SeeroseSeeroses Parfumkommentare

41 - 50 von 700

21.02.2018 11:42 Uhr
"Imbolc" ist das altirische Lichter- und Reinigungsfest, das zum etwas 1. Februar begangen wurde.
Die Naturdüfte von "Wonderchest Perfums", NY, aus der Serie "Wheel for the Year" sollen jeweils eines der altirischen Feste widerspiegeln. Frau Brodskayas Düfte sind aus natürlichen Ölen und Essenzen hergestellt. Ist Alkohol in den Düften, so ist nur rein aus Getreiden destillierter verwendet worden. Die Parfüms muten einerseits traditionell an und doch sind sie angenehm, natürlich und meines Erachtens dennoch apart und schön mit interessanten Verläufen. Vor allem sind sie für Naturdüfte sehr haltbar, sechs bis zwölf Stunden sind bei mir gegeben. Es ist unbedingt erforderlich, dass man Geduld hat und auch bei weniger differenzierten Düften den Verlauf abwartet.
"Imbolc" ist ein zimtdominierter Duft, zunächst mit dem mir typisch-holzig-harzigem Myrrhe gepaart (wurde nicht gelistet). Das ist es, was ich immer hauptsächlich herbe-holzig ganz dicht auf der Haut wahrnehme.
Jedoch die erst starke und dann auf mittleres Niveau zurückweichend Sillage umschwebt mich mit zitrischen Anklängen, einer zart-aparten vielfältigen leicht cremigen Blütenmischung mit einem Tupfer Orangenduft. Eine unbestimmbare filigrane Süße und Pudrigkeit legt sich darunter.
Zu Beginn schrammt "Imbolc" eine Weile gerade an einem schönen Weihnachtsraumduft vorbei. Aber dann entfaltet sich eine schöner, heller, warmer, kuscheliger Winterduft, der den sehnsüchtig herbeigesehnten Frühling zudem mit einer zart unterlegten Blütenmischung vorahnen lässt.
Bei mir ist auch nach zwölf Stunden auf der Haut und mit minimaler Sillage ein blumig-balsamisch-harzig, leicht süßer Duft mit Zimt wahrnehmbar.


08.02.2018 00:53 Uhr
"all the stars were falling amber, once when nights seen forever I walk with you..."
das verstand ich von einem Song, von dem aus urheberrechtlichen Gründen zu einer Bilderstrecke nur diese wenigen Takte in Endlosschleife und sehr vernuschelt gespielt wurde.
Aber mir gefiel der Song und ich wollte ihn unbedingt finden, wissen von wem, wer das sang, wo ich Noten und Lyrics bekommen könnte.
Ich habe alle möglichen Leute gefragt, die solche Musik hören und mögen. Das ist sonst nicht "meine" Musik. Niemand konnte etwas Genaues sagen.
Ich hörte mir das öfter an. Irgendwie war das ein komisches Englisch? Die Zeiten stimmten nicht - das könnte ein Idiom sein, welches ich nicht kenne, so meine Überlegung. Sterne die zu Bernstein zerfallen, sowas hörte ich als Parfuma. Typisch, dass unser Gehirn dann das zusammen reimt, womit wir beschäftigt sind.
Und das fiel mir ein, als ich den Kommentar hierunter las mit dem kindlichen Mißverständnis von Cellophan und Celluloid.
Jedoch gab ich das, was ich zu hören gemeint hatte in Google ein und:
Es wurde mir ein Video im YouTube vorgeschlagen. Da war der Song, von Enya: Falling embers.
Allerdings lautet der Text anders, wenn man ihn verstehen und lesen kann:
Once as my heart remembers, all the stars were falling EMBERS,
once when night seemed forever, I WAS with you.
Ach natürlich, alles im Konditional Future. Und " were falling embers" ist "würden zu Glut zerfallen" und dann "würde ich mit/bei dir sein".
Während ich über die Mißverständnisse beim Verstehen von uns Unbekanntem nachdachte und speziell diesem, hatte ich auf einmal die Idee zur Absicht, die hinter dem Namen für den Duft "Nuit de Cellophan", "Cellophannacht" stehen könnte.
Cellophan nennt man auch Zellglas, es knistert ganz typisch, ist viel glänzender, durchsichtiger als die heutigen Kunststofffolien.
Es wurde viele Jahrzehnte zum luftdichten Verschließen von selbst gekochten Marmeladen verwendet. Aber auch zum luft- und staubdichten Verschließen von Parfümverpackungen, die im Laufe der Jahre zerbröseln. Und noch heute kann man es als Beutel für Süßigkeiten, Pralinen, Kekse kaufen. Sie bleiben frischer als in den neuen Folienbeuteln, es sieht schöner aus und Cellophan hat keinerlei Geruch.
Vor allem wurde es, jetzt noch ganz selten als Hülle für Blumensträuße, Bouquets, kostbare Einzelblumen wie Strelitzien, einzelne Rosen, Lilien, Orchideen verwendet.
Cellophan knistert so glitzernd luxuriös: Damen in Roben wären vorstellbar, in der Nacht beim Einsteigen in Luxusautos während die dabei durchsichtig eingehüllten edlen Blumen im Arm knisternd im Licht des Entrees glitzern.
Da Cellophan nicht ganz luftdicht ist, Feuchtigkeit aufnimmt können die Blumen atmen.
Ob man nun Vanillekekse oder duftende Blumen damit schützt bzw. verpackt, das Cellophan nimmt den Geruch seines Inhalts ganz dicht an der Folie nur wahrnehmbar auf. Und das bildet dann die ganz typische jeweilig dem Inhalt entsprechen Cellophannote.
So wird vielleicht verständlich, dass Honigduft und der grüne Geruch von Stängeln, gemeinsam mit der relativ starken Blütenmischung, sowie etwas Grünem, eine synthetisch anmutende relativ starke Note ausströmt.
Da mögen auch der fruchtige Osmanthus, die scharfe Nelke und Früchte mitgemischt haben.
Ich konnte das nicht genau zuordnen. Moschus konnte ich kaum wahrnehmen.
Ich roch zudem die holzige Note, die sich nur eine Spur als Antagonist durch zu setzen vermochte.
So blieb "Nuit de Cellophan" für mich gleichsam wie eine leere Cellophanhülle, an der man noch einen undefinierbaren Geruch nach Blumen riechen kann, süß, und als habe das Cellophan auch noch etwas Geruch von poliertem Holz aufgenommen von der Schublade in der es aufbewahrt wurde für einen weiteren Anlaß.
Ich erinnere mich, dass ich als Kind gerne an den aufbewahrten Cellophanhüllen und -tüten gerochen habe.
Ganz identisch ist "Nuit de Cellophan" mit dem Duft von gebrauchtem Cellophan offenbar für mich nicht, sonst hätte ich das beim Testen erkannt. Erst über die Assoziation der zu Glut zerfallenden Sterne in der Nacht glaube ich, die Idee der Parfümeure zur Kreation von "Nuit de Cellophan" verstanden zu haben. Man riecht die Blumen und anderen Ingredienzen verfremdet durch die klare Plastikhülle, sie sollen uns nicht unmittelbar berühren.
Leider, so meine Wahrnehmung, riecht "Nuit de Cellophane" mir viel zu sehr nach heutigem Plastik. Es scheint eher der Geruch eines synthetisch riechenden Kunststoffeimers zu sein, in dem erst Honig war und in den man nun Blumen dahinwelken lässt. Das ganze dekorativ auf einem Holzuntersetzer.


21.01.2018 23:28 Uhr
Liegt es daran, dass in dem O-Probenphiölchen nur noch ein konzentrierter Rest von "Jardins du Maroc" war, denn ich vollständig aufgetragen habe, er reicht nur für einen Test, dass ich hier nicht wahrnehme, was in der Pyramide steht?
Sofort kommt mir ein sehr bekannter Duft entgegen, sehr intensiv, nicht unangenehm, aber Parfüm soll das sein? Ich überlege eine Weile schnüffele und dann habe ich es: Es ist Melisse, aber nicht nur, es ist dem Mittel für alles sehr ähnlich: Klosterfrau Melissengeist. Ein hochprozentiges Einreibemittel, dass man auch gerne, jedenfalls früher, als Einschlafhilfe pries: ein paar Tropfen auf ein Stück Zucker und dann sollte man gut einschlafen können.
Nun, es kam auf die Menge der Tropfen an, wie gut man von diesem Hochprozentigem schlafen konnte.
"Jardins du Maroc" bleibt etwa dreißig Minuten in der Melissenphase, dann ändert sich der Duft, jetzt könnte Zitronatzitrone, kandiert gemeint sein. Und die Bergamotte mit vermutlich Orangenblütenwasser beginnt ihren 4711 Cologne-Charme zu verdunsten.
Weiterhin rieche ich eine süße Spearmint Kaugumminote, die die Melisse in den Hintergrund drängt. "Jardins du Maroc" wird leicht seifig, und erinnert mich nun an Rasierseife oder Rasierwasser von früher. Hier und da scheint eine leichte Kampfernote auf, die immer wieder verfliegt.
Rose, Jasmin? Ich rieche nichts davon. Für mich ist "Jardins du Maroc" ein belebendes süß-seifiges Cologne mit einer mittleren Haltbarkeit und einer zuerst kräftigen Sillage, die rasch abnimmt. "Jardins du Maroc" ist für heiße Tage sicher gut geeignet und ich kann es mir auch sehr bieder und dennoch angenehm an Herren vorstellen.


21.01.2018 02:37 Uhr
Vielleicht findet man dort, wo dieser Duft produziert wurde die Teekräuter und Duftpflanzen, die ich rieche in einem Zitrusfrüchtehain.
Ich rieche sofort eine frische grüne und aquatische Note in "L'Agdal - Jardin d' Agrumes". Dann folgt eine leicht pfeffrige Note. Sodann nehme ich Lavendel wahr, vielleicht auch eine Spur aromatischen Salbeis. Das alles kann man in Tees verwenden. Jedoch arabischer Tee ist meist süßer Pfefferminztee.
Diese Note folgt auch und bleibt, zuerst etwas frisch scharf, dann wechselnd zu gesüßtem Spearmint, abwechselnd mit einer Sorte mir als "arabischer Pfefferminz" bekannt; matt-samtig dunkelgrüne Blätter mit rötlicher Unterseite. Diese aromatische Sorte hatten wir früher im Garten. Tee aus frischen Blättern und Stängeln dieser Sorte schmeckte ganz besonders.
Wo sind jetzt die Agrumen, also Zitrusfrüchte? Ich kann nur die Mandarine identifizieren, denn die riecht mir in Parfüms fast immer aquatisch. Warum das so ist, weiß ich nicht.
Eigentlich bleibt es, nach dem der Duft innerhalb von 30 Minuten steht, bei dieser Kräuterteemischung; etwas süß zunächst, wird dann jedoch herber.
Ich rieche kein Patchouli, auch nicht die aromatischen frisch getrockneten Blüten davon. Mir fehlt das fehlt nicht. Zwischendurch nimmt der Minzduft Kaugumminote "Spearmint" an, aber auch das verschwindet wieder. Insgesamt bleibt es ein mehr herber Kräuterteeduft, der allerdings nach 2 Stunden fast verduftet ist. Man müsste nachsprühen.
Wie unten im Statement angedeutet, ist "L'Agdal - Jardin d' Agrumes" unisex und gewiß ein angenehmer Sommerduft. Was mich betrifft gefällt er mir so viel besser, als wenn er wirklich nach Zitrusfrucht- und -schalen duften würde.


20.01.2018 01:08 Uhr
Oud in Düften interessiert mich immer, da ich mich vom ersten Wahrnehmen, noch nicht wissend, was das für ein Duftstoff sein könnte, darein verliebte, (bis auf Ausnahmen von sehr fäkalischen Versionen davon).
Und ich suche immer noch nach besonderen Düften mit Oud. Deshalb trug ich heute Abend zum Testen "Oud" von Benchaâbane auf voller Spannung auf.
Aber sofort hatte ich schon wieder wie neulich zu Beginn meiner Tests von Mercier's Lumière d' Ambra sofort ein Déjà-vu. Nämlich roch ich wieder: "Ambra Oud" von Patria de Nicolai.
Sofort ging ich zu meinen ganz besonderen und mir kostbaren Düften und trug auf das andere Handgelenk "Ambra Oud" von Nicolai auf.
Ich tat es sofort, es dauerte so lange, bis ich den Duft aus dem Schrank und der Packung genommen hatte.
Zuerst, nach dem Verdunsten des Alkohols waren beide Düfte wirklich identisch.
Dann unterschieden sie sich einige Zeit, der "Oud"-Duft von Benchaâbane roch ein wenig nach rauchigem Oud und der von Nicolai duftet etwas blumig-zitrischer, das Oud von Benchaâbane hatte eine holzigere Oudnote. Das von Ambra Oud von Nicolai ist etwas animalischer.
Aber die Unterschiede verwischten sich immer wieder. Vor allem ist die Sillage und die Haltbarkeit von "Oud" Benchaâbane schneller abnehmend.
Der Nicolai-Duft ist in der Sillage und auch der Haltbarkeit zwar auch nicht überdurchschnittlich, sondern sehr gut, aber "Oud" von Benchaâbane hat jetzt nach zwei Stunden schon merklich an Sillage und also Haltbarkeit abgenommen.
Jetzt ist "Oud" von Benchabane ebenfalls, wenn auch schwächer, ein Spur animalischer, und fruchtiger, etwas süßer. Auch ist wieder für mich nicht feststellbar, ob es sich in "Oud" Benchaâbane um den Nachbau von Walambra oder von Amberharzen handelt, es scheint eine Mischung von beidem zu sein.
Zweigt "Lumière d' Ambra" von Mercier nach einer Weile von "Ambra Oud" doch ins Cremig-pudrige und mehr Gefälligere ab, ist wahrnehmbar unterschiedlich, so habe ich hier auch immer wieder Phasen in denen "Oud" Benchaâbane etwas anders, süßer und fruchtiger ist, aber immer wieder nähert sich "Oud" Benchaâbane dem Duft von Nicolai.
Mir scheint, dass "Oud" Benchaâbane auf die Dauer immer leiser werdend und nicht so markant bleibt wie der "Ambra Oud" von Nicolai, sondern süßer und auch eine kleine Ladung sonnengereifter Trockenfrüchte aus den mediterranen Ländern aufgenommen hat. Es ist weniger elegant und weniger ernsthaft, heiterer, sonniger.
Jedoch, damit ist der Duft "Oud" Benchaâbane für mich auch schon abgehakt. Ich besitze einen kleinen Flakon "Ambra Oud. Und auch wenn mir in "Oud" Benchaâbane der Trockenfruchtduft sehr gut gefällt, so benötige ich nicht zwei Düfte, die so nahe beieinander liegen.
Wenn ich jetzt wählen könnte, würde ich ganz sicher den eleganteren und haltbareren Nicolai-Duft vorziehen.
Jetzt hat sich "Oud" Benchaâbane noch merklicher zurückgezogen, dafür rieche ich jetzt sogar eine leichte Gewürzmischung, sehr orientalisch, wenn auch dezent. Stunden später ist nur noch ein ganz feiner Hauch einer dunklen, aparten Holznote wie in den in den bisher getesteten anderen und neuen Düften, hier mit der süßen Gewürzmischung.
Nicht zu vergessen: Es ist ein femininer Duft.
Aber wie bei "Désir d' Orient": Sollte man nach Marrakech reisen; für diesen Duft braucht man nicht die Parfümerie dort zu aufzusuchen, man kann seine Zeit für etwas anderes verplanen.


19.01.2018 01:21 Uhr
Als ich vor drei Jahren ca. die Düfte von >Benchaâbane, Les Parfums du Soleil< testete, war ich sehr begeistert. Besonders "Soir de Marrakech" und "Les Jardins de Sherazade" hatten es mir angetan. Und nun hat eine nette Userin einen der beiden Wunschdüfte mitgebracht und mit mir in einem Sharing geteilt. Aber schon beim Testen von "Les Jardins de Sherazade" merkte ich, dass das nicht mehr jener faszinierende besondere orientalische Duft von damals ist.
Gut ja, aber nichts, was mich heute zu einem enthusiastischen Kommentar veranlassen würde.
Außer dem Wunschduft hat sie mir auch etliche Proben überlassen. Und nun teste ich schon das 2. Mal "Désir d' Orient". Ich lese Bellemortes Statement dazu und rieche an meinem Arm.
Lese die Pyramide hier und stelle fest, dass "Désir d' Orient" eine Ähnlichkeit mit den Gärten der Sherazade hat. Mit zunächst nur dem Unterschied, dass "Désir d' Orient" eine intensivere Sillage und Haltbarkeit hat.
Und nein, dass was Bellemorte im Statement schreibt, nehme ich nicht wahr.
Orientalisch soll "Désir d' Orient" sein? Sicher, da ist wirklich deutlich ein freundliches und holziges Oud zu riechen. Aber sonst ist "Désir d' Orient" ein leicht grüner, etwas harziger, zistrosesüßer Duft, mit einer leisen, zarten und zitrischen Rosennote .
Aber was ich seltsam finde ist, und was für mich enttäuschend ist, ist die fruchtige Note: Frisch, leicht säuerlich, für Fruchtduftaffine bestimmt eine Option, zumal das Oud wirklich von der holzigen Art ist und von dem Zedernduft harmonisch ergänzt wird.
Im Verlauf nimmt die Fruchtigkeit noch zu. Allmählich scheint auch ein wenig Moschus durch.
Und da ist noch jener Duftstempel, den ich auch damals in den Düften von "Les Parfums du Soleil" wahrnahm und mochte, eine leichte bizzelnde fast melissige Note, vielleicht ist es eine besondere Zistrose, oder auch eine besondere Zitrusnote. Ich nehme diese Note als sonnig und freundlich wahr, angenehm zu tragen.
So steht der Duft ziemlich rasch. Es ist ein heller-freundlicher Duft. Ich finde "Désir d' Orient" gefällig und tragbar, auch warm. Aber diese Einzigartigkeit von damals ist nicht mehr da. Und die von Bellemorte genannte ölige Moschusnote kann ich nicht mehr finden. Ebenso fiel mir bei beiden Tests am Schluss auf, dass ich keine Weihrauchnote wahrnehmen kann.
Da es sich um frische Proben handelt, nehme ich an, dass Benchaâbane sein Duftkonzept geändert hat. Jetzt ist es ein ganz normaler gut gemachter Duft für den europäischen Geschmack und Markt. Tragbar zu jeder Zeit und zu allen Gelegenheiten. "Désir d' Orient" ist meiner Ansicht nach ein ausgesprochen femininer Duft.
Aber "Désir d' Orient" hat leider auch den Trend zu fruchtigen Düften aufgenommen und kann somit in Konkurrenz zu anderen gleichwertigen Qualitätsdüften ähnlicher Art und Fruchtigkeit zugeordnet werden.
Um einen Duft wie "Désir d' Orient" zu erwerben, muss man nun nicht mehr eigens nach Marrakech um ihn sich als Nischenduft zu besorgen. Schade eigentlich.


14.01.2018 00:24 Uhr
Immer wieder finde ich es bei sanfteren Düften schwierig den harzig-balsamischen Amber vom mehr cremigen "Ambre Gris" oder anderen synthetischen Nachbauten der Walambra zu identifizieren.
Bei Düften wie "Ô Hira", "Ambra Aurea" beispielsweise ist völlig klar, dass dort wirklich die harzig-balsamischen Amberharze gemeint sind, meist wohl Copal, ein noch subfossiles Harz von einigen Jahrzehnten bis einige Jahrtausende alt, welcher noch den Harzduft seiner Bäume verströmt und leicht anzulösen bzw. aufzulösen ist. Bei Copal gibt es vermutlich auch eine Bandbreite von milden balsamischen Noten bis zu stark nach Nadelbäumen duftenden Harzen.
Bei Bernstein geht es um das Alter von Jahrmillionen.
Siehe Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Copal_(Baumharz)
Die echte Walambra, die in Europa nicht eingeführt und nicht verwendet werden darf, wird in allen Parfüms heutzutage mit synthetischen Bausteinen unterschiedlicher Qualität nachgebaut. Am meisten wird vor allem bei preiswerten Düften Ambroxan verwendet. Es gibt noch andere wie etwa "Cachalox" oder "Orcanox".
Nur ein einziges Mal habe ich in einem noch intaktem Vintage-Duft wirkliche Walambra wahrgenommen in seinem Unterschied zu dem, was wir heute in Düften haben. Seither habe ich begriffen, das man den Unterschied von den Amberharzen zum synthetischen Ambre Gris (Walambra) nicht so leicht und immer ohne Weiteres identifizieren kann.
Als ich gestern "Lumière d'Ambra" testete hatte ich den Eindruck, dass es doch sehr dem "Amber Oud" von Parfüms de Nicolai ähnelte.
Nun habe ich noch einen Rest von "Amber Oud" und habe es heute zum Vergleich aufgetragen.
Ja, es gibt Übereinstimmungen in der hellen und leichten Intensität der Düfte, beide scheinen ähnliche, dem Ambre Gris nahe Ambraqualitäten zu verwenden, die im Verlauf erhalten bleiben. Auch der Start ist bei beiden Düften ähnlich, ganz gleich, wie unterschiedlich die Pyramiden hier gelistet sind. Beide verströmen nach kurzer Zeit und dann in Intervallen eine leicht animalische Note, die bei "Amber Oud" dem Oud zugerechnet werden kann.
Beide Düfte sind sich ähnlich aber dennoch keineswegs Duftzwillinge.
"Lumière d'Ambra" hat ein Ambra das mehr dem harzig-balsamischen angehört. "Lumière d'Ambra" ist süßer und hat eine grüne Note. "Lumière d'Ambra" verströmt zudem eine feine Blütenmischung, die ich nicht in einzelne Blumen zu zerlegen vermag.
Eine zarte liebliche Vanillenote kann ich ebenfalls herausriechen. Obwohl "Lumière d'Ambra" mir hauptsächlich ein cremiges helles Parfüm ist, das trotz der Vanille gerade vor der Entwicklung zum Gourmandigen Halt macht, so rieche ich sowohl gestern als auch heute nach einer Weile irispudrige Noten.
Und seltsam, dadurch verliert "Lumière d'Ambra" etwas von seiner Noblesse und Transparenz, wird etwas erdiger.
Roch ich gestern über allem und über den gesamten Verlauf eine seltsame mir unangenehme Note in "Lumière d'Ambra" so roch ich sie heute nur die ersten zwei Stunden. Jetzt erscheint mir davon in Abständen nur noch eine Andeutung und das nur allein dicht auf der Haut.
Unten in den Statements hat jemand von "Baldrian" geschrieben. Ja, das kommt hin, ich meine allerdings, dass es sich um Narde handelt, sie riecht zumindest mir in purem Öl noch intensiver und unangenehmer als Baldrian.
Hier allerdings erscheint die vermutliche Narde sehr raffiniert dosiert eingesetzt. Sie wirkt daher positiv als Gegenpart zu dem sonst balsamisch-cremig-lieblichen Duft mit Vanille und Blüten und einem Hauch Irispudrigkeit. Dadurch bekommt "Lumière d'Ambra" seinen besonderen Charakter, wird erst richtig interessant.
"Lumière d'Ambra" könnte mir sonst möglicherweise auf die Dauer etwas langweilig und eintönig werden.
Beide Düfte haben eine ähnliche konstante und zurückhaltende Ausstrahlung, die Sillage betreffend, die Haltbarkeit ist sehr gut und nicht zu extrem.
Aufs Ganze gesehen sind beide Düfte, "Lumière d'Ambra" und "Amber Oud" von Nicolai gleichwertig. Jedoch ist "Amber Oud" für mich ein androgyner Duft während ich "Lumière d'Ambra" als femininen Duft empfinde.




05.01.2018 01:23 Uhr
Mein liebste Freundin hat mir einen Flakon "Keshi, Treasure forever" ans Herz gelegt mit der Empfehlung, sie seien ähnlich wie Chanel No. 5 oder auch "Moonwind" von Avon.
Moonwind kenne ich nicht. Chanel No. 5 habe ich versucht zu verdrängen um nicht voreingenommen zu sein.
Gerne hätte ich meiner Freundin ihre begeisterte Meinung bestätigt. Aber auch wenn "Keshi Treasure Forever" von Lidl, ein preiswerter Duft ist mit dem Ruf, ein Dupe von Chanel No. 5 zu sein, so kann ich wirklich nichts von dem Klassiker von Chanel darin entdecken.
Dennoch, wenn ein Duft gelungen ist und auch noch preiswert, so bewerte ich ihn im Verhältnis zu anderen Düften höher.
Tatsächlich ist "Keshi Treasure Forever" ein durchaus eigenständiger Duft.
Er startet sofort mit eine parfümaquatischen Note, der in Sekundenschnelle eine sehr deutliche Note einer synthetischen Mischung von Jasmin, Tuberose und Gardenie folgt.
Die durchgängig aquatische Note durchlüftet die mir sonst sehr bedrängend bis animalischen und unangenehmen weißen Blüten. Angenehm finde ich diese Mischung in "Keshi Treasure Forever" ebenfalls nicht, wie ich sie nur ganz selten selbst in sehr guten Düften überhaupt schön finde.
Ich zähle die Düfte, die ganz exzellent nach diesen Blüten für mich duften hier bewußt nicht auf. Das wäre einfach nicht fair.
Immerhin rieche ich hier keinen animalischen Jasmin und auch keine Tuberosenote nach nicht mehr frischem Spüllappen, wie ich das sehr oft durchaus auch bei viel teureren Düften wahrnehme. Aber auch in "Keshi Treasure Forever" finde ich diese Weiße-Blüten-Mischung stickig.
Dann folgt blitzschnell ein sehr süße Kokosmakronennote.
Innerhalb von einer Stunde verschwinden die weißen Blüten weitgehend, es bleibt ein seifiger scharfer und immer noch aquatischer Duft bestehen. Die Sillage ist nicht von schlechten Eltern. Die Kokosnote ist verschwunden ebenfalls mit einem Teil der Süße. Jetzt könnte man "Keshi Treasure Forever" als einen sehr synthetischen Cremeduft, Duschgel oder ähnliches wahrnehmen.
So bleibt der Duft und scheint auch nicht so schnell weichen zu wollen.
Wenn ich das mit anderen begeisterten Kommentaren und Statements zu preiswerten oder auch teuren Markendüften vergleiche, dann kann ich schon verstehen, dass Userinnen diesen Duft mögen.
Er ist nicht wie jene Düfte, die nach Fruchtgummi und süßen Fruchtnektaren riechen.
Nicht mal Vanillin und Tonka pimpfen "Keshi Treasure Forever" auf.
"Keshi Treasure Forever" ist ein origineller synthetischer Duft. Da habe ich schon viel teurere Düfte gerochen, die auch nur auf Synthetik setzten und die ich nur scheußlich fand.
"Keshi Treasure Forever" ist nicht scheußlich, allenfalls synthetisch eintönig.
Aber wenn man behauptet, "Keshi Treasure Forever" duftete ähnlich wie Chanel No. 5, dann widerspreche ich entschieden. "Keshi Treasure Forever" für mich nichts damit zu tun, hat es gar nicht nötig.
Chanel No, 5 setzt auch auf Synthetik, aber es wird ein Chypre nachgebaut, dass damals wie heute als modern gilt.
Von Chypre kann bezüglich "Keshi Treasure Forever" nicht die Rede sein.
Es gibt keine zitrischen Noten zu Beginn, die Blütenmischung und die Aquatik sprechen eine andere Duftsprache.
Sodann fehlt ein Pyramidenaufbau, es gibt nur die erste relativ kurze blumige Kokosphase. Gefolgt von der zweiten, seifig-cremigen immer noch aquatischen, nun algig sich entwickelnde Note. Diese zweite Note des Verlaufs währt dann auch sehr lange.
Es gibt keine Antagonisten, wie holzige Noten, moosige Noten, Erdiges, Vetiver.
Ich rieche allenfalls ein Art sehr scharfes Ambroxan, ein eigenartiger Moschus sorgt für die scharfe Cremigkeit. Sicher spielt auch Kumarin mit. So geht mir "Keshi Treasure Forever" nach einiger Zeit richtig auf die Nerven.
Man könnte sagen, dass "Keshi Treasure Forever" das Salz an der Suppe fehlt.
Auch wenn in einigen Massenprintmedien von den Wundern der preiswerten Supermarktdüfte berichtet wird.
Ich bewerte diese Berichte, ich las sie vorhin, als einen Versuch, Konsumenten für dumm zu verkaufen. Und bei solchen gern geglaubte modernen Medienmythen sollte man immer hinterfragen was damit bewirkt werden soll und wem das wirklich nützt.
Denn Düfte wie "Keshi Treasure Forever" sind doch Lockvogelangebote.
Da rennen dann alle, die sich keinen Chanel leisen können zum Lidl und natürlich kaufen sie nicht nur das preiswerte Parfüm. Wenn man schon mal im Supermarkt ist, das bisschen Geld für einen Duft kann man leicht nebenher verschmerzen und die Ausgabe damit entschuldigen, dass man gleich ein paar notwendige, ebenfalls wohlfeile Produkte des täglichen Bedarfs mit einkauft.




04.01.2018 01:58 Uhr
Mir gefällt "Piment Brûlant" gut. Für mich ist es eine abgemilderte Form von Frapin's "Paradis perdu" Durch die Prise Vanille/Tonka und die etwas andere Zusammensetzung der grünen Riechstoffe, vermutlich Paradisamide und Litsea Cubeba, vielleicht noch anderes, was ich nicht kenne, ist es sanfter, leicht pudrig und die grüne Mixtur ist nicht ganz so sauer.
Ein fast heiterer grüner Duft ohne Süße oder Süßlichkeit, schön für den Sommer. Gerade für mich, die ich keine Colognes der klassischen Art ausstehen kann ist es gut geeignet für warme und heiße Tage.
Ich rieche eine Mischung aus herben grünen Stängeln, säuerlichen Früchten und auch so etwas wie Rhabarber. Zudem nehme ich leicht bittere Kräuter wahr und auch den Geruch von Gemüsepaprikaschoten. Das alles gewürzt mit einer Prise Pfeffer, ja sogar auch Chilipulver könnte gemeint sein. Nein, Nelken kann ich überhaupt nicht erkennen.
Dieses herbe Grünzeug wird dann mit Vanille und/oder Tonka und vielleicht etwas Iris eine Spur pudrig und milder.
Kakaobohne kann ich nicht erkennen, vielleicht sind hier auch wieder die unfermentierten Bohnen/Samen gemeint, frisch aus der Kakaofrucht.
Aber wenn ich hier oben lese, dass mit Piment Nelkenpfeffer gemeint sein soll, dann kann ich darüber ausgiebig lachen.
Weil mir dieser Irrtum auch einmal beim Nachkochen eines französischen Rezepts passiert ist.
Es stand dort: 1 bis 2 Eßlöffel "Piment". Es handelte sich um eine Art Gulasch mit Sauerkraut. Ja doch, so etwas gibt es in Frankreich zumindest im Elsaß.
Gar nicht an meine Aufenthalte in Frankreich denkend, habe ich tatsächlich "Piment" genommen, jenes scharf-nelkenwürzige braune Gewürzpulver.
Und wenn schon denn schon, so dachte ich, gleich 2 Eßlöffel.
Aber schon als ich es hineingetan hatte und ich den scharfen Nelkenduft aufsteigend roch, kamen mir Zweifel ob ich das denn richtig verstanden hätte.
Ich habe dann, hätte ich ja vorher machen können, in meinem Pons Französisch nachgeschaut.
Und richtig, es war damit Paprikapulver gemeint. Gewürznelke heißt nämlich "clou", so las ich.
OK, man konnte das essen, aber es war schon arg verwürzt. Auch wenn ich die Flüssigkeit abgegossen und durch neue Brühe ersetzt hatte. Es war nicht das, was man Gästen vorsetzen könnte.
"Piment" heißen auf Französisch auch die Gemüsepaprikaschoten ebenso wie das Paprikapulver. Das weiß ich nun ein für alle Mal, ganz bestimmt.
Jedoch hat das Parfüm "Piment Brûlant" glücklicherweise keine Ähnlichkeit mit dem, was ich damals gekocht habe, es riecht auch nicht nach Sauerkraut:-D
Die Haltbarkeit ist gut, aber nicht zu lange. "Piment Brûlant" ist ohne Wenn und Aber ein Unisexduft.


21.11.2017 01:49 Uhr
Ziemlich zu Beginn meiner Zeit hier hatte ich "Idole" getestet und auf meine Wunschliste gesetzt. Um "Idole" dann bei erneuten Tests immer wieder mal herunter zu nehmen und dann wieder einzusetzen.
Nicht sicher bin ich mir, ob ich nicht schon einmal einen Kommentar dazu geschrieben und wieder gelöscht habe.
Aber beim letzten hier erschienenen Kommentar wurde ich erneut an "Idole" erinnert. Ich las meine Notizen und mein Statement. Danach hätte ich "Idole" eigentlich kaufen sollen.
Aber nach so langer Zeit käme ein Kauf ohne noch einmal zu testen fast einem Blindkauf gleich.
So rasant wie sich der Parfümmarkt entwickelt ist "Idole" schon als Klassiker zu bezeichnen.
Aber auch bei aller Unwägbarkeit des Marketings musste daher dennoch erst eine frische Abfüllung her.
Nichts Wesentliches hat sich in meiner Wahrnehmung geändert, was "Idole" betrifft. Und gerade nach zwei enttäuschenden Tests ganz neuer Düfte tröstet mich "Idole" jetzt geradezu.
Und was soll ich schreiben? Idole ist immer noch ein wunderbarer Duft für mich!
Idole ist wie ein altes Spirituosenfaß, in dem im Laufe der Zeit Weine, schwere süffige Süßweine wie Sherry, Port und Pinot, Cognacs gereift sind. Ich rieche in "Idole" derartig getränkte Holzfässer, die zudem zwischen den einzelnen Lagerungen geräuchert wurden.
In denen nun durch das so entsprechend durchtränkte Holz moderner, wenig rauchiger und würzig-herbfruchtiger Whisky gereift ist.
(Torfrauch-Whisky scheint "out" zu sein, wie ich neulich beim Kauf eines Geschenks feststellen musste)
"Idole" verströmt Balsamisch - Harziges, Liebliches und ist dennoch herbe und ebenfalls nicht likörig süß. Das Holz hat den Duft von betörend rotem Sandelholz sowie von Weihrauch und aromatischer Bitterorange. "Idole" hat eine feine Zistrose-Honignote und ist mit Pfeffer und anderen Spezereien, die ich nicht genau bestimmen kann, gewürzt.
Zu meiner Freude hat "Idole" für mich keine Anklänge an Lebkuchen, Pfeffernüsse, Spekulatius und andere Weihnachtsgebäcke. Sondern "Idole" hat für mich nach den vielen Tests, die ich gemacht habe, immer noch etwas Einzigartiges. Und daher weiß ich jetzt bestimmt, dass ich nicht umhin kommen werde, mir davon über kurz oder lang einen Flakon zu besorgen.


41 - 50 von 700