Sebastian80Sebastian80s Parfumkommentare

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04.09.2019 11:07 Uhr
5 Auszeichnungen
Ein Blindkauf aus dem WWW. Wieder mal :)
Momentum Intense wurde auf eBay von einer Parfümerie neu und originalverpackt als Auktion eingestellt. Für relativ kleines Geld machte sich dieser Bentley nun auf den Weg zu mir.
Die Informationen hier sind eher rar und teilweise widersprüchlich. Forscht man dann genauer nach, soll es sich auch laut mancher Youtuber um einen Nachbau von CH Men handeln, oder zumindest stark an diesen angelehnt sein. Der Vollständigkeit halber sei gesagt: klingt gut, kenne ich aber auch nicht.
Der erste Eindruck war ein wenig ernüchternd. Wer hier ein schreiendes Testosteronmonster erwartet, wird ganz sicher enttäuscht werden. Ich nehme eine Holzigkeit wahr, die mich ein wenig an feuchte Sägespäne oder frische Hackschnitzel denken lässt. Für mich ist es definitiv helles Holz, das eine leichte Muffigkeit aber nicht abstreiten kann. Diese bemerke ich allerdings nur sehr nahe an der besprühten Stelle. Im Raum schwebt der Duft leicht und unbeschwert. Darüber breitet sich eine dezente Süße aus, die weit davon entfernt ist, klebrig oder aufdringlich zu wirken. Recht viel mehr Noten nehme ich persönlich allerdings nicht wahr.

Obwohl mir Momentum beim Tragen leicht bis mittelschwer vorkommt, so strahlt er in der ersten Zeit ordentlich ab und kann mit drei Sprühstößen ein kleines Büro ordentlich beduften. Und auch wenn ich den Duft nicht wahnsinnig lange an mir selbst wahrnehme, so kann die Haltbarkeit nicht wirklich schlecht sein, wenn T-Shirts noch Tage danach riechen.
Nach wiederholtem Tragen gefällt mir Bentley Momentum Intense wirklich gut. Mir gefällt das dezente "guter-Freund-Gefühl", das er vermittelt. Nicht aufdringlich, bestimmt nicht extravagant, aber eben auch ohne große Ecken und Kanten.


07.08.2019 09:20 Uhr
4 Auszeichnungen
1996: Acqua di Gio, ein Duft den JEDER haben wollte und von dem auch ich irgendwann ein Fläschchen besaß. Ich habe ihn noch gut in Erinnerung. Eben ein fröhlicher, charmanter Immergeher für Männer jeden Alters.
2015: Acqua di Gio Profumo, die Neuauflage mit riesigem Hype im Rücken.
Weihrauch und Patchouli haben Gio erwachsener gemacht. Er steht nun definitiv auf der maskulineren Seite. Er raucht, er schwitzt und seine Mimik hat sich verdunkelt.
Wie bei manchen anderen "Allzeit-bereit-Düften" der letzten Zeit habe ich auch bei Profumo meine Probleme damit, ihn als wirklich frisch anzusehen. Gerade erst aufgesprüht, finde ich das Patchouli bei Temperaturen um die 30 Grad unerträglich präsent und drückend. Zum Essengehen würde ich Profumo nur unter der Kleidung auftragen, auf freier Haut brüllt er mir zu sehr.
Gegen Abend und an kühlen bis milden Tagen finde diesen Duft allerding ideal. Klar, ich muss in Stimmung sein, etwas lauteres zu tragen, aber auf einer Geburtstagsfeier um die letzte Jahreswende konnte der Duft seine volle Stärke beweisen. Es wurde getrunken und geraucht, mit Sicherheit auch geschwitzt und gefeiert, aber als ich im Auto nach Hause gefahren wurde ( ca 9 Std später) bemerkte die Fahrerin verwundert "Ist ja erstaunlich: Du duftest nach dieser Nacht immer noch voll gut nach Deinem Parfüm"


06.07.2019 13:01 Uhr
8 Auszeichnungen
Nun, ob Bvlgari selbst beim "bitteren Wasser" an Meer und Ozean gedacht hat, weiss ich nicht. Auf jeden Fall wollte ich fest daran glauben. Zugegeben, oft bin ich nicht hinaus geschippert. Zu stürmisch und unruhig war mir die See. Zu kratzig und zu aggressiv in seiner Bitterkeit. So wurde mir Aqva Amara bei jedem Tragen unsympathischer.
Vielleicht bin ich einfach der falsche Kapitän, vielleicht liegt es daran, dass mir Neroli in höherer Dosierung einfach nicht gefällt, aber ganz ehrlich: nachdem ich den ursprünglichen Aqva recht positiv in Erinnerung habe, wurde Amara meiner Meinung nach zu Recht eingestellt...


26.06.2019 19:20 Uhr
5 Auszeichnungen
Wieder einmal ein Blindkauf. Kann man ja machen. Gerade bei einem derartig niedrigen Preis und so vielen Verehrern eines Duftes ist eigentlich nichts kaputt, sollte man selbst eine andere Meinung haben.
Bestellt, gewartet, erhalten und... Was ist DAS denn?!
Im ersten Eindruck stechend, nervende Eintönigkeit und erschreckend lange Haltbarkeit. Für mich soetwas wie ein geruchstechnischer Tinnitus!
Ein Blick auf die Pyramide und ich bin mir sicher, dass es die "Blätter" sind, die den Nautica für mich fast schon unerträglich machen.
Manchmal trage ich Kandidaten, die ich nicht konstant wahnehmen möchte, nur auf den unteren Rücken auf. Dieser Abstand zur Nase macht Nautica ein wenig besser. Trotzdem gehst Du nun wieder auf die Reise mein Lieber: Bon Voyage, wir werden uns nicht wieder sehen...


26.06.2019 11:04 Uhr
6 Auszeichnungen
Kurz zum großen Vorbild dieses Duftes: Seinerzeit hatte ich Sauvage des Hypes wegen gekauft. Everybodies Darling bla, absolut "save" bla bla... Nungut, der Duft an sich hat mir auch gefallen, muss ich zugeben. Auf der anderen Seite hat Diors Zugpferd aber auch ein riesiges Potenzial auf die Nerven zu gehen. Zu aggressiv, zu laut zu präsent einfach.
Eine Runde durch den Kaufhof, hat aus dem jungen Wilden, einen reiferen Macho gemacht. Immer noch genug Pfeffer im Hintern, weiss sich Writer nunmehr aber zu benehmen. Weniger kantig, weniger laut, aber immer noch markant und interessant.
Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass die Qualität zumindest oberflächig nicht wirklich billig wirkt, die Haltbarkeit ist zumindest bei mir aber deutlich geringer.
Zusammenfassend: Sauvage hab ich bald wieder abgegeben, den hier kann man (gerade wegen des Spottpreises) gerne behalten.


04.09.2018 08:42 Uhr
1 Auszeichnungen
Gentleman, eine per Definition dem Adel zugehörige Person, charakterisiert durch Bildung und feine Manieren. So oder so ähnlich stellt man sich das vor.
Wäre ich der Auftraggeber für einen Duft, der den Namen Gentleman tragen soll, so würde ich etwas erwarten, was Qualität verspricht, aber preislich massenkompatibel bleibt. Die Duftkomponenten sollten eher auf diskrete Weise gefallen, als laut aus der Masse zu schreien. Ich würde auf einen Duft setzen, der am Essenstisch nicht stört und der Liebsten in der Umarmung gefällt: modern, aber nicht anbiedernd.
Givenchy hat für mich sein Zielsetzung erreicht, der Name ist Programm. Ich lege diesen Duft gerne auf, wenn ich unaufgeregt gut riechen möchte. Nach dem Sport, beim Pizza essen oder einfach so im Freundes- oder Familienkreis.


03.09.2018 08:38 Uhr
3 Auszeichnungen
Nein, Armanis Marone riecht für mich nicht nach YSL, der Titel bezieht sich mehr auf seine Eigenschaften. Stronger with you, damit könnte die kühle Frische gemeint sein, denn bei kaltem und gemäßigtem Wetter zeigt diese Kalorienbombe ihre Berechtigung.
Im Frühling das erste Mal in einer Parfümerie aufgetragen, gefiel mir dieser Duft auf Anhieb, gekauft habe ich ihn allerdings nicht. Zu einem günstigen Preis habe ich Swy im Hochsommer erstanden. Bei Temperaturen gut und gerne über 30 Grad hätte mich das Luder fast erwürgt. Viel zu süß und schwer, geradezu schwülstig legte sich dieser Duft um meinen Hals. Selbst schuld, aber ich wollte meine Neuanschaffung eben um jeden Preis testen.
Ein paar Wochen später, wir haben gerade herbstliche Regenzeit und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad, da weiss Armanis Kleiner wieder zu gefallen. Klar, der süße, wachsige und dicke Charakter bleibt erhalten, passt aber nun grandios in diese Jahreszeit. Die Haltbarkeit ist mehr als ordentlich, zwei Sprüher reichen vollkommen


30.08.2018 09:06 Uhr
3 Auszeichnungen
Beginnen wir diese Geschichte vielleicht am besten ganz von vorne...
Fan di Fendi, das erste mal bin ich auf einem Youtube-Kanal auf diesen Namen gestoßen, eigentlich mehr nebenbei in einer Auflistung. Hier sollten Düfte blind in günstig oder teuer eingeordnet werden. Dieser hier wurde eindeutig als hochwertig eingestuft, ist er auch - aber eben nicht teuer. Die Beschreibung und Bewertung hier klang mehr als ordentlich und ansprechend, also blind auf eBay ersteigert. Knappe 29 Euro für die 150 ml Giant-Edition, da kann man nicht meckern :)
Wie bei jedem Blindkauf wartete ich natürlich sehnsüchtig auf den ersten Test. Am Anfang gefällt der mir der Duft nicht sonderlich gut, zu grün, zu austauschbar und irgendwie in eine Richtung gehend, die nicht unbedingt meinen Vorlieben entspricht. Am ehesten würde ich hier Artisan Acqa als geruchsähnlich bezeichnen.
Wie in den anderen Kommentaren beschrieben, verduftet sich das Zuckerwattengrün allmählich und macht Platz für eine dunklere Seite, die schon eher meinen Geschmack trifft. Ab diesem Zeitpunkt, also nach ca. 90 Minuten, macht sich dann die Ähnlichkeit zu seinem schwereren Bruder Dior Homme bemerktbar. (Kein Wunder, war ja schließlich der selbe Künstler am Werke)
Um es kurz zu machen: nach einem unterkühlten Einstieg werden wir immer gute Freunde, Fendi und ich. Der geniale seidenweiche Kardamon Drydown setzt am Ende die Krone auf diese edle und zu unrecht im Schatten stehende Komposition.
Für mich passt Fan die Fendi am besten Morgens aufgetragen für einen regnerischen Tag, oder in den späten, noch warmen Sommerabend.


03.08.2018 10:30 Uhr
5 Auszeichnungen
Mit manchen Düften ist es schon seltsam: blind gekauft, das erste Mal getestet und Zack - dicke Backen gemacht, weil die hohen Erwartungen nicht erfüllt wurden.
So, oder so ähnlich ging es mir mit Pradas L´Homme. Gekauft im späten Frühling, war mir beim jungfräulichen Auftragen das Amber viel zu schwer und dominant. DAS soll ein leichter Saubermann fürs Büro sein? Leute wo arbeitet ihr alle...

So habe ich den Flakon einige Wochen unbeachtet stehen gelassen, wollte ihn sogar schon wieder verkaufen und habe ihn nur aus diesem Grund noch einmal aufgesprüht, zum Abschied sozusagen. Mittlerweile im Hochsommer angekommen und bei Temperaturen um und jenseits der 30 Grad.
Siehe da, jetzt erschließt sich endlich auch mir, warum den alle so gut finden - keine Gefühl der mächtigen Ambernote, sondern ein pudriger, leichter und äußerst angenehmer Samtschleier umgibt mich. Zwar reicht mein Können nicht aus, um einzelne Noten heraus zu riechen, aber im Endeffekt ist das auch nicht wichtig. Die Gesamtkomposition weiß mich mittlerweile zu begeistern und ich bin froh, mein Puderdöschen doch nicht abgegeben zu haben. :)
Ob meine Nase zum damaligen Zeitpunkt einfach nur kaputt war, oder es an den Temperaturen lag, weiss ich derzeit nicht. Für einen entsprechenden Test bleibt hält mir der Flakon hoffentlich noch lange genug.


19.07.2018 08:51 Uhr
6 Auszeichnungen
In einem der unten stehenden Kommentare erfährt man die Bedeutung des Namens. Statt, wie vermutet, einen 80er Jahre Rebellen vor sich zu haben, beschreibt der Titel treffend den Geruchseindruck von Versaces Blaumann.
Es ist dieser Blick, vielleicht der erste, den man genießt, wenn man mit dem Auto nach Italien gereist ist. Die Augen wandern über das blaue Meer und vielleicht, sofern man den Luxus der Klimaanlage genossen hat, erriecht man in diesen Momenten das erste Mal die Ankunft im Urlaub. Salziger, warmer Duft des Wassers, getragen von allerlei würzigen Gewächsen der Umgebung. Ein Gefühl der Ankunft, des Loslassens vom Alltag und bereit für ein paar schöne Tage in der Ferne....
Dieses Gefühl schafft Dylan Blue bei mir zu wecken. Eine wohlige Vertrautheit, gehüllt in einem warmen, würzigen, aber durchaus blauen Duft, der bei mir nirgends aneckt. Kein Rebell also, eher ein Italo-Schmusesänger, der, wie dieser bereits durch seine Melodie Fernweh erzeugen kann. Dylan Blue ist für mich universal tragbar, unter Tags genauso gut, wie in abendlicher Ausgehlaune. Seine Stärke sehe ich allerdings eher in den Abendstunden, bei einem Gläschen Wein oder Bier.
Ein Wermutstropfen sei am Ende noch genannt: ähnlich wie der schönste Urlaub, so hält auch dieser Versace nicht ewig, auf meiner Haut zumindest, ist das Meer nur für ein paar wenige Stunden präsent.


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