NeptunaNeptunas Parfumkommentare

1 - 5 von 14
Neptuna vor 8 Monaten 13
8.5
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage

Erfüllte Erwartungen
Genau so habe ich ihn mir vorgestellt; lautet der Satz, den ich mir unter meine Notizen beim ersten Testen vor 15 Monaten schrieb. Nach anfänglichen Bedenken seiner Süße gegenüber durfte vor neun Monaten dann doch der Flakon mit den zwei Putten Engeln bei mir einziehen.
Mein Impérial Opoponax EdT startet sofort pudrig, anfangs noch herb - zitrisch, fast schon leicht bitter unterlegt. Trotzdem auch süßlich. In meinen Notizen stehen nach der ersten Viertelstunde die Adjektive harzig, pudrig, würzig, warm, opulent, aber nicht aufdringlich, weich.
Danach wird es ganz ordentlich süßlich, bleibt gleichzeitig trocken - pudrig. Ob da ein honigartiger Jasmin oder gar ein starksüßer Weißdorn hier eine größere Rolle spielen, kann ich nicht behaupten. Ich rieche nämlich nix einzeln davon raus. Vielmehr wirkt Opoponax auf mich wunderbar anschmiegsam und einhüllend. Eine echte Vanille steigt in meine Nase, warm und sonnig, oder ist es doch eher die leicht schokoladene Benzoe, welche der Vanille so sehr ähnlich ist? Zugleich pudert ein ambriertes Holz trocken - samtig mit dazu. Die Süße regelt sich zwischenzeitlich gut ein, der ganze Duft beruhigt sich und bekommt eine erdende Tiefe. Er bleibt trocken - pudrig - harzig - holzig, durchaus in Richtung orientalisch.
Sodann entwickelt sich der Duft noch weicher, fast cremig - pudrig, was ich dann doch der Benzoe zuordne. Immer wieder gleitet eine würzig - warme Rauchschwade von der Myrrhe vorbei, das tut gut und ist einfach schön. Die Süße ist nun völlig okay. Diese weich balsamische Basis von Myrrhe und Benzoe vermittelt mir innere Ruhe, Optimismus und Ausgeglichenheit. Das klingt jetzt vielleicht langweilig wie rosa Watte für überreizte Nerven, aber glaubt mir, da sind auch sehr viele sinnliche und wohlig - betörende Elemente dabei.
Nur allzu gerne bohre ich meine Nase am nächsten Tag in den Unterarm, um mich noch an den letzten Resten zu erfreuen. Impérial/Opoponax ist kein Duft für jeden Tag, aber für die kommende Jahreszeit wunderbar geeignet.
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Neptuna vor 3 Jahren 13

Gruß an die Götter
Auch heute noch werden im alpenländischen Raum die Stallungen und das Haus in den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr mit verschiedenen Kräutern und Harzen ausgeräuchert und damit gereinigt. Ein Überbleibsel aus früheren Zeiten, als Wohlgerüche wie Weihrauch und Myrrhe die Anwesenheit eines Gottes symbolisierten. Der zum Himmel aufsteigende Rauch, der verbrennenden Harze, sollte Mensch und Götter verbinden. Unsere Bezeichnung Parfum geht zurück auf das lateinische per fuman = durch Rauch.
Beim ersten Testen von Samharan (die antike Hafenstadt im heutigen Jemen) kam mir alsbald der Gedanke an diese zwölf heiligen Nächte; für mich d e r Duft für die Rauhnächte. Ganz früher wurden alle Räuchersubstanzen als Weihrauch zusammen gefasst. Heute wird das Olibanum, ein Gummiharz der nordafrikanischen Baumart Bowellia, darunter verstanden; welches in Äthiopien, dem Oman und auch Somalia angebaut wird.
Auch die Myrrhe ist ebenfalls ein Gummiharz,des Cammiphorastrauches, aus Arabien und Afrika. Die sinnliche, leicht süßliche Myrrhe bildet den weiblichen Part zum männlichen, eher kühlen Weihrauch. Während das süß-aromatische Benzoeharz, in Thailand, Laos, Indien und Sumatra von Benzoebäumen gewonnen, die Beiden schön verbindet.
Samharan begeisterte mich sofort mit seinem harzig-würzigen, weich-warmen und erotisch-sinnlichen Start. Eine balsamische leichte Süße begleitet wohltuend das schwere, warme, etwas leicht dunkle Myrrhenharz. Ganz kurz denke ich an Tannenharz im Wald, an was Verdichtendes, Zusammenziehendes und dann schleicht sich auch schon der charaktervolle Weihrauch ein. Innerhalb zehn Minuten kommt eine ordentliche Portion würziger Weihrauch, hell und licht, etwas frisch citrusartig, übernimmt er den dominanteren Part.
Es wechselt kreuz und quer zwischen mehr Rauch wie Harz. Die folgenden Stunden erinnern mich geradewegs an besagte Rauhnächte, manchmal klingt auch Konifere durch. Die Sillage schwankt immer hin und her und die deutliche Haltbarkeit nur auf der Haut beträgt bei mir gute acht Stunden.
Mich hat der Duft direkt angesprochen, da ist nix unangenehm künstlich oder gar stechend. Ist vorgemerkt für die Zwischentage. Mein herzliches Dankeschön gilt der großzügigen R3mt9, welche mir diese fast schon sacrale Dufterfahrung ermöglichte!
6 Antworten

Neptuna vor 3 Jahren 13

Herausforderung angenommen
Eigentlich ja schade, wenn so ein blutiger Neuling wie ich, den ersten Kommentar zu diesem spannenden Oudduft schreibt. Nachdem unsere liebe Parfuma R3mt9 ihre Restprobe mir dankenswerterweise zukommen ließ, konnte ich nicht widerstehen, ihn kennen zu lernen. Vorsichtig schnüffelte ich daran, und verschob daraufhin den Testtag sofort in eine menschenleere Zeit.
Dieses Mal wusste ich im Vorfeld, welche Noten mich erwarten. Unsicher, fast etwas ängstlich halte ich meinen Arm unter die Nase. Sofort springt mich ein Tier an, flankiert von einem durchaus angenehmen Honigduft, dessen Süße aber wirklich nur ganz kurz verweilt. Während ich noch überlege, um welches Tier es sich hier handeln könnte, nehme ich ein paar Tropfen herbe Zitrus begleitend wahr. Pferd, ja Pferd, aber nicht würzig-dreckig, eigentlich mehr so eine edle Pferdedecke. Pferdehufe? Stroh? Gleichzeitig hat es etwas vom Äußeren eines Edelschimmelkäses, dieses Herbe. Was ich auf die Schwarzteeblätter zurückführe, welche ich ohne Ansage natürlich nicht identifizieren würde. Den Jasmin bemerke ich ebenfalls nicht bewusst, wird wohl eher das Animalische unterstützen.
Soweit, so gut. Bis jetzt finde ich Ceylon eigentlich ganz faszinierend. Schon kernig und markig, aber nicht völlig abstoßend. Mit der Zeit nehme ich noch ein richtig gutes, warmes Sandelholz wahr und der Duft wird nun immer weicher, wärmer, fülliger, ja ein bisschen fast cremig. Erstaunt registriere ich auch immer mal wieder einen Hauch von Rauch. Auf mich wirkt hier alles wunderbar miteinander verwoben und sehr hochwertig. Richtig klasse gearbeitet!
Diese sehr schöne Weichheit hält mehr wie gute acht Stunden durch. Oud Stars - Ceylon besitzt auch eine starke Ausstrahlung. Aber ich bin mir längst noch nicht sicher, ob ich diesen stark animalischen Duft wirklich selber tragen würde. Mein herzliches Dankeschön für diese herausfordernde Dufterfahrung gilt R3mt9 !
7 Antworten

Neptuna vor 3 Jahren 10
8
Duft
9
Haltbarkeit
6
Sillage

Spiel der Gegensätze
Obwohl auf der Merkliste, kam Ligea völlig unerwartet ins Haus geflattert, als Beigabe von der lieben Parfuma Cuoredolore zu einer Abfüllung. Freudig überrascht wurde auch gleich mal am Sprühkopf geschnuppert und eine feine pudrig- würzige Wolke stieg angenehm in die Nase.
Am ersten Testtag trage ich immer einen Sprüher auf dem Unterarm auf, ohne nachzulesen. Erwartungsvoll gespannt nehme ich anfangs etwas sehr Süßes wahr, fast erschrocken darüber notiere ich nun meine Eindrücke. Spritzig-süß, orangig-fruchtig, mandarinig, viel erfrischendes Zitrus. Ligea überrascht mich mit dieser so hellen, sonnigen, heiteren, saftig-süßen, spritzigen Kopfnote. Nach guten zehn Minuten verdunkelt ein würzig-süßer Rauch diesen zitrisch-prickelnden Auftakt. Zusammen mit einer floralen Beigabe, aber nicht unbedingt Lavendel, der mir nicht von alleine auffiel.
Dann erkenne ich die sehr warmwürzige Rosengeranie, auch ein kurzer Gedanke an Palmarosa taucht auf. Eine Gewürznelke verteilt im Hintergrund durch herbbitterkräuterige Würze Exotik. Der Duft wandelt sich, ich nehme nun so viele gegensätzliche Eindrücke wahr. Immer wieder schwebt etwas leichter, holzig-würziger Rauch vorbei, langsam gesellt sich wieder was würzig-zitronenartiges dazu. Bis nach der dritten Stunde sorgt also das helle Zitronengras hier für sprudelnde, erfrischende Begleitung; während sich die dominante, süßwürzige Rosengeranie zurückzieht.
Auch nach der 4/5 Stunde bleibt es bis ganz zum Schluss immer leicht rauchig, bzw. auch räucherharzig. Trägt der Patchouli auch zum Rauch bei, frage ich mich im Nachhinein. Ich konnte ihn nicht einzeln erkennen. Parallel hierzu entwickelt sich eine beruhigende, warm-weiche balsamische Basis; ganz leicht vanillig. Ob mich da wohl das pudrig warme Benzoe zum Schweben zwischen Träumen und Wachen einlädt?
Trotz der Gegensätze zeigt sich mir ein harmonisches, in sich rundes Parfum, welches gute acht Stunden anhält. Seine Farbe passt hervorragend. Ligea wirkt auf mich gleichzeitig süß und leicht herb, hell und dunkel, weich-balsamisch und pudrig-würzig, ruhig und lebhaft/quirlig. Ist sehr facettenreich; - süß - herb - warm - weich - würzig - bitter - still - spritzig - pudrig -charaktervoll. Eine Freude und ein Genuss ihn zu tragen. Ein herzliches Dankeschön an Cuoredolore!
5 Antworten

Neptuna vor 3 Jahren 9
7.5
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage

Eigenwillige Dame in Grün
An einem brüllend heißen Sommertag, mit dem Auto zu einem Pflichttermin unterwegs, testete ich Bandit. Davor zuhause mal kurz hier reingesehen, und was von erdig/ledrig gelesen. Oh, keine gute Wahl für so einen Tag, dachte ich mir noch. Egal, es blieb keine Zeit mehr zum Umschwenken.
Bandit eröffnet mit einem zitrisch - hesperiden Start, ein herb-frischer Einstieg. Ein kurzer Gedanke an Aldehyde. Von ganz weit hinten dringt was fast fruchtig Harziges heran und auch wie grüne Blätter gemischt mit Wald. Das ist schon mal nicht schlecht, hier drin im brütenden Auto. Plötzlich wird es fünf Minuten lang fast stechend, wie grünes Leder oder ledriges Harz. Aber nicht das Leder selber, sondern womit das Leder gegerbt wird. Danach schiebt/führt sich mein linker Unterarm immer wieder unter meiner Nase vorbei, ganz von alleine. Ich nehme alsbald was Blumiges wahr, könnte leicht etwas Jasmin sein, währenddessen sich die zitrischen Noten völlig zurückziehen. Das markant Grüne bleibt zunächst trocken, weich, fast seifig, wird dann moosig und sehr herb. Trotz der üppig darauf verteilten Blumenblüten weiterhin nicht süß.
Kurz vor meinem Ziel, entwickelt sich ein so schönes weiches, immer noch grüner werdendes, balsamisches, entspanntes Aroma. An diesem heißen Tag hänge ich laufend mit meiner Nase dran. Nach vier Stunden notiere ich verwundert erdig/ledrig ????. Bei mir zeigt sich eine cremig-dunkelgrüne, frisch moosig weiche Basis mit leichtem zart holzigem Unterton. Ein Gefühl wie im Unterholz, ohne direktes Sonnenlicht, kühl und warm gleichzeitig, fast erfrischend in der heutigen Hitze. Dieser Eindruck von angenehmer cremiger Grüne bleibt gute 9 Stunden auf meiner Haut. Kein alltäglicher Genuss, irgendwie geheimnisvoll und eigenwillig, dieses Parfum. Bandit bleibt auch nach einem zweiten Test unbedingt auf meiner Merkliste stehen.
Ein herzliches Dankeschön an unsere liebe Parfuma R3mt9, welche mir wieder diese schöne Dufterfahrung ermöglichte!
3 Antworten

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