OhdeberlinOhdeberlins Parfumkommentare

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Ohdeberlin vor 18 Monaten
11
Vanilla in Blau
Beim Namen Dark Vanilla, keimen bei mir, einem nicht so grossen Vanille- oder Gourmanddüftliebhaber, erstmal keine so zuckrig schaurigen Duftvorstellungen auf, wie vielleicht bei einem eventuell imaginären Duft "zuckersüßezahnschnmerz Melodei in pinken puderzuckglasierten Zuckerguß". Zu Recht !
Der Duft hat nicht die gewichtige Präsenz eines Shalimar EdPs, sondern gibt sich eher als modere, businessaffine Verwandte aus der urban quirligen Großstadt. Diese Betrachtungsweise liegt bei dem Labelnamen "Urban scents" irgendwie nahe :-). Von Ausdauer und Sillage auskömmlich und zugleich dezent.

Der Duft wird getragen von einer soliden, eher dunklen, pflanzlich zuzuordneten Noten nahe der echten Vanilleschote. Schön ! Zu Beginn schwingt für mich ein leichter Akkord aus leichter Schärfe und ruhig schwingender krautig-bitteren grünen Note und verleiht einen kühl wirkenden Auftakt. Ein wenig wimmelt schon eine elegante Kombination leicht holzig rumartiger Noten und balsamischer Nuancen der Benzoe und wird mit der Zeit immer deutlicher. Die Basis in Form der oben genannten soliden Vanilleschote übernimmt immer mehr die Führung, nun im weiteren Verlauf jedoch deutlich verstärkt durch einen vielschichtigen Vanilledreiklang, eine Art fluffige Vanilligkeit mit ein wenig Vanilleträumchen (eine Art Duftnote wie sie von herbstlichen Teekreationen mit *creme im Namen bekannt sein dürften,so cremig, vanillig, sahnig ...) obendrauf. Die Tonkanoten geben eine gediegene elegante Cremigkeit.

Also eine schöne Vanille im blauen Flakon aus Berliner Duftschmiede .

8 Antworten

Ohdeberlin vor 3 Jahren
6
Zimt Safran Karamellcreme mit blassem Oud
Für meine Nase dauert es bis zu 20 Minuten bis sich aus dem Durcheinander von viel europäisiertem Oudduftstoff, Zeder und Safrannoten auf der Haut eine ausgewogene Komposition herausbildet.

Also ein eher holpriger Start mit einer gefühlten Überdosis an kratzig wirkenden Kunstholzduftstoffen verstärkt durch hyperaktive Safrannoten: Man könnte sagen die Fussballmannschaft muss sich erst mal aufwärmen und gut ein spielen.

Nach dem Warmspielen ergibt sich eine Komposition von Zimt-Karamellnoten, ein wenig gourmandig, dazu ein Zusammenspiel von Oudnoten mit Safran, ehr im Hintergrund. Getragen wird der Duft von einem gut bekanntem Akkord aus Patchouli, einer ehr unentschlossenen Ledernote und der daueraktiven Kunstzeder mit cemigen Einschlag.
Mit fehlt eine gewisse Tiefe und Raffinesse verleihende kompositorische Auslegung. Verwendete Duftakkord werden ehr blass ausgeführt, eine amüsante Verspieltheit fehlt. Basisarbeit auf Taschengeldniveau. Gut gemacht, keine Frage.

Die Haltbarkeit würde ich mit 7-8 Stunden bis zum Abklingen auf Hautnähe als erstaunlich kräftig bezeichnen, im regnerischen kühlen Frühjahreswetter war die Sillage ebenso kräftig.

4 Antworten

Ohdeberlin vor 3 Jahren
2
Zeder in hölzernen Cremefarben und Kraut
Zu Beginn ein recht kratziger Zitrusakkord und ein dominanter Stich von der Kunstzeder. Es fehlt jegliche Tiefe und Ausgewogenheit, wirkt ehr schrill.

Weitere Cremige und beinahe hellholzige Noten treten hinzu, scheitern aber im Versuch eine Gewieftheit zu imitieren. Dann auftretende krautig-würzigen Noten schaffen ein wenig Linderung, können aber auch nicht eine kompositive Tiefe und Ausgewogenheit erzwingen.

Die Sillage würde ich als mittel einschätzen, also passend für den Aufenhalt in Menschenmengen. Das Preisniveau ist taschengeldtauglich. Die Haltbarkeit enwickelt sich zügig in Richtung Hautnähe zur 4. - 5. Stunden hin.
Insgesamt eine nette, frischig-cremig-holzige Komposition, die mich leider nicht begeistern kann.

1 Antwort

Ohdeberlin vor 4 Jahren
11
Escale aux Abbaye Notre-Dame de Ganagobie
Ein Zwischenstopp im Klostergarten am frühen Morgen. Es wird vor Beginn der sengenden Hitze schon fleissigst im Garten gewerkelt: Fassonschnitt für die Sträucher und Ernte der Kräuter für die Küche und auch für die Herstellung unseres Vetiverduftes ...
Unverkennbar spielt ein grünlich herber Vetiver die Hauptrolle. Unterstütz wird dieser meiner Nase nach ergänzenden leicht herben, grünlich aromatischen Kräutern ( Eisenkraut, Basilikum ) und grünlich bitteren Noten ( Korianersamen, Neroli, Galbanum).

Halbarkeit des EdT mit 5-6 Stunden (getestet im Berliner Sommer bei 26 Grad) erstaunlich lange, dann aber recht schnell entschwindend, was für mich total annehmbar ist. Das EdT bietet eine lineare Duftenwicklung und bleibt grünlich aromatisch durch und durch und verzettelt sich nicht in ambratischen oder moschusbehafteten Untiefen. Sehr Lobenswert und überaus Hitze tauglich, Sillage eines EdT würdig und kräftig köpernah.

Ohne jegliche Einschränkung ein toller Duft für Freunde des grünlichen Duftes jeglichen Geschlechts und Alters. Vor Ort in der Abtei, online oder bei Manufaktum in D erhätlich. Uneingeschränkte Testempfehlung auch für die anderen Düfte aus dem gleichen Hause...

Ein Zwischenstopp im Département Alpes-de-Haute-Provence, einfach wunderbar ....

10 Antworten

Ohdeberlin vor 4 Jahren
6
Limon

Limon - Duru

4.5
gefälliger, erfrischender Zitruskick auf Kuschelmoschus
EIn sehr mild-fruchtiger, unsüßer Duft von gut gereiften und milden Zitronen und Limonen auf einem harmonischen, kuscheligen, wäscheweichen Moschusakkord. Meilenweit entfernt von jenen ulkigen Zitronenerfrischungtüchlein denen der ominöse Klostein innewohnt ..... ;-)
Nicht komplex, nicht überladen, auf keinen Fall synthetisch kratzig-piegsig. Es handelt sich ja ehr um ein EdC, oder besser gesagt um "Eau de Wasch", also einen parfumierten Alkoholwassermix zum erfrischenden Gebrauch. Zur Anwendung siehe auch den Kommentar von Sven1209 (und Zur ursprünglichen Verwendung ein (engl) Blog unter: http://www.turkishculture.org/lifestyles/turkish-culture-portal/eau-de-cologne-208.htm?type=1)
Erfrischt toll mit dem Zitrusakkord für ein paar Minuten dann verbleibt der sauber wirkende Moschusakkord für weitere 15 Minuten und entschwindet dann immer mehr.

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