SerafinaSerafinas Parfumkommentare

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08.06.2018 06:44 Uhr
10 Auszeichnungen
Der „große Bruder“ – also „Qi Intensivo“ hatte es mir bei einem Test in einer Berliner Nischenparfumerie sehr angetan. Es war diese intensive Schwarzteenote, die mich so begeisterte. Der stolze Preis begeisterte mich dafür weniger...aber der Laden erlaubte mir, eine Probe abzufüllen. Die habe ich dann aber (typisch mal wieder!) verschlampt und daher bei einem Nischenparfum-Internethändler eine 3ml Abfüllung geordert. Noch bevor sie ankam, gab es im Internet ein Angebot für einen gebrauchten Flakons des „kleinen Bruders“ „Qi“. O.k., Duftnoten laut Parfumo identisch – also zugeschlagen.

Wie duftet nun „Qi“ und wie schneidet er im Vergleich zu „Qi Intensivo“ (Mini-Abfüllung) ab?
Mein erster Eindruck bestätigte sich: „Qi“ ist ebenso wie die Intensivvariante auf meiner Haut in erster Linie ein Schwarzteeduft, begleitet von hellen, beinahe zitrisch wirkenden Noten, die sich aber sehr im Hintergrund halten. Ich fühle mich an diese bitter-süßen - nein, genau genommen, wegen des Tannins im Tee, astringierend-süßen Teebonbons erinnert, die es in meiner Jugend in Teeläden gab. Lange nicht mehr gesehen...waren optimale (und leckere) Wachhalter für Kaffeeverschmäher. Assamtee (oder war es Ceylontee?), Zucker und Zitrone – das waren wohl die Hauptzutaten dieser Bonbons. „Qi“, als auch „Qi Intensivo“ wirken auf mich ähnlich. Eine alternative Assoziation wäre eine Tasse starken und nur leicht gesüssten Schwarztees (Assam oder Ostfriesentee) mit ein wenig Zitronensaft, auf einer blumengeschmückten Terasse genossen...Auf jeden Fall sommerlich! Charakterlich ein wenig wie eine Sommerversion von „Russian Tea“, denn dieses pechschwarze Gebräu ist eben noch ein ganz anderes Kaliber und definitiv winterlich.

Vom Dufteindruck kann ich (wie erwartet) keinen Unterschied zu „Qi Intensivo“ erkennen, außer, dass die Teenote bei letzterem noch präsenter ist und man weniger aufsprühen muss.
So betrachtet war der Kauf des preisgünstigeren „kleinen Bruders“ für mich eine gute Lösung!


07.06.2018 06:30 Uhr
6 Auszeichnungen
Ein Duft voller Gegensätze! Das dachte ich zumindest anhand der Pyramide und der Kommentare...

Da ist zu Beginn eine gut erkennbare, säuerliche, angenehme Rhabarbernote. Wer Parfums wie „Aedes de Venustas“, „Ciel mon Jardin“ oder auch den Rhabarberduft von Hermes gerne mag, wird sich hier ebenfalls freuen!
Rhabarberdüfte gehören für mich persönlich in die Zeit von April bis Juni. Man mag das albern finden – aber ich mag Parfums mit einer bestimmten, dominanten Blumen- oder Fruchtnote am liebsten in der Blütezeit bzw. Reifezeit der entspr. Blume/Frucht verwenden (Ausnahme: Rosendüfte ganzjährig). Meine eigene Präferenz...
Später wird der Duft süßer, ganz leicht würzig, und geht schon recht in die gourmandige Richtung. Aber die angekündigten Lebkuchen melden sich nichts so wirklich deutlich auf meiner Haut. Eigentlich schade, denn ich mag den Duft der typischen Lebkuchen-Gewürze sehr gern. Bei „Delice d’Epices“ (Ricci), „Dark Sapphire“ (Joop), „Manhattan“ (Bond) oder erst recht in „Un Crime exotique“ ist die Lebkuchennote nach meinem Empfinden weitaus deutlicher ausgeprägt.

Somit bleibt „Burberry Brit Red“ für mich eben doch ein Parfum für den Übergang von Frühling zum Frühsommer, da allerdings doch eher für abends.

Vielleicht spielt aber doch die Außentenperatur eine Rolle...ich trage ihn zum ersten mal Anfang Juni (abends), nach einem mildem, aber nicht heißem Tag. Kann sein, dass er bei heissem Wetter oder in Herbst/Winter ganz anders wirkt.

Auf jeden Fall ein schönes Parfum von Freunde fruchtig-würziger Gourmands!


06.06.2018 06:32 Uhr
3 Auszeichnungen
Ja, ich bin dem Weingenuss nicht abgeneigt! Es müssen aber für mich keine teuren Tropfen sein, die üblichen Supermarktweine in der Preisklasse von 5-10€ reichen mir im allgemeinen vollkommen aus – bei besonderen Gelegenheiten darf es auch was Edleres sein. Bei den weissen Rebsorten ist nach Gewürztraminer der Riesling mein Liebling, gefolgt von Sauvignon blanc, Grünem Veltliner und Chardonnay. Aroma und Duft sind mir auch bei Wein wichtig! Silvaner ist mir daher oft ein wenig zu blass. Bei Riesling schätze ich das typische Bouquet nach gelben Früchten. Hier darf es auch ausnahmsweise mal ein Gläschen Spätlese sein, da die sortentypische Säure der Süße entgegenwirkt.

Kann ein Parfum die hohen Erwartungen, die ein Duft nach Riesling weckt, wirklich erfüllen? An sich bin ich ja durchaus ein Fan der modernen Cologne-Serie von 4711.

Dieses EDC kann es leider aus meiner Sicht nicht. Anfangs fühle ich mich stark an den Klassiker 4711 EDC erinnert, allerdings ist „Royal Riesling“ etwas herber, denn die typische Nerolinote fehlt natürlich . Schon bald nimmt die Herbe weiter zu und wirkt recht holzig, während ich fruchtige Noten vermisse. Insgesamt empfinde ich den Duft als eher maskulin.
Niemals käme ich auf die Idee, es hier mit einem Aroma nach Weisswein zu tun zu haben, wenn ich nicht den Namen wüsste. An sich betrachtet, ist RR kein schlechtes EDC, durchaus erfrischend bei den aktuellen hohen Temperaturen. Aber es enttäuscht meine Erwartungen. Daher nur 7,0 von mir, obwohl ich es dennoch weiterhin gerne nutzen werde – eben als Erfrischung bei Hitze.

Riesling daher doch lieber im Weinglas!


03.06.2018 05:28 Uhr
9 Auszeichnungen
Schräg unterhalb meines (auch nicht so ganz kleinen) Grundstücks liegt ein riesiger, parkähnlicher Garten mit weit mehr als 4000m2 Fläche.
Er ist nicht dauerhaft bewohnt, aber die Kinder des Besitzers (ein erfolgreicher Pädiater) nutzen den weissen Bungalow und das Schwimmbecken in der warmen Jahreszeit offenbar gerne für Parties. Vor langer Zeit waren die Mutter des Arztes und meine Mutter befreundet und wir durften das Schwimmbecken auch benutzen. Dennoch kam ich mir als junge Frau, Anfang/Mitte der 90er, immer ein wenig wie ein Eindringling (oder auch wie eine kleine, freche Waldelfe) vor, wenn ich mich frühmorgens im Bikini, unter unserem Sommerjasminbusch und dem Wildrosengestrüpp, über den morschen Zaun hinweg, an den riesigen alten Bäumen vorbei, weit hinunter über die Rasenfläche zu dem kleinen, aber gut gepflegten Becken schlich, um ein paar Runden zu drehen. Lange her! Beide alte Damen leben heute nicht mehr...

Und doch...wenn ich spät abends von meinem Schlafzimmerfenster aus die hellen Lichter dort unten sehe und die Musik zu mir hinauf dringt, frage ich mich manchmal, ob ich nicht einfach mal runter gehen soll, in einem hübschen bunten Sommerkleid, mit offenem Haar – die Zäune sind noch immer morsch – und mich dazu mische, unter die Feiernden. Vielleicht würde man mir sogar einen Drink anbieten...aber dann – bei näherer Betrachtung im Licht der hellen Laternen- wohl doch bitten, zeitnah zu gehen, denn ich passe mir Ende 40 einfach nicht mehr so recht zu einer Runde ausgelassener junger Leute. Bisher habe ich mich nicht getraut...doch die Illusion bleibt!

„Brindille“ ist so ein Duft, bei dem ich mir gut eine frühsommerliche, gepflegte Gartenfeier von attraktiven, wohlhabenden, jungen Menschen vorstellen kann: blumig-frisch, ganz leicht cremig, mit dezenter Jasminnote, eher ein wenig distanziert-kühl als süß, keinesfalls aufdringlich.

Den Flakon habe ich mittlerweile im Internet bestellt (da meine Abfüllung offenbar allmählich verdunstet), aber auf eine der erwähnten Feiern der reichen Nachbarn werde ich mich wohl niemals trauen...Und vermutlich wäre es eh die übliche Partygesellschaft: eine bunte Mischung ganz normaler Menschen, schon etwas angeheitert und daher dann eben nicht mehr unbedingt zurückhaltend-distanziert. Hat man oft genug im eigenen Kreis...


02.06.2018 05:55 Uhr
4 Auszeichnungen
Die Duftnote Iris ist eigentlich nicht so mein Ding...meist wirkt sie sehr „trocken“ und pudrig, manchmal sogar beinahe „staubig“. Pudrige Düfte mag ich meist nur, wenn sie eine gewisse Süße aufweisen. Manchmal wirkt die Iris auch ein wenig „karottenartig“ – das finde ich manchmal, aber auch nicht immer, ganz apart, ist aber auch nicht wirlich eine meiner favoriserten Richtungen. Aber die Iris kann auch eher grün und mehr „saftig“ als „pudrig-trocken“wirken, so wie der Duft in einem Blumenladen. Das mag ich schon eher.

„Iris“ von Sangado geht für mich in die letztere Richtung, also blumig-grün und gar nicht „trocken-pudrig“. Bestellt hatte ich blind nach den positiven Erfahrungen mit „Hyacinth“ der gleichen Marke. Bei „Iris“ ist ebenfalls kein Zwilling genannt, obwohl die meisten Parfums der Marke Sangado offenbar anderen Parfums nachempfunden sind.
Wenn ich am Flakon schnuppere, kommt mir das von mir sehr geschätzte „Pleasures“ in den Sinn, aber die Pyramide passt nicht, denn „Pleasures“ enthält keine Iris. Aber doch, so ein wenig Ähnlichkeit im Dufteindruck kann ich nicht von der Hand weisen. 1:1 Vergleich auf Papier: Bei Pleasures kommen Rose und rosa Pfeffer deutlicher durch. „Iris“ wirkt auf mich etwas frischer und „grüner“. Aber eine gewisse Ähnlichkeit ist für mich definitiv vorhanden- aber nur auf Papier! Auf meiner Haut fehlt „Iris“ die Strahlkraft und die Prägnanz von „Pleasures“. Die Ähnlichkeit ist hier nur marginal.

Unabhängig von einer potentiellen Ähnlichkeit zu „Pleasures“ betrachtet, wirkt „Iris“ auf mich blumig-frisch mit grünen Anklängen. Hell, freundlich, frühlingshaft, aber nicht lieblich-zart oder süßlich. Insgesamt auf jeden Fall recht dezent.

Wer frisch-florale Parfums liebt und auch „No Name Parfums“ gegenüber offen ist, sollte hier durchaus mal einen Test wagen.


01.06.2018 06:09 Uhr
6 Auszeichnungen
Wie kann man einem Blinden die Farbe gelb beschreiben? „Gelb – das ist wie warme Steine in der Sonne...“ Ich meine mich zu erinnern, so eine (oder ähnliche) Szene in einem deutschen Kinofilm gesehen zu haben. Doch, da ist was dran...Dieser Duft hat für mich aber auch etwas von „gelb“, obwohl ich ganz bestimmt nicht zu den Synästhesisten gehöre.

„Heideginster“ duftet leicht würzig und aromatisch und strahlt eine freundliche, helle Wärme aus. Für mich aber nicht die Wärme eines Feuers sondern tats. die der Sonnenstrahlen. Das Parfum ist ein wenig herb und ein wenig süß zugleich. Ob Ginster tats. so duftet, kann ich nicht sagen, und auch nicht, ob Heideginster anders riecht als die Ginstersträucher in meiner fränkischen Heimat. Ich erinnere mich nicht wirklich an deren Duft, obwohl ich in meiner Jugend bei Pfingstausflügen mit meinen Eltern den gelb blühenden Ginstersträuchern oft begegnet bin. Ich meine aber, dass der Geruch doch eher herb war.

Der Duft passt sicher gut zu sonnigen, warmen Tagen in Spätsommer oder Frühherbst – oder eben auch in die ersten Frühsommertage.

Leider zeigt der Inhalt meines alten, gebraucht ersteigerten Fläschchens wohl kaum mehr seine ursprüngliche Intesität und Ausdruckskraft. Es ist/war aber auf jeden Fall ein ungewöhnlicher Duft, der mir in der Art bisher noch nicht begenet ist.


29.05.2018 11:38 Uhr
10 Auszeichnungen
Ein Thread von Scorpio hat mich an diese kleinen braunen Fläschchen erinnert. Meine „Duftölphase“ war im Alter von 12-15, das war Anfang der 80er. Das war die Zeit, als diese indischen Kramläden angesagt waren: Räucherstäbchen, aromatisierte Tees, Naturkosmetik, asiatisch/orientalischer Nippes, Teezubehör, Batikklamotten und Schlabberröcke, Ethnoschmuck und eben auch diese Duftöle (neben Sirykid auch von Diggers Garden, HimaLaya, Beautiful Sky und weiteren Herstellern). Was habe ich als Teenie nicht an Geld in diesen Läden gelassen! Heute findet man diese Art von Läden leider kaum mehr...

Eigentlich dachte ich, dass diese monothematischen Öle nach ca. 35 Jahren an Duft verloren oder komplett ranzig sein müssten. Aber es war ein Irrtum! Ich habe ja das meiste von damals aufgehoben, nur die alten Tees wurden entsorgt, und nach dem Impulsgeber von Scorpio gestestet. Sie duften - zumindest am Fläschchen- immer noch so wie damals! So viel zum Thema Haltbarkeit von Duftstoffen...selbst in diesem niedrigen Preissegment.

„Gewürznelke“ war damals einer meiner Lieblinge. Offenbar hatte ich damals durchaus schon ein Faible für würzige Aromen, auch wenn ich später bei meinen „richtigen Parfums“ lange Zeit florale Düfte bevorzugte und Orientalen eher ein Schattendasein fristeten, bis ich zu Parfumo kam. Ich tippe mal, dass in dem Öl einfach ein wenig Eugenol zugesetzt wurde. Wie ich später im Studium in organischer Chemie lernte, ist dieser Stoff aus der Substanzklasse der Terpene für den Duft der Gewürznelken verantwortlich. Eugenol wird wohl auch in der Zahnheilkunde verwendet, kam aber bei mir nur ein- oder zweimal zum Einsatz, so es bei mir keine Negativassoziationen auslöst.

Allerdings muss ich zugeben, dass sich beim Test des angejahrten Öls auf der Haut nun doch eine etwas befremdliche, plastikähnliche Note bemerkbar macht, wohl doch ein Tribut an das hohe Alter. Ansonsten duftet der Inhalt eben so, wie es auch die Gewürznelken aus dem Regal tun – würzig mit leichter Schärfe.

Natürlich ist dieses Öl nicht mit komplexen Parfums vergleichbar, aber ich sehe schon eine entfernte Ähnlichkeit z.B. „Asja“, das ich sehr gewürznelkenlastig empfinde, auch wenn dort Gartennelke gelistet ist, oder auch „L‘Eau de l’Eau“ von Diptyque.

Tragen werde ich die alten Öle natürlich nicht mehr! Aber gelegentlich darn schnuppern, um mich an meine Teeniezeit zu erinnern (auch wenn die bestimmt nicht unbeschwert war).


29.05.2018 06:12 Uhr
1 Auszeichnungen
Klingt erst mal furchtbar, oder? Aber dieser Titel und auch mein etwas voreilig gesendetes Statement werden diesem komplexen Parfum nicht wirklich gerecht.

„Green“ startet mit deutlichen Röstaromen, Kaffee und Nüsse sind anfangs recht gut erkennbar. Wie Marihuana riecht, weiss ich nicht – mir hat Alkohol als Softdroge immer vollkommen ausgereicht! Dazu kommen als Gegenpol die säuerlichen Noten von Mango und vor allem Rhabarber. Diese Kombination ist zwar spannend wirkt aber für meine Nase doch etwas zu diskrepant. Dann aber verändern sich die Röstaromen und ich muss tats. ein wenig an Bratensatz denken. An sich ja kein negativ belegter Geruch, aber wer möchte schon riechen, als ob er gerade aus der Kantine kommt? In diesem Stadium hatte ich mein Statement abgesendet – war mal wieder zu ungeduldig. Denn später verschwindet der Bratensatzeindruck wieder und die Rhabarbernote meldet sich zurück. Da empfinde ich „Green“ als säuerlich fruchtiges Parfum, durchaus angenehm und harmonisch. Ein wenig wie die Anfangsphase von „Ciel mon Jardin“ – bevor die Gourmandnoten präsent werden.

Am Ende bleibe ich doch bei einer Bewertung von „gerade noch gut“, also 7,5. Kaufen würde ich mir aus der Serie sicher nur „Blue“, aber spannend und testenswert sind die Parfums dieser Marke aus meiner Sicht auf jeden Fall!


28.05.2018 06:20 Uhr
4 Auszeichnungen
Bevor ich zur Duftbeschreibung komme, möchte ich ein wenig ausholen. Von diesem Duft sind hier alleine schon 4 Versionen anhand der Konzentration gelistet (EDT, EDP, EDP concentree, Extrait), alle ohne Nennung einer Duftpyramide. Dann gibt es aber noch „Fiori Bianchi“ (ebenfalls in 2 Konzentrationen), das vom Flakondesign identisch erscheint. Ich selbst besitze zudem einen ansonsten optisch identischen Flakon des EDT, auf dem „Laura Biagiotti Bath & Body“ steht. Meinen Kommentar (es war einer meiner ersten hier) hatte ich damals unter „Fiori bianchi“ eingestellt, da es mir vom Dufteindruck vollkommen klar erschien, dass es sich um dieses Parfum handeln müsse.

Aber nun zum Extrait: was ich hier rieche, erscheint mir als äquivalent zu der Duftpyramide, die unter „Fiori Bianchi“ steht und was ich auch in meinem „Laura Biagiotti Bath & Beauty“ erschnuppere: ein unsüßes Bouquet aus vornehmend weißen Blüten mit grünen Anklängen, das auf mich leicht „kratzig“ wirkt. Dieser Eindruck kommt vermutlich von Hyazinthe und Galbanum, verstärkt durch das Moos in der Basis.

Ich wage daher zu behaupten, dass „Fiori Bianchi“ nur ein später gewählter Name für das originale „Laura Biagiotti“ ist. Aber natürlich bleibt es nur eine starke Vermutung meinerseits, die sich auf meinem Dufteindruck begründet und die ich nicht beweisen kann.

Wie auch immer – dieses zeitlos schöne und elegante Parfum passt für mich gut für die Zeit, wenn der Frühling in den Frühsommer übergeht. Aufgrund der Konzentration erscheint es mir eher für abends oder zum Ausgehen geeignet.


27.05.2018 05:41 Uhr
8 Auszeichnungen
Mit meinen Eltern war ich nur ein einziges mal am Meer...im August 1978, da war ich 9 Jahre alt - es waren die großen Ferien nach der vierten Klasse. 2 Wochen Schweden, u.a. auch in Malmö, wo ein Freund meiner Eltern wohnte. Eine unbeschwerte Zeit, noch vor dem bevorstehenden Wechsel aufs Gymnasium, den Pubertätsproblemen der folgenden Jahre und auch bevor mein Vater (bereits im Frühjahr darauf) schwer krank wurde und seine Krankheit die folgenden 7 Jahre meines Lebens überschattete. An diese paar Tage am Strand von Malmö denke ich gerne zurück!

Dieses Parfum gibt ganz gut das Feeling an so einem Ostseestrand an einem sonnigen Sommertag wieder. Es hat eine salzige Note, die deutlich an Meerwasser denken lässt. Die blumigen Noten erinnern mich ein wenig an Sonnencreme – obwohl damals, 1978, Ozonloch und Gefahren der UV-Strahlen noch kein Thema waren. Zweistellige Lichtschutzfaktoren waren damals echt was exotisches!

Insgesamt wirkt das Parfum hell, tranparent und in keiner Weise synthetisch auf mich. Ein schöner unbeschwerter Sommerduft mit sehr guter Haltbarkeit. Mein persönlicher Favorit aus der „Perfum.Sucks Serie“.


1 - 10 von 480