NuiWhakakoreNuiWhakakores Parfumrezensionen

1 - 5 von 55
NuiWhakakore vor 10 Tagen 30
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage

Der letzte Winter
Der alte Jäger schiebt sich schwer durchs Unterholz, die Fährte in der feuchten Erde deutlich vor Augen. An dem Baum kleben einige Haar im Harz. Sie sind noch warm, der Geruch ist deutlich. Die Fährte ist frisch, keine Frage. Die Gräser sind bereits trocken, so wie die Kräuter, so wie das Moos. Alles Leben scheint schon aus der Landschaft gewichen. Der Winter ist nicht mehr weit, der erste Schnell liegt als Ahnung bereits in der Luft. Er muss die Beute machen, braucht sie, es ist nicht sicher, dass er noch einen Winter überstehen wird. Vor einer Stunde hat er noch etwas wilden Honig gefunden. Das hat ihm noch einmal Energie gegeben, aber die ist jetzt auch bald schon wieder aufgebraucht. Plötzlich steht der Hirsch vor ihm auf einer Lichtung. Er kann ihn riechen, das Blut schon fast schmecken. Der Hirsch schaut ihn kurz an und läuft langsam davon, wie um ihn zu verhöhnen. Der Jäger verfolgt ihn nicht. Er ist zu müde. Er wird ohne Beute bleiben und sich in seine warme Höhle zum schlafen legen. Der Schnee wird alles bedecken und ob er im nächste Frühling wieder erwacht, ist ungewiss.

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Der Old Hunter startet süßlich, würzig und warm mit deutlichem Kreuzkümmel und harzigen und leicht bitteren Noten im Hintergrund. Ich nehme ihn auch bereits zu Beginn als animalisch wahr, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das nur vom Kreuzkümmel und den Harzen kommt, oder ob das Bibergeil hier schon mitmischt. Ein bisschen dreckig ist die Mischung auch, gerade so viel, dass es gefällt. Gras erkenne ich gar nicht, Tabak nur sehr dezent. Allerdings hat er eine krautige Note, die wohl, wie auch die leicht bittere Note von Artesima kommt. Ich empfinde ihn daher auch nicht als grün, sondern eher als braun. Patch ist auch eher feucht-erdig als grün, bringt aber kurz mal eine fast fruchtige Note mit rein. Der Honig ist ein würziger Waldhonig, der zwar deutlich, aber zum Glück nicht allzu süß erkennbar wird. Eichenmoos ist auch dabei, aber nicht saftig-kühl, sondern eher trocken und würzig.

Zur Basis wird der Old Hunter dann zunehmend cremig (Tonka), der Honig wird deutlicher und er wird auch süßer, wenn auch nicht süß-süß. Die Vanille wird auch erkennbar, jedoch gut eingebunden, so dass sie mich hier mal nicht stört. Die würzigen, animalischen Noten (hier jetzt aus Bibergeil) behält er sich aber zum Glück, wenn auch etwas abgeschwächt.
Old Hunter ist ein sanfter und warmer Duft. Würzige Harze und eine deutliche, aber angenehme Animalik zeichnen ihn aus. Für mich strahlt er auch eine gewisse Melancholie aus und passt damit gut in den Herbst.

Bevor es zu Spekulationen kommt: der alte Jäger in der Geschichte ist ein Bär. Ob er im Frühjahr wieder erwacht ist zweifelhaft, aber das macht nichts, so ist der Lauf des Lebens und zumindest der Hirsch ist nicht traurig.
30 Antworten

NuiWhakakore vor 18 Tagen 37
8.5
Duft
9
Haltbarkeit
6
Sillage

Der 4. König
‚Da hast Du Deinen Wein und jetzt erzähle und lasse die Geschichte besser gut sein...‘
‚Sie ist mehr als gut, mein Herr, denn sie ist wahr! Es ward ein Kind geboren und siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem...‘
‚...und es waren drei...und die brachten Geschenke..bla, bla...Gottessohn...bla...dafür soll ich bezahlt haben? Die Geschichte kennt doch jeder!‘
‚Ja, aber so war es nicht! Ich schwöre es, ich war doch dabei...zumindest fast! Also höre zu, was sich wirklich zugetragen hat: Der Engel erschien nicht nur den dreien, sondern auch mir. Er verkündete die Geburt eines Königs und ich sollte kommen ihn lobzupreisen und zu beschenken. Ich hätte mir auch was besseres vorstellen können, das sage ich Dir! Aber einem Engel widerspricht man nicht so einfach! Die sind verdammt hartnäckig.
Also packte ich meine Kamele und zog nach Westen. An einer Oase nahm das Schicksal seinen lauf, denn dort traf ich die anderen drei. Die übelsten Gesellen, denen ich je begegnete.‘
‚Aber es waren doch Weise und Edelmänner!‘
‚Weise, das ich nicht lache! Diese Schmocks! Arrogante Emporkömmlinge, Betrüger und Ganoven waren es! Ein unehelicher Sohn irgendeines Fürsten eines drittklassigen kleinen Königreichs aus Schafhirten und so roch er auch. Ein Weise, der in der Kasbah für ein paar Kupfermünzen die Karten liest und sich Astronom schimpft. Und ein ehrenwerter Gewürzhändler, dessen Safran die erhabenen Blütenstände dieser göttlichen Pflanze noch nicht mal von weitem gesehen hat. Aber das fand ich leider erst später heraus, zu spät.
Sie taten ganz freundlich und so schien es eine gute Idee, gemeinsam zu reisen. Es lief auch alles ganz gut, bis die Sprache auf die Geschenke für das Königskind kamen. Da fingen Sie an zu prahlen. Gold habe er gebracht, sagte der Bastard. Es war ein winziges Säckchen, mit kümmerlichen Münzen. Er sagte, das Symbol zähle, der Geizhals. Der andere sagte, er habe Weihrauch. Wozu, zum Teufel, braucht ein Kind bitte Weihrauch? Der ach so ehrenwerte Händler wollte sie alle übertrumpfen und brachte ein winziges Schächtelchen mit Myrrhe hervor, wahrscheinlich genau so echt wie sein Safran. Für was sollte das Kind das wohl gebrauchen? Zahnweh wird es so schnell ja wohl nicht haben!‘
‚Anstatt die Geschenke der anderen schlecht zu machen, solltest Du mal lieber sagen, was Dein Geschenk denn war.‘
‚Oh, das werde ich! Es wahr ein Elixier, so fantastisch, es hat die ganze Welt enthalten. Granatäpfel aus Tel es-Sa'idiyeh, Pfeffer aus Malabar, Blüten direkt von den Berghängen des Hindukusch und die edelste aller Rosen aus dem fernen Kaiserreich im Morgenland. Der Windhauch durch die lichten Wälder des Mittelmeeres. Die feinsten Harze waren enthalten und ja, auch Weihrauch, aber richtiger! Und als Krönung der Balsam des Copaifera. Wahrhaft ein Elixier, eines Königs und Gottessohnes würdig!
Sie lachten verächtlich, aber in ihren Augen blitzte es gierig. Ich sah es, wollte es jedoch nicht wahrhaben. Es kam, wie es kommen musste. In der nächsten Herberge brachten sie mir Wein und sagten, sie wollten sich entschuldigen für die harschen Worte. Ich wollte ihnen glauben und trank und das nächste an was ich mich erinnern kann, ist wie ich mitten in der Wüste erwachte. Sie waren fort, mit all meinen Kamelen und natürlich auch mit dem Elixier.‘
‚Und wie hast Du überlebt, alleine in der Wüste?‘
‚Ja, mein Herr, das ist eine neue Geschichte...‘

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Miel d'Arabie ist jetzt kein göttliches Elixier, aber es ist natürlich möglich, dass die verbrecherischen drei Könige an der Rezeptur gespart haben, um mehr Profit aus ihrem Raub zu schlagen, so etwas soll ja schon mal vorgekommen sein. Es kann aber auch sein, dass sich die Geschichte gar nicht so zugetragen hat, wer kann das schon sagen, nach all den Jahrhunderten?

Unabhängig von seiner Herkunft ist Miel d'Arabie ein fein-würziger Duft, mit einer für meine Nase zwar deutlich vorhandenen, aber noch relativ dezenten Süße. Er startet süß-fruchtig mit Granatapfel, den ich allerdings so nicht erkannt hätte, und etwas rosa Pfeffer, der ja bekanntlich kein Pfeffer ist und die Frucht noch etwas unterstützt, aber auch würzt. Ich würde auch darauf tippen, dass eine Prise echter Pfeffer enthalten ist. Leichte Blüten sind auch bereits erkennbar. Den namensgebenden Honig finde ich allerdings nicht, auch wenn er wohl für die Süße verantwortlich ist. Nebenbei bemerkt finde ich den Duft auch nicht sonderlich arabisch bzw. nur arabisch in einem europäischem Sinn (Granatapfel = arabisch, was vom Ursprung natürlich zu einem gewissen Grat auch stimmt, aber ansonsten ist er international). Der Name ist wohl der Fantasie der Marketingabteilung entsprungen.

Aber egal, die fruchtigen Noten gehen relativ schnell zurück und dafür kommen Harze, etwas Weihrauch und leicht holzige Noten. Die Blumen werden etwas deutlicher, für mich ist hier eher eine trockene, unpudrige Iris im Vorder- und die Rose nur im Hintergrund, oder verkleidet durch die Harze. Selbst für mich als Blumenhasser eine angenehme Mischung, wobei im weiteren Verlauf ohnehin bald die Zypresse übernimmt, trockenholzig und mit leichter Limonennote. In der Basis wird es dann balsamisch. Benzoe ist erkennbar und auch Kopaivabalsam, den ich hier zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe und seit dem sehr schätze. Das ist alles sehr angenehm, sanft und weich und bei weitem nicht so süß, wie der Name befürchten lässt. Die Haltbarkeit ist sehr gut, 9-10 Stunden nehme ich ihn deutlich, wenn auch schnell hautnah wahr, denn die Silage ist eher schwach.

Miel d'Arabie ist für mich ein sehr gelungener, sanfter und zurückhaltender Duft. Auf die Wunschliste schafft er es aber nicht, dafür ist er mir dann doch etwas zu sanft.
36 Antworten

NuiWhakakore vor 1 Monat 36
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage

Schreibblockade
Er sitzt an seinem Schreibtisch und sein Blick schweift über die Wiese zum Bach bis zum Waldrand dahinter. Seine mechanische Schreibmaschine steht vor ihm mit einem neuen Blatt auf der Walze und blickt ihn anklagend an. Kein Satz, kein Wort, noch nicht einmal ein Buchstabe will kommen. Das Fenster ist leicht geöffnet und lässt die frische Morgenluft herein. Sie duftet nach Kräutern und auch scharf, nach Frühling und einer Ahnung der noch schneebedeckten Berge hinter dem Horizont. Der Blumenstrauß, den ihm seine Frau auf den Tisch gestellt hat, duftet würzig mit dem Morgen um die Wette.
Er lehnt sich in seinem Ledersessel zurück und überlegt, was er noch schreiben könnte. Vielleicht etwas über Bären? Darüber hat er schon alles gesagt. Über den Glauben, eine Familiengeschichte, das Schreiben an sich? Hat er alles schon gemacht. Über Sex? Hat er in allen Facetten beleuchtet und außerdem ist es immer so viel Aufwand, den schmalen Grat zwischen Kitsch und Pornographie zu finden. Dann halt vielleicht über das Ringen, aber hat er nicht eigentlich immer über das Ringen geschrieben?
So geht es nun schon seit Wochen, ihm will einfach nichts neues mehr einfallen. Da macht er einen Spaziergang zum Bach, sieht den Bibern bei der Balz zu und blickt hinein in den dunklen Wald. Er riecht das Holz und die Erde und meint den scharfen Schlag zu hören, mit dem die Axt auf den Baumstamm trifft. Die Rufe der Männer, das splittern von Holz und den Rauch der Lagerfeuer in der Luft. Und auf einmal ist er da, der allererste Satz.
‚Der junge Kanadier – er war höchstens fünfzehn – hatte zu lange gewartet.‘

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The Writer von St. Giles startet mit einer traumhaft schönen Kräuternote aus Rosmarin und Salbei und sehr viel scharfem Ingwer. Das ist frisch, würzig und grün wie kühle Morgenluft im Frühling. Für die Frische könnte auch der Rhabarber mit verantwortlich sein, den ich aber nicht explizit raus rieche. Nach ein paar Minuten kommen auch die Aldehyde zum Vorschein und das gibt in Summe einen klassischen, aber keinesfalls altmodischen Duft. Bald ist auch ein wenig Leder erkennbar, begleitet von einer warmen, animalischen Note (beides aber recht dezent und angenehm). Weihrauch und trockene Hölzer runden das Duftbild ab. So könnte es bleiben und es wäre sehr, sehr gut.
Bleibt es aber leider nicht. Die Basis wird zunehmend dunkler, die Hölzer treten in den Vordergrund und die anfangs dezente Animalik legt deutlich zu, wird relativ dreckig. Das ist immer noch in Ordnung, aber nicht mehr so ganz meins (also, die Animalik, Dunkelholz immer gerne). Es passt meines Erachtens nach auch nicht so zum Rest des Duftes, der eher freundlich und hell ist.
Unterm Strich ist es aber immer noch ein feiner Duft und wer mit animalischen Noten besser kann, hat sicherlich noch mehr Freude daran.

Danke an Violett für die Behebung der Schreibblockade!
31 Antworten

NuiWhakakore vor 2 Monaten 35
8
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
9
Flakon

Oh Dandy Boy...
Fast fertig steht er vor dem raumhohen Spiegel. Die Samthose schillert in dunklem grün. Weiße Seidenstrümpfe und schwarze Lederstiefel, auf Hochglanz poliert. Die Weste spannt etwas, daran ist schnell nichts mehr zu ändern, aber die Silberkette der Taschenuhr harmoniert sehr gut mit den schweren Knöpfen des Jackets. Der Bart ist gezwirbelt, die Locken gelegt. Die Brillantine zaubert einen harzigen Schimmer ins Haar.

Die Visitenkärtchen liegen bereit, sie sind sepiabraun. Auf ihnen steht geschrieben, in schwungvollen Script:
- Mode ist so unerträglich häßlich, daß wir sie alle Halbjahre ändern müssen. - (Oscar Wilde)
und
- Bei Mode geht es darum, Sachen zu tragen, die einem stehen. - (Vivienne Isabel Westwood)

Die wird er gleich mit einem freundlichen, wenn auch leicht verächtlichen Lächeln, den Menschen auf der Straße überreichen. Diesen Jogginghosenträgern mit Bierbäuchen, den Schlabberpulliproleten, Tennissockenfetischisten, Adilettenschlurfern und allen anderen, die wahren Geschmack nicht von einem Kartoffelsack unterscheiden können und sich dann damit auch noch auf die Straße trauen.

Es fehlen nur noch zwei Spritzer Parfum, es ist seine Maske und sein Schild, und er ist bereit, er ist wieder für einen Abend Dandy Boy.

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Zuerst einmal gestehe ich, dass ich ein Fan von Oriza L. Legrand bin, auch wenn ich erst zwei Düfte davon getestet habe. Das aufleben lassen vergessener Düfte verdient per se schon Respekt und wenn es so zeitlose Düfte wie hier hervorbringt noch einmal mehr. Die Rezeptur geht auf ein Dandy-Parfum des ausgehenden 19. Jahrhunderts zurück und ist trotzdem auch heute noch (oder auch heute wieder) sehr gut tragbar, nicht nur für Dandys.

Lavendel ist meine zweitliebste grüne Note (nach Vetiver). Als Hauptdarsteller macht er es mir aber nicht gerade leicht, ihn zu lieben, kommt er doch oft sehr hell-floral, sanft und auch süß daher. Die Gefahr besteht hier zum Glück kaum. Scotch Lavander startet knarzig und dunkel. Thymian sorgt für würzige Spitzen, von der Bergamotte nehme ich nur eine leicht bittere Schale wahr. Das hat etwas medizinisches, zumal auch ein alkoholische Note mitschwingt. Nach 20 Minuten legt sich der medizinische Eindruck und ein paar Blüten kommen mit rein. Später sorgt dann noch Vetiver für etwas Frische, der Lavendel bleibt aber immer bestimmend.

Von der Art des Lavendels erinnert mich der Duft an "Wild Lavender / Inglese | Lorenzo Villoresi", der einen ähnlich dunklen, wilden Start hinlegt, aber leider nach kurzer Zeit sehr sanft und mild wird. Das schöne am Scotch Lavander ist für mich, dass er seine eher dunkle Grundstimmung relativ lange beibehält. Grund dafür sind sicherlich die Harze (Benzoe, Amber) die den Lavendel unterstützen. Benzoe ist dabei sehr deutlich und bringt eine balsamische Note, eine Portion Süße und auch leichte Schokonoten, aber keine Vanille mit. Wenn man Benzoe nicht mag, ist das definitiv nicht der richtige Duft.

Die Harze sorgen auch für eine recht warme Stimmung, wodurch er für mich auch gut ganzjährig tragbar ist, außer vielleicht im Hochsommer. Gegen Ende kommt verstärkt die Tonkabohne durch (zum Glück ohne ihre liebste Horrorpartnerin, die Vanille) und das macht den Duft noch etwas süßer und gibt ihm eine ganz leichte Marzipannote. Hätte es nicht gebraucht, stört mich jetzt aber auch nicht arg. Die Süße ist auch bei diesem Lavendel deutlich, aber nicht so stark wie bei anderen wie "Pour Un Homme de Caron (Eau de Toilette) | Caron". Die Haltbarkeit liegt bei ca. 6 Stunden auf der Haut, auf Textil nehme ich ihn auch nach 9 Stunden noch wahr.

Jedem, der nicht ein Dandy Boy sein will (so wie ich) und der gerne in der Öffentlichkeit mit Jogginghose und Schlabberpulli rumläuft (so wie ich nicht) sei gesagt: auch das ist in Ordnung. Wohler fühlt sich der Duft aber sicher mit einem Hemd, das könnte aber auch nur an mir liegen...

- Mode ist das, was man selber trägt. Geschmacklos ist das, was andere tragen. - (Oscar Wilde)
33 Antworten

NuiWhakakore vor 2 Monaten 43
8
Duft
9
Haltbarkeit
7
Sillage

Leider geil
Es tut mir leid, doch ich muss leider gestehen
es gibt Düfte auf der Welt, die sind (leider geil)
Der Sprüher ist aus Plastik, macht die Umwelt kaputt,
aber innen ist es lecker und (leider geil)
Hau mir das große H unter die Nase,
süße Träume sagt das Kind (leider geil)
Erwach´ im Hinterhof auf hartem Beton,
die Party ist vorbei, war wohl (leider geil)
die Musik war gestern laut und pfeift noch im Ohr,
der Morgen ist so friedlich ohne Vogelgeplärr (leider geil)
Die Whiskeyflasche leuchtet im ersten Licht,
Poesie ist ein Schluck zum Frühstück (leider geil)
Die Lederjacke mit Brandloch, müffelt wie ein Tier,
der Dreck geht nicht mehr ab, trotzdem (leider geil)
Steh‘ auf, ist saukalt nach ´ner kurzen Nacht,
Blümchen platt gemacht (super geil)
Ein Affe hat die Texte für Helene Fischer geschrieben,
ist wer wirklich überrascht hier? (lala lala)
Raureif am Arsch, Gewürze in der Hose,
besoffene Freunde dekorieren ist gemein, aber (leider geil)
Nur noch eine Fluppe übrig, Feuer zittert in der Hand,
erst mal tief inhalieren (leider geil)
Der BER ist kacke, da pflanz´ ich lieber ´nen Baum,
Bäume sind Flughäfen für Vögel (leider geil)
Da drüben liegen Pflaumen halbgefrorenen im Matsch
ist gesund, ich ess´ das nicht (leider geil)
Sobald ich wieder steh´n kann gibt’s ´nen Kaffee und ´ne Paracetamol,
und dann auf in die Arbeit, Zombiemode (leider geil)
Meine Mutter sag, werd´ solide, mach sowas nicht
ich halt mich dran, bis die Party beginnt (leider geil)
Du sollst nicht an jedem Röhrchen schnüffeln
Saccharose, Fructose, Psychose (leider geil)
In diesem Text hat sich gar nichts gereimt
Hat niemand gemerkt? (leider geil)

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Berlin im Winter wird hier ja sehr unterschiedlich bewertet. Das kann ich gut verstehen, ist der Duft doch sehr dicht. Ob er einem gefällt oder nicht entscheidet wohl letztlich die Frage, wie stark man die einzelnen Komponenten wahrnimmt. In meinem Fall präsentiert er sich so:

Es startet mit sehr intensiven Harzen, süß, dunkel von der Grundausrichtung und würzig. Hier ist die Myrrhe sehr deutlich. Das hat an sich schon einen likörartigen Charakter und wird durch den Whiskey noch einmal verstärkt. Das könnte aber auch Cognac oder Weinbrand sein, wir trinken hier für die Wirkung und nicht für den Geschmack. Das ganze ist auch leicht dreckig, ledrig und animalisch. Durchaus sexy auf eine leicht versiffte Art. Es kommen dann auch ein paar grüne Noten mit hinzu. Lavendel erkenne ich nicht, es sind eher nur die Stiele der Blumen, die etwas später in Erscheinung treten. Die sind aber sehr dezent. Rose kann durchaus sein, Iris erkenne ich zum Glück nicht. Der Duft wird etwas trockener und ein bisschen rauchig. Fruchtige Noten kommen bei mir erst nach 2-3 Stunden an und dann auch nur eine dezente Pflaume und keine Johannisbeere, auch dafür bin ich sehr dankbar. So klingt der Duft langsam aus und zwar wirklich langsam, 10 Stunden hält er bei mir locker. Die Silage ist in der ersten Stunde heftig, wird dann aber schnell weniger und angenehm.

Ich weiß nicht, ob Berlin im Winter so riecht, habe da aber so meine Zweifel. Der Duft riecht für mich auch nicht unbedingt nach Winter. Es ist für mich ein durchgängig warmer Duft, der damit allerdings recht gut in den Herbst und Winter passt. Zum tragen wäre er mir zu anstrengend. Gäbe es davon aber eine leichtere EdT- oder EdP-Version, die weniger dicht ist, wäre das vielleicht anders.

Hier noch ein Fundstück aus den Tiefen des Internet, mit einem komplett doofen Text, aber leider geil:
https://www.youtube.com/watch?v=Qm9d3GLueGw
38 Antworten

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