelnde holzig-harzige Komponente mit. Das Styrax vermittelt wohl dieses warm-sinnliche und harzige Finale, und begleitet uns bis zum Ausgang des Waldes...

Ich schreibe Kommentare zu Düften die mich durch ihre Magie und Ausstrahlung tief im Innersten berühren. Ich möchte versuchen, den Lesern dieser Zeilen den besonderen Eindruck zu vermitteln und nahezubringen.
Aber was ist nun das für mich so besondere an Woody Mood? Walddüfte gibt es viele, und wahrscheinlich sind sie sich alle ein Stück weit ähnlich!
Das für mich faszinierende an dem Duft ist die komplexe Aura, die im Sinne der Projektion und Abstrahlung entsteht! Es ist dieser Schleier, den der Duft erzeugt!
Rieche ich direkt an der Haut, dann kann ich einzelne Bilder erkennen, einzelne Aromen wahrnehmen. Wie bei einem Kaleidoskop. Ich kucke durch, und sehe jedesmal ein anderes tolles Bild.
Aber erst die Summe dieser Komponenten macht Woody Mood ganz außergewöhnlich, betörend und intensiv...
Ein Duft der für meine Begriffe seinesgleichen sucht, und so schön erhaben und anmutend mächtig ist wie die Mammutbäume unseres Planeten!
Lieben Dank fürs Lesen
10 Antworten

Medianus76 vor 12 Monaten 11
7.5
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
7
Flakon

Auf duftenden Spuren und aromatischen Pfaden - Italien Teil 2
Es ist Anfang August. Ich befinde mich in Rom, und es herrscht eine sengende Hitze. Unser Zentralgestirn stahlt vom Himmel als ob man sich in einem Backofen befinden würde. Die Luft flimmert in den verwinkelten Seitengassen, und es riecht nach überhitztem Teer.
Rom war ein weiteres Ziel unserer Italien Tour. Obwohl wir zwar wussten, es würde bei dieser Hitze einem Spießroutenlauf gleichen die einzelnen Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, so war die Verlockung aber doch groß genug Rom einen Besuch abzustatten. Gerade jetzt in der Corona Auszeit, wenn sich eben nicht Menschen an Menschen drängen und die Stadt schier aus allen Nähten platzt!
Rom ist eine kolossale Stadt. Geprägt durch die Antike, beeinflusst durch die Moderne, ausgestattet mit einem italienischen Flair wie ich es so noch nirgendwo anders in Italien erlebt habe. So ging unsere Rechnung auch auf, und wir konnten ein nahezu menschenleeres!! Kolosseum bestaunen, auf der spanischen Treppe Bilder ohne andere Passanten schießen, und uns in den verwinkelten Seitengassen umsehen ohne erdrückt zu werden.
Aber eben diese Hitze - sie war gnadenlos. So kam es dann, daß ich in einer dieser herrlich italienisch anmutenden Seitengassen eine kleine Profumeria entdeckte.
Klar ist Wasser bei Hitze die erste Wahl, aber ein erfrischender Duft, idealerweise italienischer Manufaktur abstammend, kann da nicht schaden...
Gesagt getan bin ich in der Profumeria abgetaucht...und kam eine Weile später mit meiner neuen Errungenschaft zurück. Acqua dell Elba "Blu Uomo" wurde mir von der Besitzerin empfohlen. Ich fand die Kopfnote des Duftes erfrischend, spritzig und maritim. Und ich wollte ein italienisches Produkt. Um den Duft weiter zu testen, und aufgrund der spontanen Sympathie habe ich ihn erworben. Leider wurde Rom deswegen auch nicht kühler - aber ich ein wenig erfrischter und meine Sammlung um einen Duft reicher!

Blu Uomo beginnt mit einer prickelnden, erfrischenden und wunderschönen Zitrusnote. Da spielen Zitrone, Orange, Mandarine das erste Orchester. Südländische Zitrusfrüchte, so frisch als ob sie noch am Baum hängen würden. Bei mir ist es dann leider oft so, dass derart frisch anmutende Düfte leider eine gewisse Klostein Assoziation entwickeln. Dieser Effekt tritt bei dem Duft kaum bis gar nicht auf. Wäre dem so gewesen, dann hätte mich der Kauf enttäuscht. Denn ob Blu diese Tendenz zeigt, konnte ich in der Profumeria nicht recht einschätzen.
Kompensiert wird diese anfängliche Frische durch einen gut umgesetzten Twist. Eine gewisse herb-holzige Komponente flankiert den Duftverlauf. Das Eichenmoos steuert eine leicht grün-moosige Facette bei, und das Zedernholz diesen herb-holzigen Sprenkler. Dabei wird der Duft keinesfalls von seiner Grundthematik abgedrängt, sondern ergänzend unterstützt. Es bleibt ein blauer, maritimer frisch anmutender Duft, der zum Süden passt wie die Faust auf´s Auge. Selbstredend zum Sommer!
Das wohl verwendete Mastixharz ist in seiner ursprünglichen Form klein, kugelrund und leuchtendgelb. Es ist das Harz des wilden Pistazienbaumes, und wird auch Tränen von Chios genannt. Der Geruch wird beschrieben als süßlich-frisch, harzig-würzig und an Zitrusfrüchte erinnernd.
Dieser weitere Inhaltsstoff rundet meiner Meinung nach den Duft und damit den olfaktorischen Gesamteindruck hervorragend ab. Diese leichte zitrische Harzigkeit macht den Duft zum Schluss sehr weich...
Projektion als auch Haltbarkeit entsprechen eher dem, was man von den blauen Düften so erwarten darf. Ich würde mich hier für ein diplomatisches Mittelfeld aussprechen. Dennoch bleibt Blu eine ganze Weile noch als schöner Hautduft wahrnehmbar.
In der Gesamtheit betrachtet ist Blu für mich ein schöner, gut gemachter italienischer Sommerduft. Er wird mich sicherlich immer wieder, wenn ich ihn rieche, an diesen außergewöhnlichen Tag in Rom erinnern...
Wie auch zu Teil 1 habe ich in meinem Album ein paar Bilder von Rom hinterlegt, um dieser Beschreibung noch ein paar optische Eindrücke folgen zu lassen.
Bleibt mir gewogen und danke fürs Lesen
9 Antworten

Medianus76 vor 12 Monaten 11
8
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
9
Flakon

Auf duftenden Spuren und aromatischen Pfaden - Italien Teil 1
Den ersten Teil meiner wohlriechenden Entdeckungsreise durch die Toskana respektive Italien, möchte ich dem Duft Black von Gutteridge widmen. Gefunden bzw. auf den Duft aufmerksam geworden bin ich in der italienischen Stadt Pisa. Das Markenzeichen dieser Stadt, wer hätte es gedacht, ist selbstverständlich der schiefe Turm. So war es auch unser Ziel, diesem monumentalen Bauwerk einen Besuch abzustatten.
Nebenbei sei erwähnt, Pisa ist ein typisch italienisches Städtchen, und selbst zu den momentan herrschenden Corona Einschränkungen relativ gut frequentiert. Im Vergleich zu meinen anderen Zielen in Italien hatte Pisa aber tatsächlich den geringsten südländischen Flair. Alles ist sehr stark auf den Tourismus ausgerichtet. Dies ändert sich je weiter südlich man kommt. Dennoch ist die Stadt mitsamt ihren Sehenswürdigkeiten selbstverständlich einen Besuch wert.

Auf dem Weg zu den Highlights der Stadt kann man wunderbar durch die Fußgängerzone flanieren. Vorbei an Cafes, Souvenir Shops und Eisdielen ist mir ein sehr eleganter Laden von Gutteridge aufgefallen. Hochwertige, gediegene italienische Mode wird dort verkauft, und eben auch die Parfümlinie dieses Hauses.
Ähnlich scheint es einigen meiner Vorredner ergangen zu sein. Zufälligerweise an den Läden vorbeigekommen, und auf den Duft aufmerksam geworden.

Beim betreten des Hauses war mir auch gleich klar das hier keine Billigware verkauft wird. Eingehüllt in einen frischen, herb-würzigen Mantel nahm ich die Verkaufsräume wahr. Es roch sehr anziehend und gefällig, sehr maskulin und in dieser Kombination dann eben auch sehr italienisch.
Natürlich kam dieser Duft bereits von dem Parfüm, welches die Betreiber sicherlich auch als Raumduft nutzen, nicht zuletzt auch aus verkaufsstrategischen Gründen.
All dies überzeugte mich quasi aus dem Stegreif, und ich kaufte den Duft blind. Das ist bei dem Preis von 30 Euro auch sicherlich kein gewagtes Unterfangen.
Was dann kam war ein ausgiebiger Test des neu erworbenen Wässerchens, das das sich wie folgt präsentiert...
Black startet mit einer spritzigen und angenehmen Frische. Es handelt sich hierbei eher um eine zitronige Frische, welche kurz und intensiv leuchtet, dann aber auch zügig an Präsenz verliert. Unterstützt wird dieser Auftakt durch eine leichte, dezente Fruchtigkeit, ohne den Duft dabei süß wirken zu lassen. Ganz im Gegenteil, Black bleibt immer elegant herb und angenehm würzig.
Sowie dieser erfrischende Start sich legt übernimmt eine gewisse krautige, erdig-moosige Komponente die Regie. Eine minimale Rauigkeit schwebt zusätzlich im Hintergrund mit. Sehr authentisch und in guter Symbiose mit dem frischen Auftakt.
Damit das Ganze nicht zuviel an Kantigkeit bekommt wirken Amber und Vanille in einer gewissen Art regulierend auf die Duftentwicklung. Das Gesamtbild lässt den Duft smooth, elegant und absolut gut tragbar erscheinen. Wie sagt man so schön...easy to wear ;)
Die Projektion als auch die Haltbarkeit würde ich im moderaten bzw. gehobenen Mittelfeld ansiedeln. Black ist kein aufsässiger Begleiter, sondern agiert gut aus dem Hintergrund. Gelegentlich kann man selbst ein paar Stunden später noch eine kleine Wolke aufschnappen.
Der Flakon ist eine Pracht, liegt richtig schwer in der Hand, und ist sehr solide verbaut. Durch all diese Eigenschaften sind die 30 Euro für den Duft ein absolut fairer und auch realistischer Preis. Klare Kaufempfehlung wenn man solche Düfte mag.
Resümee ziehend ist Black sicherlich kein monumentales Kunstwerk, sowie viele andere Dinge welche ich mir an diesem Tag angesehen habe. Aber es ist ein eleganter und maskuliner Duft, den es sich lohnt zu tragen.
Für den geneigten Leser dieser olfaktorischen Beschreibung zu Black, habe ich in meinem Album noch die passende visuelle Begleitung mit ein paar Bildern aus Pisa hinterlegt...to be continued!!
Lieben Dank fürs Lesen...

Für noch mehr Interessierte und Creed Enthusiasten:
Der zu diesem Duft oft zitierte Vergleich zur Creed`schen Duftschmiede hält für mich persönlich nur bedingt Stand. Ich habe mir die Mühe gemacht beide Düfte zu vergleichen. Bezogen auf meinen im Besitz befindlichen Aventus Batch, ist Black olfaktorisch anders eingefärbt als sein vermeintliches Vorbild. Black besitzt zwar gewisse Facetten und Sprenkler von Aventus, ist aber, und das finde ich den großen Unterschied, krautig-herber im Gesamteindruck.
Schlussendlich wird das aber auch immer vom jeweiligen Batch abhängen.
8 Antworten

Medianus76 vor 1 Jahr 14
9
Duft
9
Haltbarkeit
9
Sillage
9
Flakon

Es gibt kein Licht ohne Dunkelheit...
Ohne Schatten sehen wir keine Sonne. Ohne Dunkelheit fänden wir das Licht nicht.
So oder so ähnlich würde für mich der Auftakt zu Black Gemstone passen. Die Molekülstruktur präsentiert ein tiefes Schwarz - Punkt!
Wenn ich mir Schwarz als Farbe ansehe, und mir daraufhin einen Duft vorstellen müsste, dann wäre besagtes Opening sicherlich eine gute Wahl.

Zu Beginn Der Duftpyramide entsteht wahrlich ein schwarzes Loch. Der Weihrauch bildet einen olfaktorischen Tunnel, welcher zu Beginn keinerlei Helligkeit beinhaltet. Durch geschickten Einsatz der Duftmoleküle aber gelingt es schon bald ein Licht am Ende des Tunnels wahrnehmen zu lassen. Dieses Licht wird gebildet durch eine immer wieder durchscheinende frische Zitrone und wird abgerundet durch die Gegenwart von Zedernholz. In der Eröffnung ergänzen sich diese Komponenten harmonisch und regulierend. Die Zitrone und das Zedernholz halten einerseits den Weihrauch in Schach, damit dieser nicht die Überhand bekommt. Der Weihrauch als Gegenspieler hält den Duft aber kompromisslos auf der dunklen Seite.

Würde der Duft an dieser Stelle keine weitere nennenswerte Entwicklung durchlaufen, wäre er für mich sicherlich nicht interessant, und ich würde ihm auch keine weitere Aufmerksamkeit schenken. Die Metamorphose, welche der Duft im weiteren Verlauf aber durchlebt, macht ihn nämlich erst zu dem was er tatsächlich ist - ein schwarzer Edelstein!

Ähnlich einem Rolladen, welchen man an einem sonnigen Tag langsam nach oben zieht, lösen sich nach und nach die einzelnen, dunkel verkrusteten Lamellen. Das einfallende Tageslicht verdrängt die Dunkelheit, und erfüllt den Raum mit einer wohligen und angenehmen Wärme. Genau dieser Effekt ist die Stärke von Black Gemstone. Mehr und mehr übernehmen Harze und Myrrhe die Kontrolle, und verleihen dem Duft eine beerige und süßliche Komponente. Der dunkle und rauchige Anteil rückt in den Hintergrund, und es entsteht ein Gesamtbild von einem smoothen, süßlichen, harzigen und rauchigen Projektionskünstler.
Projektionskünstler auch deswegen, weil die öligen Essenzen und Harze auf der Haut kleben wie eingebrannte Milch in einem Topf! Dadurch entsteht eine sehr lange Haltbarkeit, und auch die Sillage sollte dementsprechend sein. Insofern muss man mit der Dosierung bedacht umgehen.

Black Gemstone ist ein Duft der es mehr als Wert ist getragen zu werden. Allerdings ist er nicht immer tragbar. Es hängt einfach stark vom Set und Setting ab, dem Duft die passende Fläche und Entfaltungsmöglichkeit zu bieten. An welchem Ort will ich ihn tragen, welche Location? Und habe ich die dafür passende Tagesstimmung solch eine Duftaura zu verkörpern und auszustrahlen.
Mich fasziniert dieser Duft auf jeden Fall, und ich finde seine Wandlungsfähigkeit außergewöhnlich und sehr spannend. Er verkörpert die im Leben immer wieder auftretenden Gegensätze von Licht und Schatten!

Und wie sang schon einst Jim Morrison in einem seiner Songs...Du weißt das der Tag die Nacht zerstört...Break on through to the other side...

Danke für die Aufmerksamkeit
4 Antworten

Medianus76 vor 1 Jahr 39
8.5
Duft
9
Haltbarkeit
9
Sillage
8
Flakon

2 ml...
...und die Zeit stand für einen Moment still. 2 ml war exakt die Menge von The Moon welche ich bei dem letzten Sharing hier auf Parfumo erworben habe. Leider nur 2 ml, denn hätte ich erahnt was mich erwartet...

The Moon setzt für mich auf meiner olfaktorischen Zeitachse einen neuen Marker. Sprengt sozusagen gewisse Ketten. Es gibt eine Zeit vor The Moon, und eine Zeit nach The Moon.
So relativieren sich viele Dinge, und Düfte die mir zuvor beeindruckend erschienen rutschen plötzlich in ein ganz anderes Licht.

Nachdem ich das bernsteinfarbene Elixier in Augenschein nahm, dachte ich mir, vor allem in Anbetracht der geringen Menge, den teste ich gleich mal auf der Haut. Ich will da ja nix verschwenden. Und wow...im Moment der Zusammenkunft von Duftmolekülen und Riechzellen kommt es zu einem synaptischen Feuerwerk das seinesgleichen sucht. Und die Zeit stand gefühlt tatsächlich für einen Moment still.

The Moon eröffnet mit einer unglaublich kräftigen, fruchtigen und süßen Himbeere. Auch unterstützt durch die anderen Früchte, welche ich aber nicht isoliert wahrnehmen kann. Ich konnte bei Tuscan Leather oder La Yuqawam die Himbeere nie so intensiv wahrnehmen. Eher als grüne, unreife Frucht. Aber bei The Moon...absolut beeindruckend.
Dazu gesellt sich ein sehr fein verwobenes Oud. Die Assoziation zu Kuhstall und Pferderomantik drückt evtl nur ganz zum Anfang durch, verwischt sich dann schnell, und hinterlässt einen feinen Schleier, der dem Duft diesen betörenden animalischen Hauch verleiht...stark!!
Hinzu kommt, was mir wiederum sympathisch erscheint, eine nur dezent aufblitzende Rose. Nur zwischendurch und nur immer mal wieder. Zuviel Rose in den Düften erreicht micht selten, aber hier scheint das Thema sehr gut gelöst.
Im weiteren Verlauf reiht sich dann auch sehr elegantes und weiches Leder in die Komposition ein, und verleiht dem Duft einen runden Abschluss und zugleich Ausdrucksstärke. Durch all diese mehr als harmonisch aufeinander abgestimmten Komponenten lässt einen der Duft nicht mehr wirklich los.

Er hat so eine starke Präsenz und die Strahlkraft gleicht der einer Neon Röhre. Dadurch ist die Sillage als auch die Haltbarkeit atemberaubend, was aber wiederum bedeutet, er kann nicht überall getragen werden. In meiner beruflichen Tätigkeit wäre das wohl eher zuviel. Aber was soll´s...Alles hat seine Zeit und alles zu seiner Zeit. Es gibt genug andere Anlässe um den Mond zu tragen.
Die Qualität der einzelnen Inhaltsstoffe erscheint mir definitiv hochwertig und exklusiv. Dadurch ergibt sich wohl auch der enorm hohe Preis. Inwiefern der Preis aber tatsächlich gerechtfertigt ist, kann ich nicht beurteilen. Dafür fehlt mir schlussendlich die Fachkenntnis.

Zum Schluß möchte ich noch eine Brücke zum echten Mond schlagen. Genaugenommen zum Blutmond, welcher während einer totalen Kernschattenfinsternis des Vollmondes entsteht.
Der Mond leuchtet geheimnisvoll rot, oft zum greifen nahe, und steht, genau wie der Duft, für folgende Eigenschaften:

mystisch und sagenumwoben
kraftvoll und ausdrucksstark
berauschend und Besitz ergreifend

Viel Spaß mit The Moon und vielen Dank für´s Lesen
12 Antworten

16 - 20 von 22