NerolineNerolines Parfumkommentare

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Neroline vor 149 Tagen 19
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Eigenwillige Schönheit
Voll Blüten steht der Pfirsichbaum
nicht jede wird zur Frucht,
sie schimmern hell wie Rosenschaum
durch Blau und Wolkenflucht.

Wie Blüten gehn Gedanken auf,
hundert an jedem Tag –
Lass blühen! Lass dem Ding den Lauf!
Frag nicht nach dem Ertrag!

Es muss auch Spiel und Tanze sein
und Blütenüberfluss,
sonst wäre die Welt uns viel zu klein
und Leben kein Genuss. (H.Hesse)

Nomade startet mit einer sehr angenehmen blumigen Frische die sofort an die duftig frischen Pfirsich-, und Pflaumenblüten jetzt im Frühling erinnern. Begleitet wird die Blütenfrische von Zitrusnoten, die ganz deutlich herauskommen. Die Pyramide stimmt hier nicht. Später gesellt sich die fruchtige Süße der Mirabellenfrucht dazu.
Die Mirabelle, eine Verwandte des Pfirsichbaums ist die Hauptdarstellerin in diesem ungewöhnlichen Duft von Chloe.Mit der Zeit wird das Ganze milder und auch deutlich herber. Der Duft wird nun grün holzig blumig. Das Eichenmoos ist mit seiner Würze gut zu riechen, ich rieche aber auch Sandelholz und Patschuli. Die feine Süße der Mirabelle beibt aber die ganze Zeit präsent. Insgesamt sehr komplex und sehr schön gemacht. Trotz der herben Zutaten ist Nomade ein äußerst femininer und eleganter Duft.

Mit diesem modernen Chypre geht Chloe einen mutigen Schritt weg von den Gourmanddüften. Ich hatte zu Beginn unserer Bekanntschaft Schwierigkeiten mit der herben Seite von Nomade. Und doch – er ist mir im Kopf geblieben. Diese fruchtige liebliche Frische mit der schönen Würze und der holzigen Basis. Sehr ungewöhnlich und deshalb markant. Nomade ist ein zeitloser feiner und kühler Duft der unvergesslich bleibt - der kühne Duft einer eher eigenwilligen Frau. Er hinterlässt einen gepflegten und aparten Eindruck.

Mit einer mittleren Sillage und einer Haltbarkeit von ca. 8 Stunden eignet sich Nomade hervorragend als Büroduft. Der Duft ist ganzjährig tragbar, am schönsten kommt er aber jetzt im Frühjahr zur Geltung. Wie alle Flakons von Chloe ist auch dieser wunderschön und eine Zierde im Bad. Der Preis ist im mittleren Bereich, weshalb das Nachkaufen nicht so weh tut.
Nomade ist von mir ein klare Kaufempfehlung für Frauen die blumig-holzige oder blumig-frische Düfte mögen.

Wie Blüten gehn Gedanken auf,
hundert an jedem Tag –
Lass blühen! Lass dem Ding den Lauf!
Frag nicht nach dem Ertrag!
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Neroline vor 7 Monaten 15
9
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
8
Flakon

Be yourself - no matter what they say
Gabrielle tut sich auf dem deutschen Markt etwas schwer. Er ist nicht so ein "typical Chanel" wie man es erwartet. Gabrielle tanzt ein wenig aus der Reihe. Weniger streng, weniger tantig, weniger konservativ wie die bekannten Ikonen. "Ein Duft voller Leuchtkraft"schreibt Chanel auf der Homepage. "Warm, blumig, sinnlich und opulent"soll er sein. Das klingt alles sehr vielversprechend. Ist das dann noch Chanel?Hat es Oliver Polge geschafft, diesen Anspruch in eine Flasche zu transportieren? Von mir eindeutig: Ja! Oliver Polge hat hier einen jungen, zeitgemäßen und doch eleganten Duft geschaffen, der dem Hause Chanel gerecht wird.

Mit der Gabrielle Linie versucht Chanel offensichtlich ein jüngeres Publikum anzusprechen und das etwas angestaubte Image abzuschütteln.
Auch wenn eingefleischte Fans es nicht sehen wollen: Das junge Publikum denkt bei Chanel zumeist an „Omadüfte“. So schön die alten Chaneldüfte waren oder sind, sie sind nicht mehr zeitgemäß. Die Exclusiv Reihe können sich jüngere Frauen kaum leisten oder kennen sie nicht.
Um auf dem Markt mithalten zu können muss aber nun einmal auch ein zeitgemäßer Duft mit im Portfolio stehen. Mit der Auswahl der Ingredienzien hat Oliver Polge den Nerv der Zeit getroffen: Zitrusnoten und weiße Blüten eröffnen mit ihren sonnigen Noten den Duft. Es entsteht sofort ein warmer sinnlicher Eindruck. Recht schnell übernehmen Ylang Ylang, Tuberose und Jasmin und geben dem Duft die Süße und den exotischen Touch. Später wird der Duft milder und cremiger durch Sandelholz, Vanille und etwas Kokos. Der Duft ist perfekt ausbalanciert, keine Note sticht wirklich heraus, nichts stört. Der Duft ist warm, weich, cremig und sinnlich. Gabrielle wirkt sehr natürlich. Die exotischen Komponenten sind seit Jahren sehr beliebt – vor allem bei einem Publikum, welches das Reisen in ferne Länder gewohnt ist.
Und doch ist es kein aufdringlicher Kokosknaller a la Viktorias Secrets und kein lauter fröhlicher Paco Rabanne Duft.
Gabrielle bleibt Chanel und ist deshalb bei aller Opulenz zurückhaltend vornehm. Gabrielle hinterlässt keine Mördersillage und ist so elegant, dass er auch im Business Outfit getragen werden kann. Die Haltbarkeit ist mit bis zu 8 Stunden sehr gut.

Gabrielle ist tatsächlich so wie es auf der Chanel Homepage versprochen wird: Sinnlich, opulent und leidenschaftlich. Der Duft einer modernen jüngeren oder junggeblieben Frau, die ihr Leben mit allen Sinnen genießt und doch eine respektable Persönlichkeit ist.

Ähnlichkeiten zu ersten Gabrielle sind durchaus vorhanden, nur das dieser etwas herber und sportlicher ist.
Beide haben ihren eigenen Reiz.

Ich denke, dass Chanel mit Gabrielle eine neue Linie fahren wird. Zu erkennen auch an der veränderten Flasche. Sicher ist es von der No5 oder der No19 zu Gabrielle ein parfumtechnischer Quantensprung. Doch alles sind Kinder ihrer Zeit und trafen den jeweiligen Zeitgeist. Für mich ist Gabrielle Essence eine der besten Neuerscheinungen im Jahr 2019 und seit langer Zeit der beste Chanel überhaupt.
9 Antworten

Neroline vor 8 Monaten 14
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Blütenholzpuder
Es ist Winter in einem Spa Hotel irgendwo in Süddeutschland. Die Sonne geht über den Hügeln und hinter dem Nebel auf und im Haus erwacht langsam das Leben.
Das Frühstück hat schon begonnen und vereinzelte Gäste ziehen Bahnen im Schwimmbad. Fleißige Helferlein verteilen duftig saubere weiße Wäsche in Sauna und Wellnessbereich. Die Atmosphäre ist entspannt, sauber frisch und aufgeräumt. Durch die große Glasscheibe kann man jetzt sehen wie sich der Nebel langsam auflöst. Die Welt da draußen sieht gedimmt und verzaubert aus.

Im Asia Bereich bereitet eine Mitarbeiterin den Körperpuder vor, den sie für verschiedene Behandlungen braucht: In fein gemahlenen Reispuder mischt sie die Ingredienzien die sie im Sommer gesammelt hat mit Süßgras aus ihrer Heimat: Rosenblüten, Jasmin, Zedernholz und Süßgras werden im Mörser fein gemahlen und mit dem Puder gemischt. Nach der Behandlung wird eine große Puderquaste in den Behälter getaucht und der Blütenholzpuder nun auf die Haut aufgetragen. Er kühlt die Haut, verhindert das Scheuern und desodoriert. Der Duft ist betörend und beruhigend.

So ein Duft ist Narciso poudrée: Sanft, betörend und ruhig. Sehr fein und zurückhaltend und doch mit einer gehörigen Portion Moschus. Narciso poudrée ist ein sehr weiblicher und verführerischer Duft. Einer der auf leisen Sohlen daherkommt, sich aber keineswegs versteckt. Ein idealer Duft für den Arbeitsalltag im Büro. Wenn man es mit der Dosierung bei 2-3 Sprühern belässt wird man damit kaum jemanden stören und doch wahrgenommen werden. Er ist keiner den man an jeder Ecke riecht, allein schon deshalb ist er etwas Besonderes. Narciso Rodriguez ist es gelungen hier Vetiver einzuarbeiten ohne dass der Duft automatisch männlich wirkt. Er vermittelt aber die leicht zurückhaltende Kühle, die er ausstrahlt. Die Blüten sind gut wahrnehmbar, aber nicht zu verspielt. Er kann auch in Bereichen getragen werden in denen Diskretion angebracht ist, Frau aber trotzdem gut duften möchte.

Einigen mag er aufgrund des pudrigen Eindrucks altmodisch erscheinen. Diesen Eindruck kann ich nicht bestätigen. Meine Oma hat anders gerochen. Narciso poudrée ist ein sehr moderner Duft, der seinen eigenen Weg geht und nicht dem Mainstream folgt. Er hat einen hohen Wiedererkennungswert und ist sexy ohne anrüchig oder zu verspielt zu sein. Ich wurde schon häufig auf ihn angesprochen.

Fazit: Für mich ist Narciso poudrée ein sehr weiblicher Herbst/Winterduft. In der kühlen Luft kann er seine volle Schönheit entfalten. Im Sommer wäre er mir nicht lebendig genug. Er eignet sich vor allem für den Arbeitsalltag in Bereichen in denen hohes fachliches Wissen und gleichzeitig Zurückhaltung gefragt sind.
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Neroline vor 10 Monaten 19
9
Duft
8
Haltbarkeit
9
Sillage
7
Flakon

Pour la vie!
Es ist Ende Juni in der Provence und die Lavendelernte ist in vollem Gange.
Ich wache morgens durch das grelle Licht auf und muss mich erst einmal zurechtfinden. Ich bin wieder hier: In der Provence dem Land des Lichts. Wir sind in unserer Ferienwohnung am Rande von Roussillon. Fernab vom Lärm der Stadt und der Hektik des Alltags. Gestern sind wir angekommen und ich habe das Gefühl schon ewig hier zu sein. Ich stehe leise auf und laufe in den Hof. Die Steine sind warm und die Grillen zirpen schon.

Die warme Morgensonne trägt den Duft des blühenden Lavendels vom Feld nebenan zu uns hinüber. Kräftig, würzig und krautig. Ich atme tief ein, atme den würzigen Lavendelduft ein, der sich mit dem Duft der Pinien und Zedern mischt. Der Duft ist unbeschreiblich frisch und würzig mit Bachminze, Eichenmoos und warmen Holz. Mein Blick schweift in die Ferne und ich sehe die Bergketten des Luberon mit seinem kräftigen Grün. Der Waldboden duftet warm und holzig, die Grillen zirpen und die Sonne kündigt einen heißen Tag an. Es ist Sonntag und wir haben frei. Vielleicht werden wir nach Isle sur la Sorge auf den Sonntagsmarkt fahren. Wir könnten in dem Restaurant am Flusslauf zu Mittag essen. Wir werden sehen. Ein wunderbarer Tag fängt an. Ein Sonntag in der Provence.Im Radio singt Patrick Bruel „pour la vie“ und aus dem Haus riecht es jetzt nach frischem Cafe..

Genau diese Stimmung fängt „Luberon“ ein: Der Duft ist entspannt, würzig, lavendelig mit grünen minzigen und moosigen Noten die dann später im warmes Zedernholz übergehen. Ein wunderbarer ursprünglicher Duft, der mich sofort abholt und einfängt-wunderschön!

Fazit: Sehr schön gemacht und auf alle Fälle nicht nur für Provenceliebhaber interessant. Einziges Manko und deshalb Punktabzug ist der leider unangemessen hohe Preis. Auch der Flakon könnte für diesen Preis wertiger sein. Aber sonst ein rundum gelungener und sehr individueller Duft.

Die Abfüllung die mich vorige Woche an einem tristen Oktobertag erreichte zauberte direkt Sonnstrahlen in diesen trüben Tag. Nur wenige Tropfen auf meinem Handrücken haben genügt, um mir eine warme Duftwolke in die Nase steigen zu lassen und mich direkt in die Provence zu beamen.
Ich bedanke mich bei Leonor dafür, dass sie mir diese wunderbare Abfüllung zur Verfügung gestellt hat.



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Neroline vor 13 Monaten 11
10
Duft
10
Haltbarkeit
8
Sillage
7
Flakon

Sinnliche Verführung
Es war im September 2017 als wir zum Abendessen in Südfrankreich am Hafen saßen. Wie das so ist, war die Terrasse voll und jeder hatte beste Laune und genoss den Abend. Plötzlich lief eine Frau vorbei und hatte einen Duft an sich der nicht nur mich, sondern die gesamte Terrasse gefangen nahm. Wow , was für ein Duft! Sie schwebte mit diesem Duft förmlich an uns vorbei und dieser hing noch Minuten später in der Luft. Mein Mann war nicht der einzige Besucher der sich nach diesem Duft erkundigte. Leider war sie schon weg und ich konnte nicht mehr fragen. Es war ein weicher, samtiger leicht würziger Duft – eindeutig ein Orientale.

Obwohl ich sonst eher eine Freundin der frischen Blütendüfte bin war ich fasziniert von dieser Duftaura - den musste ich haben! Nun habe ich mich auf alles orientalische gestürzt und habe geschnüffelt, Proben und Abfüllungen bestellt, aber keiner war es. Getestet habe ich Coco, Samsara, Joop, Shalimar und weitere gängige Verdächtige. Leider war es das nicht. Alle haben für mich einen eher altmodischen Touch. Ich habe es dann gelassen und mein Unterfangen aufgegeben, ja fast vergessen bis ich im Urlaub 2018 wieder diesen Duft wahrnahm. Und dieses Mal konnte ich die Trägerin sofort fragen: Es war Scherrer Nuit indienne!!! Eine mir bis dahin unbekannte Marke. Der wurde auch sofort gekauft, denn hier in Deutschland ist Scherrer eher schwer zu bekommen. Das Modehaus Scherrer ist wohl auch in der Modewelt für seine exclusiven Creationen bekannt.

Jetzt zum Duft: Nuit indienne startet direkt blumig exotisch würzig frisch. Ein ganz klein wenig erinnert er in dieser Startphase an Chanel No5. Das seifig aldehydige mag es sein. Allerdings wechselt dieser Eindruck recht schnell und macht überaus weichen Ylang Ylangblüten, Heliotrop und Vanille Platz. Später begleitet von cremigem Sandelholz, wunderbarem Benzoin und Amber. Alles in allem aber ein sehr homogener und unglaublich geheimnisvoller sinnlich und femininer Duft, der mich von Anfang bis Ende gefangen nimmt und wie ein seidiger Duftschleier umhüllt. Nuit indienne ist äußerst extravagant und eher an besondere Abenden oder spezielle Anlässen tragbar. Er braucht eine große Robe, um zu wirken. Das tut er dann aber auch. Er gibt eine Hülle von weicher Exotik und samtener Weiblichkeit. Ein ungewöhnlich schöner Duft für den großen Auftritt. Die Sillage ist im hohen Bereich, die Haltbarkeit ist mit mind. 10 Stunden enorm.

Fazit: Nuit indienne ist ein großer Verführer und Schmeichler. Ein ungewöhnlicher Duft für den Abend und für besondere Anlässe. Fürs Büro wäre er mir zu opulent. Durch die Blüten ein moderner Florientale für Frauen ab 25 die den großen Auftritt, das Leben und warme Düfte lieben. Ich habe ihn im Sommer kennen gelernt und finde ihn für Sommerabende ganz wunderbar. In unseren Breitengraden ist er aber eher für den Herbst und den Winter geeignet.
5 Antworten

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