SeeroseSeeroses Parfumkommentare

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21.11.2017 01:49 Uhr
Ziemlich zu Beginn meiner Zeit hier hatte ich "Idole" getestet und auf meine Wunschliste gesetzt. Um "Idole" dann bei erneuten Tests immer wieder mal herunter zu nehmen und dann wieder einzusetzen.
Nicht sicher bin ich mir, ob ich nicht schon einmal einen Kommentar dazu geschrieben und wieder gelöscht habe.
Aber beim letzten hier erschienenen Kommentar wurde ich erneut an "Idole" erinnert. Ich las meine Notizen und mein Statement. Danach hätte ich "Idole" eigentlich kaufen sollen.
Aber nach so langer Zeit käme ein Kauf ohne noch einmal zu testen fast einem Blindkauf gleich.
So rasant wie sich der Parfümmarkt entwickelt ist "Idole" schon als Klassiker zu bezeichnen.
Aber auch bei aller Unwägbarkeit des Marketings musste daher dennoch erst eine frische Abfüllung her.
Nichts Wesentliches hat sich in meiner Wahrnehmung geändert, was "Idole" betrifft. Und gerade nach zwei enttäuschenden Tests ganz neuer Düfte tröstet mich "Idole" jetzt geradezu.
Und was soll ich schreiben? Idole ist immer noch ein wunderbarer Duft für mich!
Idole ist wie ein altes Spirituosenfaß, in dem im Laufe der Zeit Weine, schwere süffige Süßweine wie Sherry, Port und Pinot, Cognacs gereift sind. Ich rieche in "Idole" derartig getränkte Holzfässer, die zudem zwischen den einzelnen Lagerungen geräuchert wurden.
In denen nun durch das so entsprechend durchtränkte Holz moderner, wenig rauchiger und würzig-herbfruchtiger Whisky gereift ist.
(Torfrauch-Whisky scheint "out" zu sein, wie ich neulich beim Kauf eines Geschenks feststellen musste)
"Idole" verströmt Balsamisch - Harziges, Liebliches und ist dennoch herbe und ebenfalls nicht likörig süß. Das Holz hat den Duft von betörend rotem Sandelholz sowie von Weihrauch und aromatischer Bitterorange. "Idole" hat eine feine Zistrose-Honignote und ist mit Pfeffer und anderen Spezereien, die ich nicht genau bestimmen kann, gewürzt.
Zu meiner Freude hat "Idole" für mich keine Anklänge an Lebkuchen, Pfeffernüsse, Spekulatius und andere Weihnachtsgebäcke. Sondern "Idole" hat für mich nach den vielen Tests, die ich gemacht habe, immer noch etwas Einzigartiges. Und daher weiß ich jetzt bestimmt, dass ich nicht umhin kommen werde, mir davon über kurz oder lang einen Flakon zu besorgen.


20.11.2017 02:30 Uhr
Mit dem Titel das Kommentars wäre schon fast alles zu "Ilanguara" gesagt. Ich habe mittlerweile wirklich sehr viele Düfte von Pierre Guilaume getestet. Drei davon, die mir wirklich gefallen, habe ich: "Bois de Copaiba" und "Louange Profane" sowie "Iris Oriental/Iris Taizo".
Als ich jetzt nach der ersten Testphase von "Ilanguara" die Pyramide genau durchsah, musste ich mir eingestehen, dass ich die Abfüllung ganz eindeutig bestellt hatte, weil ich einen Duft in Richtung "Bois der Copaiba" erwartet habe.
Und in gewisser Weise ist "Ilanguara" dem auch ähnlich.
Nur leider ist hier alles sehr übertrieben worden.
Beim Auftragen und nach dem Verdunsten des Alkohols umgibt mich eine penetrante Vanillinwolke, auf der Haut noch synthetischer als in der Sillage.
Gurjum- bzw. Copaiba-Balsam sind nicht harzig-balsamisch, sondern allenfalls stechend synthetisch gestaltet worden. Gewiß, ich verstehe, dass diese süßlich-beißenden Noten, mit Anklängen an angebrannten Karamellpudding sowohl Ylang als auch die balsamisch-harzigen Noten darstellen sollen. Ab und an schwebt auch eine quietschgelbe Zitronenschale an meiner Nase vorbei.
Kurz: "Ilanguara" ist ein wildes sehr gourmandiges Parfüm, mit Süßstoffen ver-süßt. Eine schöne Mandel vermisse ich. ich rieche gar keine, ich rieche nur den Karamellüberzug von wirklich "gebrannten" Mandeln. Ab und zu fallen mir Düfte wie die "Trio Loukhoum" ein. Aber nein, "Ilanguara" ist darüber hinaus.
Nach mehreren Stunden beruhigt sich der rebellische Gourmand "Ilanguara" . Alles dimmt sich herunter, es entwickelt sich eine leicht blumige Cremigkeit. Endlich kann ich auch die Absicht von balsamischen Harzen erkennen. Aber es bleibt etwas stechend Synthetisches bestehen.
Nun habe ich tatsächlich die Assoziation von Bond No. 9 Düften. Aber die Bond-Düfte sind, wenn man es auf die Malerei überträgt, wie feine informelle Bilder in kitschigen Pastellfarben mit zarten Konturen, Glitzerkleckschen...
"Ilanguara" ist dagegen ein mit breiten Pinseln, Spachteln, Zackenspachteln und grellbunten dick aufgetragenen reliefartiges gegenstandsloses modernes Bild, wild, beunruhigend, verstörend.


19.11.2017 00:33 Uhr
Ehrlich zugegeben habe ich einen anderen Duft erwartet als ich die Abfüllung "Giglio di Firenze" bestellte. Nämlich einen ganz besonderen Irisduft; aufgehellt von Zitrusnoten. Und blumig-lieblich. Die Iris sollte meiner Vorstellung nach leicht erdig-pudrig dominieren.
Zu Kalmus musste ich mich informieren, es soll kampferartige Riechstoffe ausströmen sowie Eugenol, also Nelkenduft. Da Kalmus zudem süß sein und u. a. Maltose enthalten soll, war ich neugierig, wie sich das in diesem doch recht teuren Parfüm auswirkt.
Was ich wahrnehme ist ein von Patchouli dominiertes süßes Parfüm. Zudem rieche ich moderat süße Vanilleschokolade. Aber alles bleibt durch die Zitrusnoten einigermaßen leicht und angenehm. "Giglio di Firenze" ist ein warmer, kuscheliger Quasi-Gourmand, den ich durchaus harmonisch finde.
Was das über Kalmus gesagt wird kann man sehr wohl in "Giglio di Firenze" wahrnehmen. Im Verlauf entwickelt sich nämlich eine mir zuerst fremde seifige Note. Aber sie ist nicht immer präsent und wenn, dann nur gewissermaßen angedacht. Jedoch kann ich die süße warme Note u. a. auch malzig empfinden - seit ich weiß, dass so die Kalmusnote malzigen Duft mitbringen könnte.
Kampferartige Noten oder gar Gewürznelke rieche ich überhaupt nicht.
Das ist gut so, es würde meiner Ansicht nach unharmonisch sein.
Aber auch die Orangenblüte kann ich nicht wahrnehmen.
Aber vielleicht muss man das mit dem Kalmus nicht so eng sehen. Es ist vermutlich eine von Pineider vorgeschlagene Wahrnehmungsoption.
Und die Iris? Sie stellt sich gleich nach der Ouvertüre ein, aber sie bleibt lange Zeit trocken, pudrig und eine Spur erdig. Die anderen Noten lassen ihr kaum Entfaltung.
Da "Giglio di Firenze" aber nur die ersten zwei Stunden schon zu stehen scheint und dann doch noch in Bewegung kommt kann ich berichten, dass sich die Sillage etwas zurücknimmt.
Und somit die oben erwähnte Seifigkeit überraschend eine superbe zarte Veilchen-Iris-Note freizugeben scheint.
Zwar bleiben alle zuvor genannten Noten präsent aber nun wird "Giglio di Firenze" eleganter, nobler und zurückhaltender, was die gourmandigen sowie Patchoulinoten betrifft.
Jetzt rieche ich auch eine aparte bittere Note, ebenfalls nur so viel, dass dadurch die Iris-Veilchenpudrigkeit noch etwas verstärkt wird.
Ich habe versucht, "Giglio di Firenze" zu beschreiben. Zweifellos ein feiner Duft - nach einer Weile.
Aber es ist kein sensationell neues Duftkonzept: Patchouli mit Iris-Veilchen-Note.
Ein Qualitätsparfüm, sehr feminin. Ich jedoch bin erleichtert, dass "Giglio di Firenze" mich nicht bezirzt hat, wenn ich den Preis bedenke.


09.11.2017 01:53 Uhr
"Secret of Love - Delicé" hat mich eine kurze Weile begeistert. Es stieg ein Duft nach angenehm holzigem Oud, vermischt mit Zimt und einer kaum süßen Zitrusnote von meinem Arm hoch. Eine säuerliche Fruchtigkeit übertönte die Zimtnote nach wenigen Minuten, was ich schade finde.
Aber ich kann sagen, dass "Secret of Love - Delicé" von Anfang bis jetzt, also nach 5 Stunden mit immer gleicher Intensität nach diesem, für mich micallef-typischem, schönem, sowie hellem holzigen Oud duftet.
Eine Rosennote kann ich nicht erkennen, allenfalls rieche ich als Herznote eine säuerliche Hagebuttennote. Aber ganz offen gesagt, kann ich keine einzelnen Früchte wirklich benennen.
Pflaume ist auch denkbar: Ein ziemlich herb-säuerlicher Fruchtduft ist es, was ich wahrnehme. Nichts Exotisches, nichts, was ich nicht so oder ähnlich schon in Parfüms gerochen hätte.
Diese herbe Fruchtnote wird zwar durch die ganz fein und sehr sparsam eingesetzte Vanille nicht wesentlich gemildert aber es macht "Secret of Love - Delicé" dennoch lieblicher. Ich meine auch, dass ebenfalls Moschus mit im Duftspiel verarbeitet wurde.
Ein angenehmer fruchtiger Duft mit Oud.
Aber wenn ich es mir recht überlege, dann erinnert mich "Secret of Love - Delicé" doch sehr dem "Intense Cherry" von Montale. Der Unterschied ist, dass "Secret of Love - Delicé" nicht nach Mandel duftet. Dafür duftet "Intense Cherry" nicht nach Oud. Die zu Beginn wahrnehmbare Zimtnote ist leider bis jetzt nicht wieder aufgetaucht.
Es scheint, dass diese kaum süßen, wenn auch indifferent nach säuerlichen Früchten duftenden Parfüms gerade auf dem Vormarsch sind. "Secret of Love - Delicé" hat als Merkmal eine schöne Oudnote und ist nicht so mit Vanille überladen.
Da ich selber keine Fruchtdüfte tragen mag, sie aber an anderen durchaus gefallen: Ich sehe morgen eine alte Dame, sie ist 85, der ich neulich meine Abfüllung von "Intense Cherry" überlassen habe.
Nicht nur wünschte sie, einmal einen Fruchtduft zu probieren, sondern es roch an ihr sehr angenehm, es "stand" ihr richtig gut. Sie ist begeistert, dass es so etwas Schönes als Parfüm gibt. Und ihr werde ich diese O-Probe auch überlassen.
Soviel dazu, was für alte und ältere Frauen als Parfüm als passend angesehen wird und was sie wirklich mögen. Vielleicht möchten andere lieber nach feinen Pralinen duften, wer weiß?
"Secret of Love - Delicé" ist ein edel-seriöser Fruchtduft hauptsächlich feminin, vor allem, wenn sich die Basis entwickelt hat.


28.10.2017 00:59 Uhr
Bei "L'Instant deGuerlain EdT" handelt es sich um einen sehr sachlichen Duft mit für mich zu wenig Wärme. Das kann an den Zitrusnoten liegen und der Johannisbeere mit dem Versuch, eine Apfelnote zu kreieren.
"L'Instant de Guerlain EdT" beginnt grünfruchtig mit einer sehr dezenten und dennoch leicht animalischen Blütennote. Das Animalische nimmt sich rasch ganz zurück, eine zurückhaltende Blütennote, die zunächst indifferent cremig duftet, bleibt unter der herb-säuerlichen leicht kratzigen Fruchtnote wahrnehmbar. Nach einiger Zeit entfaltet sich zudem eine, meiner Ansicht nach recht synthetische Ambernote. Die sich auf die Dauer mehr balsamisch-harzig und auch etwas seifig entwickelt. Auch eine Spur Vanille meine ich zu erahnen. Schließlich hat auch "L'Instant Guerlain EdT" als Engram, wenn auch erst nach längerer Zeit und nur minimal in der Sillage, nicht auf der Haut, die berühmte Guerlinade.
Die Sillage ist körpernah und nicht aufdringlich.
"L'Instant de Guerlain EdT" ist nicht süß, ist kein unangenehmer Duft. Aber es ist auch kein Duft, den ich gerne haben möchte. Im Vergleich dazu ist "Ambre Gris" von Balmain eindeutig ein Amberduft, vor allem ohne Fruchtnote. "Soulle Ámbar" von Floris duftet wärmer, ist leichter, harziger, zarter und lässt niemals Synthetik durchschimmern.
Diese Abfüllung war zum Kauf einer anderen Abfüllung vor wenigen Tagen freundlicherweise beigefügt worden.
Während ich konzentriert über "L'Instant de Guerlain EdT" nachdenke und mir die oben genannten Beispiele als entfernt ähnlich einfallen, bin ich plötzlich sicher, dass ich "L'Instant de Guerlain EdT" ganz genau kenne.
Und dann fällt es mir ein. Ich hole die Abfüllung, trage auf, warte: Genau, das ist der Duft, von dem mir ein liebe Parfuma vor längerem eine Abfüllung zukommen ließ:
"L'Instant Ambre Cristallin" von Guerlain. Sie hatte davon einen schlichten Testsprayer mit Batchnummer und auch dem Originalschriftzug von Guerlain, hier war der Duft nicht gelistet.
Sie wollte sicher sein, dass es ein Originalduft von Guerlain ist.
Keine kompetente Fachparfuma hier konnte etwas zu "L'Instant Ambre Cristallin" sagen. Es gab einige Mutmaßungen darüber, dass es einer der Guerlaindüfte sei, die nur kurz vorgestellt wurden, aber nie auf den Markt gebracht wurden.
Nirgendwo im Netz konnte ich "L'Instant Ambre Cristallin" zunächst aufspüren.
Aber ich bin eine "Findefüchsin" wie man bei uns sagt:
Und richtig, ich fand ihn dann im russischen Internet für einen Spottpreis, angeboten in einen Flakon, der Guerlainserie, zu der auch "Rose Nacrée du Desert" gehört, so wie hier unter dem Bienenwabenflakon abgebildet.
Natürlich habe ich das nicht gekauft, zum einen, weil mich "L'Instant Ambre Cristallin" nicht begeisterte aus den Gründen, die ich zuvor zu "L'Instant de Guerlain EdT" genannt habe.
Ich habe entsprechende Notizen dazu gemacht, man kann ja nie wissen.
Zum anderen: Einen Flakon aus Russland zu bestellen beschert einem vermutlich eine Einladung zur nächsten Zollbehörde, die von hier aus ca. 30 km entfernt ist, man muss Umsatzsteuer und Gebühren bezahlen, wenn es überhaupt erlaubt ist, so etwas einzuführen.
Aber es ist ein Beispiel, dass man mit so "Besonderheiten", die es auf dem Markt gibt, doch zurückhaltend sein sollte. Zumindest ist es keine Fälschung, kein Dupe. Das freut mich für die liebenswürdige Parfuma.


21.10.2017 02:39 Uhr
Das Endergebnis dieses Test ist für mich, dass ich feststelle: "Dojima" duftet für mich wie eine Mischung aus "Bosque" von Humieckie & Graef sowie "Bois Farine" von L' Artisan.
Wobei ich "Bosque" auch nach mehrmaligem Testen nie mochte. Jedoch "Bois Farine" mit seiner ruralen Geradlinigkeit, der erdig-nussigen Note kann mich immer wieder begeistern.
Eigentlich hatte ich mir eine leicht blumigen, nicht süßen pudrigen Irisduft vorgestellt der mich bezaubern könnte. Dem Muskatellersalbei traute ich allerdings nicht. Muskat, so stellte ich mir vor, könnte "Dojima" eine leicht scharfe würzige Holzigkeit geben.
Ambrette kommt mir zudem oft analog zum Austausch von normalen Zucker durch Sacharin vor. Oder so, als wenn man geröstete Zichorienwurzel als Kaffee-Ersatz trinkt. Es ist kein Kaffee, es sieht nur so aus und riecht geröstet, schmeckt bitter-malzig. Ambrette ist ein pflanzlicher moschusähnlicher Duft, kein synthetischer Moschusduft, der ja bereits ein Ersatzstoff ist. Für mich ist Ambrette eigenständiger Duftstoff.
Reis? Es gibt mittlerweile Düfte, die nach Basmati-Reis duften sollen oder nach Duftreis.
Aber noch nie roch mir ein Parfüm nach Reispuder.
Jedoch, was wird nicht alles in Ingredienzenlisten bzw. Pyramiden gelistet. Man weiß nicht, ob es danach riechen soll in der Gesamtkomposition oder ob es wirklich danach riecht und man selber das nicht identifizieren kann.
Ich jedenfalls roch nach dem Auftragen und Verdunsten zunächst für kurze Zeit eine leicht holzige Note und Kokosduft. Dazu entwickelte sich eine leichte Parfümledernote die bis jetzt immer noch für mich wahrnehmbar ist. Und eine parfümaquatische Note als sei auch Calone mit im Duftkaleidoskop von "Dojima". Aber auch die typische Irisnote roch ich, zunächst sanft ganz leicht nach Irisblüten duftend.
Wie ich aus Erfahrung weiß, duften Irisblüten, wenn sie duften, wirklich leicht blumig und zart aber unverkennbar nach Iriswurzeln, manchmal leicht karottig.
Aber dann steigen von Dojima Noten auf, die ich bedrängend finde; Ambrette, eine deutliche leicht breiige Sandelnote. Was der Muskatellersalbei und der Jasmin bewirken, kann ich nicht bestimmen. Weder rieche ich zunächst den typischen Salbeiduft noch den mir oft animalisch riechenden Jasmin. Überdies scheint mir, dass in Dojima für mein Empfinden Labdanum eine wachsige und unangenehm süßliche Note darauf setzt.
Auch nehme ich Süßholz wahr. Aber das kann auch das Ergebnis der Komposition sein.
Meines Erachtens fehlt hier einerseits ein Antagonist, etwas Holziges vielleicht und/oder etwas Herb-Grünes. Und andererseits ist hier mit einige Ingredienzen übertrieben worden, wie Labdanum, Ambrette und ein Zuviel an Sandel. Entweder Moschus oder Sandel wäre ausreichend gewesen. Beides zusammen mit Ambrette scheint mir zu übermächtig.
Nach längerer Zeit setzt sich doch ein Hauch minzigen Salbeis durch. Das tut "Dojima" gut. Dadurch wird der seltsam süßlich pastöse Duft doch noch etwas herb und luftig-transparenter.
Nun duftet "Dojima" für mich angenehmer und auch aparter. Somit konnte sich, meine Wahrnehmung, die Iris sich gegen die zahlreichen Mitspieler als Hauptprotagonistin durchsetzen.
Aber vielleicht habe ich mich auch an Dojima gewöhnt.
Den Usern hier, die solche Düfte wie Bosque mögen kann ich zu einem Test raten.
Dojima ist ein durchaus vielfältiger, raffinierter Duft, wenn auch nicht wirklich innovativ. Mich kann er leider nicht begeistern. Irgendwie ist er mir zu bedrängend, klebrig-milchig-süßlich.
Die Haltbarkeit ist gut, Dojima bleibt über lange Zeit konstant intensiv. Bei der Sillage bin ich mir nicht sicher. Mir kommt sie stark vor. Ich gehe davon aus, dass man bei der Dosierung sparsam sein sollte.





12.10.2017 00:23 Uhr
Beim Entschluss, einen Kommentar zu schreiben, dachte ich auch an den Titel: „Nichts für fundamentalische Sauerfruchtgegner“. Aber das schien mir zu politisch für ein paar saure Früchtchen oder das scheußliche Rhabarberkompott von früher. Nach den Kommentaren hier hätte ich wenigstens eine aromatische authentische Fruchtkonfitüre aus einer Waldfrichtmischung erwartet. Aber ich hatte sie zuvor nicht gelesen. Montale, so dachte, ist hat einige sehr ansprechende Düfte für mich, also muss „Pretty Fruity“ getestet werden.
Auf der Haut roch ich mit der ersten Sillage vor dem Trocknen in der Luft einen aromatischen Fruchtduft.
Aber dann setzte für mich ein scharfer und saurer Fruchtduft ein. Zitrus erkannte ich nicht. Aber ich dachte an Granatapfel, Rhabarber und Passionsfrucht. Und das gut konzentriert scharf, sauer von keiner Süße besänftigt.
Jedoch mein Mann wollte auch mal riechen und fand den Duft „herrlich“. Warum ich mir nicht mal so ein Parfüm kaufen würde war sein Kommentar.
Auch später, als sich noch eine grüne wachsige Note wie die von wachsigen sauren Apfelschalen mit einem Hauch muffiger Tuberose einstellte, blieb er dabei, dass „Pretty Fruity“ schön an mir duftete. Er verstehe mich ja, ich würde die wirklich schmackhaften Früchte verschmähen, aber „Pretty Fruity“ wäre doch nun wirklich ein fruchtiger Duft für Erwachsene, kein bisschen wie alberne Fruchtgummis.
Ich erklärte ihm unbarmherzig, dass ich mir „Pretty Fruity“ nie kaufen würde und ihn vor dem Schlafengehen abwaschen würde, ich hätte schon ein pelziges umd saures Gefühl auf der Zunge. Damit könne ich nicht schlafen. Aber zuvor müsse ich zu Testzwecken noch ein Weilchen den Duft aushalten. Das fand er bedauerlich, meinte aber friedfertig, dass ich das selber wissen müsse.
Beim weiteren Verlauf blieb die saure Schärfe, ich roch auch Kumarin und auch so etwas wie Venylsynthetik. Noch einige Zeit später, nämlich jetzt, rieche ich zudem etwas leicht Bitteres, einen Hauch Moschus und auch Vanillin. Damit wird „Pretty Fruity“ milder, die scharfe Säure ist neutralisiert. Aber es bleibt nun nur noch ein seltsam synthetisch-wachsiger Plastikgeruch, grün und undefinierbar. „Pretty Fruity“ erinnert mich nun eher an Kosmetik und Reinigungsmittel mit Apfelaroma.
Wenn ich es recht überdenke, ist „Pretty Fruity“ ein eindimensionaler Duft. Es ist ein Gourmand für Liebhaberinnen, und wie ich feststellte, für Liebhaber von sauren sehr herben Früchten.
Ich habe aus einer neuen, unbenutzten Originalprobe getestet


18.09.2017 02:50 Uhr
Vor einigen Tagen erhielt ich in der Apotheke eine O-Probe von "Fleur d' Osmanthus".
Zu Hause rief ich zuerst den Duft hier auf und las meinen Verriß, und was ich dazu in den Notizen vermerkt habe. So weit ich mich erinnere, hatte ich einen Rest einer Abfüllung oder eine Abfüllung. Die ganz sicher nicht mehr taufrisch war.
Und was ich da alles gerochen haben will, bestätigt mir, dass der Duft schon auseinandergefallen, aber noch nicht gekippt war.
Heute nun habe ich das noch einmal mit der frischen Probe überprüft.
Ergebnis: Als erstes habe ich den alten Kommentar gelöscht. Und ich hoffe, dass ich die Abfüllung nicht weiter gegeben, sondern entsorgt habe.
Jetzt rieche ich einen gleich zu Beginn fruchtigen Duft, ein Spur nach Trockenobst. Sie wird oft in herberen und seriösen Fruchtdüften eingesetzt.
Ein feine nicht zu saure Fruchtigkeit mit einem leicht cremigen und blumigen Unterton, so soll Osmanthusblüte duften. Und so entwickelt sich "Fleur d' Osmanthe" auch binnen Kurzem.
Die genannten Zitrusnoten sind nicht vorherrschend, sondern unterstützen die Osmanthusblütennote, sind Antagonisten gegen Trockenobstduft, der dann auch schon mal leicht zu intensiv nach aromatisiertem Tabak riechen kann. So hatte ich es auch geschrieben.
Aber das finde ich jetzt auch nach mehreren Stunden nicht wieder.
Der milde rote Pfeffer ist wahrnehmbar und gibt dem Duft im wahrsten Sinne des Wortes "Pepp".
Ich hatte seinerzeit etwas von aquatischen Noten geschrieben. Das rieche ich jetzt überhaupt nicht. Auch die damals von mir bemängelte Entwicklung zu muffiger Tuberosennote tritt nicht wieder zu Tage.
Lediglich eine ganz leichte Seifigkeit rieche ich zu von Zeit zu Zeit.
Jetzt habe ich auf meiner Haut und in meiner Nase einen hellen, sehr angenehmen, leicht säuerlichen transparenten Duft, mit feiner Süße, leicht cremig.
"Fleur d' Osmanthus" zeichnet nun sehr gekonnt einen säuerlicher-blumigen sehr aromatischer Apfel nach, einer der alten Sorte, frisch vom Baum und sofort angeschnitten.
Wenn hier Patchouli erwähnt wird, dann kann ich nur vermuten, dass das Aroma von frisch getrocknetem Patchouliblüten sehr sparsam eingesetzt wurde.
Fleur 'd Osmanthus ist doch ein sehr harmonischer, leichter und vor allem aparter Fruchtduft, Ganz gegen meine ersten Eindrücke.
Was wieder einmal deutlich macht, dass man Abfüllungen zeitnah verbrauchen sollte. Oder, dass man sie umgehend nach dem Test weiter geben sollte solange der Duft noch frisch ist. Und das es besser ist im Zweifelsfall eine Abfüllung zu entsorgen.


13.09.2017 01:17 Uhr
Zur Zeit sind Fruchtdüfte so beliebt. Es wundert mich, dass "Aoud Orchid" von Mancera noch keinen Kommentar hat.
Wenn man gerne Fruchtdüfte mag, aber durchaus nicht wie ein wandelndes überzuckertes synthetisches Fruchtgummi riechen möchte, hat mit "Aoud Orchid" eine seriöse Alternative.
Als Auftakt rieche ich Kokos und moderat säuerliche fast authentisch frische Früchte. Leider ist die Mischung so unbestimmt, ich hätte Osmanthus vermutet. Aber da es mir leicht aquatisch riecht, habe ich mit meiner Vermutung recht, dass Mandarine mit im Duftspiel von "Aoud Orchid" ist. Calone (o. ä.) die Note, die für den parfümaquatischen Akkord verantwortlich ist, bleibt nicht nur während des gesamten Verlaufs erhalten, sie verstärkt sich in der Basis noch.
Mit der oudähnlichen Holznote, die nur ab und zu eine winzige Spur schweißig riecht, wird der Name "Aoud Orchid" verständlich. Aber keine "Bange", es ist kein animalisches Stinkoud, sondern ein Oud, dass nach hellem Holz riecht, zusammen mit etwas Pfeffrigem.
Bis dahin ist "Aoud Orchid" noch ein stroffer Duft, wenig lieblich. Blüten kann ich zunächst überhaupt nicht wahrnehmen. Im weiteren Verlauf entwickelt "Aoud Orchid" durch Vanille und Moschus eine hauchzarte Süße wie ein Hauch Puderzucker über einen Fruchtbecher gestäubt. Trotzdem bleibt auch das grüne helle oudähnliche Holz als Grundton erhalten. Würde "Aoud Vanille" so bleiben, könnte ich sagen: Ein perfekter Fruchtduft. Leider entsteht langsam eine Note wie Tuberose, die ich oft als "angesäuerter Spüllappen" empfinde. Es könnte auch Gardenie sein. Vielleicht ist die gelistete Orchidee gemeint. Ich habe noch nie an einer nach Blumen duftenden Orchidee riechen können.
Zusammenfassend lässt sich dennoch sagen, dass "Aoud Orchid" ein ernsthafter Qualitätsfruchtduft ist. Einzigartig ist "Aoud Orchid" allerdings nicht. Ich habe schon ähnliche Fruchtdüfte getestet.


10.09.2017 01:45 Uhr
Ich trug "Love Shot" auf und dachte: Riecht wie "Divin' Enfant" von ELdO. Und notierte zwischen dem Lesen der zahlreichen Antworten zum letzten Blog FabianO etwas zu "Love Shot". Nein, auf den Namen gehe ich nicht ein. Es ist müßig. Auch nicht auf den Blog, das kann jeder selber lesen.
Ich beginne mit dem Fazit. Nämlich riecht "Love Shot" mir wie eine geputzte Raucherbude, bei der dann mit einem Raumspray versucht wurde, den omnipräsenten Kippenaschengeruch zu übertönen. Was aber, so meine Erfahrung, nicht gelingt, sondern zusätzlich zum Kippenaschengeruch kommt der Geruch von Reinigungsmittel und dem des Raumsprays.
Zwischendurch dachte ich über die von mir gemacht Beobachtung zu bestimmten Düften mit Kippenaschenakkord nach.
Mir will scheinen, dass blumig-fruchtige und vor allem süße Düfte mit Rauch, bzw. mit Veilchen-Iris und Ruß, Holzteer und zudem noch Patchouli UND Vetiver und anderen Rauchmolekülen erzeugter Lederduft diesen Geruch nach Zigarettenkippennote bewirken.
Ein typischer Geruch, der sich ähnlich in Räumen festsetzt, in denen viel geraucht wird, auch wenn genügend gelüftet und geputzt wird. Das kann noch lange Zeit in solchen Räumen hängen, in Tapeten, Wandfarben, Teppichböden, einfach an und in allem.
Wer einmal einen Raum gereinigt hat, in dem viel geraucht aber längere Zeit nicht gründlich geputzt wurde, wird in mehrfachen Wischgängen von allen glatten Flächen aus Glas, an Bildern, Türen etc. eine braune Schicht entfernt haben müssen. Bilder in einem Raucherraum abzuhängen zeigt das ganze Ausmaß der "Räucherei".
Nein, ich bin keine Antiraucherin geworden. Ich rauche nur nicht mehr, nie mehr.
Und nun zum Duft "Love Shot". Zuerst rieche ich eine Mischung von Blumigem, grün, süß-fruchtig. Himbeeren sollen das sein? Meinetwegen, ich rieche nur ganz allgemein etwas Fruchtig-Süßes. Aber gleichzeitig ist diese rauchige Kippenaschenote sofort dominant . Dann folgt etwas Erdiges und auch eine Spur Aquatisches. Bei mir will sich keine Ledernote einstellen. Stattdessen nehme ich vorübergehend ein unangenehme animalische Note wahr, richtig stinkig wie von jemand lange Ungewaschenem. Aber dieses Unangenehme verschwindet sehr schnell wieder.
Stattdessen wird "Love Shot" weniger rauchig, fruchtiger, leichter. Ich nehme auch eine erdige grüne Note wahr.
Nun rufe ich "Love Shot" hier auf. Im Grunde ist alles in der Pyramide Genannte da, Vanille kann ich nicht einzeln herausriechen, Moschus auch nicht.
Wenn ich mir den mißlungenen Leder- und Rauchgeruch wegdenke, dann ist "Love Shot" einer dieser vielen, zur Zeit angesagten süßen Fruchtgummidüfte, süß, eintönig, eine Spur indifferent fruchtsauer.
Ich zähle keine anderen Düfte auf, es gibt sie von ganz preiswert bis zum teuren Nischenduft.
"Love Shot" hat eine beachtliche Sillage, die mir auf die Dauer Sodbrennen verursacht.
Ich könnte mir vorstellen, dass Raucher diesen Duft nicht so wahrnehmen. Das weiß ich aus meinen lange zurückliegenden Raucherzeiten. Ich merkte wirklich nicht, dass alles in unserem Haus nach gerauchten Zigaretten roch. Auch wenn ich nie einen Aschenbecher mit gerauchten Kippen stehen ließ.
Dass es bei uns so roch, wie ich es jetzt in diversen Parfüms auch noch riechen kann, merkte ich erst, nachdem ich einige Zeit nicht mehr geraucht hatte.
Dieser Duft hat für mich eine Aussage: Abwaschen!
Zwei Punkte gebe ich, weil die Pyramide zum großen Teil mit dem Gerochenen übereinstimmt. Wenn auch im Ergebnis alles anders zusammenwirkt als man es erwarten könnte.


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