SeeroseSeeroses Parfumkommentare

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19.07.2018 02:53 Uhr
Dass es für Etro "Patchouly" EdP noch keinen Kommentar gibt, wundert mich nicht nachdem ich ihn getestet habe.
Dass ich neuerdings nebenbei nach schönen Patchoulidüften Ausschau halte liegt daran, dass zu meiner Überraschung auf den Patchouliduft "Patchouli Nosy be" von Perris Monte Carlo ein Reaktion meines Mannes erfolgte: "Oh, das ist aber eine wunderschöner Duft, Du duftest so gut". Und das nach sechs Jahren Parfumo das erste Mal mit solch ehrlicher Bestimmtheit.
Sonst kann ich tragen was ich will, er hat entweder nichts gerochen, oder er sagt so etwas Indifferentes wie: "Das ist aber ein starker Duft" und ganz oft: "Das riecht ja nach Maiglöckchen", auch wenn es überhaupt kein Blumenduft ist. Weil er das rät, er mag so gerne Maiglöckchendüfte, (und ich kann sie nicht ertragen).
Es gibt nur wenige Düfte die er überhaupt richtig wahrnimmt.
Es hat natürlich Vorteile einerseits. Denn ich kann mich eindieseln womit ich will. Auf sein Urteil brauche allermeist nichts geben, wenn ich ihn frage. Das fällt immer so aus wie er denkt, dass es vielleicht hinkommt. Wobei er lustigerweise bei ein und demselben Duft einmal Maiglöckchen riecht, das andere Mal aber nicht. Oft sagt er auf meine Frage, wie er den Duft findet: "Oh, ich habe nicht drauf geachtet, ich rieche nichts".
Aber bei Patchouli reagiert er immer zu meiner großen Überraschung mit Entzücken und ich frage mich im Stillen, was davon wohl aus der Vergangenheit vor mir stammt. Na, und wenn schon!
Jetzt habe ich schon einige Patchoulidüfte und ich selber liebe die Abwechslung. Außerdem sollte man immer eine Alternative haben, falls ein Duft, der einem gut gefällt nicht mehr zu haben ist.
Langer Einleitung kurzer Sinn bezüglich "Patchouly EdP" von Etro:
Es ist ein netter Duft. Zuerst rieche ich helle, wie soeben in der Sonne getrocknete Patchouliblüten. Allerdings scheinen sie schon vor dem Trocknen angewelkt gewesen zu sein, und riechen bereits etwas staubig-pudrig nach Heu. Etwas später kommt eine Note wie Vanillepuddingpulver hinzu, mit einem leichten Kakaobuttergeruch wie weiße Schokolade. Dennoch ist "Patchouly" nur andeutungsweise süß. Tonka ist sehr zurückhaltend eingesetzt. Um ehrlich zu sein: Wenn es nicht gelistet wäre hätte ich es nicht vermutet. Labdanum rieche ich zu meinem Bedauern überhaupt nicht, sondern einen milchigen Balsamduft, das muss daher Tolu sein. Mit der Zeit entwickelt sich ein Hauch einer bitteren Note.
Mir fehlt bei diesem Duft ein Gegenspieler, etwas mehr Holzigkeit oder vielleicht bitterer Kakao. Etwas Herzhaftes gewissermaßen. So bleibt "Patchouly" sehr nett, brav und ausdruckslos. Es scheint, als ob Etro sich nicht so richtig getraut hätte "Patchouly EdP" mehr Charakter in eine Richtung zu geben. So ist es ein immer tragbarer Duft, jedoch mich berührt er nicht, weder positiv noch negativ.
Denn was auch immer mein Mann dazu sagt, zuerst muss ich ihn schön finden und ihn gerne tragen mögen.
Die Haltbarkeit ist gut, die Sillage so mittelmäßig wie der Duft insgesamt.


18.07.2018 02:19 Uhr
Zunächst habe ich Caron, La Collection privée, Secret Oud (EdP) nur aus Neugierde in einer Abfüllung bestellt. Weil ich Narde sonst ganz furchtbar finde.
Und weil mir bisher jedes Parfüm mit Baldriangewächsen scheußlich roch.
Nun wollte ich wissen, wie sich das mit Oud und Jasmin macht.
Aber in "Secret Oud" ist es Caron gelungen, einen außergewöhnlichen aparten und exquisiten Oud-Duft zu komponieren. Alle genannten Ingredienzen passen harmonisch zusammen, die Speiknarde, ein Geißblattgewächs (Jatamansi) passt vollkommen zu dem holzigen Oud mit der dezenten cremigen Rose mit der "Secret Oud" startet.
Sodann nehme ich ein leicht erdig-medizinisch-harziges (vielleicht Myrrhe), warmes und deutlich auch nach Zistrose duftendes Parfüm wahr. Balsamisch-harziger Amber untermalt "Secret Oud". Ich meine auch Ylang-Ylang zu riechen.
Die Narde verströmt dabei zunächst leicht, doch eindeutig den typischen Baldriangeruch aus.
Holziges Oud zusammen mit einer für mich für Zistrose eigenen Melissennote macht "Secret Oud" fast honigsüß.
Zeder rieche ich nicht, sondern eine sehr dunkle warme Holznote. Auch Safran kann ich nicht identifizieren. Jasmin nehme ich nicht als Jasmin wahr, sondern, wie bei "Bois d' Oud" von Perris Monte Carlo; als einen Hauch der Gerüche von warmen Federn und Fell.
Im Zusammenwirken aller Ingredienzen duftet "Secret Oud" beruhigend, aromatisch und umhüllt mich mit Geborgenheit.
Dazu passt auch die mittlere fast körpernahe Sillage. Die Haltbarkeit von jetzt 4 Stunden bei gleichbleibender Sillage verspricht, dass "Secret Oud" noch etwas länger bleibt.
Unerwartet hat mich "Secret Oud" richtig betört und scheint ein Wunschduft zu werden. Es war der Duft, der mir beim Öffnen der Abfüllungssendung so verlockend entgegen duftete.


10.06.2018 12:01 Uhr
Sehr gespannt war ich auf den Test von Patou's "Vacances". Die Düfte dieses Hauses tendieren für mich zwischen den für mich oft untragbar heftigen Düften des letzten Viertels des 20 Jahrhunderts und den ganz modernen zuweilen etwas sehr minimalisierten Düften von jetzt. Patou-Düfte sind dennoch für mich "richtige" Parfüms, konventionell, aussagekräftig und keineswegs alltägliche Düfte. Aber "Vacances" kannte ich noch nicht.
Eine liebenswürdige Parfuma hatte mir "Vacances" als Überraschung mit in die Duftpost gegeben. (Ganz lieben, herzlichen Dank an sie! Was für einer Rarität hat sie mir da überlassen!)
Wie immer testete ich ohne mich hier in der Seite zu informieren und auch noch spät am Abend in der Gewißheit, dass der Duft bereits kommentiert sei bei einem Haus wie Patou.-
Einen kurzen Moment duftete es unspektakulär leicht grün-herbe.
Sofort folgte eine süßer, cremiger Moschusduft mit einer ebenfalls lieblichen Mischung von Blüten mit einer Tendenz zu weißen Blüten. Jedoch glitt diese filigrane moschuscremige Blütenmischung nicht ins Nivea-Cremige ab, sondern sie wurde unterlegt mit einer leicht bizzelnden Note. Vielleicht Ylang-Ylang? Eher nicht, ich notierte es erstmal, es würde sich beim Aufrufen gewiß offenbaren. Irgendwie apart vertraut hatte "Vacances" etwas, was nicht so ganz in die heutige Parfümlandschaft passt. "Vacances" ist ein sehr femininer Duft.
Da ich mich jedoch im Schreiben von Mails verlor und daher nur ab und zu an meinem Handgelenk schnupperte, wurde es sehr spät bzw. früh. Irgendwann notierte ich "Flieder", vielleicht Veilchen, Glyzinie?". Das Herbe könnte auch Mimose sein. Ein sehr feiner dennoch aussagekräftiger Duft; mädchenhaft zart, lieblich, süß, unschuldig, eigenwillig, altmodisch-bezaubernd und hellstrahlend, und dennoch, irgendwie, irgendwie...kenne ich so einen ähnlichen Duft. Aber welcher war es, der so ähnlich duftet?
Dann ging ich nach draußen, es war noch schwül und bewölkt, kein Regentropfen fiel, wie seit Tagen nicht. Durch die Wolken sah ich den Jupiter schon tief fast im Süden schimmern. Also würde es immer noch keinen Regen geben.
Aber dann kam vom Flüßchen unten schwirrend auf unsere Terrasse ein sehr kleines gleißend strahlende Flugobjekt: Ein Glühwürmchen. Es flog gemächlich ein paar Saltos und Schlangenlinien und verschwand, noch ein paar Loopings drehend wieder hinunter zum Fluß.
Da fiel es mir ein: Météorites von Guerlain duftet so ähnlich, nämlich nach Flieder, es ist auch leicht grün, cremig, jedoch ist darin noch anderes, es endet mit einer ganz feinen Guerlinade. Vor allem ist die Moschusnote viel dezenter in "Météorites". Überhaupt ist "Météorites" leichter, jedoch sind ist die Noten nach weißen Blüten dominanter.
Obwohl "Vacances" kein lauter Duft ist, oder doch? Es fehlt ein Antagonist - keine Zitrusnote banalisiert "Vacances" - auch wenn etwas Herb-Grünes mit duftet. So steht es in meinen Blindtest-Notizen Ich wollte den PC schon runterfahren da fiel mir ein, dass ich "Vacances" doch noch hier als getestet listen sollte.
Tja: Kein Kommentar, kein Statement und ein Duft von 1936, ein Vintage, es gibt ihn schon längst nicht mehr. Wie schade, dachte ich.
Die herbe grüne Note ist also Mimose mit Galbanum. Die weiße Blütenduft kommt von Weißdorn und von wird von der Sorte Hyazinthe abgemildert, die sehr fein duftet. So erkläre ich mir das. Allerdings ist sind das nur meine Überlegungen.
Aber recht behalten habe ich auf jeden Fall mit dem Identifizieren von Flieder.
So eine nachträgliche Bestätigung ist für mich ein kleines Erfolgserlebnis.
Da ich "Vacances" schön fand und finde wollte ich ihn zum Schlafen nicht mehr abwaschen.
"Vacances" wäre für mich ein Duft für mich selber, ein Betthupferlduft, ein Kuschelduft für zu Hause. Und folgerichtig konnte ich schon zum Vergleich doch Météorites auftragen. Den Rest vom Teströhrchen wollte ich für den Kommentartest nicht noch weiter verbrauchen
Heute Vormittag konnte ich auf der Auftragsstelle von gestern Abend noch eine Spur unveränderten "Vacances" wahrnehmen, also habe ich genau dort wieder aufgetragen.
Oha, jetzt ist "Vacances" dadurch um einige Drehzahlen verstärkt und viel deutlicher. Der ganze Raum duftet danach. Der Verlauf ist gleich, aber der Flieder ganz deutlich einzeln für mich wahrzunehmen, die Blütenmischung süßer und gar nicht mehr so unschuldig, sondern üppig. Das Mädchen ist eine Frau mit Kurven geworden. Dafür rieche ich keine weißen Blüten mehr. Also ist Zurückhaltung bei der Dosierung geboten.
Da "Vacances", den ich jetzt getestet habe, keine Spur von Alter zeigt, nehme ich an, dass es eine Probe der kostspieligen "Heritage" - Version davon ist. Es ist nostalgischer weiblicher reiner Blüten-Moschus-Duft.
Ob "Vacances" "Météorites" wohl als Pate gestanden hat?


07.06.2018 02:09 Uhr
Dies ist der letzte Duft der Providence Perfumes. Insgesamt decken sie von "zum Hinknien schön" über "schön" bis "naja, nicht meins" und "betont öko" ein breites Spektrum ab.
Aber mit diesem hier: "Osmanthus Oolong" kann ich sehr wenig anfangen.
Oolong-Tee ist ein halbfermentierter chinesischer Tee und er wird, wie viele chinesische Tees über Feuer getrocknet, geräuchert. Osmanthus ließ mich eine fruchtig-blumige zarte Note erwarten in einen möglicherweise schwachen Teeduft.
Aber ich rieche zuerst nur eine Art Rauch-Teergeruch (nein, das "r" zwischen "Tee" und "Geruch" ist kein Tippfehler), wie ich das von versotteten Schornsteinen kenne, richtiger Schornsteinfegergeruch. Zunächst rieche ich nichts weiter, dieser Rauchgeruch ist nicht mal der von Holzkohlenfeuer. Auch der rauchigste Tee aus China, den man damals in Ökoläden kaufen konnte hatte diesen Geschmack oder Geruch, allerdings nicht ganz so stark auf jeden Fall.
Ich mochte sie alle schon damals nicht. Und womöglich noch mit Jasmin oder Bergamotte aromatisiert waren sie besonders scheußlich für mich.
Aber auch das ist hier nicht der Fall, nur sottig-klebriger Rauchgeruch kommt von meinem Handgelenk. Solcher Sott dringt durch die gemauerten Steine eines Schornsteins und bei feuchtem Wetter, wenn der Ofen nicht beheizt wird, riecht man so etwas in den Räumen. Erzeugt wird dieser Sott durch zu frisches und nasses Feuerholz und unsachgemäßes Anfeuern.
Als ich hier den Duft aufrufe ist als Holz "Aglaia" genannt. Das ist ein Mahagonibaum. Nun gut, dann soll das hier Holzkohle aus Aglaia-Mahagoni sein?
Danach schwächt sich der Geruch von sottiger Holzkohle ab, ich rieche ganz schwache Noten von Wachs und etwas Wässrig-Fruchtig-Blumiges. Und neben dem jetzt ganz schwachem Rauchgeruch kann ich tatsächlich Holz und eine Spur Sandelcremigkeit wahrnehmen.
Diese Mischung etwas stärker und ohne diese grobe Teernote und mit einer zarten Teenote an dessen Stelle zu Beginn würde ich schon mögen.
Irgendwie scheint mir "Ostmanthus Oolong" nicht so gelungen wie man es gedacht hatte. Ich gebe so eine niedrige Bewertung, weil die oben genannte Ingredienzenliste völlig überzogen erscheint und Erwartungen weckt, die überhaupt nicht erfüllt werden.


06.06.2018 02:06 Uhr
Zuerst rieche ich nach dem Verdunsten des Alkohols von "Tabac Citron" eine zitrisch-süße Note mit Lakritzandeutungen. Das verwandelt sich dann kurzfristig in eine säuerliche Dropsmischung. Das ist nicht zu beanstanden, aber spannend finde ich das nicht.
Dann wird "Tabac Citron" mir richtig unangenehm. Es entwickelt sich eine mir widerliche Note, eine Art komischer Hautgeruch, etwa wie Efeublüten. Ein breiiger leicht angesäuerter gammeliger Geruch mit Gewürzen und Lavendel, was meiner Ansicht nach mehr als unharmonisch riecht.
Diese Phase währt vielleicht eine Stunde und ich kann mit das erst erklären, als ich den Duft hier aufrufe. Diese komische Note muss vom Sandel kommen. Der passt irgendwie nicht zu den anderen Noten und daher bekommt "Tabac Citron" diese seltsam menschelnde Hautnote.
Was da sonst gelistet ist: Rose, Ylang, kann ich überhaupt nicht riechen.
Und ich gestehe, dass ich mir unter "weißen Tabak" aber auch überhaupt nichts vorstellen kann. Albinotabak gewissermaßen, vielleicht gibt es so etwas. Aber diese mir mehr als unangenehme Note verschwindet wieder und es kommt wieder diese Bonbonfruchtnote, leicht süß zum Vorschein, ich rieche auch etwas Holziges.
Desweiteren nehme ich immer mehr Gewürznelken mit etwas Zimt wahr und eine säuerliche Fruchtnote.
Ach, was drösel ich das so umständlich auf? Pflaumenmus kommt hin, mit etwas Apfelkompott.
Zur Ehrenrettung kann ich sagen, dass der Sandel "Tabac Citron" nun doch noch eine cremige Note verleiht wie es sich gehört. Da wird wohl auch noch ein Stückchen Vanillestange mit geholfen haben. Nur Tabak habe ich nicht wahrgenommen.
Insgesamt entwickelt sich "Tabac Citron" zu einem traditionellen Duft wie es ihn sehr oft gibt: Säuerliches Fruchtmus oder auch Trockenfrüchte gut gewürzt. Die saure Herbheit wird durch Sandel und Vanille neutralisiert und somit steht "Tabac Citron" als schlussendlich als eine Art Gourmand-Duft.


05.06.2018 02:18 Uhr
"Moss Gown" ist für mich ein wirklich wunderschöner Moosduft. Der Start ist lieblich-moosig mit balsamischen Harzen. Das Moos bleibt über den gesamten langen Verlauf erhalten, schwächt sich jedoch ab.
Die Sillage ist die erste Stunde nicht von schlechten Eltern. Es duftet wirklich wie in eine lichten Mischwald mit alten Eichen an denen die Moosflechten hängen und es ist Sommer. Die Heide blüht schon und duftet lieblich, wenn der Wind darüber streicht.
Dann kommt die Herzphase in der ich denke, dass "Moss Gown" (Moosgewand) sich ins Herb-Bittere und mehr in Richtung Terpene, also Holzöle verwandelt. "Moss Gown" wird zudem etwas bitterer und erdiger, bleibt aber interessant und angenehm, immer vom Moosgeruch flankiert.
Jedoch erscheint dann nach und nach eine liebliche Blütenmischung, süß, leicht frisch, eine Spur aromatisch-fruchtig.
Als ich hier nach dem Testen die Pyramide aufrufe erklärt sich mir einiges. Wenngleich die Reihenfolge sich bei mir im Duftverlauf nicht so abspielt. Einzelne Blüten kann ich gar nicht identifizieren. Ich rieche allerdings so etwas wie blühende Besenheide.
Im Grunde ist das auch nicht wichtig, denn:
"Moss Gown" ist ein zum Hinknien schöner Landschaftsduft, wie oben bereits gesagt: Eine blühende Heidelandschaft im Sommer mit Eichen und Moos und ein paar Traubenkirschbäumen an den Waldrändern.
Ich würde das Moosgewand jetzt als Duftdecke zum Schlafen nehmen. Aber ich muss für den Testnachfolger noch etwas im Tester lassen.
Die Haltbarkeit ist für eine Naturduft sehr gut, die Sillage wird allerdings nach drei Stunden fast hautnah.


04.06.2018 01:14 Uhr
Es ist zu schade, dass "Love-In-A-Mist" so von weißen Blüten dominiert wird. Denn ganz gleich, wie gut es ist, ich kann es nicht mögen.
Und "Love-In-A- Mist" ist ein gutes Parfüm. Es haftet ihm nichts Ökohaftes an.
Ich trug "Love-In-A-Mist" auf und sofort roch mir nicht nur die mir sehr unangenehme weiße-Blüten-Phalanx entgegen. Puh!
Dann war sofort noch eine unangenehme Note, die nicht zu den weißen Blüten gehört.
Diese beiden Noten bleiben vor allem dicht auf der Haut intensiv über den ganzen Verlauf erhalten..
Aber auch in der Sillage sind sie leider - für mich - sehr präsent.
Jedoch roch ich kurze Zeit später darunter etwas Grünes und Frisches, eine liebliche dezente Süße, etwas Cremiges. Nicht zu fassen, unter den wüsten weißen Blüten breitete sich ein wunderschöner lieblicher Blütenteppich aus, ich kann sogar Rose herausriechen und ein Blütennote mit heller würziger Frische zusammen mit Süße.
Vor allem in der Sillage nehme ich das intensiver wahr. Und ich hoffe, dass sich die beiden Stinkerchen noch zurückziehen. Leider passiert das nicht.
Nachdem ich mich länger mit anderem beschäftigt habe um "Love-In-A-Mist" Zeit zu geben, rufe ich es hier auf.
Die Pyramide ist wenig hilfreich, ist doch schon mal keine weiße Blüte gelistet. Mimose ist für mich zwar nicht bedrängend, gehört zu den Gewürzblumen und ist auch recht heftig. Mimose könnte sich allenfalls unter die weißen Blüten gemischt haben.
Dann die Jungfer im Grünen. Die musste ich im Wikipedia nachschauen. Ach ja, ich kenne sie, wußte nur nicht, dass sie so heißt. Ein schöne blaue Blume mit sehr filigranen Grün besonders um die Blüten.
Jedoch sind die Früchte der Schwarzkümmel mit ähnlichem Geruch wie Kreuzkümmel. Das ist die zweite unangenehme animalische Geruchsnote, animalisch, bedrängend und schweißig.
Was alles in dem schönen Blütenbouquet enthalten ist - außer Steinklee - habe ich allein mit meiner Nase frei erraten. Der Stein- oder Honigklee ist für die lieblich-süße Blütennote verantwortlich. Ich hatte auf Zistrose getippt. Ich roch noch anderes, etwa Rosen, Ylang könnte auch fein dosiert darin sein, sowie etwas Nelkenblüte mit rosa Pfeffer verstärkt. Ein guter Sandel, sehr sparsam eingesetzt verstärkt die Cremigkeit der von mir gerochenen Rose.
Ich bin der Meinung: Wären in "Love-In-A-Mist" nicht die weißen Blüten und der Schwarzkümmel, so wäre das ein schönes Blütenparfüm mit dem ich durchaus liebäugeln könnte. Bin ich doch immer auf der Suche nach schönen Blütenparfüms.
"Love-In-A-Mist" ist ein femininer Duft. Und für alle, die weiße Blüten mit einer Spur Animalik mögen ein gelungenes Parfüm.


03.06.2018 00:25 Uhr
Wenn ich nicht soeben frische Kaffeebohnen in das Mahlwerk der Mühle für morgen Früh gefüllt hätte, vielleicht hätte ich hier auch versucht, Kaffee oder Espresso wahrzunehmen. Obwohl ich keinen Kaffee trinke, so muss! ich unbedingt immer einen tiefen Nasenzug aus der Dose davon nehmen. Ich will auch nicht bestreiten, dass hier Kaffee verarbeitet wurde. Aber ich rieche ihn nicht. Ich bin extra noch einmal an den Küchenschrank und habe das geprüft.
Jedoch rieche ich von Anfang an sehr wohl eine angenehme Bitterkeit, was ich in Düften sehr mag. Begleitet von allerfeinstem Eichenmoos!
Wie die meisten, die mich hier kennen, wissen, finde ich in den gängigen Düften allermeist Eichenmoos abscheulich, richtig zum Schütteln. Das modifizierte Eichenmoos verdirbt mir so manchen Duft.
Aber echtes Eichenmoos ist auch für mich wunderschön in Parfüms. Nur die Mischung in manchen Parfüms ist mir nicht angenehm, auch wenn wirklich schöne Eichenmoosnoten verwendet wurden. Es mag an den synthetischen Bausteinen liegen, dass ich Eichenmoos meistens in Parfüms nicht mag.
In "Heart of Dark" jedenfalls finde ich es schön. Es folgt sofort eine Mischung aus aromatischen Hölzern, Harzen, Balsamen, eine feine Rauchigkeit tritt hinzu.
Aber dann wird es nicht so eine teerige Angelegenheit wie beispielsweise "Black Amber" von Agonist.
Sondern sehr meisterlich zugefügte Vanille und Zistrose machen "Heart Darkness" zu einem wunderschönen kuscheligen Duft, ja geradezu zu einem lieblichen, keineswegs süßem Duft.
Trotzdem bleibt der Charakter erhalten, das Eichenmoos nimmt sich in seiner Intensität zurück, alle Ingredienzen/Duftnoten bleiben im Verlauf.
Oh ja, "Heart of Darkness" überflügelt meiner Ansicht nach Düfte wie "4. April 1968 von Rundholz", "All Angel Calling von April Aromatic" und auch "Black Amber von Agonist.


02.06.2018 01:08 Uhr
Abgesehen davon, dass auch "Samarinda" eine leichte Ökonote hat, die offenbar so gewollt ist, ist es ein sehr schöner Gourmandduft.
Ich versuche jetzt diese mir als Ökonote immer wieder in Düften begegnete typische Ökolinade zu beschreiben: Da ist zum einen etwas Staubig-Getreidiges. Und dann eine leicht muffige Note mit so etwas wie Kampfer. Je nach dem ist sie mir in vielen Ökoduften mehr oder weniger stark in die Nase gekommen.
Wobei es durchaus ökologisch erzeugte Düfte gibt, die das gar nicht haben, sondern sehr aparte und/oder natürlich-traditionelle Düfte sind. Die man nicht so einfach von den uns herkömmlichen in Massen produzierten Düften unterscheiden kann.
Zurück zu "Samarinda".
Zuerst rieche ich ein schöne harzig-holzig-balsamische Mischung mit Gewürzen, frischen Kräutern. Hinzu kommt ganz schnell eine moderate Note von weißen Blüten. das stellt sich in der Pyramide als Orangeblüte vor. Ich aber würde auch auf Jasmin tippen.
Diese mir immer leicht bedrängende Blütennote bleibe relativ lange, ca. 2 Stunden bestehen, wobei sie immer schwächer wird. Immer stärker entwickelt sich eine Gewürzmischung von Zimt, Sternanis, Lorbeer und Nelken. Die anfängliche Frische, leicht minzig-melissig verschwindet und es tritt noch eine etwas stallige Ledernote hinzu. Jetzt kommt der Lorbeer mehr zur Geltung. So würde ich meinen, ich hätte ein gutes Lederpflegemittel.
Aber tatsächlich gibt es einen langen Verlauf, immer wieder wird "Samarinda" heller, auch mal wachsig, dann wieder wie Politur, dann wieder mehr wie ein winterlicher Gewürztee. Und dann erneut das gut gefettete Leder.
Unter allem liegt dezent das, was ich als Ökonote bezeichne.
Insgesamt ist "Samarinda" ein schöner aromatischer holzig-balsamischer Duft. Allerdings kommt er vielen industriellen-traditionellen Düften sehr nahe. Das gefällt mir. Denn die industriellen Düfte sind schließlich den natürlichen Düften nachgebaut. Also muss es immer noch möglich sein, wieder oder immer noch solche Düfte auf ökologische Weise herzustellen.


01.06.2018 01:37 Uhr
Gerne würde ich Positiveres schreiben oder gar nichts. Aber auch dieser Duft hat einen Kommentar verdient. Im Testsprayer ist eine granatrote Flüssigkeit, richtig verheißungsvoll finde ich die Farbe. Das ist aber auch für mich das Schönste an "Divine" von Providence Perfume.
Als erstes kommt mit heftiger Sillage ein Duftschwall mit bedrängendem weißen Blütenmix in meine Nase, Jasmin ist für mich dominant. Die Duftstärke nimmt sofort ab es entwickelt sich eine getreidige trocken-staubige Note. Etwas später rieche ich zudem grünes trockenes Heu und "Divine" wird eine Spur säuerlich. Noch später, die Sillage ist nun sehr moderat aber nicht schwach, rieche ich auch noch eine Prise aromatischen Gewürzes. Bei gutem Willen kann man auch noch abmildernde Vanille und Ambrette wahrnehmen.
Ich ordne die Ambrette der Getreidenote zu. Ich schätze Ambrette nicht sehr in Parfüms. Ich finde es so, wie man Zichorienkaffee nicht mit echtem gerösteten Kaffee wirklich gleichsetzen kann. So in etwa kann man Ambrette nicht einmal - meine Wahrnehmung - mit den synthetischen guten Nachbauten von Walambra vergleichen, nur Ambroxan finde ich schlimmer.
Insgesamt ist "Divine" bezogen auf den Namen ein Duft der Göttin Demeter gewidmet.
"Divine" duftet nach Jasmin, zweiter Heumad, erdig, geerntetem Getreide und Koriander, der auch als Brotgewürz verwendet wird. Ein wahrlich ruraler Duft.
Aber auch "Divine" kann mir für mich nicht als Parfüm vorstellen. Es ist mir zu gewollt ökohaft. Beduftet mit "Divine" positioniert man sich, sendet ein deutliches olfaktorisches Signal: "Ich bin Öko, umweltbewußt...


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