SeeroseSeeroses Parfumkommentare

1 - 5 von 650
Seerose vor 2 Tagen
8
Duft
8
Haltbarkeit
5
Sillage

Tadellos
Mehrmals testete ich nun "Mitsio" von Le Soeurs de Noé. Von dieser Marke kannte ich bisher nichts, was nicht verwundert bei den über 130 000 gelisteten Düften hier im Forum. Also ein Duft von den Schwestern Noah's , dem biblisch-mythischen Erbauer der Arche Noah.
Mitsio ist eine Insel, "Nosy Mitsio". Sie gehört zum Verwaltungsdistrikt von Diana, zu der auch die Insel Nosy Be gehört, und der gehört wiederum zu Madagaskar. Ich erinnere an die Düfte von Perris Monte Carlo mit dem Zusatz wie etwas "Ylang-Ylang Nosy be.
Und durchaus erinnert der Duft Mitsio an den Duft "Vanille de Tahiti" von Perris Monte Carlo.
Jedoch im Unterschied zu "Vanille de Tahiti" startet "Mitsio" ohne die zuweilen in der Entwicklung eines Ylang-Duft penetranten Anfangsnote des Ylang-Ylang.
Sondern beim Auftragen von Mitsio steht der Duft sofort: Leichtes und helles gut verschnittenes Ylang-Ylang mit einer Prise Pfeffer und ebenso eine holzige leicht süße Vanillenote, die nicht aufdringlich alle anderen Noten übertönt. Zudem ist eine auffrischende Komponente zugefügt, die Mitsio transparent und leichter hält.
Ich kann nur mutmaßen, dass es Duftgeranie oder Rosengeranie sein könnte. Vielleicht aber ist es auch die pfeffrig frisch-blumige Fresiennote.
Treibholz in der Pyramide hört sich interessant an, passt auch zum Duft einer Insel und zur Arche Noah.
Jedoch habe ich schon oft im Leben trockenes Treibholz gerochen. Nein, "Mitsio" duftet für mich nicht danach, zudem es würde auch nicht passen.
Die Holznote gehört für mich eindeutig zur Vanille. Denn Vanilleschoten duften für mich holzig-vanillig.
Ab und zu nehme ich auch eine Spur einer metallischen Note wahr. Je nach Tageszeit und -form.
Sparsam und dennoch niemals aufdringlich empfinde ich Mitsio.
So bleibt "Mitsio" relativ lange vor allem in der Kleidung.
Den kann man zu jeder Zeit und überall tragen, auch Frauen und Mädchen jeden Alters sind mit Mitsio gut beduftet. Unisex und daher auch für Männer? Das müssen Männer und ihre Partner*n entscheiden. Keineswegs verströmt man mit Mitsio einen penetranten Vanilleduft, sondern einen feinen frischen Blütenduft mit einer ernsthaften Vanille, abgerundet mit einer ruhigen Holznote.
Als sehr gelungen beurteile ich Mitsio. Ich kann Mitsio denen empfehlen, die Vorbehalte für sich gegen das Tragen von Vanilledüften haben.



11 Antworten

Seerose vor 24 Tagen
7.5
Duft
9
Haltbarkeit
6
Sillage

Ein orientalischer Gourmand
Auf der Verpackung des Original Probensprayers steht: Extrait de Parfum. Ich war neugierig und gespannt auf das Testen der Probe, die ich mit einer Parfümlieferung von NEOS, Caserta CE Italien erhielt.
Aus den Beschreibungen konnte ich entnehmen, dass die Parfümeurin? sowohl die Marke Jovoy als auch Jéroboam gegründet hat.
Mit Gozo ist die maltesische Insel Gozo gemeint. Der Duft "Gozo", so entnahm ich der Beschreibung, soll den Charakter der Insel widerspiegeln.
Eine Insel im Mittelmeer mit mediterranem Klima und Flair. Auf der von den Phöniziern angefangen mit der Zeit Römer, Araber, Sizilianer, Briten, Franzosen gelebt haben und in deren Kultur und Nachkommen gewiß von allem noch etwas enthalten ist. Es sind also die konträren Kulturen, Menschen, Sprachen von Afrika und Europa auf der Insel vereint. Dazu die sonnige mediterrane Insel mit ihren Aromen, Düften, graziös und dennoch opulent.
Ich habe die Inspiration, die Herkunft des Namens, die vollmundige Beschreibung, die sich in dem Duft ausdrücken, kurz gehalten. Ich habe das erst gelesen, nachdem ich "Gozo" getestet hatte und noch im Test habe.
Nachträglich konnte ich daher das Preis-Leistungs-Verhältnis hochsetzen, wenn es denn ein echtes Extrait de Parfüm ist. Es gibt bei NEOS nur 30 ml-Flakons. Und bei der Wucht und Haltbarkeit des Dufts hat man voraussichtlich lange davon.
Ich kann leider nicht sagen, dass ich begeistert von "Gozo" bin. Es ist auch m. E. kein innovativer Duft.
Ich hatte sofort den Eindruck, dass es sich bei "Gozo" um einen Duft ähnlich wie Extreme Nr. 1 von ALzD handelt. Es fehlt allerdings der Tabakgeruch (mir fehlt er nicht). Gozo ist zwar opulent aber nicht von zu vielen Duftnoten überladen.
Die Kopfnote finde ich äußerst stark und bedrängend. Gozo startet mit einer extrem süßen kandierten Orangenote, fruchtig, metallisch, was ich diesfalls dem Safran zuordne. Safran mag ich weder in Düften noch in Speisen. Ich toleriere den mir eigenartigen Duft von Safran allenfalls.
Meinen Mann gefragt fand er "Gozo" sehr schön, ihm gefiel der Mix. Und bei dem Urteil riet er auch nicht aufs Geratewohl die Parfümnoten, die er sonst oft nennt, wenn er mit einem Duft nichts anfangen kann und nicht weiß, wonach er für ihn riecht:
Also nannte er nicht wie so oft weiße Blüten wie Maiglöckchen oder Jasmin. Zudem meinte er auch nicht, wie in solchen Fällen: "Das ist aber ein sehr starker Duft!"
Nein, ganz entzückt sagte er: "Was für ein schöner Duft, ich rieche süße aromatisch-reife Orangen und noch etwas, es fällt mir nicht ein, was das ist, ach ja, irgendwie nach Mandeln" Metallisches roch er nicht.
Das wäre die Kopfnote.
Nach nicht zu langer Zeit wird "Gozo" ruhiger, die Süße nimmt sich zurück, "Gozo" bleibt sanft-fruchtig, hell. Eine orientalische fruchtige Süßigkeit aus Datteln, getrockneten Feigen, kandierten Zitrusfrüchten, Aprikosen - so ungefähr. Die Sillage wird mittelstark. Es erscheint eine deutliche bittere Mandelnote. Es könnte auch Tonka sein.
Jetzt gefällt mir "Gozo" schon besser. Schon weil ich den Duft bitterer Mandeln besonders gerne rieche.
Und weil "Gozo" nicht mehr so extrem bedrängend ist . Oder "opulent" wie in der Beschreibung von "NEOS" eine Eigenschaft der Insel "Gozo" bezeichnet wird. Orientalisch, trifft auf den Duft "Gozo" voll und ganz zu.
Das Beste an "Gozo" ist für mich die Basis.
"Gozo" wird tatsächlich graziler, auch wenn alle zuvor genannten Duftnoten noch wahrzunehmen sind. Ich nehme zudem balsamisch-harzige Noten und eine schöne Holznote wahr. Zuweilen meine ich auch leise Anklänge an schönen Weihrauch wahrzunehmen.
In der Basis hat sich "Gozo" von "Extreme Nr. 1" nicht nur entfernt sondern ganz gelöst.
"Gozo" ist eindeutig ein Gourmand.
Auch wenn in der Pyramide "Ambroxan" gelistet ist, das ich sonst immer wahrnehme und überhaupt nicht ausstehen kann, so rieche und roch ich es zu keinem Zeitpunkt während der Tests. Und auch nicht nach dem Vergehen des Dufts, was sonst bei mir mit Ambroxan als fader Nachklang nachhängen kann.
Blüten und Vanille nehmen ich ebenfalls nicht wahr.
Die Sillage ist nach dem grellen Start mittelstark. Die Haltbarkeit ist nicht übertrieben lang.
Es ist nicht meine Parfümrichtung, dennoch kann ich sagen, dass es ein gut gemachter durchaus edler und raffiniert komponierter Gourmand ist.
Wie ich sehe, gibt es hier einige User*innen, die den Duft auf der Wunsch- und Merkliste haben.
Wenn man einen guten Gourmand möchte, ist "Gozo" unbedingt eine Option.




7 Antworten

Seerose vor 27 Tagen
8.5
Duft
7
Haltbarkeit
7
Sillage
10
Flakon

Iris und Zitrone
Als "Intense so Iris" bei mir eintraf und ich ihn nach ein paar Stunden vorsichtig ein wenig aufsprühte dachte ich: Ist das jetzt der Duft den wollte?
Denn ich habe "Intense so Iris" schon einige Zeit auf der Wunschliste. Allerdings konnte ich ihn, als ich kaufen wollte nicht in Deutschland finden.
Ich wohne in einer Gegend in der es keine Parfümerien gibt, nur die üblichen Kosmetikdiscounter. Dieses Jahr kam ich nirgendwo hin, wo ich hätte kaufen oder wenigstens testen können.
Jetzt habe ich ihn! Und bei dem Preis auch noch blind gekauft.
Ich kenne mich jedoch. Wenn ich etwas bekomme, das ich mir sehr gewünscht habe, fremdele ich zunächst. Bin vielleicht unsicher und ein bisschen enttäuscht.
Daher teste ich "Intense so Iris" seit einigen Tagen. Dabei habe ich noch einmal rekapituliert, welchen Irisduft ich denn wollte.
Denn ich habe einige Irisdüfte und möchte nicht mehr einen in der Art wie ich sie schon habe: Den hell-blumigen "Iris de Champs" von Houbigant, den erdigen und nussig-aparten "Bois Farine" von L'Artisan, und den wunderschönen exquisiten geschmeidigen festlichen Irisduft mit einer - für mich - Ebenholznote von Roméa de Améor "Les Impératrices du Japonaises". Letzterer ist einer meiner Signaturdüfte.
Ich wollte einen mehr ruralen, erdigen Irisduft in der Richtung etwa von Lebreton's "Incarnata. "Incarnata" hat die von mir gewünschte erdige Note. Leider sind in ihm auch noch andere mir nicht so angenehme Geruchsnoten. Zudem nahm in "Incarnata" die Irisnote mehr wie eine ungewaschene noch mit frischer Erde behaftete Wurzel wahr, will sagen, dass ich sie überzogen dosiert empfinde.
Bei der Suche nach zu einem alternativen Duft zu meinen Irisdüften landete ich immer wieder bei "Intense so Iris" EdP. (Es wird hier und da als Extrait deklariert, aber es ist ein EdP und auf dem Flakon und der Verpackung steht nirgendwo "Extrait") .
Also zuerst: Ja, "Intense so Iris" ist der Duft, den ich mir wünschte. Und doch ist "Intense so Iris" etwas anders als ich mir vorstellte. Zu sehr hatte ich unbewußt etwas mehr in Richtung von "Iris des Champs", also lieblicher, geschmeidiger erwartet.
Nun zum Verlauf mich immer mehr in den Bann ziehenden "Intense so Iris" von Montale. Ich vergesse stets das es ein Montale-Duft ist, zu untypisch für Montale empfinde ich ihn.
Als erstes kommt mir eine heftige Eruption einer unsüßen und recht sauer-herben Zitronennote entgegen, halb frischgepresster Saft, halb frisch abgeriebene Zesten.
Das erste Mal war ich erschrocken, weil ich dachte, dass es nun in Richtung Cologne geht, die ich nicht mag. Aber es ist eine helle unsüße Zitronennote die binnen einer Sekunde schon die Iris mit hoch reißt.
Eine wunderschöne deutliche leicht spröde erdige und pudrig staubtrockene Irisnote. Ich rieche weder Möhren noch etwelche andere Wurzelgemüse.
Nach wenigen Minuten, auf dem Dekolletee kann es bis zu 20 Minuten dauern, nimmt sich die frische Zitronennote sehr zurück. Offenbar durch den gelisteten Moschus, den ich überhaupt nicht wahrnehme, verwandelt sich die herbe-frische Zitronennote in eine ganz leise zarte Zitronenblütennote. Wenngleich auch immer als leise Grundierung die Zitronennote mitduftet und "Intense so Iris" dadurch hell, frisch und luftig hält. Somit ist die erdige Iris niemals dumpf oder muffig-stickig. Wenig später entwickelt sich eine zurückhaltende cremige Sandelnote.
Sie verleiht "Intense so Iris" eine raffinierte Geschmeidigkeit ohne den Charakter der ruralen Iris ins Belangslose zu modulieren.
Sonst passiert im Hauptverlauf nichts weiter.
Die ersten Sekunden scheint "Intense so Iris" eine starke Sillage zu haben. Jedoch hat "Intense so Iris" eine mittelstarke Sillage. Mit der maßvollen Sillage hat der Duft ebenfalls eine mittlere Haltbarkeit.
Allerdings wird "Intense so Iris" danach noch lange körpernah von mir wahrgenommen, dabei ist dann der cremige Sandel deutlicher.
Ich kann sagen: "Ja, das ist genau der Irisduft, den ich wollte. Und die Eingebung der Parfümeurin oder des Parfümeurs mit der für mich unerwartet frischen Zitronennote ist meiner meiner Meinung nach der Clou.
Lippenstiftnote in Irisdüften? Ich kann damit nichts anfangen und nehme so eine Note auch in "Intense so Iris" sowie auch bisher in keinem anderen Duft, der diese Note haben soll wahr.
Warum andere User*innen bei Iris eine Lippenstiftnote erwarten und auch oft wahrnehmen ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich kann mich zu keiner Zeit an solche Lippenstifte erinnern, da müsste ich mindestens zwischen 90 und 100 Jahren alt sein.
Jedoch will ich nicht bestreiten, dass andere genau das wahrnehmen, weil sie diese Note mit dem Geruch alter Lippenstifte verbinden.
Wie ich sehe, besitzen auch nicht wenige Männer "Intense so Iris". Ich stimme der Einordnung wegen schon wegen des Fehlens jeglicher Süße sowie der einer üppigen Blüten völlig zu.
Meine Suche nach Irisdüften ist somit für längere Zeit beendet.

16 Antworten

Seerose vor 2 Monaten
8
Duft
8
Haltbarkeit
7.5
Sillage
10
Flakon

Neu formuliert oder für anderen Markt?
Mehrmals bekam ich von netten Userinnen und auch sonst einen Flakon "Arpège" von Lanvin. Und jedes Mal war er mir viel zu aufdringlich, ein altmodischer Wummser, voller Aldehyde und aufdringlicher weißer Blüten mit einem Gemisch von Basisnoten die es erst richtig unharmonisch und unerträglich für mich machten. Ich habe keinen Verriß geschrieben, weil die vielen Kommentare hier etwas anderes sagten. Und ich mir sagte, dass das wohl nur mein Problem sei. Zudem ist er erschwinglich.
Insgesamt jedoch war "Arpège" jedoch ein gut gemachter Duft, die Haltbarkeit nicht zu extrem. Und da ich ihn immer abgewaschen habe konnte ich feststellen, dass "Arpège" sich nicht in die Haut einfrißt, so dass ich viele Male waschen musste und auch verschiedene andere Entfernungsrituale zu endgültigen Entfernung vornehmen musste.
Nun erhielt ich erneut von einer lieben Freundin einen Flakon "Arpège". Zuerst wurde er als Überraschung angekündigt. Dann jedoch war das Päckchen irgendwie nicht zu mir gelangt und wir mussten eine Nachforschung anleiern. Dabei sagte meine Freundin mir, dass sie mir "Arpège" zugedacht hätte, sie hätte ihn in einem jener Ramschläden gefunden, geglaubt, dass er nicht mehr auf dem Markt sei. Und sie habe ihn so schön in Erinnerung, er würde genau zu jemand wie mir passen.
Ich habe ihr ehrlich mit peinlichen und leichte verzweifelten Gefühlen gesagt, dass ich den Duft nicht ausstehen könnte. Wieso so oft gemeint würde, dass dieser Duft für mich passend sei.
Das tat ihr sehr leid. Aber nun war er ja verschwunden, schade dennoch.
Und am nächsten Tag trudelte das Päckchen ein.
Aber natürlich habe ich "Arpège" erneut ausprobiert. Und zuerst fand ich ihn am Sprayer doch sehr schön. Aber aufgesprüht, huch, Aldehyde, eine Mischung fast sie der Abrieb von Gummi und dann wie bestimmte Deosteine fürs stille Örtchen, anschließend entwickelte sich eine Ähnlichkeit zu Tosca. Nein, also gar nicht meins.
Die Basis brauchte ziemlich lange und hat außer ein wenig balsamischem Amber und Benzoe nicht viel, dass ich mit Bestimmtheit benennen könnte. Gewiß ist auch Vanille bzw. Vanillin enthalten.
Jedoch der Abwaschdrang stellte sich nicht ein. Und nach einiger Zeit entwickelte sich eine liebliche Blütenmischung. Ja durchaus ein starker Duft, das ist "Arpège". Kein Parfüm für den gewöhnlichen Gebrauch.
Und dann vergaß ich, dass ich "Arpège" aufgetragen hatte. Aber immer wieder war um mich herum ein schöner Duft nach Blüten, balsamisch. "Arpège" ist nun für mich ein orientalisches Blütenchypre.
Als ich dann spät wieder diesen schönen Duft wahrnahm, habe ich mir die Verpackung vorgenommen und den Batch abgefragt. Ich stellte fest, dass dieser Flakon "Arpège" im Januar 2020 abgefüllt worden ist.
Und dass dieses "Arpège" gar nicht für den europäischen Markt bestimmt ist, sondern für den arabischen Markt. Es steht sogar auf der Verpackung, dass dieses Parfüm "Arpège" nur in von Lanvin authorisierten Verkaufsstellen verkauft werden darf.
Warum ist es dann in den Billig-Ramsch-Läden hier zu haben?
Also vermute ich, dass seit meinem Testversuchen von Originalflakons des "Arpège's " entweder eine Neuformulierung stattgefunden hat. Oder dass man für andere Märkte andere Formulierungen zusammenmischt.
So wie dieses "Arpège" ist, bleibt es jetzt bei mir. Denn ein wenig auf die schöne Entwicklung eines Dufts warten muss man auch bei anderen Düften. Ich muss z. B. auch bei "Shalimar" auf das Faszinierende warten. Und auch bei meinem neuen Duft "Santal Blanc" von van Cleef & Arpel auch ein Weilchen auf die schöne Iris warten.
Ich setze die Bewertung nun hoch. Kann jedoch nur warnen: Aufpassen, aus welcher Zeit und was auf der Verpackung steht. Und Testen wäre in jedem Fall angesagt, falls man zumindest eine mehr oder weniger Abneigung gegen "Arpège" hat, obwohl er hier offenbar zu Recht, gut Bewertet und positiv kommentiert wird.
10 Antworten

Seerose vor 2 Monaten
8
Duft
7
Haltbarkeit
6
Sillage

Silvana Casolis Irisparfüm
Ich mag Irisdüfte und bin immer auf der Suche nach dem ultimativen Irisduft für mich. Um bei jedem weiteren getesteten Duft festzustellen, dass ich mittlerweile einige schöne, interessante Irisdüfte besitze und ich vorerst keinen weiteren benötige.
Und das der heilige Gral der Irisdüfte für mich bis jetzt immer noch "Madame Butterfly" jetzt "1904" von Histoire de Parfums geblieben ist, der genau wie der heilige Gral zunächst für mich unerreichbar bleiben soll.
Nun also der Duft "Silvana" der offenbar von der Parfümeurin mit ihrem eigenen Namen benannt wurde. Vielleicht ist es ihre Lieblingskreation, ihre gelungenstes Schöpfung?
Mir fällt dazu nur ein, dass seinerzeit die von mir angeleitete Schulassistentin aus Italien sich über den altmodischen Namen "Silvana" mokierte, als ich einmal meinte, dass ich diesen Namen gerne als Vornamen tragen würde statt meines pseudogermanischen Vornamens mit vermeintlichen Waldbezug, der jedoch etwas total anderes bedeutet. Damit genug über den Parfümnamen.
Natürlich wurde ich über den Namen "Silvana" auf den Duft aufmerksam. Da es ein Irisduft ist, war ein Test obligatorisch.
So besorgte ich mir eine Abfüllung ganz frisch von ALzD.
"Silvana" eröffnet zunächst für ca. 30 Sekunden mit einer alkoholisch- scharf-fruchtigen Pfeffernote.
Sofort danach dimmt diese Note bis auf einen leicht scharfen Pfefferduft herunter. Diese Pfeffernote bleibt bei mir über den gesamten Verlauf präsent.
Jedoch folgt unmittelbar zaghaft der Moschus, welcher einer pudrig etwas trockenen, leicht erdigen Iriswurzelnote zur Geltung verhilft. Daran schmiegt sich dann eine zarte Irisblütennote an, wie ich sie, wenn auch sehr selten, an einigen Irissorten riechen konnte, blumig und doch dem Iriswurzelduft ähnlich. Ich meine, dass es fahlgelbe Iris waren, die so bezaubernd rochen und deren Duft ich in "Silvana" wieder zu erkennen meine. Der Moschus bleibt immer sanft im Hintergrund.
Danach habe ich zuweilen vorübergehend und nicht bei jedem Test für mich wahrnehmbar, eine mich störende Note wahrgenommen. Lange habe ich mein Duftgedächtnis absuchen lassen und bin als Ergebnis bei einer möhrigen Pastinakennote mit leichtem Fenchelaroma - so in etwa - gelandet.
Es ist doch immer sehr schwierig, so etwas genau in Worte zu fassen.
Auch diese Note verduftet wieder.
Und so bleibt "Silvana" bei mittlerer Sillage und Haltbarkeit stehen. Der Pfeffer bleibt immer wahrnehmbar Der Pfeffer ist ein interessanter Antagonist gegen zu viel Lieblich- und/oder ruraler Erdigkeit von "Silvana". Jedoch bin ich nicht so begeistert von Pfeffer in Düften.
Alles in allem ein schöner und nicht aufdringlicher Duft für viele Gelegenheiten.
Auch "Silvana" hat einen veritablen Preis, ich warte lieber, bis ich mir einen Flakon von 1904 besorgen kann und verbrauche einstweilen erstmal meine anderen Düfte.
Auch wenn er nur als feminin deklariert ist, ich würde "Silvana" als unisex einstufen.
12 Antworten

1 - 5 von 650