ParfumoBlog Neues & Interessantes aus der Welt der Parfums - Parfumo Blog

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Mit Parfum Royale No. 3 nahm Parfumo-Research die 80.000ste Duftkreation in seine Datenbank auf. Damit baut Parfumo seinen Vorsprung als Online-Informationsprovider zu Düften aus.

Erst im März hatte das Parfumo-Research-Team den 70.000sten Duft kategorisiert. Mit dem anstehenden 80.000sten Parfum erreicht die vermutlich größte Duft-Wissensbasis der Erde ihren nächsten Meilenstein. Unser Duft Nummer 80.000 trägt den klangvollen Namen Parfum Royale No. 3 und stammt von "Roja Parfums".

Als ambitioniertes Projekt steckt Parfumo-Research seit 2013 im Kern der wachsenden Duft-Datenbank. Frei nach dem Wikipedia-Prinzip recherchieren Parfumo-Nutzer laufend Informationen zu neu sowie zuvor eingetragenen Düften. Als ehrgeiziges Ziel sieht die Community die komplette Erfassung der enormen Parfumhistorie: Alle entsprechenden Daten gehören aufbewahrt für die Zukunft.

Praktisch kein Provider dürfte mehr Wissen zur vielfältigen Welt der Parfums anbieten. Letztlich lässt sich Parfumo bereits als globale Referenzbasis zu Düften betrachten - dank zahlreicher Nutzer und der ausdauernden Suche des Research-Teams nach Parfüms aus der ganzen Welt.

Bei Bedarf ziehen unsere Informationen auf jeweils leistungsfähigere Serverlandschaften um. So wachsen das Projekt "Parfumo" und die Parfumo-Research-Gemeinde sowie "Cosmetio", die noch recht kompakte Community zur Kosmetik.

Wir bedanken uns besonders beim Research-Team und sämtlichen Beteiligten für ihre spürbare Leistung. Gemeinsam mit unserer gedeihenden Community freuen wir uns bereits auf Parfum Nummer 90.000!

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Die Verehrer einzigartiger Duftkreationen kommen natürlich auch 2017 wieder zur „Global Art of Perfumery“ zusammen, um den unvergleichlichsten Aromen zu huldigen. Dabei werden gerade 2017 die Duftkarten neu gemischt.

Schon die Liste der Aussteller, die sich bis Mitte 2016 bereits für die Messe angemeldet haben, liest sich wie ein Streifzug durch die Welt der Parfüms, Lotions und Cremes. Dazu kommen zahlreiche Schöpfungen in den Bereichen Accessoires, Dekoration und Kosmetik. Abgerundet wird die Messe von Vorträgen, in deren Verlauf die Fachbesucher und Teilnehmer aktuelle News und Hintergrundinfos aus der Branche erhalten.

Das wichtigste Novum der „Global Art of Perfumery 2017“ ist der Veranstaltungsort, denn 2017 treffen sich die Duftliebhaber im NRW-Forum in Düsseldorf. Das gesamte Areal ist ein denkmalgeschützter Kulturkomplex, der sich bereits mit anderen Events in den Bereichen Kunst, Design, Architektur und Fotografie als ideal für Messen und Ausstellungen hervorgetan hat. Dadurch hat sich das Düsseldorfer NRW-Forum zu einem Zentrum der Popkultur entwickelt.

Termine für die „Global Art of Perfumery 2017“ sind Samstag, der 6. Mai und Sonntag, der 7. Mai 2017 jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt voraussichtlich 10,00 Euro (nach der Onlineregistrierung) bzw. 20,00 Euro an der Tageskasse. Anmeldungen für die „Global Art of Perfumery 2017“ sind ab sofort möglich.

Weitere Informationen und Anmeldung:

http://global-art-of-perfumery.com

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Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, ein paar Fragen an Victor Wong, den kreativen Kopf hinter ZOOLOGIST Perfumes, zu richten und er hatte einiges dazu zu sagen. Ich habe ihn als Katzenliebhaber (besonders seine süße kleine Ragdoll Dor-Dor) und humorvollen Menschen kennengelernt, der vom Nischenduftfan zum Nischenduftmacher gewachsen ist. Geboren in Kowloon, wohnhaft in Toronto, kam er eigentlich aus einer ganz anderen Ecke der Ideenschmieden...

Zuerst einmal, wie kamen Sie dazu, eine eigene Parfummarke zu lancieren?

Damals, im Jahr 2013, war ich mit meiner Laufbahn sehr unzufrieden und fühlte mich unsicher und frustriert. Ich glaube, ich hatte das, was man eine Midlife-Crisis nennt. Viele Leute machten Politik und trafen Entscheidungen, die nirgendwo hinführten. Ich wollte ein Projekt, das ich selbst steuern konnte. Ich wollte ein Produkt auf den Markt bringen, auf das ich stolz sein konnte. Zufällig hatte ich gerade die Welt der Nischendüfte entdeckt (ich war ziemlich besessen davon, wie man sich wahrscheinlich vorstellen kann) und fragte mich, ob ich eine eigene Marke ins Leben rufen könnte. Ich hatte keine Geschäftsverbindungen, keine Erfahrung, keine Strategie und keine Kenntnis des Marktes, also war alles reines Bauchgefühl. Ich rief in basenotes dazu auf, ob mir jemand von den Parfümeuren dabei helfen könne, einige Düfte zu entwickeln, und zwei Indie-Parfumeure meldeten sich.

Haben Sie jemals überlegt, selbst als Parfümeur tätig zu sein und wenn nicht, warum nicht?

Ich habe kurz darüber nachgedacht, kam aber zu dem Entschluss, es zu lassen. Ich hätte erst lange lernen müssen, um gut genug zu werden und Zeit ist ein Luxus, den ich nicht habe. (Ich habe ja dann auch noch einen „richtigen“ Job. Wenn ich nach Hause komme, habe ich jetzt noch gerade genug Zeit, Bestellungen zu erledigen, den nächsten Duft zu entwickeln und für entsprechendes Artwork).

Wie würden Sie den Weg beschreiben, wie Sie den „richtigen“ Parfümeur zum jeweiligen Duftkonzept gefunden haben – oder war es eher umgekehrt? Haben etwa die Nasen ihre „Tiere“ ausgesucht, die Sie umsetzen wollten?

Bevor ein Projekt beginnt, ist es für mich am wichtigsten zu wissen, wie der Stil und das Temperament des Parfümeurs sid (durch Online-Chat). Nachdem ich seine / ihre Art kennengelernt habe, kann ich feststellen, welche Art von Tier passt. Einige Parfümeure machen beispielsweise sehr unkonventionelle und einzigartige Düfte, also werde ich ein Tier zuordnen, das unerwartet oder weniger allgemein beliebt ist. Einige Parfümeure entwickeln eher klassische Parfums, und ich werde diesen eher Tiere zutrauen, die generell als schön oder elegant angesehen werden. Natürlich gab es einige Parfümeure, die mich direkt angesprochen haben, ein bestimmtes Tier wiederzugeben. (Zum Beispiel Ellen Covey – Bat) Da habe ich natürlich nicht Nein gesagt (lacht).


Gibt es eine Verbindung zwischen der Arbeit als Spieleentwickler und einem Duftaficionado?

Vielleicht nicht, aber die Arbeit im Studio hat mich einiges gelehrt: was laufen wird, was nicht, sollte man mit unkonventionellen Dingen Risiken eingehen usw. Außerdem habe ich gelernt wie man ein Produkt entwickelt und bekannt macht...Social Media, Verpackung, Marketing. Kollegen, die jeweils auf eine dieser Dinge spezialisiert sind, haben mich mit Rat und Tat unterstützt (z. B. bei den Illustrationen der Etiketten).

Wird Zoologist bald einem größeren Publikum in Deutschland zugänglich gemacht?

Viele hier halten viel von dem Projekt und der Qualität der Düfte, doch sie sind nicht leicht zu bekommen, zumal die Bestellung im Ausland manche abschreckt. Im Moment sehe ich daher keine Möglichkeit, einen großen Markt zu bedienen. Ich mache quasi alles alleine, auch die Abfüllung, das Verpacken und Verschicken. 30 Flacons ist schon eine Tagesaufgabe. Wenn ich jetzt noch einen Zwischenhändler einschalte, kann ich die Preise nicht halten, also ist die zweitbeste Möglichkeit, direkt an kleine Händler zu verkaufen. Die beste Lösung ist derzeit Direktbestellung auf meiner Website, aber auch dann zahle ich beim Versand dazu, da der Versand aus Kanada leider sehr teuer ist.

Wie entstand die Idee einer tierbezogenen Serie und wird es in absehbarer Zeit noch eine in eine andere Richtung geben?

Im Moment bestehen nur folgende Vorgehensweisen:

1. Ein bestimmter Stoff, z. B. Castoreum, steht im Vordergrund des Konzeptes, in dem Fall Beaver.

2. Ein Duft wird vom Lebensraum des Tieres (Bat – versucht den Geruch einer Höhle umzusetzen) inspiriert.

Macaque hebt sich ein wenig von diesen Denkweisen ab, da bei diesem Duft die meditative Stimmung erlangt werden soll, die dieses Tier angeblich bei vielen Menschen auslöst.

Vielen Dank, Victor Wong!

Das Interview führte Chanelle - vielen Dank!

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#S, :P, G. und /L – Nasengold, das Nischenduftlabel mit den kryptischen Namen, meldet sich erneut zu Wort!

An einem Montagabend im Juli treffen der Parfümeur Christian Plesch von Nasengold und ich uns zu einem zweiten Interview für Parfumo in der Tapas-Bar Altamira in Hamburg-Altona. Wir kennen uns seit etwa 15 Jahren, sind befreundet und ich freue mich, Christian mal wieder zu seiner Arbeit befragen zu können. Bei warmem Wetter, erfrischenden Getränken und leckerem Essen geht’s los:

Seit unserem ersten Interview hast Du zwei weitere Düfte auf den Markt gebracht. Zuerst erschienen #S und :P. Nach unserem Gespräch hast Du G. und /L entworfen. Magst Du was zu diesen beiden neuesten Kreationen erzählen?


Ja, G. basiert, wie das „G“ schon andeutet, auf Grapefruit. Was anderes ist gaaar nicht beabsichtigt. Das gehört zu Nasengold, dass der Name so ein Augenzwinkern hat, Ironie beinhaltet.

Es ging bei G. darum, einen Duft zu konzipieren, der die Grapefruit schön einkleidet. Normalerweise ist Grapefruit so ein Naturstoff, der sehr schwierig ist. Viele stören sich an seinem schwefeligen Akzent. Es ist nicht so einfach, daraus einen Unisex-Duft zu entwickeln, der auch etwas Weiches ausstrahlt. Ich hab das mit meinen Lieblingsgewürzen wie weißem Pfeffer, Ingwer und Kardamom probiert. Die Grapefruit explodiert damit förmlich als richtiges Frischegewitter. Um die Blitze abzuwehren, habe ich mit weichen Moschusnoten abgepuffert. Ich mag „kopfnotige“ Düfte. Aber nicht „monofrisch“, sondern so, dass sie auch Komplexität besitzen. Die Haltbarkeit ist ebenfalls ein Thema bei Grapefruit. Diese ganzen agrumigen Bestandteile sind normalerweise schnell weg. Aber durch Fondnoten, wie warme Holznoten beziehungsweise moderne ambrierte Akkorde, bekommt der Duft eine ganz andere Haltbarkeit.

Und /L ist ganz frisch rausgekommen. Das ist erst einen Monat (Interview war im Juli) in den Läden. Und „ / “ (SLASH) bedeutet in der Internetsprache „Pfad“. Und „L“ steht für „Luxus, Laster, Lenzen“. Und dieser Luxus als Attribut von /L ist ein anderes als das, was wir aus dem Fernsehen kennen. Es ist der Pfad, den wir einschlagen können: Den Luxus frei zu haben, zu entspannen, rauszugehen und ein Bier mit Freunden zu trinken, vielleicht auch ein bisschen den Lastern zu frönen. Aus diesem Grund ist der Duft zwar frisch, aber auch mit so einer lustvollen rauchigen Note. Dieser Kontrast besteht aus frischen Agrumennoten auf der einen Seite und Veilchennoten und Leder auf der anderen. Das ergibt einen ungewöhnlichen Effekt. Auch Maiglöckchen, krautige Akkorde und Litschi klingen an. Die Gesamtkomposition duftet für mich persönlich „luxuriös“.

Und zum Namen: Die Komposition der beiden Zeichen (/L) finde ich cool und avantgardistisch. Sie stehen optisch ein wenig im Kontrast. Jeder kann sich da hinein interpretieren, was er möchte.

Wie ist es denn bisher so mit Nasengold gelaufen?

Ich hab 2013 angefangen mit #S (ssssss, spritzig, sprudelnd). Und der lief gleich ganz ordentlich, da hab ich nach den ersten zwei Monaten schon nachproduzieren müssen. Und mit dem Erlös auch gleich das Geld verdient, um damit die zweite Variante :P anzuschieben. Wir sind in immer mehr Läden gekommen, was nicht zuletzt an meinem Distributeur Sven Eric Moos von willbeabrand liegt. Der kümmert sich darum, dass die Düfte hinkommen, wo sie gut aufgehoben sind, nämlich in Concept Stores und in kleine, feine Parfümerien. Da wo meine Düfte auch hingehören. Mittlerweile sind wir auch in anderen europäischen Ländern vertreten, so zum Beispiel in Dänemark, wo ich mit meinem Debut von #S einen Preis gewonnen habe („Best Niche Perfume in 2015“). Das war überraschend und geil.

Nasengold hat seit dem Start etwas Bekanntheit erlangt. Es ist schön zu erkennen, dass die Düfte an den Menschen unterschiedlich rüberkommen. Durch einen anderen Typus bekommen sie plötzlich eine ganz neue Aussage.

Ich arbeite auch weiterhin als angestellter Parfümeur und werde auch dabei bleiben, ganz einfach, weil es mir Spaß macht. Und ich genieße auch diesen Kontrast zwischen kommerzieller Arbeit und der Arbeit, die ich für mich selbst mache, die im Massenmarkt einfach nicht funktionieren würde.

Ich muss für mein eigenes Label nicht kommerziell sein. Von mir aus darf eine Sache auch mal floppen. Ich mach einen Duft in die Flasche rein, weil ich denke, der soll da rein.

Wie geht es weiter?

Nasengold sollte als Linie nicht zu weit aufgebläht werden. Sie soll belassen bleiben bei circa sechs Düften. Und das ich auch gut. Es soll eine kleine, feine Linie sein, die auch organisch gewachsen ist. Das ist mir wichtig. Dafür war es zu Beginn entscheidend, jemanden zu finden, der den Mut hat, eine Marke zu vertreiben, die mit nur einem Duft auf dem Markt startet. Risikobereit sind ja leider wenige heutzutage.

Und dann wird es so weiter gehen, dass ich nächstes Jahr mit einer neuen Marke starten werde. Die wird einen ähnlichen Duktus haben, zumindest von der Frechheit des Namens, wie Nasengold. Die beiden Düfte, mit denen ich reüssiere, sind fertig, da mache ich jetzt nur noch den Feinschliff. Und ich hoffe, dass die auf jeden Fall auch Fans finden werden, weil das auch so richtige kleine Drecksäue sind (lacht). Sie sind allerdings etwas erwachsener als die Nasengold Düfte. Sie sind immer noch sehr eigen und „sophisticated“, aber sie sind nicht mehr so „durchgeknallt“ wie die Nasengold-Sachen.

Was reizt Dich künstlerisch in den nächsten fünf bis zehn Jahren?

Es reizt mich, vielleicht mal ein paar Projekte mit Kollegen wie Mark Buxton oder Geza Schön anzustossen. Eine interessante, coole und moderne Koproduktion. Denn Nischenparfümerie betrachte ich auch ein bisschen als Avantgarde. Und mit den beiden Parfümeuren, die ich ja noch aus der Industrie kenne, verstehe ich mich nach wie vor gut. Nur dass wir uns an unterschiedlichen Standorten befinden…ich habe so viele Ideen, dass mir nicht langweilig wird.

Nasengold im Internet: http://www.nasengold.com/de

Nasengold bei Facebook: http://www.facebook.com/nasengold

Das Interview führte Milosava

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Einfach einmal mit seinen besten Freunden eine Parfummarke gründen. Was wie ein Traum klingt, ist für Malvin Richard, Lukas Lüscher und Serena Britos Wirklichkeit geworden. Bei einem gemütlichen sowie inspirierenden Gespräch über einem Glas Weißwein wird eines klar: Diese Marke ist es definitiv wert, mit so viel Leidenschaft entdeckt zu werden, wie sie auch von ihren Schöpfern kreiert wurde.


Wenn Du von Euren Parfums sprichst, spürt man die Leidenschaft, welche Du für dieses Projekt empfindest. Wie würdest Du denn „Leidenschaft“ definieren?

Leidenschaft ist für mich das Gefühl, das mich antreibt. Ich habe keine Zweifel, stelle keine Fragen. Ich gehe einfach in eine Richtung und spüre, dass sie richtig ist. Und es macht unglaublich Spaß.

Und ihr seid alle drei einfach in eine Richtung gegangen?

Ja, wobei „in eine Richtung gehen“ in diesem Fall mehr „gemeinsam reisen“, „gemeinsam überall die Nase reinzustecken“ und „gemeinsam Menschen und Kulturen kennenzulernen“ heißt. Auf dem Fundament unserer Freundschaft ist ein Team gewachsen, das im Businessalltag funktioniert.

Funktionieren?

Ja, an Serena und Malvin schätze ich auch, dass wir uns gegenseitig direkt Feedback geben und auch gleich mit Lösungen kommen. Ich bin überzeugt, dass das Team von RLB nur dank dieser Eigenschaft funktioniert. Jeder hat unterschiedliche Stärken, wird aber gleichzeitig sehr stark vom Team reflektiert und kritisiert. So kann man sich enorm weiterentwickeln.

Wie hat Eure Tätigkeit begonnen?

Für uns war das größte Fragezeichen, ob im Markt ein reines Naturparfüm ankommt. Um diese Frage zu beantworten, haben wir uns entschlossen, nach der Entwicklung der ersten Parfüms uns direkt den Kunden zu stellen. Aus diesem Grund hatten wir in Zürich für 3 Monate einen Pop Up Store. Eine unglaublich spannende Erfahrung – wir habe in einem nächsten Schritt das Konzept noch einmal vom Markt genommen und die Feedbacks der Kunden verarbeitet. Dann erst gelangten sie wirklich in den Markt und in den Vertrieb.

Das klingt auch alles sehr anstrengend. Wie entspannt man da nebenbei?

Joggen - das ist meine persönliche Meditation über den Mittag. Egal ob im Team oder alleine, es ist immer ein absolutes Highlight in meinem Tag. Und wenn ich einmal etwas Abstand vom Alltag, zieht es mich ins Oberengadin. Die felsige Halbinsel Chasté ragt sehr weit in den Silser See hinein und ist für mich Ruhe pur. Die dortige Kulisse mit den kleinen Buchten, das Wechselspiel zwischen den Bergen und dem Wasser sowie den Wind liebe ich über alles.

Gut, kommen wir jetzt zu Euren Parfums. Bei allen geht es um Terroirs. Was darf ich mir darunter vorstellen?

Dies sind Orte von Individualität und Charakter, dort blüht die Natur, dort begegnet man Menschen mit Passion und Leidenschaft - Emotionen pur. Ein Terroir ist Inspiration, Lebensfreude und Erinnerung. All unsere Terroirs haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen und schaffen es immer wieder, mich enorm zu berühren und zu bewegen.


Eines Eurer Terroirs liegt ja in der Schweiz.

Ja das Terroir d’Annivier – liegt im Kanton Wallis. An der Baumgrenze dort wachsen die Arven/Zirbelkiefer an unglaublich exponierten Stellen – jeder, der einmal durch die Berge und Arvenwälder gewandert ist, kennt dieses Parfüm der Nadeln. Wenn die Sonne fast im Zenit ist, verströmt sich dieser Duft und hüllt die ganze Umgebung ein.

Dann gibt es noch die beiden Terroirs in den Nachbarländern, Italien und Frankreich.

In Italien steht die Bergamotte im Mittelpunkt, eine oft vergessene Frucht. Kennst Du deren wunderbaren Duft, den sie als Rohstoff hat? Das ist wirklich schon fast ein Parfum. Früher galt sie als das Gold der Parfümerie, heute ist sie etwas in den Hintergrund gerückt. Spannend ist, dass die Bergamotte nur in Italien gedeiht – die Legende sagt, nur dort, wo man den Ätna sieht, wachsen die Bäume.

In Frankreich steht der wilde Berglavendel im Fokus. Von 6 Frauen wird dieser jedes Jahr gesammelt und noch mit einer Sichel von Hand geerntet. Wir hatten das Glück, einmal bei der Ernte dabei zu sein. Also Glück ist relativ, am Abend hatten wir Rücken- und Knieschmerzen. Heute habe ich großen Respekt von der Leistung dieser Frauen.

Wenn ich mir die Beschreibung des Terroirs von Frankreich ansehe – es geht auch um Schafe?

Eine lustige Geschichte – Schafe sind sehr präsent im Terroir. Der Grund ist einfach: Die Pflückerinnen sind auf die Hirten angewiesen, da die Schafe die jungen Bäume essen. Wäre das nicht der Falls, so wäre im Terroir nur Wald. Nach unserer Reise hatten wir die Vision des Parfüms und gingen zu Andy Tauer. – ein unglaublich talentierter Parfümeur. Nach einiger Überzeugungsarbeit sagte er zu und wir teilten mit ihm die Vision des Parfüms. Unter anderen sagten wir „Andy, es riecht stark nach Schafen“. Er schaute uns an, als ob wir vom Mond kommen. Doch dann hat er uns verstanden: Heute hat das Parfüm eine leichte animalische Nuance.

Ok, anders exotisch sind Madagaskar und Kolumbien

Ja, bei beiden stehen Blumen im Mittelpunkt, doch beide sollen auch diese beiden Hotspots an Biodiversität in vielen Facetten zeigen. Bei Madagaskar hat Vero Kern die florale Note von Ylang-Ylang genial umgesetzt mit der scharfen Nuance des Rosa Pfeffers. Und Kolumbien zeigt die Schönheit der Gardenie, aber auch die kolumbianische Lebensfreude.

Jetzt kommt bald Euer neues Parfum auf den Markt. Was hat Euch an eben diesem Terroir besonders fasziniert?

In Marrakesh gibt es unglaublich viele Traditionen. Etwa die Gastfreundschaft. Vor allem die Teezeremonie ist sehr wichtig und deshalb führt sie meist das Familienoberhaupt durch. Dabei wird Tee aus frischer Nanaminze mit reichlich Zucker zubereitet. Der verströmt ein unvergleichliches Aroma. Süßlich-aromatisch und doch auch frisch. Dazu gibt es Wassermelonen, deren Duft dann auch noch die Umgebung durchzieht. Während man den Tee trinkt, tauscht man die neuesten Geschichten aus. Jedes Mal gibt es drei Aufgüsse, dann verabschiedet man sich. Auch das ist Teil der Tradition.

Dieses Parfum wurde ja bereits mit Crowd Funding finanziert. Wie sieht es jetzt aus? Neue Pläne und wieder dieses Modell?

Ja, hier müssen wir uns nicht vormachen – als Nischenmarke ist Geld immer ein Thema. Aus diesem Grund haben wir das Crowd Funding für unsere Parfums eingeführt – wir suchen das Terroir und unsere Kunden kaufen nur anhand einer Terroir Impression das Parfüm im Voraus. Dieses Geld verwenden wir für die Entwicklung und die Crowd Funding Paten erhalten das Parfüm exklusiv vor dem Handel. Für uns eine erfolgreiche und spannende Geschichte. Das nächste werden wir auch so finanzieren. Es könnte eine Rose aus dem Iran sein – mal schauen.

Klingt wunderschön.

Ja, das ist es auch. Einerseits das Parfum, aber andererseits auch, dass wir dies machen können.

Schön ist auch, dass ich noch erwähnen darf, dass ihr etwas verlost. Unter allen, die hier einen Kommentar hinterlassen, wird ein Probenset verlost. Also einfach kommentieren und auf das Glück hoffen.

Danke Dir für das Interview!

Alle Parfums bei Parfumo >>

Website von Richard Lüscher Britos >>

Das Interview führte Barbara Korp, vielen Dank!

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