MoentiMoentis Parfumkommentare

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Moenti vor 13 Tagen 8

Es war einmal...
Irgendwann vor vielen Jahren aus Spaß und aus einer Sammelwut eine wirklich winzige und sehr niedliche Miniatur des Duftes erstanden, dann verirrte es sich in Kistchen und Kästchen und existierte vor sich hin. Erfahrungen gesammelt, so etwas wie einen eigenen Geschmack, eine Meinung und Orientierung ausgebildet. - Jetzt, bei der Inventur, das kleine Ding wieder in die Hände bekommen und dank Parfumo bemerkt: der Duft ist von 1870. Achtzehnhundertsiebzig? Wow! Also jetzt endlich mal ganz bewusst und fast mit Ehrfurcht auf Handgelenk gegeben und geschnuppert und geschnuppert.

Also ich würde sagen, der Duft ist nicht gekippt. Alt und ölig vielleicht, aber nicht gekippt. Er birgt einen Ernst und einen Muff, einen harzigen, mit dem ich nicht sogleich Vetiver assoziieren würde. Sei's drum! Vornehm und erhaben ist der Muff, ein klein wenig krautig, so könnte ich mir den Geruch von sehr, sehr alten aber gut erhaltenen Brokkatvorhängen in einem Schloss vorstellen! Gleichzeitig hat dieses (mich auch an Maggi erinnernde, pardon!) dunkle Gewölk auch den Ernst und das leicht Unbequeme, den die Düfte in den 70er Jahren (vor allem aus heutiger Sicht) gern haben. Was kein Widerspruch sein muss.

Seifig ist er jetzt leider auch, ein wenig nur, aber das blende ich aus: ich will nostalgisch sein.
Mein Fazit fällt dennoch etwas böse aus: wer den heute tragen würde, wirkte wohl wie von vorgestern, in einem nicht eben vorteilhaften Sinne.

Gut also, dass ich nur dies' kleine Fläschchen hier zu stehen habe - jetzt in einer sehr feinen Vitrine, in der es endlich zur Geltung kommen darf. Optisch...
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Moenti vor 7 Monaten 23
10
Duft

Wo ist das Riechsalz?
Dies wird nur ein Kommentar, weil ich zu euphorisch bin für ein Statement und mehr als zwei Sätze schon sein müssen.
Dieser Duft ist so konsequent und streng, dass ich Oud vermutete. Wird aber nicht angegeben. Stattdessen: Safran. Rieche ich nicht. Muss sparsam dosiert sein (gut so!).
Weiter: Vetiver. Gut, kann sein - versteckt sich aber gekonnt. Weißes Moos? Wie soll das riechen? Wo soll das hier sein? Alles Nebenschauplätze... ich rieche: Leder! Aber was für eines!

Wie oft denke ich: Tom Ford hat's drauf. Das ist auch hier der Fall. Das Leder ist weich aber nicht zärtlich (wie bei Cuir d'Ange). Es ist markant aber nicht kalt (wie bei Acqua di Parma). Mit anderen Worten: betörend, verführerisch! Ich krieg die Nase nicht vom Handrücken weg.

Und damit ist er, leider, schon wieder ein Kandidat für die Wunschliste, die ich doch so gern mal schließen würde...
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Moenti vor 7 Monaten 14
8
Duft
10
Flakon

Mach das Fass auf!
Wie hatte ich mich auf den Duft gefreut, ich konnte es kaum aushalten - feierlich war mir beim ersten Sprüher.
Die Kopfnote hat mich sofort geflasht, ohne dass ich sofort wusste, warum. Ein Duft für eine top 20 Auswahl, unbedingt! Dann, leider, kam diese seltsame Süße dazu, auf die ich ja leider nicht stehe.
Immer und immer wieder aufgetragen, um ihn besser zu begreifen. Nun habe ich folgende Ansätze:

Das, was für mich seinen Reiz vor allem ausmacht, ist ein edler Pfeffer, perfekt gebunden in Tabak und Galbanum. Der Pfeffer riecht nicht vor, aber ich glaube, er ist ein so entscheidendes Element wie ein guter Bass in der Musik. Die Tabak-Vanille-Kombi macht Copper verwandt mit Tobacco Vanille von Tom Ford, wobei ich dessen Süße persönlich als für mich kaum noch tragbar erlebe, weil weniger gebrochen.
Ingwer krieg ich gar nicht mit, würde ihn aber auch nicht vermisst haben.
Die Myrrhe ist hier eine gute Idee, hätte man bloß die Amber-Vanille Kanone zurückgefahren!

Für die Kopfnote allerdings liebe ich Copper und werde ihn sicher noch oft tragen... und selbst wenn mich das letztlich Süße Parfum unter'm T-Shirt her anweht, fühle ich mich immer noch wohl mit ihm.

Ein kleiner Hauptgewinn zum Jahresende, wie schön.
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Moenti vor 9 Monaten 13
9.5
Duft

Genial simpel...
Würde man sagen: nimm doch mal ein Stück Schokolade und ein Stück weiche Lakritze (nicht zu streng im Geschmack) gleichzeitig in den Mund, würden einem einige den Vogel zeigen, nicht ahnend, dass bei dieser Mischung ein ganz neuer, wunderbarer Geschmack entsteht.

Und würde man sagen: kombiniere doch mal Echt Kölnisch Wasser von 1714 mit Acqua di Parma Arancia di Capri, würden viele meinen: was soll dabei schon groß herauskommen?
Einfache Antwort: der reine Suchtstoff. Es ist erstaunlich, wie zeitlos, vornehm und vereinnahmend solch simple Rezepturen wie das von Bigarade Concentrée wirken können!

Über dem Fruchtig-Bitteren liegt für mich hier etwas Staubiges, was mir diesen Duft so unwiderstehlich macht (erklär' mir Liebe...) - man könnnte auch 'nostalgisch' sagen. Rose kann ich leider nicht ausmachen, aber so ist das wohl mit der raffinierten Duftküche: nicht herausrichen, und doch eine Wirkung erfahren. Und letztlich... genießen!
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Moenti vor 10 Monaten 26
10
Duft
10
Haltbarkeit
10
Flakon

Schwer ergründliche Magie!
Das Erste, was sich mir vermittelt, ist eine Wärme, die keineswegs süß ist. (Wo ist die Rose? Wo ist das Leder?) - Dann kommt etwas kühl-Holziges dazu, jawohl: Rosengeranie, ich denke an Geranium pour Monsieur, aber das hier ist deutlich komplexer. Was hat Ellena da nur gemacht?! Ich komme nicht weg vom Arm. Auf das Leder "warte" ich vergebens, aber es ist wohl das, was diesen erhabenen Duft erdet und so rund und anziehend macht. So wie man das Oud in M7 nicht als Oud erlebt. Ich versuche, eine Zielgruppe zu assoziieren. Männer. Eher Männer. Nicht ganz jung, distinguiert und sehr modebewusst, wenn nicht gar leicht exzentrisch. Leider trifft davon das Wenigste auf mich zu - na und? "Rose & Cuir" Kommt trotzdem ganz oben auf die Wunschliste ;-)

EDIT am 24.9.
Inzwischen könnte ich mir ROSE & CUIR als einen absoluten highclass-Business-Duft vorstellen. In etwa das, was Creed Aventus immer sein sollte, aber was bei mir nie so recht funktioniert hat.
10 Antworten

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