PureNeugierPureNeugiers Parfumkommentare

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09.04.2019 17:51 Uhr
21 Auszeichnungen
Pam... PamPamPam... PamPamPam... PamPamPaaaaaaaaammmmmm...
Na, wer hat das Intro erkannt??
Mal ehrlich, liegt es daran, dass ich ein Kind der ‘80er bin oder lest Ihr auch den klangvollen Namen „The Eyes of the Tiger“ und habt sofort die ersten paar Takte von Survivor‘s „The Eye of the Tiger“ zum gleichnamigen Film (dem 3. Teil der Rocky-Reihe mit Sylvester Stallone und Mr. T.) im Ohr?
Idiotisch, denn es lässt eine vollkommene Fehlassoziation entstehen!
Gucci‘s „Tigeraugen“ haben nicht das Geringste mit dem Überlebenskampf auf der Straße, der Herausforderung sich seinem Gegner gegenüber behaupten zu wollen oder dem Nervenkitzel eines Kampfes zu tun. Es ist kein aufregendes Parfüm in dem Sinne, sondern eher ein purer Schmuseduft!
Hier zeigt Alberto Morillas mal wieder, dass er Düfte mit Kuschelfaktor einfach wirklich gut kann und trumpft gekonnt mit der Ausgewogenheit von Amber und Vanille auf. Kennt man schon, hat man alles schon gerochen? Jein..., zumindest nicht bei Gucci. Denn dieser Duft hebt sich meiner Meinung nach schon etwas von dem sonstigen Stil der Marke ab. Diese „Tigeraugen“ durchbohren einen nicht mit ihrem Blick, sondern streifen einen eher sanft und zärtlich. Die Zistrose und die Vermutung auf einen nicht gelisteten Hauch von Moschus (da stimmt meine Nase mit der von Yatagan überein) verleihen ihnen ein spezielles Funkeln, in dem sich eine Spur subtiler Erotik und vielleicht ein ganz kleines Bisschen Jagdlust widerspiegeln. Wohl eher eine Tigerin mit besonders kokettem Augenaufschlag die evtl. ein wenig rollig ist?
Der Duft zeigt sich jedenfalls ausdauernd anschmiegsam und betört mit seiner süß-ambrierten rauchig weichen Aura.
Hätte Rocky den zu seinem Kampf mit Mr. T. aufgelegt, dann wären die Zwei aus dem Clinch gewiss nicht mehr heraus gekommen und falls doch, hätte es vermutlich in einer Einladung zum Candle Light Dinner geendet...


22.03.2019 00:30 Uhr
38 Auszeichnungen
Meine Damen und Herren, so etwas haben wir noch nicht gehabt. Das ging ja blitzartig! Haben sie‘s gesehen, pardon, gerochen? Ich bin überzeugt, viele von Ihnen haben es so schnell gar nicht richtig mitbekommen.
Hier nochmal für alle, die diesen denkwürdigen Moment verpasst haben, in Zeitlupe:

Da sprintet er aufs Hautspielfeld mit nichts weiter bekleidet als einer fast eukalyptusartigen Harzigkeit und greift schon im nächsten Moment zu einer ordentlichen Prise Holz. Hat der Wumms! Die Geruchsnervensecurity versucht ihn einzufangen... Doch Moment, was tut er denn jetzt?! Er schlägt einen Haken zu einer beinahe schon fettigen Lippenstiftnote! Unfassbar, dass er die Kurve gekriegt hat...Und er ist schnell, verdammt schnell...
Das kann doch nicht sein! Die Geruchsnervensecurity bekommt ihn einfach nicht zu fassen! Was ist denn da los? Meine Herren! Ich glaub‘s nicht!!! Das hat‘s hier so noch nie gegeben! Er zieht blank! Er zieht tatsächlich blank!
Auf den oberen Rängen wird es still, die Spannung steigt. Sie riechen ihn jetzt nur noch hautnah, ganz pudrig warm, leicht balsamisch lieblich, immer noch mit einem Hauch von harzigem Holz, doch vor allem mit einer deutlichen Moschusnote...
Er rennt zum Ausgang uuuuuund.... weg isser!

Neeeeeiiiiiiiin! Sie haben ihn! Sie haben ihn doch noch geschnappt! Unglaublich!! Was für eine Wendung!

Liebes Publikum,
Sie waren Zeugen des wohl flottesten Spektakels der gesamten Parfumweltmeisterschaft. Wer hätte schon mit so etwas gerechnet...
Moment... Wir bekommen gerade eine Meldung rein...

Der ominöse Flitzer, der uns heute eine spaßige kleine Einlage geboten hat und nach einem 5 stündigen Hautarrest, in dem er sich sehr leise zeigte, plötzlich verschwand, ist anscheinend unter dem Namen „Naïviris“ bekannt und ganz offensichtlich Teil einer Gruppierung namens „Collection Noir“. Er gilt als flüchtig.

Bevor wir unsere Übertragung fortsetzen verabschieden wir uns in die Werbepause. Bleiben sie dran...




06.03.2019 21:24 Uhr
31 Auszeichnungen
Sehr lange bin ich um „Mortal Skin“ herumgeschlichen. Unbedingt wollte ich ihn testen, doch irgendwas hielt mich stets zurück, wie eine leise Warnung vor dem, was er in mir auslösen könnte.
Ebenso lange habe ich nach mehrmaligem Testen überlegt, wie ich diesen Duft und das was er in mir auslöst in Worte fassen soll. Wirklich nicht einfach, denn dieser Duft lässt mich in purem Gefühl aufgehen! Blanke Emotion - gewaltig, leidenschaftlich und vollkommen konfus. Dieser Art von Gefühl war ich sehr lange nicht ausgesetzt, zuletzt als die Beziehung mit meiner ersten großen Liebe nach 4 Jahren ihre einjährige Berg- und Talfahrt ins endgültige Aus begann.
Jeder Einzelne Tag zerriss mich aufs Neue. Da wechselte tiefster Schmerz sich mit unbändiger Freude ab, alles verzehrende Sehnsucht überwarf sich mit zügelloser Leidenschaft, Einsamkeit und Stille wurden von tosenden, verletzenden Worten abgelöst um sich in trauter Zweisamkeit wiederzufinden oder völlig zu verlieren. Doch allgegenwärtig und ungebrochen spürte ich trotz allem immer die Liebe in mir. Die Liebe zu ihm. Es tat nicht immer nur weh, es war gleichermaßen schön. Mal war der Schmerz stechend und bitter wie bei Verzweiflung und Trauer, mal lieblich und süß wie von einer Freude, die fast mehr ist als man verkraften kann.
Ich rieche die Tinte, mit der ich in krakeliger Handschrift meine damals noch regelmäßigen Tagebucheinträge niederschrieb, das Leder seiner Jacke, dessen Duft ich tief einsog, wenn er mich in seinen Armen hielt, den Puder den ich auftrug, wenn ich meine Tränen zu verbergen versuchte, den Weihrauch ganz ähnlich den Räucherstäbchen die oft an unseren lauschigen Abenden in seiner Wohnung zu duftender Asche verbrannten...
Und allgegenwärtig war dieses Lied „My Immortal“ von „Evanescence“. Dieses Lied vermochte damals all diese wirren Emotionen und Gegensätze, die unbändig in mir tobten, zu vereinen und zu kanalisieren. Die Stimme der Sängerin grub sich tief in mein Herz, Melodie und Text sprachen mir aus der Seele.
Diese Beziehung nahm kein schönes Ende, dennoch endete sie in Liebe!

Es mag eine ungewöhnliche Duftbeschreibung sein, doch dieser Duft lässt sich für mein Empfinden mit analytischen Vorgehensweisen nicht einfangen und auch nicht annähernd beschreiben. „Mortal Skin“ ist nichts für Rationalisten, denn er geht unter die Haut und lässt einen spüren was man zu fühlen fähig ist. Er ist ein Rausch! Voll von Melancholie, Sehnsucht, Begierde, Glückseligkeit, Sanftmut, Leidenschaft... Er wühlt sich durch den Körper bis er jede einzelne Synapsen in Aufruhr gebracht hat, um im selben Moment wie ein Narkotikum jegliche Wahrnehmung zu betäuben und einem die sanfte Ruhe einer traumlosen Nacht zu schenken.
Eine Symphonie herzzerreißender Emotionen jeglicher Art, in der ein Gefühl stets allgegenwärtig bleibt: Liebe...
Ich verbinde mit diesem Duft nichts Negatives, denn für mich sind Gefühle ganz gleich welcher Natur etwas Elementares und ich möchte auf keine einzige ihrer Facetten verzichten, denn sie machen das Menschlichsein aus! Tief empfinden zu können ist ein Geschenk und so ist es auch „Mortal Skin“, eine emotionale Naturgewalt!
Wie damals „My Immortal“ hat „Mortal Skin“ mich aufs Intensivste und Innigste berührt, so dass ich diesem Duft mit Haut und Herz absolut verfallen bin. Er ist ein Seelenfänger!




02.01.2019 23:54 Uhr
24 Auszeichnungen
„Entweihet meine Hand verwegen dich, oh Heil‘genbild so will ich‘s lieblich büßen. Zwei Pilger, neigen meine Lippen sich den herben Druck im Kusse zu versüßen...“
Diese Zeilen aus Shakespeare‘s „Romeo & Julia“ könnten den Duft von „La Mia Perla“ kaum treffender beschreiben.

Anfänglich erschien mir der Duft schön, doch auch irgendwie belanglos. Nichts ahnend welche Wirkung er zu entfalten fähig ist, drückte meine Nase ihm vorschnell den Stempel „leichte Kost“ und „Allerweltsdamenduft“ auf.
Ein großer Irrtum, wie sich alsbald herausstellen sollte. Denn dieser Duft hat trotz seiner enormen Zartheit durchaus Charakter.
Bei diesem Liebesgedicht in Duftform handelt es sich um keine simple Plattitüde. Hier ist tatsächlich aufrichtige Leidenschaft im Spiel, wenn auch eher subtilerer Natur. Die Erotik, die in den cremig-pudrigen Nuancen mitschwingt lässt sich nur schwer greifen, obgleich sie omnipräsent ist. „La Mia Perla“ hält ganz wunderbar die Balance zwischen unschuldiger Süße und die Sinne betörendem Schmelz. In diesem Duft steckt ein Verlangen nach vollkommener Hingabe, eine sinnliche Intensität, die zwar aufs Alltagstaugliche gezügelt bleibt, einem aber nicht minder ein sehnsüchtiges Seufzen zu entlocken vermag.
Die Innigkeit und auch das tiefe Begehren, dass in den eingangs dieses Kommentars zitierten Worten Shakespeare’s mitschwingt, geht auch von diesem hauchzarten, ungemein lieblichen Duft aus. Ein leiser Sirenengesang, an Femininität kaum zu überbieten.

Wer es zärtlich und sinnlich mag, der könnte „La Mia Perla“ lieben.


20.12.2018 00:31 Uhr
24 Auszeichnungen
Es war eine kühle Dezembernacht. Der Vollmond stand hoch am Himmel und tauchte den Wald in diffuses Licht. Wabernde Nebelschwaden krochen über den moosbedeckten Waldboden und die sich im leisen Wind wiegenden Tannen verströmten den Duft ihres Harzes. Die Luft war würzig und prickelnd, gleichermaßen süß und herb in vollkommener Harmonie.
Wie aus dem Nichts huschte ein verirrtes Irrlicht zwischen den alten Bäumen umher, sprang von hier nach dort, hielt kurz inne und hüpfte weiter. Der hell weißliche Schein der von ihm ausging schimmerte und zuckte während es sich blitzschnell fortbewegte, so lautlos wie ein Geist.
Abermals sprang es vor und machte kehrt um dann in der Luft nur wenige Zentimeter über dem Boden zu verharren.
„Wo bin ich nur, wo bin ich nur?“ wisperte es in die Nacht hinein.
Zur Antwort ertönte ein glockenhelles Lachen aus dem Dickicht direkt vor ihm. Als es genauer hin sah erkannte es, dass es sich bei dem Dickicht um einen großen Rosenbusch handelte, welcher zur Verwunderung des kleinen Irrlichts noch in voller Blüte stand und einen ganz außergewöhnlichen Duft verströmte. Die Aromen waren warm und kühl zugleich wie eine Liaison taufrischer Rosen und betörenden Jasmins mit dem Schmelz von Ambra.
Inmitten einer besonders prächtigen Blüte räkelte sich eine kleine Elfe und schmunzelte. In ihren Händen hielt sie einen klitzekleinen Blütenkelch dessen Rand mit Zucker kandiert war und der in sich einen Tropfen Gin barg.
„Wo bin ich?“ wiederholte das Irrlicht seine Frage.
„Du bist hier“, kicherte die Elfe und nippte an ihrem Kelch.
„Ich hab mich verirrt“, entgegnete ihr das kleine Irrlicht, „und weiß nicht wo *hier* ist.“
Die Elfe ließ erneut ihr fröhliches Glöckchenlachen erklingen: „Ein verirrtes Irrlicht..., das geht doch gar nicht“, trällerte sie und nahm nun einen kräftigen Schluck. „Hier und jetzt ist genau richtig!“
Das Irrlicht kam näher. „Wie kann hier und jetzt richtig sein, wenn ich mich doch verirrt habe?“ fragte es zweifelnd.
„Wie kannst du verirrt sein, wenn du doch hier und jetzt genau richtig bist?“ erwiderte die Elfe und lächelte glücklich.
Das kleine Irrlicht überlegte einen Moment und kam zu dem Schluss, dass die Elfe Recht hatte. Im Hier und Jetzt zu sein war das einzig Richtige!
So gesellte es sich zu der Elfe in die Rosenblüte, teilte mit ihr sein Licht und ihren Gin, genoss die kühle, mittlerweile liebliche Nachtluft und war glücklich bis zum Morgen.


17.12.2018 17:44 Uhr
10 Auszeichnungen
Neulich Abend lud mich eine gute Freundin ein mit ihr den QuatschComedyClub zu besuchen.
Ich geh nicht häufig aus und wenn dann meist zu Festivitäten im Freien, wie Mittelalter- und Weihnachtsmärkten. Insofern machte ich mir sogleich Gedanken welcher meiner Düfte für so einen Indoor-Abend wohl am geeignetsten sei. Nicht zu aufdringlich oder raumgreifend durfte er sein und so entschied ich mich für meinen momentanen Signaturen-Duft „Tsarina Intensivo“, der spärlich dosiert für mich ein klarer Immergeher ist.
Pünktlich um 19Uhr holte mich meine Freundin von zuhause ab und schon als ich zu ihr ins Auto stieg bemerkte ich, dass etwas nicht stimmte. Irgendwas müffelte...
Ich schnupperte möglichst unauffällig meine Kleidung ab, wie ein Spürhund auf der Suche nach dem einen winzigen Molekül welches ihm verrät, wo sich das was er sucht befindet. Doch nichts!
„Tsarina“ haftete an mir wie ein intimer Schleier und sonst war da nichts weiter.
Das Gemüffel hatte sich zurückgezogen und war mit dem Geruch des Autoleders bis zur Unkenntlichkeit verschmolzen. Es ließ sich nicht mehr ausmachen.

Als wir im Theater ankamen war es voll, brechend voll!
So schoben wir uns vorsichtig durch die Menschenmenge zur Bar hinüber und orderten uns 2 Softdrinks.
Lange ist es her, dass ich einem solchen Geruchschaos ausgesetzt war (für gewöhnlich meide ich beengte Räumlichkeiten mit hohem Menschenandrang) und entsprechend wenig konnte ich mich der Flut an umher wabernden Düften und Gerüchen entziehen, zumal ich generell sehr leicht reizüberflutet bin. Ich roch den Zigarettenqualm der von draußen herein wehte, die verschiedenen Aromen von Bier aus Flaschen und Mündern, das Paprikagewürz von den Käsenachos die einige verzehrten, das süß-klebrige Popcorn, diverse „0-8-15-Parfüms“ (was ich hier keineswegs negativ meine, nur stach keines besonders heraus) UND das latente Gemüffel aus dem Auto. Da war es wieder!
Die Türen zum Theatersaal öffneten sich und die Massen begannen sich in Bewegung zu setzen.
Wir hatten gute Plätze ergattert, recht mittig im Saal mit dem prophylaktischem Sicherheitsabstand zur Bühne, der vermeiden sollte, dass eine von uns am Ende zum Teil des Unterhaltungsprogrammes werden könnte.
Wir saßen noch keine Minute, da kroch das Gemüffel schon wieder zu mir herüber. Doch diesmal versuchte ich nicht mehr den Ausgangspunkt auszumachen, sondern nahm den Geruch selbst genauer unter die Lupe: Er war dezent, kein klassischer Stinker, süßlich und irgendwie... ja... wie beschreibt man das nun am besten...? Verdorben? Es roch ein wenig wie saure oder angegorene Milch, wie eine Mischung aus überreifen Bananenen und künstlichem Vanillearoma, cremig und... Da kam es mir in den Sinn! Es roch für mich wie von einem Säugling erbrochene Muttermilch!
Nun, wo ich den Geruch erst genauer versucht hatte zu analysieren, bekam ich ihn leider gar nicht mehr aus der Nase. Er krallte sich in meiner Wahrnehmung fest wie ein verdammtes Klammeräffchen! Mir wurde klar, ich würde die nächsten 2 Stunden mit ihm leben müssen...
Doch dann kam mir die viel schlimmere Erkenntnis: Er strahlte von meiner Freundin ab! Da sie keine Mutter ist musste es ihr Parfum sein.
Was für ein Gebräu mochte das bloß sein?

Die Pause sorgte für frischen Wind und eine Erleichterung. Plötzlich genoss ich das reizüberflutende Potpourri der sich im Foyer drängenden Menschen und Gerüche. Das erschien mir jetzt als eine willkommene Abwechselung.
Doch ich trage mein Pseudonym hier nicht ohne berechtigten Grund, denn nun, wo ich die Quelle des Müffelns identifiziert hatte, war die Neugier geweckt und ich musste einfach wissen was das war.
Also fragte ich geradeheraus meine Freundin nach ihrem neuen Parfum. Und sie antwortete mir stolz: „Dangerous Woman von Bruno Banani. Schön, oder?“
„Äh, nee, nicht so wirklich...“, dachte ich und überlegte wie ich dieses fette Fettnäpfchen nun geschickt umschiffen könnte...
Parfumo sei Dank fiel mir schnell eine rettende Antwort ein: „Da muss ich doch unbedingt mal bei Parfumo die Duftpyramide nachschauen!“
Also Zack, das Smartphone gezückt und ganz für mich still gelesen:
Mmmhhh... schwarze Johannesbeere (riech ich nicht!)... Kokosmilch (joa, schon eher)... Gourmandnoten (definitiv!) und Vanille-Absolue (auf jeden Fall, aber von der fies synthetischen Sorte!). Exotische Blüten... Zählt Titanwurz auch dazu??

„Dangerous Woman“, na ja, nicht wirklich. Gefährlich wird mir hier nur die müffelnde Penetranz. Aber mal ehrlich, die Duftpyramide klingt gar nicht übel, könnte u.U. sogar in mein Beuteschema passen.
Lag es an der Hautchemie meiner Freundin oder einzig an meiner individuellen Wahrnehmung??
Völlig egal, denn Fakt war, dass mir nach Pausenende noch eine weitere Stunde mit dem kleinen Baby-Kötzli in der Nase vergönnt sein würde.
Doch was soll‘s. So lange die Witze der Comedians nicht so miefen wie dieser Banani, nehm ich‘s mit Humor ;-)


07.11.2018 20:59 Uhr
7 Auszeichnungen
Ihr wart es, die mir gezeigt habt was es alles Schönes in der Welt der Parfüms zu entdecken gibt. Und ihr seid es auch gewesen, die mich auf die Spur dieses grandiosen Duftes geführt habt.
Ihr habt ihn so wundervoll beschrieben, habt mir seine honigsüße Seele näher gebracht, so dass ich beinahe das Gefühl hatte sein Aroma fast schon schmecken zu können.
Euretwegen musste ich ihn einfach testen und habe mich sofort verliebt!

„Intense“ ist so viel mehr als nur dunkler Waldhonig. Die Zitrusnote zu Beginn ist frisch wie Morgentau, nur ein Hauch, die Lilie ist weich und hell und cremig.
Ja, der Honig dominiert „Intense“, ist von Anfang bis Ende da und ja, er ist vollmundig, dunkel und würzig ganz ohne klebrig zu sein. Aber da ist noch mehr. Ich nehme einen Anklang von Bienenwachs wahr.
Der Duft hat Tiefe und dafür mache ich die Kombination aus Jasmin, Rose und Patchouli verantwortlich, auch wenn es fast unmöglich ist sie einzeln herauszuriechen. Doch würde man einen Strauß dieser 3 prächtigen Blumen nehmen und ihr gemeinsames üppiges Bouquet einatmen, dann ließe sich eben diese Symphonie in „Intense“ wiederfinden, wenn auch nur unterschwellig.
Die Vanille nehme ich jedoch nur als Gerüst war, sie trägt das Gesamtwerk, verleiht ihm seine ungewöhnliche Präsenz und Ausdauer. Sie lässt den Honig in seinem dunklen Gold erstrahlen

Für mich ist dieser keltische Zaubertrank mehr als ein Parfüm. Er ist Aromatherapie für Körper & Seele, quasi Antidepressivum im Zerstäuber. Ein Duft für Bienenköniginnen, Waldschrate, Druiden und Fabelwesen. Ein olfaktorischer Traumfänger.
Ich bin euch sehr dankbar, dass ich ihn durch euch auf so vielfältige Weise kennenlernen und erleben durfte und nun auch mit ihm verbandelt bin.
Dankeschön, Parfumo!


05.11.2018 17:58 Uhr
10 Auszeichnungen
Ja, ich bin ein Landei!
Die Stadt mit ihren vielbelebten Gassen, ihrer Beengtheit, den hektisch umher wuselnden Menschen, die obendrein oft mehr Schein als Sein verkörpern und all ihren auf mich einstürzenden Eindrücken macht mich heutzutage über die Maßen nervös. Was mir früher nur allzu vertraut war erscheint mir nun fremd und auch teilweise ein wenig befremdlich. Als würde der Puls der City meinen eigenen Herzschlag irritieren und aus dem Rhythmus bringen...
Doch da gibt es eine kleine Oase inmitten all dieser Geschäftigkeit, ein Eldorado für „Nasenbären“, eine kleine Nische für Nischendüfte.

Als ich zum ersten Mal davon Wind bekam wurde ich ganz kribbelig.
Ein Gefühl vergleichbar der Reise zu einer Goldgrube die im Herzen eines Dschungels voller bedrohlicher Schatten und Irrpfade gelegen ist.
Könnte ich es wagen?
Nachdem mir ein lieber Parfumo, von dem ich sicher war, dass er in besagter Godgrube bestimmt bereits seinen Claim abgesteckt hatte, auf meine vorsichtige Nachfrage versicherte, dass es sich allemal lohnen würde, fasste ich all meinen Mut zusammen und zog los.
Mit zittrigen Knien und flatterndem Herzen bahnte ich mir meinen Weg durch den ganz normalen Alltagsirrsinn der Innenstadt. Für jeden anderen keiner Rede wert, für mich jedoch ein Kampf mit der in mir aufsteigenden Panik. Doch dann, endlich, war mein Ziel in Sicht und ich hechtete förmlich durch die Eingangstür des kleinen Ladens in Sicherheit.
Da stand ich nun, völlig reizüberflutet und staunend, aber vor allem GLÜCKLICH! Angekommen in jeder Hinsicht!
Der Ladeninhaber begrüßte mich äußerst höflich und fragte womit er mir behilflich sein könnte. Als ich mein Anliegen vorbrachte, nämlich einen Herbstduft zu finden von dem ich selbst noch nicht wusste in welche Richtung er gehen sollte, verwies er mich freundlich an seine Angestellte, die sich sogleich bemühte meine Duftpräferenzen zu hinterfragen. Keine 3 Sätze später präsentierte sie mir 2 Düfte, nämlich „Oud Palao“ von Diptyque und „Bibliothèque“ von Byredo.
Beide ganz fabelhaft, aber „Bibliothèque“ vermochte in diesem Moment etwas, was „Oud Palao“ nicht konnte. Es brachte mich zur Ruhe. Die Wogen in mir glätteten sich, Pfirsich und Pflaume waren süß und besänftigend, die Pfingstrose samtweich und bezaubernd und der Lederakkord (für mich eindeutig Wildleder) hell und freundlich. Patchouli und Vanille runden alles harmonisch ab und verleihen dem Ganzen eine gewisse Gemütlichkeit und Tiefe. Für mich ein Wohlfühlduft wie er im Buche steht.
Eingehüllt in den Schutz dieses Duftes wie in eine eigene kleine Sphäre aus Ruhe und Gelassenheit konnte mir das Getöse um mich herum nichts mehr anhaben und ich versprach mir selbst wiederzukommen, um irgendwann den nächsten Schatz zu bergen.


05.11.2018 16:38 Uhr
13 Auszeichnungen
Wenn der Trubel überhand nimmt, wenn man sich inmitten der Menschenmassen allein fühlt, wenn der Himmel grau und die Luft diesig ist, wenn die Kälte zunimmt ohne Klarheit mit sich zu bringen und wenn die Gedanken beginnen sich zu überschlagen, dann ist „Tsarina Intensivo“ wie ein Anker der einen festhält, wie goldener Sonnenschein der einen wärmt, wie ein Seidenschal für die Seele, wie flüssiger Optimismus und Lebensfreude zum aufsprühen.

Die fruchtige und zugleich cremig süße Mandarine ist hell und muntert auf ohne auf quirlige Weise belebend zu wirken. Untermalt und getragen vor allem von Vanille, Moschus, Labdanum und Sandelholz wärmt sie einem die Sinne. Hedion und Jasmin funkeln immer wieder mal hervor wie das Sonnenlicht durchs Herbstlaub, die Iris ist weich und hell und die Zeder verleiht diesem Duft eine unterschwellige Würze.

Hier darf man ankommen und verweilen, darf durchatmen und sich glücklich fühlen.
Ein so wunderbar ausbalancierter Duft der fähig ist komplett mit einem zu verschmelzen ohne sich dabei selbst zu verlieren.
Aufregend und dennoch völlig unaufgeregt, sogar eher beruhigend.
Vollkommen natürlich und außergewöhnlich zugleich.

Hier bedarf es keiner weiteren Worte außer:
Still schweigen und genießen!


28.03.2018 00:33 Uhr
16 Auszeichnungen
Es war mittags in der Parfümerie. High Noon!
Zwei Düfte zur Auswahl, die beide bereits den Weg auf meine Merkliste gefunden hatten, beschloss ich sie im Direktvergleich zu testen. Auf dem linken Handrücken "Eau de Mandarine Ambrée", auf dem rechten "Aqua Allegoria Mandarine Basilic". Hermès gegen Guerlain. Zwei Kontrahenten die unterschiedlicher kaum sein könnten, doch in diesem Fall bewaffnet mit der selben namensgebenden Hauptkomponente: Mandarine.
EDC gegen EDT. Schlichter, schnörkelloser, satt oranger Flakon mit schwarzer Melone als Kappe gegen verspielten, prunkvoll anmutenden Bienenkorbflakon mit opulenter Goldverzierung.
Der erste Schuss - pardon! - Sprühstoß fällt, der zweite folgt sogleich. Das Duell hat begonnen!
Von beiden Seiten steigt mir saftiges Mandarinenaroma in die Nase, zur Linken etwas üppiger und herber mit einer starken Anmutung von Mandarinenschale, zur Rechten leichter und spritziger, zugleich aber auch süßer. Beides riecht unbeschreiblich lecker.
Links entwickelt sich trotz des leicht herben Untertons eine aromatische Tiefe und Wärme, ein Duft in den man eintauchen möchte, Verwöhnaroma pur. Rechts hingegen erscheint alles luftiger, ein wenig süß-säuerlich und belebend, das Basilikum tritt hinzu und bildet einen auffälligen Kontrast zur Mandarine, die Süße wird dadurch ein kleines Bisschen abgedimmt, der Duft erscheint mir eher kühl.

Im Regelfall bleibt bei den Hermès-Düften auf meiner Haut meist ein deutlich herber und fast krautiger Anklang zurück (Ausnahmen bilden hier "Le Jardin de Monsieur Li" und "Twilly d'Hermès"), während die Guerlains bei mir eher dazu neigen ihr gesamtes Repertoire an Süße in allen Facetten auf meiner Haut zu manifestieren.
Hier war es tatsächlich eher umgekehrt!
"Eau de Mandarine Ambrée" zur Linken legte mit der Zeit jegliche Herbheit ab und wurde zunehmend vollmundiger, saftiger und süßer. Eine Mandarine wie es sie zur Weihnachtszeit nicht schmackhafter geben könnte. Warm, weich, triefend von köstlichstem süßen Saft.
"Aqua Allegoria Mandarine Basilic" zur Rechten peilte derweil die entgegengesetzte Richtung an. Die anfängliche Süße verlor sich ganz langsam, dennoch bleibt die Mandarine gestützt durch die Pfingstrose die ganze Zeit über hell und freundlich. Vermutlich durch das Neroli die Kühle bewahrend und durch Basilikum und Efeu recht grün gehalten, kommt diese Mandarine absolut spritzig und noch etwas unreif daher. Nicht minder bezaubernd, aber dennoch etwas weniger rund für mein Empfinden.

Nach einigen Stunden, ich war längst wieder in heimischen Gefilden angelangt, hatten sich beide Düfte zur Ruhe begeben. Sie enden beide mit Amber wie er anschmiegsamer kaum sein könnte. Doch wo "Aqua Allegoria Mandarine Basilic" schätzungsweise durch das Sandelholz ein klein wenig spröder und heller ausklingt, da schmilzt "Eau de Mandarine Ambrée" nur noch tiefer in die Haut hinein, so dass nichts als vortrefflich süße Mandarine umhüllt von einem Hauch Amber verbleibt, warm und wohlig.

Tatsächlich hatte "Eau de Mandarine Ambrée" als EDC auf meiner Haut den längeren Atem und blieb mir gut 2 Stunden länger treu als das EDT "Aqua Allegoria Mandarine Basilic", obgleich man ja eigentlich meinen möchte, dass sich EDCs für gewöhnlich meist schneller verflüchtigen als EDTs.

Beide Duellanten haben wirklich alles gegeben und ja, es war ein ungleicher Kampf, wenn auch die Stärken recht gut ausbalanciert waren.
"Aqua Allegoria Mandarine Basilic" ist ganz eindeutig ein purer Frühlings-/Sommerduft, eine frische Brise, lebhaft und leicht, während ich "Eau de Mandarine Ambrée" zwar ganzjahrestauglich finde, aber vermutlich doch für den Spätsommer/Herbst/Winter vorziehen würde mit seiner Tiefe und Wärme.

Ich wünschte, ich könnte sagen, dass der Kampf so ausgeglichen war, dass es kein Opfer gab... Doch so ist es im wahren Leben nun mal nicht und der Schwächere erliegt dem Stärkeren.
Eigentlich stand schon von vorn herein fest, wen es erwischen würde, wer am Ende unterliegen würde.
Nämlich ich!!
Ich konnte mich dieser olfaktorischen Übermacht auf Dauer nicht erwehren und bin am Ende beiden Düften rettungslos erlegen! Dieses Duell hat mich wahrlich in den Himmel gebracht, doch auf eine der schönsten Arten.
Wenn nur jeder Kampf so ausgehen könnte...


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