MoentiMoentis Parfumkommentare

24.10.2019 23:44 Uhr
9 Auszeichnungen
Würde man sagen: nimm doch mal ein Stück Schokolade und ein Stück weiche Lakritze (nicht zu streng im Geschmack) gleichzeitig in den Mund, würden einem einige den Vogel zeigen, nicht ahnend, dass bei dieser Mischung ein ganz neuer, wunderbarer Geschmack entsteht.

Und würde man sagen: kombiniere doch mal Echt Kölnisch Wasser von 1714 mit Acqua di Parma Arancia di Capri, würden viele meinen: was soll dabei schon groß herauskommen?
Einfache Antwort: der reine Suchtstoff. Es ist erstaunlich, wie zeitlos, vornehm und vereinnahmend solch simple Rezepturen wie das von Bigarade Concentrée wirken können!

Über dem Fruchtig-Bitteren liegt für mich hier etwas Staubiges, was mir diesen Duft so unwiderstehlich macht (erklär' mir Liebe...) - man könnnte auch 'nostalgisch' sagen. Rose kann ich leider nicht ausmachen, aber so ist das wohl mit der raffinierten Duftküche: nicht herausrichen, und doch eine Wirkung erfahren. Und letztlich... genießen!


19.09.2019 18:06 Uhr
21 Auszeichnungen
Das Erste, was sich mir vermittelt, ist eine Wärme, die keineswegs süß ist. (Wo ist die Rose? Wo ist das Leder?) - Dann kommt etwas kühl-Holziges dazu, jawohl: Rosengeranie, ich denke an Geranium pour Monsieur, aber das hier ist deutlich komplexer. Was hat Ellena da nur gemacht?! Ich komme nicht weg vom Arm. Auf das Leder "warte" ich vergebens, aber es ist wohl das, was diesen erhabenen Duft erdet und so rund und anziehend macht. So wie man das Oud in M7 nicht als Oud erlebt. Ich versuche, eine Zielgruppe zu assoziieren. Männer. Eher Männer. Nicht ganz jung, distinguiert und sehr modebewusst, wenn nicht gar leicht exzentrisch. Leider trifft davon das Wenigste auf mich zu - na und? "Rose & Cuir" Kommt trotzdem ganz oben auf die Wunschliste ;-)

EDIT am 24.9.
Inzwischen könnte ich mir ROSE & CUIR als einen absoluten highclass-Business-Duft vorstellen. In etwa das, was Creed Aventus immer sein sollte, aber was bei mir nie so recht funktioniert hat.


22.03.2018 16:15 Uhr
8 Auszeichnungen
Bislang war mir nur ein Duft bekannt, den ich als eine Art Aphrodisiakum gelten lassen konnte - ansonsten sind für mich Parfums und Intimität eher zwei verschiedene Dinge. Der besagte Duft war (und ist) Antaeus von Chanel. Nun ist Agar Ébène als zweites dazugekommen. Diese Einschätzung ist selbstredend eine persönliche, aber ich musste sie einfach mal loswerden...


23.02.2018 08:48 Uhr
15 Auszeichnungen
Eigentlich habe ich mich seit längerem auf Statements beschränkt, weil ich mir Kommentare nicht mehr zutraue; mein Wissen um das Zusammenspiel von Ingredienzien scheint mir zu gering und darum keine Basis für einen längeren Text.
Aber ich möchte zu L'Homme Infini in aller Kürze (und Deutlichkeit) Stellung beziehen, da ich gelegentlich auf ihn angesprochen und gefragt werde, ob er denn nun mit Terre d'Hermès vergleichbar sei.
Meine persönliche und klare Antwort: nein!
Der Duft ist weit weniger effekthascherisch, weniger spitz, für meine Nase nur mit Mühe in die Nähe der Wirkung von Td'H zu bringen. Sein Holz ist glaubwürdiger und wärmer und, vor allem, sehr viel edler und zeitloser.
Um noch weiter zu gehen: L'Homme Infini ist der nobelste Duft, der mir in den Jahren bei Parfumo unter die Nase gekommen ist, ich bin glücklich mit ihm, und er rangiert praktisch neben meinem Signaturduft.
Möge man ihn oder nicht - seine Qualität und Einzigartigkeit sind für mich in Stein gemeißelt.


17.10.2017 09:45 Uhr
10 Auszeichnungen
Für mich ist der Name von so einem Duft keineswegs Programm (wonach würde demnach beispielsweise Fahrenheit zu riechen haben?!), sondern einfach nur ein Name. Tom Ford's Fucking Fabulous finde ich da etwas bedenklicher... also sprüh' ich den Lutens einfach auf und lasse ihn wirken.
Mein Eindruck: Hautcreme, nicht ganz ohne Ecken und Kanten. Wie ein kratzbürstiges Nivea, gewissermaßen ein Nivea für Erwachsene(re). - Ich mag ihn!