SchnüFFleRRSchnüFFleRRs Parfumkommentare

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SchnüFFleRR vor 116 Tagen 17
9.5
Duft
8
Haltbarkeit
8
Sillage
8
Flakon

Riecht wie Zitronentee performt wie ein Energydrink!
Von Nishane habe ich das erste Mal durch Hacivat einem weiteren Aventusklon gehört. Meine ersten Gedanken waren „Oh nein nicht schon wieder einen neuen Brand die Klone baut und sie überteuert verkauft“.
In der Psychologie würde man das den Halo Effekt nennen. (bestimmte Eigenschaften oder besonders hervorstechende
Merkmale, werden auf die ganze Person in diesem Falle die Marke hin verallgemeinert)

Durch viele Empfehlungen aber habe ich mich dann noch durchgerungen der Marke eine Chance zu geben und bestellte mir ein sample von Wūlóng Chá da mich vor allem die Teenote interessierte.

Schnell war die Probe da und er wurde sogleich aufgesprüht. Skeptisch schnupperte ich an dem Duft, da ich nicht der größte Freund von Bergamotte und Moschus bin.
„Mmmmhh angenehm“ dachte ich bei mir. Ich war schon völlig im Genießen versunken da merkte ich, dass ich nicht wie sonst den Duft analysierte, sondern einfach nur die Aura genoss. Vor allem der Teeakkord beruhigte mich und gab mir das feeling von frisch gekochtem Zitronentee. Die Haltbarkeit empfand ich als ausreichend und nahm mir die Tage vor diesen eher zurückhaltenden Teeduft auf die Arbeit zu tragen. Gesagt getan. Am nächsten Morgen ballerte ich mir in bester jeremy fragrance Manier fünf Sprüher auf die bekannten Stellen. Nach meiner zwanzigminütigen Anfahrt auf dem Fahrrad betrat ich den Teamraum und setzte mich zu meinen anderen Kollegen nur Besprechung. Es dauerte keine fünf Minuten da hörte ich aus dem Gang eine Gruppe von Kollegen, die sich über meinen sehr starken Geruch austauschten. Nun merkte ich, dass der Duft extrem strahlte und mittlerweile den Ganzen raum einnahm. Da ich kaum Moschusdüfte getestet habe wusste ich nicht genau wie krass dieser Stoff auf der Haut und vor allem in Verbindung mit Bewegung/Wärme auf der Haut strahlen kann. Nach der Bitte meines Chefs doch das nächste Mal nicht in dem Parfüm zu baden und der Feststellung aller, dass der Duft echt gut ist aber leider zu viel aufgetragen wurde, hatte ich meine Ersten Rückmeldungen erhalten.

Meine Zusammenfassung des Duftverlaufes ist mittlerweile folgende:
Im Duftverlauf startet er unglaublich frisch und zitrisch aber auch leicht fruchtig. Schnell gesellt sich die Teenote dazu die überraschend cremig und ganz leicht seifig daherkommt.
Man vermutet bei dem Duft, dass das das Ende ist. Aber nach ca. 30 Minuten geht zumindest auf meiner Haut das Feuerwerk los. Der Moschus macht den Duft sehr potent und lässt ihn leicht, frisch und dennoch herb ausstrahlen. Ich muss sagen, dass mich Nishane unglaublich beeindruckt hat. Auf meiner Haut hällt der Duft gute 8-9 Stunden, was für einen „Freshi“ sehr solide ist.
Spoilern kann ich, dass es noch weitere Düfte von besagter Marke gegeben hat, die auch unglaublich toll performt haben.

Ich habe den Duft für unter 100 Euro auf Notino ergattern können und bin sehr glücklich damit, auch wenn er sicherlich nicht gerade günstig ist.

Ich empfehle allen Teeliebhabern dringend einen Test, wenn sie auf frisch-süße Düfte stehen, die das gewisse Etwas haben.
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SchnüFFleRR vor 176 Tagen 30
8
Duft
10
Haltbarkeit
9
Sillage
6
Flakon

Der König im Bauernkleid
im Mittelalter war es nicht unüblich, dass sich der Adel unbemerkt unter das „einfache Volk“ mischte. Dies geschah aus Gründen der Geselligkeit, der Meinungsumfrage oder um den Hofstaat zu entfliegen. Dazu mussten sich aber auch die feinsten Herrschaften verkleiden, den Prunk ablegen und in einfache Gewänder schlüpfen.

Diese Metapher kommt mir immer in den Sinn, wenn ich an Shaghaf Oud denke, der zwar preislich und aufmachungstechnisch nicht so imposant daherkommt wie die meisten Nischenparfüms, aber im „Inneren“ durchaus „edles Blut“ in sich trägt.

Ich durfte mich schon durch einige Rosen-Oud Kombinationen im Nischensektor schnüffeln aber für mich war am Ende meist der kleine, einfache Shaghaf Oud die überzeugendste Duftkomposition. Das Parfüm prallt mit einer fast brutalen Kraft auf die Haut. Von Silage und Haltbarkeit könnten sich Häuser wie Dior, Prada oder Chanel noch so einiges abschauen. Ich bin gerne mal der Typ Duftliebhaber der es mit seinem Sprühstößen übertreiben muss und auch gut und gerne mehr als 5-8 Sprühstöße von seinen Düften aufträgt. (Oftmals zum Leidwesen meines Umfeldes)
Doch selbst ich muss mich hier ausbremsen. Mehr als 2 Sprüher und meine Umwelt wird eingenebelt. Deswegen mein Tipp, erstmal vorsichtig beim Dosieren sein. Ich habe so einige Powerhäuser in meiner Sammlung, aber ich würde diesen hier definitiv zu einem meiner Stärksten, wenn nicht sogar zu dem Stärksten wählen.

Der Duft selbst ist trotz seiner krassen Ausstrahlung sehr angenehm zu tragen. Die Rose kommt sehr sanft und vanillig daher. Der Duftcharakter ist zwar recht linear, dass stört mich aber bei diesem Duft nicht wirklich da die sanfte Komposition immer wieder beruhigend in die Nase steigt. Ich sehe den Duft zwar eher an einer reiferen, selbstbewussten Frau, aber trotzdem ist er auch für Männer absolut tragbar die sich mit dem süßen powerhouse identifizieren können. Am besten kommt der Duft für mich im tiefen Winter zur Geltung. Er begleitete mich bei vielen kalten Wanderungen oder Spaziergängen. Die Sillage liegt bei mir ca. bei 7-9 Stunden, die Haltbarkeit bei über 12 Stunden.

Schlussendlich möchte ich noch anfügen, dass wenn der Duft von Tom Ford, Parfums de Marly oder Initio etc. auf den Markt gebracht worden wäre, würde sich niemand über die Qualität beschweren könnten.
Shaghaf Oud ist für mich der Nischenduft aus dem „Billigsortiment“ der ein unglaubliches Preis-Leistungsverhältnis abliefert.
Wohl deswegen kann man ihn getrost König der cheapies nennen.


Lang lebe der König!

Im goldenen Bauernkleid!
6 Antworten

SchnüFFleRR vor 6 Monaten 17
9
Duft
8
Haltbarkeit
9
Sillage
7
Flakon

NICHT einfach nur eine Duftrezession!
Vor knapp 5 Jahren bin ich auf einen YouTube Kanal gestoßen. Jeremy Fragrance, ein impulsiver, extrovertierter Typ der mit seiner ansteckenden Art über Düfte philosophierte und anscheinend zu jedem seiner Schätze eine Geschichte erzählen konnte. Jeremy so nannte sich der Youtuber zumindest hatte trotz seiner eigenwilligen Art eine Begeisterung für Düfte in mir ausgelöst. Ich schaute seine Videos, kaufte einige der angepriesenen Parfüms und beriet mittlerweile sogar Freunde und Familie. Meine Leidenschaft für Düfte war geboren. Diese wurde allerdings erst durch die Parfumofamilie gefestigt, gestärkt und intensiviert. Aus einem Interesse wurde eine Leidenschaft.

Jeremys Kanal wuchs und so verkündete er bald die Produktion seines eigenen ersten Duftes. Die Fans waren gespannt und spekulierten, was da nun kommen würde. Jeder erwartete das neue Aventus, quasi eine Revolution der Duftwelt. Hierfür gewann Jeremy sogar Alberto Morillas den Messias der Parfümerieszene.

Die Promotion des Duftes lief nicht gerade glücklich. Schwankende Preise, die unkonstante Webside, der Zeitpunkt des Vorverkaufes, das Flaschendesign, weitere Batchveränderungen waren einige Punkte die vielen potentiellen Käufern sauer aufstieß.
Vor allem die hohen Preise schockierten die Community, die gehofft hatte Jeremy als einer der Parfüm immer fair und offen bewertete würde auch das Preisspektrum moderat gestallten. Aber Pustekuchen. Vor allem in den ersten Monaten musste man ordentlich blechen wollte man einen Duft ergattern.

Es dauerte nicht lang, dann wurde der Duft regelrecht zerrissen, da er anscheinend mit der riesigen Erwartungshaltung nicht mithalten konnte.


Aber nun zum Duft:

Für mich ist er tatsächlich eine Mischung aus Aventus (50%) Bleu de Chanel (35%) und Sauvage Parfum (15%). Vor allem im opening bekommt man wirklich die Aventusvibes sehr extrem in die Nase. Im drydown kommt dann immer mehr das BdC und Sauvage durch. Die Haltbarkeit und Sillage sind exzellent. Klar ist der Duft etwas ambroxanlastig, dies stört mich allerdings überhaupt nicht.


Jeremy bzw. sein Parfümeur vereinen also den gehobenen Mainstream in einer Flasche mit zum Teil mit besserer Haltbarkeit und Sillage. Dies gelingt Fragrance One zudem heute fast zu den gleichen Konditionen wie bei Dior, Chanel und andere gängige Marken, sofern man die angegebenen Rabattaktionen nutzt.

Das Jeremy Fragrance das Rad der Duftwelt nicht neu erfunden hat ist denke ich nun jedem klar. Dennoch wollte er einen Duft für das office liefern, der etwas auffälliger ist als die meisten anderen Bürodüfte. Diesen Soll hat er in meinen Augen zu 100% erfüllt.

Nun kann ich die schlechten Bewertungen einfach nicht verstehen, sieht man von dem anfangs überzogenen Preis ab.

Danke an Jeremy der mich mit seinen Videos zu einem tollen Hobby gebracht hat. Letztendlich war dies der erste Schritt zu Parfumo und zu dieser genialen und netten Community. Hier sind auch viele neuen Duftbekanntschaften/Freundschaften entstanden und dies habe ich nunmal auch ihm zu verdanken. Dies sage ich nicht als JF Fanboy, da ich seinen neueren Content eher skeptisch entgegentrete.

Gerne möchte ich mit einem Zitat von Wilhelm Busch enden. Die Interpretation ist jedem selbst überlassen.


„Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“
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SchnüFFleRR vor 7 Monaten 21
9
Duft
5
Haltbarkeit
6
Sillage
10
Flakon

Wenn JESUS einen Duft getragen hätte...
Schon lange hatte ich nicht mehr diesen Moment wie damals, als ich das erste mal Sauvage, Bleu de Chanel oder bei meinem Nischendebüt Aventus aufsprühte. Percival hat in mir wieder einmal seit langem dieses Gefühl ausgelöst einen Duft jeden Tag tragen zu wollen. So schön es ist eine vielfältige Auswahl zu haben, so weiß jeder Parfümenthusiast, dass es auch Fluch und Segen zugleich sein kann, zu überlegen welchen Schatz man heute auftragen darf. Der Duft von Parfüm de Marly macht es einem da sehr leicht. Er ist in jedem Falle ein frischer, angenehmer Duft der viel Güte und Warmherzigkeit ausstrahlt. Klingt vielleicht kitschig aber wenn Jesus einen Duft getragen hätte wäre es sicher dieser hier gewesen so wohlwollend kommt er mir vor. Er ist so viel mehr als nur ein ödes Cologne oder ein leichter Freshi. Diese angenehme schwer zu definierende Gewürz-frisch-Duftkombination ist schwer zu beschreiben aber irgendwie wirkt es so, als hätte man ihn schon einmal irgendwo gerochen. Fast wie ein Freund oder ein Lieblingsonkel der immer ein gutes Aftershave getragen hat. Jeder der nach einem unkomplizierten, harmonischen Duft sucht der nicht aneckt ist hier richtig. Percival ist in jedem Falle der Brave in der Parfum de Marly reihe. Ich mag ihn dennoch sehr vor allem weil seine Brüder gerne mal auf Ablehnung bei einigen Menschen stoße .
Ich werde meine 20 ml Abfüllungen noch aufbrauchen und mir dann wahrscheinlich den Duft sichern. Denn manchmal ist das Einfache einfach auch das Schönste.
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SchnüFFleRR vor 7 Monaten 10
8
Duft
8
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Der bessere Baccarat Rouge 540?!
Viel habe ich über diesen Duft gelesen. Viele Leute wurden enttäuscht, die sich einen "roten Superduft" ausgemalt hatten. Ich bin deswegen mit sehr niedrigen Erwartungen an einen ausführlichen Test herangetreten.

Der Duft startet mit einem voluminösen, leicht blumigen Zuckerwatteakkord der sich sanft über die Haut stülpt.
Fast wie dieses Dufterlebnis als man damals mit seinem Opa vor der Zuckerwattemaschine auf der Kirmes stand.
Ich finde das Wort "Dufterlebnis" trifft hier den Nagel auf dem Kopf, da mich Kalan in eine Zeit in meiner Kindheit zurückkatapultierte.

Zu leugnen ist es allerdings nicht, dass der Duft auf jeden fall Ähnlichkeiten mit allseits bekannten Baccarat Rouge 540 hat. Wie unterscheiden sich aber diese beiden? Ich für meinen Teil habe Baccarat Rouge nie so feiern können wie der Großteil der Community hier. Die "Zuckerwattennote" gefiel mir immer sehr gut aber diese sterile "Gummihandschuhnote" war nie mein Ding. Einfach zu exzentrisch für meinen Geschmack. (Trotzdem natürlich kein schlechter Duft!)
Aber das ist ja nunmal auch sehr subjektiv. Einzigartig und innovativ war der 540 für die Szene in jedem Falle.

Kalan nimmt aber nun all die Dinge die ich beim Baccarat Rouge nicht mochte heraus und hebt die Zutaten in den Vordergrund die ich beim 540 auch schon genießen konnte.
Zudem finde ich Kalan sehr viel alltagstauglicher und sanfter als den oben genannten Duft. Zudem ist der drydown sehr viel harmonischer und viel weniger unruhig als vorerst angenommen.
Die Haltbarkeit ist gut liegt bei mir bei 5-7 Stunden.

Mehr als eine 7,3 verdient der rote Hengst aber in jedem Falle, da die 540 Verwandtschaft mit 8,0 sehr viel besser abschneidet und die Düfte Handwerklich nicht so weit auseinander klaffen. Ich denke die schlechten Bewertung kommt auch durch die Erwartungshaltung, der Pferdefans, jeder PDM Duft muss ein neuer Layton oder Herod werden.

PDM hat mit diesem Duft das Rad nicht neu erfunden und auch keinen Duftriesen erschaffen, aber das finde ich auch nicht schlimm. Der Duft ist sehr angenehm harmonisch und an Baccarat Rouge 540 angelehnt. Allerdings mehr als Hommage als als Klonversuch.



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