MmeMoMmeMos Parfumrezensionen

1 - 5 von 11
MmeMo vor 24 Tagen 15
9
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Die einfachen Dinge des Lebens - oder: Einfach cremig
Nach meiner Rezension zu Musk Therapy haben mich ein paar Nachrichten von Leuten erreicht, denen es genauso geht/ging wie mir: Sie alle fragten sich, was ist denn nun eigentlich cremig in einem Duft? Weil - wie scheinbar nicht nur ich finde - dies eine schwierige Frage ist, schreibe ich nun hier zu Montblancs Signature auch eine Rezension. 

Das Problem: Es existieren verschiedene Vorstellungen von dem, was cremig ist. Häufig wird cremig mit pudrig gleichgesetzt. Für mich allerdings ist pudrig etwas Trockenes, etwas - wie das Wort nahelegt - an Puder erinnern lässt. Andere aber empfinden cremige Noten als etwas, was sie an den Duft von Creme erinnert. Ich allerdings assoziiere cremig mit etwas Dickflüssigem. Also wie z.B. in Joghurt, Sahne oder geschmolzener Schokolade. 

Dies vorausgeschickt soll meine Info hier also allen Creme-Duft-Suchenden eine Orientierung bieten, wenn ich sage, Signature ist für mich ein herrlich cremiger Duft. Ich empfinde ihn also weder als trocken, noch erinnert er mich an eine Creme. In meinen Augen (oder besser gesagt Nase) empfinde ich ihn als weich und sämig. Also exakt genau das, was ich gesucht habe. 

Ich finde schon, dass er Musk Therapy ähnelt, allerdings hält Signature, was ich mir von Musk Therapy versprochen hatte: Ein cremiger Duft, der nicht so reinhaut.  Zugegeben, die Kopfnote von Musk Therapy macht was her, ist an Cremigkeit kaum zu überbieten. Das nützt mir aber nichts, wenn sich diese Cremigkeit sich schon nach wenigen Minuten vom Acker macht.

Signature eröffnet cremig-zitrisch und verändert sich dabei kaum, er wird nur leiser. Er ist nie wirklich laut, aber die Haltbarkeit ist völlig in Ordnung (bei mir auf jeden Fall 6 Stunden). Signature ist kein anspruchsvoller Duft, der eine komplexe Entwicklung durchläuft. Er ist einfach zuverlässig fruchtig-cremig und drängt sich dabei nicht in den Vordergrund. Andere cremige Düfte waren mir zu süß und zu erschlagend. Er ist ein Duft zum Genießen und Wohlfühlen. Mir verschafft er den ganzen Tag gute Laune. 

Wieder einmal bestätigt sich für mich, dass man keine Unsummen für teure Nische ausgeben muss, um einen wirklich tollen Duft zu bekommen. 

P.S. Mit größtem Dank an Serres74, ohne die ich niemals an diesen mir vorher unbekannten Duft gekommen wäre.
4 Antworten

MmeMo vor 2 Monaten 17
5
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Saubermoschus Schock-Therapie
So, Ihr Lieben, es ist mal wieder so weit. Heut muss es eine Rezension sein. Weil für den Frust, den ich heute erlebt habe, reicht kein Statement. Für alle, die in Musk Therapy ihren Lieblingsduft gefunden haben, herzlichen Glückwunsch! Ich mein das vollkommen ernst, denn ich hätte mich gefreut, hätte ich ihn lieben können.

Na ja, der Reihe nach. Nachdem ich ja so erfolgreich in nur wenigen Monaten, oder sogar Wochen, MEINEN Animailktraum gefunden habe, dachte ich mir, kann ja nicht so schwer sein, einen ebenso herausragenden Cremetraum zu finden. Denkste!

Problem: Es gibt scheinbar verschiedene Auffassungen davon, was im Duft als cremig wahrgenommen wird. Meistens ist das, was andere mir als cremig verkaufen wollen, pudrig-trocken. Aber Leute, trocken kann niemals cremig sein! Cremig ist was Flüssiges, Fettiges. Dit haut nicht hin mit Staubig = Cremig. Ok. Is ja auch schwer, sensorische Empfindungen, die den Tastsinn betreffen, die also gar nichts mit dem Geruchssinn zu tun haben, in etwas Olfaktorisches zu übersetzen.

Angefixt wurde ich im Forum. Da hat jemand eigentlich genau das gesucht, was ich auch haben möchte. Einen cremigen Duft, der einen nicht erschlägt (oder so ähnlich). Irgendwann fiel dann Musk Therapie und obwohl mich eigentlich die Rezensionen hätten warnen sollen, hab ich geifernd und geiernd nach dem ultimativen Cremeduft, 5 ml erstanden. Wohl gemerkt, für 5 ml von dem Zeug bekommt man so manchen lecker-cremigen Drogerieduft in 100 ml ;-) Egal. ;-)

So, Duft war heute da und ich war mir 100 % sicher, das ist der Cremeduft meiner Träume! Und tatsächlich lief mir nach dem Aufsprühen auch erst mal der Speichel! Was für eine Hammer-Eröffnung! Ich hätte mich suhlen können in diesem Duft wie ein Ferkel. Wirklich traumhaft und ja cremig! So als würde ich in einer Badewanne voll angeschmolzenem Bottermelk-Fresh-Eis (gibts das überhaupt noch?) liegen :-) Zitrisch, nicht erschlagend süß und einfach nur cremig, cremig, cremig! Hab wirklich meine Nase nicht mehr von mir wegbekommen.

Aber: Die Enttäuschung folgt auf dem Fuße! Dieser Spaß hielt wirklich nur wenige Minuten. Die Cremigkeit verabschiedete sich vollends und das lecker Zitrische wurde auch immer leiser. Übrig blieb und bleibt bis jetzt! Saubermoschus! Uff... :-( Warum? Ich verstehe es nicht... Warum um alles in der Welt geben Leute mehr als 200 Euro aus, um wie eine langweilige, unoriginelle Seife oder ein sonstiges Körperpflegeprodukt zu riechen??? (Liebe Saubermoschus-Freunde: Versteht dies bitte mehr als eine rhetorische Frage an mich selbst! Meine Tochter stellt mir regelmäßig die gleiche Frage hinsichtlich meiner Vorliebe für Dreckiges ;-) )

Also, um wieder ein bisschen zur Sachlichkeit zurück zu kehren: Kopfnote zitrisch-frisch-cremig, Herznote sandelholzig-sauber, Basis einfach nur noch sauber gepflegt mit schlichtem Pflegeprodukt. Haltbarkeit und Sillage sind eher im mittleren Bereich, was ich persönlich sehr angenehm finde. Wem dieses Erlebnis das Geld wert ist, nur zu.

So, mir gehts jetzt besser, nachdem ich das hier loswerden konnte ;-) Vielleicht hilft es auch dem ein oder anderen, der sich überlegt, diesen Duft anzuschaffen. Und ich hab hoffentlich auch was draus gelernt.


10 Antworten

MmeMo vor 3 Monaten 20
10
Duft
9
Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon

Wer ist Salome?
Nein, jetzt kommt kein Einstieg in die Bibel, kein Ausflug in Kunst und Literatur, ich gebe ich Euch jetzt die geballte Ladung meiner höchstpersönlichen Interpretation von Salome, so wie sie vor meinem inneren Auge erscheint, ausgelöst durch eben dieses Duftwässerchen.

Ich muss zugeben, Salome ist mir nicht rein zufällig über den Weg gelaufen. Ich habe nach ihr gesucht. Dabei kannte ich sie gar nicht, hatte nie etwas von ihr gehört und plötzlich stand sie vor mir und ich wusste, ja, das ist sie! Genau sie und keine andere!

Salome ist eine Frau, und damit meine ich eine erwachsene Frau, kein Mädchen mehr. Wahrscheinlich war sie noch nie Mädchen, aber so wie sie jetzt ist, ist an ihr einfach alles stimmig. Ihre Erscheinung, ihr Wesen - alles befindet sich in vollkommener Harmonie. 

Wenn Salome den Raum betritt, wird sie wahrgenommen. Sie verfügt über eine Präsenz und  Ausstrahlung, an der keiner vorbeikommt. Nicht jedem gefällt das, das muss ich zugeben, dieser Stolz, den sie selbstbewusst vor sich her trägt. Aber das kümmert sie nicht im geringsten. Denn sie weiß, wer sie ist , was sie will und was sie zu bieten hat. Es geht ihr nicht darum, bewundert, begehrt oder gemocht zu werden. Einzig allein will sie so sein dürfen, wie sie es will. Sie nimmt sich dieses Recht. 

Aber Salome ist keine unterkühlte, arrogante Person. Ihr Stolz paart sich mit einer warmen, einladenden Aura, die sie so unwiderstehlich macht. Salome verbindet Vertrautes mit dem Ungewissen, wärmende Sicherheit mit verführerischer Verruchtheit. Vermeintliche Widersprüche lösen sich in ihr auf. 

Ich bewundere diese Salome. Und wenn sie mich begleitet, dann strahlt sie immer ein bisschen auf mich ab und ich habe dann das Gefühl, auch ein bisschen wie Salome sein zu dürfen. 

Die Figur Salome ist in vielerlei Hinsicht künstlerisch verarbeitet worden, dazu muss ich an dieser Stelle nicht noch etwas beitragen. Ich finde den Namen aber sehr passend für den Duft. Und es ist mit Sicherheit der persönlichste Duft, den ich besitze. Ich mag viele meiner Düfte sehr gern, aber dieser hier ragt heraus. Niemals hätte ich es für möglich gehalten, dass mich ein Duft so persönlich berühren könnte. Ich hatte diesen einen Duft gesucht, der eben diese von mir beschriebenen Eigenschaften ausstrahlt. Über einige Umwege bin ich dann an ihn geraten und war einfach überwältigt.

Ich suchte einen animalischen, femininen Duft. Seine Weiblichkeit erlangt er für mich, weil er mindestens genauso stark wie weich ist (zerfleischt mich dafür bitte nicht.. ich weiß um die Geschlechterkategorien und wie sinnlos sie sind - habt Gnade mit mir). Manch andere animalische Kreationen scheinen mir betont hart/stark. Die rieche ich dann lieber an einem Mann. 

Ich würde den Duft chypreartig bezeichnen, der seinen Reiz durch indolischen Jasmin und animalischen Moschus erhält. Man könnte meinen, es sei ein würziger Vintage-Duft, der aber zum Glück nicht durch ein Übermaß an Aldehyden seifig erscheint. 

Was soll ich sagen, Salome wird mich hoffentlich lange begleiten und es wird schwer für andere Düfte, sie von ihrem Thron zu stoßen.
11 Antworten

MmeMo vor 3 Monaten 12
7.5
Duft
6
Haltbarkeit
6
Sillage
7
Flakon

Holy Shit! Eine Ehrenrettung
Ich schon wieder. Und ja, schon wieder fühle ich mich genötigt, die Ehre eines verhassten Dufts zu retten... Dieses Mal ist es Oud Burmi. Wahrscheinlich den wenigsten ein Begriff. Nur Oud-Liebhaber, Animalik-Connoisseure oder Sensationslustige kennen den vermutlich. Da ich mich ja auf eine Animalik-Reise begeben habe, musste ich den natürlich auch unbedingt testen. An dieser Stelle: Liebe Seejungfrau, herzlichen Dank für Deine Großzügigkeit :-)

Erwartet hier jetzt keine poetisch-literarisch wertvolle Abhandlung. Ich schreibe frei Schnauze ;-)

Immer wieder lese ich hier von Gülle-Experience, Stall-Vibes, Fakälnoten usw. So wirklich richtig kackig hat für mich aber noch keiner meiner getesteten Düfte gerochen. Versteht mich nicht falsch: Ich habe nicht das Bedürfnis, nach Kot zu riechen, aber wenn alle davon erzählen, warum rieche ich das nie? Oder hab ich eine falsche Vorstellung von den besagten Exkrement-Akkorden? Einzig Nishanes Musiqa Oud hatte für mich eine leichte Note in dieser Richtung... Aber wirklich nur ein Anflug davon. Und der ist wirklich schön, aber das ist ein anderes Thema.

Nun denn, Oud Burmi hatte meine Neugierde geweckt. Die Rezensionen und Statements schienen ja durch die Bank vielversprechend.

Heute war es dann so weit, die Probe war in meinem Briefkasten. Ich musste nun gut überlegen, wie ich damit umgehe. Ich meine, das Wetter ist wundervoll, bin ich bereit, im schlimmsten Fall auf alle sozialen Kontakte an einem so wundervollen Sommertag zu verzichten? Ich war bereit.

Trotzdem musste erst mal ein Teststreifen herhalten. Eigentlich teste ich immer gleich auf Haut, aber ich hatte Respekt. Und ja, was soll ich sagen. Es hat mich erst mal wirklich umgehauen! Gülle? Ich weiß nicht, ich bin schon zu lange in der Stadt, um zu wissen, wie Gülle riecht. Für mich roch der unfassbar käsig. Die gleiche Note hatte ich in "A lover's Tale" nur in 1000facher Konzentration. Also Wohlgeruch geht anders. Aber ok. Es gibt auch Schlimmeres. Alle paar Minuten hab ich geschnüffelt und tatsächlich war der Duft nach 15 bis 20 Minuten ok. Holzig-oudig. Nix Besonderes. Aber Ok.

Nachdem dann eine bestimmte Person an mein Ehrgefühl appelliert hat (die entsprechende Person weiß schon, dass sie gemeint ist), habe ich den Duft auf meine Haut gesprüht. Und siehe da, er war gar nicht schlimm. Ich weiß nicht, ob meine Nase dieses Käsetrauma so schnell verarbeitet hat, aber auf Haut war der weitaus weniger dreckig. Also schon noch dreckig, aber nicht so "mich hauts vom Stuhl" mäßig.

Der Duft verblasst an meiner Haut recht schnell. Die Kopfnote verfliegt bei mir recht bald und übrig bleibt ein holzig-würziger Geruch nach Oud - nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich wollte, könnte ich heute also durchaus noch vielen Menschen ganz nah kommen und niemand müsste Angst vor mir haben. Ich finde den Duft jetzt ganz angenehm. Allerdings bevorzuge ich Oud in Kombination mit anderen Komponenten, somit landet der auch nicht auf meiner Wunschliste.

Ich bin auf jeden Fall froh, ihn unter die Nase bekommen zu haben. Also Leute, nur zu, was uns nicht tötet, macht uns hart ;-) Oder so ähnlich...


10 Antworten

MmeMo vor 4 Monaten 17
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
3
Flakon

Pampelmusenerotik
Also, ihr lieben, was ich jetzt nicht von euch hören will, ist: das ist doch keine richtige Rezension! Dafür gibt's die Statementfunkion! Mimimi!

Alles richtig, aber um ein aussagekräftiges Statement zu setzen, muss man gut mit den Zeichen haushalten können. Das gelingt mir nicht immer. Und eigentlich schreibe ich gar nicht so gerne, sondern rede viel lieber.

Ich fühle mich auch nur genötigt, meinen Senf zu Cyber Sex dazu zugeben, weil vor mir alle den scheinbar furchtbar fanden.

Ich finde den gar nicht schlecht. Für mich riecht der durch und durch nach Pampelmuse! Vielleicht ist es dem ein oder anderen Pampelmusenliebhaber schon aufgefallen, dass die bittere Frucht auch eine markante Duftnote in sich trägt. Die ist meinet Meinung nach ein wenig schwitzig. Ich stimme den Vorrednern also vollkommen zu, es riecht auch nach altem Polyesterschweiß. Pampelmuse mit herber Poyesterschweißnote. So nehme ich den Duft wahr.

Ich finde den Duft auch tragbar, war eben damit unter Menschen und niemand hat sich beschwert;-) Kaufen würde ich ihn mir nicht, Pampelmusen gibt's in der Obstabteilung billiger, haben nicht so einen peinlichen Namen und sehen auch noch hübscher aus.

In diesem Sinne, esst mehr Obst!
10 Antworten

1 - 5 von 11