Endlich Urlaub, mein Herz hüpft, der Koffer ist zumindest gedanklich schon gepackt. Fehlt eigentlich nur noch ein Duft, der mich endgültig in Urlaubsstimmung versetzt. Wie praktisch, dass Kilian ausgerechnet jetzt
Piña Paraíso heraus bringt und damit nicht weniger als einen olfaktorischen Trip ins Paradies verspricht.
Und ja, der Auftakt ist wahrlich paradiesisch: eine saftige, vollreife Ananas empfängt mein urlaubsreifes Näschen. Ich setzte bereits meinen imaginären Raffaello-Hut auf und sehe mich neben Leonardi DiCaprio am Strand, eine Pina Colada in der Hand.
Doch kaum denke ich: "Was ein traumhafter Duft!" lande ich wieder blitzschnell in der Realität: Viel zu schnell wird die zauberhafte Ananas-Cocos-Fruchtigkeit, die mein Herz gerade noch schneller schlagen ließ, von einem gewaltigen Vanille-Tsunami überrollt. Intensiv, üppig, instant-süß. Die Paradiesvögel verstummen im synthetischen Kaloriendunst. Die versprochene Leichtigkeit geht Baden und wir vom immensen Hüftgold der Königin der Gewürze verdrängt.
Und so muss ich leider sagen: Dieser Duft entführt mich nicht ins Paradies. Bei der Vorstellung, dass ihn jemand im Sommer etwas zu großzügig aufsprüht, bekomme ich bereits Schnappatmung. Als einzig realistisches Einsatzgebiet fällt mir nur ein Sommer nördlich des Polarkreises ein.
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass der Duft seine Fans finden wird: all jene, die keine Angst vor einem Vanille-Tsunami haben und in der Gewissheit schwelgen, dass Hüftgold immer oben schwimmt.