PennyPearlPennyPearls Parfumrezensionen

Filtern & sortieren
1 - 5 von 82
PennyPearl vor 12 Tagen 6 3
9
Duft
Magic Moment
Immer mal wieder wollte ich ihn testen und immer wieder drängelten sich andere Düfte vor. Endlich bekam ich ihn dank eines Sharings unter die Nase:
Ein süß-würziger-orientalischer Traum, ohne, dass der Duft ausschließlich "zugeschnitten" ist auf arabische Frauen oder nur mit orientalischer Atmosphäre/ Kulisse assoziiert werden kann (so oft liest oder hört man, dieser oder jener duft sei etwas für die kühle Blondine oder die temperamentvolle Dunkelhaarige oder die orientalische Schönheit; ich finde, dieser Duft macht sich ein wenig frei von diesen Schubladen); vor allem ist er elegant, edel & geheimnisvoll.

Der Duft erinnert an ein Budoir mit Lippenstiften und samtigen und seidigen Stoffe, ohne pudrig zu sein, die Duftkonsistenz empfinde ich eher als cremig weich. Obwohl nicht gelistet rieche ich irgendwie etwas subtil dunkel-fruchtiges wie Pflaume (oder ist das schon die Süße des Jasmins?) mit Kardamom-Würze, es könnte auch ein dickflüssiger, orientalischer Tee sein mit einer Schale getrocknetem Blüten-Potpourri daneben.
Dazu gesellt sich eine holzige Papyrusnote wie altes Papier wie in "Casamorati - Bouquet Ideale (Eau de Parfum) | XerJoff".
Kardamom-Kaffee-Kombis kennt man von Düften wie "Minuit et Demi | Fragrance Du Bois", "Paris Chéri | Astrophil & Stella" oder "Armani Privé - Magenta Tanzanite | Giorgio Armani"; dieser ist meiner Meinung aber komplett anders, eine Kaffeenote rieche ich nicht explizit heraus.
Ein dichter Duft mit holziger, würziger Süße, der Weihrauch versprüht seinen Vibe ohne Raucheffekt, er riecht sehr geheimnisvoll, aber nicht düster-ernst wie z.B. "Athalia | Parfums de Marly", sondern dabei doch noch koketter und verspielter.
Irgendwo schnappte ich auf (in einem Video von Leni, glaube ich), der könnte "Armani Privé - Rouge Malachite | Giorgio Armani"- Liebhaberinnen besonders ansprechen; ich mag den "Armani Privé - Rouge Malachite | Giorgio Armani" sehr gern, aber der erinnert mich auch überhaupt nicht an ihn, allgemein finde ich den Jasmin nicht so stark präsent bzw. so einzeln wahrnehmbar; der Duft ist sehr spannend mit allen Komponenten verwoben und nicht explizit floral.

So bleibt der Duft für mich auch (süß-würzig-orientalisch), bis auf dass sich die (edle) plüschige Süße verstärkt.
Für mich grob in Duftrichtung "Casamorati - Bouquet Ideale (Eau de Parfum) | XerJoff" und "Arabesque | The Merchant Of Venice" zeigend, die ich beide besitze und sehr mag; natürlich keine identischen Düfte, aber sie regen zu ähnlichen Assoziationen und Empfindungen an wie "Portraits - The Bewitching Yasmine | Penhaligon's".
O-Ton meines Freundes, der unaufgefordert äußerte, als ich das Parfum nur am Handgelenk trug:"hmmm, was ist das denn für ein schöner, vanilliger Duft? Der riecht aber teuer! "
3 Antworten
PennyPearl vor 13 Tagen 2 2
7
Duft
Mein Japan ist wohl in keinen Duft zu pressen
Wie schon in der Rezension zu "Memori - Poudre Matcha | Kenzo" erzählt, mag ich Japan sehr gern; die Kultur, die Mentalität, die Tempel, die Metropole Tokio. Somit freute ich mich, gleich 2 Düfte zu testen, die Japan repräsentieren sollen.
Vor einigen Jahren war ich also mit einem guten Freund in Japan, schwerpunktmäßig in Tokio.
Mitten in einer Trennung planten wir die Reise, weshalb die Reiseplanung geprägt war von einer gewissen Melancholie und zeitgleicher Vorfreude; ich war dankbar, dass es eine gewisse Ablenkung bot.
Ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag im Frühjahr, als sich die Trennung anbahnte und mein Kumpel und ich die Flüge nach Tokio für August buchten; spontan kauften wir an jenem Tag in der Buchhandlung Japan-Reiseführer und kochten etwas Asiatisches, schauten "Lost in Translation" von Sofia Coppola, der in Japan spielt und "Die Geisha"; ein Thementag quasi.
Mein Handy ließ ich aus, um das sich andeutende Beziehungsscheitern kurzweilig zu verdrängen und um die Reisestimmung nicht zu verderben.
Nach wie vor denke ich gerne an die Reise zurück; an die Rituale an den Tempeln im alten Viertel Askusa oder in der "Tempelstadt" Kamakura; an den Karaoke-Abend in der Karaokebar, in der Szenen für "Lost in Translation" gedreht wurden; den meditativ schönen Park Shinjuku Garden, an Tokyo Disneyland und die schrille japanische Popmusik, die in jeder Gasse Shibuyas durch Lautsprecher zu hören war und an die vollkommen verrückte Robot-Show in Shinjuku.
Zum Duft:
Ich machte mir eigentlich im Vorfeld keine Illusionen, dass der Duft mich zurück nach Japan katapultiert, aber mich sprach der Flakon so an und ich war einfach gespannt auf den Teeduft, weshalb ich beim Sharing mitmachte.
Der Auftakt beginnt "saftig grasig" irgendwie, mit ganz süßem Früchtetee & Yogurt Gums; "Memori - Poudre Matcha | Kenzo" ist für mich dagegen durchweg seriös gestaltet, während Gyokuro verspielter und süßer startet.
Auch im weiteren Verlauf rieche ich erfrischenden und süßen Tee mit dezentem Pfirsich, alles in allem also eher Früchtetee statt herber Grüntee.
Dann verliert er sich leider etwas in Belanglosigkeit und hat eine eher schwache Duftintensität.
Zum Ende hin rieche ich frisch-fruchtige Moschus-Deospray-Vibes, der "Memori - Poudre Matcha | Kenzo" behält seine blumige Pudrigkeit bei.

Auch der hier ist nett und tut keinem weh, beide Düfte finde ich in Ordnung und tragbar, aber beide fesseln und begeistern mich nicht und machen mich nach dem Aufsprühen nicht neugierig "auf mehr".
Also behalte ich "mein" Japan ohne Parfum im Herzen; die bunten Süßspeisen, die Räucherstäbchen, den Matcha-Latte, den wir uns gerne Zuhause zubereiteten.
2 Antworten
PennyPearl vor 20 Tagen 5 4
Wo ist der Zen-Garten, die Teezeremonie in Kyoto?
Vor einigen Jahren verreiste ich mit einem guten Freund nach Japan, der schon lange neugierig auf Japan war, insbesondere auf Tokio, während ich Japan als Reiseziel irgendwie noch gar nicht auf dem Schirm hatte.
(Ich wollte nach den 2 Wochen gar nicht mehr weg aus Japan!)
Zur Einstimmung bereiteten wir uns Zuhause regelmäßig das "damalige Trendgetränk" zu, einen Matcha (Iced) Latte; das teure Matcha-Teepulver mit Mandelmilch, etwas Agavendicksaft und Crushed Ice.
Leicht bitter und herb schmeckte der Tee selbst, abgemildert durch die Süße des Agavendicksaft und der cremigen Mandelmilch.

Beim diesem Parfum frage ich mich; ist das denn Tee, den ich im Auftakt rieche?!
Auf jeden Fall nehme ich den Geruch grüner heimatlicher Natur im Frühling wahr, wenn die Natur zum Platzen randvoll zu sein scheint und alles sprießt und wächst, wenn der Erdboden dampft nach einem warmen Frühlings/ Sommergewitter.
Trotzdem ist der Duft parfümig dabei, seriös-elegant floral, bis er sich peau a peau zu einem weichen Puderduft wandelt, der zwischen leicht süß und sauber changiert.
Ein ähnliches Empfinden stellt sich ein, das ich manchmal auch bei anderen bestimmten floralen Parfums habe: dass sie mich an die Düfte meiner Mutter erinnern, die sie in den 90ern trug; seriös, frisch bis soft & ernst, aber auch irgendwie "warmherzig mütterlich" dabei.
Kein schlechter Duft, aber in mir löst er nicht den Drang aus, ihn unbedingt selbst zu tragen.
4 Antworten
PennyPearl vor 29 Tagen 3 3
3
Duft
Mexiko; das Land von Frida Kahlo, Kakao-Chili-Sauce & der schmuckvollen Kirchen
Als großer Fan von Mexiko, der Kultur und der Menschen, war ich tatsächlich neugierig auf den "De Los Santos", obwohl Byredos bisher nicht mein Fall waren.
Auch das Werbefoto, auf dem eine mexikanische Frau den Flakon mit selbstbewusstem Blick in den Händen hält, sprach mich irgendwie an.
Selbst mein Freund, mit dem ich 3 Wochen in Mexiko verbracht hatte- und zwar nicht im typischen Resort in Cancun, sondern auf den kleinen Inseln und in Städten wie Merida, Valladolid, Oaxaca- wollte ihn sich gerne aufsprühen, und so ging es ins Breuninger.

Nach dem Aufsprühen verzogen wir sofort beide das Gesicht: eins zu eins bittere Aprikose, und das sogar recht authentisch!
So verharrte er länger, bis sich etwas Rauchiges zur Aprikose gesellte, ja, beinahe schon etwas Modriges, was mich an alte Gruft denken ließ.
Obst-Opfergaben an einem Tempel, die Früchte gammeln vor sich hin, Regen prasselt darauf. Etwas süßlich Holziges rieche ich später, jedoch sehr schwach von der Duftstärke her, dass es auch nicht der Rede wert ist.

Mir ist bewusst, dass sich dieser Duft insbesondere dem mexikanischen Feiertag der Toten widmet, tatsächlich ist diese spirituelle Verehrung der Toten in Mexiko auch spürbar; eine Pension in Merida hatte beispielsweise ihren Empfangsbereich mit entsprechenden Bildern und Totenkopf-Figuren ausgestattet, was an sich sehr spannend ist, hinsichtlich dessen, dass Mexiko gleichzeitig vom Katholizismus geprägt ist.
Trotzdem finde ich es schade, dass kein Duft konzipiert wurde, der Mexiko allgemein beschreibt; etwas feurig Würziges wie die Streetfood-Märkte & etwas cremig Süßes wie der landestypische Dreierlei-Milchkuchen.
Auf mich wirkt "De Los Santos" irgendwie halbherzig und einfach schlichtweg nicht schön; viel mehr gibt es zu dem Duft von mir auch nicht zu sagen: bitter-saure Aprikose plus modrige Erdigkeit, ehe er verpufft.
Gott sei Dank habe ich mir den nicht als Abfüllung besorgt, einmal aufsprühen reichte mir definitiv.
Zuhause bestand mein Freund darauf, dass wir ihn uns gemeinsam mit Wasser und Seife abschrubben.
3 Antworten
PennyPearl vor 2 Monaten 5 1
8
Duft
8
Haltbarkeit
Eine Hommage an einen sonnigen Vormittag
Nach "Dans Paris | Celine" , der mir so gut gefällt, dass ich ihn mir kaufen werde (der für mich nach Puppenkopf, Schminktasche und Mandelhörnchen duftet) , habe ich nun noch einen Duft auf der aktuellen "Wahrscheinlich-Wunschliste", der Paris repräsentieren soll, der für mich in eine ähnliche Duftrichtung wie der Celine-Duft geht, jedoch trotzdem komplett anders ist, und das, obwohl ich nicht mal ein Fan der Stadt bin.
Mit großer Erwartungshaltung stieg ich vor einigen Jahren aus dem Zug in Paris und war nach 3 Tagen dann doch desillusioniert, der "Mythos Paris" schien zerstört, hatte ich mir die Stadt doch irgendwie fast komplett wie Montmartre vorgestellt, was jedoch nur ein paar Straßenzüge ausmacht: Kulissen wie aus dem Film "Midnight in Paris", die Stadt der Künste, Dichter und Boheme; der Rest/ der Großteil ist aber eher Kölner City. Jedoch habe ich von einigen Menschen gehört, dass Paris polarisiert; für die einen großen Liebe, für die anderen große Enttäuschung. Städte wie London, Rom, Venedig oder Barcelona hingegen, haben mich persönlich schnell und nachhaltig begeistert, trotzdem schließe ich es nicht aus, es vielleicht doch nochmal mit Paris zu versuchen...

Zunächst rieche ich hier einen ähnlichen Vibe wie in "Minuit et Demi | Fragrance Du Bois" im Auftakt (sanfter Kaffee plus subtile Zitrik im Hintergrund, aber ohne süßes Karamell), entfernt erinnert er mich auch an den "So New York" von Bond No 9, aber ohne Gammel-Filterkaffee-Note; eine schöne Mischung aus Würzigkeit, herbem Kakao und Nüssen nehme ich wahr (wobei die Kakaonote nicht so gourmandig-essbar ausfällt). Tatsächlich ist der Duft auch recht pudrig im Verlauf ohne scharfe Talknote, aber fein trocken wie Kakao-Kaffeepulver, frisch gemahlen, eine sanfte Duftwolke, nicht cremig wie ein heißer Kaffee mit Milch.
Der Kaffee ist allerdings nicht explizit herauszufiltern, wenn man nicht von ihm weiß (für die, die nicht zu viel Kaffee mögen), er ist fein verwoben mit dem Zimt und dem Kardamom, der nicht maskulin ausfällt und einer dezenten dunklen Kakaonote (ich mag Schokolade eigentlich gar nicht in Düften, ich esse sie nur gern).
Dazu ein nicht so süßer Vanille-Tonkapuder mit verspielter Ausstrahlung, parfümig trotzdem und kein Dessert, zu keiner Zeit schwer und üppig.
Es erinnert an sonnige Vormittage in Straßencafés, ob in Budapest, Brüssel, Rom, Amsterdam, Wien oder eben in Paris, zwischen pittoresken oder mediterranen Gebäuden in der Altstadt mit einem Cappuccino mit Kakaopulver auf dem Tisch, und die Luft verspricht einen Frühlings- oder Sommertag. Sonnenbebrillte Menschen in entspannter luftiger, aber mondäner Kleidung, eine Tageszeitung unterm Arm geklemmt, die aktuelle Vogue auf dem Cafétisch, sorgfältig geschminkte Frauen, dicke Tauben auf Kopfsteinpflastern, Kinder, die kreischend um einen Brunnen herumrennen, während frische Croissants in die Auslagen der Backstuben geschoben werden und Menschen in die blank geputzten Schaufenster der Designerläden starren.
Ich rieche den Duft auch noch am nächsten Tag am Handgelenk.

Nachtrag: manchmal rieche ich eine stechende Multivitaminsaft-Note heraus im Auftakt...
1 Antwort
1 - 5 von 82